WÖRTERLISTE DES WIENER FUSSBALLERJARGONS

 

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Allgemeine Vorbemerkungen

 

Die vorliegende Wörterliste enthält schwerpunktmäßig fußballspezifische Wörter des Jargons, der auf den Wiener Fußballplätzen (besonders denen der Bezirke Favoriten und Meidling) beheimatet ist. Auszugsweise finden sich in Liste auch andere, auf Sportplätzen häufig zu hörende Wörter aus dem Wiener Dialekt. Jeder Eintrag wird mit Aussprache und Bedeutung angegeben. In einigen Fällen illustrieren Beispielsätze die Verwendung eines Wortes.

 

Die Wörterliste strebt nicht nach Vollständigkeit, was die Ausdrücke der eigentlichen Fußball-Fachsprache (Termini aus dem Regelwerk, der Trainingslehre usw.) betrifft. Aus dieser nimmt es vor allem solche Begriffe auf,

 

- von denen der Autor weiß, daß sie in Deutschland - in angepaßter Aussprache - nicht verwendet werden,

- die in wienerischer Aussprache sehr verschieden von ihrer hochdeutschen Aussprache klingen.

 

 

Anmerkungen zur Umschrift des Wienerischen

 

DIE KONSONANTEN (= Mitlaute)

 

Für die Konsonanten-Verschriftung verwendete Buchstaben:

 

1) Verschlußlaute:

 

  1. mit wenig Anstrengung gebildete Verschlußlaute:
  2.  

    - stimmlos, nicht oder kaum aspiriert: b, d, g

    - stimmlos, leicht oder mäßig aspiriert: bh, dh, gh (nur am Wortende vor einer Pause)

    - stimmlos, aspiriert, am Silbenanfang: gh

     

    (Einen Konsonanten aspirieren heißt, ihn mit fast explosionsartig ausströmender Atemluft abzuschließen, wie das etwa bei hochdeutschem "p", "t" und "k" am Wortanfang vor einem Vokal bzw. vor "l", "n" oder "r", im Wortinneren vor der betonten Silbe oder am Wortende der Fall ist.)

     

    Zwischen Vokalen (= Selbstlauten) können "b", "d", "g" bei schnellerem Sprechen stimmhaft werden. Ich schreibe sie in dieser Position kursiv: b, d, g .

    (Die Stimmhaftigkeit eines Konsonanten kann man auch "ertasten": Man spürt die Vibration der Stimmbänder, wenn man einen Finger an den Kehlkopf hält).

     

    Hochstellung von "b", "d", "g" bzw. "b", "d", "g" zeigt eine sehr flüchtige Realisierung des betreffenden Konsonanten an.

     

  3. stimmlose, mit etwas Anstrengung gebildete Verschlußlaute:

 

- nicht oder kaum aspiriert: p, t, k

- leicht oder mäßig aspiriert: p, t, k

 

2) Reibelaute:

 

a) mit wenig Anstrengung gebildete Reibelaute: f, s, sch, ch (können zwischen Vokalen bei schnellerem Sprechen stimmhaft werden; ich schreibe sie in dieser Position kursiv: v (nicht "f"), s, sch, ch)

b) mit etwas Anstrengung gebildete stimmlose Reibelaute: F (vor oder nach einem Konsonanten der selben Silbe, sonst "ff"), S (vor oder nach einem Konsonanten der selben Silbe, sonst "ss"), Sch, Ch

 

c) stimmhafter Reibelaut: w.

 

  1. Hauchlaut: h
  2.  

  3. Verschluß-Reibe-Laute (sofern durch einen einzigen Buchstaben dargestellt):

 

 

 

  1. Nasalkonsonanten: m (etwa wie im Hochdeutschen), n (etwa wie im Hochdeutschen), ng (hochgestellt geschrieben, Aussprache wie "ng" in engl. "to sing"), n (hochgestellt geschrieben, Nasalkonsonant nach einem "f" oder "v").

 

6) "l"-Laute: l (Zunge relativ flach, Verschluß hinter dem oberen Zahnrücken), L (Zungenspitze an den oberen Zahnrücken gepreßt), L (kursiv geschrieben, Verschluß zwischen Zungenrücken und Mittelgaumen)

 

7) "r"-Laut (meist flüchtig realisiertes Zäpfchen-"r")

 

Obwohl die hier vorgeschlagene Umschrift eine Kürze von Vokalen (= Selbstlauten) in der Vokalnotation selbst anzeigt (siehe weiter unten) und außerdem im Wienerischen vor kräftiger gebildeten Konsonanten keine langen Vokale stehen, zum Zweck der Vokallängen-Kennzeichnung also keine Verdopplung des auf den Vokal folgenden konsonantischen Buchstaben nötig wäre, gilt zusätzlich zu den oben angegebenen zwei Verdopplungen "ff" und "ss" aus Lesbarkeitsgründen:

 

Einer hochdeutschen Konsonantenverdopplung wird in der vorliegenden Wienerisch-Umschrift entsprochen, wenn sich in der jeweiligen wienerischen Silbe überhaupt ein korrespondierender (nicht unbedingt mit dem gleichen Buchstaben geschriebener) Konsonant identifizieren läßt und unmittelbar davor ein Vokal (einfacher Selbstlaut oder Zwielaut) steht, der in stark betonter Stellung höchstens halblang, aber keinesfalls lang gesprochen wird (Erklärung des Begriffs "halblang" im Abschnitt "Die Vokale" weiter unten). Allerdings gelten folgende Besonderheiten:

 

- Ist das hochdeutsche Pendant eines wienerischen Konsonanten ein "ck", das wie hochdeutsches "kk" ausgesprochen wird, so unterliegt der korrespondierende Wienerische Konsonant denselben Verdopplungsregeln, wie wenn "kk" sein hochdeutsches Pendant wäre.

 

- Ist das hochdeutsche Pendant eines wienerischen Konsonanten ein "tz", das wie hochdeutsches "zz" ausgesprochen wird, so unterliegt der korrespondierende Wienerische Konsonant denselben Verdopplungsregeln, wie wenn "zz" sein hochdeutsches Pendant wäre.

 

Verdoppelt wird auch silbentragender (d.h. die Position des Silbenvokals mitbesetzender) "l"-Laut, und zwar mit hochgestellter Buchstabenwiederholung.

 

Weiters vereinfache ich wienerisches "īdīs" zu "z", " tS" zu "Z", "īgīs" zu "x" und "kS" zu "X"

 

DIE VOKALE

 

Zur Nasalisierung von Vokalen

 

Vokale (= Selbstlaute), deren Nasalisierung durch ein nachfolgendes "(g)ng", "n" oder "m" bedingt ist, werden nicht besonders gekennzeichnet - z.B.:

schīdåångan = Stange;

īseegng = sehen.

 

Alle anderen Vokale und Diphthonge mit erkennbarer (bei den meisten Lauten aber schwachen) Nasalisierung kennzeichne ich mit Hilfe einer nach- und hochgestellten Tilde ("~"); diese bezieht sich immer (zumindest annähernd) auf den ganzen einfachen Selbstlaut oder Zwielaut, egal mit wieviel Buchstaben er dargestellt wird.

 

Zu den Vokallängen und ihrer Kennzeichnung

 

Im Wienerischen spricht man (bei sonst gleichen Bedingungen) Monophthonge (= einfache Selbstlaute) und Diphthonge (zusammenlautende Selbstlaute, Zwielaute) vor den kräftig gesprochenen Konsonanten länger als vor den mit wenig Anstrengungen gebildeten.

 

Außerdem wird die Länge der Selbstlaute von der Silbenbetonung beeinflußt.

 

Die vorgeschlagene Umschrift verwendet weder zur Anzeige eines gedehnten "i" das Dehnungs-"e" noch zur Anzeige sonstiger Vokaldehnungen das Dehnungs-"h", sondern folgende Mittel:

 

Kennzeichnung der Länge eines Monophthongs, der bei starker Betonung der jeweiligen Silbe lang gesprochen wird (und das heißt im allgemeinen: länger als im Hochdeutschen ein gleich stark betonter langer Vokal in etwa gleicher phonetischer Umgebung):

 

- in überstark betonter Silbe: wie in stark betonter Silbe, nur fett (ohne Unterstreichung) gedruckt (Anmerkung: überstark betonte Silben kommen in der Liste nur in den Beispielsätzen, nicht aber in den Einzelwort-Einträgen in der linken Spalte vor; die bei den Einzelwörtern vorgenommenen Hervorhebungen durch Fettdruck und / oder Unterstreichung haben eine etwas andere, weiter unten erklärte Bedeutung);

- in stark betonter Silbe: Buchstabenverdopplung, beide Buchstaben in Normalschrift (z.B. "aa") (Anmerkung: "Normalschrift" meint hier und im Folgenden nur "in normaler Schriftgröße, nicht hochgestellt, nicht kursiv"; es sagt nichts über Fettdruck und andere Mittel der Hervorhebung aus);

- in etwas schwächer betonter Silbe: Buchstabenverdopplung, erster Buchstabe in Normalschrift, zweiter Buchstabe kursiv (z.B. "aa");

- in schwach betonter oder unbetonter Silbe: Buchstabenverdopplung, erster Buchstabe in Normalschrift, zweiter Buchstabe hochgestellt und kursiv (z.B. "aa").

 

Kennzeichnung der Länge eines Monophthongs, der bei starker Betonung der jeweiligen Silbe "halblang" gesprochenen wird (im Wienerischen artikuliert man auch die kürzeren Vokale in stark betonter Stellung in der Regel "halblang", soll heißen länger als im Hochdeutschen einen gleich stark betonten kurzen Vokal in etwa gleicher phonetischer Umgebung; die Bezeichnung "halblang" ist nicht mathematisch exakt gemeint; manchmal besteht fast kein Unterschied zu den langen Vokalen des Wienerischen):

 

- in überstark betonter Silbe: wie in stark betonter Silbe, nur fett (ohne Unterstreichung) gedruckt;

- in stark betonter Silbe: Buchstabenverdopplung, erster Buchstabe in Normalschrift, zweiter Buchstabe hochgestellt (z.B. "aa");

- in etwas schwächer betonter Silbe: Buchstabenverdopplung, erster Buchstabe in Normalschrift, zweiter Buchstabe hochgestellt und kursiv (z.B. "aa");

- in schwach betonter und unbetonter Silbe: ein Buchstabe in Normalschrift (z.B. "a").

 

Kennzeichnung der Länge eines bei starker Betonung lang gesprochenen Diphthongs:

 

- in überstark betonter Silbe: wie in stark betonter Silbe, nur fett (ohne Unterstreichung) gedruckt;

- in stark betonter Silbe: Startlaut des Diphthongs in Normalschrift, dann hochgestellt nochmals der Startlaut und der Endlaut (z.B. "iia");

- in etwas schwächer betonter Silbe: Startlaut in Normalschrift, dann hochgestellt und kursiv nochmals der Startlaut und der Endlaut (z.B. "iia");

- in schwach betonter und unbetonter Silbe: Startlaut in Normalschrift, dann hochgestellt und kursiv der Endlaut (z.B. "ia").

 

Kennzeichnung der Länge eines bei starker Betonung halblang gesprochenen Diphthongs (das Wienerische tendiert dazu, in betonter Stellung alle Vokale zumindest halblang zu artikulieren):

 

- in überstark betonter Silbe: wie in stark betonter Silbe, nur fett (ohne Unterstreichung) gedruckt;

- in stark betonter Silbe: Startlaut in Normalschrift, Endlaut hochgestellt (z.B. "ia");

- in etwas schwächer betonter Silbe: Startlaut in Normalschrift, Endlaut hochgestellt und kursiv (z.B. "ia");

- in schwach betonter und unbetonter Silbe: Startlaut Kursiv, Endlaut hochgestellt und kursiv (z.B. ia").

 

Es werden also z.B. die in stark betonter Stellung halblang gesprochenen Monophthonge und Diphthonge in etwas schwächer betonten Silben so geschrieben wie ihre in stark betonter Stellung lang gesprochenen Pendants in schwach betonten bzw. unbetonten Silben.

 

Bei als Einzelwort (evtl. mit Artikel) angeführten Einträgen meint "stark betonte Silbe" die Silbe mit dem Wort-Hauptakzent, "etwas schwächer betonte Silbe" die Silbe mit einem deutlichen Wort-Nebenakzent (so vorhanden). Zusätzlich zur Kennzeichnung der Vokallängen markiere ich bei mehrsilbigen Einzelwort-Einträgen die am stärksten betonte Silbe durch Unterstreichung und bei Vorliegen einer weiteren deutlich betonten Silbe (des Wort-Nebenakzents) zusätzlich durch Fettdruck, den Wort-Nebenakzent (so vorhanden) stets nur durch Unterstreichung.

 

In Phrasen und Sätzen kann sich ein Wort plötzlich in einer schwach betonten Stellung wiederfinden. Ich berücksichtige diese Änderung der Betonungsverhältnisse in der Schreibung der Vokale gemäß den weiter oben aufgestellten Regeln. Als stark betont gilt dann eine Silbe mit Wort-Hauptakzent nur mehr dann, wenn sie auch an einer (normal) stark akztentuierten Stelle im Satz steht (Silben mit besonders starkem Satzakzent werden noch zusätzlich durch Fettdruck ohne Unterstreichung hervorgehoben)

 

Monophthonge (= einfachen Selbstlaute)

 

Im allgemeinen werden die Monophthonge des Wienerischen mit abnehmender Länge offener ausgesprochen, das heißt, der Abstand zwischen der höchsten Stelle der Zunge und dem oberen Gaumen ist größer.

 

  1. Nur in unbetonter Stellung kommt beim normalen Sprechen der Mittelzungenlaut " a" vor (den ich am Wortende in Normalschrift schreibe) (Mittelzungenlaut: Vokal, bei dessen Bildung nicht die Vorder- oder Hinterzunge, sondern eine Stelle auf der Mittelzunge dem oberen Gaumen am nächsten liegt):

ībuutta= Butter

faīgeessnn = vergessen

īghiimman = kümmern

īghuummaL = "Kummerl": (etwas abschätzig oder verniedlichend für) Kommunist

ghuumman = kommen

 

Die folgende Zusammenstellung der übrigen Monophthonge berücksichtigt mit zwei Ausnahmen nur deren Schreibweise bei starker Betonung der jeweiligen Silbe (zur Schreibweise der Monophthonge in etwas schwächerer bzw. schwach betonter oder in unbetonter Stellung siehe weiter oben).

 

2) Vorderzungenlaute (der dem oberen Gaumen bei der Vokalbildung nächste Punkt liegt auf der Vorderzunge):

a) ohne Lippenrundung (Reihenfolge der Laute nach der Entfernung der Vorderzunge vom oberen Gaumen, zuerst die geschlosseneren, dann die offeneren Laute; die nasalierten Vokale haben den gleichen Offenheitsgrad wie ihre nicht-nasalierten Entsprechungen):

 

halblang

lang

ii

īgiikkng = "kicken": Fußball spielen

ii

īghiiwara = "Kieberer": Polizist

 

ii~

hii~ = hin; kaputt

ee

ībeett = Bett

ee

reedn = reden

hee = Höhe; Polizei

 

ee~

schee~ = schön

ää

ībäät = bete

ää

schmää = (in der Fußballersprache:) Finte

schnää = Schnee

aa

schlaazznn = spucken

aa

zaan = ziehen

 

aa~

schīdaa~ = Stein

 

Es ist aber darauf zu achten, daß auch ein kurzes "ä" in meiner Umschrift nur etwa so offen zu sprechen ist wie das hochdeutsche "ä" in "Stätte".

