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im Hier und Jetzt

Sommer. Die Zeit in der sich so Vieles in voller Pracht zeigt – die Natur, die Tiere, die Menschen… (Fast) alle haben ein Lächeln im Gesicht, zeigen Fotos von ihren glücklichen Momenten zuhause oder auch nah oder weit weg. Und das ist gut so! Früher hab ich mir oft gedacht, warum ich das oder das nicht haben kann oder ich nicht dorthin fahren kann. Warum ich mir diese Frage vor Jahren gestellt habe, ist jetzt immer schwerer nachzuvollziehen. Natürlich wird einem suggeriert, dass das Glück ein quasi „erwerbbares“ Gut sei, dass du mit genügend Geld auch erlangen kannst. Du musst dich nur anstrengen und dann kannst du es erreichen (was im Umkehrschluss wohl auch bedeutet, alle die nicht genügend Geld haben, haben sich nicht genügend angestrengt – DAS 1:1 zu unterschreiben, wäre wirklich fatal!). Aber was wenn „nur anstrengen“ nicht reicht? Ich habe immer viel gearbeitet, auch jetzt noch, dennoch hatte ich nie das Gefühl dadurch glücklicher geworden zu sein, im Gegenteil es fehlte mir oft die Zeit zu genießen und zu leben und das mit den Menschen, die ich am liebsten um mich haben mag. Darum gehe ich jetzt einen anderen Weg, die Zeit bewusster gestalten, mehr im hier und jetzt zu sein. Dinge spüren und den geistigen Müll mal kurz vor dem Hoftor stehen lassen.

Das sogenannte „ewige Rad“ will ich hinter mir lassen, was macht es denn für einen Sinn und ich bin jetzt langsam an dem Punkt angelangt, wo ich das wirklich machen kann. Natürlich hab ich Ziele, aber das hat nicht unbedingt mit materiellen Dingen zu tun, damit ich dann „glücklicher“ bin. Meinen Mädchen die Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken ist meine oberste Priorität – sie werden schnell groß und nur die Hälfte ihres Lebens mitzubekommen ist ohnehin ein SCHWER bezahlbarer Preis für Entscheidungen, die gefällt worden sind und die nicht mehr zu ändern sind.

meine kleine Tochter vor ein paar Tagen nachdem sie 14 Tage bei mir haben, für mich eine lange Zeit am Stück und wirklich unbezahlbar…

Im Hier und Jetzt sein und glücklich sein, ganz ehrlich dass fällt mir hier am Hof nicht sehr schwer. Ich will dieses Lebensgefühl auf dem Balkon zu sitzen und einfach reinzuhören auf den Hof um nichts in der Welt eintauschen(was nicht bedeutet, dass ich auch mal woanders bin oder generell gegen Reisen bin-halt bewusst und nicht als Statussymbol).

ja und in den 14 Tagen war ich auch mal weg und zwar im Playmobilpark mit den Mädchen… 😉

Für mich ist der schönste Urlaub einfach hier zu sein und mal kein dringendes Meeting zu haben oder sonst etwas. Es ist Entschleunigung vom Stress des Alltags und mein Antrieb vor allem meinen Mädchen einen anderen Weg zu zeigen. Ein Weg ohne unsere „digitalen“ Instrumente, ein Weg in der das haptische Erleben draußen noch etwas zählt, wo du im Regen tanzt, Bücher in der Hängematte liest, am Lagerfeuer sitzt und riesige Fantasiewelten im hohen Gras aufbaust…Das ist die Welt für meine Mädchen, die ich ihnen zeigen will…

Und dieser Kontakt mit meiner Welt und das Vorbild dass ich lebe, soll die Kinder gut darauf vorbereiten und wappnen, denn die Stimmen, dass wir dem Glück nachjagen müssen, die gibt es immer und überall (es geht nicht ums nachjagen sondern ums zulassen, dass wir mal innehalten und im Hier und Jetzt bleiben. Aber mal ehrlich: Spaß zu haben geht quasi überall und ich entscheide mich dafür ihnen ein einfacheres Leben zu zeigen, damit sie sehen, dass auch das Glück bedeutet.

Mein Weg und die Zukunft des Hofes soll in Zukunft auch anderen Menschen offenstehen, dass weiter aufzubauen, sind gerade weitere Schritte im Gange – währenddessen im Hier und Jetzt zu leben finde ich angemessen, denn der Alltag hält ohnehin genügend Dinge parat, sei es nun das Ende einer Ära der Kindergarten- und Schulzeit, die Kinderuni oder schlicht und einfach die Planung der nächsten Semester – es ist immer etwas zu tun, es wird nie FERTIG SEIN, aber es mal gut sein zu lassen, dafür plädiere ich wirklich ganz stark – es ist auch einfach mal genug. Ich bin zufrieden mit mir und das ist gut so.

Silva Nortica Science Hub und Wissensvermittlung an MultiplikatorInnen ist das hier laufende Projekt und nach einem weiteren Treffen mit Verantwortlichen ist es ein ganzes Stück realistischer geworden, dass hier tatsächlich eine Wissenswerkstätte gegründet werden wird. Es ist so schön (und auch aufregend) dass alles zu machen, aber ich bin zuversichtlich, denn wenn Demeter und Athene hier die Einflüsterinnen sind, kann es eigentlich nur vorangehen.

LANDWIRTSCHAFT und WISSENSVERMITTLUNG, dass werden die Säulen des Silva Nortica Science Hub sein und ich freue mich darauf all meine Erfahrungen aus globaler Umweltgeschichte, Hochschuldidaktik& Wissensvermittling, spielerischem Lernen und vielen anderen Gebieten weiterzugeben und einen Ort zu schaffen, an dem auch andere Menschen, dass machen können. Ein echter Ort zum berühren, sein und glücklich sein, wenn gewollt.

Was Green Care, Stoizismus und Silva Nortica Science Hub gemeinsam haben?

Was haben die letzten Monate gebracht? Vor allem eins für mich – seelischen Frieden und das war wirklich wichtig. Die Herausforderungen werden nicht weniger, die Zeit wird nicht mehr und manche Rahmenbedingungen sind nicht zu ändern (zumindest derzeit) – deshalb habe ich versucht die letzten Monate mich weiterhin zu stärken für das was noch sicher alles kommen wird.

Seinen Frieden mit sich selbst zu haben ist dabei ein wichtiges Puzzlestück und ich denke ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich einfach auch mal Mensch sein kann – ohne dem ständigen schlechtem Gewissen im Hintergrund, dass dir sagt, aber da sind doch noch tausend Dinge — die tausend Dinge und Aufgaben sind auch nach zwei Stunden Hängematte noch da und laufen nicht weg, aber dir selber geht´s eindeutig besser, wenn du mal nix tust und die Energie, die daraus entsteht ist unschlagbar…in dem Sinne Anblick und Geräuschkulisse aus der Hängematte heraus vor ein paar Tagen:

Hängematte vor dem Haus

Ja und in Frieden mit sich selbst zu sein, lässt dann auch die weiteren Evolutionsschritte für das Silva Nortica Science Hub Projekt voranschreiten. Es stehen nämlich die nächsten Schritte vor der Tür und ich habe erste Sprossen für die Umsetzung eines Green Care Projekts hier am Hof erklommen.

