Ein neutrales Afghanistan wäre für alle die beste Option

Nach dem US-Abzug sollte die EU eine Sicherheitskonferenz für die Region ins Leben rufen.

US-Präsident Joe Biden setzte, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, sein Versprechen um, die US-Soldatinnen und Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Diese Entscheidung beruhte auf der Erkenntnis, dass „wir nicht glauben, dass militärische Gewalt die Antwort auf die Herausforderungen in der Region ist“. Das Ergebnis dieses zwanzigjährigen Krieges hat weitgehend den Vorkriegszustand wiederhergestellt. Die Terrororganisation Al-Kaida und die Taliban waren keine Einheit. Al-Kaida zu bekämpfen, war im Wesentlichen mit Kommandooperationen und meistens außerhalb Afghanistans erfolgreich. Eine weitreichende Invasion wäre nicht notwendig gewesen. Die Tötung Osama bin Ladens in Pakistan durch eine Spezialeinheit ist das bezeichnendste Beispiel dafür. Die Taliban wären auch bereit gewesen, ihn an irgendein Land – außer an die USA – auszuliefern.

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„International“-Interview

Ein Gespräch mit Prof. Heinz Gärtner, Wiener Politikwissenschaftler und Redaktionsmitglied von INTERNATIONAL. Aus österreichischer Sicht besonders erwähnenswert erscheint mir auch seine Bezugnahme auf das Konzept der Neutralität als Möglichkeit einer geostrategischen Neuausrichtung Afghanistans. Ein derartiger Beitrag des immerwährend neutralen Österreich wäre ohne Zweifel weitaus konstruktiver als das Beharren auf völkerrechtswidrige asylpolitische Unmenschlichkeiten.