VATERLÄNDISCHE BLÄTTER 1808-1820
Erstellt von Christian Aspalter und Anton Tantner

Ausführlicher Titel: Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat.


Standort: UB-Wien: II 276 298


Literatur (Auswahl)

Wagner, Karl: Die Wiener Zeitungen und Zeitschriften der Jahre 1808 und 1809. In: Archiv für Österreichische Geschichte 104, 1915, S. 197-401, hier S.236-241.

Verwendete Abkürzungen

Abkürzungsverzeichnis



1808

Bd.1


Plan dieser ZS: Vaterlandsliebe durch Vaterlandskunde
Pränumerationspreis: Wien 12 fl Wiener Courant; Provinzen 15 fl

Nr.1 10.5.1808

*M. V_r: Fstum Berchtesgaden

Nr.2/3 17.5.1808

*Bemerkungen über die natürliche Beschaffenheit und den Culturstand des Marchfeldes und seiner Bewohner. (Geschrieben im J. 1805). 13-23
Rubriken für Bemerkungen über Zustand der Einwohner und ihrer WIRT in Tabellen der J2-Kreiscommissäre blieb oft leer, "Männer, in einer ganz andern Sphäre des bürgerlichen Lebens erwachsen"; Grenzen des Marchfelds; (13) | früher vorhandene Donauarme versandeten, alten Rinnsale wurden trocken, dort nun fruchtbare Erde; "Diese Revolution geschah aber, aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht plötzlich, sondern allmählich, daher es auch erklärlich wird, wenn die Chroniken darüber schweigen."
Ursachen der geringen Kultur: 1) jährliche Überschwemmungen, | Grundherrschaften müßten Damm gegen "Wasserfluthen" finanzieren; gedenkt herrlicher Sommerabende; ||| (18) 2) Mangel an Bäumen: Grund dafür zum Teil am Boden; "Aber ein vorzüglich mitwirkender Grund liegt auch in dem oft kontrastirenden Interesse der Herrschaften und Unterthanen, das doch seiner Natur nach nur eines seyn kann."; Herrschafter va Pächter betrachten von Untertanen gepflanzte Bäume als ihre, entgg Anordnungen von MT; | Problem auch Obstdiebstahl; muß bestraft werden 3) Jagdttiere: Hirsche und Hasen reißen Pflänzchen aus; 4) gewöhnliche Lasten des ackerbauenden Standes: Zehend, Körnerdienst, lf u herrschaftl Steuern; am drückendsten Robot, die zumeist in Natura geleistet werden muß, dabei wäre Reluirung in Geld | besser; 5) größte Hindernis: zahme Wildschaden "Überschwemmung mit den Schaafen": es entstehen immer mehr neue Schaflerhöfe; für Wolle gibts viel Geld, kaum ist Getreide gemäht, werden Herden schon auf Felder getrieben, dh Nachernten bzw folgendes Anbauen von Futterkräutern unmöglich, auch werden aufkeimende Saaten abgegrast; schon öfter "blutige Scharmützel" zwischen erbitterten Bauern und wohlbewaffneten Schafknechten; | 6) Mangel an Gesetzen und Anordnungen, könnte als "Ackerpolizey" bezeichnet werden: zu +Art der Ernte: statt besseren Sichel bedient man sich der Sense, großer Körnerverlust +schleuderische Ausdresch-Art: Austreten des Getreides mit Pferden: Eigenheit der Slaven, die deutschen Marchfelder nachgeahmt haben +Beförderung der Anpflanzung von Futterkräutern und der Ausrottung der Erdmäuse durch Prämien nöig. Weiters: Schullehrer sollten in verbesserter Ökonomie, va Obstbau unterrichtet werden, | Einrichtung Brandassecuranz-Anstalt Versicherung, bezahlt in Korn; Ackerbaustribunale

Nr.4 20.5.1808

*Patent Einrichtung Reserve-Bataillons
*"W.": Marchfeld 2 (26-31) "Es ist natürlich, daß die Bildung des Volkes gleichen Schritt mit dem Wachsthume der Landescultur hält. Die Marchfelder stehen daher hierin sehr weit ihren übrigen Landesleuten nach. Zum Theil hat auch hieran die Vermischung der Deutschen mit Slaven Schuld, die sich von Pohlen und Oberungarn längs der March bis an die Donau, von da an längs der Leitha, und nach einer kurzen Unterbrechung, längs der Drave und Save bis nach Croatien hin, gleich einem Gürtel um Oesterreichs Staaten ziehen. Sie lieben vorzüglich den Aufenthalt an Flüssen; sind überall im Besitze der fruchtbarsten Gegenden, aber auch, durch ein sonderbares Verhängniß, fast längs dieser ganzen langen Strecke mit der Naturalrobboth belastet, die sie hindert, diese Gegend so zu veredeln, als sie es fähig waren." (26) | "Zu dieser eben nicht vortheilhaften Vermischung der beyden Völker, wovon die Kroaten oder Slaven gewöhnlich von den Deutschen verachtet werden, und sich dafür gegen alle deutschen Anordnungen und Verbesserungen, und vorzüglich gegen deutsche Kleidung hartnäckig sträuben, kam auch der ungünstige Umstand hinzu, daß das Marchfeld weit später als das übrige Oesterreich ein Gegenstand der Aufmerksamkeit der Regierung ward." (viele Kriege) |
Allgemeine Bemerkungen über den häuslichen und sittlichen Zustand der Marchfelder: Wohnhäuser zumeist elend, viele religiöse Vorurteile; deutsche Bauer gewöhnlich klein, fleissig, übertrifft übrige Österreicher, aber schlechter Ökonom; | in Hinsicht geistigen Eigenschaften und geselligen Tugenden stehen sie übrigen ÖS Bauern nach; "Hieher dringt kein Buch, außer Gebethbüchern"; | Slaven noch "auf einer niederen Stufe der Cultur als die deutschen Marchfelder und sind noch unreinlicher und eigensinniger als diese; zeichnen sich aber als ein größerer und schönerer Schlag Menschen und durch eine gewisse Gastfreyheit gegen Reisende aus"; Slaven halten hier sonderbarerweise mehr auf Möbel als Deutschen; in Gebräuchen Kleidung und Sprache unterscheiden sie sich stark obwohl seit Jahrhunderten Nachbarn und "Mitunterthanen"; | (31) "Die Tänze der Slaven zeichnen sich vor denen der Deutschen an Lebhaftigkeit und schöner Gruppirung aus. Auch findet man hier die Beobachtung, die Cook auf den gesellschaftlichen u. a. Inseln machte, bestättiget: daß, je weniger cultivirt die Nationen sind, um so schöner ihre Tänze seyen."
*Nekrologe Hannamann, Pessing, Schwaldopler

Nr.5 24.5.1808

*Marchfeld 3 35-37: Vgl Ägypten

Nr.6

Tonkunst

Nr.9 7.6.1808

*"-l.": An die österreichischen Statistiker über eine militärische Schrift. 66-67. geht um Moritz v Gometz Hg: Terrainlehre

Nr.11 14.6.1808

*Patent Landwehr
*Schutzpockenfest in Brünn 13.5.1808

Nr.14 24.6.1808

*Raymund Zobel

Nr.15

*Dienstbotenwesen

Nr.17

*Hallein
*Formular Zeugnis Dienstboten

Nr.19 12.7.1808

*"Ueber das geheime Staats- Hof und Haus-Archiv in Wien" 157-161 -positive Wichtigkeit: "Das Archiv schließt des Staates hauptsächlichste Verhandlungen, Ansprüche, Beweise, Geheimnisse in sich ein, - Dinge, denen der erste, günstige Anlaß unendliche Folgen geben kann. Das ist die positive Wichtigkeit. Es verschließt sie aber auch zugleich sorgfältig, und entzieht sie der Kenntniß der Nebenbuhler oder Feinde. - Und darin besteht die negative Wichtigkeit." (157) | "Die Archive sind Saatfelder, die den heiligen, zur rechten Zeit mächtig emporstrebenden Keim des alten Ruhmes, des Rechtes, der Nacheiferung in ihrem Schooße tragen, die Gemüther erheben, indem sie vollbrachter Großthaten Möglichkeit erhärtend, besserer Tage Wiederkunft weissagen, - sie sind Mausoläen nicht der Verwesung, sondern der Erhaltung." "in unserem eisernen Zeitalter"; als K4 Goldene Bulle gab, zog Rudolph Freiheitsbriefe sorgsam ans Licht, ließ Urkunden und Briefe in Burg zu Wien in geheimen Gemach zusammentragen; vermehrte Wappen; deshalb und "wegen der sonderbaren Vermischung erdichteter Freyheitsbriefe von Julius Cäsar und Nero mit den Vergünstigungen der Salischen und Hostaufischen Kaiser" haben "Hyperkritiker und planmäßige Feinde Habsburgs" diese Zeit "sehr irrig für die Zeit der Erfindung jener Hausprivilegien halten wollen"; | 1752 von MT angeordnete Untersuchung der Archive.

Nr.20 15.7.1808

*HHStA 2 165-171: Stände (165) sahen es "in einem Anfalle von Provinzialpatriotism" als Pflicht an, Urkunden "dem Auge der Centralbehörde vorzuenthalten" | "Die Stimme des Rechts und der Wissenschaften verhallte in dem Getümmel der Waffen und in dem wilden Geschrey des Aufruhrs und Bürgerkrieges." "Wie haben nicht insbesondere Stephan Fadinger und Achaz Willinger, die Massaniellos des Landes ob der Enns, gegen die Urkunden der Klöster und Herrschaften gewüthet, welchen unersetzlichen Schaden haben sie dadurch nicht der Historie zugefügt?" schon in Unruhen nach Tod Maximilian, | Bauernkrieg 1525 Unfug; "Elementarzufälle": viele der wichtigsten Staatspapiere K5 "wurden in dem fürchterlichen Sturme, den dieser Kaiser auf seinem Zuge gegen Algier bestand (im Oct. 1541) ein Raub des empörten Meeres, ein beträchtlicher Theil des Reicharchives, das auf der Donau nach Wien geführt werden sollte, fiel in den Fluß"; Ehzg Ferdinand (Sohn Ferdinand I): "schöner, ritterlicher Fürst, von romantischem, ich möchte sagen, ächt provencalischem Wesen"; auf sein Geheiß von Gerhard van Roo von Oudewater erste HI Habsburgs geschrieben ||| (170) Publizität wurde zu sehr gescheut, daher schrieben Gegner des Erzhauses mehr. Nach Tod K6 setzte Karl Albrecht BAY viele gelehrte Federn in Bewegung, pragmatische Sanktion zu bestreuten, öffentliche Meinung wurde dadurch ungewiß, | MT Staatssekretär Bartenstein traf nun dagg auf; als er dann gg Kaunitz ins Hintertreffen geriet, verlegte er sich aus HISchreibung, schrieb ÖS StaatenHI zum Untericht Ehzg Joseph (J2) und setzte sich mit HHStA-Gründung durch; Vibrationen der Umgestaltung der Diplomatik und Archivswiss kam bis nach ÖS, 1750-1775 geschah sehr viel.
*Bevölkerung von Wien im Jahre 1807. 171-172. in Stadt 1316, Vorstädten 5601 zus 6917 Häuser mit 60484 Parteien; 123.356 W, 96.667 M zus 219.023; | Zahl der wirklichen Bewohner 242.523; Militär ca 10-12.000; (Anm): 1806 Fremde mit Pässen: 39.886, weiters 18.119 Juden mit Aufenthaltsscheinen

Nr.21 19.7.1808

*HHStA 3 173-178. Schrötter (175) gab wichtigste Staatsurkunden heraus, dies "zerstörte auch den lichscheuen Wahn"; Irrungen der Krone BOE mit Herren v Zedtwitz zu Asch usw beschäftigten Archive ||
*Rückerinnerungen an ÖS Helden

Nr.22 22.7.1808

*Andre: "Oesterreichs geräuschlose Fortschritte in der Cultur, mit freymüthigen Bemerkungen über die Hindernisse derselben" 181-187 (Kontrast S-D N-D, ersteres gilt als germanische Böotien, letzteres als Sitz der Aufklärung und Kultur, ist Vorurteil)

Nr.23 26.7.1808

*Bisinger: Rüge Artikel Mainzerzeitung und im Reich der Todten (vulgo Neuwiederzeitung): Lob der Toleranz in ÖS, "In gemischten Dörfern haben Christen von dreyerley Confessionen nur einen gemeinschaftlichen Gottesacker" (192)
*Errichtung Studienhofkommission
*Sartori: Fabriksanstalten Steyr Steyr

Nr.25

*Wunsch nach Feuerassekuranzanstalten

Nr.27

*Berchtesgaden
*Angekommene: 1.8.1808 "Hr. Ludwig Tieck, Gelehrter, aus Frankfurt an der Oder, kommt von Dresden (wohnt auf der Landst. Nr. 84." sic, Klammer zu fehlt -manchmal statt Hausnummern Hausnamen (evt Gasthöfe)


2.Bd

Nr 28 12.8.1808

*"K." (251): "Uebersicht der literarischen Thätigkeit in Oesterreich während der Jahre 1806 und 1807." 227-230. "Ein kräftiger Geist in einem gesunden Leibe gründet das Wohl des einzelnen Menschen, macht Nationen selbstständig und blühend. Die Geschichter vergangener Jahrhunderte zeigt, wie entnervte Völker unter das Joch gebeugt wurden, bloß weil sie dem Andrange der Körpergewalt nicht widerstehen konnten. Unwandelbar sind die Gesetze der Natur. Der Arm des Starken überwältigt den Schwächling. Aber die neuere europäische Cultur hat dem Geiste eine bedeutende Uebermacht in dem Kriege wie im Frieden zugewandt. Legionen gewaltiger Körper müssen weichen, wenn nicht ein hellsehender kenntnißreicher Verstand die Massen ordnet und lenkt, wenn nicht eigene Urtheilskraft den Einzelnen zur klugen Folgsamkeit bestimmt. Denken, das heißt, aus innerem Antriebe das Bessere und die Mittel es zu bewerkstelligen aufsuchen, muß der Ackersmann bey seinem Pfluge, der Handwerker in seiner Werkstätte. Nur durch scharfsinnigen erfinderischen Fleiß werden Fabrik- und Manufacturwaaren veredelt, wird der Handel erweitert. Europens gebildete Völker leben in einer Ideengemeinschaft. Ueber allen schwebt der Geist der Wissenschaften. Was sie jetzt sind, sind sie nur durch ihn geworden, was sie noch nicht sind, können sie nur durch ihn werden. Alle ringen sie nach Erhöhung und Verbreitung wissenschaftlicher Cultur; jedes strebt den höchsten Grad geistiger Thätigkeit zu erreichen. Keine Nation, die in dem großen Staatenkreise Bedeutung haben will, kann diesem Wetteifer entsagen. So weit und tief eingreifend ist die Wirksamkeit geistiger Bildung, daß jedes darin zurückbleibende Volk unterliegen muß. Es ist dieselbe Vernunft, die die feinsten Abstractionen der Schule hervorbringt, und die populärsten Sittengesetze ausspricht. Ein gleicher Geist beschreibt den ewigen Lauf der Gestirne, erforscht die verborgenen Gesetze der Entstehung der Körper, setzt dem anschwellenden Flusse einen dauerhaften Damm, und bereitet die Farben zum Fabrikgebrauche. Jedes Schönheitsgefühl, das sich in den Werken der Einbildungskraft entwickelt, geht auch auf die Künste des bürgerlichen Lebens über, und gewinnt ihren Erzeugnissen den | (228) Preis vor anderen. Daher ist es die heiligste Angelegenheit eines jeden Staates, bey seinen Bürgern die freye Entwickelung aller Geistesanlagen auf allen möglichen Wegen zu befördern.";
"Auf uns Oesterreicher pflegte sonst das übrige Deutschland mit stolzer Miene herab zu sehen, als ständen wir im Wissen und Können weit zurück. Spät haben wir angefangen, langsam sind wir fortgeschritten; das ist wahr. Unter den Ursachen der Verspätung steht auch dier Fruchtbarkeit des Bodens, der sorgenlose Frohsinn der Gemüther, der Hang zu einem bequemen, genußreichen Leben. Indessen pflegen wir seit vielen Jahren mit stillem Ernste die Wissenschaften und Künste. Wir sind nicht bloß ein gutmüthiges redliches Volk, dessen höchstes Talent der lustige Witz ist. Die Natur hat uns so gut wie den übrigen Deutschen einen gründlichen Verstand, eine spornende Forschbegiede sic! verliehen." "Wir verschmähten ja gleichsam jedes Mittel, die Aufmerksamkeit der Fremden auf uns zu ziehen. Das Uebelste dabey ist, daß die Nation selbst größten Theils ihre eigenen Kräfte und Schätze nicht kannte; daß sie lange ununterrichtet blieb von dem, was die Regierung für das Emporbringen der Wissenschaften und Künste thut."
"Nur in der gesetzlichen Ordnung ist die wahre Freyheit möglich. Dem Staate gebührt das Recht der Oberaufsicht, der Leitung"; Zensur: | (229) 1806 aus Ausland (dh D, FR, GB IT) 1629 Werke eingeführt, 1450 erlaubt, 179 verboten; 125ZS, bei 8 Journalen meiste Hefte verboten; 1807: 1407, 1238 169; 96 ZS, 5
in Folge rezensiert: StaatsWISS + Statistik (241f), HI (Hormayr Plutarch), C.Pichler (248), ZS

Nr.32

*Safrananbau NÖ (255)

Nr.34

*Bukowina

Nr.36

*Neue Verwaltung Militärgrenze Ausnahme SIE

Nr.37 13.9.1808

*Johann von Fejes: Ueber die Bettler, gesammelt aus Beyspielen. 293-295 (eingesandt aus UNG) "Weder möglich noch wünschenswerth ist es, die Verschiedenheit des Vermögenszustandes unter den Menschen aufzuheben." "Die Geschichte, welche uns in die ältesten Zeiten zurücksehen läßt, beweist es, daß sich dieser Unterschied in jeder, größern oder kleinern bürgerlichen Gesellschaft gefunden habe, und dieß wird das Resultat aller Beobachtungen über Menschen und Staaten seyn, so lange beyde da seyn werden: daß nähmlich keine sterbliche Politik im Stande ist, diese Ordnung der Natur umzustoßen."; Veranlassung für Untersuchung der Ursachen des Verarmens ist Notwendigkeit des sich Begegnens von Reichen und Armen; Armut an sich trübt Auge des Menschenfreunds nicht, Auftritte von Bettlern aber schon; hat Bettler befragt, | in 21 Monaten 200; wird statistisch aufgeschlüsselt |
*Bev InnerÖS 1807 (296)

Nr.38 16.9.1808

*Ueber die Landesvertheidigungs-Anstalten in Oesterreich. 299-302. Militär, Landwehr; . wichtige Wirkung (302): "Der Geist der Nation ist umgeschaffen.", Kluft Wehrstand und andere Stände aufgehoben; "Vertheidiger zu seyn des Monarchen und des Vaterlandes, dann der Familie, von welcher der Soldat dereinst nach zurückgelegter Dienstzeit selbst wieder ein Glied seyn wird, des Herdes, der vielleicht ein Mahl sein Eigenthum wird" alles drängte sich zur Landwehr
*Bettler 302-304

Nr.41 28.9.1808

*Summarium Seelenbeschreibung unadeliche Volksmenge UNG (Konskription) 1804 319f
*Kriminal-Geschichten. Erster Beytrag. 320f: zwei Bauernknechte in Wiener Neustadt 13.2.1806 hingerichtet, die zwei Juden wg 1200 fl mit Axt und Stock ermordet hatten; hatten geglaubt, es sei keine Sünde, Juden zu ermorden; schnitten am zweiten frühen Morgen den Ermordeten auch noch Köpfe ab, da sie glaubten, daß Juden durch Gebet Ermordete redend machen könnten, versteckten die Köpfe am Abend in einer Höhle; als sie in Gefangenschaft von Religionslehrer unterrichtet wurden, erkannten sie Schändlichkeit des Verbrechens -Familien sollten Kinder nicht von Schulbesuch abhalten.

Nr 52 31.9.1808

*"Charakterzüge und Ankedoten aus dem Leben österreichischer Fürsten und großer Landsleute, zur Erkenntniß Ihrer und ihrer Zeit." 1. 325-329 <(Vorlage Hormayr?)>: K5, K6
*Parallele Wien-Berlin (auch 53)

Nr 53 4.10.1808

*Rohrer: Übersicht der Hutweiden ÖS
*Degen Flugmaschine (auch Nr 60/61)

Nr 55

*Bev GAL Bukowina

Nr 47/48

*Spinnmaschinen ÖS (auch Nr 58/59)

Nr 59

*Versuch in Militärgrenzen Wölfe durch Vergiftung auszurotten

Nr.50 28.10.1808

*Charakterzüge 3.Beitrag K5 (379-384)
-Herzog Alba: (383) in Jugend "höchst romantische Rückreise that zu seiner jungen, mit allem Feuer der ersten Neigung geliebten Gemahlinn" aus UNG nach Barcelona; in seiner dritten Epoche, NL Statthalterschaft wird ihn wohl niemand von Vorwurf der Härte und Grausamkeit freisprechen; | traurig, wie halbes Jahrhundert "auch eine romantische Seele, einen an sich edeln Mann zu solchem blutigen Thun verhärten könne"
[*zu FS Alba-Beitrag (Foit,40): Hormayr hatte ihn darum gebeten kj1,649]

Nr.51 1.11.1808

*Charakterzüge: K6

Nr.53/54

*Wunsch nach allgemeiner Magazinierung in ÖS
*Rohrer: Größe ÖS Kaiserstaat 401-403 Statistik (Berichtigung von Benigni in Nr.4 1809)

Nr.55/56

*Neue Vermessung ÖS unter Leitung v Heldenfeld
*MAE
*Bev Prag 1808

Nr.63/64 12.12.1808/16.12.1808

*Berichtigung Artikel ZS elegante Welt zu Kant-Monument

Nr.65/66 20.12.1808/23.12.1808

*Rohrer: Bauernschaft ÖS
*"J-s.": Bemerkungen über Zeitungsartikel des Auslandes und Tagesgerüchte in Wien. 457-458. (KK) In Nr 280 Augsburger Zeitung und darauf in anderes EU ZS stand, daß in OÖ bei Jagd fünf weiße Wölfe erschienen seien; war Posse eines Spaßmachers; man darf sich über unwahre Nachrichten in ausländischen Blättern über ÖS und va Wien nicht wunder, "wenn man das Heer von Lügen überschauet, welches die tausendzüngige Fama in dieser | Hauptstadt täglich verbreitet, und wenn man die Menge der freundschaftlichen oder gedungenen Briefsteller kennet, welche posttäglich ihren Freunden, Clienten, oder Patronen im Auslande oder in den Provinzen ein Packet voll Neuigkeiten zu liefern verbunden sind. Ungezweifelt könnten sich die vaterländischen Blätter ein bleibendes Verdienst sichern, wenn sie hier die Lüge in ihrer Quelle erstickten, und es unternähmen, die immer neu erwachsenden Köpfe der ungeheuren Hydra, Gerücht zu bezwingen. Es kann dem Bewohner der Kaiserstadt nicht gleichgültig seyn, täglich die Nachrichten von erschlagenen Menschen, von ermordeten ganzen Familien, von Raub und Plünderung zu erfahren, ohne daß er sich von der Wahrheit oder Unwahrheit dieser bald behaupteten, bald widersprochenen tragischen Begebenheiten zu versichern im Stande ist. Man konnte in dem ehemaligen Paris, man kann noch heutiges Tages in London, wenn man Musse genug hat, die Körper von Verunglückten, Ermordeten u. d. gl. öffentlich zur Schau gestellet sehen, und sich auf diese Art von der Richtigkeit eines Factums überzeugen; in unserer Hauptstadt, wo sich ähnliche tragische Begebenheiten, Gott sey Dank! nur sehr selten ereignen, hat man weder Zeit noch Gelegenheit, sich diese Ueberzeugung zu verschaffen, und wird nicht selten von erdichteten, oder halbwahren Erzählungen so beunruhiget, daß man sich Abends kaum in eine abgelegene Vorstadt zu gehen getrauen sollte, und sich und sein Eigenthum durch kein Schloß und keinen Riegel gesichert zu halten, versuchet wird. Die vaterländischen Blätter haben das Zutrauen ihrer Leser auf eine ehrenvolle Art zu erwerben gewußt; möchten sie dasselbe auch dadurch mehr verdienen, daß sie die täglich erscheinenden Gerüchte dieser Hauptstadt berichtigen, die Begebenheiten, welche zu ihrer Entstehung Veranlassung gaben, verläßlich erheben, getreulich und ohne Verunstaltung darstellen würden. Dadurch würde den Bewohnern Wiens volle Beruhigung über die öffentliche Sicherheit verschaffet werden, deren sich keine Stadt von einer ähnlichen Bevölkerung erfreuen kann, und welche eben so sehr in dem gutmüthigen und rechtlichen Charakter der Bewohner als in den weisen Anstalten der öffentlichen Verwaltung begründet ist."
*Notiz: neue Adresse von Marianne Helm, die in Rubrik "außerordentliche Fruchtbarkeit eines armen Weibes" erwähnt wurde (458), ist für jene Menschenfreunde, die ihr helfen wollen

Nr.67/69 27.12.1808/30.12.1808

*Charakteristik Bewohner MAE (auch in Nr.1/2 1810)


1809/10
(KK:140-142,220-223,244-247)
Titel: Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat 1808 ff.
Standort: UB: II 267 298; NB 104.890-C
1809, 2. Jg., 2 Bde.

Bd. 1

Nr.1/2 10.1.1809/13.1.1809

*Bildungsanstalten
*"Mit der nächsten Nummer, welche Dienstags den 17. Januar erscheint, wird das erst Blatt der Beylage 'Notizen aus Wien,' ausgegeben werden." (10)

Nr.3 17.1.1809



*Prechtl: Bemerkungen über Unverbrennbarkeit des menschlichen Körpers (zu Nikolaus Isidor Roger) (vgl Nr.9)
*Notizen aus Wien, Beylage (keine eigene, unabhängige Paginierung): (21)
"I. Besondere Ereignisse Am Abend des zwölften Januars ging Theresia P. siebenzehn Jahr alt, Tochter eines Sesselflechters am Schottenfelde, mit Sesseln in die Stadt. Ein Unbekannter, schon ziemlich bejahrt, und in einen Mantel gehüllt, gesellte sich zu ihr, ersuchte sie, ihm zu folgen, weil er ihr ebenfals Sesseln zum Flechten zu übergeben habe, führte sie dann in die Leopoldstadt, und als sie in die Nähe des k.k. Wasserbau-Amts kamen, griff er hastig nach der goldreichen Haube derselben, und stürzte dann das Mädchen, welches gegen den räuberischen Angriff sich zur Wehre setzte, in den dort vorbey strömenden Donau-Canal. Aufmerksam gemacht durch ein heftiges Geschrey eilten der Geschirrwächter, Joseph Kraker, und der Bürger und Fischhändler Postpischel an jene Stelle, erblickten die Unglückliche, und zogen sie aus dem Wasser. Noch bemerkte man Spuren des Lebens an ihr. Man trug sie in die Ofizin des bürgerlichen Wundarztes Kampf, brachte den Nothkasten dahin, und die vorgeschriebenen Mittel, welche durch den Polizey-Bezirkswundarzt Schröffle, durch den Wundarztgehülfen Vinzenz Karer, und durch den die Chirurgie studirenden Georg Guntschert mit eben so viel Geschicklichkeit als Eifer angewendet wurden, hatten den glücklichen Erfolg, daß dieselbe gegen acht Uhr wieder Besinnung und Sprache erhielt, und am folgenden Tage ihrer Familie übergeben werden konnte. Der Thäter ist noch unentdeckt."
"II. Unglücksfälle, welche sich im Jahre 1808 zu Wien ergeben haben.
1) Durch Einsturz verunglückt.
a) Gefährlich beschädigt.
Elisabeth Führer, Tagelöhnerinn, wurde in der Sandgrube nächst der Favoritenlinie bey Sandgraben durch einen gefrornen Schotterklumpen, welcher sich ablöste und ehrabstürzte, zu Boden geschlagen und gefährlich beschädigt.
Johann Baldau, Tagelöhner, 50 Jahre alt, wurde durch den Einsturz einer Feuermauer zu Fünfhaus, in deren Nähe er arbeitete, erschlagen.
Das Eheweib des Kutschers Matthias Reitter, in der Leopoldstadt Nr. 92, fiel, als sie auf dem Hausboden Wäsche aufhing, durch den Einsturz in ihre Wohnung herab, und wurde stark verwundet. b) Getödtet.
Lorenz Hanslmayr, Brunngraber, wurde durch den Einsturz eines Brunnens (Nr.44 im Neulerchenfeld) verschüttet, und hierauf todt ausgegraben.
2) Durch Herabfallung verletzender Gegenstände
a) Gefährlich verwundet.
Der Sohn des Bandfabrikanten Pitzka wurde von einem herabgefallenen Fenster des Apollosaals getroffen und gefährlich verwundet.
3) Durch Feuer verunglückt.
a) Gefährlich beschädigt.
Bey Gelegenheit eines am Neubau Nr.205 entstandenen Feuers wurde der Hausmeister Michael Unruh, und der Milchmayer Paul Nagelmayer durch Verbrennung an mehreren Theilen des Körpers gefährlich beschädigt.
b) Getödtet.
Magdalena Binder, Dienstmagd, 19 Jahre alt, welche vor einem Ofenloche saß, um sich zu wärmen, und dabey einschlief, wurde durch Entzündung ihrer Kleidungsstücke verbrannt. Sie starb am folgenden Tage.
Anna Ringswirth, Wäschers Tochter, 10 Jahre alt, wärmte sich, als sie Wäsche hüthete über einem Topfe mit Kohlen. Ihre Kleidungsstücke fingen Feuer. Als die Mutter ihr zu Hülfe eilte, wurden auch ihre Kleider ergriffen. Mutter und Tochter starben an den Folgen.
Die zweyjährige Tochter der Taglöhnerinn Theresia Lang zu Erdberg spielte mit dem Lichte. Ihre Kleidung entzündete sich, und sie wurde vom Rauch erstickt.
4) Durch Kohlendampf verunglückt.
Franz Titus, 19 Jahre alt, und Johann Georg Göbel, 31 Jahre alt, beyde Apotheker-Laboranten auf der Wieden, wurden in ihrem Bette ohne Bewußtseyn gefunden. Die Ursache davon wurde in einer Wärmpfanne mit Steinkohlen entdeckt, welche unter dem Bette des Titus stand. Titus wurde durch ärztliche Hülfe in das Leben zurück gebracht. Göbel konnte nicht mehr gerettet werden.
Georg Steiner, Figurant des k.k. Hoftheaters wurde, vom Kohlendampfe erstickt, in seiner Wohnung todt gefunden.
Michael Lang, Hausmeister und seine Ehegattin wurden von Kohlendampf betäubt gefunden: beyde starben binnen 24 Stunden.
5) Durch Feuergewehr verunglückt.
a) Schwer verwundet.
Andreas Hohl, Raitoffizier der k.k. Hofkriegsräthlichen Buchhalterey, hat sich durch zufällige Abfeuerung einer Pistole gefährlich verwundet.
b) Getödtet kein Punkt
Johann Scharlberger, Taglöhner wurde von dem Joseph Hofmann, Zimmergesellen, zufällig beym Probieren der Gewehre erschossen.
Jakob Mauter, Zielergehülfe auf der bürgerlichen Schießstätte, wurde durch unvorsichtiges Schießen des | (22) Schützen Carl Raab tödtlich verwundet und starb am folgenden Tag.
Konstantin Windprecht, 13 Jahre alt, wurde von dem Peter Huter aus Unvorsichtigkeit mit einem eisernen Ladstock in den Unterleib geschoßen und schwer verwundet.
6) Im Wasser verunglückt.
a) Auf Schiffen.
Michael Wachauer, Nauführer, wurde beym Anfahren einer Zille an die Schlagbrücke durch ein Ruder in die Donau geschleudert und ertrank.
Johann Humbelstaetter, Schiffknecht, wurde durch Abprellen einer Zille von einem Kehlhammer in die Donau gestürzt und ertrank.
Georg N. Schiffknecht wurde durch Abprellung eines Schiffes an die Brücke nächst dem Augarten in die Donau geschleudert und ertrank.
Kollmann Mahr, Fischerknecht, wurde durch Umsturz einer Zille in die Donau geworfen und ertrank.
Georg Hermenstreit, Arbeiter am Uferbeschlächte, fiel durch Umsturz eines Schiffchens in die Donau und ertrank.
b) Beym Baden.
Jakob Spinar, und Johann Kargel, beyde Schuhmachergesellen, Joseph Siwora, Sporergesell, und Schäfer, sind beym Baden ertrunken.
c) Beym Schwemmen der Pferde, Franz Schmisak Pferdknecht, welcher Pferde in die Donau zur Schwemme ritt, war in eine Vertiefung gerathen und ertrank.
d) Aus Unvorsichtigkeit fielen in die Donau und ertranken.
Franz Bittner, Schloßergesell.
Leopold Eigner, Holzscheiber.
Leonhard Dotzler, Mühljung.
Anton Schafer, Knabe von 13 Jahren.
Die achtjährige Tochter des Brückenmeisters Uiberlacher.
Ein Gemeiner vom Regiment Hiller.
Eine unbekannte Weibsperson.
N. Koppensteiner Schiffknecht.
(Der Beschluß mit einigen Bemerkungen über diese Uebersicht folgt in einem der nächsten Blätter.)"
"III. Angekommene in Wien:" | "IV, Abgegangene von Wien:"

Nr.4 20.1.1809

*Kurze Notizen (30): ua:
"Im Jahre 1805 wurden die Armen in Wien und den Vorstädten untersucht. Der Personalstand war:
Männer 6086
Frauen 12643
Erwachsene Ledige 10123
Kinder bis 12 Jahr 8700
Von dieser Gesamtzahl wurden zur Unterstützung geeignet befunden:
18601
Nicht geeignet 18951 hä??
Die erforderliche Unterstützungssumme beträgt nach den angenommenen Grundsätzen jährlich 469,117 fl 14 1/8 kr."
ua Sterbefälle Linz
Notizen aus Wien, Beylage zu Nr 4
*Fortsetzung Unglücksfälle (31) 7) Beym Ziegeldecken und Bauarbeiten verunglückt.
a) Gefährlich verwundet.
Ignaz Reithofer, Ziegeldeckergesell, fiel vom Dache des Hauses Nr. 54 zu Gumpendorf, und wurde stark verwundet,
Andreas Hofmann, Ziegeldeckergesell, ist vom Dache des Hauses Nr. 153 im Neulerchenfeld herabgefallen, und tödlich verwundet worden.
b) Getödtet.
Georg Nierensee, Ziegeldeckergesell, fiel durch zufälliges Abreissen eines Strickes vom Dache des Hauses Nr. 63 am Schottenfelde, und blieb sogleich todt.
Anton N. Ziegeldeckergehülfe, fiel vom Dache des Hauses Nr. 719 in der Stadt, und blieb sogleich todt.
Johann Fischer, Maurergesell, fiel vom Gerüst des Hauses Nr. 534 in der Stadt herab, und wurde dergestalten beschädigt, daß er nach einigen Tagen starb.
Philipp Schwächer, Ziegeldecker, fiel vom Dache des Hauses Nr. 280 in der Leopoldstadt herab, und wurde dergestalten beschädigt, daß er bald darauf starb.
Joseph Streizinger, Tagelöhner, welcher sich beym Ziegeldecken zu weit hinaus wagte, ist vom Dache herab gestürzt, und bald darauf gestorben.
Joseph Dworschak, Ziegeldeckers Handlanger, wurde durch Losreissung eines Fensterstocks, an welchen er sich bey der Arbeit anhielt, erschlagen.
(Die Fortsetzung folgt.)"

Nr.5 24.1.1809

*Überblick Bauern ÖS (Fortsetzung): SIE (33) in SIE nur eine Volkszählung, die alle Stände umfasst, 1786; "Wie viel kostete es dem verewigten Joseph nicht, selbst diese durchzuführen."
*Bevölkerung BOE 1807
*Übersicht Kriminaluntersuchungen ÖS-D Erbstaaten 1805, 1806
Notizen aus Wien, Beylage zu Nr 4
*Fortsetzung Unglücksfälle (39)
"8) Durch Ausreißen der Pferde.
Der 68jährige Bierabtrager, Simon Thurn, wurde durch Pferde, welche mit einem Lehnwagen ohne Kutscher zum Burgthor herein sprengten, niedergeführt und gefährlich beschädigt.
Der Hofkriegsrath-Raitofficier N*. wurde durch Ausreißen der Pferde vom Bock eines Wagens geworfen, und nebst dem m Wagen sitzenden Personen schwer beschädigt. Durch eben diese Pferde wurde unter dem Burgthore der Hausmeister von Nr. 1216 in der Stadt niedergestoßen und bedeutend beschädigt.
Margarethe Kern, Kipfelweib am Platzl, wurde durch ein scheu gewordenes, an einen leeren Leiterwagen gespanntes Pferd niedergestoßen und gefährlich verwundet.
Der Kutscher der Gräffin Sandrezky wurde durch Ausreyßen der scheu gewordenen Pferde vom Bock geworfen, und schwer beschädigt.
Ignaz Pinatzky, Regierungs-Accessist, und Apolonie, seine Tochter, wurden im Prater durch scheu gewordene Pferde niedergestoßen, und beyde schwer verwundet.
9) Durch Umsturz des Wagens.
a) Gefährlich beschädigt.
Der Fabrikant Fokenberger wurde nebst seiner Frau im Fahren umgeworfen, und gefährlich beschädigt.
b) Getödtet.
Ein Postknecht des hiesigen Oberpostamtes wurde außer der zweyten Taborbrücke unter dem Kallesch, mit welchem er in den Straßengraben hinabgestürzt war, todt gefunden.
(Die Fortsetzung folgt.")