Das ist ein semineuer Pfad für mich, dennoch auch eine logische Weiterentwicklung all der kleinen Schritte, die ich mit Studierenden, Expert:innen und Freund:innen hier die letzten Jahre und vermehrt in den letzten bald zwei Jahren schon gehen durfte. Konsum und Produktion von Lebensmitteln dürfen nicht weiter entkoppelt werden, sondern die schon loose Verbindung muss neu geknüpft werden! Daran führt für mich kein Weg vorbei. Deshalb habe ich mich dann auch gefragt, wie kann ich meinen neu gefundenen inneren Frieden, denn auch praktisch für das neue Green Care Projekt nutzbar machen? Dazu ist es auch wichtig, dass ich daraus einige Prinzipien für mich formuliert habe, die sich an den Stoizismus anlehnen und die ich dann mit dem Green Care Projekt verweben möchte.

Und nein es sind Prinzipien und als Mensch kann ich manchen dieser Prinzipien besser folgen als anderen, vielleicht komme ich auch zu dem Schluss, dass ich manche (zumindest temporär) über Bord werfen muss – ist in Ordnung (für mich zumindest). Es geht nicht um die Goldene Waagschale, sondern darum wichtige Aspekte, die ich gelernt habe in den letzten Jahren aktiv(er) in mein Leben einzubauen. Und der Hof ist rein wirtschaftlich für mich nicht zentral, ABER für meine Lebensqualität und für meine Töchter bedeutet er überproportional viel. Das werde ich erhalten und weise mehren, denn mein Friede hier zieht auch positive Rückwirkungen auf alle meine Arbeitsfelder nach sich und so soll es auch sein.

die Schafherde am ersten Tag auf der großen Weide heuer…

Fokus auf das Kontrollierbare – Akzeptanz des Unveränderlichen

Stoische Perspektive: Konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst – lass los, was außerhalb deiner Kontrolle liegt.
Green Care-Bezug: Wetter, Ernteausfälle, Tierverhalten – vieles liegt außerhalb menschlicher Macht. Wer Green Care betreibt, lernt, mit Naturprozessen zu leben statt sie zu bekämpfen – und dabei Ruhe zu finden.


Ruhe bewahren – auch im Chaos

Stoische Perspektive: Emotionale Gelassenheit hilft, auch in Krisen klare Entscheidungen zu treffen.
Green Care-Bezug: In stressigen Alltagssituationen auf dem Hof oder mit Klient*innen ist es entscheidend, nicht in Hektik zu verfallen, sondern mit innerer Ruhe zu reagieren.


Selbstreflexion statt Impulsivität

Stoische Perspektive: Reaktion prüfen, innehalten, überlegen.
Green Care-Bezug: Die Arbeit mit anderen Menschen erfordert Achtsamkeit und Selbstregulation. Reflexion hilft, schwierige Situationen besser zu verstehen und zu meistern.


Verantwortung übernehmen – für sich und andere

Stoische Perspektive: Sei dir deiner Rolle und deiner Wirkung bewusst.
Green Care-Bezug: Wer einen Green Care-Betrieb führt, trägt Verantwortung für Menschen, Tiere, Pflanzen und Strukturen – und findet in dieser Verantwortung oft einen tieferen Sinn.


Achtsamkeit im Hier und Jetzt

Stoische Perspektive: Lebe im gegenwärtigen Moment.
Green Care-Bezug: Ob beim Stallausmisten, Pflanzenanbau oder Tierbegegnungen: Green Care fördert Präsenz und Achtsamkeit – was psychisches Wohlbefinden deutlich steigert.


Bescheidenheit und Demut

Stoische Perspektive: Alles ist vergänglich – bleib auf dem Boden.
Green Care-Bezug: Die Arbeit mit der Natur konfrontiert uns regelmäßig mit den eigenen Grenzen – und schenkt zugleich Dankbarkeit für das Kleine und Einfache.


Wertschätzung für das Leben – auch in Krisen

Stoische Perspektive: Jeder Tag birgt eine Lektion.
Green Care-Bezug: Menschen, die Green Care praktizieren, berichten oft davon, dass sie durch die Verbindung zur Natur auch persönliche Schicksalsschläge besser verarbeiten können.


Gemeinschaft statt Ego – sozialer Zusammenhalt

Stoische Perspektive: Der Mensch ist ein soziales Wesen – Kooperation statt Konkurrenz.
Green Care-Bezug: Green Care ist Beziehungsarbeit. Menschen heilen im Miteinander – sei es mit Tieren, Mitmenschen oder in Gemeinschaftsprojekten, Therapiegärten oder sozialen Höfen.


Nachhaltigkeit im Denken und Handeln

Stoische Perspektive: Handle mit Weitblick – auch für zukünftige Generationen.
Green Care-Bezug: Wer natur- und sozialverträglich wirtschaftet, denkt automatisch langfristig. Green Care bietet ein Modell, wie nachhaltige Lebensweise konkret gelebt werden kann – ökologisch, sozial und ökonomisch.

In diesem Sinne es tun sich gerade viele Dinge UND da der Hof und die Kinder höchst wichtig sind, aber es eben auch andere Herzensprojekte- und -menschen gibt, dürfen Dinge auch etwas dauern, es rennt ja nix davon. Zu wissen nach welchen Prinzipien mensch leben will schenkt einem eine schöne Gewissheit und Friede und viele Aspekte trage ich ja schon lange mit mir herum, sie jetzt endlich formuliert zu haben, ist ein wichtiger Meilenstein für mich.

noch eine offene Wiese, aber vielleicht bald eine logische Ergänzung des Projekts

So viele spannende Menschen in verschiedenen Institutionen habe ich getroffen in den letzten Monaten und es hat mir Inspiration und Mut gegeben für das eigene Tun, auch große Herausforderungen gut gemeistert zu haben. Meine neue Kernarbeit an der Veterinärmedizinischen Universität wächst mir immer weiter ans Herz und ich habe das Gefühl dort schon länger zu sein, als es eigentlich ist und das in einem positiven Sinne, denn langsam kann ich manche Dinge auch etwas mit bewegen dort und das macht richtig Spaß und gibt einem das Gefühl relevant zu sein für seine Kolleg:innen. Danke für den schönen Arbeitsplatz und die tollen Menschen dort!

alle Bäume hier auf der Streuobstwiese stehen gerade in voller Blüte und bei manchen Bäumen ist das ein echter Hingucker…

Für heute abschließend kann ich schreiben, dass es wirklich ziemlich viel Sinn für mich macht, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Ich freue mich darauf – Visionen sind dazu da sie mit Leben zu erfüllen und sie einzupflanzen, Hilfe dafür nehme ich gerne an, auch wenn ich bisher nicht gut beim Annehmen davon war – aber ich weiß wo ich hinwill und es ist noch Platz.

