Archiv des Autors: adminss

Corona Papers: COVID-19 und die UN Women, Peace and Security Agenda

Die neue Serie Corona Papers des Österreichischen Instituts für Internationale Politik (oiip) liefert pointierte Kurzanalysen, die sich mit der Pandemie und ihren Auswirkungen auf die internationale Politik auseinandersetzen. In diesem Rahmen erschien das Paper “COVID-19 und die UN Women, Peace and Security Agenda” von Saskia Stachowitsch und Astrid Bergmann.

Corona Papers

Abstract: In diesem Papier reflektieren wir die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die UN Women, Peace and Security (WPS) Agenda und diskutieren die Impulse, welche die Agenda für eine geschlechtersensible Krisenbearbeitung liefern kann. Aufgrund der Pandemie kommt es zu einer allgemeinen Verstärkung von Geschlechterungleichheiten, die sich insbesondere in ungleicher Arbeitsteilung und einem Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt ausdrückt. In Krisen- und Konfliktgebieten führt dies zur weiteren Ver-stärkung geschlechtsspezifischer Vulnerabilität und zum Ausschluss von Frauen sowohl aus der Kon-fliktbearbeitung als auch aus der COVID-19-Krisenbewältigung. Die Erreichung der WPS-Ziele ist dadurch erschwert. Gleichzeitig könnte die im Rahmen von WPS aufgebaute Expertise und ihr zentraler Ansatz der menschlichen Sicherheit die effektive Bewältigung der Pandemie unterstützen. Hierfür ist die Integration von Frauen in alle Mechanismen und Institutionen entscheidend, die der Bekämpfung des Virus und der Überwindung seiner Folgen dienen. WPS legt insbesondere die Unterstützung lokaler zivilgesellschaftlicher Kräfte, besonders von Frauennetzwerken und –Organisationen, nahe. Schließlich gilt es im Sinne von WPS, friedenspolitische Ansätze, wie Forderungen nach einem Pandemie-beding-ten globalen Waffenstillstand, um Gleichstellungsforderungen zu ergänzen.

Neues Projekt zu EU Außengrenzschutz und Gender

Wir freuen uns über die Bewilligung unseres Forschungsprojektes „Riskante Grenzen. Geschlecht und Race in der Grenzsicherheit“ durch den Österreichischen Fonds zur Förderung wissenschaftlicher Forschung (FWF)! Saskia Stachowitsch, Julia Sachseder und ihr Team werden dieses Projekt in den nächsten vier Jahren am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und dem Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip) durchführen.

chainlink-690503_1920

Wir untersuchen die Rolle der European Border and Coast Guard Agency (Frontex) bei der Reproduktion und Transformation von geschlechtsspezifischen und rassifizierten Ungleichheiten und Unsicherheiten. Am Beispiel von Grenzschutzoperationen im Mittelmeer wird insbesondere die Bedeutung von Risikoanalysen in diesem Prozess analysiert.

Projektbeginn: voraussichtlich Herbst 2020, Gesamtfördersumme: ca. 490.000€.
Näheres zum Projekt

Kommentar von Josefa Stiegler im FM4 ‘Homebase Spezial’ zu Brasilien

Am 3. Februar war Josefa Stiegler bei der FM4 Radiosendung Homebase zu Brasilien und Bolsonaros Politik zu hören.

On Air: 1 Jahr Bolsonaro
Welche Konsequenzen haben die Rhetorik und Taten des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro für Menschen, die nicht in sein Konzept der traditionellen christlichen Werte Brasiliens passen? Darüber haben Natalie Brunner und Melissa Erhardt mit Journalist*innen, Aktivist*innen und Kulturschaffenden gesprochen.
Homebase Spezial
Montag, 3. Februar 2020, 21 Uhr.