 

Die offene, das heißt in Richtung geschlossenes "e" gehende Sprechweise des kurzen wienerischen "i" berücksichtige ich dahingehend, daß ich es in extremen Fällen "e" schreibe.

 

b) mit deutlicher Lippenrundung (Reihenfolge der Laute nach der Entfernung der Vorderzunge vom oberen Gaumen, zuerst die geschlosseneren, dann die offeneren Laute; die Ofenheitsgrade der Vokale "ü", "ö" und "œ" entsprechen den Offenheitsgraden von "i", "e" und "ä" in der oberen Tabelle):

halblang

lang

üü

schüüttla = "Schüttler": geistig abnormaler Mann

üü

īgfüü = Gefühl

 

öö

öö = Öl (em öö = "im Öl": besoffen)

œœ

œt = meldet

œœ

īgœœ= gelbe (Karte)

 

3) Hinterzungenlaute, mit mehr oder weniger deutlicher Lippenrundung gebildet (der dem oberen Gaumen bei der Vokalbildung nächste Punkt liegt auf der Hinterzunge; ich führe die Laute in der Reihenfolge der Entfernung der Hinterzunge vom oberen Gaumen an, zuerst die geschlosseneren, dann die offeneren Laute):

 

halblang

lang

uu

wuuChtl = "Buchtel" = (in der Fußballersprache:) Ball

uu

zuuche = hinzu

oo

īdroottl = Trottel

oo

roodä = rote Karte

åå

īrååzzn = Ratten

å

ååwe = hinunter

 

ÅÅ~

ÅÅ~zaan = "anziehen": (im übertragenen Sinn) Gas geben (Beachte die Reduktion von "aa" zu "aa", weil die betreffende Silbe in diesem Wort nur den Nebenakzent hat!)

 

Zwei Beispiele für kurze Vokal-Realisierung seien hier ausnahmsweise gegeben, da man den betreffenden Vokal ausgehend von einem ans Hochdeutsche angepaßten Schriftbild des jeweiligen Wortes nicht vermuten würde. Das Verniedlichungs- oder Verkleinerungssuffix "-l" (bzw. "-el") wird je nach lautlicher Umgebung zu "ä" oder "œ":

īghii= Kübel

īghaappœ = "Kappl": Käppchen; (verniedlichend für) Kappe

 

Monophthonge mit fakultativer leichter Diphthongisierung

 

Diese Laute können alle auch leicht diphthongisiert gesprochen werden, so daß sie noch entfernt an die korrespondierenden hochdeutschen Zwielaute erinnern. In der Sprache der unteren Schichten, die den Fußballerjargon maßgeblich bestimmt, sind in diesen Vokalen jedoch keine oder kaum Zwielautreste hörbar.

 

Die hier angeführten Vokale "Ä" (mit und ohne Nasalierung), "Œ" und "Å" sind (bei gleicher Länge und in gleicher lautlicher Umgebung) etwas offener zu sprechen als die mit den jeweiligen Kleinbuchstaben gekennzeichneten Laute in den Tabellen darüber. "Å" hat darüber hinaus den gleichen Offenheitsgrad wie nasaliertes "Å" in der vorigen Tabelle.

 

Die folgende Zusammenstellung berücksichtigt nur die Schreibweise dieser Monophthonge bei starker Betonung der jeweiligen Silbe (zur Schreibweise der Monophthonge in etwas schwächerer bzw. schwach betonter oder in unbetonter Stellung siehe weiter oben).

 

halblang

lang

 

ÄÄ

īdrÄÄ = drei

 

ÄÄ~

īsÄÄ~ = sein

 

ÅÅ

ÅÅ = Au

 

ŒŒ

ŒŒk = "Alk": Alkohol

 

(Dem wienerischen "ŒŒ" entsprechen oft hochdeutsches "eu" und "äu".)

 

  1. j (Halbvokal):

jåå = ja

 

Diphthonge

 

Die Diphthonge (= zusammenlautenden Selbstlaute) des Wienerischen sind allesamt fallend. Anhand der unten aufgelisteten Diphthonge erklärt, heißt das: Die Zunge verweilt länger in der mit einem normal großen Buchstaben gekennzeichneten Anfangsposition als in der mit einem kleinen hochgestellten Buchstaben gekennzeichneten Endposition. Der Übergang zwischen beiden Positionen ist natürlich fließend (Charakteristikum eines Dipthongs), aber wie gesagt etwas verzögert. Außerdem nimmt die Lautstärke während der Gleitbewegung der Zunge ab.

 

Die folgende Zusammenstellung berücksichtigt nur die Schreibweise der Monophthonge (= einfache Selbstlaute) bei starker Betonung der jeweiligen Silbe (zur Schreibweise der Monophthonge in etwas schwächerer bzw. schwach betonter oder in unbetonter Stellung siehe weiter oben).

 

halblang

lang

åa

at = hart =

åa

åan = fahren

åe

eSch = falsch

ååe

åen = malen

äa

aīSt = zuerst

ääa

äan = röhren; heulen; Röhre(n)

ia

ībian = Birne (auch derb für "Kopf")

iia

ībiia = Bier

oa

 

ooa

īdooa = Tor

oe

hoeZ = Holz

ooe

hooen = holen

ua

īghuaZ = kurz

uua

īghuua = Kuh

ui

ībuit = Pult

uui

ruuich

 

Auch für die Diphthonge gilt im wesentlichen, daß ihr Anfangslaut mit abnehmender Silbenlänge offener gesprochen wird.

 

GROSS- / Kleinschreibung

 

Groß geschrieben werden immer:

 

  1. die zur Wiedergabe von wienerischen Lauten gewählten Buchstaben A, Ä, Å, Œ, F, S, S (in Sch), C (in Ch), X, Z, L, L.
  2. der Buchstabe am Satzanfang;
  3. der erste Buchstabe von jedem Wort eines Eigennamens.

 

Sonst gilt die Kleinschreibung.

 

Steht ein stets (d.h. auch als "Kleinbuchstabe") mit "Ä", "Å", "Œ", "L" geschriebener Laut am Satzanfang oder am Beginn eines zu einem Eigennamen gehörenden Wortes, stelle ich dem jeweiligen Buchstaben ein Hochkomma voran: īÄ, īÅ, īŒ, īL. Damit kann Verwechslungen mit den bloß positionsbedingt groß geschriebenen Lauten "a" (à "A"), "ä" (à "Ä"), "å" (à "Å"), "œ" (à "Œ") und "l" (à "L") vorgebeugt werden.

 

Weitere Bemerkungen zur besseren Benutzbarkeit des kleinen Lexikons

Daß ich in den Beispielsätzen in der rechten Spalte versuche, der tatsächlichen Aussprache eines Wortes im Satzkontext (einigermaßen) nahezukommen, bedingt fallweise auch Abweichungen von der Schreibweise eines oder mehrerer Konsonanten desselben Wortes als Einzelwort-Eintrag in der linken Spalte: nämlich hinsichtlich der Markierung der Stimmhaftigkeit und Aspiration der Konsonanten.

 

Phrasen, die in der linken Spalte Aufnahme finden, werden zumeist in möglichst kleine, mit "+" verbundene Komponenten zerlegt. Gelegentlich schreibe ich dann die Phrase nach einem "à " noch so, wie sie als zusamenhängend gesprochenes Ganzes klingt. In Klammern gesetzte Wörter werden ohne Rücksicht auf ihre mögliche gemeinsame Verwendung mit den Wörtern außerhalb der Klammern geschrieben.

 

Manchmal steht eine Phrase aber auch in der linken Spalte gleich in dieser Form (zu erkennen an den fehlenden "+").

 

In einigen der in der linken Spalte als zusammenhängendes Ganzes notierten Phrasen verwende ich wie bei Einzelwörtern unterstrichenen Fettdruck und Unterstreichung zur Markierung unterschiedlicher Betonungsstufen (nur jetzt eben nicht auf einzelne Wörter, sondern eine ganze Phrase bezogen)

 

Hauptteil

 

 

DAS OBJEKT DER BEGIERDE

 

äzznlaawal, īdäīs

"Fetzenlaibchen, das": 1) aus Fetzen geformtes Fußball-Imitat, dem früher die Kinder in Gassen und Parks nachjagten; 2) Fußball (das Spielwerkzeug, nicht das Spiel; meist in bestimmten Phrasen, gutmütig, aber etwas herablassend verwendet) --- n fääzznlaawal nååchjåågng = "dem Fetzenlaibchen nachjagen": dem Fußballsport fröhnen (vgl.: īgschībaaßlaawaln = "Spaßlaibchen" (Mz.): weibliche Brüste)

ībååen, īda

"Ball, der"

hÅÅīdh īde

"Haut, die": Fußball (das Spielwerkzeug, nicht das Spiel) --- īBÄ īdääm īsiachīsīd ghaa~Åd / gha hÅÅīd näīdh. = "Bei dem siehst du keine Haut / keine Haut nicht": Der spielt einem den Ball nicht zu. (Anmerkung: Die doppelte Verneinung ändert am Satzsinn nichts; ihre Verwendung ist eine Stilfrage).

wuullä, īde

"..., die": Fußball (das Spielwerkzeug, nicht das Spiel; nur mehr selten verwendetes Wort)

wuuchīdl, īde

"Buchtel, die": Fußball (das Spielwerkzeug, nicht das Spiel) ("Buchtel" ist auch der Name einer beliebten Mehlspeise; das Wort kommt laut P. Wehle vom tschechischen Wort für "anschwellen")

ghuugl, īde

"Kugel, die": Fußball (das Spielwerkzeug, nicht das Spiel)

schīdaa~, īda

"Stein, der": zu hart aufgepumpter Ball

schīdaa~ghuugl, īde

"Steinkugel, die": zu hart aufgepumpter Ball

 

DAS ZIEL DER BEGIERDE

 

īgooe, īdäīs

"Goal, das": Tor: 1) der Gegenstand (das Torgehäuse); 2) die (im regelkonformen Fall mit Torlinie und Torgehäuse) markierte Stelle auf dem Spielfeld; 3) der Wertungspunkt

ghiiīsīdn, īde

"Kiste, die": Tor (die als Tor markierte Stelle auf dem Spielfeld, egal ob mit Torlinie und Torgehäuse oder – bei Hobbyspielen – anderswie) --- Schīdœœ de ÄÄnä inīd ghiiīsīdn! = Stell dich īrein ins Tor!

hiittn, īde

"Hütte, die": Tor (die als Tor markierte Stelle auf dem Spielfeld, egal ob mit Torlinie und Torgehäuse oder – bei Hobbyspielen – anderswie) --- īDääna håmīs īde hiittn / ībuuttn åå~īgfüüīdh! = "Denen haben sie die Hütte / Butte angefüllt!": Denen haben sie viele Tore geschossen! (Auch für "Stadion": īDe hiittn iīs ībuummfooe. = "Die Hütte ist bummvoll.": Das Stadion ist bis auf den letzten Platz besetzt.)

īdiiaLL, īdäīs

"Türchen, das": Tor (vor allem die als Tor markierte Stelle und der Wertungspunkt)!

ääkk īdäīs (ångä / ghuazä)

"Eck, das (lange / kurze)": das (vom ballführenden / passenden / schießenden Spieler aus gesehen näher / weiter entfernte) untere Eck des (für diesen Spieler gegnerischen) Tores

låån / ghuazä, īdäīs

"Lange / Kurze, das": das vom ballführenden / passenden / schießenden Spieler aus gesehen näher / weiter entfernte untere Eck des für diesen Spieler gegnerischen Tores

īgrÄÄzäkk / īgrÄÄzääkk, īdäīs

"Kreuzeck, das": Kreuzeck (Bereich des Fußballtors ganz links oben bzw. ganz rechts oben)

īgooeschīdåångan, īde

"Goalstange, die": Torstange

īgooeschīdaanggl / īgooeschīdaanggl, īdäīs

"Goalstängelchen, das": Torstange

schīdaanggl / schīdaanggl, īdäīs (äaīsīdä / zwÄÄīdä)

"Stängelchen, das (erste / zweite)": (vom ballführenden / passenden / schießenden Spieler aus gesehen näher / weiter entfernte) Stange des (für diesen Spieler gegnerischen) Tores (von manchen Sprechern wird "schīdaanggl" in bestimmten Phrasen auch statt "åttn" für die Tor-Querlatte verwendet: n ībååen iwa īs schīdaanggl īdraan = den Ball über die Querlatte drehen (eine Abwehrhandlung des Tormanns))

åttn, īde

"Latte, die": Tor-Querlatte

hiiadLL, īdäīs

"Hütchen, das": (meist rot-weiß quergestreiftes) Hütchen, wie es auf Straßenbaustellen verwendet wird, in Trainings- oder Hobbyspielen als Torstangenersatz in Gebrauch (den so markierten, meist recht kleinen Toren fehlt dann natürlich eine obere Begrenzung; als Tor gilt dann oft nur, wenn der Ball die Torlinie höchstens in Kniehöhe passiert) --- Hoe ma de īglaan īgooe ooda schībüü~ ma (r) Åf īd hiiadLLn? = "Holen wir die kleinen Goals oder spielen wir auf die Hütchen?"

 

DIE BEGIERDE

 

īgiikkng

"kicken": Fußball spielen

ībaläīsīdan

"ballestern": (immer seltener für:) Fußball spielen

 

GEWISSE STELLEN UND STÖSSE

 

īsäächzäna, īda

"Sechzehner, der": 1) Sechzehn-Meter-Raum = Strafraum --- a fÅÅl im īsäächzäna = ein Foul im Strafraum; 2) Strafraumgrenze --- a fÅÅl am īsäächzäna = 1) ein Foul an der Strafraumgrenze; 2) ein Foul am Spieler mit der Nr. 16 (mißverständlich ausgedrückt)

œœva, īda

"Elfer, der": 1) Elfmeterpunkt; 2) Elfmeter (der Strafstoß)

ībänaalīde, īda

"Penalty, der": (veraltet für:) Elfmeter (der Strafstoß)

ghoana, īda

"Corner, der": 1) Eckstoß; 2) Tor-Aus

ghoanaschīdaanggl / ghoanaschīdaanggl, īdäīs

"Cornerstängelchen, das": Cornerstange, Eckfahnen-Stange

ghoanafaandl, īdäīs

"Corner-Fähnchen, das": Cornerfahne, Eckfahne

ääkkng, īde

"Ecke, die": Ecke: 1) Bereich des Fußballtors ganz links unten bzw. ganz rechts unten; 2) Eckstoß; 3) Tor-Aus; in den Bedeutungen 2) und 3) in Wien stattdessen meist "ghoana" - von engl. "corner")

ÅÅīdh, īdäīs

"Out, das": Seiten-Aus

ÅÅīdÄÄ~wuaf

"Outeinwurf": Seiteneinwurf

ībaakkschīdooß, īda

"Backstoß, der": Torabstoß

 

NICHT-KUGELFÖRMIGE UTENSILIEN

 

ībliindnschlÄÄfn, īde

"Blindenschleife, die": (abschätzig für:) Kapitänsschleife (Armschleife, an welcher der Mannschaftskapitän zu erkennen ist)

lÄÄwal, īdäīs

"Leibchen, das": Dress-Oberteil

raalleschīdraafn, īda

"Rallyestreifen, der": (u.a.:) durch anale Verunreinigung entstandener brauner Streifen in der Hose

ībookk īde (Mz.)