In dem Sinne was würde da wohl von ganz oben kommen? Mal sehen…

Zeus… 🙂

Mensch sein…

Nachdenken gehört ja zu unserem täglichen Leben dazu. Manchmal hat Mensch mehr oder weniger Zeit dafür und nachdenken sollte ja auch nicht immer „negatives Grübeln“ sein, sondern es darf auch mal sein Luftschlösser zu bauen. Wichtig ist sein Leben lang nicht nur Luftschlösser zu bauen, sondern Dinge auf den Boden zu bringen.

Bei mir ist das so, dass ich über die Jahre eine starke Abneigung gegen das ewige Visionieren von Luftschlössern entwickelt habe und Dinge lieber unaufgeregt und solide mache. Diese Dinge sind dann vielleicht nicht makellos, schief und nicht ganz ausbalanciert, aber sie sind echt – entstanden aus der Bewegung heraus. Sich zuzutrauen etwas zu können, ist eine wertvolle Fähigkeit und nur so kann Mensch auch über sich schrittweise hinauswachsen. Ich war nie ein großer Freund der Veränderung, wenngleich mir auch bewußt ist, dass Veränderung halt eine der wenigen Konstanten des Lebens ist – mögen hab ich sie trotzdem nie.

Aber wie passt das nun zusammen? Ich bin kein Perfektionist, weit davon entfernt würde ich sagen. Deswegen tue ich mir wohl leichter als Andere Dinge aus der Bewegung heraus umzusetzen, mit all ihren Macken und Ungenauigkeiten, die aus so etwas heraus entstehen. Es ist wichtig für mich, diese Bewegung beibehalten zu können, denn ansonsten werde ich ständig gebremst, fühle mich unsicher und schlimmstenfalls würde ich stagnieren in meinem Tun, was mir auch leider schon passiert ist in den letzten Jahren. Mir tun Menschen rund um mich gut, die diese Einstellung nicht nur tolerieren, sondern fördern und ausbalancieren. Okay das Tor des Zauns ist nicht ganz sicher was die spitzen Enden des Zauns angeht und Mensch könnte sich daran stechen, für mich ist in dem Moment mal wichtiger, dass das Tor auf und zu geht – die Feinheiten mache ich dann in einem zweiten Schritt. Noch schöner wäre es, wenn eine zweite Person dies machen würde und meine Fehler in der Bewegung ausgleichen könnte – so jemanden zu finden ist offenbar sehr schwer geworden und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das überhaupt noch will um ehrlich zu sein. Meine Kinder, meine Arbeit, mein Hof und Zeit für meine Freunde ist mir eigentlich mittlerweile fast wichtiger, als mich ständig erklären zu müssen, warum ich das und das so und so tue. Einfach Mensch sein zu dürfen ist für mich wirklich essentiell – wenns jemanden nicht passt, dann soll ders doch besser machen. Einfach mal zufrieden sein, Mensch sein dürfen, mit allen Ecken und Kanten, dass ist es.

In diesem Sinne muss ich mich wohl noch von einigen geistigen Fesseln der letzten Jahre befreien, aber ich erkenne den Pfad und noch wichtiger ist, dass die bereits abgeschüttelten Fesseln der Vergangenheit so gut dazu beitragen, dass ich meine beruflichen Grenzen wieder aktiver ausloten kann. Es macht so viel Spaß in all meinen Feldern zu arbeiten. Mit den Studierenden, mit den Lehrenden, im freiberuflichen Sektor und auch bei mir am Hof. Ich will ein Vorbild sein, dafür ist es aber auch notwendig von vornherein festzustellen, dass ich nicht perfekt sein kann und auch will. Ich lerne und oft ist mir während des Lernens bewußt, dass es noch besser geht, dass ist vollkommen okay, denn es zählt der Wille. Ich bin kein großer Fan von irgendwelchen Neujahrsvorsätzen, die dann ohnehin nach wenigen Wochen in der Schublade verschwinden, ich will nachhaltige Veränderungen und dafür braucht es Experimente, die wenn sie sich bewährt haben zu Routinen werden und auch mal den Mut zu sagen, nein hat nicht funktioniert, leg ich ad acta. All das umzusetzen ist für mich mittlerweile nur mit einer Leitlinie möglich und sinnvoll

Mit „gutem Vorbild“ voran zu gehen muss in allen Bereichen klar sein, bei den eigenen Kindern (und auch anderen Kindern – bspw. nicht einfach bei „Rot“ über die Ampel zu laufen), von den Lehrenden in Workshops nichts zu verlangen, was du auch selber nicht mit den eigenen Studierenden machen würdest und den Studierenden nicht zu sagen AI zu verwenden, wenn man es selber aber macht – die Kunst ist ihnen zu zeigen, wie und wo es als Werkzeug sinnvoll ist.

Wir müssen die Vorbilder sein, denn ansonsten sind wir unglaubwürdig, wenn wir was einfordern, was wir denken was sinnvoll ist, was andere tun sollen. Wenn wirs selber nicht tun, ist es sinnlos sowas zu fordern = NICHT AUTHENTISCH! Ja und manchmal ist der Faktor „Mensch sein“ auch da und du willst es zwar anders aber irgendwas in deinen Rahmenbedingungen zwingt dich es anders zu tun…

Ich hab keine Ahnung was das Jahr bringen wird, ich denke einige interessante Dinge werden wieder passieren, ich lerne neue Menschen kennen, kann alte Projekte fortführen und neuere Projekte initiieren und vorallem meinen Mädchen ein gscheiter Papa sein, denn letzteres steht auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Ich wünsch euch einen guten Start ins 2025er Jahr!

keine Luftschlösser…

Back on track again – und glücklich darüber…

eine meine Lieblingsstrecken in der Nähe… 🙂

Es ist vollbracht. Ich hab vor etwas mehr als einem Monat meine neue Kernarbeit an der Veterinärmedizinischen Universität angetreten. Ich habe sorgfältig ausgewählt, um den geänderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. Ich arbeite jetzt einen Tag weniger um gut für meine beiden Mädchen und vor allem selber da sein zu können. Sie sind fast die Hälfte der Zeit bei mir und alles muss gut organisiert sein, um reibungslos zu funktionieren. Denn als unumstößliches Prinzip gilt für mich, dass ich nichts bereuen will – die Beiden verdienen meine volle private Aufmerksamkeit – KEIN Wochenendpapa und sich später fragen, wo ist die Zeit nur hingekommen?