Nr.6 27.1.1809

*Pezzl: Verschönerungen Wiens unter Franz dem Ersten, österreichischen Kaiser. 41-44 || (43) ua: Franzensbrücke: bisher keine steinerne Brücke zur Leopoldstadt, Schlagbrücke lange einzige Brücke dorthin; "allein der sich stets mehr anhäufende Zusammenfluß von menschen, Pferden und Fuhrwerken veranlaßte" Bau zweier Brücken (ober der Stadt von Rossau zu Augarten; unter Stadt: Weissgerber Vorstadt zu Prater, beide aus Holz). Franzenstor: "Das Gegenstück zur Franzensbrücke mag das Franzens-Thor machen. Die Thore von Wien sind Festungsthore, durch die also immer nur ein einziger Wagen fahren kann. Man muß ein Augenzeuge gewesen seyn, welche Hindernisse, Unbequemlichkeiten und Gefahren für die Wagen, Pferde und | Fußgeher, dieser Umstand bey der heutigen Anhäufung von Menschen und Fuhrwerken, oft verursachte. Dieß war der Fall vorzüglich bey dem Kärnerthor sic!, ausser welchem die Marktplätze von Heu, Getreide und verschiedenen Victualien sind. An Markttagen entstand unter diesem Thore, und auf der Thorbrücke häufig eine solche Stockung, ein solches Zusammendrängen und Ineinanderfahren, daß die Fuhrwerke bis in die halbe Kärnerstraße sic! hinein, und bis über die Wienbrücke hinaus, Stunden unbeweglich standen, und wobey es nicht selten zerbrochene Wägen, verwundete Pferde, beschädigte Menschen, Schlägereyen und ein fürchterliches Getümmel. Diesem Uebelstand abzuhelfen, ließ der jetzige Kaiser ein ehemaliges, schon über ein Jahrhundert zugemauertes, nicht ferne von dem Kärtnerthor liegendes altes Stadtthor neuerdings herstellen. Man öffnete das alte Gewölbe, verzierte den Bogen der Einfahrt, schnitt die linke Flanke der davor angelegten Bastion ab, und führte eine massive Brücke über den breiten Stadtgraben bis zum Glacis hinaus, wo sich dieser Weg mit der gemeinschaftlichen Chaussee vereinigt, auch traff man die heilsame Anstalt, daß von nun an Fuhrwerke und Reiter durch dieses Thor nur in die Stadt herein, bey dem alten Kärnerthor hingegen nur vor die Stadt hinaus passiren dürfen: eine Erleichterung, wodurch der ehemaligen Stockung und Unordnung für immer abgeholfen ist. Ober der Einfahrt dieses Thores ist die einfache Inschrift: Franciscus II. MDCCCII."
*"Unglücksfall.
Der Bürgermeister in Marien-Theresienstadt im Batscher Comitate, Gregor von Kopunovits, ein achtungswürdiger und geachteter Geschäftsmann, befand sich nicht wohl. Nach seiner Gewohnheit griff er zum gepulverten Weinstein, schüttet einen Eßlöffel voll davon in ein Glas mit frischen Wasser, und both auch seiner Gattin, welche ebenfalls sich unpäßlich fühlte, davon an. Diese trank zuerst, er selbst aber nahm den Ueberrest mit dem Bodensatze, un dging dann zu seinem Berufe auf das Rathhaus. Allein bald zwangen ihn heftige Schmerzen im Unterleibe zur Rückkehr in seine Wohnung. Schon litt seine Gattin gleiche Schmerzen. Der Arzt wurde gerufen, er untersuchte, und nun entdeckte sichs, daß Kopunovits durch einen unglücklichen Mißgriff statt des Weinsteins Arsenik genommen hatte, welches er zur Vertilgung der Ratten und Mäuse in seinem Schranke aufbewahrte. der sic! Unglückliche starb am 5. Januar dieses Jahres, vier Stunden nach ihm seine Gattin."
Notizen aus Wien, Beilage zu Nr.6
*Unglücksfälle, Beschluß (49)
"10) Durch Schlagen der Pferde.
a) Schwer beschädigt.
Anton Eder, Zimmermannssohn, 8 Jahre alt, wurde von einem Pferde an den Kopf geschlagen, und erhielt dadurch eine tödtliche Quetschung.
Theresia Breuner, Tagelöhners Witwe, und
Joseph Schmidt, Fuhrknecht, wurden von Pferden geschlagen, und schwer verwundet.
b) Getödtet.
Joseph Braun, Schaffer, wurde von seinem Pferde geschlagen, und starb bald darauf.
11) Durch Niederführen.
a) Schwer verwundet wurden.
M.A. Gelber, Holzhackerinn.
Katharine Flöder, Armeninstituts-Pfründnerinn,
Joseph Brandmayer, Ochsenknecht.
Kohann sic Schmidt, Sprachlehrer.
Josepha Rappod, Lohnbedientens-Ehegattin.
Walburga Schwaninger.
Anna Knoll, Polizeykorporals-Ehegattin.
Anton Danek, Tischlers-Sohn.
Anna Birkstein.
Anton Steinl, Theater-Chorsänger.
Rosalie Hasenstab, Revierjägers-Tochter.
Katharine Fleischmann, Magd.
Der fünfjährige Knabe des Bandmachergesellens Bachhammer. Der zweyjährige Knabe des Bandmachers Weiland.
b) Getödtet.
Niklas Eken, Tagelöhner.
Der zweyjährige Knabe des Bierwirthes Kopp.
Das zweyjährige Mädchen des Harfenisten Nollenbauer.
12) Durch Niederreiten.
Johann Morgenstern, Hosenträgermacher, wurde niedergeritten, und gefährlich beschädigt.
13) Durch Sturz vom Pferde.
Johann Domenk, k.k. Reitknecht ist im Prater vom Pferde gestürzt, und gefährlich verwundet worden.
14) Durch unglückliches Fallen.
a) Schwer verwundet.
Carl Holzmann, Laufer, fiel in den Stadtgraben, und wurde gefährlich verwundet.
Johann Anschek, verabschiedeter Soldat, fiel in den Liniengraben, wodurch ihm beyde Füße gebrochen wurden.
Mathias Rohrauer, Tagelöhners-Sohn, 10 Jahre alt, ist auf dem Kirchenthurme im Altlerchenfeld von einer fünf und zwanzig Schuh hohen Leiter herabgefallen, und gefährlich verwundet worden.
Johann Reichspfarrer, Tagelöhner, hat sich durch einen Fall in der Trunkenheit sehr gefährlich verwundet.
Die siebenjährige Tochter des Reitknechtes Zimmermann, ist von einem Gerüste in den k.k. Stallungen auf einen Stein gefallen, und gefährlich verwundet worden.
Johann Würfel, Tischlergesell, hat sich durch einen Fall in der Trunkenheit stark verwundet.
Simon Anderst, Lohnwagenbesitzer, und Johann Geplinger, Kutscher, sind in der Trunkenheit von ihren Kutschersitzen herabgefallen, und gefährlich beschädigt worden.
b) Getödtet.
Magdalene Wild, Theaterschnürmeisters-Ehegatinn, fiel vom Boden des Theaters nächst dem Kärntnerthor auf das Podium herab, wo sie todt gefunden wurde.
Martin Sporer, Faßzieherknecht, fiel durch Ausgleiten über eine Kellerstiege, und blieb sogleich todt.
Adam Fessel Hausmeister, fiel auf der Landstraße in eine Eisgrube, wo er todt gefunden wurde.
Franz Zeller, Exzisterzienserpriester, fiel in den Keller des Hauses Nr. 580 in der Stadt, und starb bald darauf.
Anton Kerschny, Cassirer vom Invalidenhause, hat sich durch einen Fall über die Stiege so sehr beschädigt, daß er nach zwey Stunden starb.
Joseph Kleinbacher, Kaufmanns-Sohn, fiel in den Keller des Hauses Nr.12 an der Windmühle, wovon er am folgenden Tage starb sic, kein Punkt
Michael Reinhart, Tagelöhner, fiel über die Stiege in seinem Wohnhause, und beschädigte sich dergestalt, daß er am folgenden Tage starb.
Carl Raab, Hausknecht, hat sich durch einen Fall in der Trunkenheit dergestalt beschädigt, daß er am dritten Tage darauf starb.
Matthias Bauer, ein Binder, fiel im k.k. Mehlmagazin auf der Landstraße von den Fässern herab, und beschädigte sich dergestalt, daß er bald darauf starb.
15) Durch Vernachlässigung der Kindesaufsicht
Das ein und ein vierteljährige Kind, Anna, des Ziegeldeckers Frisenhengst zu Erdberg wurde von dem Weibe, dem es zur Obsorge übergeben war, in der Wiege schlafend verlassen, während dieselbe Fleisch hohlte. Als sie zurück kam, wurde das Kind an der Wiege am Bande der Kindeshaube hängend gefunden, worauf es sogleich verschied.
16) Durch Hunds-Bisse.
Matthias Prestos, Lehrjung, wurde von einem jedoch gefunden Hunde gebissen, und bedeutend verwundet. | (50)
17) Durch Sinnenverwirrung. Nikolaus Ehrbrecher, Wirth im Altlerchenfeld hat sich im Anfall einer Sinnenverwirrung mit einem Mörserstößel am Kopfe gefährlich verwundet.
Wien, den 6. Januar 1809." 6.1.1809

Nr.7 31.1.1809

Notizen aus Wien
"I. Unglücksfall (57)
Am 17. Jan. ging der Bürger, Gold- und Silberarbeiter Anton Asen (aus der Josephstadt Nr.33) durch die Schauflergasse. Ein Unbekannter, dem Aeußeren nach ein Stallknecht ritt ihn nieder, und Asen starb am folgenden Morgen, unerachtet man außer einer Verletzung am rechten Vorderarme keine weitere Beschädigung entdeckte. Uebrigens hatte der Verstorbene lange schon an einer Magenkrankheit gelitten, welche seinen Tod beschleunigt zu haben scheint. Der Thäter wurde zwar von der Polizeywache verfolgt. Aber er entging ihr durch die Schnelligkeit seines Pferdes."
-es folgen, wie immer, Angekommene aus und Abgegangene von Wien

Nr.8 3.2.1809

Notizen aus Wien Beylage zu Nr.8
*Unglück (11 Jahre alter Johann Wipp bricht durch Eis Alsbach, erst Tage später Leichnam gefunden) (67)
*Über Wiens Reinigungsanstalten

Nr.10 10.2.1809

*Patriotismus der Stände BOE (Landwehr)
*Population GAL Städte nach Konskription 1808

Nr.11/12 14.2.1809/17.2.1809

*"Stimmen des Auslandes über den österreichischen Kaiserstaat. (Auszug eines Schreiben aus dem Oesterreichischen" (83-84): abgedruckt aus: Erhebungen. Eine ZS für das Vaterland. Nr.2 "Ich": (83) drittesmal Reise durch BOE MAE ÖS STMK, wichtige Veränderungen geschehen; "Ist gleich die Wiener Hofzeitung so karg an Nachrichten von denselben, und sagt sie Ihnen gleich mehr von Constantinopel, als vom österreichischen Kaiserstaate, so können Sie dennoch überzeugt seyn, daß hier seit ein Paar Jahren viel geschehen ist." "Ich bemerkte ein sorgfältiges Bestreben der Regierung, ihre Sache zur Sache des Volkes zu machen, und das ist ihr gelungen. Das bisherige Pretiösthin der Regierungen, welche mit ihrem car tel es notre plaisir Krieg führten, | ohne ihre Völker zu befragen, machte, daß diese sich durch Mangel an Theilnahme rächten. Wenn der Wienerhof sich selbst getreu bleibt, und sich aufs innigste mit ihnen zu verschmelzen fortfährt; so werden seine Kriege nicht mehr Kabinets- sondern Volks-Kriege seyn, und ihre Tapferkeit und Treue wird seinen Feinden ein unbesiegbares Bollwerk entgegen setzen. Ich bemerkte eine ungewöhnliche Kraft in Allem, was die Regierung unternimmt. Scheint es nicht eine Art von Zauber zu seyn, daß Oesterreich drey Jahre nach dem unseligen Preßburger Friedensschlusse eines der stärksten und schönsten Heere auf den Beinen hat, welches schlagfertig dasteht, und sein noli me tangere jedem zuruft." ; "Möge Oesterreich ein Beyspiel seyn dem deutschen Vaterlande! Mögen in Achtung und Liebe sich begegnen Völker und Regierungen. Mögen endlich alle Theile in Eintracht sich verbinden, und Kraft ihre Schritte leiten. Kein Zweifel, und es wird noch Alles gut werden."
*"Die orientalische Gesellschaft in Wien." (84-86) (84) | endlich Wunsch erfüllt, daß es in Wien selbständiges wissenschaftliches Journal gibt, an Spitze Hammer: Fundgruben Orient; Politik und Theologie soll darin am wenigsten behandelt werden; wäre ohne Grafen v Rzewusky nicht entstanden; wird Überschuß der Druckkosten tragen; auchläßt sich erwarten, daß er bessere orientalische Alphabete anschaffen wird; | von diesem Verein gabs bisher nur eine zwei Zeilen lange hämische Nachricht in der "allgemeinen Zeitung", darin wurde bemerkt, daß diese Gesellschaft mit einem Mittagsmahl und Toats debütiert hat, daher soll auch darüber Nachricht gegeben werden: am 15.1.1809 lid Hr Wenzel Graf v Rzewusky die in Wien befindlichen, am Journal mittel- oder unmittelbar teilnehmenden Kenner und Liebhaber der orientalischen Literatur zu Mittagsmal, wobei Prospectus verteilt wurde; anwesend waren 18 (inkl Graf), zwei eingeladene verhindert; anwesend ua "Hr. Professor Friedrich Schlegel (dessen letztes Werk über die indische Literatur eine Menge wichtiger und neuer Ansichten eröffnet hat,)"
*Kuhländchen
Notizen aus Wien (89)
*Unglücksfall: Postillion fiel von mit Stroh beladenen Wagen

Nr.13 21.2.1809

*Schutzpockenimpfung BOE


Notizen aus Wien Beylage Nr 13

*"Besondere Ereignisse": (97)
Brand in Wirtshaus, zwei Pferde erstickten
Seifensiedergeselle Johann Bittermann 13.2.1809 betrunken, Kameraden führten in zu zwei Abtritten, wobei einer unbedeckt war, er rutschte aus und erstickte in Senkgrube

Nr.15 28.2.1809

[Heinrich Franz, Graf von Rottenhan (biogr. Skizze), 107 ff. -starb 14.2.1809]

Nr.16 3.3.1809

*Caroline Pichler: Tropsteinhöhle Blasenstein

Notizen aus Wien zu Nr 16

*Unglücksfälle: einer erstickt an brennenden Strümpfen;
3.3.1809 Schiffsunglück an Schlagbrücke, 1500 Metzen Weizen gingen zu Grunde

Nr.17/18. 7.3.1809/10.3.1809

[Über die richtige Angabe des Flächeninhalts und der bewohnten Örter von Ungarn (123 ff.)]

Nr.19/20 14.3.1809/17.3.1809

*"-l-": Über ÖS Landesverteidigung
"Charakterzüge österreichischer Patrioten. (Ais der Periode der Errichtung der Landwehre und ihres Ausmarsches.)", 137f | "Der Schuster, Georg K. (am Neustift, einer Vorstadt Wiens,) Vater von vier Kindern, war gleich Anfangs freywillig und mit einem ganz besondern Enthusiasmus zu dem vierten Bataillon der Landwehre getreten. Am 10. März zog er mit demselben aus. Als aber am Tage nach dem Ausmarsche einige Landwehrmänner bestimmt wurden, nach Wien zurückzukehren und dort für das Bataillon zu werben, da war auch er unter dieser Zahl. Allein ihm schien, daß er bey diesem Geschäfte nicht so verwendet würde, wie er es nach seinem Eifer zu verdienen glaubte. Er fürchtete, Unzufriedenheit seiner Vorgesetzten sey die Ursache und besorgte sogar seine Entlassung aus einem Korps, unter dem zu stehen, sein höchster Stolz war. Dieses empörte sein Ehrgefühl. Er wurde düster, ängstlich, melancholisch, er glaubte, die Schande seiner (ohne Grund gefürchteten) Entlassung nicht überleben zu können, ergriff nach einer bangen Nacht am Morgen des 13. März sein Gewehr, begab sich auf den Boden seiner Wohnung, und jagte sich eine Kugel durch den Kopf. Zwar lebte er noch am folgenden Tage. Aber keine Hoffnung ist da, den Unglücklichen ganz zu retten. Sein ganzes Gesicht, alle Knochen, alle Muskeln sind zerrissen. - Der Moralist wurd diesen Selbstmord nach seiner Ansicht richten. Hier stehe die Erzählung nur als Beweis, welche hohe Begriffe selbst Menschen aus den untern Volksklassen von der Ehre haben, zu dem schönen und großen Bunde der Vaterlandsvertheidiger zu gehören." [- kommt in der Folge immer wieder a G'schichtl]
*Das Cuirassier-Regiment Hohenzollern, bey seinem Durchzuge in Wien 140-142 | (141) -Gedicht von patriotischer Dichterin Caroline Pichler: Kaiser Ferdinand der II (KK)
Notizen aus Wien: Namen der Offiziere der 6 Landwehrbataillone (143f) -ua Namen Seckendorf, Armbruster, Odonel

Nr.21/22, 21.3.1809/24.3.1809

*Charakterzüge
*Sartori: Naturschönheiten ÖS Kaiserthums
*"Criminalfall. (155) Theresia ***, verehelichte K., Meuchelmörderinn Als um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Marchese Beccaria die Rechtmäßigkeit, und Hofrath von Sonnenfeks die Nothwendigkeit der (häufigen) Todesstrafen bestritt, wurde die Meinung, daß die Todesstrafen gänzlich abzuschaffen seyen, beynahe zur herrschenden, und man trug alles zusammen, was man zur Vertheidigung dieser Meinung aufzufinden vermochte. Immer gab es jedoch Schriftsteller, die mit warmen Eifer für die Beybehaltung der Todesstrafen kämpften.
Die gewöhnliche Folge, daß aus zwey entgegengesetzten, mit Uebertreibung vertheidigten Lehren zuletzt eine gemäßigte dritte Meinung die Oberhand erhält, trat auch hier ein. So sehr man auch den aus der Roheit, Geringschätzung der Menschenwürde und Unwissenheit der vorigen Jahrhunderte entsprungenen Mißbrauch der Todesstrafen verabscheuet, eben so sehr ist man nun fast allgemein überzeugt, daß einige Gattungen der schwersten Verbrechen mit dem Tode zu bestrafen seyen. Die Verbrecher (sagt das Patent vom 3. September 1803, wodurch die Einführung der Todesstrafen in dem neuen österreichischen Strafgesetze zur allgemeinen Warnung insbesondere kund gemacht ward) die Verbrecher, gegen welche die gemeinschaftliche Sicherheit durch darauf verhängte Todesstrafe wirksamer zu beschützen beabsichtiget wird, sind Ausnahmen, (wie sie unglücklicher Weise unter jedem Volke gefunden werden) deren zum Bösen verhärtete Gemüthsart unverkennbar aus der Gräßlichkeit der Handlungen hervorleuchtet, und der öffentlichen Verwaltung diese Strenge abnöthiget. Die mit der Todesstrafe belegten Verbrechen sind sämmtlich von solcher Beschaffenheit, daß sie nicht ohne Entwurf, oder doch nicht ohne Vorbereitung, mithin nicht ohne vorhergehende Ueberlegung, ausgeführt werden können. Bey Lasterhaften, bey denen in diesem längeren Zwischenraume, in welchem der Greuel der Uebelthat, die Größe, die Schädlichkeit der Folgen, sich ihrer Vorstellung nothwendig angebothen haben mußen, bey denen in einem solchen Zwischenraume das Gewissen gänzlich schweigt, oder die, taub gegen jeden Einspruch des Gewissens und der unvermeidlich aufdringenden Drohung der Strafe, trotzend das Verbrechen dennoch fortsetzen und ausführen, bey denen ist der für die Gesetzgebung einzige Grund schonender Strafen, die Hoffnung jemahliger Besserung, aufgegeben, gegen so hartnäckige Bösewichte kann dem gemeinen Wesen nur ihr Tod Sicherheit gewähren. Ein Beyspiel solcher Art liefert der Criminalfall, welcher hier in einem getreuen Auszuge aus den Acten vorgelegt wird.
Am Ende des vorigen Jahres wurde um Mitternacht in einer Vorstadt von Wien der Leichnam eines Getödteten entkleidet gefunden. Die vorgenommene Beschauung gab das Resultat, daß die übrigen Theile des Körpers zwar unverletzt, aber im Kopfe zehn Wunden theils mit einem spitzig-schneidenden, theils mit einem stumpf-spitzigen Instrumente angebracht, achte darunter gefährlich, und zwey absolut tödtlich waren. Aus den Umständen des Ortes, der Zeit und der Entkleidung des Körpers muthmaßte das Gericht, daß ein Raubmord verübt worden sey, und es ward in dieser Muthmaßung noch mehr bestärkt, weil das Weib des Getödteten aussagte, daß ihr Mann, ein Kleinverkäufer, mit 150 fl. in Bancozetteln, um Schmalz einzukaufen, ausgegangen, und nicht mehr zurück gekommen sey, und weil sie diese Aussage auf Verlangen des Gerichts, das keinen Verdacht wider sie schöpfte, sogar eidlich bestätigte.
Da man aber, um nähere Umstände zu erfahren, die Verwandten und Freunde des Getödteten vernahm, und von einem derselben erfuhr, daß das Weib kurz vor der Verehelichung ein von einem Andern erzeugtes uneheliches Kind geboren, und mit ihrem Manne unzufrieden gelebt habe, so schritt man zu einer häuslichen Durchsuchung, bey welcher sich an der Wand und am Fußboden Spuren von Blutflecken, im Bette des Mannes blutige Kleidungsstücke, und im versperrten Kasten die vorgeblich geraubten Bancozettel fanden.
In dem hierauf mit dem Weibe vorgenommenen Verhöre gab sie anfangs den N. N., ihren vorigen Liebhaber, als den Thäter an; er habe, sagte sie, mit ihr das uneheliche Kind, das erhobener Maßen | (156) acht Tage nach der Geburt im Findelhause starb, erzeuget, und als sie sich verehlichte, sie oder ihren Mann zu tödten gedrohet. Auch während der Ehe habe er sie öfters heimlich und so auch am 19. December vorigen Jahres gegen Abend besucht, und als er erfuhr, daß ihr Mann schlafe, sie umzubringen gedroht, wofern sie nicht gestatte, daß er ihren Mann tödte. Hierauf sey von ihm der Mord mit einer Hacke vollbracht, und der Körper in einer Butte auf die Straße geworfen worden.
Allein der verhaftete N. N. berief sich in seinem Verhöre auf mehrere Zeugen, daß er jenen Abend in seinem von der hiesigen Stafdt entfernten Wohnorte theils bey seinen Aeltern, theils bey Nachbarn zugebracht, und dort auch geschlafen habe. Dieß bestätigten auch mehrere unbedenkliche Zeugen, daher N. N. entlassen und für schuldlos erklärt wurde.
Dagegen schritt das Weib des Getödteten (23 Jahre alt, von rechtschaffenen, auf dem Lande ein bürgerliches Gewerbe treibenden Aeltern geboren) zu folgendem Geständnisse: ungeachtet ihres vorigen Liebeshandels mit N.N. habe sie doch vor acht Wochen ihren Mann, der 27 Jahre alt war, aus Neigung geehlichet. Durch 14 Täge hätten sie beyde zufrieden in der Ehe gelebt; da aber ihr Mann sei der Zeit öfters spät nach Hause kam, mürrisch und zänkisch war, und sie nachdachte, daß sie mit N. N. glücklicher leben würde, so sey in ihr der Vorsatz, den Mann zu tödten, und den N.N. zu ehelichen, entstanden, zu dem Ende N.N. von ihr theils schriftlich, theils als sie einmahl bey ihren Aeltern war, mündlich zu einer Unterredung bestellt worden, aber nie gekommen. Am Abende vor der That kam ihr Mann abermahls mürrisch nach Hause, und drohte ihr, sie zu mißhandeln, am Morgen erneuerte er den Zank, und als er vorgebkich Holz zu kaufen ausging, so erneuerte sie den Vorsatz, wenn er sich nochmahls so gegen sie betragen würde, ihn im Schlafe mit der Hacke zu tödten. Nach ihrem Vorgeben kam er Nachmittags gegen 4 Uhr wieder mürrisch nach Hause, bedrohte sie mit Schlägen, und legte sich gegen 6 Uhr in das Bett. Sie begab sich in den Kramladen, bald nachher aber, als sie ihren Mann schnarchen hörte, in die Küche, nahm dort die Hacke, schlich zum Bette, und als sie sich von dem Schlafe ihres Mannes überzeugt hatte, versetze sie demselben erst mit der Breite der Hacke, dann als er sich aufrichtete, auch mit der Schneide derselben einige Streiche auf den Kopf. Hierauf packte sie den Leichnam in eine Butte, die sie in der Küche verbarg, und bemühte sich beyläufig durch eine halbe Stunde, die Spuren des Verbrechens zu vertilgen.
Nach ihrer Rückkehr in den Kramladen, um den Kundschaften zu verkaufen, bestellte sie dort ein junges Mädchen, um diese Nacht bey ihr zu schlafen, zu sich; als diese kam, trug die Thäterinn heimlich den Leichnam in der Butte auf die Straße, kehrte mit der Butte zurück, und legte sich mit dem Mädchen in ein anderes leer gestandenes Bett.
Am anderen Morgen erzählten ihr Kundschaften, daß in der Nachbarschaft ein todter Körper gefunden worden; sie äußerte Besorgniß, daß es ihr Mann, der Nachts nicht nach Hause kam, seyn könne, schickte ein Weib, um sich zu erkundigen, in das Gerichtshaus, weil aber diese keine sichere Nachricht geben konnte, ging sie selbst hin, und bejammerte den Tod ihres Mannes, und legte anfänglich jene falschen Aussagen ab, welche hier im Eingang vorgetragen worden sind.
Mit ihren Geständnisse stimmten alle erhobenen Umstände überein.
Ueber den Umstand einer unfriedlichen Ehe wußte sie keine Zeugen anzugeben, und kein vernommener Zeige hat hierüber etwas aus eigenem Wissen, sondern nur einer derselben ausgesagt, daß sie selbst ihm ihre unzufriedene Ehe geklagt habe.
Nach der dreytägigen Bedenkzeit gab sie die grobe Behandlung ihres Mannes als die Ursache der That an.
Die That ist durch das freye, bestimmte, und mit allen eingeholten Erfahrungen übereinstimmende gerichtliche Geständniß nach dem . 399, 1. Th. des Strafgesetzes gesetzlich erwiesen. Diese That ist, weil sie vorsätzlich an einem Schlafenden, folglich tückischer Weise, verübt worden, nach dem . 118 ein Meuchelmord, dem . 119 und 6 des ersten Theiles des Strafgesetzes gemäß, mit dem Tode durch den Strang zu bestrafen.
Scheinbare Milderungsgründe zu ihrer Vertheidigung waren: | (157)
a) Die verwahrloste rohe Gemüthsart der Thäterinn.
b) Ihr voriger untadelhafter Lebenswandel.
c) Die unglückliche Leidenschaft zu ihrem vorigen Liebhaber.
d) Die grobe Behandlung des Mannes, und
e) die daraus entstandene Gemüthsbewegung.
Allein das grobe Betragen des Mannes war ganz unerweisen, ihr voriger Wandel zwar verbrechenlos, aber nicht untadelhaft; die während der Ehe fortgesetzte, von ihrem Geliebten auf keine Weise genährte Neigung war eine sehr strafbare Triebfeder, und eine rohe ungebildete Gemüthsart kann ebenfalls nur unvorsichtige im Zanke verübte Verletzungen mindern.
Hier verschwanden nicht nur alle diese Milderungsgründe, sondern es traten noch mehr erschwerende ein. Der Mord, welcher an sich schon mit der Todesstrafe bedroht ist, ward mit voller Ueberlegung und vorläufiger Festsetzung der Mittel, ohne eine nahe Veranlassung, mit kaltem Blute meuchelmörderisch an dem Ehegenossen verübt, und selbst noch nach der That hat die Verbrecherinn durch Ablegung eines falschen Eides und die höchst verläumderische Beschuldigung ihres Geliebten ein sehr bösartiges Gemüth an den Tag gelegt.
Das gesetzmäßige Urtheil (Tod durch den Strang) ist an der Verbrecherinn den 16. März dieses Jahres vollzogen worden."

Nr.23/24 28.3.1809/31.3.1809

*Stiftung edler Böhmen für verdiente Krieger (161f): "Der Patriotismus der Bewohner des österreichischen Kaiserstaates äußert sich in den mannifaltigsten Gestalten." "Der österreichische Soldat bedarf, um seine Schuldigkeit zu erfüllen, keiner Geldbelohnungen. Er hat ein Vaterland, er liebt es, und hat Ursache es zu lieben; er weiß, daß trotz aller Stürme der Zeiten, der österreichische Unterthan glücklicher als jeder andere, daß er unter einem sanften Scepter lebt; er weiß, daß er für das Glück seiner Angehörigen und für sein eigenes streitet; denn auch er kann nach vollendeter Dienstzeit in das bürgerliche Leben zurück treten, und an allen Vortheilen des Civil-Lebens Theil nehmen." Edle Böhmens wollen nun Soldaten bei dereinstigen Übertritt ins Zivilleben helfen; sie eröffneten Subskription, um dem ausgezeichneten Krieger dereinst so viele Grundstücke zu versichern, daß der Mann daraus seinen Unterhalt ziehen kann | -für ingesamt 94 Mann Land; in Frage kommen va die mit goldener Tapferkeitsmedaille; wenn dann Grundstücke übrig sind, auch die mit silbernen; bei gleicher Auszeichnung gilt Vorzug denen mit längeren Dienstjahren, bei ganz gleichen Verhältnissen treffen Schenker die Auswahl; Ausländer sollen Inländern gleich an Wohltat teil nehmen; "Der österreichische Soldat hat nunmehr ein neues Band, welches ihn an sein Vaterland fesselt; er vertheidigt nächstes Wort gesperrt sein Eigenthum, nächstes Wort gesperrt seinen Herd, nächstes Wort gesperrt Grundstücke; er weiß, wofür er streitet, und wo er dereinst nach dem Kampfe sich ruhig niederlegen kann."
[*Charakterzüge und Anekdoten aus dem Leben österr. Fürsten und gr. Landsleute (5. Beitr.): Prinz Eugen (162 ff.)]
*Charakterzüge ÖS Patrioten (Ehzg Johann: Begriff Altösterreicher)


Bd. 2

Nr.25 4.4.1809

*"Armee-Befehl Sr. kais. Hoheit des Generalissimus Erzherzog Carl" 6.4.1809 (175-177): "Ihr werdet nie für fremdes Interesse und fremde Habsucht bluten;"; deutsche Brüder, die noch in feindlichen Reihen, harren auf Erlösung; | gleich anschließend Beschreibung des Geschäftsgang im Hauptquartier der "nach einer festgesetzten Ordnung eingeleitet" werden soll und in vier Abteilungen verteilt wurde: geheime Kanzlei (Vorsteher Grünne, diese verfaßt Berichte an Kaiser, Korrespondenz mit HKR und Landestellen; Erlassung Proclama, Zensur militärischer Schriften); Operationskanzlei | (Prochaska; Taktik; "Führung eines genauen und vollständigen Journals zur Basis der Kriegsgeschichte", Länderaufnahme, Situationszeichnung; Registrierung aller militärischer Akten); Detail-Kanzley (Wimpffen: Stand und Diensttabellen, Frührapporte, Armeebefehle, Kundmachungen, Ausfertigung von Pässen usw; Aufsicht über Fremde, Marketender, Wirte, Maß, Gewicht, | "mit einem Worte, über die Polizey des Hauptquartiers"; hat das Recht, alle in Nähe der Armee liegende Magazine, Spitäler usw zu visitieren); Armee-General-Commando.
*Reise NÖ: Fabriksbeschreibungen
*Erklärung von von sic Neustädter: wg unangenehmen literarischen Streit erklärt er, daß alle mit N-r unterzeichneten Aufsätze, nebst Aufsatz Nr.I in Nr 39 von ihm sind.

Notizen aus Wien

"I. Warnungs-Tafel.
In der Nacht vom 23. auf den 24. März entstand in der Alservorstadt Feuerlärm. Ein junger Mann hatte des Nachts im Bette gelesen und war eingeschlafen, ohne das Licht auszulöschen. Es ergriff das Bette, und den Tisch. Schon hatte man außer dem Hause das Feuer bemerkt und noch schlief der junge Mensch, vielleicht betäubt von dem Dampfe. Man mußte die Thüre einsprengen. Wäre die Hülfe nur wenige Minuten später gekommen, so hätte er mit dem Leben seine Unvorsichtigkeit gebüßt."