Nachzuhören unter https://fm4.orf.at/player/20200203/4HB/1580760286232

 

Vortrag: Militarization Needs Patriarchy – The Brewing Of a Toxic Mix

Vortragende: Cynthia Enloe (Clark University)
Moderation: Saskia Stachowitsch (IPW, Universität Wien | oiip)

Donnerstag, 10. Oktober 2019, 17:30 Uhr
Österreichisches Institut für Internationale Politik (oiip)
Berggasse 7, 1090 Wien

Um Anmeldung unter info@oiip.ac.at wird gebeten.

Enloe_Militarization_Needs_Patriarchy_FINAL

Abstract:
Over thirty years ago, Cynthia Enloe has changed the discipline of International Relations forever by posing a simple question: Where are the women? Since then, she has continuously alerted us to the ways women and gender matter in and for international politics and global security. Introducing feminist approaches to the field, Enloe has particularly shown how militarizing processes in every guise depend on narratives, policies and pressures to manipulate both women and men, femininities and masculinities. Her first public talk in Vienna is dedicated to the subject of militarization which is on the rise again, locally and regionally, and is connected to a strong anti-feminist backlash against gender equality and emancipation. Efforts to sustain hierarchical gender relations and norms (as well as resistances to them) are more than mere political ‘side shows’, but an integral part of militarism, nationalism, and authoritarianism which challenge democracies in Europe and beyond.

 

Neuerscheinung: The Gendered and Racialized Politics of Risk Analysis. The Case of Frontex

Saskia Stachowitsch und Julia Sachseder
Online erschienen in Critical Studies on Security, 31. Juli, https://doi.org/10.1080/21624887.2019.1644050

RCSS_COVER_7-01.inddThis article develops a feminist postcolonial approach to risk analysis as an increasingly central security practice in the EU’s emerging border management and security regime. For this purpose, we theorize risk analysis as a sense-making practice embedded within colonial power relations. As such, risk analysis problematizes migrants and migration in gendered and racialized ways that make them amenable to border management and other, potentially violent security practices, such as detentions, returns, surveillance, and Search and Rescue. In an exemplary frame analysis of the European Border and Coast Guard Agency’s (Frontex) risk analysis report 2016, we show how conceptualizations of risks and solutions by this key actor are informed by gendered and racialized framings of 1) chaos and violence, 2) exploitation of the EU economic and welfare system, and 3) humanitarianism towards ‘vulnerable’ migrants. With this study, we seek to strengthen feminist and postcolonial interventions into critical security studies on knowledge, power, and expertise. By conceptualizing risk analysis as political, this article pushes critical security theory beyond understandings of security as socially constructed and towards systematically unpacking the meanings of (in)security as implicated in the reproduction of gendered and racialized power relations.

IPW Lecture: Europe Has to Get Its Act Together – Ein Plädoyer für eine selbstbewusste gemeinsame europäische Außenpolitik

Vortragender: Eugen Freund (Abgeordneter zum Europäischen Parlament)
Moderation: Barbara Prainsack (IPW, Universität Wien) und Saskia Stachowitsch (IPW, Universität Wien | oiip)

Montag, 20. Mai 2019, 17:30 Uhr
Österreichisches Institut für Internationale Politik (oiip)
Berggasse 7, 1090 Wienipwlecture_Freund
Abstract:

In der abgelaufenen Legislaturperiode des EU-Parlaments gab es zahlreiche Ereignisse, die die europäische Außenpolitik – oder was davon vorhanden ist – auf Trab gehalten haben. Von den Konflikten in Syrien und Libyen, über Brexit bis zu Transformationen in der Türkei, China, Russland und der Ukraine – selten zuvor waren die Herausforderungen so groß und so vielschichtig. Hinzu kommt der Wandel der transatlantischen Beziehungen, die in der Vergangenheit immer zu den konstanten Faktoren zählten. Gerade dieses Thema, aber auch die zuvor genannten, machen eines deutlich: ohne eine effektive, mit Selbstbewusstsein ausgestattete, gemeinsame EU-Außenpolitik wird sich Europa auf der Weltbühne nicht behaupten können.