"..., die": Schuhe (auch für "Fußballschuhe") ("ībookk" bedeutet auch "Tritt (in den Hintern)")

īguummla, īda

"Gummler, der": Fußballschuh mit Gummistollen

īgschrÅÅfīdä, īda

"Geschraubte, der": Fußballschuh mit abschraubbaren Stollen

īdääkkl / schii~ībaa~īdääkkl, īda

"Deckel / Schienbeindeckel, der": Schienbeinschützer (Achtung: "īdääkkl" bedeutet auch "Führerschein")

īsalååīdschiissl, īde

"Salatschüssel, die": salatschüsselförmiger Pokal (Achtung: "schiissl" bedeutet auch "Auto")

hääval, īdäīs

"Häferl, das": becherförmiger Pokal (Achtung: "hääval" bezeichnet auch einen cholerischen Menschen; "häävn" bedeutet "Gefängnis")

 

DAS MATCH

 

äīdsch / määīdsch, īdäīs

"Match": (gewöhnlich nur für:) Fußballspiel

īgiikkal, īdäīs

"Kickerchen, das": Fußballmatch

haallnīgiikkal, īdäīs

"Hallenkickerchen, das": Hallenfußballspiel

īdahaam (schībüün)

"daheim (spielen)": auf dem eigenen Platz (spielen) --- īDää woochng schībüü~ ma īdahaam. = Diese Woche haben wir ein Heimspiel.

 

Charakterisierung nach der Qualität

 

wœœīdībaīdii, īde

"Weltpartie, die": ganz tolles Match

huunzībaīdii, īde

"Hundspartie, die": sauschlechtes Match

huunzīgiikk / huunzīgikk, īda

"Hundskick, der": sauschlechtes Match (auch: miserable Spielweise)

hÄÄslīgiikk, īda

"Häuschenkick, der": sauschlechtes Match (auch: miserable Spielweise) ("hÄÄsl" bedeutet "Klo")

åaschīgiikk / åaschīgikk, īda

"Arschkick": sauschlechtes Match (auch: miserable Spielweise)

schībuaīdlech aīdlooīs

"sportlich wertlos" --- īGää schiiaree, ībfÄÄv åå īde huunzībaīdii,īdäs iis jå schībuaīdlech wäaīdlooīs! = "Geh Schiri, pfeif ab die Hundspartie, das ist ja sportlich wertlos."

nooīdh + īgäägng +

œœlänīdh à nooīd īgägng œœländh

"Not gegen Elend": Umschreibung für ein Match zweier ganz schwacher Mannschaften --- īDå schībüüd jå nooīd īgägng œœlänīdh. = "Da spielt ja Not gegen Elend."

 

Zuversicht vor dem Match

 

īgmaadä + wiisn à īgmaadä wiisn, īde

"gemähte Wiese, die": Erfolg ohne nennenswerte Hindernisse; Sieg ohne nennenswerte Gegenwehr Wiaīsīd īsäägng, īdäīs wiad a īgmaade wiisn. = "Wirst sehen, das wird eine gemähte Wiese."

ībååkkng

"packen": bewältigen; besiegen --- īDuu, hÄÄīd ībååīgī maaīs, i īgschībiiaäīs. = Du, heute packen wir sie (oder: "heute packen wirīs"), ich spürī das.

 

Dominanz im Match

 

schwiindlich + schībüün à schwiindlich schībüün

"schwindlig spielen": --- Mia håmīs schwiindlich īgschībüüīd. = Wir haben sie (nämlich die gegnerische Mannschaft) schwindlig gespielt.

iiwa + ... + īdriiwaåan à iwa ... īdriiwaåan

"drüberfahren über": (die gegnerische Mannschaft) in Grund und Boden spielen --- īDe īsaan iwa eäana īdriiwaīgfååan. = "Die sind über sie drübergefahren."

īgrooß + ÅÅfschībüün à grooß ÅÅfschībüün

"groß aufspielen": ein berauschendes Spiel liefern (vgl.: "īse ÅÅfschībüün" = "sich aufspielen" = "sich wichtigmachen")

ÅÅfīgÄÄgng

"aufgeigen": ein berauschendes Spiel liefern

fiidln

"fiedeln": ein berauschendes Spiel liefern

īDa ībååen + räännīdh + wiia + am schniiaLL. à īDa åen ännīd wia (r) am schniiaLL.

"Der Ball rennt wie am Schnürchen.": Das Zusammenspiel klappt hervorragend

in da hööschä + hååm

"in der Hösche haben" (eingedeutschte Schreibweise "Hösche" nach J. Skocek von der Zeitung "Der Standard"; "sch" stimmhaft): durch geschicktes Zusammenspiel (einen oder mehrere Gegenspieler) ständig ins Leere laufen lassen (die "hööschä" ist eigentlich ein Fußball-Übungsspiel, bei dem sich mehrere Spieler den Ball zuspielen und ein oder mehrere zusätzliche Spieler versuchen, ihnen den Ball abzujagen)

(medh +) aa~e +ībäüan + schībüün

"(mit) einmal berühren spielen": (eigentlich eine verschärfende Auflage bei Trainingsspielen, den Ball zwischen Annahme und Abgabe nur einmal zu berühren; kann aber auch verwendet werden, um die spielerische Dominanz einer Mannschaft auszudrücken) --- asīd wia īgiiībz īdääīs, īdee schībüün med ÄÄch aa~e ībärüüan! = "Hörstī, wie gibtīs das, die spielen mit euch einmal berühren!"

a wœœdībaīdii + schībüün

"eine Weltpartie spielen": eine ganz tolle Partie spielen

ÄÄÅn

"hineinhauen": gegen ... (deutlich) gewinnen (vgl.: "einehaun" intransitiv verwendet: "roh spielen") --- īDee hÅÅ ma ÄÄnää! = "Die hauen wir hinein!": Gegen die gewinnen wir klar!

ÅÅfåchng

"aufmachen": (die gegnerische Mannschaft) spielerisch zerlegen; (die gegnerische Mannschaft) nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen (vgl.: "ÅÅfmååchng" intransitiv verwendet: Spieler von der Verteidigung abziehen, um zusätzliche Kräfte für ein offensives Spiel zu haben)

īde ībuuttn + åå~ün

"Die Butte anfüllen": (der gegnerischen Mannschaft / dem gegnerischen Tormann) viele Tore schießen

ībÅÅanåasch + schībüün

"Bauernarsch spielen": in Grund und Boden spielen --- Me īdää schībüü~ ma ībÅÅaasch! = "Mit denen spielen wir Bauernarsch!": Die spielen wir in Grund und Boden!

ībäägln / niidaībäägln

"bügeln / niederbügeln": in Grund und Boden spielen

ībääīdoniian

"betonieren": (im Match) vernichtend schlagen (Achtung: " aane ībääīdoniian" heißt "einen starken Schlag versetzen")

īdaīdruukkng

"erdrücken": so dominieren, daß der Gegner (fast) keine Gelegenheit für Entlastungsangriffe vorfindet

äīgaībuuzzn

"wegputzen": mit einem deutlichen Ergebnis schlagen

ghaanīdaīsiiīgh, īda

"Kantersieg, der": sehr hoher Sieg

im rÄÄndl + hååm

"im Reindl haben": (den Gegner) in ausweglose Defensive gedrängt haben ("Reindl" lt. P. Wehle: "Kasserolle")

īde ībaīdii + (ruuich +) haamschībüün

"die Partie (ruhig) heimspielen": den Führung ohne Probleme über die Zeit bringen

ÄÄīgää ~

"hineingehen": (von Aktionen gesagt:) erfolgreich sein --- Äīd īgääd niix ÄÄnää! = Heute gelingt nichts! // Wåånn īdeäa schmää ÄÄnäīgåånga waa, ... = Wenn der Trick gelungen wäre, ... (Anmerkung: "ÄÄnäīgää ~" bedeutet auch "ins Tor gehen" (gemeint: der Ball oder der Spieler) und "hart in Zweikämpfe einsteigen")

 

GERADE NOCH MAL GUT GEGANGEN!

 

maasn, īde / maasl, īdäīs

"..., die / ..., das" (lt. P. Wehle von hebr. "masol" = "Glücksstern"): Glück --- īBfÅÅ, īdee håm a maasn! = Wahnsinn, was für ein Glück die haben!

 

SUBOPTIMALES

 

riinna

"rinnen": einen Spielstand mit Hängen und Würgen gerade noch halten, aber ohne allzu große Aussicht auf ein happy end

īdrääībfœn

"tröpfeln": einen Spielstand mit Hängen und Würgen gerade noch halten, aber ohne allzu große Aussicht auf ein happy end

an schÄÄnīdoodn (oder: an doodn) + zum īlääm + īdaäkkng

"einen (Schein-)Toten zum Leben erwecken": einen scheinbar bereits aussichtslos zurückliegenden Gegner durch eigene Fehler bzw. Unentschlossenheit wieder zurück ins Spiel bringen

fia īd īgaalarii + schībüün

"für die Galerie spielen": für das Auge gefällig, mit vielen Tricks, aber ineffektiv spielen

īgrååīdh + änna + uunīdh + schiiaßn + ghäänna

"gerade rennen und schießen können": außer den Grundvoraussetzungen keine besonderen fußballerischen Veranlagungen haben --- īDee nääman an jäädn, īdäaåīs īgrååīd räänna unīd schiiaßn ghåå~ = "Die nehmen einen jeden, der was gerade rennen und schießen kann." (Beachte die wienerische Konstruktion des Relativsatzes mit Relativpronomen + "was"!)

 

IN DEN MIESEN

 

an schīdiivä + åmmschībüün

"einen Stiefel zusammenspielen"

an schaaß + åmmschībüün

"einen Scheiß zusammenspielen"

an īdooībfn + åmmschībüün

"einen Topfen (= Quark) zusammenspielen"

åīs + åmmschībüün

"etwas zusammenspielen": einen Mist zusammenspielen --- Na īsäawaīs, īdee schībüün wiida wåīs zååmm hÄÄīdh! = "Na servus, die spielen wieder was zusammen heute!" = Du meine Güte, die ...

åīs + schībüün + īdäänn + īdää + hÄÄīdhåmm?

"Was spielen denn die heute zusammen?"

īdååīgh + īda ooffanän īdiia + hååm / sÄÄ~

"‚Tag der offenen Tür‘ haben / sein": viele Tore zulassen (der "Tag der offenen Tür" ist eigentlich eine Einrichtung von Ämtern und Schulen, die Öffentlichkeit – meist einmal jährlich - einen Tag lang Einblick in das sonst nicht vor Publikum ablaufende Geschehen nehmen zu lassen) --- Äd iīs wiida īdååīg īda ooffanän īdiia! = "Heute ist wieder ‚Tag der offenen Tür‘!"

fahÅÅn

"verhauen": (eine Chance) nicht nützen --- īDäa håīd schoo wiida an œœfa fahÅÅīdh! = Der hat schon wieder einen Elfmeter vergeben!

faschuuaīsīdan

"verschustern": (eine Chance) vergeben

n scheäam + ÅÅfåm

"den Scherben (= Nachttopf) aufhaben": in eine prekäre Situation geraten sein

ÄÄ~īgää ~

"eingehen": mit zunehmender Spieldauer immer mehr auf die Verliererstraße geraten

īdraagl, īdäīs

"Tragel": hohe Niederlage --- a īdraagl īgriiagng = hoch verlieren (P. Wehle: "Tragerl: Traggestell, Tracht Prügel")

in da ghiiīsīdn īsÄÄ ~

"in der Kiste sein": in einer ausweglosen Situation sein

in īda schÄÄßīgååssn īsÄÄ ~

"in der Scheißgasse sein": (mehrere Spiele lang) erfolglos sein

im rÄÄndl īsÄÄ ~

"im Reindl sein": in ausweglose Defensive gezwungen sein ("Reindl" lt. P. Wehle: "Kasserolle")

ÄÄgngīgooe, īdäīs

"Eigengoal, das": Eigentor

a īdiiaLL + ÄÄ~ånga

"ein Türchen einfangen": ein Tor bekommen

a buummal + ÄÄ~ånga

"ein Bummerl einfangen": ein Tor bekommen

ghaa~ + lÄÄwal + rÄÄßn

"kein Leibchen reißen": keine Chance haben --- īGäägng īdääÄßz ääīs ghaa~Äwal! = Gegen die habt ihr keine Chance!

ghaa~ + wääsch + säägng

"keine Wäsche sehen": langfristig nicht aufgestellt werden (auch nicht als Ersatzspieler) ("wääsch" meint hier den Sportdress) --- īBÄÄ miiaächaīd īdäa ghaa~äsch. = Bei mir hätte der keine Chance, aufgestellt zu werden.

ghaa~ + wääsch + hååm

"keine Wäsche haben": langfristig nicht aufgestellt werden (auch nicht als Ersatzspieler) --- īDäaåd gha wääsch ībÄ eäana. = "Der hat keine Wäsche bei ihnen" = Der kommt bei ihnen nicht zum Zug.