Nr.26/27 7.4.1809/11.4.1809

[*Franz I. an die Völker Österreichs 8.4.1809 (189 f.)]
[*Ehz. Carl an die dt. Nation (190)]
*Anrede an Akademikerdivision in Prag
Notizen: Unglücksfälle: erfrorener Schiffknecht und zu Tode gestürzter 15jg im Dienst der Stadtreinigungsanstalt
Anhang: Rede Fahnenweihe Triest

Nr.28/29 14.4.1809/18.4.1809

[*Anonymes Manifest (205 ff.)]
*Caroline Pichler: (KK) "Über den Volksausdruck in unserer Sprache: Ein ganzer Mann" (220 -223) -Redensart ein ganzer Mann, ganze Leute hat mehr Sinn; als Luxus und Übermut Verfeinerung der Lebensweise noch nicht auf höchsten Grad getrieben hatten, "zu jener Zeit fand man dann, was sich jetzt in Vielen einzeln zeigt, - in einem Einzigen vereinigt. Der Krieger war Staatsmann, der Staatsmann Redner, Dichter, Philosoph, oft Alles dieß in einer Person, wie wir es an den Männern der schönsten Zeit Griechenlands und Roms - an einem Aeschylus, Thucydides, Xenophon - einem Cäsar, Cicero *) u.s.w. bewundern. | (221)
So glänzen aus dem so oft mit Unrecht verschrienen Mittelalter uns die romantischen Gestalten entgegen, bey denen Geist und Körper gleich thätig rührig und frey geübt wurden. Das waren die ganzen Menschen, die in mehr als Eine Lage des Lebens paßten, in deren starken Gemüthern Ritterthum und Staatskunst, Religion und Poesie blühten, die im Gefühle ihrer Kraft, vielseitig angeregt, die Thaten unternahmen, die Gesänge sangen, die das Erstaunen und die Freude der späten Nachwelt geworden sind." -zB schwäbische Kaiser, Maximilian1, Franz1 von FR, Camoeus, Petrarca, Georg v Freindsberg. "Jetzt ist Alles scharf und bestimmt gesondert, der Gelehrte, der Staatsmann, der Krieger, der Künstler - scharf und genau, wie in dem Kastensysteme des Orients - und dieses Kastensystem war es auch von jeher, was der Erschlaffung von der einen, dem Despotismus von der andern Seite den breiten offenen Weg bahnte. Wer einmahl in unserer Zeit sich einen Stand erwählt hat, richtet alle seine Kräfte, Fähigkeiten und Wünsche nur dahin; nur in dieser Rücksicht bildet er sich aus, nur was ihm zum Fortkommen auf dieser Bahn frommt, hat Werth für ihn, und alles Uebrige bleibt ihm fremd und gehaltlos. Das gibt dann die halben, die Viertels- und Achtels-Menschen unserer Zeit, die wie jene Arbeiter in Fabriken nur ein kleines Theilchen des Ganzen zu bearbeiten verstehen, und wenn das Schicksal sie einmahl unsanft aus dem altgewohnten Geleise stößt, sich nirgends mehr zu finden, zu helfen wissen." wahr ist, daß jede einzelne Wiss, Kunst, Gewerbe dadurch an Vollkommenheit gewinnt, wie auch "jene Fabrik die vollendetsten Producte liefern wird, wo jede kleinere Arbeit, ja jeder Handgriff das Geschäft eines eigenen Menschen ist, der nun sein ganzes Leben hindurch gar nichts anders thut, als diese Kleinigkeit millionenmahle zu wiederhohlen." Frage, ob diese "Trennung der Stände und Arbeiten, besonders des Wehr- und Nährstandes (...) wirklich Gewinn für die Menschheit sey"; "dieser Gang des menschlichen Geistes ist eine Folge seiner natürlichen Anlagen, und darum unaufhaltsam"; nicht steigt ins Unendliche fort, die Nemesis warnt, und die ungehörte Warnung straft schrecklich. "Richtig und auf allen Seiten ruft uns die Natur von dem Abwege einseitiger Ausbildung zur harmonischen Uebung aller unserer Fähigkeiten zurück, indem sie uns bald den göttlichen Funken der Vernunft in dem bloß sinnlich gebildeten Menschen ganz unterdrückt weiset, bald den siechen Gelehrten, den kränkelnden Philosophen zeigt, der sich zuletzt schrecklich selbst überlebt, und der erstaunten Mitwelt das | (222) traurige Schauspiel der wiederkehrenden Kindheit und Blödigkeit gibt."; "Tausend andere Uebel, uebertriebene Weichlichkeit, unmäßiger Wunsch nach Ruhe, (...) herzlose Gleichgültigkeit gegen jede Regierungsform, wenn sichs nur unter ihm ruhig athmen, und ihm gewohnten Geleise fortschreiten läßt, diese unselige Stimmung oder Herabstimmung, welche in neuern Zeiten Völker und Reiche sich gutwillig unter ein fremdes Joch beugen, und ruhige Knechtschaft dem unruhigen Kampf für Selbständigkeit vorziehen hieß - das Alles sind die unseligen Folgen der scharfen Sonderung der Stände, und ihre geheime Quelle liegt vielleicht in der (...) Errichtung gesperrt stehender Armeen gesperrt Ende. Vielleicht hat aber auch kein Moment der fortschreitenden Cultur dem Menschengeschlecht so viel Schaden gethan, keiner den Keim seiner künftigen Zernichtung so sicher in sich getragen, als dieser." Verweis darauf, wie wehrhaft Bürger in deutschen Städten früher waren, und auf Wällen für Freiheit stritten; heute Städte nicht mehr kriegerisch, | dies "ist eine Folge der Einseitigkeit ihrer und der allgemeinen Ausbildung". Wenn sich bürgerliche Beschäftigung mit Gebrauch der Waffen verträgt, wenn HI uns zeigt, daß "der vollste Genus aller Körper- und Geisteskräfte bey jenen vielseitig entwickelten Menschen war", warum nicht wieder? "Warum soll der Bürger und Soldat geschieden seyn"? "Wenn je eine Vereinigung beyder Stände nothwendig war, so ist sie es jetzt."
*kk Frachtamt
*Charakterzüge Patrioten
--> Ende 1809 (14. u. 18. April, bis S. 228) !!?! -sic!


1810 (keine Bandangabe!)

Nr.30 5.1.1810

*UNG Nationalmuseum
Notizen aus Wien
*An die Abonennten der vaterländischen Blätter (240): VatBlä durch Krieg unterbrochen, nun fortgesetzt; nach 65 Bögen beginnt neuer Jahrgang.

Nr.31 9.1.1810

*Pichler: (KK) "Ueber die Bildung des weiblichen Geschlechts. Als Gegenstück zu dem Aufsatze in Nro. XXIX der vaterländischen Blätter: 'Ueber den Volksausdruck: Ein ganzer Mann.'" 244-247: Man pflegt zwar nie Begriff ganze Frau wie ganzer Mann zu verwenden; beide Geschlechter haben aber einerlei Zweck; "Es wird gemeinhin angenommen, und ist auch in unserer geistigen und körperlichen Beschaffenheit gegründet", daß Weib zu Mutter bestimmt ist (bei Töchtern bis sie erwachsen sind, bei Knaben wenigstes in ersten Jahren) -bekannte Sätze, in Erziehunsgbüchern oft wiederholt; wenn nun aber ungeheure Revolutionen große Veränderungen bringen, kann sich auch das weibliche Geschlecht "diese vielleicht zahlreichere Hälfte der Menschheit" diesen nicht entziehen; durch Krieg, der 20 Jahre dauert, fallen hunderttausende Männer; Zahl der Hagestolzen täglich vergrößert; Uns wird von Kindheit an als Ziel vorgesteckt, einen Mann zu bekommen; | (245) Mangel an Männern ist auch bei Arbeit, Feldbau, Handel, Gewerbe fühlbar; Frauen helfen dem ab; auch wenn sie nicht "zu einem verwerflichen Mittelding zwischen Mann und Weib" werden sollen; zb Schneider oder Schusterarbeit; auch Verkauf von Sachen, die ins Fach der Hausfrau gehören, wie Stoffe, Leinwand usw; -wäre passend für Mädchen aus unteren Ständen; Frauenzimmer aus gebildeteren Klassen könnten Arbeit als Commis Verrichten; kennt einige, die in väterlichen Haus Rechnungen und Korrespondenzen führen; Unterricht in Musik, Zeichnen, Tanzen, Geschichte, Sprachen, Erdbeschreibung wäre gut; in Wien bereits große Zahl von solchen Schülerinnen ausgebildet; | es würde dann für Mädchen "nicht mehr so viel Zeit zum Putzen, Klatschen, Romanlesen und Spielen übrig bleiben"; Wenn Gemahl einer solchen Frau für Vaterland gebraucht wird, kann sie freudig mitwirken und Opfer bringen; auch wenn sie nicht geheiratet hat, kann dieses vielseitig gebildete Mädchen "ein ganzer Mensch seyn"; "So waren unsere deutschen Urahnfrauen." im Frieden besorgten sie das ganze Hauswesen, wurden in häuslichen und öffentlichen Angelegenheiten zu Rat gezogen, im Krieg folgten sie den geliebten Gatten, Brüdern, Söhnen in die Schlacht.

Nr.32 12.1.1810

*Miscellen (256) Handschreiben Kaiser an Länderchefs 3.11.1809 wg inländischen Zeitungen: da nun friedliche Verhältnisse mit FR nun nötig "daß auch der Ton und die Sprache der in der Monarchie erscheinenden Zeitungen darnach eingerichtet, und aus selben alles dasjenige weggelassen werde, was zu Rückerinnerungen Gelegenheit gibt, die der gegenwärtigen Lage der Dinge nicht mehr angemessen sind."
*Notizen aus Wien (nun, seit Nr.31 keine Beilage, sondern integriert): "Unglücksfall": Frau stürzte durch aus Unvorsichtigkeit offene Kellertüre, starb daran.

Nr.33 16.1.1810

[*Nekrolog: Joseph Haydn (264 ff. und 271 ff.)]

Nr.34 19.1.1810

*Miscellen: Neue Karte MAE
*Notizen aus Wien:
"Tags-Geschichte": Feuer im Gasthaus; Mangel an Kerzen, da nur wenig Schlachtvieh; in wenigen Wochen (275) wird Stockung gehoben sein.
Bevbewegung Wien 1809

Nr.35 23.1.1810

*Rohrer: Sittenkunde Slawen ÖS

Nr.36 26.1.1810

*Miscellen: Erdbeben (291) 14.1.1810; |
"Fünf junge Leute, in einem Alter von 13 bis 16 Jahren, in dem Dorfe Duwschowitz, (im Berauner Kreise in Böhmen) hatten sich am 17. December vorigen Jahres 17.12.1809 vereinigt, über den mitten in diesem Dorfe liegenden Teich, welcher mit einer Eisrinde nur von der Dicke eines Zolles bedeckt war, zu gehen. Sie wurden aber von einigen Vorübergehenden gehindert. Indessen versammelten sie sich wieder Abends um 6 Uhr, um dieses Wagstück - den Warnern zum Trotze - auszuführen. Allein kaum waren sie in der Mitte des Teiches, als das Eis unter ihren Füßen brach. Rettung war nicht mehr möglich. Alle ertranken. Das böhmische Gubernium ließ diesen Vorfall zur Warnung öffentlich bekannt machen."

Nr.37 30.1.1810

[*Anekdote v. Haydens musikalischer Antwort auf Esterhazys Kapellenentlassung (289 f.)]

Nr.38/39/40 2.2.1810

*Wallachische Bewohner ÖS
*Krause: Neues Erziehungsinstitut für junge Protestanten in Wien

Nr.41/42/43 6.2.1810

*Ankündigung des "Österr. Beobachters" (314): 3.1810 wird "politisch-literarische Zeitung" "'der österreichische Beobachter'" erscheinen; jede Woche drei Nummern, Preis in Stadt 20 Gulden, postfrei in Erbstaaten 25 fl; "Möge diese neue überraschende Erscheinung (denn bekanntlich wurde bisher neben der privil. Wiener-Zeitung keine andere politische Original-Zeitung in Wien gedruckt) dem vielumfassenden Plane entsprechen, und der unbekannte Herausgeber jene Eigenschaften ganz in sich vereinigen, welche ein achtungswürdiger Gelehrter in einem Vorschlage zur Reforme der öffentlichen Blätter von dem Redacteur einer allgemeinen Zeitung (was das vorliegende Blatt doch seyn soll?) nicht mit übertriebener Strenge fordert 'Der Verfasser einer solchen Zeitung, sagt er, ist der Geschichtsschreiber seines Zeitalters*) *) Der verstorbene Professor v Mumelter Mit einem ausgebreiteten Wissen und einer unermüdlichen Arbeitsamkeit,soll er die lebhafteste Fassungskraft und eine volle Reife des Urtheiles verbinden. Er soll den Lauf der Dinge mit leichter Hand verfolgen, ohne doch minder nachdrücklich, edel und zierlich zu schreiben. Er soll ein durchaus rechtschaffener Mann, und von der Liebe zur Wahrheit, Ordnung und Sittlichkeit durchdrungen seyn. Er soll das Glück der Menschen in seinem Herzen | tragen, aber die Gesetze über seine Begriffe von öffentlicher Wohlfahrt verehren. In diesem Geiste wird er der Verfassung seines Landes anhangen, weil sie rechtlich ist, und weil ihm die Pflicht ihrer Vertheidigung obliegt; er wird den Absichten seiner Regierung ehrenvolle Dienste leisten, ohne sich von dem Bewußtseyn gedruckt zu fühlen, eine knechtische Feder einem fremden und unlauteren Interesse geweihet zu haben.'"
*Erdbeben

Nr.44/45/46 9.2.1810

*Merkwürdige Criminal-Fälle H**, Mörder zweyer Frauen in Triest 317-324: aus 4.Bd der Jährlichen Beyträge zur Gesetzkunde und RechtsWISS, hg Zeiller; Fall "allgemeines Aufsehen erregte" (317) -Mord in Theaterloge; | Täter verfaßte Schrift
*Notizen aus Wien: "Besondere Ereignisse": 2 schell gelöschte Feuer (31.1.1810 und Haus FR Botschafter Graf Otto 6.2.1810)

Nr.47/48/49 13.2.1810

*HI Wienerfrieden

Nr.50/51/52 16.2.1810

*Fortsetzung Bauern ÖS: GAL, BOE, MAE, OÖ
*Hormayr wehrt sich gegen polit. Anwürfe aus Bayern (341 f.)

Nr.53/54/55 20.2.1810

*Welche Staatseinrichtungen noch wünschenswert (343): Neustädter: Oberstes Sanitäts-Collegium
*Nachtrag Reise NÖ OÖ STMK KTN
*Erdbeben 14.1.1810 BOE

Nr.56/57/58 23.2.1810/27.2.1810

*Cosmographisches Institut Liechtenstern (355-358) -Grundlage gedruckte Broschüre
*Schedius: Fortsetzung Flächeninhalt UNG
*Rüge Gegenrüge zu WZ zu Erdbeben 14.1.1810

Nr.59/60/61 2.3.1810/6.3.1810

*Bredetzky: Lemberg
[Nekrolog auf Johann Hutt (Dichter), 367 f. v. Graf Moriz Dietrichstein]
*"Nekrolog für das Jahr 1810. Joseph Köderl." (368) "Ein bedeutender Verlust für die Freunde der vaterländischen Literatur, wie für das Amt, welchem er angehörte"; 1.1.1810 Tod, zweiter Revisor beim kk Bücherrevisionsamt; starb im Alter von 38 an Nervenfieber; "gleich achtungswürdig als Beamter und als Literator"; 1772 Schönbrunn geboren; Stipendist Windhagische Stiftung, beendete philosophsiche und juridische Lehrkurse, dann Diurnist beimBücherrevisionsamt; später Aktuar bei der zur Kommission für Recensurirung der unter zwei letzten Regierungen erschienenen Bücher unter Leitung Fölsch; hatte in Beurtheilung der Bücher "wesentlichen Einfluß"; danach bekam er Stelle des dritten Bücherevisor, nachdem 1802 bereits zum supplirenden Censor ernannt; dies blieb er bis an sein Ende, nachdem er 1802 durch Tod zweiten Bücherrevisor Oliva 1807 an dessen Stelle gerückt war; Schriftsteller war er bereits frü, bei Erlanger Literaturzeitung; in Annalen der ÖS LIT einer der tätigsten, va Ästhetik und Philosophie; wollte neues System der Ästhetik, aufbauend auf Kants Kritik der Urteilskraft | begründen; "Wenn er auf der einen Seite in Bezug auf Eberhards, Heidenreichs und Bouterweks Arbeiten dieser Gattung bloß zugestand, daß sie einzelnen Anwendbare enthalten, so war er auf der andern Seite den gesammten Maximen der sogenannten neuen Schule entschieden abhold, und vielleicht darauf bedacht, die für so manche der heutigen Kunstjünger veralteten Begriffe von Vernunft, Phantasie und Geschmack wieder in ihre alten Rechte einzusetzen. In allen seinen Recensionen zeigte sich Köderl als den unermüdetsten Bekämpfer des Ungeschmacks und der Trivialität, zu welcher einige Autoren das gebildete Publicum hinabzuziehen bemüht sind." "insonderheit gehörten der englische Lustspieldichter Foote, und der Spanier Calderon unter seine Lieblunge." Hinterließ außer zahlreichen Rezensionen in Annalen und einigen Aufsätzen in von Schreyvogel herausgegebenen Sonntagsblatt nur ein Fragment eines humoristischen Aufsatzes und einige Sonnette, welche nun ein Freund von Köderl, Buchhändler Doll, herausbringen wird; "Außer diesem Letzteren beschränkte sich die Zahl der ihm besonders theuern Personen nur auf wenige sehr gebildete Menschen.
Als Revisor und als Censor hatte er sich durch den höchsten Grad von Zuverläßigkeit, Pünctlichkeit und Ordnungsliebe, durch ein richtiges und treffendes Urtheil, so wie durch Liberalität der Ansichten das volle Vertrauen der Stelle erworben, unter welcher er wirkte. Ein glückliches Gedächtniß, das die Entscheidungen der Censur über Tausende von ältern und neueren Büchern bewahrte, erleichterte ihm seine Geschäfte."


*Notizen aus Wien.

"Warnungs-Tafel für Leichtgläubige." (369)
Mitte Februar kam zu Schmuckwarenhändlerin Katharina K*** junger Mann ins Gewölbe, verlangte goldene Schließe zu Perlencollier, kaufte nicht, entfernte sich; zwei, oder drei Tage danach kamen zwei Unbekante, die sich nach jungen Mann erkundigten: bezeichnetes sich als Amtsdiener, sagten Frau, daß Mann Perlen in Wert von 360 fl von ihr gestohlen habe, früher schon Rautenring, und im Gefängnis sitze; Untersuchungs-Commissär benötige zur Überführung die goldene Schließe, sie möge ihnen diese geben, später könne sie von Untersuchungskommissär alles wieder bekommen; Frau hatte zunächst Zweifel, wurden durch "ihre Suade" aber genommen, gab den beiden Schließe; bei Untersuchungs-Commissär erfuhr sie dann, daß sie betrogen worden war; schon am nächsten Tag traf sie aber einen der Betrüger auf Straße, wurde festgesetzt. Verbrechen hat er noch nicht gestanden, war aber schon dreimal wg verwschmitzter Diebstähle in Criminal-Untersuchung. "Diese Warnungs-Tafel wird fortgesetzt werden, und einen stehenden Artikel der Notizen aus Wien bilden."

Nr.62/63/64 9.3.1810/13.3.1810

*Fortsetzung Cosmographische Institut (Fläche der Monarchie in 97000 Dreiecke geteilt) (371-375)
*Nekrolog Birkenstock: 30.10.1809 (375)
*"Kurze Notizen" (377) "3.
Anton L***, ein Grießler (Kleinhändler mit Victualien tc.) zu Koschkalowitz, im Bidschower Kreise in Böhmen, fing in den ersten Monathen des vorigen Jahres an, sich für inspiriert zu halten. Er, vormahls ein sorgfältiger, thätiger Hausvater, vernachläßigte sein Gewerbe, entsagte, um seines hohen Berufs würdig zu werden, allem, was ihm vorher theuer war, seiner Tabakspfeife und der Tabaksdose, und - prophezeite gewaltige Dinge, die damit endeten: daß Niemand säen sollte, weil Niemand ärndten würde. Ein albernes, altes slavisches Lied war der Text seiner Prophezeihungen, die uns übrigens neben fürchterlichen Ereignissen zugleich auch die Zeit ankündigten, wo die Berge ihre Tiefen eröffnen, und Gold und Silber vollauf unter die Menschen bringen würden. Allein die Obrigkeit übergab den neuen Propheten den Händen der Aerzte, und seit sein Körper gesund ist, hat ihn auch die Gabe und Manie, zu prophezeien, verlassen. Es verdient als Beweis für die fortschreitende Cultur, selbst unter dem Landvolke, ausgehoben zu werden: daß L*** nur wenige Gläubige fand, so sehr auch seine Prophezeiungen mit den Ereignissen der Zeit, und mit den Wünschen der minder Zufriedenen in Verbindung standen."

Nr.65/66/67 16.3.1810/20.3.1810

[*Über die Vermählung des Kaisers Napoleon mit der Ehzn. Maria-Louise (378 ff.)]
"Einige Notizen, über die Schriftsteller, welche nach dem letzten Kriege aus den österreichischen Staaten freywillig auswanderten." (384)
-"öffentliche Blätter des Auslandes" sprachen von bedeutenden Schriftstellern, | die während des Kriegs "an ein fremdes Interesse sich angeschlossen" und nach Frieden Vaterland verlassen haben; lohnt sich wohl der Mühe, jene mit Namen anzuführen; "Der Vaterlandsfreund wird mit Vergnügen bemerken, daß die Zahl derselben eben so wenig bedeutend ist, als ihr literarischer Gehalt": 1.Franz Xaver Huber - unter J2 einer der gelesensten Tagesschriftsteller; entfernte sich von Vaterland schon in erster Periode dieser Regierung, war in N-D; kam erst vor wenigen Jahren nach Wien zurück, schrieb ohne öffentliches Amt mittelmäßige Schauspiele und Opern; in ausländischen Blättern wird ihm wesentlicher Anteil an Morgenboten zugeschrieben, "welche aber weder Helle noch Wärme gab, ob sie gleich bestimmt war, zu leuchten und zu zünden, und die Monarchie im Vorbeygehen in lichte Flammen zu setzen."; "Er starb, von Niemand zurückgewünscht, gebrandmarkt mit der allgemeinen Verachtung; ..." 2.Andreas Demian, schriftstellerte und compilirte nach Austritt 1803 aus Regiment Koburg; 1804 bei offiziellen Sammlung statistischer Materialien Militärgrenze in untergeordneten und kurzen Wirksamkeit verwendet, 1808 abermals bei HKR als Unterlieutenant angestellt, für 6-8 Monate; hatte Fleiß zu sammeln, aber kaum Talent dies verständig zu benützen; was er für "selbständige, ausgearbeitete Werke" ausgab, ist für "parteylose Kritik" zu prüfende Materialiensammlung; 3.Batsany, Ungar, Concipist Hofkammer, "ein Mann zwar von Talent", bekannt aber va als Gemahl Dichterin Gabriele Baumberg; 4. Doct. Lindner: unbedeutende Schauspiele; einige Aufsätze in Sonntagsblatt und anderen ZS, kein Österreicher, sondern Liefländer, der seit einigen Jahren erst in ÖS; auch Wiedemann darf nicht hierher gezählt werden, war schon zu Zeiten Preßburger Frieden in FR Dienste getreten. "Welche Lücken hat nun die österreichische Literatur durch diesen Verlust gelitten? und welchen das Vaterland? - Oder ist es nicht viel mehr Gewinn, Menschen entfernt zu wissen, die nur ihr Vaterland lieben, wenn ihm die Sonne des Glücks leuchtet, und die zu einem fremden, feindseligen Interesse übergehen, wenn diese Sonne hinter eine Wolke tritt?"
*"III. Zur Tagsgeschichte der Polizey (386)
Die Straße zwischen Brünn und Ollmütz, vorzüglich in der Gegend von Wischau, ward seit einiger Zeit öfters durch Räuber beunruhigt. Reisenden wurden Koffer und Bettsäcke abgeschnitten, andere wurden von Banden angefallen, und selbst auf den Postwagen geschah ein Angriff. Während man diese Straße theils durch Kavallerie-Commando's, theils durch die Portaschen *) *) Eine Art v Marechaußee, die seit Jahrhunderten in Mähren existirt. bestreifen ließ, und so die Sicherheit wieder herstellte, bemühte sich die Polizey-Direction in Brünn, die Spuren der Bande zu verfolgen, ihre Schlupfwinkel zu entdecken, und man erreichte den Zweck, eben als sie einen Angriff auf das Schloß Bochdaliz zu unternehmen beschlossen hatte. Fünfzehen Mitglieder derselben wurden in der Nacht vom 14. auf den 15. Jan. aufgehoben. Darunter sind zwey, welche Straßenraub mit Mord verbanden. Alle sind aus dem Hradischer- Brünner- Olmützer-Kreise. An der Spitze befindet sich ein aus dem Gefängnisse entwichener Raubschütze; dann sind darunter vier Gemeinde-Hirten, und ein Schäfer. Juden kauften das Gestohlene. Die Bewohner der Gegenden, in welchen sie lebten, kannten die Mitglieder der Bande; aber aus Furcht, ihre Häuser möchten angezündet werden, wagte es Niemand, sie zu verrathen. Zu dieser für die öffentliche Sicherheit so wichtigen Entdeckung, wirkte vorzüglich die Thätigkeit des Verwalters Vinzenz Pospichil in Bochdaliz mit.


2.

Einige Fleischhauer in Ofen weigerten sich, das Rindfleisch um die festgesetzte Taxe (nach der Limitation, in der ungarischen Geschäftssprache) zu verkaufen. Am 5. März, als ihnen eine Erhöhung des Preises nicht zugestanden wurde, gingen sie in ihrem Trotze so weit, daß sie ihre Bänke schloßen, und die Einwohner ohne Fleisch blieben. Der Magistrat erklärte hierauf die Widerspenstigen nicht nur ihres Meisterrechtes verlustigt, und verboth ihnen auf immer sogar den Handel mit Schlacht- und anderem Vieh, sondern machte auch ihre Nahmen mit ihrer Tat öffentlich bekannt.
(Wird fortgesetzt.)"

Nr.68/69/70 23.3.1810, 27.3.1810

*Armenhaus Prag
*Kobielski: Das Cosmographische Institut zu Wien. im 2.1810 (390-393) (Beschluß) (390) "Die Geographie für den Staatsmann bearbeitet, hat den barbarischen Namen Wort gesperrt: 'Statistik' erhalten. Schlözer selbst, der dieser Wissenschaft die ersten Fundamente gegeben hat, übersah aus Vorliebe für einen neuen sehr ungeschickten Nahmen, ihren Zweck und ihre große Einheit; aber die Achtung für ihren ersten Lehrer, übertrug seine Irrthümer auf alle ihm nachfolgenden Statistiker, und sie werden noch heute mit knechtischer Anhänglichkeit an Schlözers Worte nachgebethet.
Die Wort gesperrt: allgemeinen Landcharten können den Wort gesperrt: besonderen vorhergehen: aber eine allgemeine Geographie eines Staats kann nur dann vollständig seyn, wenn sie aus guten Kreis- und Orts-Beschreibungen geschöpft ist. Eben so muß in der Geographie der Staatsmänner das Besondere dem Allgemeinen vorhergehen. Wir haben von keinem Lande vollständige Staatsgeographien zu erwarten, so lange die Regierung des Landes nicht selbst Hand ans Werk legt. Das, was wir in Schlözerischer Sprache die General-Statistik eines Landes nennen, kann nur Regierungsarbeit seyn. Alles, was Privat-Fleiß für selbige thun kann, bleibt Sammlung von Fragmenten. Aber niemand hat auch eine größere Pflicht, und ein größeres Interesse, die Geographie des Staatsmanns von einem Lande bearbeiten zu lassen, als die Regierung selbst. Jedes ihrer Mitglieder ist ja einer der Staatsmänner, zu deren eigentlichen Gebrauche diese Geographie bearbeitet werden soll. Und welcher vernünftige Mensch | (391) übernimmt je die Wirthschaft eines Landguts, ohne genau zu untersuchen, wie viel Acker, wie viel Wiesen, wie viel Wald, welcher Art Boden, welche Gattungen Bäume, welches Wasser wie viel Arbeiter, welche Gattungen Vieh, wie viel Stücke jeder Gattung, welche Gebäude, welche Wirthschaftsgeräthe, welche Nachbarn, und wo er die Absatz-Märkte hat? Wie der Wirthschafter eines Wirthschaftsguts der genauesten Kenntniß seines Guts bedarf, so bedarf auch die Regierung eines Landes der genauesten Kenntniß desselben in allem, was auf Regierungs-Geschäfte Bezug hat: und wenn diese politische Geographie des Landes in Jedermanns Händen wäre, könnte jeder Staatsmann mit vollständigen Kenntnißen derselben in sein Amt treten, statt daß er in der heutigen Verfassung der europäischen Staaten jede dieser Kenntnisse erst im Amte erwerben muß, und am Abende seines Lebens sich doch nicht einer vollendeten Kenntniß rühmen kann." -Liechtensterns bisherige Arbeiten umso verdienstlicher, wir wünschen, daß er sie "brüderlich vereint" mit Schwartner und Bissinger und anderen fortsetzt; Meßwerkzeuge werden im Ausland angefertigt. |
"Das Militär zieht zum Gebrauche Charten vor, in welchen Straßen, Wege, Gewässer und Orte durch Farben kenntlicher gemacht sind, und es ist im Kriege nicht immer Zeit übrig diese Farbgebung nachzutragen. Wahrscheinlich würde also das C. J. das Militär verbinden, wenn es für seinen Gebrauch eigene Charten zurichten ließe."
Gut,daß CJ eine "Charte vom mittleren Europa bearbeitet"

Nr.71/72/73 30.3.1810/3.4.1810

*Eggers Modelle von Bohlendächern
*Bio Ayrenhof

Nr.74/75/76 6.4.1810

*Bancozettel

Nr.77-84 10.4.1810

*"Ankündigung des dritten Jahrgangs der vaterländischen Blätter für den österreichischen Kaiserstaat." (424-426) "Der Gang des Krieges unterbrach im verflossenen Jahre die Fortsetzung der 'vaterländischen Blätter.' Die Tendenz derselben vertrug sich nicht mit dem Einfluße eines fremden Geistes, und so mußten sie in dem nähmlichen Augenblicke stillen stehen, als ihrem ersten und höchsten Zwecke ein feindseliges Interesse entgegenstrebte."; 2.Jg wird mit Ende April abgeschlossen sein, dann ab 1.Mai 3.Jg; "Sie VB zählen unter ihrenMitarbeitern *) Anm *): (424f) wichtigste Mitarbeiter (mit Berufsangaben!): Andre, Benigni, Berndt, Berzeviczy, Bisinger, Bredetzky, Brenner, Chotek, Collin, Cornova, Czikann, Debrois, Dietrichstein, Ellmaurer (Bücher-Revisor), Engel (ua Bücher-Censor), Fejes, Glatz, Gönner, Griesinger, Hammer, Hauer, Homberg, Hormayr, Hoser, Jasnügger, Joris, Klein, Köderl (Bücher-Revisor, gestorben), Kolbielsky, Krause, Kueffner, / Lehmann, Meidinger, Mosel, Neustädter, Petrasch, "Frau" [sonst steht jeweils "Hr." davor] Caroline Pichler, Pidoll, Portenschlag, Protobevera, Riedler, Rösler, Rohrer, Rupprecht, Sartori (Bücher-Revisor und prov. Censor), Schedius, Schwartner, Sonnenfels, Sonnleithner, Stelzhammer, Trautmann, Unger, Vierthaler, Watteroth, Wilfling, Zeiler viele im Inlande und im Auslande gefeyerte | (425) Nahmen und immer noch schließen sich neue Glieder an diesen Verein zur Beförderung des Guten, des Schönen und Gemeinnützigen im Vaterlande an, während, in der Ueberzeugung von der Wohlthätigkeit einer richtig gefaßten und mit Besonnenheit geleiteten Publicität, der Redaction der Zutritt zu Quellen geöffnet wurde, welche bisher, wahrlich zum großen und tiefwirkenden Nachtheile der Nationalehre und selbst des Nationalkredits, beynahe ganz verschlossen waren. Verbarg man doch das Große und Gute, was bey uns geschah, so ängstlich, wie man nur Schattenseiten verbergen sollte!
Unter erfreulichen Aussichten beginnen diese Blätter ihren neuen Lauf. Ein schönes Gestirn ist aufgegangen am vaterländischen Horizonte, und verkündet Tage der Heiterkeit und der Ruhe. Ungestört können jetzt die großen Kräfte der Nationen, welche den Kaiserstaat bilden, sich entfalten, und die schönen Entwürfe der Staatsverwaltung zur Beförderung der Geistes-Cultur, zur Vervollkommnung der öffentlichen Erziehung, zum Emporblühen der Industrie und des Handels, zur Wiederherstellung des öffentlichen Credits der Ausführung entgegen reifen. Die Saat des Guten kann ausgestreut werden, ohne fürchten zu müssen, daß die künftige Blüthe von einem eisernen Fuße wieder zertreten werde, und freyer darf auch der Geist in seinen erweiterten Gränzen sich bewegen.
Ein ausgedehnter Spielraum eröffnet sich also diesem Blatte, sowohl in der Darstellung dessen, zwei Worte gesperrt: was ist, und zwei Worte gesperrt: was geschieht, als in der Aufregung der öffentlichen Aufmerksamkeit auf das, was seyn Wort gesperrt: könnte, oder Wort gesperrt: besser seyn könnte: auf Lücken und Mängel. Wort gesperrt: Freymüthigkeit, die an der Hand der Wort gesperrt: Bescheidenheit hervortritt, wird nie zurückgewiesen werden, weder im Urtheile und in der Darstellung, noch in dem Wunsche. Diese Wort gesperrt: Freymüthigkeit hat selbst ein Wort des Monarchen geheiligt. Aber die Redaction darf auch nie vergessen, daß sie es der guten Sache selbst schuldig ist: zu wachen, daß nie Wort gesperrt: Unbesonnenheit oder Wort gesperrt: Mißbrauch der Wort gesperrt: Publicität sie dieses schönen Vorrechts unwürdig oder verlustig mache."
Plan der VB bleibt im Wesentlichen unverändert; Rubriken: (ua) I. Geist der Gesetzgebung; II Darstellungen öffentlicher Anstalten VI Vaterländische Reisen | "IX. Merkwürdige Ereignisse; Unglücksfälle; Criminalfälle" "X. Urtheile des Auslandes über die österreichische Monarchie." "XI. Beyträge zur Tagsgeschichte der Polizey";
"Die Rubrik: 'Notizen aus Wien' wird enthalten:
A. Lokal-Verfügungen und Ereignisse; Unglücksfälle; Beyträge zur Sitten-Geschichte Wiens.
B. Warnungs-Tafel.
C. Verzeichniß der in Wien angekommenen Fremden.
D. Verzeichniß derjenigen, welche entweder mit dem Postwagen oder mit der Extra-Post von Wien abreisten."
Preis nur mäßig erhöht: in Wien 20 fl; Postämter in Provinzen: 21 fl
Degensche Buchhandlung, Michaelerplatze Nr. 1221.

