Sommersemester
2001

 

Phänomenologie des Leibes II

[Kurzbeschreibung]
[Stichwörter]
[Seminarlektüre]
[Ort und Zeit]
[Programm]
[Zeugniserwerb]
[Sprechstunde]
[Kontakt]


LV-Leitung: Dr. Silvia Stoller
LV-Nummer: 601 638
Kennziffern: (3, 8)
Typ: UE, 2-st., Blockveranstaltung 4-st. (HS 3F)
Ort: Institut für Philosophie
Vorbesprechung: Montag, 5. 3., 15-17 Uhr, HS 3E


Kurzbeschreibung

Thema der Lehrveranstaltung ist der Körper bzw. in phänomenologischer Terminologie: der Leib. Ausgangspunkt ist das Faktum, dass gängige zeitgenössische Theorien über den Körper bzw. den Leib immer wieder erhebliche Theoriedefizite aufweisen und Körper/Leib gewissermaßen inflationär verwendet werden. Es legt sich nahe, auf phänomenologische Traditionen zu verweisen, die dem Leib und seiner philosophischen Bestimmung einen zentralen Wert beimessen, d. h. insbesondere auf die Spätphilosophie Edmund Husserls, auf Helmuth Plessners Anthropologie und in weiterer Folge vor allem auf die französische Phänomenologie (Sartre, Levinas, Ricœur, Merleau-Ponty). Ziel dieser Lehrveranstaltung ist die systematische Rekonstruktion einer Phänomenologie der Leiblichkeit auf Basis der Phänomenologie Maurice Merleau-Pontys unter Zuhilfenahme der Phänomenologie Bernhard Waldenfels’. Die Themen Leib und Körper, Leib und Erfahrung, Leib und Geschlecht sowie Leib und Konstruktion sollen besondere Berücksichtigung finden. Ziel dieser zweisemestrigen Lehrverstaltung ist der Erwerb eines umfassenden Grundlagenwissens hinsichtlich einer Philosophie des Leibes aus phänomenologischer Sicht. In diesem Semester setzen wir mit der Lektüre des Buches Das leibliche Selbst von Bernhard Waldenfels fort (S. 210 ff.). Ein Einstieg in dieses Semester sollte problemlos möglich sein.

Stichwörter

Philosophie des 20. Jahrhunderts, Phänomenologie, Leibtheorie (Leiblichkeit), Waldenfels

Seminarlektüre

Bernhard Waldenfels: Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes. Hg. von Regula Giuliani. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2000 (stw 1472). 417 Seiten, ISBN 3-518-29072-X, DM 27,90, EUR 14,00. Seiten 210-393.

Ort und Zeit

Blockveranstaltung, 4-st., Institut für Philosophie, Universität Wien, Universitätsstraße 7, genaue Termine und Ort werden noch bekannt gegeben.

Vorbesprechung: Montag, 5. 3., 15-17 Uhr, HS 3E

Blöcke im Juni: 8./9., 15./16., 22./23. Freitag jeweils 13-17 Uhr, Samstag 10-14 Uhr, alle HS 3F

Programm (Achtung: Terminänderung)

1. Sitzung: Fr. 8. 6., 13-17 Uhr

  • Einführung, Rekapitulation 1. Semester: Silvia Stoller
  • V. 1. Barriere zwischen Innen und Außen, 210–222
  • V. 2. Ausdruck als Realisierung von Sinn; das Beispiel der Aphonie, 222–229

2. Sitzung: Sa., 9. 6., 10-14 Uhr

  • V. 3. Körpersprache, 230–240, 4. Ausdruckswelt und der sogenannte Animismus, 241–245
  • VI. 1. Methodische Zwischenüberlegung, 246–247, 2. Der Leib zwischen Kultur und Natur, 247–260, 3. Der Leib als Eigenleib, 260–264

3. Sitzung: Fr., 15. 6., 13-17 Uhr

  • VII. 1. Selbstbezug und Fremdbezug, 265–284
  • VII. 2. Zwischenleiblichkeit als Verschränkung von eigenem und fremdem Leib, 284–304

4. Sitzung: Sa., 16. 6., 10-14 (HS 3F), 14-16 Uhr (Café Votiv)

  • VII. 3. Generativität, 304–315
  • VII. 4. Erotisch-sexuelles Begehren, 315–329
  • VII. 5. Polymorphismus des Geschlechtsleibes, 329–352

5. Sitzung: Sa., 23. 6., 10-14 (HS 3F), 14-16 Uhr (Café Votiv)

  • VII. 5. Fortsetzung, 352–360, 7. Natürliches und künstliches Geschlecht, 261–364
  • VIII. 1. Intentionalität, Kommunikativität und Responsivität, 365–370, 2. Leibliches Antworten, 370–378
  • VIII. 3. Stimme und Echo, Blick und Spiegel, 379–388, 4. Ethos der Sinne, 388–393

Die ursprüngliche Sitzung vom 22. 6. entfällt.

Café Votiv, Extrazimmer
Reichsratstraße 17, 1010 Wien

Zeugniserwerb

Zeugniserwerb durch Referat inkl. Handout und Mitarbeit in der Übung. Mündliche Prüfung oder schriftliche Arbeit nach Absprache (8 bis 10 Seiten, 1,5-zeilig, 12 pt.).

Sprechstunde

Jeweils nach den Seminaren bzw. nach Übereinkunft.

Kontakt

E-Mail: silvia.stoller@univie.ac.at

Der Leib ist ein merkwürdig unvollkommen konstituiertes Ding (Husserl)

Der Körper ist kein Ding, sondern eine Situation (Beauvoir)

Der Leib als Chiasmus bildet die Grundlage für vieles, was ich in "Körper von Gewicht" über das Verhältnis von Sprache und Leib sagen will.
(Butler)

Vielmehr stellt der Leib ein Grundphänomen dar, das heißt ein Phänomen, das an der Konstitution anderer Phänomene immerzu beteiligt ist.
(Waldenfels)

 

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Zuletzt bearbeitet: 8. 6. 01 (S. Stoller)