Universität Wien

 



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Cum maioribus lachrymis et fletu immenso

Schon immer haben die soziale, religiöse und vor allem kulturelle Dimension des Totengedenkens die Wissenschaft fasziniert. Die führte dazu, dass vor allem im Bereich der Geschichtswissenschaften, den Sprachwissenschaften (allen voran in der klassischen und germanischen Philologie), in der Kunstgeschichte sowie in der Theologie wegweisende Forschungsarbeiten geleistet wurden.

Die zentrale Rolle, die der Musik in diesem Zusammenhang zukommt, steht außer Frage, ist im Detail bislang aber noch kaum untersucht. Nicht nur fehlen sogar bei den bekanntesten Trauerkompositionen des 15. und 16. Jahrhunderts (z.B. den Requiemvertonungen von Johannes Ockeghem und Pierre de La Rue oder Trauermotetten wie Quis dabit oculis von C. Festa und Proch dolor von Josquin des Prez) konkrete Informationen über Entstehung, Verbreitung und Art der Aufführung; vor allem sind ihre Funktion, ihr Bedeutungshorizont oder ihr zeremonielles Umfeld oftmals erst ansatzweise erschlossen.

Mit dem plötzlichen Tod Philipps des Schönen (1506), der sich am 25. September diesen Jahres zum 500. Mal jährt, bietet sich somit ein Ereignis, das in der Tagung zwar memoriert werden soll, das gleichzeitig aber auch den Anstoß geben möchte für eine nachhaltigere Ausein-andersetzung von Trauerkompositionen und deren soziokultureller Einbettung im Spätmittelalter und der Renaissance.

Unverzichtbar ist bei einer solchen - erstmals vornehmlich musikwissenschaftlich ausgerichteten - Tagung der Blick auf verwandte Disziplinen. Durch anerkannte Vertreter benachbarter Fächer werden daher auch verschiedene andere Bereiche des Totengedenkens zur Sprache kommen, so daß generelle zeitgenössische Vorstellungen und Konzeptionen von Tod, Trauer und Jenseits gemeinsam diskutiert werden können.


Ort:
Hörsaal 1 des
Institutes für Musikwissenschaft
der Universität Wien
Universitätscampus AAKH, Spitalgasse 2-4, Hof 9 (Eingang: Garnisongasse 13)
A-1090 Wien