īdää + schībüün, + wiia + wåånnīs + åå~ī-driiīdschīgaīdh / ÄÄ~īgrÅÅchīdh + waan

"Die spielen, wie wenn sie angetrischkert (= angesoffen) / eingeraucht wären!" (Anmerkung: "ÄÄ~īgrÅÅchīdh" meint den Zustand nach übermäßigem Haschischkonsum)

(īde ībaīdii) faīgÄÄgng

"(die Partie) vergeigen": ein günstiges Matchresultat, das bereits zum Greifen nahe war, aus eigener Schuld doch noch verfehlen

īde ībaīdii + ÅÅīsschiittn

"die Partie ausschütten": ein günstiges Matchresultat, das bereits zum Greifen nahe war, aus eigener Schuld doch noch verfehlen

a schrÅÅvn + īgriiagng

"eine Schraube kriegen": eine hohe Niederlage erleiden

wiia + ÅÅfīgschÄÄchīdä + ändln + ummaånīdänna

"Wie aufgescheuchte Hühner herumrennen": konzeptlos spielen

an īdroottl + ååÅn

"einen Trottel hinunterhauen": sich (durch seine Rede, sein Verhalten, seine Leistung) lächerlich machen

schläächīdh + īgschīdooppäīdh + hååm

"schlecht gestoppelt haben": 1) mit für die Platzverhältnisse ungeeigneten Stollen gespielt haben; 2) (spöttisch "entschuldigend" für:) im Match nichts zusammengebracht haben

noo + īd schiischuach + åå~åm

"noch die Schischuhe anhaben": (nach der Winterpause spöttisch "entschuldigend" für:) (mit den Füßen) unbeholfen in der Ballbehandlung sein

huunzīgiikk, īda

"Hundskick, der": miserable Spielweise --- īDäänan äan huunzīgiiīgī schÅÅ (r) i ma ååwa niimma åå~! = "Denen ihren Hundskick schauī ich mir aber nicht mehr an!"

hÄÄslīgiikk, īda

"Häuschenkick, der": miserable Spielweise ("hÄÄsl" bedeutet "Klo")

åaschīgiikk, īda

"Arschkick": miserable Spielweise

 

RASTEN UND ROSTEN

 

aa~ / zwaa / ... + jååa + schīdää~

"ein / zwei / ... Jahre stehen": ein / zwei / ... Jahre nicht verbandsmäßig organisiert Fußball spielen (weil sich ein Vereinswechsel nicht statutengemäß abwickeln ließ) (soll die Zahl hervorgehoben werden, spricht man sie lauter und mit längerem Vokal, sonst wird "åa" lauter gesprochen)

me ng īgiikkng + ÅÅfheäan

"mit dem Kicken aufhören": mit dem Fußballspielen aufhören (mit einem Fußballspiel oder mit dem Hobby bzw. Beruf "Fußball") --- Wånns ääs näd uandlech åå~īgaaīsz, ghäännz īglÄÄ me ng īgiikkng ÅÅfheäan! = "Wenn ihr nicht ordentlich angast, könnt ihr gleich mit dem Kicken aufhören!" = Wenn ihr nicht mit größtmöglichem Einsatz spielt, ...

me īda īgiikkarÄÄ + ÅÅfheäan

"mit der Kickerei aufhören": mit dem Fußballspielen aufhören (meist gemeint: mit dem Hobby bzw. dem Beruf "Fußball"; seltener und dann eher abschätzig: mit einem Fußballspiel)

noo + aa~ / zwaa / ... + jaaLL(n) + īdråå~-änga

"noch ein / zwei / ... Jährchen dranhängen": die Karriere noch um ein / zwei / ... Jahre verlängern (das eingeklammerte "n" in der wienerischen Übersetzung der Phrase dient der Mehrzahlbildung; Lautstärke und Vokallängen von "no(o)" und dem Zahlwort je nachdem, ob man "no(o)", das Zahlwort oder beide hervorheben will; sonst wird"jaaLL(n)" lauter gesprochen)

īd schuach + am nåågl + änga

"die Schuhe am (= auf den) Nagel hängen": mit dem Fußballspielen (als Hobby bzw. Beruf) aufhören

 

DAS SPIEL MIT DEM BALL

 

Ballannahme

 

schīdooppm

"stoppen": (den Ball) stoppen

 

Ballführung

 

īdriippän

"dribbeln": den Ball mit Richtungsänderungen und evtl. auch andern Finten führen

zaanggln

"zangeln": den Ball fintenreich und mit viel Geschick führen

īdriipplarÄÄ

"Dribblerei": Gedribbel

ÅÅv aana briiafmaaīgng + ÅÅīsschībüün

"auf einer Briefmarke ausspielen": den Ball auf engstem Raum (an einem oder mehreren Gegnern) vorbeiführen

äd aåe + an hiīdraanīdn + iiwaschībüün + ghäänna

"nicht einmal einen Hydranten überspielen können": gänzlich unfähig sein, den Ball am Gegner vorbeizuführen, nicht einmal ein unbewegliches Hindernis (wie einen Hydranten) überspielen können

schmää, īda

"Schmäh, der": (hier:) Finte; Trick (meist auf die Ballführung bezogen)

aansaschmää, īda

"Einser-Schmäh, der": einfache, aber (zumindest im gegenständlichen Fall) wirkungsvolle Finte

me n aansaschmää + ÄÄ~ībååkkng

"mit dem Einser-Schmäh einpacken": (jemanden) mit einer einfachen Finte austricksen

an schmää + ÅÅīsībååkkng

"einen Schmäh auspacken": eine Finte (in der Ballführung) anwenden

äīgaln

"häkerln": zum Narren halten; foppen (etwa durch fintenreiche Ballführung oder gefinkeltes Zusammenspiel) (P. Wehle zitiert eine Quelle, derzufolge das Wort mit "häkeln" verwandt ist)

håågng, īda

"Haken, der": (an den Haken, den ein Hase schlägt, erinnernde) Bewegung, mit der ein Gegner überspielt wird --- īDäa måchīd iimma (r) an håågng zfüü! = "Der macht immer einen Haken zuviel!": Er will immer noch einen Gegner überspielen (an dem er dann hängen bleibt), statt abzuspielen oder zu schießen!

īguaīgng, īde

"Gurke, die": zwischen den Beinen des Gegenspielers durchgespielter Ball

īguaīgngschīdooß, īda

"Gurkenstoß": zwischen den Beinen des Gegenspielers durchgespielter Ball

a īguaīgng + åå~īdraan

"eine Gurke andrehen": (dem Gegenspieler) den Ball zwischen den Beinen durchspielen (vgl.: īde īguaīgng īgääm = "die Gurke geben": (jemanden) fertigmachen; (jemanden) abweisen)

a īguaīgal + åchng

"eine Gürkchen machen" : (dem Gegenspieler) den Ball zwischen den Beinen durchspielen

ÄÄsnībååna / ÄÄsnībåånaschmää, īda

"Eisenbahner / Eisenbahnerschmäh, der": (Finte, bei der man das näher beim Ball befindliche Bein abwinkelt und in Laufrichtung so weit über den Ball steigt, bis sich der Fuß gerade noch mit der Ferse über dem Ball befindet, und dann den Fuß wieder vor den Ball zurückzieht, um diesen dann weiter zu führen)

īdriiwaschīdÄÄga

"Drübersteiger": Finte, bei der man mit einem Bein seitlich über den Ball steigt

īse ÄÄ~īdraan

"sich eindrehen": sich mit dem Ball am Fuß (evtl. sogar 360 Grad oder mehr) um die eigene Achse drehen oder in einem engen Kreis dribbeln (manchmal gemeint: und sich dadurch in eine ausweglose Situation bringen)

ÄÄziiagng

"hineinziehen": (für gewöhnlich gemeint: mit dem Ball am Fuß) von der Flanke (meist gemeint: schräg) in Richtung Strafraum ziehen

 

Zusammenspiel

 

ībaass, īda

"Pass, der"

ībaassn

"passen"

uumībaassn

"hinüberpassen"

ååīgääm

"abgeben": (gemeint: den Ball abgeben) --- aīsīd ååedaa, īgib åå amåe! = "Hörstī, Alter, gib ab einmal!": Hör mal, Kumpel, gib doch einmal ab! (hier "ååeda" bzw. nachdrücklicher "ååedaa", "ååedaa" oder sogar "ååeda": eine Anredeform zwischen etwa gleichaltrigen, meist jüngeren männlichen Personen)

uumÅn

"hinüberhauen": hinüberpassen --- Å uummä īde wuuchīdl! = "Hau die Buchtel hinüber!": Spiel den Ball īrüber!

īdooppla, īda

"Doppler, der": Doppelpass (Anm.: auch der Doppelliter Wein heißt "īdooppla")

an īdooppla + schībüün à an īdooppla schībüün

"einen Doppler spielen": einen Doppelpass spielen --- Me īdääm ghånnīsīd ghaan īdooppla schībüün. ("ghaan" oder "ghaan" je nach Betonung) = Mit dem kann man keinen Doppelpass spielen.

schÄÄwalīgschībüü, īdäīs

"Scheiberlspiel, das": Spielweise, bei welcher sich die Spieler den Ball über eher kurze Distanzen "zuschieben" (statt weite, hohe Pässe zu schlagen)

schīdaangglībaass, īda

"Stängelchenpass, der": Pass von der Seite parallel zur Toroutlinie, an zumindest einer Torstange vorbei (wobei man hofft, daß der Ball vor oder kurz nach der zweiten Torstange von einem Spieler der eigenen Mannschaft angenommen und ins Tor gespielt werden kann)

uumrooen

"hinüberrollen": (den Ball) mit wenig Kraft hinüberpassen

uumaschln

"hinüberferseln": (den Ball) mit der Ferse hinüberspielen

wÄÄdä, īda

"Weite, der": über eine große Entfernung gespielter Pass

låångä, īda

"Lange, der": über eine große Entfernung gespielter Pass (Achtung: bezeichnet auch einen sehr großen, schlanken Mann)

īglaa~īglaa~, īdäīs

"Klein-klein, das": Spielweise, bei der sich die Spieler den Ball ständig auf engstem Raum zupassen --- ÅÅllawŒŒ däīs īglaa ~īglaa~ ībriinīgīd nix, ībrowiiaz īdo amåe de wÄÄdn! = Immer dieses Kurzpassspiel bringt nichts, probiert doch einmal die weiten Pässe!

īglaa~īglaa~ + schībüün

"Klein-klein spielen": eine Spielweise pflegen, bei der man sich den Ball ständig auf engstem Raum zupasst.

me īda ībaandä + schībüün

"mit der Bande spielen": (im Hallenfußball) den Ball so an die Bande spielen, daß er zu einem selbst zurückkehrt oder zu einem Mitspieler bzw. gleich ins gegnerische Tor geht

ÄÄīdraan

"hineindrehen": hoch und mit Effet von der Seite bzw. von der Ecke in den Strafraum spielen (Achtung: "īse ÄÄ~īdraan" heißt "sich (beim Dribbeln) (annähernd) um die eigene Achse drehen"; ein "ÄÄnäīdraara" ist ein Angeber bzw. im Fußball ein angeberisch spielender, nur auf Beifall bedachter Spieler)

 

Schuß & Co.

 

ghäazn, īde

"Kerze, die": ein Schuß senkrecht in die Höhe --- a ghäazn fabreziian = "eine Kerze fabrizieren": senkrecht in die Höhe schießen (oft ungewollt)

ättn, īde

"Fett, das" (Achtung: im Wienerischen fem.!): (u.a.) Effet (ist ättn hier eine Verballhornung von "Effet"?)

n ībååen a ättn īgääm

"dem Ball ein Fett geben": den Ball mit Effet spielen --- īGiiw äam a fäättn! = Spiel ihn mit Effet!

mii īda ättn

"mit dem Fett": mit Effet --- īDän muaßīd me īda fäättn ÄÄnäīdraan!

miidh + aana + (īsoechng +) ättn

"mit einem (solchen) Fett": mit einem (solchen) Effet --- īDään īsÄÄnä frÄÄstääß ghuumman med aana soechngättn īdaheäa, īdå hååīsīd fååīsīd gha schåå~īs. = (Dem) seine Freistöße kommen mit einem solchen Effet daher, da hat man fast keine Chance.

ībanaanan, īde

"Banane, die": Bananenschuß (i.e. ein mit Effet getretener Schuß, der eine von oben betrachtet bananenförmige Flugbahn beschreibt)

riiīsīdschuuss, īda

"Ristschuß": Schuß mit dem Rist (der hochdeutsch "Spann" heißt)

īgschlaaībfīdä, īda

"Geschlapfter, der": Schuß, zu dessen Ausführung man mit den Fußballschuhen mit mäßiger Kraft unter den Ball fährt ("Schlapfen" bedeutet u.a. "Hausschuhe")

īgschuuībfīdä, īda

"Geschupfte, der": lässig, mit wenig Kraft ausgeführter Schuß, so als ob der Ball über etwas geschupft werden würde

īgschläänzīdä, īda

"Geschlenzte, der": lässig, mit mäßiger Kraft, aber etwas Effet, ausgeführter Schuß

iiwahääwa, īda

"Überheber": Schuß, bei dem der Ball so gespielt wird, daß er über den Gegenspieler (meist den Tormann) geht, sich aber gleich danach wieder senkt (um z.B. ins Tor zu gehen)

schībiizz, īda

"Spitz, der": Schuß mit der Fußspitze

an schībiiz + īdrÅÅfÅn

"einen Spitz draufhauen": mit der Fußspitze schießen

īgschībiizzīdä, īda

"Gespitzte, der": (wie "schībiiz", aber seltener verwendet)

juuīdh, īda

"Jude, der": Schuß mit der Fußspitze

an juudn + īdrÅÅfÅn

"einen Juden draufhauen": mit der Fußspitze schießen

īdrÅÅfÅn

"draufhauen": (den Ball) schießen (Achtung: "īdraufhaun" wird auch im Sinn von "vögeln" verwendet)

åå~Äßn

"anreissen": (den Ball) scharf schießen

ååÄßn

"abreißen": (vom Schuß gesagt:) eine andere Richtung als vom Schützen beabsichtigt nehmen, weil dieser den Ball nicht richtig getroffen hat --- Wåmma īdeäa näd ååīgriissn waa, īghäännīd ma de ībaīdii jäzz ruuich haamschībüün. = "Wenn mir der (Schuß) nicht abgerissen wäre, könnten wir die Partie jetzt ruhig heimspielen (= ruhig über die Zeit bringen)."

zuuchäīblååsn

"hinzublasen": (den Ball) scharf schießen

hii~īblååsn

"hinblasen": (den Ball) scharf schießen --- īBlååīs hii~ uandlech! = "Blas hin ordentlich!"

muazīdrummschuuss, īda

"Mordstrummschuß, der": wahnsinnig scharfer und auch sonst guter Schuß (oft zur Charakterisierung eines Spielers verwendet:) --- īDäaåd an muazīdrummschuuss! = "Der hat einen Mordstrummschuß!" (Achtung: "īDäaåd an schuuss!" kann je nach Kontext bedeuten: 1) verrückt sein; 2) den Ball scharf zu schießen vermögen)

īgranåådn, īde

"Granate, die": sehr scharfer Schuß

a īgranåådn + zuuchäåssn

"eine Granate hinzulassen": scharf schießen --- åss zuuchä a īgranåådn!

ååziiagng

"abziehen": einen scharfen Schuß loslassen (auch für "schnell starten")

åå~Åchng

"anrauchen": scharf (und oft gemeint: unkontrolliert) schießen

äzzn

"fetzen": sehr scharf (und oft gemeint: unkontrolliert) schießen --- äīd fääzzn! = Nicht scharf schießen! (oft gehörte Aufforderung bei Fußballspielen auf kleine Tore)

īdriiwaäzzn

"drüberfetzen": scharf über das Tor schießen

ÅÅfÄm

"aufreiben": zu einem wuchtigen Schuß ausholen (wobei es evtl. bei der Andeutung bleibt) (auch bei Raufhändeln: zu einem wuchtigen Schlag ausholen – und den Schlag möglicherweise gar nicht ausführen)

ååīdrääībfœn + åssn

"abtröpfeln lassen": (dem hergespielten Ball) ohne Kraftaufwendung eine Richtungsänderung geben

in īd luufīdh + hÅÅn

"in die Luft hauen": den Ball beim Schuß nicht treffen

aschla, īda

"Fersler, der": mit der Ferse gespielter Ball (in Deutschland: Hackentrick)

aschln

"ferseln": (den Ball) mit der Ferse spielen

ghääībf œn

"köpfeln": (den Ball) mit dem Kopf spielen

īdrooībīgiikk, īda

"Dropkick, der": Schuß, bei dem der Ball sofort, nachdem er (beim Tormann: von der eigenen Hand kommend) auf dem Boden aufspringt, mit dem Fuß getroffen wird

ÅÅf īd schīdåångan īgää ~

"auf die Stange gehen": an die Torstange gehen (von einem Schuß gesagt)

ÅÅssäÅn

"hinaushauen": (den Ball) aus dem Feld schießen / werfen (Anmerkung: "ÅÅssähÅÅn" bedeutet auch "(einen Spieler) ausschließen")

 

Den Höhepunkt vor Augen

 

schaanzal, īdäīs

"Chancerl, die": Chance (nicht unbedingt eine kleine)

īsiizza, īda

"Sitzer, der": hundertprozentige Torchance; das Wort wird üblicherweise nur verwendet, wenn vom Vergeben einer solchen Chance die Rede ist --- an īsiizza ÅÅslåssn = eine hundertprozentige Torchance vergeben (Achtung: "īsiizza" bedeutet auch "Sitzplatz(karte)")

 

Ein Tor erzielen

 

ÄÄīdruukkng

"hineindrücken": (den Ball) mit mit mittlerer Kraft ins Tor schießen

ÄÄnuudln

"hineinnudeln": (den Ball) irgendwie (jedenfalls nicht mit einem ordentlichen Schuß oder Kopfball) ins Tor spielen

ÄÄschläänzn

"hineinschlenzen": (den Ball) lässig, mit mäßiger Kraft, aber etwas Effet, ins Tor spielen

ÄÄ~ībÅÅn

"einbauen": (den Schuß, den Elfmeter, den Freistoß) ins Tor

treffen --- īDän ībÅÅ i da ÄÄ inīs īgrÄÄzäkk! = "Den bauī ich dir ein ins Kreuzeck!" = Den (Schuß) jage ich dir in die obere linke / rechte Torecke!

