FWF project Bureaucrats, Transplant Effect and Institutional Quality II

Key facts

FWF Erwin Schrödinger Grant (nr. J3848-G28)

Duration: March 2016 – March 2019

Research stays at: University of Warwick (2016-2017), University of Groningen (2017-2018) and University of Vienna (return phase 2018-2019)

Abstract for the non-academic audience

Economists consider institutions the rules of the game in modern economies. There is a huge literature on how the right rules improve markets and lead to economic growth and development. However, economists do not fully understand what kind of institutional reforms actually works in particular settings. The received view among many scientists and practitioners – often implicit but occasionally explicit too – is that poor countries should simply emulate the rich nations, and “import” their institutions. However, experience shows that institutional reforms based on such transplantation rarely work. These reforms often appear successful from the outside but fail to deliver real practical benefits.

The research project “Bureaucrats, Transplant Effect and Institutional Quality II” approached this issue with a newly developed dataset that permits investigating the roles and skills of civil servants and how they matter in the success of institutional development. The project was financed by an Erwin Schrödinger Fellowship. This is a grant, which enables investigators to spend time at universities outside Austria and work together with more senior scientists. The project consequently conducted research together with economists at the University of Warwick (UK) and the University of Groningen (Netherlands).

What exactly did we do and what are the results? In the research that has come out of this project, we analyzed the career paths and the education of over 14,000 colonial officers in the British Empire to see if their presence right before independence left an impact on the governance of these former colonies. Our first results have been published in international journals. We found for example, that former colonies experienced lower corruption and delivered more efficient services to the citizens, when British officers remained there as advisors after independence. One assumption is that a prolonged hand-over period improved the overall performance of civil services. To be sure, we interviewed over 100 retired colonial officers in the UK. There responses largely confirmed our assumptions. As simple as this may sound, this is an important new argument in the development literature.

What will happen next? Not least because of this project, looking at the skills of civil servants is gradually becoming an exciting new field in economics. A follow-up project financed by the Austrian National Bank’s Anniversary Fund currently investigates which mechanisms and processes placed colonial servants to their posts. Did the best-suited candidate get the job? Did it matter whether an officer had attended an elite school like Eton or Cambridge? These questions matter for how modern development agencies, such as the World Bank, place their experts. Together with colleagues from other European universities, we plan to look into this issue in a larger project financed by the European Research Council (ERC).

Important links

Publications that have come out of this research grant are listed here

My cooperation with the Ludwig Boltzmann Institute for Digital History is described here

Projektbeschreibung für die allgemeine Öffentlichkeit

Unter dem Begriff Institutionen verstehen Ökonomen die Spielregeln in modernen Volkswirtschaften. Es gibt eine reichhaltige Literatur darüber, wie die richtigen Regeln die Märkte verbessern und zu wirtschaftlichem Wachstum und Entwicklung führen. Ökonomen verstehen jedoch nicht genau, welche Art von institutionellen Reformen in bestimmten Situationen tatsächlich funktionieren. Viele Wissenschaftler und Praktiker sind der Ansicht, dass arme Länder einfach die Spielregeln von reichen Nationen kopieren und ihre Institutionen quasi importieren sollten. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass institutionelle Reformen auf der Grundlage einer solchen institutionellen Transplantation selten funktionieren. Von außen betrachtet erscheinen diese Reformen oft kurzfristig erfolgreich, tatsächlich erbringen sie aber selten den gewünschten praktischen Nutzen.

Das Forschungsprojekt “Bureaucrats, Transplant Effect and Institutional Quality II” näherte sich dieser Fragestellung mit einem neu entwickelten Datensatz, der es erstmals ermöglichte, die Bedeutung und von Beamten (und besonders ihre Ausbildung) für den Erfolg von institutionellen Reformen zu untersuchen. Das Projekt wurde durch ein Erwin-Schrödinger Stipendium finanziert. Dies ist ein Stipendium, das es Forschern gestattet, eine Zeit an Universitäten außerhalb Österreichs zu verbringen und mit erfahrenen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten. In diesem Fall finanzierte das Erwin-Schrödinger Stipendium Forschungen zusammen mit Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Warwick (UK) und der Universität Groningen (Niederlande).

Was genau ist dort passiert und was sind die Ergebnisse? In unseren Untersuchungen haben wir die Karrierewege und die Ausbildung von über 14.000 Kolonialbeamten im britischen Empire analysiert. Wir wollten festzustellen, ob ihre Anwesenheit kurz vor der Unabhängigkeit einen Einfluss auf die Verwaltung dieser ehemaligen Kolonien hatte. Unsere ersten Ergebnisse wurden in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Wir fanden zum Beispiel heraus, dass die Verwaltungen in ehemaligen Kolonien weniger korrupt und generell effizienter waren, wenn dort britische Beamte nach der Unabhängigkeit als Berater angestellt waren. Eine unserer Vermutung ist, dass eine längere Übergabezeit die Gesamtleistung des öffentlichen Dienstes verbessern konnte. Um das herauszufinden haben wir über 100 pensionierte Kolonialbeamte in Großbritannien interviewt. Ihre Antworten haben unsere Annahmen weitgehend bestätigt. So einfach das auch klingen mag, dies ist ein wichtiges neues Argument in der Entwicklungsökonomie

Wie geht es nun weiter? Nicht zuletzt dank dieses Projekts entwickelt sich ein neues und aufregendes Forschungsfeld rund um die Kompetenzen von Beamten in Entwicklungsländern. Das vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank finanzierte Nachfolgeprojekt untersucht derzeit, welche Mechanismen und Prozesse die Zuteilung von Kolonialbeamte auf ihre Posten bestimmten. Gingen Top-Positionen immer an die am besten geeigneten Kandidaten? Welche Rolle spielte es, ob ein Beamter von einer Eliteschule (zB Eton oder Cambridge) kam? Diese Fragen sind wichtig im Hinblick darauf, wie moderne Entwicklungsagenturen (zB die Weltbank) ihre Experten optimal platzieren können. Gemeinsam mit Kollegen von anderen europäischen Universitäten planen wir, dieses Thema in einem größeren Projekt, das – hoffentlich – vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) finanziert wird, zu untersuchen.