Gefahr der Teilung Österreichs ohne Neutralität
Österreich war nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt. Bruno Kreisky[1] warnte immer wieder vor einer bleibenden „Demarkations- und Frontlinie“ durch Österreich.[2] Seine Befürchtungen wurden durch die Rede Winston Churchills in Fulton 1946 bestätigt. Churchill platzierte Berlin und Wien hinter dem kommenden „Eisernen Vorhang“.
Bruno Kreisky wies die These zurück, dass Österreich die Neutralität aufgezwungen worden wäre. Vielmehr hatte der sowjetische Außenminister Molotow Österreichs Neutralität abgelehnt und stattdessen einen Staatsvertrag vorgeschlagen, der die Beibehaltung sowjetischer Stützpunkte in Österreich beinhaltete. Außenminister Figl und Staatssekretär Kreisky wiesen diesen Vorschlag eines Staatsvertrags ohne Neutralität zurück, der eine Teilung Österreichs zur Folge gehabt hätte.[3] Dieselbe Konsequenz hätte die Idee des amerikanischen Außenministers Dulles von einem NATO-Beitritt Österreichs gehabt, die Figl und Kreisky ebenfalls nicht akzeptierten.[4] Präsident Eisenhower stand damals – im Gegensatz zur Sowjetunion – der Neutralität jedoch positiv gegenüber.[5] Er forderte aber, das diese bewaffnet wäre, was von Kreisky wiederholt befürwortet wurde.[6]
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