Nr.85-90 13.4.1810

*Ahornzucker

Nr.91-95 17.4.1810

*Neue Bestimmung Flächeninhalt OÖ ÖoE (Verweis auf Abwägen)

Nr.96-103 27.4.1810

*D-s.: Chronik Bildungsanstalten 1809
*Bildende Künste Wien
*Carl Graf v Harrach (Widerlegung einer Nachricht über ihn) (geht um angebliche Hilfe für Napoleon während Besetzung Wiens) (461)
*"Caroline Pichler: Zur Chrakteristik des verstorbenen Herrn Joseph Köderl. *) (462-463)
*) S.Beylage Nr. 5 des österreichischen Beobachters.
(Nachtrag zu Nr. LXI. der vaterländischen Blätter.)
Von Köderls häuslichen Verhältnissen, von dem, was man eigentlich Lebensgeschichte nennt, kann ich nur wenig sagen. Mich dünkt, es war nicht sowohl Zurückhaltung von seiner Seite, als Mangel an hervorstechenden merkwürdigen Ereignissen, was diese Unbekanntschaft verursachte. Im Mittelstande geboren, auf gewöhnliche Art erzogen, vollendete er seine Studien, und fand eine Anstellung in seinem Vaterlande, wie tausend Menschen seiner Zeit und Art, ohne alle sonderbare Zufälle. Das, was ihn auszeichnete, was ihn der Welt und seinen Freunden unersetzlich macht, war sein Inneres; die Bildung seines Charakters, die er sich selbst, nicht seltsamen Wendungen des Schicksals dankte, und die ihn um desto schätzbarer machte.
Seinem Vater, der einen Dienst bey dem kaiserlichen Hofstaate hatte, und noch hat, traf das Unglück einen solchen Sohn zu überleben; ein Bruder von ihm ist Pfarrer in der Prein, einer Gebirgsgegend unfern von Schottwien. Seiner Mutter war er mit inniger Liebe ergeben, und betrauerte sie herzlich, als sie vor einigen Jahren starb. Er fühlte tief den Verlust einer weiblichen Seele, die mit der Innigkeit ihres Geschlechts an ihm hing, und mit der Sorglichkeit derselben seinen kleinen Bedürfnissen zuvorkam. Er fühlte ihn vielleicht um desto tiefer, da er längere Zeit zuvor das Mädchen seiner Liebe durch den Tod verloren hatte. Ich habe diese Person wohl gekannt, lange ehe ich Köderl selbst kennen lernte, es war ein hübsches, sittliches, fleißiges und sehr geschicktes Mödchen aus dem Bürgerstande, die ihn vermuthlich, nach seinen Begriffen von häuslicher Zufriedenheit, und seinen mäßigen Forderungen an das weibliche Geschlecht in dieser Rücksicht, glücklich gemacht haben würde. Ob er nach ihrem Tode wieder geliebt hat, zweifle ich sehr, in spätern Jahren stand sein Gefühl sichtbar und völlig unter der Herrschaft seines Verstandes.
Seine Bildungszeit fiel gerade in die glänzende, der Verstandescultur so günstige Epoche Kaiser Joseph des Zweyten; wo die Erkenntnißkräfte sich in regem Streben entfalteten. Eigner Trieb, öffentliche Aneiferung und reitzendes Beyspiel führten ihn von einer Stufe der Ausbildung zur andern, bis dahin, wo er mit einer Vollendung und Vollständigkeit, wie wenige, stand. Das erinnere ich mich öfters von ihm gehört zu haben, daß er in frühern Jahren eine Art gelehrter Verbindung mit andern Jünglingen eingegangen hatte, deren Zweck es war, durch gemeinschaftliche Ausbildung sich zu vervollkommnen. In diesen Zusammenkünften wurden Aufsätze über gegebene Gegenstände verfaßt, vorgelesen und beurtheilt.
So bildete sich sein Geist, und was selten der Fall ist, sein Charakter formte sich harmonisch zu seiner Erkenntniß. Es gibt äußerst wenig Menschen, bey denen Geist und Gemüth ein so vollständiges Ganzes ausmachen, wie bey ihm. Er ward einig mit sich und der Welt. Sicher und gest ging er den mit Bedacht gewählten Weg, ohne Rückblick, ohne Unterbrechung, als die vielleicht das Schicksal ihm in denselben legte. Seine Ansichten waren eigen aber klar, und ganz mit seiner Sinnes- und Handlungsweise verschmolzen. Daher seine Klugheit im Entwerfen seiner Plane, seine Beharrlichkeit im Verfertigen derselben, womit er mehr ausrichtete als Mancher durch erhöhte Wärme des Gefühls; daher, daß er mit Menschen von der bescheidensten Denkart freundlich und in steten gesellschaftlichen Berührungen leben konnte, ohne Widerwillen, ohne Entzweyung. Ihn irrten die Ansichten der Andern nicht, er drang Niemand die seinigen auf. Und bey all dieser theils scheinbaren, theils wirklichen Ruhe und Kälte des Gemüths war in seinem Herzen ein hoher Sinn für Freundschaft, und inniges Anschließen an gute Menschen, eine unermüdliche Dienstfertigkeit und Gefälligkeit. Er schätzte das Gute an seinen Freunden, und sie um das Gute willen. Er konnte warmen Theil an ihrem Schicksal nehmen, für sie Wort gesperrt: handeln, für sie zwei Worte gesperrt: etwas opfern, was Hunderte mit viel weicherem Herzen nicht immer vermögen. So haben ihn Alle gefunden, die seines nähern Umganges genossen.
Was er mit dieser klugen Besonnenheit, mit diesem festen Willen fürs anerkannte Gute,im Gebiethe der Literatur fürs Vaterland gewirkt hat, ist unberechenbar und wird erst später erkannt werden, wenn hier und dort sein scharfer Blick, sein eifriges Streben, seine muthige Verwendung mangeln wird. Ueberhaupt hat er, so unscheinbar sein Wirkungskreis war, durch stilles Walten, durch kluge Mäßigung, ihm eine solche Ausdehnung zu geben gewußt, daß die Lücke, die sein Tod machte, sicher empfunden werden muß. Die Classiker alter und neuerer Zeit schätzte er über Alles, denn er kannte und verstand sie. Tacitus, Tasso und Ossian lagen beständig auf seinem Schreibtische. Die neueste Literatur kannte er von Amtswegen, als Büchercensor und Revisor vollkommen. Ossian, sein Liebling, begleitete ihn auf seinen einsamen Fußreisen in die romantisch wilden Gebirgsgegenden, die er zuweilen im Spätherbst, wenn es seine Pflicht erlaubte, antrat, und wobey er meistens bey seinem Bruder einsprach. Das war die einzige Erhohlung und Zerstreuung, die er sich vergönnte, denn die Verwaltung seiner vom Staat ihn übertragenen Geschäfte war ihn heilig. Sonst verbrachte er seine freyen Abendstunden im Zirkel guter Freunde, bey zwanglosem Geplauder, oder am Schachbrett, das er überaus liebte. Diesem Spiele opferte er manche der ersten Nachtstunden, und ging dann selbst im Winter zuweilen mit einem Umweg in seine Wohnung in der Leopoldstadt, um sich im Anblicke des nächtlichen Himmels und der schlummernden Natur den Freuden der Betrachtung zu überlassen.
Im Umgange war er munter, sehr gesprächig, und oft bis zur Kindlichkeit heiter. Auch liebte er es, sich mit den kleinen, harmlosen Menschen, wie sie Goldsmith nennt, zu unterhalten. Ein gesellschaftlicher Scherz, eine kleine Neckerey, ein Nichts konnte ihm herzliche Freude machen, und eben so leicht ging er von diesen Kleinigkeiten zu ernsthaften Erörterungen und politischen Debatten über, die er sehr liebte, und wobey er seine Meinung lebhaft und bestimmt vortrug, und ohne Hitze und Persönlichkeit vertheidigte. So vielseitig, so treu, so vorzüglich gebildet, war er immer die Seele des Zirkels, in dem er sich befand, und allen unvergeßlich und unersetzlich, die er unter seine Freunde rechnete. es folgt ein doppeltes Anführungszeichen, das allerdings nie geöffnet wurde -
Den 21. März 1810. 21.3.1810
Caroline Pichler"
*Allerhöchste Entschließung Sr. Majestät des Kaisers, das Verboth der Zeitschrift: 'der Morgenbote' betreffend (464f); Abdruck des Ausspruch von Kaiser Franz: | 3.4.1810: Morgenbote "weil es schamlose Ausfälle gegen die Protestanten enthält, deren sich so viele, und darunter sehr achtungswürdige Männer unter der Zahl meiner Unterthanen befinden, und ich nie zugeben würde, daß solche Geburten eines fanatischen hasses und der ungerechtesten Vorutheile in meinen Staaten, wo ächter Geist der Verträglichkeit, und gegenseitige Achtung der verschiedenen Religionsparteyen herrschen, ans Licht treten."
*Miscellen:
"2. (470)
Der Correspondent von und für Deutschland vom 18. April 18.4.1810 (übrigens eine der vorzüglichsten, zuverläßigsten und lesenswürdigsten unter den deutschen Zeitungen) enthält unter der Aufschrift 'Miscellen aus Wien', folgende Notiz: 'Vor einigen Tagen hat sich zu Wien eine traurige Begebenheit ereignet. Ein junger Graf aus einer angesehenen Familie war, als er von einer Gesellschaft spät des Abends nach Hause ging, nicht ferne von seiner Wohnung plötzlich von einem Menschen angefallen, der Uhr und Barschaft von ihm forderte, und dabey sich äußerte, daß ihn die höchste Noth zu diesem Schritte triebe. Er entriß sich ihm, sprang zurück, und gab ihm mit dem Stocke einen Streich über den Kopf, worauf jener sogleich zusammen stürzte. Der Graf eilte hierauf nach Hause, und schickte Leute hinab, um dem Gefallenen beyzuspringen. Dieser ward ins Spital gebracht, lebend zwar, doch ist er, obgleich nun schon einige Tage vorüber sind, immer noch ohne Sprache und Bewußtseyn; so daß es unmöglich ist, sich über den Vorfall eine gesetzmäßige Aufklärung zu verschaffen'
So umständlich diese Nachricht dargestellt ist, so grundlos ist sie. Die strengste ämtliche Nachforschung wurde angeordnet, und nicht einmahl irgend ein unbedeutender Vorfall entdeckt; aus welchem dieser sic! tragische Dichtung hätte gesponnen werden können!"
3.Diletant Aloys von Hollosy hat in Ofen Kunststücke des Rogers | (471) nachgestellt (Kohlen mit Zähnen zermalmt usw) -Kunst gründet sich auf Präservative
4. (471) zu O** bekamen alle Gäste Vergiftung; grund: kupferne "Kastrolle" ungenügend verzinnt
6.Schreiben Andre an Hrsg: MAE hat vier Männer verloren, werden demnächst näher proträtiert: Graf Leopold Berchtold, Besitzer Herrschaft Buchlowitz (471) seit kurzem in öffentlichen Blättern skizziert
3faches Register üb. die ersten zwei Jg. (Namen / Länder, Orte, Flüsse / Sachregister


1810

-beginnen richtig mit Mai 1810!


Bd.1

Nr.2 11.5.1810

*Obradowitsch
*"Warnungstafel" (20)
"Rose *** Wittwe eines Porzellain-Mahlers, eine Frau von 73 Jahren, hatte sich auf den Rath eines unvernünftigen Menschen eine Quecksilber-Salbe in den Kopf gerieben, um sich von der Plage des Ungeziefers zu befreyen. Allein bald zeigten sich andere Folgen, als jene, welche sie erwartet hatte. Sie wurde von einer ausserordentlichen Kopfschwäche befallen, an welche sich bald Spuren von Sinnes-Verwirrung anreihten. Am Mittage des 30. Aprill zog man ihren Leichnam aus dem Wasser. Sie hatte sich, wahrscheinlich in einem Anfalle von Wahnsinn, in die Donau gestürzt."
"Die Gattin eines Beamten setzte, während sie mit Nähen sich beschäftigte, ihren zweyjährigen Knaben neben sich auf das geschloßene Fenster. Der Kleine spielte mit dem Riegel so lange, bis derselbe sich aufschob: das Fenster flog auf, der Knabe fiel hinaus auf die Straße, und starb nach wenigen Stunden."

Nr.3 15.5.1810

"Ueber die moralische Besserung der Juden. (Auszug eines Schreibens.) (28f): seit 20 Jahren werden Juden in deutschen Schulen unterrichtet, noch immer aber haben sie Vorurteile gg Nichtjuden; Bsp: Gebetbücher, in denen Gott aufgerufen wird, boshafte Regierung zu entwurzeln; weitere abergläubische Sätze; zu schweigen von Kabbalka "welche alle Begriffe und abentheuerliche Meinungen verbreiten, und mit Stolz und Verachtung das jugendliche Gemüth gegen Nichtjuden aufblähen muß."; | Toleranz vorgeschrieben; soll Toleranz aber Intoleranz tolerieren? verbessert also Unterricht der Juden,indem ihr hebräische und rabbinische Schul und Gebetbücher reinigt
[Wider den christlichen Antisemitismus in Ö., der sich im Schulunterricht fortpflanzt (28 f.)]
*Bemerkungen über Strafanstalten ÖS

Nr.4

Serbien oder Servien

Nr.5 22.5.1810

"Beyträge zur Geschichte des Fortschreitens zum Bessern" (49)
Mädchenschule Kesmark

Nr.7 25.5.1810

"An das pomologische Publikum, die Ausrottung der Ringelraupen betreffend" (64f)

Nr.9

[Patriotische Phantasien eines Slaven mit großem lit. Panoptikum (89 ff.)]
*Beyträge zu einer Gallerie österreichischer Helden aus den Ereignissen des letzten Krieges (95-97) (auch: Nr 30)

Nr.10 8.6.1810

*Zu Hofbibliothek (NB)

Nr.11 12.6.1810

[Beiträge zur Kenntnis des gegenwärtigen Zustandes der Tonkunst in Wien (1), Joseph Weigl: "Das Leiden Jesu"" (weiteres "Die vier letzten Dinge [!]" v. Eybler und Haydns "Schöpfung"), 122 ff.]
Nekrolog Ratschky
Leopold Trattinik (133 ff.): Botaniker
Leiden Jesu (2), 136 ff.

Nr.15

Nekrolog O'Donel

Nr.16 29.6.1810

[Genialer Briefwechsel (zweisprachig abgedruckt) zw. Napoleon und Ehz. Karl: Thema Brautwerbung! K 159 ff. Kunstnachrichten aus Wien (165 f.): vier Bilder Rahns über schauderlich-erhabenes Simplongebiet]

Nr.19

[Statue K. Josephs II. J2 im bot. Garten zu Schönbrunn (189 f.)]
*Nekrolog Seume

Nr.20 13.7.1810

Miszellen:
"Am 30. Juni (201) zog sich Abends ein furchbares Gewitter über Agram zusammen. Der Blitz schlug in die Kapelle zum heiligen Geist, wo drey hundert Zentner Pulver aufbewahrt waren. Mit einer gewaltigen Explosion flog das Gebäude in die Luft, die nahe liegenden Häuser wurden stark beschädigt, Bäume entwurzelt, Gräber gespalten und die ganze Stadt wie durch ein heftiges Erdbeben erschüttert."
[In Agram schlägt der Blitz in die Kapelle zum Hl. Geist ein, die mit dreihundert Zentner Pulver angefüllt war (201)]
Statistische Skizze der SIE sibenbürg. Militärgrenze (1), 213 ff.

Nr.23 24.7.1810

Statistische Skizze der sibenbürg. Militärgrenze (2), 223 ff. (auch Nr 41/42, 43/44)
"Classification der vorzüglicheren Städte und Marktflecken des österreichischen Kaiserstaates in Ansehung ihrer Häuserzahl und Volksmenge" 230-233
Kategorien: Nahmen u. Classen der Städte; Provinz, Kreis, Gespannschaft oder Stuhl; Fluß; Häuser; Seelen Bsp: 1. Classe Wien; im Erzherzogth. Oest. u.d. Enns, im V. u. d. Wiener-Walde; an der Donau u. am Wienfluß; 6935; (1808 ohne Besatzung.) 245713
[Classifikation 1 (Häuserzählung, Volksmenge), 230 !!!]

Nr.24 27.7.1810

Classifikation 2, 241 f.

Nr.25

*Vereinigung zur Beförderung der Tonkunst in Böhmen (243 ff.) [*Classifikation 3, 247 f.] Berichtigung 250
-mit Variationen über Bevzahl Wien und andere Städte! (248) (Bisinger)
*Getraute usw MAE


Bd. 2.

Nr.30

14.8.1810
*Bev Wien 1810 (276) mit Vorstädten 224.092


Nr 31/32

*Neues ABGB
*Arbeitshaus Preßburg

Nr 37/38

Bildungsgeschichte: Hubert Maurer (311 ff.): Historienmahler und Prof. der Angewandten in W.
Fortsetzung und Beschluss (323 ff.)
*Ursachen Flugsand UNG (328)

Nr.48/49 19.10.1810/23.10.1810

*Preiserteilung (Morgenblatt) Entwurf zu allgemeinen Totendenkmal

Nr.50/51

*Pseudo-Eugen: falsche Memoiren Prinz Eugen

Nr.56/57 16.11.1810/20.11.1810

Sartori: Übersicht über die literarische Thätigkeit in Oesterreich während der Jahre 1808 und 1809 (397-400): Nach dem Tod Köderls, dem "unvergeßlichen Bücherrevisor", der in den VB 1808 (28, 30, 31), die "patriotischen" Rezensionen besorgte, soll nun das Unterfangen wieder aufgenommen werden [aber von wem? - von Sartori s. Beschluß], Volksbildung aufgr. der Tatsache, "daß die Menschen mit der wahren höheren Ausbildung zugleich sittlicher besser werden. Nie ist ein Staat durch echte Aufklärung untergegangen." usw. (397) [so etwas noch 1810! Thesenbestätigung der "verspäteten Aufkl.]
Aufgabe des Staats, "echte Aufklärung" zu befördern, | zweitens "die [Pflicht] der gesetzlichen Aufsicht und Leitung der Volks-Cultur" ; Lob der Zensur; "Der wissenschaftliche Werth ist ein Hauptaugenmerk des Censors."
und die staatliche Aufsichtspflicht über die Volksaufklärung (398), wieder ausführliche Beschreibung der Zensurmaschinerie, der Auswahlkriterien etc., der kulturelle Zustand der "vier Hauptnationen" der österr. Monarchie: Deutsche, Slawen, Ungarn, Juden [!?] | und die Vormachtstellung der dt. Sprache | (400) "Wenn die deutsche Sprache nun das Mittel ist, durch das wir mit dem übrigen Deutschland in näherem Ideentausche stehen, wenn durch dasselbe die verschiedenen Völker Germaniens näher an uns geschlossen, mehr als bloß kosmopolitischen Antheil an unserem Wohle nehmen, wenn wir dadurch selbst unendlich gewinnen, indem wir aus der unmittelbaren Quelle für Geistes-Cultur und Volksbildung schöpfen könen, so steht es uns wohl auch zu, der deutschen Sprache unsere vorzüglichste Aufmerksamkeit zu widmen. Schon Joseph II. trachtete seine Völker zu identisiren; daß sein weiser Neffe diese Idee nicht fallen ließ, beweiset so manche zum Gedeihen dieses Idioms erlassene Verordnung."
*Fortschritte Oesterreichs in der Obstcultur

Nr.58/59 23.11.1810/29.11.1810

*Fortsetzung (411 -414): über die wohltätige Geistesförderung des Monarchen | Bescheidenheit zwar schöne Tugend einzelner Menschen, bei ganzen Nationen wird Zutrauen zu sich eingeschläfert, Anlagen und Kräfte eines Volks erstickt; gelehrte Gesellschaften sollten sich "zum Gesetze machen, schlummernde Talente zu wecken" und die Pleite der franz. "Druck- u. Lesefreiheit": "Wir waren Zeugen dessen, was die Literatur in jenen sechs Monathen durch die von dem französischen Gouvernement proclamierte Druck- und Lesefreyheit hier gewonnen hat. Wenn wir zwey oder drey der vorzüglichen deutschen Dichter ausnehmen (die ohnedieß, wie wir jetzt sahen, auch von der österreichischen Regierung erlaubt worden wären) so hat die Literatur in jener Zeit durchaus nichts hervorgebracht, was nur von einer Seite betrachtet, die Aufmerksamkeit eines Freundes der Wissenschaft erregen könnte." (412) Pamphlets erschienen, unnütze Romane; Was herauskommt, sind so was wie Blumauers Werke und: "Wozu liest man Bücher, aus denen der Verstand keinen Nutzen, die Moralität dagegen vielen Schaden schöpfen kann?" (412) |
Anzahl der eingeführten und davon verbotenen Schriften (1808: 2523 u. 130, 1809: 719 u. 41 - Hemmung durch Invasion der Franzosen), Beweis f. die Nützlichkeit der Zensur (Verh. von Produktivität und Verbot) ist der Vgl. der Jahre 1807 u. 1808 (1807: 1407 u. 169, 1808: 2523 u. 130)
"Die Zahl der verbothenen Schriften beschränkt sich, beynahe ausschließlich aller wissenschaftlichen Werke, bloß auf ephemere Ausgeburten des Zeitgeistes, eines muthwilligen Aberwitzes, einer kränklichen Phantasie, oder auf jene nichtswerthen Schriften, welche niedrige Speculationssucht, Mangel an Kenntnissen, und Unverstand an das Licht gezogen haben." (413)
Darstellung der vorzüglichsten Schriften:
Gottesgelehrtheit, Rechtsgelehrtheit,

Nr.60/61 30.11.1810/4.12.1810

Fortsetzung (419 -422): Staatswissenschaft u. Statistik: Schartner, Liechtenstern, Bisinger; Phil., Math., Physik; Arzney- Wundarzneykunde, Geschichte (421 f.): Lob für Hormayrs Plutarch, Naturgeschichte

Nr.62/63 7.12.1810/11.12.1810

Fortsetzung und Beschluß (426-430): Ökonomie, Cameralistik und Technologie; Erdbeschreibung, Reisebeschreibungen,
Schöne Künste (427 K.): J.H. Collin (Bianca della Porta: "Lebendigkeit und Wahrheit der Gefühle, hochgedachte und trefflich ausgeführte Charaktere, verständig behandelte Situationen, eine mit allen Reizen der Dichtkunst und Beredsamkeit ausgestattete Sprache gewinnen auch diesem Stücke des vortrefflichen Dichters den Lorbeerkranz." (427) und A.W. Schlegelübersetzung - Phädraaufsatz) M. Collin (Belas Krieg mit dem Vater) gr. Lob vgl. mit Shakespeare, "zarte Dichterinn" C.Pichler (Agathokles), Poesie di Clemente Bondi, Ossianübs. v. Schubart, Briefe Taschenbücher und vereinzelte Schriften
Sprachkunde, Erziehungsschriften, Erbauungsschriften,
Zeitschriften (429 f. K.):
Annalen: "Mit beharrlichem Ernste verfolgen die Annalen der österreichischen Literatur und Kunst immer einen Zweck zur Erhöhung der wissenschaftlichen Cultur Oesterreichs alles Mögliche beyzutragen. Keiner Partey (?) Sic, was heißt das??? AT huldigend, keinem fremdartigen Interesse sich hingebend sind die Wissenschaften das stete Augenmerk ihrer Bemühungen. Das Verdienst, wo sie es auch finden, hervorzuziehen, das Mittelmäßige durch Belehrung zu bessern, das Schlechte durch nothwendige und wohlthätige Strenge hintan zu halten, die Begriffe zu berichtigen, die Reinheit der Sprache zu fördern, nützliche Entdeckungen und gehaltreiche Ideen weiter zu verpflanzen, und die Fortschritte der Kunst mit einem aufmerksamen Blicke zu begleiten, - dieß ist das Hauptgeschäft der Annalen."
"Der Prometheus, eine Zeitschrift der schönen Literatur und Kunst gewidmet, enthielt mehrere treffliche Aufsätze. Göthe, Schlegel u.s.w. schenkten demselben ihre Theilnahme, und wirklich würde es sich auf eine bedeutende Stufe geschwungen haben, wenn nicht die Herausgeber ihr Ziel zu hoch gesetzt hätten, das sie in der Folge nicht zu erreichen im Stande waren.
Das Sonntagsblatt bekämpft mit rüstigem Witze die Thorheiten der Zeit und die Fehltritte der neusten poetischen Schule. Bey seiner fortwährenden polemischen Tendenz mußte ihm endlich der Stoff ausgehen; es ward matt, und schlief am Ende ganz ein."
Annalen, theol.-prakt. Monathschrift, Fundgruben des Orients, Tagblatt, Prometheus, Sonntagsblatt, Merkantilische Annalen, Sammler, Eipeldauerbriefe (erfolgloser Versuch einer fr. Übs.; andere ZS von minderem Wert: Merkwürdigkeiten der Welt; Lebensaccorde; Penelope, Journal für wiens edle und fleißige Töchter; Theaterzeitung; Zeitung für die gebildete Welt

Nr.64/65 14.12.1810/18.12.1810

*Verbot Kaffeeeinfuhr
*"Der Staatsmann in der Einsamkeit": "Ueber die Cultur der Sprache in Oesterreich; von dem Staatsmann in der Einsamkeit ***)." "(***) Hamburger politisches Journal. Jahrgang 1810. IX. Heft." (439f) "So lange eine Nation nicht bemüht ist, ihre Sprache zu cultiviren, ist es ein Zeichen, daß diese Nation mehr am sinnlichen Genuß, als am geistigen hing.
Es ist eine anerkannte Wahrheit, und die neueste Geschichte unserer Zeiten hat es deutlich bestätigt, daß die geistigen Kräfte den körperlichen weit vorzuziehen, und daß die zeitherigen Schlachten nicht aus Ueberlegenheit der körperlichen, sondern der geistigen Kräfte gewonnen worden sind.
Wollen wir Beyspiele in der ältern Geschichte suchen, so finden wir sehr häufig, daß die mehr gebildete Nation, die rohere, mit wenigen physischen Kräften überwunden hat. Miltiades, Epaminondas, Hannibal, Cäsar, die Scipionen u.s.w. bewirkten Wunder durch überwiegende Intelligenz.
Wie wäre es den Europäern möglich gewesen, sich Amerika und Asien zu unterwerfen? - Mit der Cultur des Geistes vervielfachen sich die physischen Kräfte. - Wären die jetzt vereinigten amerikanischen Staaten in ihrer Rohheit gelassen worden, sie würden sich nie von England losgerissen haben." weitere Bsp, ua F2 1778: diesmal ungern Krieg gg ÖS, haben Kunst der Kriegführung gelernt; "Nichts cultivirt eine Nation mehr, als wenn man die Sprache, als das Mittel des Ideenwechsel zu bilden sucht. - Es ist daher allerdings zu verwundern, daß man in Österreich, fast möchte ich sagen, noch nicht einmahl daran gedacht hat, die Aussprache zu berichtigen und zu verfeinern *). *) Wie sehr in dem letzten Jahre die österreichischen Staatsschriften und Kriegsberichte in Ansehung der Abfassung und Darstellung, im Vergleich zu früheren Zeiten gewonnen haben, bedarf keiner Anführung. Einige jener Staats-Piecen könnten in Absicht der Diction als Meisterstücke angesehen werden.
Anm. des Verfassers."
Der Gedanke eine große Akademie der Wissenschaften **) **) die vaterländ. Blätter werden diesen, jedem gebildeten Patrioten so hochwichtigen Gegenstand nächstens ausführlicher zur Sprache bringen. in Wien zu errichten, ist glücklich, und würde bey mehrerer Preß-Freyheit, | nicht allein zum Mittel dienen, durch studirende Ausländer große Summen baren Geldes ins Land zu ziehen, sondern auch, da der österreichische Hof gewohnt ist, alles mit Kraft und Größe auszuführen, in Kurzem Wien zum Centralpunct der Wissenschaften der Deutschen, und zum Sammelplatz der vorzüglichsten Talente und Kenntnisse erheben, so wie es sich jetzt schon in den medicinischen Wissenschaften vor allen andern Universitäten und Akademien ruhmwürdigst auszeichnet.
Der Staatsmann in der Einsamkeit."

Nr.66-68 21.12.1810

*Schutzpockenimpfung, Blatternepidemie Wien (Wallisch)
*Anzeige der vaterländischen Blätter für den österreichischen Kaiserstaat auf das Jahr 1811: (457) nun bei Strauß; | Zitat aus ah Kabinettschentl Franz 16.9.1810 "Es gereicht Mir zum Vergnügen, daß die vaterländischen Blätter in ihrem rühmlichen Zwecke, Vaterlands-Kunde zu verbreiten, und durch sie Vaterlandsliebe zu befördern, mit Eifer und gutem Erfolge fortschreiten. Ich nehme daher das Mir überreichte Exemplar mit Wohlgefallen auf."


1811 in 2 Bänden

Nr.1 2.1.1811

Welche nützliche und nöthige Anstalten sind der Oesterreichischen Monarchie noch zu wünschen? 1. Gedanken über Österreichisch-kaiserliche Akademie der Wissenschaften. 1-8
*Vielleicht kann er, Franz, jetzt wo Frieden ist, es machen (1); Verweis auf Hormayrs Archiv; | dies hier nur Privatmeinung, die an alle Ehrenmänner der Monarchie (der erste sitzt auf Thron) gerichtet ist; "Die Zeit ist vorbey, wo man mit einigem Schein, aber auch nur Schein des Grundes, sagen konnte: die Gelehrten sind ein unruhiges Volk, man lasse sie ja nicht zusammen kommen. Die Revolution hat in Europa ausgebraust, Besonnenheit und Ruhe ist zurückgekehrt, eines der Hauptresultate ist (...) dieses: Eine Regierung, die in ihren Ansichten und Einsichten nicht hinter dem gebildeten Theile des Publikum's und in ihren Operationen nicht hinter den reellen Bedürfnissen des Staats zurück bleibt, findet in der Gelehrsamkeit nicht nur keine Feindinn, sondern eine natürliche Stütze; sie hat die Stimme der Gelehrten für sich, und durch sie die öffentliche Meinung; kömmt nun einerseits eine nützliche Richtung hinzu, die den Arbeiten der Gelehrten gegeben wird, und andererseits Ermunterung und Belohnung der nützlich arbeitenden Gelehrten, so wirkt dieser Einklang der Regierung und der Gelehrsamkeit Wunder, und befördert die Hauptzwecke des Staats und der Regierung in hohem Grade."
Akademie ist "die öffentliche Erklärung des Souverains": | WISS ist Dienst, der Menschheit und Staat geleistet wird, "als der Dienst im Felde, oder im Bureau, oder am Altare". Universität kann kein Ersatz sein, AdW würde auf Unis belebend und ermunternd wirken |

Nr.3 9.1.1811

*Versuch Opium inländisch zu erzeugen
Miszellen: Taschendiebe in Wien va Juden aus UNG

Nr 5 16.1.

Tagesbegebenheiten: "Warnungs-Tafel" (Falschspieler usw) (31)

Nr.6

Hingeworfene Bemerkungen über Kunst und deren Nothwendigkeit in Hinsicht auf Finanzwesen. Vorschlag zu einem Museum heutiger Kunst für die österr. Staaten.
Interessanter Aufsatz über die Kapitalisierung der Kunst und den prekären Status der mod. Künstler (betr. auch den Verlust des Auftraggebers) - von der historisierenden Kunst zur kapitalbildenden Kunst

Nr.7 23.1.1811

*Rückerinnerungen an große und berühmte Männer Oesterreichs: Lacy (nun erschien Thaten und Charakterzüge .. Feldherren 2. Bd) (38) über 7jg Krieg von ÖS nichts geschrieben (Anm) "Eben darin, weil in anderen Ländern so viel, in Österreich jedoch beynahe gar nichts über die glänzenden militärischen Perioden der vaterländischen Geschichte geschrieben wurde, liegt die Ursache so mancher ungegründeten Urtheile und Meynungen, die über unsere ausgezeichnetsten Männer gefällt worden sind, und aus Mangel öffentlicher Widerlegung und Berichtigung bis nun für Wahrheit galten.
Der österreichische Plutarch ist daher ein der erfreulichsten Erscheinungen für jeden Patrioten." Hoffentlich wird ÖS Plutarch seine Lebensgeschichte aufnehmen
Fortsetzung: Forderung des Museums "heutiger" Kunst, der Nutzen (z.B. Industriedesign in England: "Aus allen diesen Produkten leuchten zwey Hauptgrundsätze hervor, innere Güte und äußere schöne Form und dazu gehörende Farbe. Nur die Kunst weiß die schöne Form hervorzubringen, für England ist also dieselbe ein nothwendiges Bedürfniß in Rücksicht auf Finanzwesen." 41!!)
Tagesbegebenheite. Straßenräuber MAE, Juden waren Käufer

Nr.9

Fortsetzung und Beschluß (49 ff.): Konkrete kunstpol. Forderungen und detaillierte Ausführungen zum Museum/Akademie, Autor: A. C. D - s.

Nr.11 6.2.1811

*Bevölkerung Wien nach Conscription 1810 (66) Gesamtzahl 224.548 | 1785 wohnten 217.967 Menschen der einheimischen Bev in 5607 Häusern, 1810 206.400 in 7021
Literarische Notizen (113 ff.): C. Pichler (115) (Agathokles, Ballade u. Erz., Vorschau auf "Grafen von Hohenberg", ein Roman aus den "finsteren Zeiten der Blutrache")

Nr 17 27.2.1811

*Nekrolog Heinrich v Schmitt Genqm (nahm an Mappierung BOE MAE nach 1763 teil)
Literarischer und artistischer Anzeiger (Fortsetzung?? wahrscheinlich zu Lit. Not.) (159 ff.): Plutarchübs. ins Fr., Legationsrath von Hammer (Schirin. ein pers. romant. Gedicht), wieder Pichler, Schillerbiographie, Abt. für Literaturgeschichte
Anthim Gazi's griechischer Merkur (160 ff.)

Nr. 25 27.3.1811

*Benigni: SIE Militärgrenze (auch Nr 26,29,30,39,41,42)

Nr 30 13.4.1811

*W.: Einwohnerzahl UNG 1785 7,008.574, 1786 7,004.462 1787 7,116.789 (Verweis auf mehrere Tausende, die sich aus Scheu der Conscription entzogen) (177-179) | Annalen Juli 1809 S.14 Fehler

Nr.31

Dr.Witteczek: über Watteroths Vorlesungen

Nr32 20.4.1811:

Miszellen:
*Schuhmachergesellenaufstand/Gerücht (192) "In Wien befinden sich gegen 3000 Schuhmachergesellen. Schon seit längerer Zeit wurde der Lohn derselben auffallend erhöht. Dessen ungeachtet war ein Theil damit noch nicht zufrieden, sondern drang vielmehr darauf, daß die ganze Masse der Gesellen den Meistern abermahls eine Erhöhung abzwingen solle. Viele der Besserdenkenden aber waren dagegen. Am Ostermontage wurde nun dieser Gegenstand abermahls auf der Herberge und auf der Straße vor derselben debattirt. Gegen 1500 Gesellen waren hiezu versammelt. Allein von mündlichen Debatten kam es bald zu Schlüssen mittelst der Fäuste, im Hause und auf der Straße. Der Lärm zog viele Zuschauer, glücklicherweise aber zugleich die Polizeywache und selbst die Feuer-Reserve des Regiments Simbschen herbey, welche die Streitenden mit Flintenkolben und Bajonetten auseinander trieben. In wenigen Minuten war Alles zerstäubt, wie Spreu. Kein Blut floß. Nur das Gerücht, welches wie ein Sonnen-Mikroskop, Alles tausendfach vergrößert, koinnte uns bestimmen, von einer so heillosen Szene eine Erwähnung zu machen. Übrigens sind die Rädelsführer dieser Unordnung verhaftet, und werden strenge bestraft werden." Bestrafung S.200

Nr.37 8.5.1811

Lit. u. art. Anzeiger (219): Caucigs neues Altarblatt (Gemälde) (Bartholomäus)
S.: Uebersicht der literarischen Thätigkeit in Oesterreich, während des Jahres 1810. 219-220.
ZS: Annalen hatten Hindernisse, konnten 1810 weniger für wiss Kultur ÖS tun, war nicht ihre Schuld; mit Schluß 1810 von Sartori zu Glatz

Nr.39 15.5.1811

Neue Bereicherung des k.k. geh. Hof- und Staats-Archivs. 232-233.
*Durch Fürsorge Metternich Zuwachs: "In der Periode der Josephinischen Klösteraufhebungen war nähmlich mit den Archiven derselben, ja selbst mit Kunstsschätzen, auf eine ziemlich vandalische Weise umgegangen worden. Sie gelangten nur theilweise ins Archiv oder in die kaiserliche Hofbibliothek, zum Theil in die Registraturen der Provinz-Hauptstädte; zum Theil blieben sie an Ort und Stelle den Motten und der Verwesung zum Raube." Viel an Private verkauft, "zum Theil wohl auch an Papiermühlen und zum Einstampfen abgegeben."
"Zerstücklung und Isolirung, Aufhäufung solcher Schätze, wo sie nicht hingehören, war unzähligen Erfahrungen zu Folge das vorzüglichste Hinderniß des Bessern. Ohne einen Zentralpunkt ist es unmöglich, die Lücken auszufüllen, die durch derley Zerstreuung und Verborgenheit in der vaterländischen Geschichte, im Staatsrecht und in der Diplomatik nothwendig statt gefunden haben. Nicht Aufeinanderthürmung heterogener Seltenheiten ist dießfalls letzter Zweck, sondern deren praktische Benützung für jedwedes innere oder äußere Staatsinteresse von dem unmittelbar hiezu gewidmeten aber auch geeigneten Instituten." Nun sind 4000 unbearbeitete Urkunden aus Hofbibliothek ins Archiv gekoimmen; ah Orts wurde Befehl erneuert, "daß selbes der Zentralpunkt aller Urkunden bilden soll, die nur immer ein Eigenthum des Staates sind"; | "Noch hat Österreich keinen Rymer, keinen Dogiel oder Bouquet, keine Sammlung der acta publica, kein corpus diplomaticum austriacum."; Verschiedenheit der Nationen und Sprachen sind Hindernisse wie Antriebe. (vgl auch Nr 95)

Nr.41

*Bev UNG (nachtrag zu IV Nr 30)

Nr.45 5.6.1811

Miszellen: (272)
"Über unschickliche Benennung einiger Plätze und Gassen in Wien": Bsp: Graben, Judenplatz (dort BOE Hofkanzlei), Kohlmarkt, Himmelpfortgasse, Blutgäßchen, Paternostergäßchen, Fleischmarkt, Drachengäßchen, Schauflergasse, Elend, Katzensteig, Gstätten, Haidenschuß, Taschnergäßchen, Jungfergäßchen, Pariserhasse; "Aber auch einigen Hausschildern wäre eine Reforme zu wünschen, diese müßte besonders das große und kleine Ofenloch, den blauen Herrgott und den Stoß im Himmel treffen!"

Nr.48

*Bev STMK 1810
*Gesammelte Briefe Hänke (-Nr54)

Nr.49

Beyträge zu einer Gallerie des Guten und Edeln (295), auch nr 74,99,104, 1812: Nr38,43,66; 1813: Nr.31

Nr.51

*Bev SIE Militärgrenze

Nr55 10.7.1811

Literarischer und artistischer Anzeiger
*Statistik: Schwartner: UNG (Lob) Fortsetzung (327 ff.): J. H. Collin (Auftragsarbeit zur Eröffnung des Theaters in Pesth und Gedichte), M. Collin (Marius, Bela), britische Klassiker bei Degen erschienen, Hist. Schlegel Vo (1810) nun bei Schaumberg erschienen (11. Vo - Maximilian I. als Begr. der österr. Macht [12.VO: Karl V]), erneut Hormayrlob anlässlich einer franz. Übs.
Kupferstecher Martin Frey

Nr.56 13.7.1811

*"K." Der Stephansthurm in Wien. S.333-335. (Stephansturm ua Vermessung): "Um den Thurm vor Donnerstreichen zu schützen, wurden ihm (1551) nach der damahls in Schwung gewesenen Meinung Hirschgeweihe aufgesetzt." (333) | ggwärtige Reperation: Beschießung Wien 11.5.1809 verursachte Schäden, weiters Sprengung Festungswerke, Frühling 1810 wurde begonnen; am 10.9.1810 wurde Platte feierlich eingesetzt, WZ berichtete; | Messung des Turms; Abweichung

Nr.57 17.7.1811

*ABGB
*Beschluß Stephansturm. S.341-343. (341) Vermessung August 1810 auf Maj. Befehl; || Wetter-Ableiter Blitzableiter: 464 Schuh hoher Turm, dessen Steinmasse mit Eisen befestigt ist, "muß nothwendig den Verheerungen des Donnerstreiches sehr ausgesetzet seyn." "Um dieses Monument vor den Verwüstungen dieses Meteors zu verwahren, haben Seine Majestät der Kaiser und König befohlen, daß ein Wetterableiter bey diesem Thurme angebracht werden." Ausführung durch geh. Rat Chevalier Landriani.