ÄÄ~äzzn

"einnetzen": (den Ball) ins ein Tor schießen

äzzn

"netzen": (ein oder mehrere) Tor(e) erzielen

ÄÄÅn

"hineinhauen": (den Ball, den Freistoß, den Elfmeter) ins Tor schießen --- Å (e)am īduu ÄÄnä! = Schieß ihn (i.e. den Elfmeter / den Freistoß) du īrein! (Achtung: "ÄÄnähÅÅn" bedeutet auch "(unter Verwendung der Beine) roh spielen"; "īse ÄÄnähÅÅn" heißt "mit vollem Körpereinsatz spielen")

ÄÄrooen

"hineinrollen": (den Ball) mit wenig Kraft ins Tor spielen

ÄÄībaassn

"hineinpassen": (den Ball) mit wenig Kraft, dafür aber präzise ins Tor spielen (so wie man zu einem Mitspieler passen würde)

ååschīdÅÅm

"abstauben": den von irgendwo abgesprungenen und / oder von anderen Spielern verfehlten Ball, der einem vor die Füße fällt, ins Tor schießen (also ein Tor erzielen, für das man keine Vorarbeit geleistet hat)

ååschīdÅÅwaīgooe, īdäīs

"Abstaubergoal, das": ein Tor, daß man ohne eigene Vorarbeit erzielt, indem man den von irgendwo abgesprungen und / oder von anderen Spielern verfehlten Ball, der einem vor die Füße fällt, ins Tor schießt

am ååschīdÅÅwa īgää ~

"am (= auf den) Abstauber gehen": vor dem gegnerischen Tor dort lauern, wo von irgendwo abgesprungene und / oder von anderen Spielern verfehlte Bälle mit einiger Wahrscheinlichkeit hinfallen (sodaß man die Situation zu einem Torschuß ausnützen kann)

 

Sonstige Kleinkunst

 

īgaawaln

"gaberln": den Ball durch ständiges Hochstoßen mit Füßen, Oberschenkeln, Kopf, Schultern usw. (aber ohne Zuhilfenahme von Armen und Händen) in der Luft halten (üblicherweise nur dann "īgaawaln" genannt, wenn der Ball dabei nicht zwischen mehreren Personen hin und hergepasst wird.)

 

LAUFEN UND HÜPFEN

 

åå~īgaasn

"angasen": mit Tempo und Einsatz in den oberen Bereich gehen --- Ghuummz, jäzz īgaas ma åå~! = "Kommt, jetzt gasen wir an!"

åå~zaan

"anziehen": mit Tempo und Einsatz in den oberen Bereich gehen --- Zaaz åå~, ībuaschn! = "Zieht an, Burschen!": Hängt euch īrein, Jungs!

åå~ībuuan

"anbohren": (den Gegner) durch ständiges Attackieren nicht zur Ruhe kommen lassen --- īDää miaßz nÄÄnzīg menuuīdn låångg åå~ībuuan! = "Die müßt ihr neunzig Minuten lang anbohren!"

schuaLLn

"schurln": wieselflink und (fast) pausenlos laufen

ruachln

"...": (laut Herbert Prohaska, Nationalteamtrainer:) mit großem Einsatz arbeiten (hier gemeint: während des Spiels) (lt. P. Wehle aber: "zusamenraffen"; "aus Habgier zuviel arbeiten")

īse ÄÄänga

"sich hineinhängen": mit maximalem Einsatz spielen

ÅÅf īde wÄÄdn / låångan īgää ~

"auf die Weiten / Langen gehen": (durch lange Sprints) weite (= lange) Pässe zu erreichen trachten

ÅÅf īde hoochng īgää ~

"auf die Hohen gehen": (durch Springen) hohe Bälle zu erreichen trachten

änna + wia r a waaglhuunīdh

"rennen wie ein Wägchenhund": (fast) pausenlos im hohen Tempo rennen

wia Ååfzoogng + änna

"wie aufgezogen rennen": (fast) pausenlos im hohen Tempo rennen

huuībfn wia r a fluumme

"hüpfen wie ein Flummi": sehr hoch bzw. sehr elastisch springen (ein Flummi ist ein kleiner, besonders elastischer Hartgummiball)

an raadiuīs + fon an / wia r a biiaīdääkkl + hååm

 

"einen Radius von einem / wie ein Bierdeckel haben": statisch spielen; im Spiel einen engen Aktionsradius haben

 

AUS DEM LEBEN EINES TORMANNS

 

ÅÅssäzaan

"rausziehen": (den Ball) mit einer seitlich nach links oder rechts oben bzw. unten ausgeführten Parade, bei der man sich ziemlich strecken muß, abwehren --- īHåīsīd īgsäägng, wia īdäa īdän Ås n īgrÄÄzäīg / Ås īda (r) ääīgn ÅÅßäzaaīd håīd? = "Hast du gesehen, wie der den (Schuß bzw. Kopfball) aus der (Tor-)Ecke īrausgezogen hat?"

me ng ghaappœ / ghaappal + ånga / ÅÅssäånga

"mit dem Käppchen īrausfangen": (einen Schuß) ohne Mühe abwehren --- īDÄÄn œœva fåång i da me ng ghaappal (ÅÅßä)! = "Deinen Elfer fange ich dir mit dem Käppchen īraus!"

iiwa d åttn / iiwa īs schīdaanggl + īdraan

"über die Latte / Stange drehen": (den Ball) über die Querlatte drehen (eine Abwehrhandlung des Tormanns) (manche Sprecher verwenden "schīdaanggl" nicht nur für eine der Tor-Seitenstangen, sondern auch für die Querlatte)

īse åå~schiittn

"sich anschütten": ein vermeidbares, peinlich wirkendes Tor erhalten

schīdÄÄraīgooe, īdäīs

"Steirergoal, das": vermeidbares, peinlich wirkendes Tor

schīdÄÄraīdiiaLL, īdäīs

"Steirertürchen, das": vermeidbares, peinlich wirkendes Tor

īs liingīgä / ächīdä ääkk + ÅÅfåchng

"das linke / rechte Eck aufmachen": sich (absichtlich oder unabsichtlich) so postieren, daß man dem Schützen das linke / rechte untere Eck des Tors nicht versperrt

 

TAKTISCHE BELANGE

 

īse hiin(ī)d ÄÄschīdœœn

"sich hinten hineinstellen": mit allen oder fast allen Spielern verteidigen (vgl.: īse ÄÄnäschīdœœn (inīs īgooe / in īd hiiīdn / inīs īdiiaLL / in īd ghiiīsīdn): die Tormannposition einnehmen)

hiinīd zuuaåchng

"hinten zumachen": alle Lücken in der Verteidigung schließen

in īd ībraadn schībüün

"in die Breite spielen": öfters die knapp an den Seitenoutlinien postierten Spieler anspielen

īdäīs schībüü + in īd ībraadn ziiagng

"das Spiel in die Breite ziehen": Spieler knapp an den Seitenoutlinien postieren und diese auch öfters anspielen.

īse īdaīdruukkng

"sich erdrücken": zu eng beieinander postiert sein und daher nicht genügend Spielraum haben ("īdaīdruukkng" kann auch nicht-reflexiv verwendet werden und bedeutet dann "durch permanente Offensive unter Druck setzen")

ÅÅfåchng

"aufmachen": Spieler von der Verteidigung abziehen, um zusätzliche Kräfte für ein offensives Spiel zu haben (was natürlich die Verteidigung entblößt) ("ÅÅfmååchng" kann auch transitiv in der Bedeutung "spielerisch zerlegen" bzw. "nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen" verwendet werden)

fiia

"nach vorne": häufig als taktisches Kommando zu hören

fiiaīgää ~

"nach vorne gehen": aufrücken; eine vordere Spielposition einnehmen

hiinīdrä

"nach hinten" : häufig als taktisches Kommando zu hören

hiinīdräīgää~

"nach hinten gehen": eine hintere Spielposition einnehmen

ÅÅssääma

"‘rausnehmen": (einen Spieler) aus dem Spiel nehmen (um ihn durch einen anderen zu ersetzen)

åssan

"wassern": dem Gegner den Spielschwung nehmen, um einen Spielstand über die Zeit bringen

 

DER ZWEIKAMPF

 

ÅÅssäåan (n œœīboogng)

"hinausfahren (den Ellbogen)" (um dem Gegenspieler zu stoßen - was zwar verboten ist, aber vom Schiedsrichter oft nicht bemerkt wird)

schīdää~åssn (n fuuaß)

"stehenlassen (den Fuß)" (gemeint: sodaß der Gegenspieler über den Fuß stolpert)

īse ÄÄ~haaīgln + ībÄÄ

"sich einhake(l)n bei": sich mit den Armen in die Arme des gegenspielers einhaken, um ihn zu behindern

niidaÄßn

"niederreißen" (gemeint: den Gegenspieler)

iiwa īd schlÄÄch Ån

"über die Schläuche hauen": mit dem/den eigenen Bein(en) einen oder mehrere Hiebe gegen die Beine (typischerweise: die Schienbeine) versetzen (vgl. "schlÄÄch, īda", z.B. in "im schlÄÄch")

iiwa īd reäaLLn Ån

"über die Röhrchen hauen": mit dem/den eigenen Bein(en) einen oder mehrere Hiebe gegen die Beine (typischerweise: die Schienbeine) versetzen

aawiixn

"hinein...": (mit einem Arm oder Bein) einen Hieb versetzen (Achtung: "wixn" bedeutet auch "sich (als Mann) selbst befriedigen")

aaīdriiwawiixn

"eine drüber...": (mit dem eigenen Bein) einen Hieb gegen die Beine versetzen

ÄÄwiixn

"hinein...": (mit den Beinen) Hiebe austeilen

schnåezn

"schnalzen": (u.a.:) mit den Beinen Hiebe austeilen

niidaīsaawän

"niedersäbeln": mit einem Bein den Gegenspieler wie mit einem Säbel äußerst roh zu Fall bringen

ÄÄÅn

"hineinhauen": mit den Beinen roh attackieren

ååīglooībfn (wia r a schniizzl)

"abklopfen (wie ein Schnitzel)": mit ständigen derben bis regelwidrigen Bein- bzw. Fuß-Attacken malträtieren

ÄÄīgää~

"hineingehen": hart in Zweikämpfe einsteigen --- īBfÅÅ, īdää īgäängan ÄÄnä! = Wahnsinn, die steigen hart in die Zweikämpf ein! (Anmerkung: "ÄÄnäīge~h" bedeutet auch "ins Tor gehen" (Ball, Spieler) und – von einer Finte oder überhaupt von Aktionen gesprochen – "erfolgreich sein")

näd ååīgrŒŒn fon

"nicht hinunterkrallen von": (jemanden) nicht in Frieden lassen; (fußballspezifisch:) (jemandem) die ganze Zeit über hautnah decken --- īDäa īgrŒŒd (e)am näd ååwä. = Der läßt ihn nicht in Frieden. / (im Fußball:) Der deckt ihn die ganze Zeit über hautnah.

me n foen īgschääfīdh

"mit dem vollen Geschäft": mit voller Wucht

me n foen īgschääfīdh + īdaheäaghuumma

"mit dem vollen Geschäft daherkommen": mit größter Wucht dahergelaufen kommen; mit voller Wucht auf jemanden oder etwas zulaufen

zuuchäåan

"hinzufahren": mit den Beinen voran in einen Zweikampf gehen

zuuchäschīdÄÄgng

"hinzusteigen": unter besonderem Einsatz der Füße derb in einen Zweikampf gehen --- SchīdÄÄg (e)am zuuchä uandlech! = "Steig ihm hinzu ordentlich!"

ÄÄschīdÄÄgng

"hineinsteigen": unter besonderem Einsatz der Füße derb in einen Zweikampf gehen: īBfÅÅ, īdä schīdÄÄgng ÄÄnä! = "Wahnsinn, die steigen hinein!"

ÄÄruuīdschn

"hineinrutschen" (d.h. mit den Füßen)

ÅÅīs īd schlaaībfn Ån

"aus den Schlapfen hauen": aus den Schuhen hauen (d.h. im Fußball: schwer foulen)

ÅÅīs īde ībookk Ån

"aus die ... hauen": aus den Schuhen (im Wienerischen hier mit dem Artikel "die") hauen (d.h. im Fußball: schwer foulen)

ībiīs unīda īde īduusch + nååchänna

"bis unter die Dusche nachrennen": während des ganzen Spiels hautnah decken

ÅÅv an schmää + ÄÄ~åan

"auf einen Schmäh einfahren": sich von einer Finte täuschen lassen --- īDäaad am ÅÅv an jäädn schmää ÄÄ~. "Der fährt einem auf einen jeden Schmäh ein."

ībŒŒīgää~

"... gehen": enteilen; entwischen --- īBäfua r a da ībŒŒlä īgääīdh, låß schīdää~ n fuuaß! = Bevor er dir entwischt, lass den Fuß stehen (gemeint: sodaß er darüber stolpert)!

ībräässībååe, īda

"Preßball, der":Ball, den zwei (gegnerische) Spieler gleichzeitig in (etwa) entgegengesetzte Richtung zu spielen versuchen

ībräässa, īda

"Presser, der": Pressball --- ÅÅv an ībräässa īgää~ = auf einen Preßball gehen (d.h.: einen Ball zu spielen versuchen, obwohl sich gerade der Gegenspieler anschickt, ihn in die (etwa) entgegengesetzte Richtung zu spielen)

 

SÜNDEN UND SÜHNEN

 

īse ååässn

"sich hinunterlassen": sich im Spiel nicht so einsetzen, wie man könnte

aaÄm

"eine reiben": eine Ohrfeige geben --- īGää rÄÄw am aanä! = "Geh reib ihm eine!"

aaÅÅfägng

"eine auflegen": einen Schlag ins Gesicht versetzen; eine Ohrfeige geben

aaībääīdoniian

"eine betonieren": einen Schlag ins Gesicht versetzen; eine Ohrfeige geben (Achtung: "ībääīdoniian" heißt auch "(in einem Match) vernichtend schlagen")

aaåå~schiiam

"eine anschieben": einen Schlag (ins Gesicht ?) versetzen

aaschmiian

"eine schmieren": eine Ohrfeige geben

in īd ībaappm / īgooschn Ån

"in die ... / ... hauen: in die Fresse schlagen ("ībaappm" und "īgooschn" bedeuten beide "Fresse")

ībianan

"birnen": verprügeln (mit Schlägen gegen die "Birne", d.h. den Kopf?)

adaÅl, īdäīs

"Mörder-Foul, das": besonders brutales Foul

ībluaīdīgrääīdschn, īde

"Blutgrätsche, die": eine gesundheitsgefährdende Grätsche von hinten (im fußballerischen Zweikampf)

ībookk, īda

"Bock, der": Tritt in den Hintern --- I hÅÅ da īglÄÄ an ībooīg in åasch! = "Ich haue dir gleich einen Bock in den Arsch!" = Ich trete dich gleich in den Arsch! (vgl.: "ībookk" bedeutet auch "Schuhe")

an ībookk + ååÄn

"einen Bock hinunterhauen": in den Hintern treten

ghnäädlÄda, īda

"Knödelreiter, der": Stoß mit dem Knie in den Hintern

ghŒŒlarÄÄ, īde

"Keilerei, die": Rauferei

ghœœch, īda

"Kelch, der": schwere, leicht in Tätlichkeiten ausartende Auseinandersetzung --- üsīd an ghœœch? = "Willst du einen Kelch?"