Auf dem derzeitigen Kurs kann ich endlich auch wieder mein volles Portfolio an Fertigkeiten meinem neuen Arbeitgeber zur Verfügung stellen und was ich euch hier sagen möchte? Es macht einfach Sinn, es ist relevant hier zu arbeiten und an der Ausbildung der Lehrenden auf verschiedenen Ebenen teilhaben zu dürfen. Als Kind wollte ich lange Zeit Tierarzt werden, jetzt hat mich das Schicksal an die Stelle im Universum verschlagen, wo diese Menschen ausgebildet werden. Ich darf mich glücklich schätzen und schaue voller Demut darauf, was ich in einem Monat schon alles lernen durfte und wohin die Reise noch führen wird.

Grundausstattung nach dem ersten Arbeitstag…

Noch einen knappen Monat und das neue Semester beginnt auch wieder (wenngleich Schule und Kindergarten schon mit Anfang September gestartet sind) – ich bereite noch Lehrveranstaltungsmaterialien vor und ich freue mich auf das kommende Semester, dass unter anderem für mich gänzlich neue Herausforderungen an der WU Wien (Zukunftsfähiges Wirtschaften) bereithält, aber auch altbekannte Herausforderungen an der Uni Wien (Negotiating Change & Intercultural Negotiating Patterns) und der BOKU (Interdisziplinäres Projekt). Inhaltlich darf ich mich mit so vielen historischen und auch aktuellen Themenfeldern rund um globale Umweltgeschichte und Verhandlungen beschäftigen, dass es auch thematisch nie langweilig werden wird.

Ich kann nur Folgendes schreiben: Ich LIEBE meine Jobs und ich möchte auf gar keinen Fall ein Stückchen davon missen. Die Arbeit mit den Lehrenden und den Studierenden bietet insgesamt ein rundes Bild für mich.

noch sind sie die leer die Hörsäle, aber ich freu mich schon drauf, wenn sich das ändert… 🙂

Ja und natürlich schon etwas spät, aber ich durfte wieder mit meinen wunderbaren Kollegen Stefan Franz John und Stefan Khollar UND unseren wunderbaren Mädchen einen tollen Workshop gestalten! „Die Römer und der Ansturm der Barbaren“ und ich darf euch sagen, es war sehr interaktiv und Verkleidungen mit großen Reden und lachende Kinder…

eine Aufnahme vom Setting, mensch beachte den getapten Boden, der die Umrisse Europas nachgebildet hat…

Jedenfalls freut es mich bekanntzugeben, dass alles läuft. Erntezeit eben… 🙂

Apfelmus fürs nächste Jahr…
das geniale Lied von Norbert Schneider – „Herrgott schau obe auf mi“ geb ich euch mit, weil wirs alle brauchen können von Zeit zu Zeit – danke Renate!

Meine Natur-Mensch Beziehung oder warum ich hier glücklich bin.

Ich hatte Zeit zum Nachdenken und ich kann jetzt tatsächlich eine in mir schlummernde Wahrheit verbalisieren, die durchaus einiges an wichtigen Weichenstellungen für mich nach sich ziehen wird, wobei einiges natürlich auch schon entschieden ist.

Was mir schon lange Zeit klar war, ist die Tatsache, dass mir mein Leben hier im Waldviertel sehr viel Spaß macht und ich nicht nur Relevanz, sondern auch Bestimmung für mich darin erkennen kann. Warum genau ich jedoch diese Gefühle gehegt hatte, dass konnte ich, wenn überhaupt, nur zum Teil in Worte fassen. Da es mich aber nicht losgelassen hat, habe ich begonnen als das aufzuschreiben, wie es mir die letzten Monate im Speziellen und auch schon all die Jahre zuvor wirklich ergangen ist.

am neuen Bachlauf lässt es sich gut nachdenken….

Gerade jetzt so mitten wenn das erste Gemüse und die ersten Früchte aus dem eigenen Garten wieder zu ernten und zu verarbeiten sind merke ich wie wichtig mir das ist und vor allem auch wie stolz ich darauf bin. Ich würde mich nicht unbedingt als Selbstversorger bezeichnen, dafür fehlt mir der Drang tatsächlich in allen Bereichen unabhängig zu sein, aber mir macht es beispielsweise sehr viel Spaß einen Teil meiner Nahrungsmittel selber herstellen zu können (seien das nun Marmeladen, Honig, Apfelmus, Tomaten, Zuccini, Erdbeeren, Himbeeren,…). Es macht mich ein Stück weit unabhängig und gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Insbesondere wenn dann die intensive Zeit des Erntens ist und viel haltbar gemacht werden muss, bin ich stolz auf die ganze Arbeit zu Anfang des Jahres und die Freude den Dingen beim Wachsen zu zusehen. Zur Selbstversorgung gehören natürlich noch eine Menge anderer Dinge, wie Energie-Fragen (Solaranlage für Warmwasseraufbereitung ist ja schon da, aber nicht eine PV Anlage für Strom oder ein E-Fahrzeug) und andere Infrastrukturprojekte (resilienterer Brunnen, landwirtschaftliche Gebäude). Viele dieser Fragen habe ich in meinem Kopf bereits beantwortet, sie warten noch auf ihre finanzielle Entsprechung, dass sie aber kommen ist in meinem Kopf schon relativ klar und es fügt sich zu einem harmonischen Gesamtbild im Bereich des Silva Nortica Science Hub.

erste Marmeladeexperimente für heuer…

Was mich auch glücklich macht ist definitiv die Nähe zur Natur mit all ihrer Pracht, Schönheit und ihren Tücken. Meine Verbindung zur Natur ist ziemlich stark, ich verbringe viel Zeit im Freien, mittlerweile auch an Orten, die ich erst in letzter Zeit für mich entdeckt habe (den Balkon mit einem altmodischen Schaukelstuhl, die Hängematten bei meinem neuen künstlichen Bachlauf, einfach mal ein Buch nehmen und sich zur Weide bei den Schafen setzen – keine zwei Minuten später fühlst du dich selber als halbes Schafe, weil alle um dich herum fressen, liegen oder dich anschnuppern)…es gibt viele Plätze. In Jedem Fall merke ich den Effekt, den die Natur auf mich hat – Ruhe, Wohlbefinden und ein Gefühl der Stabilität und wo hin zu gehören. Ein wichtiger Teil meines Seins ist sicherlich darin begründet die Verantwortung für diesen Fleck Erde zu haben und das Beste (zumindest einmal aus meiner Sicht) daraus zu machen – es stärkt mich in meinem Gefühl der Verantwortung hierführ und lässt mich oft darüber nachdenken, wie ich meine gesammelten Eindrücke von all meinen unterschiedlichen Arbeitsfeldern hier optimal einsetzen kann.