Nr.59

*SIE Ethnographie: Zigeuner

Nr.61

*Nekrolog Obradowitsch

Nr.62 3.8.1811

Nekrolog: H. J. Collin (369 ff. K.), verfasst von M. v. Dietrichstein

Nr.63

*Bev SIE

Nr.65 14.8.1811

Lit. u. art. Anzeiger: Fledermaus (nix genaus, 388), Sartori mit Aufforderung an alle österr. Schriftsteller, ihre Freunde und Verwandten zur Mithilfe der Erstellung eines Österr. Gelehrtenlexikons (1700-1810)
Sartori, Franz: Aufforderung an alle Schriftsteller des österreichischen Kaiserthums, ihre Freunde und Verwandten.
"Das Andenken der Helden, die für ihr Vaterland lebten, ist der Seele nicht weniger werth, als das Andenken der Helden, die für ihr Vaterland starben." (391) | "Es gibt Zeiten, wo es doppelt nützlich ist, sie öfters an die Geistesheroen ihres Vaterlandes zu mahnen, die schlummernden Talente zu wecken, und so ihr Selbstgefühl rege zu machen." "Österreich hat bisher keinen Meusel auszuweisen, (...)"
"Der einzige Freiherr von Hormayr hat in seinem sehr berühmten Nationalwerke 'dem österreichischen Plutarch' die Interessen aller Völker des österreichischen Kaiserstaates zu einem gemeinsamen Patriotismus vereinigt."

Nr.69

*Urteil Ausland über Militärgrenze

Nr.74

*Bev Brünn

Nr.79

*Statistischer Vgl STMK-KTN
*Bev Wien 1811 (476) nach neuesten Conscription

Nr.81 9.10.1811

*Vgl Trauungen 1810 NÖ inkl Wien

Nr.85

*Bev Prag

Nr.87

*Bev BOE 1811

Nr.95 27.11.1811

*L.K.: Die deutsche Sprache in Oesterreich. (Fragment eines Aufsatzes über die österr. Sprachen). (1.Teil) (571-572) | nun zwei Schriften erschienen: M. Höfer: die Volkssprache in ÖS, vorzüglich ob der Enns Wien 1808 -wenig Beiträge zu Idiotikon, ist Dialektologie der Sprache in OÖ; berechtigt zu Erwartungen, wenn es Verfasser gefallen sollte, Idiotismen zu sammeln; Weiters: Mundart der Österreicher. eigentlich nur "ein Wienerisches Idiotikon"
*Coxe: Geschichte Haus ÖS (575) | Einseitigkeit bei Religion, daher hat Hormayr in Übersetzung Zusätze beigefügt, die Wert des Originals verdoppeln
Lit. u. art. Anzeiger: Napoleonbiographie (574), Hormayr

Nr.96 30.11.1811

*JW Ridler: Deutsche Treue

Nr.97 4.12.1811

*L.K.: Die deutsche Sprache in Oesterreich. (Fragment eines Aufsatzes über die österr. Sprachen). (2.Teil, Schluß) (586-588): Wunsch, daß Herr Radlof Hrsg eines allg d Provinzialwörterbuch verschiebt; auch jedes ÖS Landwörterbuch wird derselbe Vorwurf treffen, wenn nicht vorher Spracheigenschaften der ÖS Provinzen gesammelt werden; zur Begründung eines allgemeinen österr Landwörterbuch müßte also bezirksweise ein besonderes Idiotikon verfaßt werden; ua: Wien mit Umgebung; Rest NÖ; ÖoE; STMK; KTN; evt Unterabteilungen; am besten von einem Fremden und Einheimischen zusammen zu verfassen (wg unterschiedlichen Aufmerksamkeiten); "auch sollten Volkslieder und dergleichen beygefügt werden. Volkslieder nehmen wir hier im strengsten Verstande, nähmlich solche in der Mundart abgefaßte Lieder, die das Volk wirklich singt, nicht etwa solche Volkslieder, die eigentlich nicht für das Volk gemacht werden"; es bräuchte auch besondere Sammlung von Spracheigenheiten Wiens, dorthin strömen viele Menschen aus einzelnen Provinzen, auch aus BAY Franlken Schwaben und anderen fremden Ländern, viele Wörter wurden so mit Wiener Mundart "verquickt" (chemischer Ausdruck); "Aus diesem Gemisch bestehet die jetzige Mundart der Wiener"


1812

Nr.1 1.1.1812

*Burchstücke Bio ÖS Orientalisten
*Methodius und Cyrill, Slawen
*Anzeige (8) VatBlä umfaßt "Alles, war zur fortlaufenden Kenntniß des Vaterlandes in den interessantesten Beziehungen beytragen kann. Sie ist daher jedem Gebildeten, der nicht Fremdling in dem Staate seyn will, in welchem er lebt, eine reiche Quelle der Belehrung." "wie bisher nur Originalaufsätze enthalten, ohne auf fremden Boden zu ernten"; Preis Jg 15 fl WW in Wien, bei Post 21 "Fremdling" usw auch 1813,598 Nr.100,15.12.1813)

Nr.3 8.1.1812

Über die Musik der Chöre aus Collin's Tragödie: Polyxena, komponiert von Herrn Abbe Max. Stadler (13-17)

Nr.4

*Slawische Völkerkunde

Nr.7 22.1.1812

*Würdigung Franz Kurz
*SIE Militärgrenze

Nr.16 22.2.1812

*Mangel der Residenzstadt: in Wien gibts keine Dachrinnen (96)

Nr.19 4.3.1812

*Besserung Juden

Nr.20 7.3.1812

Preisaufgabe des Ehzg. Johann die Gesch. Innerösterreichs/STMK betreffend (117f.) (S.Deutsches Museum, auch in Annalen)

Nr.24 21.3.1812

*Cretinismus InnerÖS

Nr.31 15.4.1812

*Leben Lacy

Nr.32 18.4.1812

*Ausland zu ABGB

Nr.33 22.4.1812

Rez. "Fundgruben des Orients" (193-197) "Die slavischen aus dem Sanscrit gehohlten Etymologien, die vom Hrn. Grafen v. Golowkin herzurühren scheinen, begründen auch eine weit nähere Verwandtschaft des Slavischen mit dem Sanscrit, als selbst Hr. Schlegel in seinem Werke über die indische Literatur vermuthen ließ. Den Nahmen dieses Gelehrten finden wir wohl unter den Mitarbeitern aufgeführt, von ihm selbst aber nichts unter den Aufsätzen der Fundgruben." Für Leserinnen va Aufsatz Hammers über Blumensprache. -eher nüchtern, sachlich und lobend gehalten

Nr.35 29.4.1812

*Ridler: Briefe Prinz Eugen echt? -mit Replik Sartori (HIWISS, Fälschung)

Nr.36 2.5.1812

*zu Wertheim: medicinische Topographie Wien

Nr.39

*Schilderung Linz

Nr.43

*Vgl Trauungen NÖ+Wien 1811

Nr.44 30.5.1812

Biogr. zu Franz Caucig anlässlich einer Schenkung eines seiner Gemälde (Orpheus am Grabmahle seiner Euridice trauernd) an das Johannäum in Gratz [?] (261 ff)

Nr.47 10.6.1812

Nekrolog (282 f.): Maximilian Fischel (Feldkriegskomponist)

Nr.51 24.6.1812

[Anpflanzungen und Pflege von Pflanzen für die Bienenzucht, riesige bot. Auflistung (301 ff.)]

Nr.52 27.6.1812

Nekrolog: Gottfried Wenzel Graf v. Purgstall (312)

2.Bd

Nr.54 4.7.1812

*Kriegsszenen aus dem österreichischen Heere gesammelt von J. W. Ridler (322 ff.), die übliche heroische Kriegspropaganda

Nr.55 8.7.1812

*Fortsetzung (327 ff.)
*Nekrolog Bredetzky

Nr.58 18.7.1812

*W.: Skizze Kreis VOMB (-Nr.69, auch Nr95-96)

Nr.61 29.7.1812

*Ridler: Erinnerungen an ÖS Helden (auch Nr.85)
*Bio Jacquin

Nr.64

*Bev MAE

Nr.70 29.8.1812

*Gratz/Grätz (mit Gedichten usw)

Nr.72

*Modell von Wien

Nr.75 16.9.1812

*Sartori: Verdienste Sr. kaiserl. Hoheit des Erzherzog Johann tc tc um Steyermark. Mit einem geographisch-naturhistorischen Abrisse dieses Landes. 450-452
"Der väterliche Boden, der uns erzeugte, der Kreis der Menschen, in dem wir unsere frohe Jugend verspielten; die Gegenstände, welche zuerst unsere junge Phantasie an sich zogen und entwickelten, der Schutz der bürgerlichen Gesellschaft, unter der wir sorglos aufwuchsen; die Landesverfassung, die unsere ersten Begriffe bildete; die Freude des ersten Wohlseyns, die uns das Vaterland gab, müssen unserem Herzen unvergeßlich seyn. Wir wären alles dessen nicht werth, wenn wir nicht in reifern Jahren den Werth alles dessen prüften, die guten Eigenschaften unsers Vaterlandes erforschten, durch Vergleichung mit andern Ländern mehr zu schätzen, die Mängel zu bessern mitthelfen, was uns das Vaterland einst gab, denselben dankbar wieder zu geben, und uns untereinander zur gemeinschaftlichen Liebe desselben zu ermuntern bestreben wollten. Alles dieses wird uns desto leichter und wichtiger, je mehr wir uns mit dem Vaterlande bekannt gemacht haben." (450) es folgt nun Beschreibung der STMK

Nr.77 23.9.1812

*Fortsetzung Würdigung Ehzg. Johann um die Steiermark (457-462) |-| (461) Lob Ehzg Johann: er "hat beschlossen, die Steyermark in allen ihren Theilen und nach allen ihren geographischen, statistischen, ethnographischen, ökonomischen, überhaupt nach allen ihren cosmographischen Eigenheiten genau bekannt zu machen, und ist der eigentliche und erste Bearbeiter dieses Theiles einer Beschreibung der Steyermark. Er hat Frageentwürfe an sämmtliche steyerische Werbbezirke ergehen lassen, die einen ausgezeichneten Statistiker und Ethnographen verrathen.
Zum Behufe der Geschichte und zur Rettung der so oft durch Sorglosigkeit und Vandalism zerstörten Urkunden ließen Höchstdieselben ein Circulare dort allenthalben ergehen, das wir unseren Lesern ebenfalls mitgetheilt haben." Schon Kindermann in vaterländischen Kalender der Steyermärker auf das Jahr 1800 (S.79) schlug "Veranstaltung einer vaterländischen Entdeckungsreise" vor; Gesellschaft im Wohlstand lebender Steirer sollten 4000 fl zusammenschießen, damit 2 Gelehrte 2 Jahre hindurch mit nötigen Instrumenten STMK untersuchen konnten, wurde nicht gemacht; ich (Sartori) 1806 (Skizzirte Darstellung der physikal. Beschaffenheit u NaturHI STMK) ebf dazu aufgefordert, erfolglos; schließlich Ehzg Johann; wird Werk | zusammenstellen, dessen sich auch Ausland nicht rühmen kann "(*) Die in den neuesten Zeiten so berühmte Statistik von Frankreich, welche von Mr. Vallois redigirt wurde, ist nicht einmahl eine Approximation zur Wahrheit und so unlogisch compilirt, da0 man schon von der äußeren Form auf den Gehalt des Werkes schließen kann."
Rückerinnerung an verdienstvolle Männer der österr. Monarchie: Kaspar Sambach, Lehrer an der Akademie der bildenden Künste (462 ff.)

Nr.85 21.10.1812

*Gf v Enzensberg (Appellationspräsident in Klgft): In welcher Sprache sollen die Inschriften öffentlicher Denkmähler verfaßt seyn? (511-512)
in Archv Geo Historie Nr 137/138 Nov 1811 S.577 werden Deutsche aufgefordert, daß Denkmalsprache dh Inschriften nicht mehr Latein, sondern Deutsch
"Ich bin ein Deutscher von Stamm und von Geburt, und zähle diesen Vorzug unter die ersten von jenden, die durch die Leitung der gütigen Vorsicht auf meinen Antheil fielen; ja ich bin stolz darauf, daß kein anderer Tropfen, als deutschen Blutes in meinen Adern wallt; es schmeichelt mir ungemein ein Mitglied dieser uralten, biedern Nation zu seyn."; schätzt aber auch andere Völkerschaften; (511)

Nr.86 24.10.1812

*G.H. Heinse: Nachforschungen über Wiens Häuserzahl und Bevölkerung (514-516)
Unterschiedliche Angaben (514) Pezzl 3.A. Beschreibung Wien 1807 in Stadt 1376 ohne Kirchen, in Vorstädten 5601; VatBlä nach Conscriptionslisten 1811 7063; unlängst bei Gerold Verzeichniß aller Häuser "*) Dieses Buch ist Geschäftsleuten vorzüglich auch darum zu empfehlen, weil es von den schwer zu findenden neuen Häusern in den Vorstädten, welche nach der Zeit ihrer Erbauung numerirt sind, bemerkt, neben welchen ältern, nach der Reihe numerirten, sie stehen.": 7150 (1318 in Stadt 5832 Vorstädten) außer Kirchen, nur beide protestantische Bethäuser numeriert; "In der Stadt laufen jedoch die Numern noch über 10 abgebrochene Häuser mit fort; daher bleiben nur 1308 reiner Bestand, welcher sich auf 1315 feststellen wird, wenn die 9 Baustellen, in welche die nur 2 Numern führenden Passauer Höfe getheilt worden, auch gebauet sind. Ich sage absichtlich feststellen, denn schwerlich möchte innerhalb der Festungswerke noch Raum zu neuen Häusern zu finden seyn, und abbrechen lassen sich auch wohl keine mehr, so lebhaft man es schon bey etlichen so engen als stark besuchten Passagen gewünscht hat." | dh zu allg statistischen Angaben ist wohl Zahl 7100 "auf etliche Jahre brauchbar";
Bevzahl: Pezzl S.352 folgt VatBlä 1807 S.4: pro Haus 45 Einwohner dh 311.265; Wertheim Med Topo: 360.000 auf Grundlage GeburtsSterbelisten; Conscription nach VatBlä 1807: 244.042, 1811 238.444; -nur 4 Köpfe pro Wohnpartei, wo man gewöhnlich 5 rechnet; Problem Fremde: nur in Diensten stehende oder in Werkstätten oder Fabriken arbeitende konskribiert; diplomatische Corps mit Dienern ausgenommen, Pezzl schlägt 600 an; evt zu hoch; sicher zu niedrihg Zahl der in Wien aufhaltenden Fremden aus Umgebung, Provinzen und Ausland mit 400; er sagt S.353 da0 1806 an 39.886 Christen und 18.119 Juden Aufenthaltsscheine, zus 58.005; Militär evt 20.000 | (516) -dh zus ca 263.944 in Wien; in inneren Stadt 110 Numern für öff Gebäude

Nr.87 28.10.1812

Denkmalspr. II (517-521)
-ist nicht für einheitliche Lösung, sondern Sprache soll je nachdem an wen sie sich richtet Latein oder Deutsch sein (bei Kaiserdenkmälern Latein, "Findelhaus"-aufschrift Deutsch)

Nr.88 31.10.1812

*Rohrer: politisch-arithmetischer Versuch Bokuwina

Nr.89 4.11.1812

*Neues Denkmal J2 MAE

Nr.91

*Lemberg

Nr.93

*Heinse: ÖS Fabriken

Nr.95

*neues Strafhaus Linz

Nr.100 12.12.1812

Moriz Graf v. Dietrichstein über Händel's Oratorium: "Die Gewalt der Musik". Aufgeführt von Dilettanten in Wien am 29.11. und 3.12. 1812


1813

1.Band
Vorsatzblatt: Collin

Nr.1 2.1.1813

*G.H.Heinse: Weitere Nachforschungen über die Bev. in Wien (zu letzt. Jg. Nr. 86, 514 ff.) (3): Verweis auf S.66ff 1811, hier Notiz, daß an "Rückstand" der Bev 1810 ggü 1807 um 20.000 "wahrscheinlich der Umstand mitwirkte, daß viele im Jahre 1809 weggereiste Personen in den ersten Monathen des nächstfolgenden, d.i. zur Zeit der Conscription, noch nicht zurückgekommen waren." Aufzählung nach Klassifikation: Unter Adeliche keine Frauen und Kinder, Problem Gewerbe

Nr.2 6.1.1813

*Beschluss (5-6): Klasse 6 Gärtler usw nach 1807, Frauen nur zur Hälfte gerechnet, übergeht Kinder | "Keine Conscription kann bis auf den Kopf zutreffen"; Forderungen an künftige Konskriptionen.

Nr.4

*Orientalist: Busbek

Nr.5

Cabinet mimisch-plastischer Darstellungen v. Hrn. Dubsky (idealtypische Wachsfiguren - nach Charakteren gestaltet) (27 ff.)

Nr.6 20.1.1813

Pastereorama von Wien (30 f.) Mälzel's gr. Panharmonikon (31 f.): Musikinsturment

Nr.7

*St. Pölten

Nr.8 27.1.1813

*Nekrolog Zinzendorf

Nr.11 6.2.1813

K. Kopitar?: Die ungar. u. die slavische Spr. sind beyde eben so gut Originalsprachen als die deutsche (60-62): es geht um die Zurückweisung von Adelungs und Wolke, dass das Slawische und Ungar. nur abgeleitete Sprachen wären, kritisiert wird die Beliebigkeit des etymolog. Verfahrens.

Nr.12

*Slavische Völkerkunde: Gailtaler in KTN (vgl Nr.44,45,46,48,69,70)
*MAE Hochländer

Nr.14 17.2.1813

*Zustand Untertanen GAL (-Nr.15)
*Ungern oder Ungarn (UNG) (auch Nr.39,44, 1815 Nr 40)

Nr.18 3.3.1813

Reden, gehalten von Hrn. Vice Präsidenten v. Sonnenfels in der Akademie der bildenden Künste (105 ff.): anlässlich der Geburtstagsfeier des Kaisers (12. Feb.)
*Armut Linz

Nr.19 6.3.1813

*Ausweis Einnahme Gesellschaft adeliger Frauen zur Beförderung des guten und Nützlichen 1812 (-Nr.20)
*Miszellen: K.: Wunsch. (112): "historisch-kritische, so viel möglich vollständige Sammlung" der Anekdoten von J2 wäre willkommen; niemand hat wohl mehr vorgesammelt als Johann Pezzl; "Auch dürfte er am besten wissen, welche mündliche Zeugen noch befragt werden können!"

Nr.24 24.3.1813

Statuten für die österr. kaiserliche Akademie der vereinigten bild. Künste in Wien (139-146)
*Miszellen Wien (144) (KK): vier Selbstmorde, ein Selbstmordversuch, ein tödlicher Unfall, ein Totschlag; ua: "Am 13. März schoß sich Peregrin H., vormahls Dragoner, dann Diener eines pensionierten Offiziers eine Kugel durch das Herz. Er war ein Mann von 45 Jahren, ruhigen und soliden Charakters, ohne Liebschaft und Schulden, mit Vertrauen und Wohlwollen von seinem Herrn behandelt, und keine Ursache ist bekannt, die ihn zu jenem Schritte hätte bestimmen können."

Nr.26 31.3.1813

*Kurze Notizen: (156) Todesrate in Prag 16.12.1811-15.12.1812 sehr hoch, von 21 stirbt jährlich einer, in Städten sinds sonst 24:1; durch hohe Zahl der auf Land Geborenen wird Abgang in BOE ersetzt.

Nr.32 21.4.1813

*W.: Zustand LW NÖ (+Nr.42,46,47,48,49,52)
*J.: Bev SIE Militärgrenze 1812
*Grundsätze Privatanstalt Unterstützung ausgetretener Sträflinge aus Zucht und Polizeihaus Wien (+Nr.37)

Nr.33-35

*MT Ritterakademie

Nr.34

*Baden

Nr.36

*Vorschlag Gründung Armenanstalt in Brünn

Nr.43

*Rumi: Statistische Miscellen aus UNG

Nr.49 19.6.1813

Statistik des Werbbezirks Frauenburg zu Unzmarkt in Obersteyermark im Judenburger Kreise (291-292 f.) und in den folg. Ausg. Nr.50 23.6.1813 296-298, Nr.51 301-304)

Nr.55 10.7.1813

*Städte MAE: Brünn

Nr.56

*Mürztal

Nr.60 28.7.1813

*Eggers Eiserne Brücke Baden (vgl Nr.69)

Nr.62

Über die Musik des Oratoriums: Die Befreyung Jerusalems, Text M. Collin, Musik: Abbe Mar. Stadler, hat auch die Chöre zu Collins Polyxena gemacht (365 ff.)
*kk Militärschwimmanstalt Wien

Nr.66

*MAE: Olmütz, Znaim, Ungarisch-Hradisch, Prerau, Eisgrub, Iglau

Nr.67

*Schulen (auch Nr.76: Aufgaben des Geschichtslehrers: auch neuere HI!; auch Nr.77,78,84,91,97,102)

Nr.68 25.8.1813

*Manifest Seiner Majestät des Kaisers von Österreich, Königs von Ungarn und Böhmen. 399-406. kaiserl. Manifest (25. Aug.) (399 ff.) ad aussichtslose Friedensinteressen
*Topographisch-statistische Beyträge über die Markgrafschaft Mähren. Die Herrschaft Triesch im Iglauer Kreise, ein Fideikommiß der Grafen von Herberstein. 406 "Sprache. Die Einwohner sind durchaus bloß böhmisch, jedoch wird im Markte Triesch sehr viel deutsch gesprochen."

Nr.70

*Ersparungsinstitut Wien für Renten

Nr.71 4.9.1813

*"Actenstücke zur Geschichte des gegenwärtigen Krieges": 1.Proklamation Schwarzenberg 17.8.1813 (nr.72: 2.Proklamation an Sachsen)

Nr.72 8.9.1813

H. Collin Denkmahl (423 f. K.) in der Kirche zum Hl. Barromäus (Genius des Todes und der Dichtkunst)

Nr.75 18.9.1813

*"Wasserfluthen verheeren den 24. 25. und 26. August einen großen Theil Ober-Ungerns. - Beynahe 400 Menschen finden in den Fluthen ihr Grab." -aus einem Schreiben aus Eperjes. 443-445 "Schrecklich und beyspiellos sind im Liptauer, Zipser, Saroscher und Abaujvarer Komitat die Verheerungen der Waag, der Poprad, des Hernaths, der Göllnitz und der Tartza (Torisza). Mehrere Städte, über 100 Dörfer und ganze Erdstriche überschwemmten diese Flüsse, und trugen nicht nur eine Menge Häuser, sondern sogar halbe, ja ganze Ortschaften weg, und selbst die festesten Gebäude, Thürme, Kirchen, mit Wällen umgebene Kastelle wurden ein Raub der Verheerung. Der Schweiß vieler Tausend Menschen die ihr weniges schon durch den anhaltenden Regen durchnäßte Getreide in ihren Scheunen sicher wähnten, wurde in wenig Augenblicken von den sich thürmenden Wellen weggetragen, und eben so der Nahrungszweig vieler Armen, die Gärten. Kohlgärten zu Grunde zerstört. Ein schrecklicher Anblick (...) Dort trug es halbe Brücken, Mühlen, viele hundert Balken, Kutschen. Dort warf es ertrunkene Menschen und Vieh, Wägen u. dgl an den Strand. (...) Bejammerungswürdig, ja schrecklich ist der Zustand der meisten, nicht nur der Armen, sondern auch vieler bemittelter Menschen. Manche retteten etwas von ihrem Hab und Gute, die meisten gar nichts, den keine Zeit war zum retten da. (...) Schrecklich waren diese Verwüstungen, schrecklicher hätte kein Feind oder zwey aufeinanderfolgende | Feuersbrünste gewüthet, als diese in unserer Gegend beyspiellosen Überschwemmungen.
Woher diese unermeßliche Menge Wassers gekommen sey, ist noch ungewiß. (...)
Die Tartza, ein kleiner unweit Leutscha bey Torißka entspringender Bach verwüstete viele Ortschaften. (...) In Torißa, einem Marktflecken gleichen Nahmens, dem Grafen Thomas von Szirmay zugehörig, führte das Wasser bis auf 10 Häuser die große Kirche mit dem Thurme hinweg; das herrschaftliche Kastell mit Mauern und Wällen umgeben, mit allen darin befindlichen Möbeln, wurde von den Wellen verschlungen und fortgerissen. Die herrschaftliche Gruft wurde zerstört, die Särge herausgeworfen, die todten Körper in ihren Leichenkleidern einige Stunden weit durch die Fluthen weggeschwemmt." | "Keine Feder ist im Stande all' das Elend zu beschreiben, welches die Ortschaften bis zum Ausfluß des Hernaths in die Theis erlitten haben. -" (Nachtrag Nr.83; vgl Nr.88,89)

Nr.78 29.9.1813

Volkslieder aus dem Kuhlandl (459 ff.): nördl. Grenzgebirge Mährens u. Böhmens -Kriegslieder von Meinert (auch Reflektionen zum Begriff Volkslied)

Nr.84 20.10.1813

*"Vorschrift, nach welcher sich auf allerhöchsten Befehl vom 5. Aprill 1812 bey einer in den Vorstädten Wiens eintretenden Ueberschwemmung oder Wassergefahr zu benehmen ist*)." 4.7.1812 498-502, Nr.85 23.10.1813, 503-504 *): Feuer-Polizey hat ausgezeichneten Rang, Wasser-Polizey in Wien noch nicht so bekannt (498) | Verweis auf Wasch- und Badflöße | Stadthauptmannschaften sollen Verzeichnis der Schiffknechte sowie aller des Fahrens kundiger Leute erstellen, zwei Paare dieser Consignation anzufertigen || *Während Überschwemmung sollen Comissäre (Kommissare) aufgestellt werden | (503) sollen "durch eine weiß und rothe Hutschleife kennbar" sein

Nr.85 27.10.1813

*Flächeninhalt ÖS Staat
*Claviger, Impf- und erster Wundarzt in dem k.k. allgemeinen Krankenhause: Genographie, oder Ideen zu einer Familienkunde, oder Geschlechter-Beschreibung der mit dem 19. Jahrhunderte aufkeimenden neuen vaccinirten Menschen-Generation (512-514, Nr.87 30.10.1813,515-517) (KK) (512) "Unter den vielen und wichtigen Erfindungen der neuern Zeiten stehet die Entdeckung der Schutzpocken im ersten Range. Sie ist gewiß die wichtigste, ja die wohlthätigste für das ganze Menschengeschlecht; denn sie befreyt dasselbe von einem Übel, welches unter den Menschenplagen eines der größten, ja verheerender als die Pest selbst war. Durch neun volle Jahrhunderte drang diese fürchterliche Hyder gleich einem Würgengel sowohl in die Hütte des Landmannes, als in die Palläste der Fürsten unaufhaltsam; schonte eben so wenig das Kind eines Bettlers, als das Kind eines vermögenden Bürgers, auch den zum Throne gebornen, zur Regierung bestimmten Prinzen, ja selbst den schon gekrönten Regenten *) nicht. "*)" Verweis auf Tod J1 1711 und | MT. Brite hat Schutzmittel entdeckt, "Heil ihm dem Entdecker!"; wenn Impfung allgemein eingeführt wird, werden mit Ende zweiten Dezenniums Menschenblattern ausgerottet sein; "Wenn nun vielleicht nach mehreren Jahrhunderten die Pestblattern aus ihrem Schlupfwinkel hervorbrechen möchten, in welche schreckliche Lage wäre nicht jene Generation, die dieses Unglück träfe, versetzt?" - Vorschlag: "bleibende Denkmähler mit passenden Inschriften, damit sie das Andenken sowohl der Blattern, als der Kuhpocken immer erhielten, zu errichten, und gewisse Erinnerungsfeste *) von den Impfärzten und den Impflingen gefeyert, und mit dem religiösen Cultus vereinigt, einzuführen" (*) Verweis auf Feste, gabs auch in Wien
"Da nun die Vaccination mit dem Anfange dieses Säculums eingeführt wurde, und die Vaccinirten dadurch, daß sie von einem verheerenden Übel, welches ihre Vorältern durch Jahrhunderte quälte, auf immer befreyt werden, gleichsam eine neue Generation zu bilden beginnen; so wird eine genaue gesetzliche Aufzeichnung aller diese neue Generationen bildende Geschlechter ganz gewiß manchen guten Aufschluß über die Vortrefflichkeit der Vaccine geben, und so auch ihre Wohlthätigkeit der Nachwelt unvergeßlich machen.
Diese, und noch mehrere in der Folge aufgestellte Ideen haben den Entwurf zu einer allgemeinen Genographie des 19. Jahrhunderts veranlaßt, der durch das (im nächsten Blatte) abgedruckte Formulare der genealogischen Familientabellen **) "**) Um diese Tabellen bald allgemein zu verbreiten, und dadurch den braven Familienvätern ihre schon gewohnten Vormerke zu erleichtern, werden dieselben besonders abgedruckt, in allen Buchhandlungen des Landes zu bekommen seyn.", die gewiß noch vieler Verbesserungen fähig sind, so leicht realisirt werden kann, und, sollte auch wirklich die oben geäußerte Furcht vor den nach Jahrhunderten zu befürchtenden Unglücken, welches die wiedererscheinende Blatterpest dem Menschen | (514) geschlechte bringen könnte, ungegründet seyn, so wird doch die Einführung dieser genealogischen Familientabellen, wenn auch nur von den gebildeten Publicum gewürdigt, sicher jeder Familie viel Vergnügen, ja einen, besonders für die verlassenen, und oft aus Freundschaft verstoßenen Waisen viel Nutzen schaffen.
Denn, nicht allein, daß eine solche Tabelle jedem zärtlichen Familienvater, und jede gefühlvolle Hausmutter, ja, jedes dankbare Kind auf die angenehmsten und wichtigsten Augenblicke ihres Lebens erinnert, so wird sie auch jedem Beobachtenden, besonders aber einem neuen Familienarzt die Einsicht in verschiedene, sonst oft schon längst vergessene, oft kaum mehr ergründende Familienangelegenheiten gewähren, und ihm ein weites Feld durch Vergleichung mehrerer Familien zu wichtigen analogischen Beobachtungen öffnen. Welch einen großen Einfluß hat schon die erste Ernährung des neuen Weltbürgers in seinen ersten Lebenstagen auf sein ganzes künftiges Leben. Denn, unmöglich kann es gleichgültig seyn, ob er seine erste Nahrung aus der reinsten und homogenen Quelle, aus der Brust seiner Mutter, unter deren Herzen er durch 9 Monate wohnte, bekommen; oder ob er an die Brust einer wollüstigen, lasterhaften, oft von der Lustseuche vergifteten Amme hingeschleudert wurde, und ihre Laster und Gebrechen einsauge. Auffallend ist der täglich zu beobachtende Unterschied unter den Kindern einer und derselben Familie, die von dem nähmlichen gesunden Ältern gezeugt, jedoch von verschiedenen Ammen gestillet werden. Ein genauer Beobachter wird den Grund mancher moralischen, oder physischen Eigenheit des Kindes, den ein anderer sonst bei den Ältern suchen möchte, ganz gewiß in seiner Säugamme entdecken.
Die Entwickelungsperioden, der Anfang des Zahnens, des Gehens, des Sprechens, nähmlich, und der Eintritt der Pubertät, deren Verspätung den sorgsamen Müttern manche schlaflose Nacht verursachet, können durch Vergleichung einiger hundert Familien genauer betsimmt werden, und ihre frühere Erscheinung, oder ungewöhnliche Verspätung für eine Ausnahme in der Regel mit Gewißheit angegeben werden, wenigstens wird die furchtsame Mutter bey verspätetem Sprechen nicht gleich die Ursache in der unterwachsenen Zunge suchen dürfen. | (515)
Daß die Aufzeichnung aller allgemeinen Kinderkrankheiten, so wie jene, jeder Familie eigenen, für den Familienarzt einen großen Nutzen schaffen werde, wird Niemand bezweifeln, da uns die Erfahrung lehret, daß sich die Ältern, besonders bey einer großen Anzahl von Kindern kaum erinnern können, welches Kind diese oder jene Krankheit schon überstanden habe, und die sogenannten erblichen oder Familienkrankheiten, als die Gicht, Hämorrhoiden, Steinbeschwerden, oft eine Generation überspringen, und von dem Großvater auf die Enkeln, oder gar auf die Urenkeln übergehen. Vielleicht wäre es gut und nützlich, wenn jedes das Vaterhaus verlassende Kind, besonders aber die unmündigen ihren Geburtsort verlassenden Waisen, so eine von der Obrigkeit gefertigte Tabelle, als einen Geleitsbrief mit bekäme, um in späteren Jahren wissen zu können, wo sie geboren, getauft wurden, und wo sie einen ihrer Freunde suchen sollen, oder welche Schicksale ihre schon längst ausgestorbene Familie erlitten habe.
Denn nichts ist oft schwerer für die letzteren, wenn sie eines Taufscheins benöthigen, als bestimmt zu erfahren, wo sie denselben erhalten können.
Die noch übrigen in den genealogischen Familientabellen vorkommenden Gegenstände klären sich von selbst auf.
Die in der Geschlechterbeschreibung (Genographie) verzeichneten Stammältern der neuen vaccinirten Generation werden nach den Decennien, in welchen sie verehelicht wurden, eingetheilt, Jedes Decennium bekömmt seine eigene Nummern. Drey Decennien (33 Jahre) machen eine Generation, und drey Generationen das 19. Jahrhundert aus.
Wenn nun so ein Stammbuch in jeder Stadt, in jeder Gemeinde, gleich einem Taufbuche eingeführt würde; welche wichtige Resultate könnten nicht aus demselben in medicinisch-politischen Rücksichten geschöpft werden.
Zur Leitung und Besorgung dieses Geschäftes, ja zur Verbreitung der Vaccination selbst wäre für jeden Kreis, so wie es gegenwärtig schon in Frankreich bestehet, allwo für ein jedes Departement ein eigener Vaccinator bestimmt ist, auch ein solcher hinlänglich, dessen Pflicht es wäre, ausschließlich das ganze Impfgeschäft in seinem Kreis zu leiten, die Ärzte mit ächtem Impfstoffe zu versehen, sie in dem Impfgeschäfte zu unterrichten, und die von selben vorgenommenen Impfungen zu untersuchen, und aus den erhaltenen Berichten die nöthigen Resultate zu ziehen." |
(516f): "Formular."
Erste Ehe.
Genealogie der Lilienthalischen Familie Nr. 190 zu Brünn in Mähren im XIX. Jahrhundert.
Stammvater: Hr. Carl Ferdinand Lilienthal, geboren zu Laybach in Krain am 28. Aprill 1777
Stammmutter: Frau Caroline Buchheim, geboren zu Grätz in Steyermark am 20. Sept. 1783.
vermählt 1803 am 22. Februar
Rubriken:
Impfprotokolls-Nro.; Nahmen der Kinder; Geburts-Jahr / Tag inkl Monat / Ort; Erziehung- Bey der Muttermilch durch Zeitraum in Monaten / Beym Wasser durch / Bey der Amme durch; Impf-Jahr / Monath / Arzt; Entwicklungsperiode Erstes Zahnen / Anfang des Gehens / Anfang des Sprechen / Pubertät jeweils Monat; Krankheiten Allgemeine im frühesten Kindesalter zB "Fraisen ein Mahl" / Ausschläge / verschiedene; Familien-Leibarzt, Wundarzt, Hebamme / Ereignisse und besondere Erinnerungstage "13. März 1810 Sterbetag des Großvaters"

Nr.88 3.11.1813

*Fortschritte zum Bessern, Anrede Israelit (Jude) an Mitbrüder Preßburg, Ermunterung zu Verbesserung Schulanstalten
*Claviger: Die Eröffnung einer Contumazanstalt für blatternde Kinder zu Brünn. Brünn 1.7.1813 (525) neuer Oberdirektor Armenversorgungsanstalten brünn ist Joseph Steiner; am 20.6.1813 als Vorsteher dem Hauspersonal des Kranken und Siechenhaus vorgestellt; er eröffnete am selben Tag neue Contumazanstalt für blatternde Kinder; dadurch kann Ansteckung verhütet werden; "auch zur Bekehrung der Renitenten, die zur Impdung ihrer Kinder durch nichts können bewogen werden" beigetragen werden. "Da diese neue Contumazanstalt ganz dem höchsten Willen unsers gütigsten Monarchen entspricht, und mehr als die Warnungstafeln, welche zwar die Gefahr der Ansteckung anzeigen, keineswegs aber die Ansteckung selbst verhindern können, dadurch leistet, daß Niemanden in diese Anstalt der Ein- und Ausgang gestattet, mithin die Vebreitung des Blatterngiftes unmöglich gemacht wird; so erwartet man mit Sehnsucht die hohe Bestätigung dieser in Vorschlag gebrachten Contumazanstalt*)." eher unklar, obs die Anstalt jetzt wirklich gibt, aber eher ja AT

Nr.90 10.11.1813

*Umfang ÖuE/NÖ und Kreise
*Weitra

Nr.91 13.11.1813

*Portatschen-Corps MAE (Polizey 17.Jh) (541)

Nr.92 17.11.1813

*Brief eines Sohnes an seine Aeltern (geschrieben nach Durchlesung Manifest 17.8.1813) "keine Fiction" 543-544: | wird "die Feder mit dem Schwerte zu vertauschen"
*Gmündner See (Landschaftsbeschreibung, Natur!)

