Wintersemester
2000/01

 

Phänomenologie des Leibes

[Kurzbeschreibung]
[Stichwörter]
[Seminarlektüre]
[Ort und Zeit]
[Programm]
[Zeugniserwerb]
[Sprechstunde]
[Kontakt]


LV-Leitung: Dr. Silvia Stoller
LV-Nummer: 601 577
Kennziffern: (3, 8)
Typ: UE, Blockveranstaltung (2-st.) Terminänderung
Ort: Institut für Philosophie, HS 3F


Kurzbeschreibung

Thema der Lehrveranstaltung ist der Körper bzw. in phänomenologischer Terminologie: der Leib. Ausgangspunkt ist das Faktum, dass gängige zeitgenössische Theorien über den Körper bzw. den Leib immer wieder erhebliche Theoriedefizite aufweisen und Körper/Leib gewissermaßen inflationär verwendet werden. Es legt sich nahe, auf phänomenologische Traditionen zu verweisen, die dem Leib und seiner philosophischen Bestimmung einen zentralen Wert beimessen, d. h. insbesondere auf die Spätphilosophie Edmund Husserls, auf Helmuth Plessners Anthropologie und in weiterer Folge vor allem auf die französische Phänomenologie (Sartre, Levinas, Ricœur, Merleau-Ponty). Ziel dieser Lehrveranstaltung ist die systematische Rekonstruktion einer Phänomenologie der Leiblichkeit auf Basis der Phänomenologie Maurice Merleau-Pontys unter Zuhilfenahme der Phänomenologie Bernhard Waldenfels’. Die Themen Leib und Körper, Leib und Erfahrung, Leib und Geschlecht sowie Leib und Konstruktion sollen besondere Berücksichtigung finden. Ziel dieser zweisemestrigen Lehrverstaltung ist der Erwerb eines umfassenden Grundlagenwissens hinsichtlich einer Philosophie des Leibes aus phänomenologischer Sicht.

Stichwörter

Philosophie des 20. Jahrhunderts, Phänomenologie, Leibtheorie (Leiblichkeit), Waldenfels

Seminarlektüre

Bernhard Waldenfels: Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes. Hg. von Regula Giuliani. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2000 (stw 1472). 417 Seiten, ISBN 3-518-29072-X, DM 27,90, EUR 14,00.

Ort und Zeit

Institut für Philosophie, Universität Wien, Universitätsstraße 7,
3. Stock, 1010 Wien, HS 3F, jeweils 16-20 Uhr.
(Vorbesprechung: 9. 10., 16-18 Uhr).

Programm

TERMINÄNDERUNG

Wegen eines Auslandsaufenthaltes müssen die Jänner-Termine leider verschoben werden.

08. 01. »»» Fr, 26. 01. 2001, 14 bis 18 Uhr (Hs 3A)

15. 01. »»» Sa, 27. 01. 2001, 10 bis 14 Uhr (Hs 3A)

Leider dürfen Lehrveranstaltungen bei uns am Samstag nicht über 14 Uhr hinaus abgehalten werden, weshalb nun doch 2 Tage genommen werden mussten. Ich bitte um Verständnis.

23. 10.
Vorbemerkungen, 9–13
I. 1. Alltagsvorstellungen und Sprachformen, 14–17
I. 2. Vom Weltleib zum Naturkörper, 17–22
I. 3. Der Leib als Körperding; das Beispiel des Phantomglieds, 22–30

06. 11.
I. 4. Der Leib als ‚Ding besonderer Art‘, ‚mein Leib‘, 30–42
II. 1. Kontextualität der Wahrnehmung und Kritik an der Konstanzannahme, 45–62

04. 12.
II. 2. Wahrnehmung als Gestalt- und Strukturbildung, 62–75
II. 3. Sichempfinden und Sichbewegen in der Welt, 76–89

11. 12.
II. 4. Vielheit der Sinne und Synästhesie, 89–94
II. 5. Qualitäten, Dinge und Gegenstände, 95–107
III. 1. Körperschema und leibliche Verortung, 110–122 (108–110)

08. 01. (siehe Terminänderung)
III. 2. Zeitlichkeit der leiblichen Bewegung, 122–131
III. 3. Greifen und Zeigen, 132–143
III. 4. Intentionalität der leiblichen Bewegung, 144–150
IV. 1. Rationalistische und empiristische Lerntheorien, 152–166 (151–152)

15. 01. (siehe Terminänderung)
IV. 2. Gewöhnung als Einverleibung von Strukturen, 166–171
IV. 3. Lernen als der Erwerb von Strukturen, 171–180
IV. 4. Aktuelle und habituelle Leiblichkeit, Situation und Welt, 181–190
IV. 5. Virtuelle Leiblichkeit und Spontaneität, 190–209

Zeugniserwerb

Zeugniserwerb durch Referat und Mitarbeit in der Übung. Mündliche Prüfung oder schriftliche Arbeit nach Absprache.

Sprechstunde

Jeweils nach den Seminaren bzw. nach Übereinkunft.

Kontakt

E-Mail: silvia.stoller@univie.ac.at

Der Leib ist ein merkwürdig unvollkommen konstituiertes Ding (Husserl)

Der Körper ist kein Ding, sondern eine Situation (Beauvoir)

Der Leib als Chiasmus bildet die Grundlage für vieles, was ich in "Körper von Gewicht" über das Verhältnis von Sprache und Leib sagen will.
(Butler)

Vielmehr stellt der Leib ein Grundphänomen dar, das heißt ein Phänomen, das an der Konstitution anderer Phänomene immerzu beteiligt ist.
(Waldenfels)

TIPP!
Vorlesung von
Prof. Helmuth Vetter:
Philosophische Anthropologie in phänomenologischer Orientierung
Mi 13-15, Hs. 32

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Zuletzt bearbeitet: 12. 10. 00 (S. Stoller)