Um Anmeldung unter info@oiip.ac.at wird gebeten.
Eine Veranstaltung im Rahmen der IPW Lectures, einer internationalen Vortragsreihe des Instituts für Politikwissenschaft, Universität Wien, in Kooperation mit dem oiip – Österreichisches Institut für Internationale Politik.

Vortrag: The Domestic Determinants of US Foreign Policy, or Why Europeans Don’t Understand Americans (But Think They Do)

Veranstaltung aus der Vortragsreihe Heinz Gärtner – Lectures

Dienstag, 14. Mai 2019, 18 Uhr
Industriellenvereinigung, Urbansaal, 1. Stock
Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien

Foreign policy begins at home. How could Americans elect both Donald Trump and Barack Obama? What are the domestic drivers of US foreign policy, and how are they changing? What does these changes mean for Europe?

Welcome Address and Introduction:
Univ.-Prof. Dr. Saskia Stachowitsch
Scientific Director oiip

Key Note Speaker:
Prof. Dr. Dan Hamilton
Austrian Marshall Plan Foundation Professor
Founding Director of the Center for Transatlantic Relations at the Paul H. Nitze School of Advanced International Studies (SAIS), Johns Hopkins University

Chair:
Dr. Caspar Einem
President oiip

Invitation_HG_Lecture

Um Anmeldung wird unter info@oiip.ac.at gebeten. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link.

IPW Vortrag: Warum der kolumbianische Friedensvertrag keinen Frieden bringen wird

Das Zusammenspiel von transnationalem Kapital, Geschlecht und race in der Produktion von politischer Gewalt

Vortragende: Julia Sachseder (IPW, Universität Wien)

Mittwoch, 8. Mai 2019, 11:30 – 13:00 Uhr
Universität Wien, Hörsaal 42, 2. Stock, Stiege 7
Universitätsring 1, 1010 Wien

vortrag julia 8.5(2)

 

Abstract:
Der über 50 Jahre andauernde Krieg in Kolumbien wurde offiziell durch ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der größten Rebellengruppe FARC im Oktober 2016 beendet. Doch obwohl der Waffenstillstand einen monumentalen Schritt darstellt, kommt es fast täglich zur Ermordung von sozialen Aktivist_innen, zu Vergewaltigungen und Vertreibungen ganzer indigener oder Afro-kolumbianischer communities. Ziel des Vortrags ist es, sexuelle Gewalt und Vertreibung als ein Produkt vergeschlechtlichter, rassifizierter und ökonomischer Strukturen im Kontext des kolonialen Erbes Kolumbiens zu verstehen. Dafür wird ein breiter theoretischer Zugang entwickelt, der politische Ökonomie, Sicherheit, Geschlecht, und (Post)Kolonialität zusammenführt und somit eine systematische und intersektionale Analyse von politischer Gewalt im Konflikt ermöglicht.

In der neuen Ausgabe von Politics & Gender: Beyond “Market” and “State” Feminism. Gender Knowledge at the Intersections of Marketization and Securitization

Der Artikel Beyond “Market” and “State” Feminism: Gender Knowledge at the Intersections of Marketization and Securitization von Saskia Stachowitsch ist jetzt in der neuen Ausgabe des Journals Politics & Gender, Volume 15, Issue 1 (S.151-173) erhältlich.
Online unter: http://dx.doi.org/10.1017/S1743923X18000351

genderandpolitics_coverThis article assesses the implications of the shifting market-state relationship for feminism in the neoliberal era. In a case study of the private military and security industry as an actor that is uniquely positioned at the intersections of security governance and global markets, the analysis combines feminist security studies’ critique of securitized gender discourses and feminist global political economy scholarship on corporate-led equality initiatives. Based on a critical discourse analysis of documents from industry and nongovernmental organizations, such as codes of conduct and policy recommendations, I argue that the discourses on gender put forward in the context of security privatization merge securitized and marketized discourses to the effect that the emancipatory potential of “gender” is further curtailed, raising new challenges for feminist knowledge in powerful organizations. The article thus contributes to the critical gender research on private security, debates on the neoliberalization and securitization of feminism, and the integration of feminist security studies and feminist global political economy.