Nr.98

*Gerichtsstellen BOE
*UNG Nationalmuseum Pest

Nr.104 29.12.1813

*Hallstadt


1814, 2 Bde.

Nr.4 12.1.18142 Bde.

*Impopulation der Zipfer lt. geistl. Seelen-Conscription (19 ff. u. f. Nr.)
*Miszellen (24)
"Ein sonderbarer Selbstmord ereignete sich vor einiger Zeit in dem Bezirke der Herrschaft Ober-Gutenhag im Marburger Kreise Steyermark. Eine 25 jährige ledige Weibsperson, Nahmens Gertrud F. verbrannte sich nebst ihrem, ein Jahr alten, außerehelichen Kinde in einem Ofen, nachdem sie denselben unter dem Vorwande, ihr Zimmer zu erwärmen, stark geheitzt hatte. Die von ihr getroffenen Voranstalten, daß sie alle entlehnten Geräthschaften wieder zurückstellte, und vorgab, sie wolle nun in einen Dienst treten, ferner, daß sie alles Hausgeschirr vorher reinigte, und auch Mittel fand, ihre im Zimmer anwesenden Nachbarsleute zu entfernen, zeigen deutlich, daß sie den Selbstmord mit kaltem Blute beschloß, und ausführte. Nach der genauesten Untersuchung wegen Veranlassung dieses Mordes, ergab sich nur soviel, daß die Unglückliche seit einiger Zeit düstern Sinnes war, und bisweilen weinte."

Nr.6 19.1.1814

*UNGER, Johann Carl (Wirthschafts-Rath, Wien 10.1.1814): Nachricht von der ersten eisernen Brücke im österreichischen Kaiserstaate (24f) (vgl Nr.80,473)
-über Aubach bei Baden, von kreisämtlichen Kommission beschlossen, "patriotischen Werke"; dem Grundstein wurde auf bleiernen Platte Inschrift beigelegt, ua: "An Ihre Majestät die Kaiserinn. / In kühner Wölbung steigt der Brücke Bogen, / ein herrlich Denkmahl für die fernsten Zeiten! / umsonst versuchen Unglück zu bereiten, uns für die Zukunft die empörten Wogen. / (...)"; | die Brücke soll am 13.6.1814 vollendet sein, wird ca 16.000 fl WW kosten.
*Kalchberg zu STMK (HI)


Nr.7

Podluzaken MAE (Ethnographie) (auch Nr.8,9,10,11)

Nr.8 26.1.1814

*Knappenaufstand KTN 1759

Nr.9

*ü Spital in Wiener Zuchthaus

Nr.11 5.2.1814

*Lit. Nachlass M. v. Birkenstocks (lat. Ged. in 249 Hexametern) (64)

Nr.12 9.2.1814

*Die Freysassen (Freisassen, BOE, MAE) (und Nr.28)

Nr.14 16.2.1814

*Bilanz Wein Import/Export 1807

Nr.15,16:

Großer Dilettanten-Verein Wien

Nr.16 23.2.1814

*Löserdörre/Kinderpest in VUWW Klosterneuburg 1813 (auch Nr.24)

Nr.18 2.3.1814

*S-r: 45 Fragen Antworten zu Slavonien Kroatien

Nr.20

*Bildungsanstalten ÖS (Schule) (und Nr.28,29,30,40,48,59,69,71,90)

Nr.21

*Kalender Brünn (und Nr.26!)

Nr.22 16.3.1814

*Abweichungen Größe MAE

Nr.23 19.3.1814

*Judenspital Wien

Nr.24

2.Jahresbericht Joanneum Graz

Nr.25 26.3.1814

*Kreisstadt Budweis (auch Nr.26)
*Erziehungsanstalten ÖS

Nr.26 30.3.1814

*Historisch malerische Darstellungen ÖS (Hg v Felsenthal)
*Sartori: Geographische Merkwürdigkeiten ÖuE (153-156): Verweis auf Topographie von NÖ von Weiskern 1770, de Luca, Liechtenstern; Sprache; | nur wenig hübsche Bauersmädchen um Wien; Nahrung; Volkscharakter

Nr.27 2.4.1814

*Über den Rettungssieg des böhm. Helden Jaroslaws v. Sternberg bey Ollmütz... mit ein paar Worten über die Pflicht des Historikers gegen das Vaterland (158 ff.)
K.: [Kopitar?] über Popowitsch ÖS Idiotikon
*Über das älteste? Siegel der Fam. Siegel, welches Hr. Kalchberg besitzt (164 ff.)

Nr.31 16.4.1814

*Statistik Bukowina

Nr.32 20.4.1814

*Sartori: Geographische Höhenbestimmung NÖ
*Sterblichkeit Findelhaus Wien
*Nippl (März 1814): Kurze Darstellung einiger der wesentlichsten Vorzüge des neuen österreichischen bürgerlichen Gesetzbuches vor dem Civil-gesetzbuche der Franzosen. 189-192. (Vorzüge ABGB ggü Code Civil;Recht): Unterschied: 1.in FR wurden keine Länder-Commissionen errichtet, in denen Räte der politischen Landesstelle, des Appellationsgerichts, Landrechts, Magistrats und Landstände gewählt wurden; dabei ist dies "von großem Nutzen": "Im Staate ist nähmlich Alles in einem organischen Zusammenhange, alle einzelnen Zweige der Staatsgewalt greifen in einander ein, und Mißgriffe, welche in einem derselben geschehen, theilen ihre schädlichen Folgen auch mehr oder minder den andern Zweigen mit."; "Der Civil-Codey muß ein Gesetzbuch für das Leben seyn;" (191) auch erste Instanzen sollen hinzugezogen werden; 2."hohe Achtung für das Alte"; dies dürfte "einem vom Reformationsschwindel strotzenden Kopfe nicht gefallen"; aber "besonnene Mann" hat gelernt, "daß es in der Natur keinen Sprung gebe"; "daß ein gewaltsames Niederreissen alter Gebäude öfters zu nichts anderem diene, als die Wohnparteyen auf eine Zeitlang ganz außer Obdach zu setzen"; wenn das Alte "schädlich" oder "unzweckmäßig" wird, soll es ersetzt werden; auch Nr33 23.4.1814 193-196, Nr.34 27.4.1814 197-198); |-| Meisterhaft gelöst ist (197) "Der Gesichtspunct, von welchem Österreichs Gesetzgeber hierbey ausgegangen ist, (...) die Familieneinheit."; "Die Familie entsteht durch Zeugung. Das stärkste Familienband ist dasjenige, was die Ältern an ihre Kinder knüpfet. Die Ältern sind das Centrum der Familien-Einheit, und von diesem Centralpunct geht das Band aus, welches die Geschwister umschlinget." (Erbschaft)

Nr.34 27.4.1814

*Über das Kalenderwesen in Wien (198 ff. u. ff. Nr. auch Taschenbücher): über die gr. Verbreitung, ihre aufkl. Legitimation und die inh. Tendenzen der versch. Kalender, (über romant. Schmierenkalender "Schmiere" bezieht sich auf Kupferstiche -AT vgl. 209)
-darin allgemeine Bemerkungen zu Kalendern

Nr.36 4.5.1814

*Frauenverein Brünn

Nr.37

*Verein Emporhebung Schafzucht MAE

Nr.38 11.5.1814

"Patriotische Wirksamkeit des Brünner Männer- und Frauenvereins während des gegenwärtigen Krieges"

Nr.39 14.5.1814

*Hist-Genealogische Nachrichten von Haus Schwarzenberg, von A. v. B. an Dr. Fr. S. FS Schlegel??

Nr.41

*Macocha-Schlucht MAE (Slaup) (auch Nr.45)

Nr.43

*Istrien

Nr.46 8.6.1814

*Bev NÖ/ÖuE 1813 (276)

Nr.50 22.6.1814

*"An deutsche Frauen, von einer deutschen Frau" 295-297 "Jetzt, wo Alles von Wiedergeburt spricht, wo Alles auf Mittel bedacht ist, um die noch blutenden (295) | Wunden zu heilen, und die Wiederkehr der fern abziehenden Leiden zu verhindern, jetzt, wo sich Alles Glück wünscht, das fremde Joch abgeschüttelt zu haben, sagt, sollen wir noch länger in das Joch ihrer Moden gespannt seyn? Soll der Wohlstand unserer Familien und folglich des Staats noch länger zum Flore französischer Manufacturen mitwirken, und sollen wir ihnen noch länger gelehrig den Tribut abtragen, den sie unserer folgendes Wort gesperrt Frivolitäten auferlegen? Wir die folgendes Wort gesperrt Toilette der Damen von Wien, Berlin und ganz Deutschland fortfahren, sich nach den Modehändlerinnen von Paris zu richten? Aber, höre ich zur Antwort, die Stoffe, Bänder u.s.w. die man aus Frankreich empfängt, haben einen wesentlichen Vorzug, der keine Wirkung der Meinung oder des Vorurtheils ist. Man vergleiche nur, was von Paris kömmt, mit dem, was man anderswo findet, um die Überlegenheit der ausländischen über die inländischen, um diesen sichern und feinfühlenden Geschmack zu erkennen, der auf französischen Boden einheimisch scheint, diesen Geschmack, den man fühlt und nicht erklärt.
Alles dieses gestehe ich zu; auch ist es meine Absicht gar nicht, unseren Manufacturen eine Lobrede zu halten, sondern nur euch deutsche Frauen zu bewegen, damit zufrieden zu seyn. Ich wage es, euch dieß als ein Opfer vorzuschlagen, als ein Opfer, den gegenwärtigen Zeitumständen, eueren Familien, euerem Vaterlande gebracht. Sprechen diese großen Beweggründe nicht zu eueren Herzen und zu euerer Vernunft, und werdet Ihr kindischen Putz dem frohen Bewußtseyn vorziehen, etwas zum allgemeinen Wohlseyn beygetragen zu haben? dem Glücke vorziehen, euch auf diese Weise dem Ruhme euerer Gatten, Söhne und Brüder angeschlossen zu haben? Die Mode ist unabhängig von den Gesetzen, den politischen Begebenheiten, dem Interesse der Nation, sie ist ein abgesondertes Reich, worin die Frauen die Fürstinnen und Sclavinnen sind. Ihnen kömmt es also zu, die Mode auf den von mir vorgeschlagenen nützlichen Zweck zu lenken, nähmlich die Industrie ihres Vaterlandes zu beleben, die Künste des Geschmacks und gesellschaftlicher Unterhaltung in Flor, und Geld unter ihre arbeitsamen Mitbürger zu bringen. Um zu dieser Geschmacksumwälzung beyzutragen, sollte eine deutsche Zeitschrift erscheinen, in der Form des Frankfurter Modenjournals, ein Auszug der neuesten Unterhaltungsschriften und ein Kupfer von den geschmackvollen Erfindungen des Anzugs von Wien, Berlin oder einer anderen deutschen Hauptstadt unter dem Titel: folgende zwei Wörter gesperrt deutsche Moden. Dieser Anzug würde in den Provinzen sogleich eingeführt werden, und in den Hauptstädten würde das Beyspiel hinreichend seyn, einiger durch ihre Glücksumstände, ihren Rang oder ihre Schönheit ausgezeichneter Frauen, (denen das glänzende Loos bescheert ist, alle Blicke auf sich zu ziehen, die Stimmen fortzureissen, und die Meinung zu bestimmen.) Haben sie nun erst den Muth zu gestehen, daß dieser oder jene gepriesene Putz zu Wien erfunden und aufgebracht ward, daß dieser oder jene bewunderte Stoff in einem Gewölbe der Stadt gekauft ward, so werden die sonst an ihre Nachahmung gewohnten Frauen mit demselbe Wohlgefallen, mit dem sie sonst ihren folgendes Wort gesperrt Pariserputz hervorstrichen, wiederhohlen, daß ihr Putz von der Modehändlerinn oder Nähterinn, die solch oder solch eine Frau bedient, herrühre.
Die Eitelkeit, die Nachahmungssucht, das Verlangen, mehr Wohlstand oder Geschmack als andere zu zeigen, werden hierdurch befriedigt, ohne daß der Staat leidet, ohne daß man den demüthigenden Beweis davon an die Fremden abträgt.
Zu London ahmt man die Moden von Paris nicht nach, die englischen Frauen nehmen nur das, was ihnen immerwährend beweiset, daß sie Engländerinnen sind. Ihre Sprache, Gewohnheiten, Sitten, Gesellschafts- und Familienverhältnisse, alles erinnert sie an ihr Vaterland, und an die Pflichten gegen dasselbe. Warum sollten wir nicht eben so Deutsche seyn? Warum sollten wir nicht, um so zu sagen, unsere eigenen Gesichtszüge haben, daß man auf den ersten Blick die Deutsche erkennen möge, wie man die Französinn und Engländerinn erkennt?
Diese Wiedergeburt würde mehr Einfluß haben, als man glaubt, auf das Glück der ganzen Nation und folglich auf das der Einzelnen; denn wenn jeder von der Überzeugung durchdrungen wäre, daß er einen Theil des Ganzen ausmacht, würden seine Privathandlungen und Pflichten den Stempel höherer Würde tragen.
Die Mütter würden den Kindern das Beyspiel geben, nichts über das Vaterland zu achten, und diesen edeln Stolz auf die geringsten Verhältnisse des Lebens übertragen. Die Sprache ihres Landes würde die erste seyn, deren Töne in ihrem Gedächtniß wiederklangen, die ersten Laute, die bis zu ihrem Herzen drangen. Die Geschichte ihres Volks und der großen Männer, deren Nahmen sie geerbt, würde ihr erstes Studium, sie würden beym Austritt aus der Wiege Bürger seyn, | (297) und der Vortheil, der daraus entspränge, fällt zu sehr ins Auge, als daß es nöthig wäre, denselben hier ausführlicher auseinander zu setzen.
Frauen! euch flehe ich an, um das Opfer, das ich zu gedenken gewagt, und das ich zu erhalten hoffe, in Ausführung zu bringen. Ihr werdet fühlen, daß ihr aller dieser leeren Verfeinerungen, die selbst denen, die ihr anziehen wollt, entgehen, nicht bedürft, um allen Augen zu gefallen, um die Theilnahme aller fühlenden Herzen zu erregen, um die Seele aller Gesellschaften zu seyn, um endlich dadurch, daß ihr um euch das Glück und den Zaber des Lebens verbreitet, euere Bestimmung zu erfüllen.
O meine Mitbürgerinnen, nach den großen Begebenheiten, die unserem Fürsten und unserem Volke unsterblichen Ruhme gegeben, laßt uns die fremde Larve, die uns bisher verhüllte, wegwerfen, laßt uns mit inniger Freude fühlen, und wiederhohlt sagen: gesperrt, rechtsbündigWir sind Deutsche!"
*"Der Troppauerkreis im mährisch-schlesischen Gouvernement" (297-300) (SCL, Statistik): nach Konskriptionslisten 1808 193.067, 1815 192.787 "Seelen"; "Ja man kann ohne Bedenken die Bevölkerung dieses Kreises auf 200,000 Seelen und darüber annehmen, wenn man die nach und nach Eingewanderten mitrechnen wollte, welche in die Conscriptionslisten nicht mit aufgenommen werden, - und überhaupt die Conscriptionslisten als Quelle zur Bestimmung des Menschencapitals eines Landes würdigt." (298)

Nr.51 25.6.1814

*Eißl: "Feuersbrünste in der Gegend um Laa in Oesterreich unter der Enns." (Ernstbrunn, 26.5.1814) 301-302 (vgl. Nr.84,KK)
"In den letzten vier Wochen haben Feuersbrünste in der Umgebung von Laa Schrecken, Unglück und Furcht verbreitet. (301) Denn in einem Umkreise von 2 bis 3 Stunden sind die Ortschaften Bolsdorf, Ameis, Ketzelsdorf, Wetzelsdorf, Kauttenbrunn, Stinkenbrunn, Großtajax, Ungendorf, Neudorf und Riegersdorf, zum Theile ganz, ein Raub der Flamme geworden, und indem ich dieses niederschreibe, wird mir gemeldet, daß in der südlichen Gegend von Laa, und auch östlich von Mugel Feuersbrünste bemerkt würden. Wer erinnert sich nicht an das Jahr 1808, in welchem dieses zerstörende Übel unter gleichen Orts- und Zeitumständen in mehreren österreichischen Provinzen gleiches Unglück verbreitete, ohne daß die Ursache jedesmahl entdeckt wurde.
Auffallend ist es, daß die meisten dieser Feuersbrünste sowohl in diesem, als im oberwähnten 1808. Jahre in tiefliegenden, nassen oder doch feuchten Gegenden, nach einem vorausgegangenen nassen Herbste, und in dem darauf folgenden Frühlinge entstanden sind.
Gemeiniglich gehen auf dem Lande jene Umstände, welche auf die Entstehungsursache leiten können, durch das Feuer verloren, und die Unglücklichen sind nur zu oft in dem Falle, die Ursache nicht angeben zu folgendes Wort gesperrt wollen, oder nicht angeben zu folgendes Wort gesperrt können. Findet man die Ursache nicht, so wird diese oft in der Brandlegung gesucht. Wie selten aber dieses der Fall sey, zeigen zur Ehre unserer Gesetzgebung die Criminaltabellen.
Herr Ebersperger, Pfleger der fürstlich Prosper von Sinzendorfischen Herrschaft Stinkenbrunn, welcher sich durch seine zweckmäßigen Anstalten und Menschenfreundlichkeit bey und nach der, am 21. Aprill l. J. daselbst ausgebrochenen Feuersbrunst auszeichnete, theilte mir seine Bemerkung mit. Er habe, durch diese sich schnell folgenden Feuersbrünste aufmerksam gemacht, nun Untersuchungen (welche in der Gewohnheit den Dorfrichtern und Geschwornen überlassen sind) in Betreff feuergefährlicher Gebäude, im Dorfe Kleinbaumgarten selbst vorgenommen. Küchengewölbe und Rauchfänge habe er von der innern Seite, das ist, wie man diese von der Küche hinauf unter der Rußdecke, oder gewöhnlichen Verkleisterung mit Kalk sehen kann, keineswegs gefährlich gefunden; allein als er unter dem Dache (auf dem sogenannten Boden) die Spreu, oft Heu und Strohvorräte, brennbares Hausgeräth u. dgl. wegraumen ließ, habe er unter 50 Häusern sieben gefunden, in welchen die Schornsteine und Gewölbe beträchtliche Risse und Klüften hatten, die sich | (302) hier und da durch Merkmahle des durchdringenden Rauches verrathen.
In dem Dorfe Gaubitsch sollen, so wie zu Strohnstorf im Markte ähnliche Entdeckungen gemacht worden seyn; ja durchgedrungene Funken sollen bereits in umliegenden brennbaren Materiale geglommen, aber vor dem Ausbruch der Flammen die Gefahr noch entdeckt worden seyn.
Diese Thatsachen, verbunden mit dem Umstande, daß in jenen durch Austretung der Wässer nassen Gegenden, die aus schlechtem Materiale erbauten Häuser die Feuchtigkeit in sich gezogen, und durch die Wärme des Frühlings von dem Wasser entbunden, gewöhnlich sich senken, die Gewölber und Verbindungen sich trennen, und Risse, oder gar, wie es zu Gnadendorf und vielen anderen Orten geschah, Einstürze erfolgen, dürften hinreichen, die Entstehungsursache der meisten dieser Unglücksfälle aufzufinden, und das Unerklärbare zu erklären.
Wer es gesehen, wie die gewöhnlichen Untersuchungen der Feuergefährlichkeit bey Gebäuden, und von welchen Leuten unternommen werden; wer es bemerkte, daß die Weiber in jenen Gegenden ihre Küchen öfters mit Kalk übertünchen, und dadurch die Risse und Spalten der Gewölber decken, aber keineswegs gegen die Einwirkung des größern Feuers verwahren; daß diese Verkleisterung sich bald zusammenzieht, lostrennt, und der Funke sich durch einen geöffneten Luftzug den Ausgang bahnt, ohne von jemanden bemerkt zu werden, den wird es nicht befremden, daß so oft Feuersbrünste entstehen.
Ferne sey es von mir, behaupten zu wollen, daß nicht auch viele Feuersbrünste auf dem Lande durch das vielseitig schädliche Tabakrauchen, durch Unvorsichtigkeit mit Lichtern, ja selbst durch Brandlegung entstehen.
Mein Zweck ist nur, auf die Feuersbrünste, deren ich im Eingange erwähnte, aufmerksam zu machen, und die Hülfe und polizeyliche Vorkehrung zum Besten des weniger unterrichteten Landmannes anzusprechen *), Ernstbrunn, am 26. May 1814.
Eißl
*) Mit vollem Herzen stimme ich der Meinung des ökonomischen Administrators Hrn. M. Eißl über die Entstehung der Feuersbrünste auf dem Lande bey; indessen habe ich mit Betrübniß auf einem kleinen Ausfluge von Wien nach den Stiftern Göttweih und Mölk in diesem Monathe erfahren, wie größtentheils durch Unvorsichtigkeiten in der Küche und bey anderem Feuer, durch sorgloses Tabakrauchen in Ställen 7, sage folgendes Wort gesperrt sieben Ortschaften um Sieghardskirchen, Abstätten, Pottenbrunn, St. Pölten und Mölk, mehr oder minder ein Raub der Flammen geworden sind.
Wir haben die zweckmäßigsten Gesetze hierüber, die Ortsobrigkeiten sind aufmerksam und thätig in Ausübung derselben; aber diese vermögen nicht überall folgendes Wort gesperrt alles. Auf dem Lande muß der Seelsorger durch erläuternde Belehrung dem Gesetze und der Ausübung desselben durch den Beamten Eingang verschaffen. Nie habe ich in dieser Hinsicht für den Landseelsorger tauglichere, und an das Herz sprechendere Belehrungen gelesen, als der Doctor der Theologie und jetzige Pfarrer zu Dobel bey Grätz, folgende zwei Wörter gesperrt Jospeh Gabriel in seinen Sittenlehrreden (Grätz bey Kienreich) und folgendes Wort gesperrt Kapler (eigentlich Consistialrath folgendes Wort gesperrt Paur, zu Goisern im Salzkammergute) in seinen Volkspredigten geliefert haben. Möchten doch alle Landseelsorger auf diese beyden Schriften aufmerksam werden! Möchten sie das viele Gute allgemein verbreiten, das so reichlich in denselben liegt!
Anmerkung des Redacteurs."
*Troppauer Kreis: Winde, LW; Gerste "eine höchst eigensinnige Frucht" (303)
*Bev BOE nach Konskription 1813

Nr.52 29.6.1814

*Realakademie Wien
*Troppauer Kreis: Fischerei

Nr.55 9.7.1814

*C.B.H.: "Volksmenge der k.k. Militär-Gränze im Jahr 1812". 325-327. Bevölkerung Militärgrenze 1812
-"Volkszählung" erst mit Konskriptionssystem 1786 eingeführt, "als die deutschen Erblande längst ein solches besaßen", sollte jährlich erneuert werden, wg Kriegen aber nur 1787, 1793, 1802 und 1807 "zur wirklichen Conscription" gekommen; "Ist auch dermahlen die Nothwendigkeit einer neuen Volkszählung schon sehr fühlbar; so scheint doch die jährliche Wiederhohlung um so weniger nöthig, als die Ortsbehörden bey denm sogenannten Conscriptionsrevisionen die im Jahresverlauf eingetretenen Veränderungen ohnehin jährlich anmerken." (325) || starkes Bevwachstum.

Nr.56 13.7.1814

*"Ueberschwemmungs-Geschichte im Zusammenhange vom Monath August, bins in die Hälfte Septembers 1813" 333-336 "*) Jetzt, wo häufige Nachrichten aus vielen Gegenden Österreichs von angeschwollenen Flüssen, die aus ihren Ufern traten, und viele Verwüstungen anrichteten, hier einlaufen, dürfte die Überschwemmungsgeschichte des vorigen Jahres um Zusammenhange vom ganzen Continente und vorzüglich von der österreichischen Monarchie den Lesern der vaterländischen Blätter nicht uninteressant seyn. Der Redacteur." (333) "In der Mitte des Monaths August 1813 brachen bald dort bald da schwarze dicke Wolken hervor, und | leerten, wie Ströme, ihr Wasser auf uns herab, besonders überschwemmten sie hierdurch die oberen Gegenden Ungerns, Österreichs, Steyermarks, Deutschlands und Pohlens. In allen Orten langten durch viele Tage die kläglichsten Berichte von ausgetretenen Flüssen und verursachten Verheerungen ein, von denen man vielleicht Erdenversenkungen zu fürchten hatte. Die Abaujvarer Gespannschaft in Ungern wurde durch diesen Regenstrom am 25. und 26. August mit diesem Unglück bedroht. - Der häufige Regen, der an diesen zwey Tagen und deren Nächten ununterbrochen fiel, konnte von der überflüssig getränkten Erde nicht mehr eingesogen werden, und sammelte sich in reissende Ströme, die bis in das Gräßliche anschwollen.
Flüsse, die sonst bey ihrem Ursprunge als unbedeutende Bächlein ruhig ihren Weg fortschlängelten, wurden nun zu tobenden Wassermassen, eben so fürchterlich im Ansehen, als verheerend in ihrer Wirkung. Verderben schwebte über jeden Ort, der das Unglück hatte, Nachbar eines Gebirges zu seyn." || GAL, Weichsel "Die furchtbar verwüstende Wasserfluth, gleich einer Sündfluth"

Nr.57 16.7.1814

*Überschwemmung 337-339

Nr.60 28.7.1814

*SCHNELLER, Julius: Ungern unter römischer Herrschaft (HIWISS)
*Bruck an der Mur

Nr.61 30.7.1814

*V--r: "Das Strafhaus zu Linz in Oberösterreich" 363-364 (und Nr.62,3.8.1814371f): Zweck der Strafe nicht mehr, wie noch in 90ern auf einer berühmten Akademie gelehrt, "dem übertretenen gesetze Ansehen und Genugthuung zu verschaffen", sondern "humanen Maxime": "Strafe so, daß durch die Strafe das Böse gehindert, und der Gestrafe gebessert werde."; "Arbeitskammern, wo der halsstarrige Wille des Verbrechers sich zum Gehorsame beugt", "Krankenzimmer, wo Arzt und Chirurg den Menschen vom Verbrecher scheiden", "Schlafkammern", "Schulzimmer und Capelle"; trotzdem eintönig; | beide Geschlechter getrennt, kein "gegenseitiger Anblick möglich"; "ein Gemach entkleidet ihn den Verbrecher seines mitgebrachten Anzuges, und gibt ihm die gleichförmige Kleidung der Gefangenen"; "Ein Gemach trägt an den Seitenwänden die abgelegten Zivil Kleidungen der Vebrecher, welche die nähmliche Nummer haben, die an des Sträflings Hauskleidung haftet." Anekdote Ks Franz

Nr.62 3.8.1814

*ÖS-Albanien
*Bio Franz Martin Pelzel

Nr.63

Genealogie Haus Liechtenstein

Nr.67

verdiente ÖS Krieger

Nr.70 31.8.1814

Friedensfeier in Grätz, 3.-5. July 1814: Kalchberg, Kollmann, (416 ff.)

Nr.74 14.9.1814

*Statuten der musikalischen Gesellschaft

Nr.84 19.10.1814

*Häusliche Feuerrettungsvorschläge (500-503)
"Der Schrecken, die Verwirrung und Unordnung, welche bey einem im Hause, wo man wohnt, oder zunächst entstandenen Brand in der bedroheten Familie entstehen, sind für dieselben ein fast eben so großes Unglück, als der ausgebrochene Brand selbst; weil dadurch vieles zu Grunde geht, was sonst hätte gerettet werden können." (500) (KK)

Nr.85 22.10.1814

*"Ueber die Uniformirung der Oesterreichischen Staatsbeamten" 505-507 (KK) (FS!)
*Schule unter MT am Land

Nr.87 ÖS Seeküste



Nr.88

HI Juden Wien

Nr.89

Abgrenzung Triest

Nr.91 12.11.1814

*Rez Aglaja, auch Kalchberg erwähnt
*Kalchberg: Patriotische Vorschläge zur Errichtung einer Anzahl Getreidemagazine in der Steyermark STMK

Nr.92 16.11.1814

*Kalchberg: Patriotische Wünsche. 545-549!! (KK)

Nr.95 26.11.1814

*"Mariatrost, ein romantischer Wallfahrtsort bey Grätz" 565-566 ua geschah dort ein Unglück: Pferdewagen wurde in Abgrund geschleudert; "Der Ruf der hiesigen Marienstatue, der in der Folge durch eine im Jahr 1710 in Augsburg, und eine 1735 in Grätz, herausgekommene wundervolle Beschreibung noch vermehret wurde, entstand vorzüglich durch das unbescheydene Benehmen einiger in ihrer Nachbarschaft wohnhaft gewesenen Protestanten, auch wohl durch manche noch unbescheideneren Catholiken. Es ereignete sich z. B. im Frühling 1680, daß eine Gesellschaft von Grätz hierher spatzieren fuhr und sich über den Bau einer Kirche auf einem nach ihrem Geschmack so öden, einsamen Berge, lustig machte. Dieses ärgerte einen alten, bejahrten Wandersmann, der hier am Fuße des Berges sitzend, von seinem zurückgelegten Wege ausruhte. Er erhob sich und sprach zu der Gesellschaft im prophetischen Tone, daß die Strafe über ihren Muthwillen gewiß nicht lange ausbleiben werde; allein man mißhandelte den eifrigen Alten, es kam zwischen ihm und dem Kutscher sogar zum blutigen Handgemenge, und nur die vernünftigen Vorstellungen eines jugendlichen Frauenzimmers, die auch schon vorher die einzige des Lachens sich enthielt, verschafften dem armen Manne die Freyheit. Wie sehr aber leider! die Prophezeiung desselben in Erfüllung gerieth, und welche Folgen sie, verbunden mit seinen Märtyrerschlägen, bey dem Landvolke hervorbrachte, das zeiget noch jetzt die Steinsäule mit (566) | dem Bildnisse der heiligen Jungfrau, die zum Andenken jener Begebenheit auf dem Sitze des Wanderers errichtet ward; denn nicht lange als die Gesellschaft von da nach Hause kehrte, schleuderten die scheu gewordenenPferde den Wagen in den Abgrund, und die ganze Gesellschaft verunglückte, ausgenommen das bescheidene Mädchen, das nur mit geringer Verletzung der Hände davon kam!"

Nr.96 30.11.1813

*Kumax: Herberstein, ritterliche Feste STMK

Nr.97 3.12.1814

*Neue Erfindungen Brückenbau
*Speick (Alpenpflanze)

Nr.98 7.12.1814

*Natürliche Reichtum ÖS Kaisertum
*Tunkers (Speise in STMK)

Nr.99

*Höhrauch

Nr.100 14.12.1814

*Miscellen: (600) in OberSTMK nennt man zwar jeden Berg Akm, aber eigtl ist nur dort Alpe, wo nur kurzes Gras wächst; Viehabtrieb geschieht feierlich, aber nur dann, "wenn die Heerde kein Unglück hatte, das ist, wenn kein Stück vom Berge abfiel oder von Bären und Wölfen zerrissen wurde."

Nr.104 28.12.1814

*Statistische Skizze des Pilsner Kreises (in Tabellenform)
*B***r: Bemerkung zu Merkantiltabellen


1815

(Erneuerte) Vaterländische Blätter
-in 2.Bd gibts nur wenig Kriminalgschichteln!

1.Band

Nr.1 4.1.1815

*Die erneuerten vaterländ. Blätter an das Publicum (1-4): zunächst sieht alles nach dickem Eigenlob in der Bilanz der letzten 7 Jahre aus, dennoch Redaktionswechsel; dann aber Eingeständnis des mangelnden Interesses von Autoren, Redakteuren, Einseitigkeit etc.: "Aber so kann und darf es nicht bleiben" - Schuld daran seien wohl die hist. Ereignisse va. fr. Besatzung 1809 nun aber wieder Aufschwung auch mit neuen Ländern (Tirol, Krain, Triest, ung. Küstenländer, Venedig, Lombardie); interessant auch ad neue Red.: "Die vaterländischen Blätter leitet vom Jahre 1815 eine neue Redaktion, in deren Verwaltung sich Niemand mengt [sic.], so daß die VB, wie andere ZS, als ein ganz freyes Institut ihre Meinungen, Gedanken, Vorschläge, Darstellungen und Nachrichten unbefangen und rücksichtslos vortragen können." (2), dann erneut Motto und Rubrikenübersicht
Originalität wird gelobt (1), bei Besatzung 1809 mußten sie schweigen, | 1812 zogen großen Rüstungen, 1813 Weltbegebenheiten und beglückenden Resultate 1814 Blick mehr nach außen; Mitarbeiter verloren über "Welthändeln" an einer "friedlichen (...) Zeitschrift Theil zu nehmen,"; Abnehmer schafften sich lieber politische ZS an, dadurch gelähmt -"Aber so kann und darf es nicht bleiben!" Bald wird Staatsbürger wieder Blick nach innen richten; VatBlä ziehen Gewinn aus Länderzuwachs; "Die vaterländischen Blätter leitet vom Jahre 1815 eine neue Redaktion, in deren Verwaltung sich Niemand menget, so daß die VB, wie andere Zeitschriften, als ein ganz freyes Institut ihre Meinungen, Gedanken, Vorschläge, Darstellungen und Nachrichten unbefangen und rücksichtslos vortragen können."; Österreicher, Unger, Böhme, Mährer, Schlesier, Steyermärker usw .. "diese Nationen"; "Der Zweck dieser Blätter ist: die Bewohner der kais. königl. Erbstaaten mit sich selbst näher bekannt zu machen und Vaterlandsliebe durch Vaterlandskunde zu befördern." | Rubriken: ua: "IX Geist der Zeit. [Absatz] Unter dieser Rubrik werden in die vaterländischen Blätter, kleinere oder größere Abhandlungen über die besprochenen Gegenstände des Tages aufgenommen. Anständige Freymüthigkeit, (welche diese Blätter überhaupt charakterisiren soll) ist das erste Erforderniß. Sie werden daher Niemanden verschlossen seyn, der über die wichtigsten Gegenstände der öffentlichen Aufmerksamkeit sich mit Bescheidenheit, Wahrheits- und Vaterlandsliebe äußert. Leidenschaftliche Ausbrüche und Untersuchungen führen nicht zum Ziele, und müssen daher ausgeschlossen bleiben. Hierher gehören auch andere Abhandlungen über allgemein wichtige Gegenstände der Staatswirthschaft, welche sich ausschließlich auf unsere Monarchie oder einzelne Provinzen derselben beziehen." | Aufforderung zu Widerspruch; "denn nur durch Widerspruch kann die Wahrheit in vollem Lichte sich erntfalten, nur im Kampfe sich die Kraft entwickeln."; Preis Wien 15 fl WW, außer Wien 21.
*"Statistische Ansicht des Anwachses der österreichischen Monarchie, von Rudolph dem Habsburger bis auf die neueste Zeit."; Areal in geographischen Quadratmeilen; |

Nr.3

*Klagenfurter Kreis

Nr.4 14.1.1815

*gg Aberglauben

Nr.6 21.1.1815

*Ausland zu Inland (Freimütige)
*Miscellen: (48) seit deu Luca keine Beschreibung der ÖS Monarchie, nun gibts brauchbare von Marcel de Serres Voyage en Autriche, verdient schnelle Übersetzung
*Lustigmachen über Fehler in FR-Werk bei Schreibung deutscher Büchertitel

Nr.7 25.1.1815

*Tulln
*Hacquet tot
*Warnungstafel Wien: (54-56) | ua: "Am letzten Tage des vorigen Jahres schwebte noch der finstere Genius des Selbstmordes in einem Hause der Stadt auf eine Dienstmagd nieder!"