Etwas was definitiv nicht zu unterschätzen ist, aber was ich mir wohl selber kaum so eingestanden habe bisher, ist dass es mir zwar in dem Moment nicht gefallen mag wo ich es mache, aber wann immer ich draußen etwas umsetze ist das quasi immer mit körperlicher Arbeit verbunden. Es gibt da einerseits die täglichen Aufgaben, die zwar auch in ihrer Intensität übers Jahr verteilt variieren, aber defacto ist in Wirklichkeit jeden Tag etwas zu tun und seien es nur die Routineaufgaben. Systematisch beobachtet habe ich jedoch festgestellt, dass ich dadurch über alle die Jahre eine gewisse körperliche Aktivität implementiert habe, die sicherlich zu einer besseren Gesundheit und dem zumindest jetzt subjektiven Gefühl eines gesteigerten Wohlbefindens an manchen Tagen, nachdem ich realisiert habe, dass ich nun selber alles entscheide. Ich denke, dass mich die Arbeit hier am Hof all die Jahre begleitet hat und ich sie oft als „zeitraubend“ unbewußt eingestuft habe, aber diese Einschätzung sicher nicht zutreffend war. Es ist nur der Zugang zu diesen Tätigkeiten, der es so erscheinen lässt, als wären sie Zeitfresser. Ich bin sehr froh NIE die Entscheidung getroffen zu haben, etwas „wegzurationalisieren“ hier, sondern immer versucht habe auch in den schwierigsten Zeiten meiner Verantwortung hier gerecht zu werden. Jetzt im nachhinein betrachtet denke ich, gerade diese körperliche Arbeit hat mir geholfen so lange durchzuhalten und für mich ist dieser Bestandteil des rein Physischen Tuns hier etwas was ich nicht missen wollen würde – ich bin ein Mann der Praxis und bin mir nicht zu schade überall mitzuhelfen, wenn es denn was bringt.

den Bereich um den Gänseteich und das Bienenhaus neu gestaltet

Ein Punkt den ich lange nicht wahrhaben wollte, war sicherlich mein ganz persönlicher Umgang mit dem Thema Familie. Ich dachte immer, dass im Zentrum von Familie gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit stehen würde und daraus ein starkes Gemeinschaftsgefühl entstehen würde, dass auch in weiterer Folge zu gesunden sozialen Bindungen führe. Ich hatte für mich ein wohl idealisiertes Bild von Familie im Kopf, in dem viel Zeit miteinander verbracht wird und gemeinsame Projekte die Familienbande stärken würden. Jetzt im Nachhinein betrachtet möchte ich die Chance ergreifen und diesen Hof hier mit meinen beiden Töchtern weiterentwickeln – je nachdem wie und was sie wollen, wo sie helfen wollen und von was sie träumen. Ich versuche gemeinsam mit ihnen diese Dinge zu machen und hoffe, dass sie diese Erfahrungen zu guten Erinnerungen umformen können, damit sie in weiterer Zukunft trotz allem auf eine positive Art und Weise auf jetzt zurückschauen können.

frisch geschlüpfte Kücken werden immer willkommen geheissen

Insgesamt gesehen sehe ich ganz viel Sinn darin hier das Silva Nortica Science Hub weiterzuentwickeln. Oft ist es einfach eine haptische Arbeit (handwerklich würde ich nicht unbedingt sagen, da ich da nicht sehr geschickt bin, eher ein Autodidakt), aber manchmal auch eine kreative und geistige Arbeit, Ich habe hier das Gefühl etwas Konkretes und vor allem etwas mit Relevanz zu schaffen. Es ist wertvoll und gefragt nach meinen Zielen merke ich gerade, dass sich gerade dieser Punkt sehr verschiebt. Ich beginne wieder eine Perspektive und zwar in langfristiger Art und Weise vor meinem inneren Auge aufzubauen und weiß was ich will. Alles zusammen hier gibt mir eine klare Richtung vor und hilft mir in so vielen Bereichen meines Lebens (und sei es nur dass ich dadurch weniger gefühlten und tatsächlichen Stress wahrnehme.

Meine Liebe zum Land auf dem ich wohne und arbeite in dieser Art und Weise auszudrücken und zu formulieren, dass hatte ich so vorher nie gemacht, defacto ist es aber eine Analyse dessen, was ich schon länger gespürt hatte. An mir systematisch die letzten Monate beobachtet, hilft sie mir jetzt die größeren Strukturen meines Lebens zu erkennen und ich finde es großartig, dass es jetzt passiert. Was mit dieser „Liebeserklärung“ allerdings nicht gemeint ist (und wer mich kennt, der/die weiß das auch), dass ich auch andere Formen des Arbeitens und Lebens schätze. Ich mag die Vielfalt und ich versuche sie auch zu leben, was manchmal besser und manchmal schlechter gelingt. In jedem Fall habe ich für mich festgestellt, dass die Vielfalt meiner arbeitsbezogenen Tätigkeiten und die Vielfalt meiner privaten Projekte als Summe die perfekte Mischung für mich ergibt und ich so die notwendige Energie auch für herausfordernde Momente ziehen kann.

manchmal bei Regenwetter finden auch Hochgeschwindigkeitsschneckenrennen statt…

Beinahe ein Jahr ist vergangen seit dem Auszug meiner Expartnerin. Es waren viele Momente darin auf die ich gerne verzichtet hätte, es ist noch immer vieles nicht klar, aber dennoch bin ich zuversichtlich. Vor allem aber bin ich froh, dass es in mir selber jetzt wieder aufgeräumter ist und wer zum Silva Nortica Science Hub kommt, wird schnell den Unterschied zu heute und vor einem Jahr erkennen. Ich habe ein, zwei Ziel/e, mir geht es (wieder) gut und ich habe vor allem die Verantwortung ein guter Papa für meine Töchter zu sein. Was die Zukunft bringen wird, dass werde ich sehen – aber wie sage ich des Öfteren mal: „Mich wirft so schnell nix um…“

Die vier Jahreszeiten – es gibt kaum eine stimmungsvollere Musik für den Lauf des Jahres…

