Kirchenbaukunst der Gotik in Oberösterreich

Verbreitungskarte gotischer Kirchenbauten in Oberösterreich - eine Bestandsübersicht


Die drei Karten sollen einen Eindruck über die Verbreitungsdichte des Bestandes an gotischen Kirchenbauten in Oberösterreich vermitteln. Sie wurden in drei Zeiträume aufgeteilt:

  • Frühe Bauten bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
  • Kirchen ab der Mitte des 14. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts
  • Spätgotische Bauten ab der Mitte des 15. Jahrhunderts

Auf eine Gliederung nach Stilbegriffen und -epochen wurde bewußt verzichtet. Der Grund dafür liegt einerseits in den oft problematischen kunsthistorischen Stildefinitionen, andererseits in dem Umstand, daß viele der Kirchenbauten ein Konglomerat verschiedenster Stilstufen und Teiladaptionen sind. Auch die in der Spätgotik mehrfach nebeneinander verlaufenden Stilrichtungen sowie "Stilverschleppungen" in den von den Hussitenkriegen betroffenen Denkmälern wären nur in Form von Spezialkarten realisierbar, sodaß im Sinne des generalisierenden Repräsentationszieles auf Einzeldarstellungen verzichtet werden mußte.

Zu beachten ist, daß die Verbreitungskarten den derzeitigen Bestand anhand der sichtbaren gotischen Stilelemente und der Hauptmerkmale der Kirchen darstellen. Die starke Abnahme gotischer Bauten in den südlichen Landesteilen ist nicht bauhistorisch bedingt, sondern geographisch.

Die Verbreitungskarte der frühen Bauten weist nur wenige Objekte auf. Hier sind vor allem die Klosterbauten zu nennen, von denen zumindest aus Baunachrichten die Existenz älterer gotischer Baukerne abgeleitet werden kann, die später - meist im Barock - überbaut oder abgetragen wurden.

Die auffallend geringe Verbreitungsdichte im nichtklösterlichen Sakralbau bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts erklärt sich in erster Linie durch die beiden späteren gotischen Bauwellen. Regional bereits geleistete Bauforschungen haben außerdem ergeben, daß viele der spätgotischen Kirchen im Kern noch der hochmittelalterlichen Bauschicht angehören, die ohne frühgotische Zwischenphase durch Adaption, Chorneubauten und Schiffserweiterungen gotisiert wurde.

In den beiden späteren Verbreitungskarten des 15. und 16. Jahrhunderts sind eher regionale Unterschiede greifbar, da viele Bauten zunächst teiladaptiert wurden und erst in der zweiten spätgotischen Bauwelle ihre Hauptausformung erhielten. Manche der Bauten scheinen daher in beiden Verbreitungskarten auf, dennoch ist zu erkennen, daß etwa das Innviertel und teilweise das "Landl" ihren stilistischen Schwerpunkt in der letzen Phase der Gotik haben.

Lit.: Klaar 1967, S. 325 - 329.

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© Dr. Rudolf Koch, Wien 2002, 2005