IPW Vortrag: Warum der kolumbianische Friedensvertrag keinen Frieden bringen wird

Das Zusammenspiel von transnationalem Kapital, Geschlecht und race in der Produktion von politischer Gewalt

Vortragende: Julia Sachseder (IPW, Universität Wien)

Mittwoch, 8. Mai 2019, 11:30 – 13:00 Uhr
Universität Wien, Hörsaal 42, 2. Stock, Stiege 7
Universitätsring 1, 1010 Wien

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Abstract:
Der über 50 Jahre andauernde Krieg in Kolumbien wurde offiziell durch ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der größten Rebellengruppe FARC im Oktober 2016 beendet. Doch obwohl der Waffenstillstand einen monumentalen Schritt darstellt, kommt es fast täglich zur Ermordung von sozialen Aktivist_innen, zu Vergewaltigungen und Vertreibungen ganzer indigener oder Afro-kolumbianischer communities. Ziel des Vortrags ist es, sexuelle Gewalt und Vertreibung als ein Produkt vergeschlechtlichter, rassifizierter und ökonomischer Strukturen im Kontext des kolonialen Erbes Kolumbiens zu verstehen. Dafür wird ein breiter theoretischer Zugang entwickelt, der politische Ökonomie, Sicherheit, Geschlecht, und (Post)Kolonialität zusammenführt und somit eine systematische und intersektionale Analyse von politischer Gewalt im Konflikt ermöglicht.