Franz Martin Wimmer
Das Lateinamerikabild deutscher Philosophen
Aus dem Text:
Ich muß vorausschicken, daß ich bei der
Lektüre der Texte vor allem von zwei Dingen überrascht worden
bin:
einmal davon, wie sehr mir diese Themen unbekannt waren - und so hat
Gerbi
wohl recht, wenn er vom "Privileg des europäischen Lesers"
spricht, die
Intensität der Debatte "zu ignorieren oder sogar vergessen zu
haben".
Die zweite Überraschung lag darin,
daß es kaum entlegene Texte waren, in denen sich die
Debatte
vorfand. Es handelte sich vielmehr in den meisten Fällen nur
darum,
daß die entsprechenden "Stellen" im Standardstudium der
Philosophiegeschichte nicht wichtig erschienen oder sogar in einzelnen
Texteditionen entschieden gekürzt worden waren.
Nun ist die
Frage, ob und wie sich Philosophen der deutschen Tradition zu
Lateinamerika geäußert haben, nicht nur dann von Interesse,
wenn sie
im ausdrücklichen Zusammenhang mit Lateinamerika behandelt wird,
sondern
auch und vor allem dann, wenn zur Frage steht, wie deutsche Philosophen
sich
mit dem Anderen, mit der Neuen Welt auseinandergesetzt haben.
Es ist
keineswegs nebensächlich für eine Geschichtstheorie wie
diejenige
Herders oder Hegels, wie sie dem Fremden gegenüberstanden und
worin sie
dementsprechend die eigentliche Geschichte der Menschheit sahen.
Die folgenden
Texte sind lediglich Zitatsammlungen ohne Interpretation und mit
minimalen Gliederungsgesichtspunkten.
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