über die Zukunft und die Suche nach ProjektpartnerInnen…

die Schafe sind so neugierig und kommen immer um mal zu schauen…

Neulich habe ich in meiner liebsten Monatszeitung Le Monde Diplomatique etwas zum Thema Medienkonsum gelesen. Als Historiker hat mich dort sofort ein Ansatz angesprungen „die Art und Weise, wie wir uns Wissen aneignen hat sich grundlegend verändert […] denn immer seltener geschieht dies lesend, sondern immer häufiger über Bilder […] Lesen gilt als unzeitgemäß und ist gefährlich. Es frisst Zeit, Aufmerksamkeit und Konzentration, und ist ein Ausdruck der Selbstbestimmung darüber wie wir was und wann lesen.“ Nachgedacht und beobachtet im größeren historischen Kontext heraus, stimmen diese Aussagen zu einem hohem Prozentsatz, der auch mich selber immer wieder tangiert. Natürlich versuche ich nicht in diese „Falle“ zu tappen, es geht auch nicht darum technologie-feindlich zu agieren – es geht um das richtige Ausmaß von analog, digital und hybrid – so wie es das immer wieder bei der Methodenwahl in der Hochschuldidaktik zu bedenken gilt. Es geht um die Situationen, die beteiligten Menschen und die Kernbotschaften – diese Eckpunkte müssen aufeinander abgestimmt sein (in Form einer passenden Lernatmosphäre), um nachhaltig Pflöcke einschlagen zu können.

mein liebstes Jahresanfangsprojekt – die Lehrveranstaltung Negotiating Change in der UN – hier wird Lernatmosphäre groß geschrieben

Gerade bei den eigenen Kindern fällt mir auch immer wieder die Ambivalenz dessen ein: Seitdem sie auf der Welt sind, habe ich Bücher gekauft, viele Bücher und es ist mir ein sehr wichtiges Anliegen, dass sie gerne (vorge)lesen bekommen und gerne zuhören. Diese Bemühungen tragen bei der großen Tochter schon Früchte und ich bin sehr stolz darauf, dass sie so gerne liest und sie das wohl am liebsten von allen Schulfächern macht. Dennoch ist der Zugang zu digitalen Werkzeugen wichtig, es geht um die Vielfältigkeit – sowohl Dinge angreifen können (Bücher immer in analoger Form), aber auch um die Bedienung eines Tablets.

Abwechslung analog – digital – hybrid auch zuhause

Sie sollen einmal nicht in die „Falle“ tappen, zwar technisch mit „Gerätschaften“ umgehen zu können, aber gleichzeitig nicht die geistige Finesse zu besitzen, kritisch den Kontext zu hinterfragen, von inhaltlichen Botschaften, die sie konsumieren. Eine Kernfähigkeit, die sowohl auf schriftliche, als auch auf bildliche Inhalte umgemünzt werden sollte. Lesen ist und bleibt die Zukunft und hauptsächlich dadurch werden sie den kritischen Geist entwickeln, der ihnen immer wieder in späteren Situationen helfen wird. Bilder sind immer da, aber es ist an uns, den Kontext dahinter zu verstehen und aufzuklären. Warum diese lange Einleitung, natürlich hängt sie auch mit meiner Projektidee zusammen, die ich jetzt etwas schildern möchte.

Erneut ist wieder etwas Zeit vergangen, es bahnen sich größere Entscheidungen an, was einerseits wunderbar ist, andererseits auch gute Vorarbeiten erfordert. Planung ist, wie stets, essentiell und wird dafür sorgen, dass Abläufe reibungsloser funktionieren. Es ist der Vorabend großer Weichenstellungen. Vor Weihnachten habe ich von meiner Idee zu einem Projekt geschrieben: Silva Nortica Science Hub

Was hat es nun damit auf sich? Seit vielen Jahren arbeite ich nun als Lehrender im Bereich der globalen Umweltgeschichte. Ich habe bereits viele Arbeiten betreut, die sich mit Fragestellungen rund um die Natur-Mensch Beziehung beschäftigt haben. Vielen Menschen ist durch verschiedenste Umstände ein sozusagen (vor allem systemisch bedingt) gesunder Umgang zur globalen Biosphäre verloren gegangen. Meine Aufgabe als Historiker sehe ich darin, aufzuzeigen wie, wann und durch welche Akteure das passiert ist und wieder daran zu erinnern, was schon alles verschüttet wurde. Wissen und Verständnis um diesen Kontext ist essentiell, um die Herausforderungen des Hier und Jetzt zu verstehen. Ich will den gläsernen Wissenschaftsturm, der so viele Sprünge bekommen hat in den letzten Jahren mit Hilfe meiner Fertigkeiten in der Wissensvermittlung und -produktion so aufstellen, dass Menschen einen unverstellten Blick bekommen können, wie beispielsweise Lebensmittel entstehen.

Wissenschaft soll nach außen gehen und vor allem verständlich sein und konkret Arbeit erleichtern können (zumindest mittelfristig!)

Eine meiner Stärken ist mich auf Menschen und Bedürfnisse einzustellen und in weiterer Folge vor allem förderliche Lernatmosphären herzustellen. Mit dem Silva Nortica Science Hub werde ich genau das versuchen. Es geht darum Vertrauen herzustellen, eine persönliche und authentische Beziehung aufzubauen und dann in weiterer Folge (leichter) inhaltliche Kernbotschaften zu vermitteln. Wohl oder Wehe des Projekts wird darin liegen eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der Menschen zuhören und lernen wollen. Was ich in all meinen Jahren an Hochschulen auch gelernt habe, ist natürlich dass Kollaboration und Kooperation wertvollste (!) Dienste leisten können, sofern sie ehrlich und auf Gegenseitigkeit beruhen – daher habe ich mich mit dem heutigen Tag auch auf die Suche nach möglichen KooperationspartnerInnen gemacht. Wenn du jetzt dich angesprochen fühlst oder du jemanden kennst, der hier Interesse haben könnte, bitte melde dich direkt bei mir. Es besteht ein Ziel: Ein zeitgemäßes Heim für Wissenschaft und Menschen bieten können und darüber hinaus unserer Zukunft -den Kindern – zeigen, was es heißt eine nachhaltige und vernünftige Mensch-Natur Beziehung zu formen. Und dies bitte in allen möglichen Facetten, die sich nicht von vornherein gegenseitig verdammen – es geht um Vielfalt, diese zuzulassen und voneinander zu lernen.

einer meiner tierischen Mitarbeiter…

Als Mann der Wissenschaft und der Wissensvermittlung ist mir besonders wichtig hier eine gute Balance zu finden. Es gibt so viel neu zu erlernen, verschüttetes Wissen auszugraben und inhaltliches in neue Kontexte zu bringen. Die Herausforderungen sind für uns JEDEN Tag mehr als deutlich sichtbar, wir müssen uns jetzt dafür einsetzen, die Mensch- Natur Beziehung mit dieser Facette neu zu stärken.

Helft mit dem Silva Nortica Science Hub (vielleicht auch persönlich?!) alte, verschüttete und unkonventionelle Ideen vorzuschlagen, wie dieser Platz hier ein Ort mit einer unvergleichlichen Lernatmosphäre werden kann. Wendet euch an mich: wolfgang.gruber@univie.ac.at

und weil es mit Sirtaki alles besser geht, hier zum Abschluss für euch ALLE…

verschüttet… und neu auferstanden

Die letzten Monate hatten leider einen etwas schnelleren Rudertakt als bisher gewohnt für mich. Aber was soll ich schreiben?

