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Linie U5

Plan (C) Horst Prillinger
(Planungsstand 2003)

Im Zuge der U-Bahn-Planungen gab es immer wieder Pläne für eine Linie U5, aus den verschiedensten Gründen wurde diese Linie aber immer wieder zurückgestellt und kam daher nie zur Ausführung. Die ursprünglich vorgeschlagene Streckenführung sah wie folgt aus:

  • Hernals - Alser Straße - Landesgericht - Schottentor - Schottenring - Taborstraße - Praterstern - Ausstellungsstraße - Stadion - Stadlauer Brücke (Netzvarianten A-F, 1966 und G-J, 1967)

Bereits relativ bald wurde bemerkt, daß die Linie nicht in vollem Ausmaß realisierbar war, also wurde umgeplant: Der Abschnitt Praterstern-Stadlauer Brücke wurde in einen Ast U1B der Linie U1 verwandelt; der Abschnitt Schottenring-Praterstern wurde ad acta gelegt, und die restliche Strecke (Schottenring-Hernals) sollte als Ast der Linie U4 mit der Bezeichnung U4A betrieben werden.

Die dadurch freiwerdende Liniennummer U5 fiel daraufhin an die Streckenführung

  • Längenfeldgasse - Gürtel - Südbahnhof - Schlachthausgasse - Erdberg (Netzvarianten N (1973) und N3 (1975),

also die unterirdische Straßenbahn am Südgürtel. Allerdings wurden auch die Ausbaupläne für diese Strecke aus Kostengründen bald verworfen.

In einem Plan der Netzvariante M (1970) wurde auch die transdanubische Tangente Floridsdorf-Kagran-Stadlau, die sonst immer als U7 geführt wurde, als U5 bezeichnet; dies könnte aber auch irrtümlich geschehen sein.

Als die Planungsarbeiten für das engere Grundnetz begannen, gab es also keine Linie U5 mehr, nur die Linie U4A war von den einstigen Plänen noch übriggeblieben. Da die volle Streckenführung der Linie U2 (Karlsplatz-Währing) nicht finanzierbar war, beschloss man, die U2 vom Karlsplatz zum Landesgericht, und die Linie U4A vom Schottenring zum Landesgericht zu bauen, und die beiden Strecken einfach mit einer Kurve zu verbinden (diese Kurve ist bis heute die engste im Wiener U-Bahn-Netz).

Anfang der 80er Jahre ging man, auch nach den Erfahrungen mit der Linie U2/4, endgültig von der Idee der Liniengabelungen ab. Da man aber immer noch daran dachte, irgendwann einmal die Strecken nach Währing und Hernals zu bauen, wurde die geplante U4A Schottenring-Hernals erneut in U5 umbenannt. Ihrer Realisierung war die Linie damit freilich um keinen Schritt näher.

In den frühen 90er Jahren kam von Politikerseite die Idee auf, "eine Linie U5" in die transdanubischen Wohngebiete Stadlau und Hirschstetten zu führen, wobei die Vorschläge entweder eine Linie nach Erdberg (U3/5) oder eine Anbindung an die Linie U2 (U2/5) vorsahen. Nach längerem Hin und Her wurde schließlich für letztere entschieden, wobei in der danach erfolgenden Variantenuntersuchung wieder genau jene Linienführung ausgewählt wurde, die fast genau den ursprünglichen Plänen der Linie U5 aus den 60er Jahren entsprach!

Plan U2/U5 (C) Horst Prillinger
 

Das heißt, dass die Linie U2 im Endausbau, der ca. 2009 abgeschlossen sein soll, eigentlich aus Ästen der ursprünglich geplanten Linien U2 und U5 besteht, nämlich U2 vom Karlsplatz zum Landesgericht und U5 vom Landesgericht nach Stadlau. Die Linie U5 hat somit das ironische Schicksal, gebaut zu werden, aber nicht auf dem Liniennetzplan aufzuscheinen.


Da dadurch die Bezeichnung "U5" immer noch nicht vergeben ist, dient die angebliche "Lücke" im Netz immer wieder Politikern dazu, diverse Ausbaupläne für die U-Bahn mit dieser Nummer zu versehen, um das Netz "vollständig" zu machen, auch wenn diese Linien weder in Bezug auf den Verkehrswert noch auf Wirtschaftlichkeit in irgendeiner Form sinnvoll sind.

So berief z.B. die ÖVP Wien Ende des Jahres 2001 eine Pressekonferenz ein, bei der Ex-Planungsstadtrat Görg seine Vorstellungen für eine Linie U5 von Dornbach bis zum Landesgericht, dort weiter über die Linie U2 zum Karlsplatz, und von dort unter der Wiedner Hauptstraße bis zur Wienerberg-City (Business-Park Vienna) präsentierte (Volltext hier - der dort abgebildete Plan basiert übrigens auf meinem Netzplan, der ohne Bewilligung einfach verwendet und verändert wurde). Auch wenn dieser Plan mit viel Trara verkündet wurde, so ist er stadtplanerisch relativ wertlos, da der Bereich Zweierlinie mit der U2 schon derzeit überversorgt ist und ein entsprechendes Verkehrsaufkommen weder im Bereich Hernalser Hauptstraße noch auf der Triester Straße zu erreichen ist. Technisch wiederum ist die Ein- und Ausbindung in die U2-Strecke beim Landesgericht und Karlsplatz (hier sind der Wienfluss und Tunnels dreier anderer Linien im Weg) falls überhaupt, so nur mit extrem hohen Bauaufwand zu bewältigen, von der daraus erwachsenden Notwendigkeit, nach 1963, 1980 und 2001 die U2-Strecke zum vierten Mal komplett umbauen zu müssen, ganz zu schweigen.


Aufhorchen ließ hingegen im Februar 2002 Planungsstadtrat Schicker, der die Ausbaupläne für die Wiener U-Bahn ab der 4. Ausbaustufe präsentierte. Während die U5 in der 4. Stufe noch nicht vorhanden ist, scheint sie in nunmehr teilweise veränderter Form wieder in den Plänen für eine mögliche 5. Ausbaustufe auf.

Plan U2/U5 (C) Horst Prillinger
 

Diesen Plänen zufolge soll die U2 in der Tat geteilt werden, allerdings in anderer Weise als ursprünglich vorgesehen. Die U5 verläuft demnach wie schon bisher geplant von Hernals bis zur Landesgerichtsstraße, wird dort aber in südlicher Richtung in die bestehende U2 eingebunden und übernimmt deren Südast bis Karlsplatz, der über der Aspanggründe zum Zentralbahnhof verlängert werden soll.

Der Südast der U2 soll hingegen völlig neu gebaut werden, und zwar ab Rathaus über Neubaugasse, Pilgramgasse und Matzleinsdorfer Platz bis zum Wienerberg.

Im Jahr 2004 wurden die Pläne erneut in veränderter Form präsentiert, wonach die U5 nun nicht mehr zum Zentralbahnhof, sondern über das Arsenal zum Stadterweiterungsgebiet Südbahnhof bis zur Gudrunstraße vorgesehen ist. Siehe dazu auch mein Netzdiagramm.

Sollte dieser Plan umgesetzt werden, würde die U-Bahn-"Lücke" U5 gefüllt werden. Eine tatsächliche Umsetzung steht jedoch in den Sternen und dürfte nicht vor dem Jahr 2020 eintreten.