Nr.8

Kunstnachrichten (60): G.S. Liedemann; hydr. KW in Schönbrunn

Nr.13

*Bildung des Klerus (Kirche)

Nr.19

*Übersicht Papiererzeugnisse BOE

Nr.23 22.3.1815

*HI Juden in Wien und NÖ

Nr.26 1.4.1815

*Hassel G: Statistischer Bestand der ÖS Monarchie (abgedruckt aus pol. Journal Februar 1815)

Nr.33 26.4.1815

Drey merkwürdige Kunstprodukte in Wien (203-205): a.) Karte v. d. Ehzthume Ö, ob und unter der Enns in 6. Sectionen. Nach allen bekannten astronomischen und mehr als 100 trigonom. Ortsbestimmungen entworfen, | v. L. Schmidt
b.) Der Mythos alter Dichter in bildlichen Darstellungen. Wien in Comission bei Cath. Gräffer und Härter: gr. Lob für F. Stöber (Kupferstecher) "genial und korrekt", und v.a. gr. Lob den beiden Buchhändlern, in deren Verlag auch Millot, Jean Pauls "Ästhetik", der vortreffliche Blumenbach und bestes ital. WB von Jagemann, "Geist der Zeit" (politisches journal) (nur durch Schuld des ehemaligen Verlegers unordentlich erschienen) und als Krönung | die hist. Bibliothek demnächst erscheinen wird, nur mit den besten Autoren: Eichhorn, Heeren, Spittler, Mitford, Ferguson, Gillies, Hegewich, Sismondi, Davila u.s.w. |
c) Ansichten von Bergen von Viehbeck, war lange bei Landesaufnahme und Triangulierung in SBG OÖ TIR VBG

Nr.34 29.4.1815

*neue ZS MAE: Moravia Kupferstiche aus den NT u. AT (213)

Nr.36

*Statistik GAL

Nr.41 24.5.1815

*Freymüthige Meinungen eines deutschen Landwirthes in Oesterreich. 251-252. | Sicherung des Genußes des Rechts und der Freiheit für Deutsche. "Doch diesem Zwecke muß die Reinigung des ächtdeutschen Charakters, vom fremden zurückgebliebenen Schlamme vorausgehen und das, was zur Schande unseres Zeitalters durch ein herz- und geistloses Nachäffen an die Stelle des deutschen Volksthumes trat, muß verschwinden, und Deutschland und die Deutschen in ihrer Reinheit weiser durch die Erfahrungen und besser durch die Leiden hervorgehen."; noch immer wird eine Sprache in höheren Volksclassen gehört: "Diese Sprache war die Brücke, über welche Deutschland jene verpestete Erziehungsweise erhiehlt, welche den späteren Begebenheiten die verrätherische Aufnahme vorbereitete." statt "biedere Sinn" usw "geistlosen Höfischheit"; auch bei Landmann "Lüsternheit nach Genüssen"
*Blick auf den Zustand der Moralität im Erzherzogthum Niederösterreich im Jahr 1813. 253-254: Erforschung der Moralität schwierig; "Denn man hat nicht nur auf das zu sehen, was von den Handlungen des Menschen äußerlich erscheint, sondern man muß auch die innern Triebfedern und geheimen Absichten erforschen, (...)" aber: wie viele edle Taten geschehen im Stillen, wieviele böse Taten werden verheimlicht? | Kriminalstatistik in NÖ, 1813 starke Abnahme.

Nr.42 27.5.1815

*deutscher Landwirt (259-261) in Städten bedingt sich Dienstmädchen Besuche ihrer Liebschaften und Unterdienstboten für schwerere Arbeiten; nun da Krieg aus ist, scheuen sich Burschen auf Meieren nicht mehr, sich Unordnungen und Vergehen zu Schulden kommen lassen; alle Stände drängen sich unzufrieden mit ihrem Beruf vor; Bauer verläßt väterlichen herd, Bauernbursche steht als Taugenichts auf Kutsche; | ist nachteilig für Staat, da mit Liebe zu Beruf auch die zum Vaterland verbunden; Ggvorschlag: Ehrungen für Viehhirte, Pflüger usw.; "ich" kenne ganze Gemeinden in ÖS, die sich nicht selbst ernähren können.

Nr.43 31.5.1815

*deutscher Landwirt (263-267): wo Untertan an Körper und Seele verdorben, Straßen unfahrbar, da "Elend einheimisch"; dies nicht nur wg Krieg und "Verwirrungen des Zeitgeistes", auch "Gebrechen der öffentlichen Anstalten"; aber Sünde, in Staatsverfassung Quelle aller Krankheiten zu suchen; nur in Neuerung liegt nicht Heil des Staats; | Drei Quellen sinds, die ÖS in allen Stürmen bewährte und kein Feind zerstören konnte: a) "die in unserem Regentenhause rein bewahrte und von den Ahnherren durch alle Glieder vererbte Deutschheit" b) "Die Liebe zu unserem Regentenhause"; mögen Schulen unsere Geschichte lebendig darstellen; Aufzählung positiver Bsp: Gesellschaft bildender Künste, Verein adeliger Frauen, Museum Pest, | polytechnische Anstalt BOE usw; Wien soll mit einer gleichartigen Gesellschaft Mittelpunkt dieser Gesellschaften sein, die nicht vereinzelt stehen sollen. Dadurch werden verschiednen Völker sich näher kennenlernen, befreunden und "in ein Volksthum verschmelzen, ohne den ursprünglichen und die Originalität bewahrenden Volkscharakter zu opfern."
c) "die Fruchtbarkeit des Bodens und das gemäßigte Klima".
Lob der Ungelehrigkeit des Landmanns, der nicht Geld in Verbesserungen stecken konnte; viele meinten, daß Abschaffung der Brachen, Wechselwirtschaft, Koppellegung usw Ertrag steigern würde, ohne Rücksicht auf Verfassung, Betriebskapital und Arbeiter zu nehmen; man verschaffte sich Maschinen aus Ausland, viele liegen nun in Rumpelkammer; | nicht Landwirtschaften zu Hofwyl, Mögelin sind es, "die durch ihren Ertrag die Richtigkeit wissenschaftlich gegründeter Behandlung erweisen sollen", solange keine vollständigen Rechnungen vorliegen, kann nicht nachhaltige reine Gewinn anerkannt werden; Lob der DreifelderWIRT mit Brache. | Lob, daß es in ÖS Vaterländische Blätter gibt.
*Moralität NÖ (267-268) gg Bettelei
*STMK Empörung

Nr. 45 7.6.1815

*Menschen-Capital des mährischen Gouvernements. 276-278. aus der Moravia, nach Kreisen

Nr. 51 28.6.1815

*Moralität NÖ (316-317) Kriminaltaten


2.Bd

Nr.53 5.7.1815

Wer kann und soll vorzüglich Vaterlandsliebe erwecken? (323-326)
Es herrscht Eigennutz und Wucher; böser Feind seinem Kerker entsprungen, an Spitze FR, aufs neue droht Sklaverei; Nötig sind Religion, Erziehung und Vaterlandsliebe; | Abneigung gg Soldatenstand, man droht "minder guten Kindern" damit, als obs Strafe wäre; Tugend der Vaterlandsliebe muß erweckt auch geläutert werden, denn "fälschlich verstanden, zu Mißgriffen gegen andere Völker verleiten könnte"; "Denn sie soll nichts anders seyn, als das auf lebhaftes Wohlgefallen an dem Vaterlande gegründete Bestreben, die Wohlfahrt | jener Gemeinheit (Staates, Volkes) der wir durch Abstammung, Geburt, Erziehung, Sprache, Gewohnheit, empfangenen Schutz und durch Dankbarkeit zugewiesen sind, und unter deren Zeitung wir daher unsere Kräfte (unser Menschenthum *) (*) Die Endsylbe thum scheint einen Inbegriff wesentlicher Eigenschaften jenes Dinges auszudrücken, dessen Nahmen sie angehängt wird. So sagt man Heidenthum, Christenthum, Judenthum, Königsthum, Priesterthum verschieden von Priesterschaft); und so glaube ich auch Menschenthum in analoger Bedeutung sagen zu dürfen. am besten auszubilden im Stande sind, nach Vermögen zu befördern, ohne jedoch dadurch die Rechte anderer Völker zu beeinträchtigen." Va Seelsorger zur Erweckung geeignet; der Landmann nimmt "die Kanzelrede für Gottes Wort"; weiters: Schullehrer, "Diesen ist der Kinder leicht bewegliches Herz vertraut"; |

Nr.55 12.7.1815

Fortsetzung und Beschluß (339-342)
Lehrer an Gymnasien und höhern Lehranstalten: hier Zöglige für höhere Stände; | "Was jedoch dieser Lehrerclasse, wie leicht keiner andern, zum wirksamsten Hebel dient, das ist die Geschichte mit ihren zahlreichen Beyspielen der heißesten Vaterlandsliebe. Die edelsten Thaten verrichtend und dem Vaterlande Leben und Gut mit Freuden opfernd, gefeyert von der Mit- und Nachwelt einstimmigen Lobe, stehen jene Edlen Griechenlands und Roms, zu gleichen Thaten entflammend, vor des Jünglings feuriger Seele, ein Idol, das zur künftigen Nacheiferung reitzt." Privatlehrer; störend, daß so viele französische Erzieherinnen und Erzieher.
Magistrate, Grund und Kreisobrigkeiten: sollen ua Seelsorger und Lehrer ermutigen; patriotische Handlungen kundmachen, heimgekehrte Krieger öffentlich empfangen, Notwendigkeit der Steuern deutlich darstellen; | großen Ereignisse sollen verherrlicht werden, Befreiungstafe von Paris und Leipzig, Ehrentag Aspern

Nr.61 2.8.1815

Mitgliederwahl und Prämienvertheilung an der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien im Jahr 1815 (372 f.): FS Ehrenmitglied, auch Dietrichstein und Fürst v. Wittgenstein

Nr.64 12.8.1815

Eine neue Waschmaschine ( wäscht jede Art von Wäsche, eine Pers. bewältigt an dieser Masch. die Menge an Wäsche, wie bisher drei in der gewöhnl. Waschart der Mulde (Molter), braucht nur ein drittel der Seife, dampfdicht und damit nicht mehr so gesundheitsschädlich)

Nr.65

*Hauptnationen MAE Gedrängte Gesch. des Lycäums in Grätz (394 ff.)

Nr.66 19.8.1815

ad Convention zw. den Höfen Wiens, St. Petersburgs und Berlin üb. Galizien -- Empfindung eines alten Kränklings (399 ff.) Lyzäum II (405 ff.)

Nr.69

Verein zur Beförderung der Tonkunst in Böhmen (420 ff.)

Nr.71 6.9.1815

*Fußwanderung VUWW +Nr.73 Goetheehrung durch Leopoldsorden und Brief von Metternich (454)

Nr.73 13.9.1815

Schulwesen unter Franz I (459 ff.)

Nr.74 16.9.1815

*Sonderbares Zusammentreffen der Umstände. 487-488 (ist "Aufmacher"): Mord an jüdischen Schänker in SCL Teschner Kreis 12.1814 und weitere Kriminaltaten

Nr.75 20.9.1815

*Wilflin: Nekrolog Johann Jacob Rösler 1.8.1751-8.5.1815: (475) ca 1770-1772 auf Gut Werschowtz in Prag, dann wieder nach Prag; schrieb Darstellung der Industriesschulen BOE, die in Schlözers Staatsanzeigen 1787 aufgenommen wurden; 1787 als kk Kreisschulcommissär Königgrätzer Kreis angestellt, in Prüfungscommission der Aufnahmeprüfung zu diesen 1786 ausgeschriebenen Stellen war ua Riegger; in Rieggers Materialien ist Grenzkarte Bidschower und Königgrätzer Kreis seine Arbeit; in Rieggerschen Magazin für Statistik und Geschichte: Vgl über Population und Verbrechen, Charakteristik der BOE, | Moralität in BOE; Text der Skizzen einer stat Landeskunde Hg Riegger ist ganz sein Werk; Aufsätze in Rieggers Lieferungen für BOE: Bio Martinek v Zaluzan; Beitrag über Dechants Rösler Obstplantagen; in Almanache für Schulaufseher, Katecheten und Lehrer in BOE: ü Aufklärung des Volks, Schädlichkeit einzelnes Viehhüten, aritmetische Übungen, Bienenzucht Volksschulen; auch Aufsätze in Vaterländischen Blättern, merkantilistischen Annalen, Hesperung von ihm; 1797 wurde er Mitglied der oberlausizischen gelehrten Gesellschaft. 1810 Commerzienrat BOE, bald danach Mitglied BOE patriotisch-ökonomische Gesellschaft; | 10.7.1815
Schulwesen Fortsetzung und Beschluß (477 f.)

Nr.76

Erinnerung an früher verstorbene ungar. Mäcenen und Literatoren (479 ff): Bathyani Fortsetzung u. Beschluß (488 ff.): A. Cseresnyes, J. Szasz

Nr.77 27.9.1815

*Reise Gurktal KTN nach STMK

Nr.78 30.9.1815

*Gedicht von Joh Bapt Rupprecht auf Sternwarte Kremsmünster (493)
*Reise Gurktal KTN nach STMK Reisebeschreibung [viell. sprachl. als Demonstrationsobjekt romant. und nichtromant. Landschaftsbeschreibung interessant K. 495 ff.]

Nr.80 7.10.1815

Miscellen aus Wien (503 ff.): jede Menge Buchmarkt: J.S. Ersch: demnächst neue alphabetische Enzyklopädie aller Wissenschaften und Künste (Mitarbeiter u.a. Kopitar, Sartori), Weissenbach: Taschenbuch "Aglja", Sartori: "Mahlerisches Taschenbuch" und "Geo. v. Steyermark", "Meisterwerke dt. Dichter und Prosisten" bisher 7 Bde. (Bürger 1-2, Hölty 3, 4-5 Wieland, 6 Lessing, 7 Musäus Volksmärchen), Schillerrezeption in Ö. (Verl. Doll, Krammer, Bauer) -- "So häufig werden Schillers Werke in den österreichischen Staaten gelesen!", über die schlechte Qualität der Landschaftsdarstellungen der napoleonischen Exilinseln (Elba, St. Helena) im "Wanderer" Nr. 256,
*Dr. prim. med. J.N. Rust Mitbegründer der WALZ v. Sartori nunmehr unter dem "geist- und kraftvollen" M. v. Collin als Hrsg.
pittoresk, wild-romantisch, schön sind die Karparten (509 K.), trotzdem ist die Schilderung noch immer nicht romantisch! -Disk um Nachdruck

Nr.82 14.10.1815

*Bruchstücke aus Sartoris Gemälde NÖ 515-518: Beschreibung des Österreichers, Wieners, Bauern usw; ||| Zimmerböden in Dörfern oft aus Erde; Häuserzahl 1800, Bevzahl 1810 (auch Nr 86)

Nr.83

*Hochzeit Ehzg Carl

Nr.91 15.11.1815

*Kundmachung (565f) -gg Räuber Grasel: 4000 fl, | mit Personsbeschreibung (zu KK) -Beschreibung des Gesichts, Zähne; "Seine Kleidungsstücke können nicht angegeben werden, da er sie oft wechselt, und nach den Umständen und wie es ihm zu seinem Vorhaben passend scheint, ändert." Namen; "Er (..) ist sehr kühn, unternehmend, stark und gewandt;" liebt Frauenzimmer und Tanz; obwohl er weder lesen noch schreiben kann hat er "guten Kopf"
*Bemerkungen eines Landwirts (Erfahrungen aus Ackerbau) (569-572), von R***l

Nr.92 18.11.1815

*Urtheile des Auslandes über Wien und die Wiener ad Reisebericht Ch. Müllners über Ö (573 f.): viele Fehlurteile

Nr.94

Vo J. Drechsler: Generalbaß und Orgelspiel (587 f.)

Nr.95 29.11.1815

Kaiser Franz zum ersten Mal in Tyrol TIR (589 ff.)

Nr.97 6.12.1815

Fortsetzung und Beschluß (601 ff.) Sartori: Landeskunde, Ö. unter der Enns: Sprache (604-608) Campe nahm ÖS Begriff | zuwenig zu Kenntnis, dabei hier gute Bsp für Verdeutschungen; inkl. Wr. Idiotismen (K. 605 ff.)

Nr.98 9.12.1815

Fortsetzung Sartori: Beschäftigung (609 f.)

Nr.100 16.12.1815

*Nekrolog Fürst v Ligne

Nr.101 20.12.1815

Neujahrsgeschenke (425 ff.): ausländ. und inländ. Taschenbücher, Almanache u. Kalender; Billeten; die krit. Wertung derselben gehört in die WALZ

Nr.103 27.12.1815

Fortsetzung (637 ff.) -ua Penelope Taschenbuch für 1816, Aglaja (640)
*Erklärung der Redaction (643) bekan anonym Brief mit Aufsatz zugeschickt "Von einer sich oft anbiethenden Gelegenheit, sich ein dauerndes Verdienst um unser Vaterland zu stiften"; können kein Gebrauch machen, weil: gg Statuten VatBlö, anonyme Aufsätze aufzunehmen; und weil ÖS Regierung bewiesen hat, "daß sie ihre Staatsbürger keiner solchen Inquisition und Hausuntersuchung um schädliche Bücher zur Steuerung des Sittenverderbnisses aussetzen will, wie in dem Aufsatze vorgeschlagen wird."
*Geographische Bestimmungen in Österreich (Hg Sartori) (643f) (und Nr 104)


1816, 2 Bde.

Nr.1 3.1.1816

"Heil dem großen Kaiserreiche: Österreich! - Heil dem Nationalorgane desselben: den vaterländischen Blättern!" (1-3): ad 1815 und "corsikanischer Ruhestörer"; trotzdem gingen VatBlä "ruhig und anspruchslos" ihre Wege; trotz kleinlichen Klatschereien eines | Journals (Hesperus v Andre) gibts sie noch; nun "neue Sonne", Plan der ZS wird in Erinnerung gerufen; | Preis: Wien 20fl WW, außer 28 fl WW
*Verzeichnis des ZS In und Ausland (4f) -mit Preisen, unvollständif
Briefe aus Venedig (5 ff. u. f. Ausg.)

Nr.10 3.2.1816

*Hoffnungen 1816
*Blumenbach: neu berechneter Flächeninhalt NÖ

Nr.12 10.2.1816

*Vgl FR mit ÖS Maßsystem (70f) sachlich

Nr 13 14.2.1816

*Lombardei
*Dienststellen (inkl Kreisämter in Nr 15)

Nr.29 10.4.1816

*Maximilian I

Nr.33 24.4.1816

Göbl: Ideal einer Lehrkanzel für Staatsrechnungswissenschaft, nebst einigen Andeutungen über die Ursachen, warum bisher noch keine besteht (185 ff.)

Nr.18-26

falsch eingebunden

Nr.19 6.3.1816

*M.: ÖS Landwirt zu Schultes ü. Hofwyl (101-104) (LW, wird gg Urteil Schultes verteidigt) Nekrologe (107 f.): Prediger Samuel Roznay, ein trefflicher slawischer Philolog und Dichter, Samuel v. Decsy (Schriftsteller und Hrsg. v. Magyar Kurir)

Nr.21

Die ersten Tragsessel in Wien (K. 118 f.) inkl. Sesseltragerverordnung v.1782

Nr.22 16.3.1816

*Bev Brünn 1815

Nr.25

Zustand der ebräischen Lit. u. des ebräischen Buchhandels in Wien (137 ff.) (Juden)

Nr.26 30.3.1816

*Beschreibung MAE u SCL nach Konskriptionslisten 1815 (145-146)
*Rüge statistischer Angaben FR-Schriftsteller ü BOE (147)
*Viehstand MAE SCL

Nr.35 1.5.1816

*SBG
*"Wünsche zur Verschönerung Wiens" (201-204): Problem Fleischbuden, Gestank Fluß Wien, enge Passagen wo es wenig freien Luftzug gibt, manche Häuser gehören erbarmungslos abgerissen, auch damit Wägen schneller fahren können; Fortsetzung Nr.36 (205-208): es gibt noch ungepflasterte Plätze; öffentliche Beleuchtung ist musterhaft; unbegreiflich, daß Dachrinnen (Canäle um Dächer) fehlen; es gibt halbe Gassen, wo kein Haus im rechten Winkel gebaut ist; manche Straßennamen unpassend; Hausschilder zeigen starke Frömmigkeit, bei Wanderungen durch Wien und Vorstädte fand er u "51 Dreyfaltigkeiten, 32 Engel, 28 gute Hirten, 19 englische Grüße, 18 Fluchten in Ägypten" usw; "Es scheint mir nicht angemessen zu seyn, daß man solche ehrwürdige und heilige Nahmen an solche profane Gegenstände anknüpfet." (208)

Nr.37 8.5.1816

*Hagelversicherung

Nr.38 11.5.1816

*Rückblicke auf das Leben weil. Ihrer Majestät der Kaiserinn Maria Ludovica (217f) | "wahrhaft deutsche Frau"
*Hohler: Vorschlag Beförderung ÖS Buchhandel: für allg ÖS Bücherkatalog (218f) -Nachschrift Sartori: es gab Versuche dazu, diese gescheitert (vgl Nr.70/1816)

Nr.41 22.5.1816

Rede Kumars (österr. Geschichtsforscher) über den verst. Graf v. Herberstein (233 ff.-237)

Nr.43 29.5.1816

*D Bundesakte

Nr.44 1.6.1816

Über Beethovens "Wellingtons Sieg bei Vittoria" (255)
*Kalchberg (256)

Nr.45 5.6.1816

*Blick auf das repräsentative Geld ÖS

Nr.47 12.6.1816

Ausstellungskatalog der KW in der österr-kaiserl. Akademie der vereinigten bildenden Künste bei St. Anna 1816 (269 ff.)

Nr.48 15.6.1816

Papiergeldpatent v. Franz I. (277 ff.)

Nr. 49

Huldigungsfeierlichkeiten in Tyrol (281 ff.) Papiergeldpatent Fortsetzung (285 ff.)

Nr.50 22.6.1816

*Abwechslung der allg. Kleidung in Österreich unter der Enns, von den frühesten Zeiten bis in unsere Tage (289-290) "(Bey Gelegenheit der öffentlichen Debatten über Kleidertracht")
-"Taurier, ein wildes, Sarmatisches Volk, und die Coelen" sollen Land unter der Enns den Namen und die Kleidung gebracht haben, bis sie von Karl d Großen vertrieben wurden |
Papiergeldpatent Fortsetzung (289 ff.)

Nr.51

Papiergeldpatent Beschluß (299 f.)

Nr.52 29.6.1816

*Abwechslung der allg. Kleidung in Ö unter der Enns Fortsetzung (305-302) (auch Nr.53,54)

Nr.53 3.7.1816

*Umfang/Größe TIR VBG
*Geburten/Trauungen Sterbfälle Hermanstadt 1815

Nr.55

*Gebirge STMK

Nr.56 13.7.1816

*Rez.Benigi v Mildenberg: Statistische Skizze SIE Militärgenze
*"Unglückliches Ereigniß": Schiffsunglück in Wien (327)
*Baden: Feuer, eingestürzte eiserne Brücke Statue des Ilioneus (325 f.)

Nr.57

*Mitterdorfer: Die enge Gurk in KTN Joseph Mitterndorfer: Die enge Gurk in Kärnthen (K. 329 ff.)

Nr.58 20.7.1816

*Größe, Einwohner ÖS Kaiserstaat
*Feuer Trautenau

Nr.59 24.7.1816

*Benediktikerstift Lambach
*Miscellen (347): Errichtung von Schulen in Tarnopol, Erlaubnis für Freistadt Güns Viemarkt jeden Mittwoch zu halten zur Beförderung Viehhandel an UNG-Grenze; Ifflandmonumentbeiträge in Wien wesentlich höher als in Berlin od. Hamburg (347 f.)

Nr.60

*Blumenbach: Innkreis (OÖ)
*Neueinteilung Görzer Kreis

Nr.65

*Höhenmessungen NÖ
*Miscellen: ua: Häcker möchte protestantische Schule in Wien errichten

Nr.66

*Alte Schlösser bei Baden
*Vorschlag Einteilung NÖ in 5 statt 4 Kreise

Nr.67

*Marchfluß

Nr.69 28.8.1816

*Johann Georg Megerle von Mühlfeld: Was that die österreichische Staatsverwaltung während eines Zeitraums von mehr als einem halben Jahrhunderte für das Emporbringen und die möglichste Verbreitung der Obstcultur (401-405)
Gesellschaft patriot. Kunstfreunde in Prag (405 ff.) v. Wilfling

Nr.70 31.8.1816

*Johann Georg Megerle von Mühlfeld: Über die Möglichkeit der fortwährenden Herausgabe eines vollständigen österreichischen Bücher-Katalogs. 409-411.
Verweis auf Hohler-Vorschlag und Sartori-Pessismismus; nach Megerele schuld an Nichtvorhandensein ist "der unter unsern Buchhändlern vorherrschenden Indolenz gegen ihre eigenen Consorten und gegen das literarische Publicum"; solange Buchhändler nur ihre Verlagsartikeln anpreisen und nicht die der anderen Verlage, wirds mißlingen; | Realisierung könnte alleine Sartori mahen; als Vorsteher des NÖ Bücher-Revisionsamt müssen ihm notwendig alle zum Druck zugelassenen Manuskripte zu Hand kommen; monatlich gibts auf Staatskosten Verzeichnisse für Zensurbehörde; von anderen Provinzen ließen sich zumindest Abschriften besorgen; Buchhändler könnten so Geld sparen: "sie würden auch die nicht minder Geld- und Papier-Aufwand erheischenden, gegenwärtig so sehr beliebten Affigen *) an den Straßenecken ersparen, und dennoch ihre Werke auf eine zweckmäßigere, | dauerhaftere und fruchtbarere Weise bekannt gemacht wissen" (410, Anm *) "Wenn man annimmt, daß täglich sechs verschiedene literarische Ankündigungen an 50 der besuchtesten Gassenecken Wiens affigiret werden; so beträgt die täglich den Senftenträgern, Höckerweibern, Laternen-Anzündern und Gassenjungen Preis gegebene Papier-Quantität im Verlaufe eines Jahrs, nur allein in der Haupt- und Residenzstadt Wien 100,500 Bogen oder 210 Riß; wie viel erst in dem ganzen Umfange der Monarchie?"
*Jährliche Weinerzeugung ÖS Kaiserstaat

Nr.71

*Werbbezirke MAE SCL 1815

Nr.73

Selbstbio. v. C. L. v. Woltmann (Geschichtsschreiber und Fortsetzer v. Schillers 30 jährigem Kriege) 425 ff.; Fortsetzung (433 ff.) ; Fortsetzung (439 ff.) (440 zu Schlözer) Woltmann (450 ff.) Fortsetzung (458 ff.) Fortsetzung (465 ff.) Fortsetzung (469 ff.); Woltmann (491 f.) Woltmann (500 ff.) Beschluß
*Seen OÖ (Attersee) (430-432,435-436,441-444)

Nr.75

*Straßenlaternen Linz

Nr.76 21.9.1816

*Neueste Wr. Ausgaben dt. Schriftsteller (445 ff.): Goethes Werke 2 v. gepl. 20 Bde. (Strauß), Schillers sämtl. Werke 26 Bde. (Doll), Bibliothek hist. Classiker aller Nationen k. Bd.angabe (Franz Härter), Bildungsbibliothek für Nichtstudierende 9 Bde. (Funke)
*Pezzl 4.A. Beschreibung Wien Denkmünze auf die Rückkehr d. Kaisers (447)

Nr.77 25.9.1816

*Bartsch, Konrad: Über Schreibart in Geschäften (Geschäftsstil) (449-450,Nr.79 2.10.1816: 461-465): Anführung von Fehlern: zb Fl für Gulden, Juny und July statt Juni und Juli, (461) ||| Weibliche Endungen bei Familiennamen nicht nötig

Nr.82 12.10.1816

Ersch-Enzyklopädie (483 f.) Mitarbeiterzusicherung u.a. Hammer, Hormayr

Nr.83 16.10.1816

*Nötigkeit abgesonderter Schulen für Knaben Mädchen, insbes in Wien (frühes Erwachen Geschlechtstrieb; Landmann vermischt seine verschiedenen Arten Hausthiere ja auch nicht)

Nr.84

*Hromadkos Vergütungs/Versicherungsanstalt

Nr.85

*Eisenstadt

Nr.87

*Geographisch-statistische Beschreibung Werbbezirk Wullroß KTN

Nr.89 6.11.1816

*Historische und kritische Andeutungen über die Literatur des österreichischen Kaiserstaates in den Jahren 1815 und 1816. 521-526.
"So wie in der neuern europäischen Geschichte (521) die Herrschaft des Geistes die Übermacht behauptet, so ringt jedes Volk mehr oder minder nach dem höchsten Grade geistiger Ausbildung und Veredlung. Die neuesten Zeitereignisse haben bewiesen, wie gewaltig der nächstes Wort gesperrt innere Trieb, wie mächtig nächstes Wort gesperrt moralische Triebfedern auf die Schicksale der Nationen einwirken, und wenn diese deßhalb nach dem höchsten Grade geistiger Thätigkeit hinstreben, so ist es die heiligste Pflicht der Regierung, die freye Entwickelung aller Geistesanlagen zu befördern. Für den unbefangenen Beobachter ist das Streben eines Volkes nach Erweiterung seiner Kenntnisse ebenso erfreulich, als die Nation dadurch an Selbstvertrauen und nützlicher Anwendung seiner Fähigkeiten gewinnt, wenn es mit den Männern und ihren Werken näher bekannt wird, die für ihre Bildung zu ihrem Ruhme arbeiten, und auf die es allerdings stolz zu seyn Ursache hat.
Es gab eine Zeit, wo das nördliche Deutschland mit selbstgefälliger Miene auf uns herab sah, und den Österreichern ihre wohlbesetzten Tafeln vorwarf. Wah sic, "r" fehlt wohl ist es, wir haben spät uns zu bilden angefangen, und sind langsam, oft wesentlich unterbrochen, fortgeschritten. Indessen schob das vorschnell aburtheilende Ausland gar manches auf Rechnung des Volkstalentes, was äußern oder innern Einwirkungen, nur nicht der Bildungsfähigkeit der Nation zugerechnet werden muß. Was kann der Österreicher dafür, wenn ihm ein heiterer Himmel, ein fruchtbringender Boden lacht, wenn ihn die Heiterkeit seines Gemüthes die Menge der herrlichen Gaben mit scherzendem Frohsinne verzehren läßt, wenn er, im Schooße eines reichen Landes geboren, unter weisen Gesetzen väterlich gesinnter Fürsten ruhig und froh lebend, die literarische Betriebsamkeit nicht zum Handwerke herabwürdigt, wenn er das stille Bewußtsein edler Kraftanstrengung, den geistigen Genuß des Hervorbringens gewöhnlich seinen einzigen Lohn seyn läßt? Nicht zu läugnen ist es freylich, daß hierbey so vieles Gute unbesprochen, und oft sogar die Verfügungen der Regierung für das Emporblühen der Wissenschaften und Künste unbekannt blieben; indessen wurzelten und keimten die Wissenschaften bey uns schon vorlängst im Stillen, Österreich sah große Männer in seinem Staate, und nicht bloß Gutmüthigkeit und Redlichkeit, nicht bloß lebenslustiger Witz, sondern auch gründlicher Verstand, Forschbegierde, | (522) Erfindungsgeist und Geschick zu den Geschäften des Lebens ist den Österreichern, so gut wie den übrigen Deutschen, zu Theil geworden. Wenn man auch die aufstrebende Cultur unter Josephs Regierung nur eine Treibhauspflanze nennen wollte, so wird der unbefangene Blick doch seit dem Anfange dieses Jahrhunderts ein merkliches Weiterschreiten in dem österreichischen Volke bemerkt haben. Weit entfernt, daß die Literatur in Österreich ihr Daseyn in der brotbringenden Betriebsamkeit suchen müßte, ist sie vielmehr der nächstes Wort gesperrt lautere Ausfluß des geistigen Lebens, die werkthätige Gestaltung innerer nach außen strebender Thätigkeit, und so bedarf es keiner weiteren Voraussetzung, wenn wir hier eine historisch-kritische Übersicht der Literatur des österreichischen Kaiserthums in den Jahren 1815 und 1816 liefern."
Theologie: Frint, Med., Jurisprudenz

Nr.90 9.11.1816

Blumenbach: Aglaja. Taschenbuch für das Jahr 1817 v. Wallishauser (529 f.): als Muster für TB entfohlen, Pichler, Treitschke etc.
*Hist. und krit. Andeutungen üb. die Lit. des österr. Kaiserstaates in den Jahren 1815 u. 1816, Fortsetzung (530-532): "Geschichte.
Wenn die mächtigen Verdienste der österreichischen Regenten im Dunkeln der Archive verborgen liegen, wenn die Großthaten österreichischer Helden und Staatsmänner nicht zum Ruhme des Vaterlandes von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt werden, wenn die Funken himmlischen Geistes der Wissenschaft und Kunst unserer Altvordern in unrühmlicher Vergessenheit modern und ihr Thatenschimmer nicht die Nachkommen erleuchtet, so wendet sich Clio mit trauerndem Antlitze von einem Anblicke weg, wo Carl IV., Maximilian, Carl V., Friedrich, Joseph nicht als Sterne erster Größe verherrlicht, wi die Schwarzenberge, Lichtensteine, Starhemberge, Esterhazy, Zriny, Huniady, Freundsberge, Salm, Daun, Trautmannsdorfe u.s.w. nicht als Gestalten höherer Welten erscheinen. Noch hat in Österreichs Fluren nicht der Geist eines Thucidides oder Plutarch geweht, noch zählt unser Vaterland keinen Hume oder Miller, und wenn nicht in neuern Zeiten vielleicht einzig der Freyherr von Hormayr, der geliebte Zögling und glückliche Nachbilder der Gestalten des Geschichtsschreibers der Schweitz, im Auslande gefeyert wird, so muß man die Ursache nicht in dem unfruchtbaren Boden Österreichs, sondern in der noch nicht genugsam lebendigen, das Leben plastisch nachbildenden Bearbeitung der Geschichte suchen. Die Geschichte des österreichischen Staatenvereins ist ein ungeheures Aggregat der verschiedenartigsten Materien. Land, Volk, Sitten, Religion und Cultur erfordern eine umfassendere Kenntniß und Sichtung der Quellen, und Vorarbeiten, wie sie weder England noch die Schweiz bedurfte. Dieses ist und kann nicht das Werk eines einzelnen Mannes seyn. Dennoch ist sie zur Geschichte so nothwendig, als der Boden zu Ackerbau, als das Wasser zur Schifffahrt. Dieses Studium der Quellen ist uns also vonnöthen, wenn wir einst hoffen wollen, der Historie ein vaterländisches Sühnopfer zu zollen, und wenn ein Land gegründete Ansprüche hierauf hat, dass sich nächste sechs Wörter gesperrt gelehrter und fleißiger, kritisch sammelnder Quellenforscher rühmen kann, so ist es nächstes Wort gesperrt Österreich, wo nicht bloß Gelehrte, sondern selbst kaiserliche Prinzen *) der Kunde der Vorwelt ihre Bemühungen weihen! "*) Man erinnere sich an die Preisfrage Sr. k. Hoheit des Erzherzogs Johann über die Geschichte Innerösterreichs." Wenn wir nun bisher eine Universalgeschichte unseres Kaiserstaates entbehren müssen, wenn in Ermanglung dieser selbst die Fortsetzung der Geschichte Millots von Hormayrs Meisterhand ein frommer Wunsch zu bleiben scheint, da dieser zum Historiographen Österreichs berufen, ganz andere Erwartungen aufregt, so haben doch einzelne Provinzen Erzeugnisse aufzuweisen, die von dem Reichthume und der Denkwürdigkeit österreichischer Geschichten so wie von der ungeheuren Erudition und dem historischen Fleiße ihrer Urheber zeugen.": | ua Hammers Osmanischen Reichs Staatsverfassung.