ÅÅv an eschn ībaass schībüün

"aufī einen falschen Pass spielen": mit dem Spielerpass von jemand anderem spielen (und so eine Spielberechtigung vortäuschen)

īgschoowanä ībaīdii, īde

"geschobene Partie, die": Match mit manipuliertem Spielausgang

a liingīgä īdraan

"eine Linke drehen": einen betrügerischen Plan ausführen (wie zum Beispiel: Spielergebnisse manipulieren)

aa~ / zwaa / ... schībüü īgriagng

"ein / zwei / ... Spiele kriegen": eine Strafe von ein / zwei (usw.) Spielen bekommen (d.h. daß man an diesen Spielen als Strafe für ein Vergehen gegen die Fußballregeln nicht teilnehmen darf)

 

DER SPORTUNFALL

 

ÅÅfzaan

"aufziehen" --- īDään håz foe ÅÅfzaaīdh = "Den hat es voll aufgezogen.": Der ist mit großer Wucht hingefallen.

īduaban, īda

"Turban, der": Kopfverband

īblääīdschn, īde

"..., die": großflächige Verletzung, z.B. große Schürfwunde

īdiiwä, īda

"..., der": Beule

īdschääkkaībuuff, īda

"..., der": Stoß in die angespannte Muskulatur

waa~ im schii~ībaa~, īdäīs

"... im Schienbein, das": Kerbe im Schienbein

in īd ÄÄa schiiaßn

"in die Eier schießen": in die Hoden schießen

in īd īgoogaln

"in die ...": in die Hoden

īsä ībäīdiina

"sich bedienen": (bedeutet in diesem Zusammenhang:) sich (zumindest mittelschwer) verletzen

ībäīdiinīdh īsÄÄ~

"bedient sein": eine (zumindest mittelschwere) Verletzung (oder psychischen Schaden) erlitten haben;

īse a(n) ... ÅÅffä-Ån

"sich ein/eine ... hinaufhauen": bei sich ein/eine ...(Name eines Heilmittels) äußerlich anwenden

 

DER BALLESTERNDE MENSCH UND SEINE FUNKTIONEN

 

īgiikka, īda

"Kicker, der": Fußballer (auch: balltechnisch begabter, mit viel Spielverständnis ausgestatteter Fußballer)

 

Spielpositionen; Spielpositionen einnehmen

 

īgooeå~, īda (nur Ez.)

"Goal-Mann, der": Tormann, Torhüter (Einzahl)

īgooeÄīdh, īde (nur Mz.)

"Goal-Leute, die": Torhüter (Mehrzahl)

īgooeääsl, īda

"Goal-Esel, der": Tormann, Torhüter

īsä ÄÄschīdœœn

(inīs īgooe / in īd hiittn / inīs īdiiaLL / in īd ghiiīsīdn)

"sich hineinstellen (ins Goal, in die Hütte, ins Türchen, in die Kiste)": die Tormannposition einnehmen (vgl.: īse hiinīd ÄÄnäschīdœœn = "sich hinten hineinstellen": mit allen oder fast allen Spielern verteidigen)

aansaīgoole, īda

"Einser-Goalie, der": der zur Standardformation gehörende Tormann

zwaaraīgoole, īda

"Zweier-Goalie, der": Ersatztormann

ÅÅßnībraakka, īda

"Außenpracker, der": Außendecker

īsÅÅsa,

īda (liingīgä / ächīdä)

"Sauser, der (linke / rechte)": Links-/Rechtsaußenposition --- īDu schībüüīsīd hÄÄd am liingīgn īsÅÅsa! = Du spielst heute Linksaußen!

Charakterisierung der Spieler nach ihren fußballerischen Qualitäten

 

īgiikka, īda

"Kicker, der": balltechnisch begabter, mit viel Spielverständnis ausgestatteter Fußballer (auch allgemein: Fußballer - siehe oben)

aanīdiīgiikka, īda

"Antikicker, der": (besonders: balltechnisch) inferiorer Fußballer

ībååzznīgiikka, īda

"...kicker, der": Spieler von höchster fußballerischer Qualität, besonders im technisch-taktischen Bereich

wœœīdīgiikka, īda

"Weltkicker": Spieler von höchster fußballerischer Qualität, besonders im technisch-taktischen Bereich

wåånsinnīsīgiikka, īda

"Wahnsinnskicker": Spieler von höchster fußballerischer Qualität, besonders im technisch-taktischen Bereich

zaanggla, īda

"Zangler, der": balltechnisch begabter, fintenreicher Fußballer

dribblaanīsīge, īda:

"Dribblanski, der": balltechnisch begabter, fintenreicher Fußballer (oft mit dem Unterton, daß er das Dribbeln übertreibt)

raīsīdäälle, īda

"Rastelli, da": balltechnisch begabter, fintenreicher Fußballer

a īgfüü + im fuuaß + hååm

"ein Gefühl im Fuß haben": balltechnisch begabt sein

ībååīdīgiikka, īda

"Badkicker, der": balltechnisch nicht unbeschlagener, aber (wegen schwacher Kondition, mangelndem Körpereinsatz, fehlendem Spielverständnis) ineffektiver Fußballer (Erklärung: in vielen Wiener Sommerbädern gibt es Wiesen, auf denen sich Badegäste meist barfuß und bei hohen Temperaturen zu einem entsprechend gemütlich geführten Fußballspiel zusammenfinden)

ībaaīgīgiikka, īda

"Parkkicker, der": balltechnisch beschlagener Spieler (im Gegensatz zum oberhalb angeführten Wort "ībååīdīgiikka" drückt dieser Ausdruck oft Anerkennung aus, zumindest wenn damit ein talentierter junger Amateurspieler charakterisiert werden soll)

īdooaschīdåångan-ībäässara, īda (liingīgä / ächīdä)

"Torstangenbewässerer, der (linke / rechte)": (einem unfähigen Fußballer in spöttischen Bemerkungen zugedachte, real nicht existente Spielposition)

īgåånz liinx / ächz +

īdrÅÅßn + schībüün

"ganz links / rechts draußen spielen" (nämlich außerhalb des Spielfeldes): (einem unfähigen Fußballer in spöttischen Bemerkungen zugedachte Einnahme einer real nicht einehmbaren, weil nicht existenten Spielposition)

huunzīgiikka, īda

"Hundskicker, der": miserabler Fußballer

ībliindä, īda

"Blinde, der": Fußballer ohne Übersicht

ghuua, īde

"Kuh, die": untalentierter Fußballer

hÄÄsl, īdäīs

"Häuschen, das": Unfähiger

ībååīdschaīdh

"...": ungeschickt

ÄÄsnfuuaß īda

"Eisenfuß, der": balltechnisch limitierter, aber beinharter Spieler

waadlībÄÄßa, īda

"Wadenbeißer, der": Spieler, der sich in seinen Gegenspieler verbeißt wie ein Hund in eine Wade

raambo, īda

"Rambo, der": athletisch gebauter Spieler mit beinhartem Zweikampfverhalten

hoezīgschniizzīdä, īda

"Holzgeschnitzte, der": ungeschlacht wirkender Spieler mit geringem balltechnischen Vermögen

īgrääzzn, īde

"Krätzen, die" (von "kratzen"): Scabies (eine Hautkrankheit); unangenehmer Mensch; (fußballspezifisch:) hinterhältig foul spielender Fußballer

īgläättn, īde

"Klette, die": Spieler mit Deckungsaufgabe, der dem von ihm zu deckenden Gegenspieler keinen Moment unbewacht läßt

ībräämsnīdiiaībh, īda

"Bremsen(= Prämien)dieb, der": Spieler, der seine Mannschaft durch einen schweren Fehler um die Sieges- oder Unentschiedenprämie bringt (der Ausdruck wird auch verwendet, wenn gar nicht um Prämien gespielt wird)

fÅÅīsÅÅ, īde

"foule Sau, die": ständig foul spielender Fußballer (Anmerkung: "fÅÅlä īsÅÅ" kann auch "faule Sau" bedeuten)

schwÄÄnīsīgiikka, īda

"Schweinskicker, der": miserabler Fußballer

fliiagngänga, īda

"Fliegenfänger, der": Tormann, der beim Fangen oft danebengreift

ÄÄaīgoole, īda

"Eiergoalie, der": unfähiger Tormann

 

 

 

 

ÄÄīdraara, īda

"Hineindreher, der": Angeber; (im Fußball auch:) Spieler ohne Teamgeist, der angeberisch, nur auf den augenblicklichen Beifall bedacht, spielt

åamä, īda

"Warme, der": Homosexueller --- īDäa schībüüīd wia r a wååama! = "Der spielt wie ein Homosexueller" (damit wird im Wiener Fußballjargon ausgedrückt, daß jemand in seinen Aktionen die nötige Härte bzw. den nötigen Nachdruck vermissen läßt) (Der Autor möchte mit dieser Bemerkung und mit den anderen politisch unkorrekten Stellen im vorliegenden Dialekt-Wörterbuch niemanden beleidigen. Er ist nur um die Aufzeichnung der Sprachwirklichkeit bemüht.)

 

Einstufung nach der Herkunft (siehe auch: "Potentielle Länderspielgegner")

 

īgscheäadä, īda

"Gescherte, der" = "Geschorene, der": Fußballer (oder allgemein: männliche Person) vom Land (in der Wiener Fußballersprache meist gemeint: aus Niederösterreich)

ībuuagnglaandla, īda

"Burgenländer, der": Fußballer (oder allgemein: mänliche Person) aus dem Burgenland

īdschuusch, īda

"Tschusch, der": männliche Person aus Jugoslawien oder einem früher zu Jugoslawien gehörigen Land (am ehesten Bosnien, Mazedonien)

ghamœœīdrÄÄwa, īda

"Kameltreiber, der": Fußballer (oder allgemein: männliche Person) aus einem arabischen oder sonstigem nahöstlichen Land)

īblooßfiaßigä, īda

"Bloßfüßige, der" Spieler aus einer (vor allem: fußballerisch) unterentwickelten Weltgegend

īblooßhaappaīdä, īda

"Bloßfüßige, der": Spieler aus einer (vor allem: fußballerisch) unterentwickelten Weltgegend

 

Einstufung nach geistiger und allgemeiner Fähigkeit (kleine, nicht fußballspezifische Auswahl)

 

schwiindlichä, īda

"Schwindlige, der": nicht ganz Zurechnungsfähiger; in einem Wolkenkuckucksheim Lebender

hiianschiissla, īda

"Hirnschüssler, der": geistig Abnormer (der sich so aufführt wie jemand, dem man ins Hirn geschossen hat)

schiissla, īda

"Schüssler, der": geistig Abnormer

schüüttla, īda

"Schüttler, der": geistig Abnormer

wää, īdäīs

"Weh, das": unfähiger Mensch

ättl, īdäīs

"..., das": unfähiger Mensch (verniedlichend für "wää")

waappla, īda

"Wappler, der": Weichei

åå~īgschiittä, īda

"Angeschüttete, der": geistig Abnormer

 

Einstufung nach Sittlichkeit und Sympathie (kleine, nicht fußballspezifische Auswahl)

 

ībüücha, īda

"Pülcher, der": sittlich verkommener Mensch

åaschloch, īdäīs

"Arschloch, das"

īgschiissanä, īda

"Geschissene, der": Arschloch; extrem unsympathischer Mensch

uunīguusīdl, īda

"Ungustl, der": unfreundlicher Mensch

uunīsimībaaīdla, īda

"Unsympathler, der": unsympatischer Mensch

 

physische Charakterisierung (kleine, nicht fußballspezifische Auswahl)

 

īgschīdÅÅchīdä, īda

"Gestauchte, der": untersetzter Mann

ååzwiikkīdä, īda

"Abgezwickte, der": kleingewachsener Mann

låångä, īda

"Lange, der": großgewachsener, schlanker Mann

īdiarrä, īda

"Dürre, der": sehr dünner Mann

īblaadä, īda

"Geblähte, der": Dicker (nicht unbedingt mit Blähungen)

åmībaīdä, īda

"Wampige, der": Dicker ("åmībm" = "fetter Bauch")

wÄÄßä, īda

"Weiße, der": 1) Weißhaariger; 2) Mensch mit sehr hellem Teint und hellblondem Haar

rooīdschäädlaīdä, īda

"Rotschädelige, der": Rothaariger

rooīsīdichä, īda

"Rostige, der": Rothaariger

īglååzzaīdä, īda

"Glatzige, der": Glatzköpfiger

ībåaīdaīdä, īda

"Bärtige, der"

ībœœzīgooschal, īdes

"Pelzmäulchen, das": Mann mit Bart rund um den Mund (besonders in den 80er-Jahren als nicht ganz wohlmeinender Spitzname für einen kritischen Wiener Sportjournalisten in Verwendung)

ååedä, īda

"Alte, der": (auf Fußballplätzen bereits für Spieler knapp unter 40; Achtung: das Wort ist ohne Artikel in der Form "ååeda" = "Alter" als vertrauliche Anrede zwischen (meist jüngeren) männlichen Personen etwa gleichen Alters in Gebrauch, vor allem um die Aufmerksamkeit des Gegenübers zu erwecken oder um an ihn zu appellieren (besonders auch im Fußball!); weiters dient es als bedeutungsloses Füllwort: ich konnte einmal beobachten, wie ein Jugendlicher in seinen an ein Mädchen (!) gerichteten Wortschwall eine wahre "ååeda"-Kaskade einwob)

zåånluukkaīdä, īda

"Zahnlückige, der": Mann mit einer Zahnlücke

 

DIE MENTALE DIMENSION DES SPORTS

 

med an ībÄÄschīdriich + in da hoosn + ÅÅssäänna / schībüün

"mit einem Beistrich in der Hose hinausrennen / spielen": übernervös ins Spiel gehen / spielen (Erklärung: "Beistrich in der Hose" soll andeuten, daß sich der bzw. die betreffende(n) Persone(n) vor Angst in die Hose gemacht haben)

an ībÄÄschīdriich + in da hoosn + hååm

"einen Beistrich in der Hose haben": übernervös sein; überängstlich sein (so daß man in die Hose gemacht hat)

fliiībm

"flippen": nervös sein; Angst haben

rooen

"rollen": zum Narren halten --- üīsīd me rooen? = Willst du mich zum Narren halten? (Das Wort kann auch "durch fintenreiches Spiel zum Narren halten" bedeuten)

am schmää hooedn

"am Schmäh halten": zum Narren halten

ÅÅf ... + haaß īsÄÄ~

"heiß sein auf": 1) wütend sein auf --- īDee īsaan scho åållä īgåånz haaß Åv äam! = Die sind schon alle ganz wütend auf ihn! 2) sehnlichst erwarten --- I ībiin scho īgåånz haaß Åf īdäīs määīdsch! = Ich sehne das Match schon herbei!

