
Sommer. Die Zeit in der sich so Vieles in voller Pracht zeigt – die Natur, die Tiere, die Menschen… (Fast) alle haben ein Lächeln im Gesicht, zeigen Fotos von ihren glücklichen Momenten zuhause oder auch nah oder weit weg. Und das ist gut so! Früher hab ich mir oft gedacht, warum ich das oder das nicht haben kann oder ich nicht dorthin fahren kann. Warum ich mir diese Frage vor Jahren gestellt habe, ist jetzt immer schwerer nachzuvollziehen. Natürlich wird einem suggeriert, dass das Glück ein quasi „erwerbbares“ Gut sei, dass du mit genügend Geld auch erlangen kannst. Du musst dich nur anstrengen und dann kannst du es erreichen (was im Umkehrschluss wohl auch bedeutet, alle die nicht genügend Geld haben, haben sich nicht genügend angestrengt – DAS 1:1 zu unterschreiben, wäre wirklich fatal!). Aber was wenn „nur anstrengen“ nicht reicht? Ich habe immer viel gearbeitet, auch jetzt noch, dennoch hatte ich nie das Gefühl dadurch glücklicher geworden zu sein, im Gegenteil es fehlte mir oft die Zeit zu genießen und zu leben und das mit den Menschen, die ich am liebsten um mich haben mag. Darum gehe ich jetzt einen anderen Weg, die Zeit bewusster gestalten, mehr im hier und jetzt zu sein. Dinge spüren und den geistigen Müll mal kurz vor dem Hoftor stehen lassen.
Das sogenannte „ewige Rad“ will ich hinter mir lassen, was macht es denn für einen Sinn und ich bin jetzt langsam an dem Punkt angelangt, wo ich das wirklich machen kann. Natürlich hab ich Ziele, aber das hat nicht unbedingt mit materiellen Dingen zu tun, damit ich dann „glücklicher“ bin. Meinen Mädchen die Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken ist meine oberste Priorität – sie werden schnell groß und nur die Hälfte ihres Lebens mitzubekommen ist ohnehin ein SCHWER bezahlbarer Preis für Entscheidungen, die gefällt worden sind und die nicht mehr zu ändern sind.

Im Hier und Jetzt sein und glücklich sein, ganz ehrlich dass fällt mir hier am Hof nicht sehr schwer. Ich will dieses Lebensgefühl auf dem Balkon zu sitzen und einfach reinzuhören auf den Hof um nichts in der Welt eintauschen(was nicht bedeutet, dass ich auch mal woanders bin oder generell gegen Reisen bin-halt bewusst und nicht als Statussymbol).

Für mich ist der schönste Urlaub einfach hier zu sein und mal kein dringendes Meeting zu haben oder sonst etwas. Es ist Entschleunigung vom Stress des Alltags und mein Antrieb vor allem meinen Mädchen einen anderen Weg zu zeigen. Ein Weg ohne unsere „digitalen“ Instrumente, ein Weg in der das haptische Erleben draußen noch etwas zählt, wo du im Regen tanzt, Bücher in der Hängematte liest, am Lagerfeuer sitzt und riesige Fantasiewelten im hohen Gras aufbaust…Das ist die Welt für meine Mädchen, die ich ihnen zeigen will…

Und dieser Kontakt mit meiner Welt und das Vorbild dass ich lebe, soll die Kinder gut darauf vorbereiten und wappnen, denn die Stimmen, dass wir dem Glück nachjagen müssen, die gibt es immer und überall (es geht nicht ums nachjagen sondern ums zulassen, dass wir mal innehalten und im Hier und Jetzt bleiben. Aber mal ehrlich: Spaß zu haben geht quasi überall und ich entscheide mich dafür ihnen ein einfacheres Leben zu zeigen, damit sie sehen, dass auch das Glück bedeutet.
Mein Weg und die Zukunft des Hofes soll in Zukunft auch anderen Menschen offenstehen, dass weiter aufzubauen, sind gerade weitere Schritte im Gange – währenddessen im Hier und Jetzt zu leben finde ich angemessen, denn der Alltag hält ohnehin genügend Dinge parat, sei es nun das Ende einer Ära der Kindergarten- und Schulzeit, die Kinderuni oder schlicht und einfach die Planung der nächsten Semester – es ist immer etwas zu tun, es wird nie FERTIG SEIN, aber es mal gut sein zu lassen, dafür plädiere ich wirklich ganz stark – es ist auch einfach mal genug. Ich bin zufrieden mit mir und das ist gut so.

Silva Nortica Science Hub und Wissensvermittlung an MultiplikatorInnen ist das hier laufende Projekt und nach einem weiteren Treffen mit Verantwortlichen ist es ein ganzes Stück realistischer geworden, dass hier tatsächlich eine Wissenswerkstätte gegründet werden wird. Es ist so schön (und auch aufregend) dass alles zu machen, aber ich bin zuversichtlich, denn wenn Demeter und Athene hier die Einflüsterinnen sind, kann es eigentlich nur vorangehen.

LANDWIRTSCHAFT und WISSENSVERMITTLUNG, dass werden die Säulen des Silva Nortica Science Hub sein und ich freue mich darauf all meine Erfahrungen aus globaler Umweltgeschichte, Hochschuldidaktik& Wissensvermittling, spielerischem Lernen und vielen anderen Gebieten weiterzugeben und einen Ort zu schaffen, an dem auch andere Menschen, dass machen können. Ein echter Ort zum berühren, sein und glücklich sein, wenn gewollt.













