Ich denke ich habe mein kleines Motivationstal durchschritten und befinde mich wieder auf einem Weg, der mich größtenteils positiv und optimistisch in die Welt schauen lässt. Ich hab viel Zeit zuhause verbracht, habe ein ganzes Haus neu eingerichtet, viel Zeit mit meinen Kindern verbracht und viele Bewerbungen abgeschickt. Ich hab die Zeit offensichtlich auch gebraucht, da mein Vertrauen und meine Loyalität von mehreren Seiten her auf die Probe gestellt worden ist.

Wenn ich jetzt in mich hineinhöre nach einigen eigentlich ganz „banalen“ Alltagsbegegnungen kann ich sagen, dass mein Vertrauen in meine Umwelt wiederhergestellt worden ist. Ich habe wieder einmal gemerkt wie viel es wert gute Freunde zu haben und Menschen, denen es nicht egal ist, wie und was mit einem los ist – ich danke euch auch auf diesem Weg! Das Leben kann wieder kommen, ich bin bereit und freue mich sehr darauf.

eine meiner Wachgänse…

Auch wenn das Waldviertel gerade gezeigt hat was es drauf hat in punkto Schnee (hier dann noch ein paar Bilder davon), war das ganz gut für mich, es hat geholfen mich wieder so zu fokussieren auf das was wirklich wichtig ist und neue Ziele zu definieren, wo ich gerne hinwollen würde. So banal es klingt, das stundenlange Schneeschaufeln hat bei mir metaphorisch dafür gesorgt, dass ich wieder den Eindruck gewinnen konnte, dass ich selber mein Schicksal in die Hand nehmen kann und nicht darauf warten muss, was andere Menschen so vorhaben.

es mag viel wegzuschaufeln sein, aber am Ende findet sich der Weg wieder…

Eines dieser neuen Ziele betrifft auch wie es hier im Haus weitergehen soll. Ich habe beschlossen, dass die Landwirtschaft einen wichtigeren Stellenwert in meinem Leben bekommen soll. Es tut mir gut diese Art Verantwortung zu übernehmen, die Arbeit hier beruhigt mich, es macht einfach Sinn und genau die Relevanz dieser Art will ich aber auch teilen, weil ich finde, dass viel mehr Menschen den teilweise verschütteten Zugang zur Natur gerne wiederfinden wollen würden. Ich werde das Silva Nortica Science Hub ins Leben rufen im nächsten Jahr und das ist ein Projekt auf das ich mich wirklich sehr freue. Gerade heute ist mir beim Bogenschießen mit einem sehr guten Freund bewusst geworden, dass es Sinn machen würde. Danke für deine Worte. Die Zeit ist zu kostbar um sie an nicht sinnstiftende Dinge zu verschwenden. Und ganz oben stehen da meine Kinder – ich will die Zeit in einer Weise mit ihnen verbringen, dass es einfach Sinn macht. Darauf freue ich mich einfach. Es ist so klar gerade.

Was das alles für die Zukunft heißen wird, werde ich in anderen Postings darlegen. Natürlich bleibe ich weiterhin ein Mann der Wissenschaft und der Didaktik, aber ich werde mein drittes Standbein endlich harmonischer in mein Tun integrieren.

Ich wünsche euch etwas Zeit für euch über die Feiertage – schafft euch wenn möglich ein paar schöne eigene Momente, bereitet anderen lieben Menschen in eurem Umfeld eine Freude und lebt. Es ist einfach schön, wie es ist gerade.

mit den gemeinsamen Lieblingsdrachen der Kinder und mir in meinem Lieblingsrefugium der Therme Gmünd

allem Neuem wohnt ein Zauber inne …tatsächlich?

Der Sommer ist zu Ende. Gestern habe ich die aller letzten grünen Tomaten geerntet und sie reifen jetzt im warmen Haus nach. Und es waren ziemlich viele Tomaten… Mensch könnte meinen es wird jetzt ruhiger…Doch leider ist es das mitnichten.

letzte Tomatenernte heuer…

Ende August ist mein langjährige Partnerin aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und es wurde eine Trennung formalisiert, die defacto schon lange bestand, auch wenn ich sie nicht realisiert hatte. Das ist einerseits sehr traurig und andererseits hat es auch vielerlei Implikationen nach sich gezogen, die mich jetzt belasten und mich manchmal zweifeln lassen. Es gelingt mir gerade leider selten wirklich entspannt zu sein. Ein ganzes Haus musste im letzten Monat reorganisiert werden, fast alle Details neu erarbeitet werden – daneben das wichtigste die Kinder knapp die Hälfte der Zeit hier haben. Es ging irgendwie – Entspannend war es nicht und ich habe auch dem Spruch – allem Neuem wohnt ein Zauber inne – wirklich nichts abgewinnen können, wenn du keinen Tisch oder Sessel mehr hast, auf dem du essen kannst. Aber ich habe es soweit geschafft, der Alltag normalisiert sich langsam.

Kater im Eierkorb…

Die Analogie zu meinen Bienen, die erspare ich euch jetzt – ich kann nur den HonigliebhaberInnen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder Cremehonig versprechen, denn meinen beiden Bienenvölkern geht es blendend im neuen Bienenhaus.

der wohle letzte schöne und warme Tag heuer – die Bienen fliegen noch mal vereinzelt aus…

Das bringt dich dann noch zum letzten Punkt. Neben der zu verkraftenden Trennung werde ich mich beruflich neu aufstellen. Ich verlasse das NEOS Lab mit Ende des Jahres 2023 und ich bin ab sofort auf der Suche nach spannenden Möglichkeiten um Lernen und Lehren diversifizieren zu helfen. Bitte helft mir dabei zu suchen, denn ich will meinen Kindern eine schöne Zukunft bieten können und würde mich freuen, wenn es ab jetzt wieder bergauf gehen würde… DANKE euch!

Ilva Theresia und Bea Almina am Wochenende…

unsere Zukunft… die Kinderuni – immer eine gut investierte Zeit

angekommen am Kinderuni Empfang

„Von Einhörnern, Drachen und Greifen“ – Mythische Fabelwesen im Mittelalter und was die Menschen heute dazu denken

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Am 18.7. war es wieder soweit: Drei Papas sind mit einem Teil ihrer eigenen Kinder (vier Töchter-im Vollausbau wären es insgesamt sieben Kinder) aufgebrochen, um 25 anderen Kindern auf der Kinderuni ein paar spannende Geschichten über mythische Fabelwesen in einem Workshopsetting zu erzählen.