(a) īsoo an eīs + hååm

"(einen) so einen Hals haben": ganz wütend sein (sodaß die Adern am Hals heraustreten; diese heraustretenden Adern werden in einer anderen Phrase mit gleicher Bedeutung – deren genauer Wortlaut noch zu recherchieren wäre - als "ghaawän" = "Kabeln" bezeichnet)

 

DER TRAINER, SEIN WÜTEN, SEIN SCHICKSAL

 

īdrääna, īda

"Trainer, der": (von den Spielern auch häufig als Anrede für den Trainer gebraucht – natürlich ohne Artikel, auch ohne "Herr")

schīdÄÄgara, īda

"Steigerer, der": Steigerungslauf

eeäschīdåånzībäwää-gunggan, īde

"Ehestandsbewegungen, die": bei Trainern beliebte Umschreibung für schlampig ausgeführtes Hüftkreisen

schīdaanzn

"stanzen": entlassen (Entlassung ist ein häufiges Trainerschicksal; das Wort wird im Wiener Dialekt aber allgemein für "entlassen" verwendet)

n wÄÄsl īgriiagng

"den Weisel kriegen": (mitunter:) entlassen werden ("Weisel" laut P. Wehle eigentlich: "Lokalverbot"; "Abschied")

n wÄÄsl īgääm

"den Weisel geben": (mitunter:) entlassen

n huaīdh + īdrÅÅfÅn

"den Hut draufhauen": resignieren; aufgeben; den Hut nehmen; von einem Posten zurücktreten (auch dieses Wort wird nicht nur auf Trainer bezogen verwendet)

 

RUND UM DEN SCHIEDSRICHTER UND SEINE ASSISTENTEN

 

schiiare, īda

"Schiri, der": (Abk. für:) Schiedsrichter

schwåazä, īda

"Schwarze, der": Schiedsrichter (waren früher einheitlich schwarz gekleidet; das Wort hat sich bisher trotz Änderung der Schiedsrichterdressen erhalten)

schwåaīsÅÅ, īde

"schwarze Sau, die": (abfällig für:) Schiedsrichter

schwåaåaschloch, īdäīs

"schwarzes Arschloch, das": (abfällig für:) Schiedsrichter

ÅÅīdwaachla, īda

"Outwachler": Linienrichter (jetzt offiziell "Schiedsrichter-Assistent" genannt)

waachln

"wacheln": mit der Fahne (einen Regelverstoß, ein Aus - in Österreich: "Out" - usw.) anzeigen

schaaßÄÄglaīdh

"Furz-äugig", "scheißäugig": schwachsichtig (zur Beschreibung eines Schiedsrichters bzw. Schiedsrichter-Assistenten, der einen Regelverstoß übersieht)

ååīblååsn

"abblasen": (ein Match) abpfeifen --- īBlåås åå de ībaīdii! = Pfeif ab das Match!

ÄÄīblååsn

"hineinblasen": (bei einem Regelverstoß) das Spiel durch einen Pfiff unterbrechen --- aīsīd schwåaza, īblåås ÄÄnä! = "Hörst du, Schwarzer, blas hinein!" --- Du, Schiedsrichter, hör mal, pfeif doch!

īde īgœœwä / īd roodä äm

"die Gelbe / die Rote geben" = (einem Spieler) die gelbe / die rote Karte zeigen --- īGiiw (e)am de īgœœwä! = "Gib ihm die Gelbe!"

ÅÅssäån

"hinaushauen": (einen Spieler) ausschließen (Anmerkung: "aussehaun" bedeutet auch "(den Ball) aus dem Feld schießen / werfen")

ÅÅffäåchng, īse

"hinaufmachen, sich": sich so verhalten (z.B. meckern oder sich ungebührlich benehmen), daß man (jemandes - in der Regel des Schiedsrichters) Unmut auf sich zieht --- īse n schiiare ÅÅffämååchng = sich so verhalten, daß man den Unmut des Schiedsrichters auf sich zieht

a īgooschn åå~nga

"eine Goschen anhängen": eine derbe, beleidigende Bemerkung machen zu (jemandem) (eine Phrase der Wiener Allgemeinsprache) --- Unīd wia r a īd roode īgriaīgīd håīdh, håd a m schiiare noo a īgooschn åå~īghänggīdh. = Und wie er die rote Karte bekommen hat, hat er den Schiedsrichter noch grob beleidigt.

ååīdråågng

"hinabtragen": benachteiligen --- īDa schiiare håd uns ååwäīdråågng. = Der Schiedsrichter hat uns benachteiligt.

åå~īgschīdoochng īsÄÄ ~

"angestochen sein": bestochen sein

īs ībfÄÄfal + īgschluuīgīdh / īgfräässn + hååm

"das Pfeifchen geschluckt / gefressen haben": (bezieht sich auf Schiedsrichter, die einen Regelverstoß nicht ahnden – als ob sie die Schiedsrichterpfeife geschluckt / gefressen hätten)

åīdschīgan

"matschkern": meckern (meist auf Spieler gemünzt, die über Schiedsrichter-Fehlentscheidungen meckern)

 

DER FUSSBALLPLATZ, DAS STADION

 

hiittn, īde

"Hütte, die": Stadion: īDe hiittn iīs ībuummfooe. = "Die Hütte (= das Stadion) ist bummvoll." = Das Stadion ist bis auf den letzten Platz besetzt. (Anmerkung: "hiiīdtn" bezeichnet auch die mit Torlinie und Torgehäuse oder – in Hobbyspielen – anderswie als Tor markierte Stelle auf dem Spielfeld)

 

Das Spielfeld

 

īgschīdääīdn / īgschīdäädn, īde

"..., die": (im Zusammenhang mit Fußball:) nur teilweise mit Gras bewachsenes, schlecht gemähtes, insgesamt desolates Spielfeld

ååkka, īda

"Acker, der": unebenes, schlecht gemähtes Spielfeld

rooeäadn, īde

"rote Erde, die": roter Aschenplatz

 

Rund um das Spielfeld

 

ībaanggl, īdäīs

"Bänkchen, das": Ersatzbank (Bank, auf der die Ersatzspieler sitzen) īDäa īsiizzīd nääd amåea (r) am ībaanggl. = Der sitzt nicht einmal mehr auf der Ersatzbank.

fuunsn, īde

"..., die": schwaches Licht; schwaches Flutlicht; (auch:) häßliche Frau --- īDraa ÅÅf īde fuunsn! / Schåed ÄÄ~ de fuunsn! = Drehe das (schwache) Flutlicht an! / Schalte das (schwache) Flutlicht ein!

ghaanīdn, īde

"Kante, die": Kantine

īsiizza, īda

"Sitzer, der": Sitzplatz; Sitzplatzkarte (Achtung: "īsiizza" bedeutet auch "hundertprozentige Torchance")

schīdääa, īda

"Steher, der": Stehplatz; Stehplatzkarte

juchää, īda

"..., der": hochgelegener, wegen der großen Entfernung vom Spielfeld billiger Tribünenrang --- am juchää = auf den billigen Tribünenplätzen

 

In der Umkleidekabine

 

an ghooffa + schīdää~ + åssn

"einen Koffer stehen lassen": übelriechend furzen

 

Vor den Toren des Stadions

 

schlÄÄch, īda

"Schleich, der": Schleichhandel (vgl.: "schlÄÄch, īde" (Mz.) = "Schläuche, die": Beine) --- Im schlÄÄch īgriaīgīsīd no an īsiizza um füünf ghiilo. = Im Schleichhandel bekommst du noch eine Sitzplatzkarte um fünfhundert Schilling. (Anmerkung: "kilo" bedeutet zwar auf griechisch "tausend", wird im Wienerischen aber für "hundert" verwendet)

 

DIE MANNSCHAFTEN UND IHR ANHANG

 

īde

"die" (Einzahl weiblich): Artikel für Mannschaften; der Artikel wird im Wiener Dialekt vielfach auch vor dem Mannschaftsnamen verwendet, z.B. "īde Raībiiīd" = "die Rapid"

uunsrichng, īde

"Unsrigen, die": die Mannschaft, deren Anhänger man ist

wiazÅīsīdruuppm, īde

"Wirtshaustruppe, die": 1) Mannschaft, aus den Stammgästen eines Wirtshauses gebildet; 2) schlecht eingespielte Mannschaft unterdurchschnittlicher Spieler

schwiindlichä ībaīdii / īdruuppm, īde

"schwindlige Partie / Truppe, die": Mannschaft mit vorwiegend menschlich unausgereiften Spielern. --- A soo (r) a schwiindlichä ībaīdii! = "Eine so eine schwindliche Partie!"

īgreäanä ībaīdii / īdruuppm īde, īde

"grüne Partie / Truppe, die": ziemlich unfaire Mannschaft

zaangglaībaīdii / -īdruuppm, īde

"Zanglerpartie / -truppe, die": Mannschaft mit balltechnisch beschlagenen Spielern

huunzīdruuppm, īde

"Hundstruppe, die": miserable Mannschaft

ååīgraaslībaīdii, īde

"...partie, die": miserable Mannschaft (lt. P. Wehle ist ein "Ågråsl" eine "Stachelbeere"; beachte abgesehen von der unterschiedlichen Schreibweise auch die unterschiedliche Aussprache)

ääfhÅÅdaäbm, īda

"FC Haudaneben, der": Mannschaft, deren Spieler den Ball selten richtig treffen

ääfråånīdschīdaa ~, īda

"FC Randstein, der": inferiore Mannschaft (das Vokabel tauchte im August 1998 in hochdeutscher Schreibweise in der "Staberl"-Kolumne der "Kronen-Zeitung" auf; mir ist seine mundartliche Verwendung nur dunkel in Erinnerung)

häävnībaīdii, īde

"Häfenpartie, die": Mannschaft, bei der man mutmaßt, daß der größte Teil ihrer Spieler schon im Gefängnis (= "häävn") gesessen ist ("häävn" bedeutet eigtl. "Topf")

huundaīdh + jååa + schīdaa~

"hundert Jahre Stein": Spieler einer Mannschaft, über die man mutmaßt, daß sie in Summe schon 100 Jahre in der Strafanstalt von Stein an der Donau (Gefängnis für Schwerverbrecher) inhaftiert waren --- īBÄ īdääna schībüün huundaīd jååa schīdaa~! = "Bei denen spielen 100 Jahre Stein!" // īDå schībüün huundaīd jååa schīdaa~! = "Da spielen hundert Jahre Stein!"

īgscheäadn, īde

"Gescherten, die": Verein / Mannschaft / Spieler / Mensch aus einem der österreichischen Bundesländer außer Wien; besonders: Verein / Mannschaft / Spieler / Mensch aus Niederösterreich

wuundaīdiim, īdäīs

"Wunderteam, das": ein längere Zeit mit annähernd gleicher Besetzung spielendes österreichisches Nationalteam der Zwischenkriegszeit, dessen Leistungen weltweit Aufsehen erregten

Raībiiīdh, īde

"Rapid, die": der österreichische Rekordmeister Rapid Wien

īGreäanan, īde

"Grünen, die": der österreichische Rekormeister Rapid Wien (dessen Vereinsfarben grün-weiß sind) (Achtung: "īgreäa~" bedeutet auch "(moralisch oder leistungsmäßig) inferior")

īgreäaåaschloch, īdäīs

"grüne Arschloch, das": Rapidspieler oder –anhänger aus der Sicht eines gegnerischen Fans

 

POTENTIELLE LÄNDERSPIELGEGNER

 

Ghaazzlåcha, īde

"Ggatzelenmacher, die": Itialiener ("Ggatzelen" hießen laut P. Wehle von italienischen Wanderhändlern hergestellte und vertriebene Schöpfkellen)

Iiīdaīga, īde

"Itaker, die": Italiener

schībaīättifräässa, īde

"Spaghettifresser, die": Italiener

īBiifīgä, īde

"Piefke, die": Deutsche

īBääm, īde

"Böhmen, die" (auch für andere Tschechen, sogar für Slowaken)

īGrawåådn, īde

"Krawatten, die": Kroaten

Juugooīs, īde

"Jugos, die": Jugoslawen

īBollaakkng, īde

"Pollacken, die": Polen

 

DIE LEISTUNGSKLASSEN UND LIGEN

 

äaīsīdä, īde

"Erste, die": erste Mannschaft = Kampfmannschaft eines Vereins --- īSÄÄīd wåånn schībüüd nn īdeäa in da äasīdn? = "Seit wann spielt denn der in der Ersten?"

wüü, īde

"Revue, die": Reservemannschaft eines Vereins (für die es in den meisten Wiener Ligen eine eigene Meisterschaft gibt)

schuuzzīgruuppm, īde

"Schutzgruppe, die": 1) (heute nicht mehr existente?) Liga für Nachwuchsmannschaften von Vereinen, die nicht alle für die reguläre Nachwuchs-Meisterschaft erforderlichen Altersklassen beschicken konnten; 2) ( manchmal noch spöttisch für:) Liga von niedrigstem Niveau

ååedn, īde

"Alten, die": 1) Senioren = Fußballer ab 35 Jahren, sofern sie in Spielen für diese Altersklasse teilnehmen; 2) Seniorenmannschaft (Mannschaft ohne Spieler unter 35 Jahren)

uu aanaÄnzīgh, īde

"U 91, die": scherzhaft für eine Seniorenmannschaft (in Anlehnung an Mannschaftsbezeichnungen wie z.B. "U 18" für Teams mit Spielern unter 18 Jahren; statt "91" kann auch eine andere, ähnlich hohe Zahl verwendet werden)

ībÄ īde īgscheäadn

"bei den Geschorenen": in einer österreichischen Regional-, Landes- oder noch tieferen Liga ohne Beteiligung von Wiener Mannschaften; besonders: in einer niederösterreichischen Liga --- īDäa schībüüīd ībÄ de īgscheäadn. = "Der spielt bei den Geschorenen"

 

WAS DA SONST NOCH KREUCHT UND FLEUCHT

 

zÄÄgara, īda

"Zeugerer, der ": Zeugwart

īsaane, īda

"Sani, der": Sanitäter

faībåånzīdäloschiiadä, īda

"Verbandsdelogierte, der": Verbandsdeligierter (i.e. Vertreter des Vereins im Fußballverband (man fragt sich, ob die Ersetzung von "-deligiert" durch "-delogiert" mutwillig oder Ausdruck des Bildungsniveaus breiter Fußballerkreise ist)

ghiiwara, īda

"Kieberer, der": Polizist (bei Spielen mit größerem Zuschaueraufkommen als Ordnungshüter eingesetzt)

hää, īde

"Höhe, die": 1) Höhe; 2) Polizei; 3) Polizeistube; Kommissariat --- I wååa Äf īda hää. = Ich war auf der Polizei (i.e. im Kommissariat, in der Polizeistube).

 

FUSSBALL ANDERS UND SEINE VERWANDTEN

 

īglaanä, īde

"Kleine, die": Fußballspiel auf einem (im Vergleich zu einem regelkonformen Spielfeld) deutlich kleineren Spielfeld, meist auch ohne Tormann auf sehr kleine Tore (Anmerkung: das Wort "īglaa~īglaa~" = "Klein-klein" ist mir als Bezeichnung für eine hauptsächlich mit Kurzpassspiel operierende Spielweise geläufig; möglich, daß es von manchen Wiener Fußballern auch für "īglaanä" im oben beschriebenen Sinn verwendet wird)

haallnīgiikkal

"Hallen-Kickchen": Fußballspiel in einer Sporthalle auf kleinem Spielfeld mit kleinen Toren

haallnīgiiīkk

"Hallen-Kick": Fußball (die Erscheinungsform, nicht das Match) in einer Sporthalle auf kleinem Spielfeld mit kleinen Toren

hööschä, īde

"..., die" ("sch" stimmhaft): Fußball-Übungsspiel, bei dem sich mehrere Spieler (mit Abständen) im Kreis aufstellen und sich den Ball (auch über den Kreisinnenraum) zuspielen, wobei ein oder mehrere zusätzliche Spieler versuchen müssen, den im Kreis stehenden den Ball mit fairen Mitteln abzujagen

ghooībfwollää

"Kopf-Volley": Fußball-Übungsspiel, bei dem ein Tor nur zählt, wenn der Ball in der Luft, also mit dem Kopf oder "volley" mit dem Fuß getroffen wurde

aa~e / zwaae + ībäüan

"einmal / zweimal berühren": verschärfende Auflage in einem Trainingsspiel, der zufolge der Ball von einem Spieler zwischen Ballannahme und –abgabe nur ein- bzw. zweimal berührt werden darf --- Miaåm aan meäa, dafiia schībüü ma med aa~e ībärüüan! = Wir haben einen (Spieler) mehr, dafür spielen wir mit ‚einmal berühren‘"

īschuusara

"Schusserer, der": Fußballspiel auf meist kleinem Feld, bei dem ab einer bestimmten Distanz zum gegnerischen Tor (meist die halbe Spielfeldlänge oder mehr) geschossen werden muß, bis zu dieser "Schußlinie" aber keine Behinderung durch den Gegner erfolgen darf

īuumībaīdÄÄischä, īde

"Unparteiische, die": Fußballspiel auf ein Tor, bei dem jedes von zwei Teams (oder jeder von zwei Spielern) versucht, einem "unparteiischen" Tormann mehr Tore zu schießen der Gegner (nicht zu verwechseln mit hochdeutsch-sportsprachlich "Unparteiische, der" = Schiedsrichter)

ghääfech, īda

"Käfig, der": mit einem hohem Drahtgitter umzäunter Bereich eines Parks, dient den Kindern meist als Fußballspielfeld

ībääsalībaaīgh, īda

"Beserl(=kleiner Besen)park, der": kleine Parkanlage, oft mit einem "Käfig" (siehe oben)

īdiiībīgikk / diiībīgiikk, īdes

"Tipkick, das": (ein Fußballsimulations-Tischspiel)

(īb)fiiīdschiīgoogaln

"Pfitschigogerln": (ein früher besonders bei Schülern beliebtes Fußball-Simulationsspiel mit Münzen auf einer Tischplatte); (auch:) "Pfitschigogerln" spielen

wuuzla, īda

"..., der": Tischfußball

wuuzln

"...": Tischfußball spielen

 

BERÜHMTE ÖSTERREICHER UND SOLCHE, DIE NOCH AUF DIE EINBÜRGERUNG WARTEN

 

īDjeego Maraīguuja, īda

"Diego Maracuja, der": Diego Maradona (Argentinier, jahrelang als bester Fußballer der Welt angesehen; der Spitzname "Maracuja" (nach der tropischen Frucht) ist wahrscheinlich nur einem kleinen Kreis geläufig)

īBaībiiaranä, īda

"Papierene, der": Matthias Sindelar (fast körperlos agierendes Fußballgenie im Wien der Zwischenkriegszeit, starb an einer Gasvergiftung)

īDuaL(L) Waagna, īda

"Turl Wagner, der": (Wiener Fußballer)

īBaanīda, īda

"Panther, der": Walter Zeman (Tormann aus Wien)

Schaane īSīgooīdschiiīgh

"Schani Skocik": Johann Skocik (Wiener Fußballer und Trainer)

Haanse(e) / Haan(ä), īda

"Hansi, der": Hans Krankl (weltberühmter Mittelstürmer aus Wien, jetzt Trainer)

Haanseībuale(e) /

Haanseībua(ä) / Haanībua(ä), īda

"Hansiburli, der": Hans Krankl

īGooläaīdo(o)a, īda

"Goleador, der": Hans Krankl (nach dem spanischen Wort für "Goalgetter"; Krankl war spanischer Torschützenkönig im Sold des FC Barcelona)

Schnääkkal, īda

"Schneckerl, der": Herbert Prohaska (balltechnisch brillanter Wiener Fußballer, zur Zeit Trainer des österreichischen Nationalteams)

Schooīgo Schaachna, īda

"Schoko Schachner, der": Walter Schachner (international erfolgreicher Fußballer aus der Steiermark, der heute noch als Vierzigjähriger Profifußball spielt)

Wœœdmaaīsīda, īda

"Weltmeister, der": Ernst Happel (aus Wien, Teamfußballer und einer der weltweit erfolgreichsten Trainer aller Zeiten; der Weltmeistertitel blieb ihm allerdings versagt: als Fußballer wurde er WM-Dritter, als Trainer mit Holland Vizeweltmeister)

Aaschiil, īda

"Aschyl, der": Ernst Happel (Spitzname nach einem ausländischen Kabarettisten)

īDoone īBoeīsīda, īda

"Toni Polster, der": Anton Polster (aus Wien, österreichischer Rekordnationalspieler, Nationalteam-Rekordtorschütze, weltweit bester Erstliga-Torschütze aller derzeit aktiven Fußballer)

īBiimbo īBiinda, īda

"Bimbo Binder, der": (Wiener Fußballer in der Zeit um den 2. Weltkrieg, gefürchtet wegen seiner Schußkraft; Anmerkung: mit "ībiimbo" bezeichnet man auch eher abschätzig Menschen mit schwarzer Hautfarbe; der Fußballer Binder war jedoch Weißer)

Hiikkä(ä), īda

"Hicke, der": Josef Hickersberger (ehemaliger österreichischer Nationalspieler und -teamchef, zur Zeit Trainer in Ägypten)

MuuaL(L) Schaīgarää, īda

"Murl Jacaré, der": Jacaré (brasilianischer Fußballer in Österreich, heute Geschäftsinhaber in Tirol; "muuaLL" bezeichnet einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe)

Ootto Maximaal, īda

"Otto Maximal, der": Otto Baric (Kroate, erfolgreicher Trainer in Österreich, Original; "maximal" ist das Lieblingswort des fließend, aber mit drolligem Akzent Deutsch sprechenden Baric)

īGiixal Ghaalīdnībruunna, īda

"Gigserl Kaltenbrunner, der": Günter Kaltenbrunner (Wiener Stürmer)

īSääīge(e), īda

"Seki, der": Senekowitsch (steirischer Fußballer und Nationaltrainer, betreute das österreichische Team bei der erfolgreichen WM 1978 in Argentinien)

īDraalFiijala, īda

"Dralle Fiala, der": Fiala (Spieler von Austria Wien; Spitzname nach einem Haarwasser)

Raambo, īda

"Rambo, der": Anton Pfeffer (beinharter Nationalteam-Verteidiger aus Niederösterreich; in Anlehnung an die gnadenlos fightende Filmfigur "Rambo")

 

BERÜHMTE AUSSPRÜCHE UND SOLCHE, DIE ES NOCH WERDEN KÖNNTEN

 

īDriin is a, īgnää frÅÅ!

"Drin ist er, gnädige Frau!" (zweideutige Bemerkung anstelle des Torschreis)

īGää(z) schaachschībüün!

"Geh(t) Schach spielen!" (Aufforderung an einen oder mehrere wehleidige Spieler, sich doch lieber einer weniger körperbetonten Freizeitaktivität zuzuwenden)

īGää(z) (īb)fiiīdschiīgoogaln!

"Geh(t) pfitschigogerln!" (Aufforderung an einen oder mehrere für ungeeignet erachtete Spieler, sich einer weniger anspruchsvollen Sportart zuzuwenden; "Pfitschigogerln": ein früher besonders bei Schülern beliebtes Fußball-Simulationsspiel mit Münzen auf einer Tischplatte)

īDäīs ruundä iīs īda ībooen!

"Das Runde ist der Ball!": Spöttisch gemeinte Instruktion eines (besonders: balltechnisch) untalentierten Fußballers

īdi schībiilaīs ...

"die Spieler ..." (im deutsch-wienerisch-holländischen Kauderwelsch des weltberühmten Ernst Happel, als er Trainer in den Niederlanden war - und noch einige Zeit danach)

Schüüzzä lŒŒfīdh!

"Schütze läuft!" (Aufforderung in Hobbyspielen oder im Training an einen Spieler, der den Ball auf eineneben das Tor geschossen hat, den Ball zu holen)

īDa ībaall iīs ruunīdh!

"Der Ball ist rund!" (je nachdem Mut machende, objektive oder resignative Feststellung, welche die Unberechenbarkeit des Fußballspiels ausdrücken soll; diesen Satz spricht man meist annähernd hocheutsch, also mit "ībaall" (aber nicht "ball") statt "ībååen")

A schībüü īdÅÅaīd nÄÄnzīg menuuīdn!

"Ein Spiel dauert neunzig Minuten." (soll ausdrücken, daß ein Fußballspiel erst mit dem Schlußpfiff entschieden ist)

īÅÅfīgääm wiad a ībriiaf!

"Aufgegeben wird ein Brief" (Appell, ein Spiel, ein Turnier, eine Meisterschaft nicht verloren zu geben)

Flååch schībüün, hooch īgwiinna!

"Flach spielen, hoch gewinnen!" (taktische Anweisung, den Ball flach zu spielen, was – zumindest gegen bestimmte Gegner und bei Wind - einem hohen Sieg förderlich sei)

Weäa iiīs ībÄm fuuaßībåe īda schnœœīsīdä? īDa ībååen!

"Wer ist beim Fußball der Schnellste? Der Ball!" (in ein Frage-Antwort-Spiel verpackte taktische Anweisung, lieber mit Pässen das Spiel zu beschleunigen als den Ball lange am Fuß zu führen)

ånn schībüüīd īdee

woochng īde Wijäänna? --- Wåånn häädn īs aīs nn īgeäan?

"Wann spielt diese Woche die Vienna? --- Wann hätten Sieīs denn gern?" (Witz in Dialogform, der über den schon lange unter Zuschauermangel leidenden ältesten Verein Wiens kursiert)

īDäa īglÅÅībīd aa, īda ībååen schībriinīgīdh, wŒŒ a froosch īdriinnīsizzīdh.

"Der glaubt auch, der Ball springt, weil ein Frosch drinnen sitzt." (Ausspruch des Wiener Trainers Max Merkel, mit dem er den mangelnden Fußballverstand eines Spielers charakterisierte)

īDäa ghånn nääd amåe an hiīdraanīdn iwaschībüün!

"Der kann nicht einmal einen Hydranten überspielen." (Bemerkung über das balltechnische Unvermögen eines Spielers)

ånnīs scho näīd īgiikkn

ghäännz, īdånn hÅÅz wäänexīd ÄÄnä!

"Wenn ihr schon nicht kicken könnt, haut wenigstens hinein!" (kolportierter Ausspruch des Wiener Trainers August Starek; "ÄÄnähÅÅn" = roh spielen; foul spielen)

Åeīs waappla!

"Alles Wappler!" ("waappla" = Weichei; Schlappschwanz): (kolportiertes Urteil eines bekannten Wiener Ex-Bürgermeisters über die österreichischen Fußballer)

Jaa das schdiiiiimīdh!

"Ja, das stimmt!" (dem aus Wien stammenden Rekord-Nationalspieler, Nationalteam-Rekordtorschützen, zur Zeit weltbesten noch aktiven Erstliga-Torschützen Anton Polster vom Kaberettisten Mini Bidlinsky in den Mund gelegter Ausspruch, als besagter Spieler Reporterfragen noch recht unbeholfen und stereotyp zu beantworten pflegte; die ersten zwei "d" und das "sch" sind hier stimmhaft zu sprechen – was manche zur Ansicht geführt hat, daß der Ausspruch sich eher nach einem Versuch des ehemaligen Fußballers und nunmehrigen Nationalteamtrainers Herbert Prohaska, Hochdeutsch zu sprechen, anhört.)

ÖöīsīdarÄÄch iīs nooch

nichīd frÄÄ, īdänn äīs īgiiībīd īdi ībolizÄÄ!

"Österreich ist noch nicht frei, denn es gibt die Polizei!" (in meiner Jugend oft gehörter Zuschauerchoral angesichts polizeilicher Präsenz im Stadion)

īDee schībüün wia de

ībalaīdschiingkngīgiikka fon da īÅÅīsīdrija.

"Die spielen wie die Palatschinkenkicker von der Austria." (Ausspruch des Journalisten J. S. als Zuschauer des Semifinales des Fußballturniers der Gesamtchinesischen Sommerspiele, irgendwann Ende der Achtziger-Jahre – und das ist die Wahrheit! "Palatschinke, die": weicher, gefüllter, gerollter Pfannkuchen, an die Spielweise des Fußballklubs Austria Wien erinnernd)

īÅÅßä me īda īsÅÅ, ÅÅßä

me īda īsÅÅ, ÅÅßä, ÅÅßä, ÅÅßä me īda īsÅÅ!

"Hinaus mit der Sau, ...!" (Zuschauerchoral mit der Aufforderung, einen verletzten Spieler der "anderen" Mannschaft vom Platz zu tragen)

aīsīd i muuaß muagng wiida in īd hååkkn!

"Hörst du (= Hör mal), Ich muß morgen wieder in die Hacke (= Arbeit)" (bei Amateurspielen häufig zu hörende Begründung, warum einen der Gegenspieler nicht so brutal foulen soll)

Jåå, hÅÅsmaaīsīda!

"Ja, Hausmeister!" (Gelegentlich zu hörende Entgegnung auf die selbstsichere Prognose "Wir werden Meister!")

maximaal

(Lieblingswort des auch in Wien tätig gewesenen Trainers Otto Baric, mit kroatischem Akzent gesprochen)

Jåå, liinx / räächz īgåånz īdrÅÅßīdh!

"Ja, links / rechts ganz draußen (also nicht mehr auf dem Spielfeld)!" (gelegentlich zu hörende Entgegnung auf die Ankündigung eines Spielers, er werde links / rechts aufgestellt werden)

Schiizriichīda zum

īdääläfoon!

īdelefohn! "Schiedsrichter zum Telefon!" (etwas aus der Mode gekommener Zuruf an einen Schiedsrichter, dem man einen Fehlpfiff vorwirft)

īBÄÄ īdää hååībz n ībÄÄdLL!

"Bei denen habt ihr den Beutel (=Hodensack)!" (Leibspruch eines mir bekannten Amateurfußballers mit dem Sinn: "Gegen die habt ihr keine Chance!" bzw. "Von denen werdet ihr abgewiesen werden!")