Seit 2010 mache ich nun die Kinderuni aktiv und wirklich jedes Jahr ist es eine tolle Sache gewesen. Nunmehr das zweite Jahr darf ich das nicht nur mit meinen eigenen Kindern machen, sondern auch noch mit zwei guten Freunden Stefan Khollar und Stefan Franz John und deren Kindern. Waren wir letztes Jahr noch zum Teil hybrid unterwegs haben wir es heuer das erste Mal geschafft alle zusammen physisch an einem Ort zu sein.

unser Probeaufbau letztes Jahr zur Kinderuni…

Unser Anliegen ist es erstens unsere eigenen Kinder gut einzubauen – letztes Jahr haben wir dazu – zur Erinnerung – physisch ein Dorf aufgebaut und dieses dann durch alle möglichen und unmöglichen Gewalten des Mittelalters verwüsten lassen, bis wir es am Ende per Minecraft digital wieder ausgegraben haben.

meine beiden schlauen Köpfe bereiten schon mal die Tafel vor…
letzte physische Vorbereitungen vor dem Start…

Heuer hat Stefan John schon im Vorfeld Plastilin zuhause hergestellt, um mit diesem als Grundmaterial Skelette mit Fleisch zu versehen und somit eigene individuelle Fabelwesen zu erschaffen. Unsere zweite Mitmachidee war „Male dein eigenes Fabelwesen“ am Anfang, was sich als exzellenter Eisbrecher erwiesen hat, mit deren Hilfe uns die Kinder uns erklären, was sie da gemalt haben und wir haben dann Analogien zu bereits bekannten und manchmal auch verwandten Fabelwesen gezogen. Das war insgesamt eine tolle Erfahrung und hat uns in jedem Fall gezeigt, wie gut die Kinder vorbereitet sind, wenn sie in den Workshop reinkommen.

https://www.kinderuni-anmeldung.at/event.php?event_id=4086

alle Kinder mehr als aufgeregt…
hier beim Plastilin verarbeiten…
nach getaner Arbeit sind wir noch alle Eis essen gefahren…haben wir uns verdient….

Letzten Endes war es wieder eine tolle Erfahrung und so wie jedes Jahr auch eine Bestätigung am richtigen Weg zu sein. Es ist auch am Weg eine Tradition zu werden mit den befreundeten Papas und unseren Kindern, dass gemeinsam zu entwickeln, konkret zu planen und dann umzusetzen. Mögen noch viele Jahre des gemeinsamen Tuns folgen.

Ich freue mich in jedem Fall, denn es gibt nichts wichtigeres als den Fokus auf die Ausbildung unserer Kinder zu legen.

nicht immer alles richtig machen…

Es ist Hochsommer – gefühlt sind alle im Urlaub und auch bei uns im Waldviertel ists recht heiß. Ich fahre heuer nicht weg. Es ist so vieles zu tun und ich weiß die Kinder gut aufgehoben im Urlaub am Meer. Außerdem kann es auch zuhause in der Hängematte mehr als schön sein…(heuer hatten wir zum ersten Mal in 3 von 6 Vogelhäusern Nistpaare – wirklich schön).

kurz einnicken…

Einiges habe ich zuhause geschafft, anderes nicht – ich denke das ist normal (ein bisserl gemein war der Zahnarztnottermin – Schmerzen zu stark, weil der hat mich dann ausgeknockt die letzten Tage). Jetzt geht´s dank Antibiotika aber schon wieder und ich war inspiriert ein paar Dekoelemente zu bauen (inspiriert durch viele kreative Vorbilder in meinem Umkreis), bzw. Erdbeermarmelade zu machen.

Katze…
kleines Vorernte-Dank plus Erdbeermarmelade

Womit ich sehr mit mir gehadert hatte in diesem Jahr, war dass leider keines der Bienenvölker den Winter überlebt hatte, aber durch einen Fingerzeig von oben, haben sich doch tatsächlich in den beiden Stöcken (die ich bisher nicht abgeräumt hatte) wohl wieder Bienen angesiedelt, ich beobachte dass schon ein paar Tage und ich freue mich wirklich sehr. Mir ist bewusst, dass ich gerade bei den Bienen noch so viel zu lernen habe, aber ich bemühe mich.

kommen die Bienen wirklich zurück?

Leider ist mir auch bei anderen tierischen Mitbewohner:innen ein schwerer Fehler unterlaufen – auf dem Bild sind es noch 6 kleine Laufenten, zwei Tage später – ich hatte vergessen die alte Badewanne im Garten auszulassen – sind beinahe alle kleinen Laufentenbabies ertrunken (sie können anfangs kaum schwimmen) – drei konnten die Kinder zusammen mit ihrer Mama retten. Das war wirklich traurig und eigentlich leicht verhinderbar. Ich hab mich da viel gefragt, wie kann ich die Dinge noch effizienter gestalten und vor allem auch sicherer?

da hab ich mich noch richtig gefreut, nachdem letztes Jahr ja nichts aus dem Laufentennachwuchs wurde (Marderbesuch)

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich wohl immer irgendwo Abstriche machen muss. Ich kenne meine erste Priorität und das sind meine Kinder und dann kommt die Arbeit – wenn sich beide Prioritäten miteinander verbinden lassen, wie hier unsere Initiative mit der Kinderecke im NEOS Lab, dann ist das fein.

neue Kinderecke NEOS Lab

Solange die beiden klein sind, werde ich alles um sie herum bauen, werden sie dann größer, brauchen sie schrittweise weniger Zeit von mir/mit mir – das ist auch gut so, ich will mich ja schließlich später nicht selbst fragen, was hab ich bloß gemacht, als die Kinder noch klein waren. Ich werde den Kindern aber so lange ich kann vorleben, was ich unter Leben verstehe. Es dürfen Fehler passieren, so lange mensch nicht einfach darüber hinweg geht als wäre nichts passiert. Daraus lernen, den selben Fehler nicht zwei Mal machen und auch mal traurig sein, wenn etwas nicht gut funktioniert oder daneben geht.

kommt gut über die Regenbogenbrücke ihr kleinen Entleins…

Wir sind alle Menschen und wir machen Fehler. Wir machen aber auch vieles richtig und es ist eben eine Frage der Perspektive was ich zuerst sehe…Ich wünsche euch einen schönen Sommer!

und natürlich tun sich auch einige Dinge auf der Universität – nicht zuletzt hier der Abschluss unserer Lehrveranstaltung zu Erinnerungsorten und Gedenkkulturen in Ostasien mit zwei eintägigen Planspielen. und nicht vergessen im September 2023 habe ich die Ehre das dort entwickelte Planspiel zum 25 Geburtstag des ZML – Innovative Lernszenarien an der FH JOANNEUM zu moderieren: also meldet euch an und SPIELT MIT UNS live ein Planspiel: Anmeldung E-Learning Tag FH JOANNEUM/