Nr.91 13.11.1816

Fortsetzung 533-539: Schlegels Vo Geschichte Literatur in Druck: origineller Kopf, "etwas mystische Einkleidung" der durchaus guten Ausführungen (v.a. Litgesch. des MA), Philosophie
"Herr Legations-Rath Friedr Schlegel"; Woltmann: HI BOE; (533) | Schneller: HI ÖS Kaiserstaat, 1.Teil: UNG: ambivalent eingeschätzt; Franz Kurz; | Czösch: EUs Umwälzungskrieg durch FR; Wartinger: HI STMK || Philosophie: positiver Bezug auf Kant; Fichte, Schelling
Fortsetzung (541 ff.): Naturkunde
Fortsetzung (545 ff.): Technologie
Fortsetzung (553 ff.) Technologie

Nr.95 27.11.1816

*Wirtschafts-Direktor Eißl in Ernstbrunn: Neuentdecktes alterthümliches Denkmahl in Österreich, wahrscheinlich aus den Zeiten der Nibelungen. 557-560: Ernstbrunn, 1.11.1816, Brief an Redakteur: Freund "W..." Ökonomiedirektor von grafen Sch... zu Sch... wies auf Kirche Schöngrabern und deren Figuren hin; bei Geschäftsreise in Gegend schaute Eißl diese an; ||| (560) dieser Fund ist "aus jenem Zeitalter, das die Wiege unseres Segen ist, (ich meine jenes der Babenberger in Österreich)"; "Alles, was uns in Hinsicht der Kunst aus jenen Zeiten vorgelegt wird, ist gothischen Ursprungs, oder wenigstens gothischen Geschmacks. Deutsche, eigenthümlich deutsche Kunstwerke der Art sind mir nicht bekanntm und dürften selbst bey einem regeren Forschungsgeiste, und volksthümlicheren Kunstsinne nicht in großer Anzahl aufgefunden werden, da Unwissenheit in früheren, und ein moderner Vandalism in neuern Zeiten diese Erbtheile unserer Vorältern umstaltete, oder zerstörte."; hat Anzeige des Funds dem Fürsten S. mitgeteilt; "Ich theile Ihnen dieses alles so umständlich mit, damit auch Sie mit mir die Freude, und durch Ihre Wallfahrt nach Schöngrabern den Genuß theilen, und seiner Zeit die von einem Steinbüchler, v. Hagen, Schlegel u.s.w. zu machende Erklärung dieser Bilder mit mittheilen."
*Hist. und krit. Andeutungen üb. die Lit. des österr. Kaiserstaates in den Jahren 1815 u. 1816, Fortsetzung (560-564): Ökonomie; |||
Länderkunde (Statistik) (563): Verweis auf Klosterchroniken, die wichtige Beiträge lieferten; "aber damahls, als diese Koryphäen der Literatur jener Jahrhunderte schrieben, waren manche Erfahrungskenntnisse noch nicht nach einer wissenschaftlichen Form bearbeitet. Vorzüglich die Statistik wurde erst mit der Hälfte des achtzehnten Seculums in ein System gebracht, und durch eine logisch richtige Bestimmung ihrer Wesenheit zum Range einer Wissenschaft erhoben. Obwohl einige Gelehrte in dem letzten Viertel des siebenzehnten und im ersten des achtzehnten in diesem Fache nicht ohne Ruhm gearbeitet haben, so hat sich doch nur erst der originelle Professor Achenwall zu Göttingen das Verdienst erworben, den zerstreuten Materien eine scientifische Form zu geben, eine Menge von heterogenen, aber zum gegebenen Zwecke unentbehrliche Daten unter einem Gesichtspuncte zu vereinen, und diese Date in Ordnung in ein geschlossenes System zu bringen, wodurch diese Wissenschaft eine wichtige Gehülfinn der Regierungskunst wurde.
Da diese Wissenschaft vor Achenwall noch so mangelhaft war, so läßt es sich vermuthen, daß erst dieser verdienstvolle Gelehrte eine bestimmte und erschöpfende Erklärung ihrer Wesenheit festsetzte, die einen Grundsatz aufstellte, auf Vollständigkeit hinwies, und allen unzweckmäßigen Überfluß abschnitt. Außer dem allgemein geachteten Schlözer sind alle seine Nachfolger z. B. Toze, Curtius, Remer, Lüder und Sprengel hierin von ihm abgewichen, und zwar mit Unrecht wie es scheint, da Achenwalls Definition noch immer die deutlichste, die bestimmteste, die fruchtbarste ist, wenn er sehr einfach sagt: 'Statistik eines Landes und Volkes, ist der Inbegriff seiner Staatsmerkwürdigkeiten.' Mit mehreren und anderen Worten heißt dieß wohl nichts weiter, als 'Statistik sey eine Darstellung jener Grundsätze, nach welchen das besondere Staatsinteresse eines Landes, das in der Kenntniß und als eine Folge derselben, in der Anwendung der schicklichsten Mittel zur wahren gemeinschaftlichen Glückseligkeit eines Staates beruht, wirklich befördert werden könne.' Man sieht daraus, daß Wahrheit die erste und unerläßlichste Eigenschaft einer Statistik seyn müsse; dennoch kann man sich selbst in unsern Tagen so selten auf die Authenticität statistischer Angaben verlassen, da die Schriftsteller bey der auch jetzt noch herrschenden Publicitätsscheue vieler Regierungen keine officielle Data zur Verarbeitung erhalten können, und sich daher, um doch etwas zu sagen, mit Angaben, die a priori auscalculirt wurden, behelfen müssen. So kamen von jeher die gröbsten Unwahrheiten in's Publicum, und der Mißbrauch der Wissenschaft drohte ihr selbst gefährlich zu werden.
Der Statistiker muß
I) Die Hauptdata aus den Händen der Regierung zu erhalten suchen, ist er dennoch wegen echter officieller Nachrichten in Noth, so muß er die ihm fehlenden aus Reisebeschreibungen, Journalen und Zeitungen zusammen suchen, dabey aber nie vergessen, | (564) sich mit der Angabe seiner Quellen vor der Kritik zu verwahren, da der Werth solcher Daten leider nur zu bekannt ist. -
Der Statistiker muß
2) wohl bedenken, daß selbst Date, die auf Veranlassung und unter der Autorität der Refierung gesammelt wurden, oft unrichtig seyn können: wie es häufig der Fall ist, wenn Ungeschicklichkeit, Nachlässigkeit, oder gar Vorsatz jener Beamten, welche die ersten Berichte zu erstatten haben, mit in's Spiel kommen. Verkehrte Ansichten verursachen ferner, daß der Statistiker
3) etwas für eine Staatsmerkwürdigkeit hält, und als solche aufzählt, was es gerade nicht ist, und umgekehrt.
4) Die Wichtigkeit mancher statistischen Angabe fällt manches Mahl nicht gleich in die Augen, und muß erst durch Combination gefunden werden; hier muß sich der statistische Schriftsteller als Statistiker! zeigen. Gleicher Fall tritt ein, wenn
5) die Erheblichkeit manches Beytrages nur erst durch Summierung einleuchtend gemacht werden kann, und die Angabe also Gefahr läuft, übersehen zu werden. Eben so kann
6) manches nur unter gewissen Zeiten und Umständen, oder 7) in einem gewissen Lande oder Districte Staatsmerkwürdigkeit seyn, was es anderswo nicht ist.
Alle diese bey einer guten Statistik nothwendigen Rücksichten legen dem Schriftsteller die Nothwendigkeit auf, gleich dem Historiographen den Werth seiner Quellen mit gründlicher Kritik zu prüfen. So wie der Geschichtsschreiber hat ebenfalls der Statistiker seine bestimmten Quellen, woraus er für sein Werk schöpfen kann, und diese sind
a) Urkunden; hierher gehören Grundverträge zwischen Regenten und Völkern, Friedens-, Gränz-, Handels- und Allianztractate, Landesverordnungen über alle Theile der Staatsverwaltung, Berichte der Landescollegien u. s. w.
b) Staatsschriften; wie Staatskalender, Schematismen, Intelligenzblätter, Deductionen, selbst Artikel aus der Hofzeitung tc.
c) Landesschriften; jedes besitzt gewiß einen Vorrath von gedruckten Materialien, die dem sammelnden Statistiker gute Beyträge werden können, und wenigstens der Regel nach das giltigste Vorurtheil richtiger Angaben für sich haben.
d) Reisebeschreibungen; worunter zum Gegensatze von Landesschriften, die von Einheimischen herrühren, alles gezählt werden kann, was Autoren von einem Lande schreiben, das nicht ihr Vaterland ist. Die besonders in unsern Zeiten eingerissene Manier für Reisebeschreibungen soll uns mit Grunde mißtrauisch machen gegen diese oft so leichtfertigen und schnöden Angaben statistischer Libertins, und nicht nur die strengste Kritik kann einige derselben für den Statistiker brauchbar machen.
Gleiche Vorsicht ist endlich
e) bey den Zeitschriften nöthig, bey denen seyen sie eigentliche Zeitungen oder Journale oder andere periodische Schriften, die gewöhnlichen Gemeinplätze, Tiraden und andere Umstände, wozu vorzüglich der Werth der Correspondenten, der Geist des Redacteurs und die Censur-Verhältnisse gehören, berücksichtigt werden müssen."

Nr.96 30.11.1816

Fortsetzung zu Statistik (565-568)
"Da diese fünf Quellen (565) doch immer ihre Nahrung am richtigsten aus den Papieren der Staatsverwaltung erhalten können, so ergibt sich von selbst die Folge, daß nur die Regierung allein mittelbar oder unmittelbar eine gute allen Forderungen der Kritik genugthuende und dem Zweck entsprechende Statistik zu liefern vermöge.
Setzen wir nun den Fall, daß es einer Regierung ernstlich daran gelegen sey, richtige übereinstimmende und vollständige Data zu einer Statistik ihres Landes zu erhalten, so kommt es hauptsächlich auf die Art und Weise an, wie diese Materialien abgefordert werden sollten? Die fragende Form ist wegen der mächtigen Verschiedenheit der Geistesfähigkeiten, Kenntnisse und Ansichten aller Beantwortenden sicher nicht die zulänglichste, mehrere Staaten und selbst die österreichische Monarchie mit ihren Conscriptionslisten haben hingegen die tabellarische Form am anwendbarsten gefunden. Auch in dem leider zurückgetretenen patriotischen Tagblatte wurde eine Aufforderung zur Verfertigung möglichst vollkommener, statistischer Tabellenformulare niedergelegt.
Allein man mag die Schwierigkeit des Unternehmens wohl gefühlt haben, da von keienr Seite sich eine Nachricht von der Realisierung dieses Vorschlages hören ließ. Selbst Se. königl. Hoheit der Erzherzog Carl werden sich in den Berichten der Staatsgüter-Verwaltungen bey Gelegenheit der vortrefflichen Verfügung der Güterberschreibungen überzeugt haben, wie wenig Zuverlässigkeit, Gleichförmigkeit und erschöpfende Vollständigkeit man durch fragende Instructionen erzwecken konnte, und die Bekanntmachung jener verdienstvollen Staatsbeamten im patriotischen Tageblatte, die dem Sinne jener Fragen am meisten entsprochen hatten, bewies hinlänglich, auf welch kleine Zahl von Individuen, die in den Geist solcher Fragen eindringen können und wollen, man Rechnung machen dürfte. Besser vielleicht sind Se. kais. Hoheit der Erzherzog Johann mit Höchstihren Fragentwürfen zum Behuf einer physikalisch-statistischen Landesbeschreibung der Steyermark daran gewesen. Aber dieser gelehrte Prinz, der die Steyermark wie die Gemächer seiner Appartements kennt, mag wohl, durch Privatkenntnisse geleitet, sich oft den Mann für die Sache ausersehen haben. | (566)
Eben diese Abforderung der Güterbeschreibungen ist ein schöner Beweis des Werthes unserer Wissenschaft, die bey gehöriger Würdigung für so hohe Zwecke erreichen kann. Schon die Definition derselben zeigt, was ihr Wirkungskreis sey. Sie ist das erste Hülfsmittel des Regenten, sein Volk glücklich zu machen. Kann es einen erhabeneren Standpunct geben? Nur dann erst, wenn der Herrscher sein Volk und sein Land kennt, wenn er die Bedürfnisse beyder weiß, kann seine Regierungskunst die tauglichsten Mittel wählen, wie er jenes leiten und diese befriedigen kann. Aber kennen lehrt den Fürsten sein Volk und dessen Bedürfnisse - die Statistik! Es mag daher eines der ersten Geschäfte des Regenten seyn, sich genaue Kenntnisse von dem Lande eigen zu machen, das sein Wohl in seine Hände gelegt. Das Beyspiel großer Staatsmänner spricht für diese Behauptung. Herzberg war gewiß mit dem Gegenstande jener Rede vertraut, die er im Jahre 1782 bey der Akademie der Wissenschaften in Berlin über die innerliche Stärke der Staaten und ihre verhältnismäßige Macht gegen einander in französischer Sprache hielt. Und selbst Anstalten früherer Jahre in Frankreich erhoben die Bearbeitung der Statistik zu einer wahren Regierungs-Angelegenheit, Statthalter von 108 Provinzen, jede 2 bis 400,000 Menschen stark, schickten Statistiken ihrer Präfecturen an die Regierung ein, welche eine aus 42 Gelehrten in Paris bestehende Societé de statistique verarbeitete. Ihr beständiger Secretär, Mr. Ballois, redigirte zu diesem Zwecke ein Journal, das unter folgendem Titel erschien: Annales de statistique ou Journal général d'Economie politique industrielle, et commercielle, de Geographie et Historie naturelle, d'Agriculture, de Physique, de Hygiéne et de Litterature. Die Bestimmung ihres Wirkungskreises zeigte, wie sehr sich die Franzosen umfassende Länderkenntnisse angelegen seyn ließen. Sie sagen: 'Annales de statistique sind un ouvrage speciellement destiné a presenter le tableau réel de la France, sous le rapport de l'étendue et de la division du territorie, de la population des productions des trois regnes de la nature de'état de la literature des sciences et des arts; de l'industrie, du commerce, et de ses moyens de la navigation marchande des revenues de l'état, des surces de terre et de Mer erc.' sic
Es ist aber in vielen Fällen sehr nützlich, daß eine wohlgeordnete Statistik auch ein Gegenstand der Publicität werde. Man hat Beyspiele, wie oft die übel berechnete Verheimlichung statistischer Daten einem Lande geschadet hat. Noch in unsern Zeiten haben die unter dem letzten Erzbischof als Staatsgeheimnisse zurückgehaltenen Angaben von dem Flächeninhalte der Volksmenge und der Staatseinkünfte dem armen Salzburger Lande eine tiefe Wunde geschlagen, statistische Schriftsteller mußten sich aus Mangel officieller Daten an Quellen halten, die, wie man es zu spät erfuhr, höchst unlauter gewesen sind, es kamen von diesem Lande statistische Angaben in's Publicum, die, nach Muthmassungen construirt, weit übertrieben waren, französische Journalisten schrieben mit ihrem gewöhnlichen Leichtsinne und Sorglosigkeit diese irrigen Angaben nach, die dann von den in Salzburg eingerückten Franzosen zum Maßstabe ihrer Contributions-Auflegung genommen wurden, bis endlich der verdienstvolle Hr. Hofkanzler, Reichsfreyherr von Bleul, den französischen Agent des Contributions, Mr. le Tissier, aus Original-Documenten überzeugte, daß der Flächeninhalt des Landes Salzburg nicht, wie es allgemein hieß, 241, sondern höchstens 180 [] Meilen, die Volksmenge nicht 250,000 oder gar 280,000, sondern nur 194,000 Menschen, die Einkünfte der Salinen nicht, wie das Journal de Paris schrieb, 1,860,000 Fr., und die sämmtlichen Staats-Revenüen von Salzburg nicht 4,000,000 Fr. wie es im Journal des Defenseurs de la patrie stand, sondern 908,751 Fr. 49 2/5 kr. betrügen.
Man mag indessen hier und da wohl Ursachen haben, zu verhüten, daß gewisse statistische Gegenstände nicht bekannt werden sollen, allein man fühlt bey dieser Betrachtung tief, was der vortreffliche Schlözer in diesem Bezuge sagt: 'Offene, Jahr aus Jahr ein fortgesetzte Statistik ist, so wie das Barometer der bürgerlichen Freyheit, also auch die unverdächtigste und urkundliche Lobrede auf eine weise Regierung. Unzähliges Gutes im Lande ist ihr Werk: der Bürger erfährt es nun actenmäßig und in Zahlen, wie die Menschen wachsen, wie sich die Exporten mehren und die Anzahl der groben Verbrechen, folglich auch die Todesstrafen abnehmen u.s.w., welch süße Belohnung für Regenten! Diese fangen daher an, sich aus den Jahresberichten über ihre Reiche ein Studium zu machen, sie lernen sie gar auswendig.' 'So viel ist's noch nie | gwesen,' (567) sagte einst Friedrich der Einzige, auf den ersten Blick, als er in seiner Kirchenliste die Summer aller Gebornen seines Reiches übersah tc.
So wie die Statistik mehr bekannt zu werden anfing, ward auch ihr Nutzen einleuchtender, und mehrere Regenten ließen sich's angelegen seyn, derselben an den hohen Schulen ihrer Länder einen angemessenen Platz anzuweisen. Wenn die Statistik in der Folge das nicht leistete, was man sich von ihr versprach, so war dieß weder die Schuld dieser Wissenschaft selbst, noch jene des Regenten, dessen Errichtung statistischer Lehrstühle gewiß eine edle hohe Absicht zum Grunde hatte, und dem es wohl nicht zugemuthet werden kann, daß er den Controlleur des Professors der Statistik mache.
Selbst die österreichische Regierung gab hierin ein erhabenes Beyspiel der Würdigung dieser Wissenschaft mit der Einführung eines Professors der Statistik an der Wiener-Universität- Wenn auch de Luca nicht, von dem Geiste eines Schlözer beseelt, die Statistik in seinen Vorlesungen und Schreiften keineswegs zur Tendenz einer wahren Wissenschaft erhoben hatte, so kann es dennoch nicht geläugnet werden, daß sich dieser thätige Gelehrte rastlose Sammlungen statistischer Daten viele Verdienste um die künftige Statistik der österreichischen Monarchie erworben habe. Aber sein Nachfolger, Hr. Dr. Zizius, zeigte in seiner theoretischen Vorbereitung und Einleitung zur Statistik, daß er in die Wesenheit seiner Wissenschaft tief eingedrungen sey, und daß es demselben nur an Muße gebricht, um durch ihre Anwendung auf Österreich sich und das Land berühmt zu machen.
Nur der Freyherr von Liechtenstern, der sich in geographischer und statistischer Hinsicht schon so viele Verdienste um die österreichische Monarchie erworben hat, lieferte von Zeit zu Zeit Beyträge zur Geschichte Österreichs, deren Werth erst derjenige ganz fühlen wird, der einst das große Amt übernimmt, uns eine dem Zeitbedarf gemäße General-Statistik des österreichischen Kaiserthums zu liefern. Auch Böhmen BOE und Siebenbürgen SIE haben durch die Bemühungen des trefflichen Rieger Riegger und Ballmann schätzenswerthe Materialien zu einer Statistik dieser Länder vorräthig; aber Ungern allein kann sich rühmen, eine General-Statistik seines Reiches durch die thätige Gelehrsamkeit des Hrn. Professors v. Schwartner zu besitzen. Zwar gab in dieser Hinsicht Hr. Rohrer Völkerbeschreibungen der österreichischen Monarchie heraus, die, obschon sie nur Compilationen sind, immer brauchbare Materialien bleiben, so lange wir nichts Besseres aufzuweisen haben; auch erschien früher schon ein statistisches Gemählde der österreichischen Monarchie von Andreas Demian, und später seine statistische Darstellung, allein beyde seiner Werke verriethen nicht nur allen weinige Kenntniß der Wesenheit und des Zwecks der Statistik, sondern konnten auch bey der Menge höchst unrichtiger Angaben und anderer Mängel nur auf äußerst geringen Werth Anspruch machen.
Endlich trat Biesinger mit seiner General-Statistik des österreichischen Kaiserthumes hervor, die einem schon lange gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen bestimmt war. Der erste Theil ist im Jahre 1807 erschienen, und wenn nach 10 Jahren der dritte und letzte Band erscheint, so ist der erste schon wieder statt statistische Wahrheit - statistische Unwahrheit. Indessen ist dieses Werk des Hrn. Professirs Biesinger eine in ihren Verhältnissen consequente wohldurchdachte Arbeit, und verdient wärmere patriotische Theilnahme, als sie erhalten zu haben schien."
-Werke nun: Liechtenstern, Grundlinien Statistik ÖS Kaisertum, Gerold: bisher nur wenige Bogen davon erschienen, wird wohl von Ideen der Vorlesungen Liechtensterns an Uni Wien 1815/16 durchdrungen sein; davon teilen wir mit: "'Für den gegenwärtigen Zweck: das Individuum mit der Idee vergleichend zu produciren, kommt es zunächst darauf an, die vorzüglichsten statistischen Hauptmomente: der Entstehung und Ausbildung des Staatsgebiethes - seines mathematisch-physischen Zustandes - die anthropographischen, ethnographischen und Cultursverhältnisse seiner Einwohner - die Art der politischen Organisation des Ganzen mit dem Formellen ihrer Wirksamkeit im Zusammenhange historisch und wissenschaftlich consternirt darzustellen, um zum Schlusse des Ganzen, die Staatsanstalten und gelehrten Bemühungen anzudeuten und kritisch zu beleuchten, welche zur nähern Kenntniß | (568) des Staats erheblich beygetragen haben. Für den österreichischen Staatsbürger insbesondere muß eine solche auch nur auf ihre Grundzüge beschränkte Übersicht ein vielseitiges Interesse gewähren, das den doppelten Grund hat, der sowohl in seinen eigenthümlichen Verhältnissen zum Staate, als in den überaus mannigfaltigen und merkwürdigen Ansichten beruht, die dieser selbst anbiethet. Ein Reich, das unter dem glücklichsten Himmelsstriche sich fast über 12,000 [] Meilen ausdehnt, alle Terrain-Abwechslungen mit einer Fülle an Naturschätzen begreift, mehr als 27 Millionen Einwohner zählt, die vielfach verschieden in ihrer Abstammung, und noch verschiedener an physisch-moralisch- und intellectuellen Eigenschaften sind, - wo die mannigfaltigsten Culturverhältnisse, durch Klima, Boden und persönliche Anlagen, Neigungen und Bedürfnisse hervorgebracht, sich vereinigen - die von einander abweichendsten Verfassungsformen und Rechtsmechanismen neben einander bestehen, ohne dem Organismus des Ganzen und der Würde des Staats Abbruch zu thun. Ein Staat endlich, der nebst diesen mannigfaltigen auszeichnend wichtigen Verhältnissen noch durch seine Stellung im Mittelpuncte des cultivirteste Welttheils auf das ganze europäische Staatensystem den entschiedensten Einfluß hat, in den wichtigsten Momenten, welche die Völkergeschichte aufweisen kann, solchen heilbringend für die ganze europäische Menschheit geltend gemacht, und durch seine kräftige Vermittlung und Anstrengung Europens Cultur gerettet, und seine Befreyung von dem drückendsten Despotismus zum dritten Mahle glorreich bewirkt hat, ist selbst für jeden Nichteingebornen überaus merkwürdig; um so mehr aber für den Einwohner dieses Staates selbst, der den unmittelbarsten Antheil an allen seinen Verhältnissen nimmt, in dem Wohlseyn des Ganzen sein eigenes findet, und das frohe Bewußtseyn mit Millionen seiner Mitbürger theilt, unter der Regierung eines Herrscherstammes zu leben, dessen Glieder sich seit Jahrhunderten in dem Bestreben vereinigten: allgemeines Wohl, Kunst und Wissenschaft in ihrer Harmonie zur höchsten Blüthe zu befördern, und das Urbild der besten Staatsverwaltung dem allgemeinen Weltgesetze, oder der Subjectivität ihrer Sphäre gemäß zu erreichen.'"

Nr.97 4.12.1816

*Fortsetzung: (569) Blumenbach CW: neueste Landeskunde Ehzgt ÖuE/NÖ: wird sehr gelobt; Sartori, Geo STMk (569) Lobt Bergbau und Ökonomie der STMK | zu sehr; Gielge: topo-hist Beschreibung ÖuE/NÖ.
*Reisebeschreibungen, Salzkammergut; ab K. 569 ff. Schöne Lit: zunächst Grundsätzliches zum österr. Dichtergeist, der ja bis in die Nibelungenzeit zurückreicht und zum nicht allzu günstigen Einfluss der neuen Schule (v.a. in Bezug auf die Verständlichkeit und Nachahmungssucht!) und den etwas am "Boden klebenden dt. Dichtern" mit ihren philosoph. Gedichten, dann zur österr. Goethe-Gesamtausgabe bei Kaulfuß und Armbruster, das gr. Lob H. v. Collins und seines Bruders, das überschwängliche Lob v. C. Pichler, Übs. v. Spensers Sonette durch Hrn. v. Hammer, Ayrenhoffausgabe, Deinhardstein, Verriss von C. Brentanos "Gründung v. Prag": "So viele lichtvolle Blicke die Anlage und Charakterisierung erhellen, so verdunkeln die bizare Anordnung und die fehlerhafte Ökonomie des Stückes endlich die oft unverständliche Sprache [sic.] der neueren Schule diese Vorzüge. Klare Ansicht, consequente Entwicklung werden von dem schwankendem Zauberlichte unendlicher Ideen überstrahlt, und indem der große Haufe das Interesse des Stücks nicht begreift, findet die gebildete Classe kein Behagen an den Verkündigungen des inneren Wesens einer göttlichen Natur - wie die des Herrn Brentano." (572)
Fortsetzung (573 ff.): H. Cuno: Die Räuber auf Maria Culm, Castelli: Poet. Kleinigkeiten, J. Kühnl: Die Feyer häusl. Feste, Fürst, Phillip, Drexler, Weidmann, Kanne, Reissig, Valtiner: Blüthen aus den Gefilden der Liebe, Sprachkunde
Fortsetzung (577 ff.): Erziehungsschriften, Erbauungsschriften (viel Glatz)
*Belohnung (584): Hempel-Kürsinger
Fortsetzung (585 ff.):Unterhaltungsschriften, Flugschriften
Fortsetzung (589 ff.): Tagebücher, Kalender, Almanache: unter aller Kritik A. Gleichs Theateralmanach
Fortsetzung (597 ff.)

Nr.103 25.12.1816

Fortsetzung (601-604): || ZS: (603) noch lange wollte kein Journal in Wien gedeihen, gabs in BOE Libussa usw; dann begann Schultes Annalen, und dann Vaterländische Blätter | "Mit Ernst und Würde sammelt diese Zeitschrift die mannigfaltigsten Kenntnisse über die Monarchie, und die statistischen Nachrichten sind immer eben so reichhaltig als interessant. Durch 9 Jahre sind sie dem Österreicher ein Spiegel alles Guten, Verdienstlichen und Großen seiner Monarchie, er lernt dadurch sein Vaterland schätzen und lieben, und wenn er die Summe aller Thaten des Edelmuthes, aller Erfindungen des Talentes, aller gemeinnützigen Anwendungen des industriösen Gemeingeistes, aller Vorzüge seiner Monarchie, und endlich alles dessen, was Monarch und Regierung für Land und Volk thun, durch die vaterländischen Blätter wahr, freymüthig und bescheiden erfährt, so ist ihnen wohl jene Theilnahme zu wünschen und zu gönnen, wodurch sie, zum Nationalorgane erhoben, auch wieder als Nationalorgan auf alle Länder und Völker Österreichs wirken können."
*Wiener allgemeine Literaturzeitung WALZ: 1813-1816: "schätzenswerter Beytrag zur österreichischen Literatur", aber "Vernachlässigung der einheimischen Literatur und Mangel an Mannigfaltigkeit"
*Ankündigung der erneuerten Vaterländischen Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (608) 10 Jahre erreicht, Selbstlob; zu haben Comptoir ÖS Beobachter, auf dem Peter bei Auge Gottes Nr 603 Mittwochs ganzer und Samstags halber Bogen; Kosten: Jg Wien 20 fl, außer Wien 28 fl

Nr.104 28.12.1816

*Fortsetzung (609 ff.): Hammers Fundgruben Orient; Archiv HI Geo Staats- und Kriegskunst: Hormayr wird ab 1817 wieder Redaktion übernehmen; (609) | Magazin für Zeitungsleser: erkklärt einiges "näher und umständlicher", was in ÖS Beobachter "nur angedeutet" werden kann; Bäuerles Theaterzeitung *Nachtrag zur Ankündigung: Chronik der ÖS Lit wirds nun geben


1817

1.Bd

Nr.1 1.1.1817

*"B.": "Das österreichische Kaiserthum in den Jahren 1812 und 1816. Eine kurze, vergleichende Übersicht seiner vorzüglichsten geographischen und statistischen Verhältnisse in den beyden genannten Jahren." 1-4.
Unglückliche Kriege gg revolutionierendes FR führten dazu, daß sich Provinzen usw die sich "unter dem milden Zepter Österreichs" glücklich fühlten von Mutterstaat getrennt wurden; "die uralten Formen jener Länder, durch ihr Alter und die Erfahrung so vieler Zeiten und Menschenalter geheiliget, (...), nun von fremder Herrschaft vernichtet"; (1) | durch Neugewinne wurde erreicht was schon früher erstrebt: "vollkommene Concentrirung seiner Kräfte"; Volkszahl nahm von 20,7 Mill (nach Wiener Frieden) auf 28,18 Mill zu; | ist "Vergrößerung (...) an Menschencapital"; aber zweifelsohne hätten ÖS größere Acquisitionen gebührt; "Eine unparteyische kritische Prüfung derjenigen Materialien, welche mehreren statistischen Arbeiten am Wiener Congresse zum Grunde gelegt wurden, zeigt augenscheinlich, wie nöthig es sey, solche Arbeiten nur Männern anzuvertrauen, welche mit dem Gegenstande, den sie bearbeiten sollen, vollkommen vertraut sind, und beweiset zugleich, daß die Kenntniß der Statistik noch in vielen Bureaux nicht jenen Zustand erreicht hat, der dem Interesse des Staates angemessen wäre. Die Volksmenge der illyrischen Provinzen wurde, wie ein geachteter Schriftsteller in einer ausführlichen Übersicht dargelegt hat, am hiesigen Congresse aus ganz unrichtigen Materialien berechnet und nach diesen unreinen Quellen um nicht weniger, als 146,142 zu hoch angegeben; und da diese nicht existirenden Menschen doch dem österreichischen Staate als eine Entschädigung für wirklich erlittenen Verlust angerechnet wurden: so wurde Österreich um jene Anzahl von 146,142 Einwohnern, nur allein bey Berechnung Illyriens, verkürzt, und erhielt demnach um eine Provinz weniger, die an Bewohnerzahl noch den jetzigen Salzburger-Kreis um mehrere tausend Menschen übertrifft. Man hat selbst eine Provinz mit 39,500 Seelen in Rechnung gebracht, die nirgends existirt, nähmlich: ein ungrisches Dalmatien. Wo will man dieses Dalmatien ausfindig machen, nachdem man schon das ungrische Litorale mit Fiume und das gesammte Carlstädter Generalat uns angerechnet hat? Zugleich möge man aber auch diesen Umstand als einen neuen Beleg der besondern Mäßigung ansehen, welche Österreich bey jeder Gelegenheit an den Tag gelegt hat."
Weiters Gewinn an Produktionszweigen |

Nr.1

(Chronik Lit)
*Frint: Darstellung Bildungsanstalt Schöne Lit. (3): Castelli: Poetische Kleinigkeiten. "...wahrer Witz und echte Naivität" und "[o]hne in Idealisierung und Sprache hinter den Fortschritten der Zeit zurückzubleiben, gebührt Hrn. Castelli noch das Verdienst, die Verwirrungen der deutschen Poesie nicht getheilt zu haben."
Bäuerle: TB auf die dt. Schaubühne auf das Jahr 1817. Pränumerantenverzeichnis und Übersicht über die dt. Theater und Personale füllen 174 von 347 Seiten, Rest ist aus dem Sammler der WTZ und dem Wanderer bekannt
Ragout, ein komisches, als Neujahrsgeschenk für 1817, manche satirische Anspielungen nicht einmal von den Zeitgenossen zu verstehen
Nr.1 (Intblat)
*Erklärungen der Redaction: Aufruf zu Beiträgen für Chronik Lit

Nr.2 4.1.1817

*"B.:" Fortsetzung ÖS Kaisertuhm 1812/16. 5-6 | es gibt auch in alten Ländern noch viel unbenutzes Land, Hutweiden, Moräste usw; "Wenn der österreichische Staat das wahre Princip der Bevölkerungs-Policey: möglichst größte Vermehrung der Nahrungsmittel zu realisiren strebt, so wird seine Bevölkerung in wenigen Jahren Riesenschritte machen, und er wird sich dann keiner künstlichen Beförderungsmittel derselben, keiner Einladung fremder Colonisten, die ohnedieß der solideren heimischen Bevölkerung niemahls vorzuziehen sind, zu bedienen brauchen; alle Acquisitionen werden ihm gleichgültig seyn dürfen, wenn er in seinen eigenen Provinzen mit Umsicht und Beharrlichkeit die Mittel anwendet, welche die Production vermehren, überflüssige und wohlfeile Nahrungsmittel erzeugen, den Lebensunterhalt erleichtern, die Ehen und Kindererzeugungen zahlreicher machen, und freywillige Einwanderungen zu Tausenden veranlassen. Nur durch diese Mittel können die tiefen Wunden geheilet werden, an denen die rückgängige Bevölkerung mancher österreichischer Provinz seit einigen Jahren leidet. Die Nichtanwendung dieser Mittel aber ist schädlicher und entvölkernder, als jahrelange schwere Kriege, sie ist ein Übel, das im Innern, unangefochten, von Einzelnen oft absichtlich vermehrt, durch Entvölkerung der Länder und Schwäche der Race zugleich wüthet."
*Aufmunterung zum Saffrananbau in Österreich

Nr.2

(Chronik Lit)
*Pezzl: Topographie Wien, 4.A. 1816 6-7
Nr.2 (Intblat)
*Glatz legt wg Krankheit Predigerstelle zurück
*Die verschiedenen Sprachen ÖS, welche eine Literatur aufzuweisen haben

Nr.3 8.1.1817

*B.: Erdäpfelbrot

Nr.3

(Chronik Lit)
*Benigni: Statistik Militärgrenze SIE
*Pezzl beschluß (11) TB vom Theater in der Leopoldstadt (11): Schauspieler, Stücke, Anekdoten, Charaden und Rätsel

Nr.4 11.1.1817

*Schneller: Aufschwung und Rückfall von Bildung ÖS (13-16) wahnsinnige Sprache: alles in Natur verkündet Gesetz des ewigen Wechsels, nirgends Stillstand, überall Fortschritt oder Rückgang, zwischen Geburt und Tod fliegt Erscheinung des Lebens, wandelnd loben Gestirne den Herrn, Strom gleicht in Ferne ruhenden Silberstreif, doch Woge stößt auf Woge usw, also herrscht Gesetz des Wechsels auch in Strome der Zeiten; in ÖS sahen wir viermal Rohheit herrschen, viermal gewann Bildung darüber den Sieg; der "Ursprüngliche[n] Rohheit" der Panonier, Markomaner, Noriker Taurisker (13) | der Jahre "Von der unbekannten Zahl X bis 1" folgte "Römische Bildung" 1 bis 395; dann "Barbarische Verwilderung" 395-768, | "Teutonische Ordnung" 768-1096, "Kreutzfahrendes Faustrecht" 1096-1308, "Wiedergeburt des Geistes" 1308 bis 1526, "Religiöser Fanatism" 1526-1711

Nr. 4

(Chronik Lit)
Neue ZS (4/13 f.): Abendunterhaltungen für den Wiener - nix Besonderes
Romane (4/15 f.): Regina Frohberg, fruchtbare Schriftstellerin, die sich innerhalb der letzten zwei Jahre in Wien einen Namen gemacht hat; mit Romanen wie: Darstellungen aus dem menschlichen Leben. Die Brautleute, oder Schuld und Edelmuth. Das Opfer. Schmerz und Liebe. Das Gelübde. Erzählungen. "In neueren Zeiten haben auch in Österreich mehrere Frauen den literarischen Pfad betreten. Die meisten sind der lyrischen oder romantischen Poesie getreu geblieben, und wenn nur die berühmte Frau von Pichler sich auch im dramatischen Fache versuchte, so mochte der Reichtum ihrer Ideen so wie Verstand, Phantasie und Meisterschaft ihrer Feder derselben dazu das vollgültige Recht geben. Außer der vortheilhaft bekannten Gabriele von Batsányi und Therese von Artner, unter dem Namen Theone, haben sich in unseren Tagen vorzüglich Marie Neumann von Weissenthal, Friederike Susan, und die Gemahlin des kenntnisreichen Historikers Woltmann durch ihre belletristischen Arbeiten bekannt gemacht. Hierzu trat nun auch Regina Frohberg, eine Ausländerin zwar, doch seit einiger Zeit in Wien lebend, fruchtbar, wie das vorstehende Verzeichnis der Schriften zeigt, das die Frucht zweyer Jahre, kein Mangel an Phantasie und eine große Fertigkeit im Schreiben verräth. Wirklich mangelt es vielleicht keinem der da aufgezählten Romane an Interesse; bedeutende Ereignisse, die Aufmerksamkeit fesselnd und mehrend, gewinnen die Teilnahme, überraschende Katastrophen [sic.], seltsame Verwicklungen, immer fester sich schürzende Verwebungen des Knotens steigern die Wißbegierde, dessen Lösung manchmal zum Erstaunen des Lesers auf eine überraschende Art vor sich geht." [hier werden die Kriterien des Unterhaltsamen sowie des Romanhaft-Romantischen wie selbstverständlich akzeptiert!]

Nr.5 15.1.1817


*Schneller t.2 (17-18) "Vernünftige Verstandesentwickelung" 1711-1816 -Lob der Auflärung MT, J2; Unterscheidung J2/Franz sofern "Triegt [trügt] mich kein Irrwahn": | was der eine mit Raschheit entwarf, führt der andere mit Stille ins Werk -was seht ihr: "Immerfort Kampf und Gegenkampf, Druck und Widerdruck, Weihe der Kraft und Unkraft. Immerfort jenen Conflict und Antagonism der Kräfte, welcher nach dem Ausspruche unseres größten Weisen die Aufgabe des Menschengeschlechtes hiernieden als erste Bedingung allerseitiger Entwickelung ist."; manches Dämmerlicht brach an usw; "Sollen wir deßwegen das Leben hassen und in Wüsten fliehen, wo Blüthenträume reiften? Nein!" so unser größer Dichter; Frankfurt und Königsberg! Geburtsstädte unseres zartesten Sängers und ernsten Denkers -Wow! -damit eröffnet Schneller zweiten Teil seiner StaatenHI ÖS

Nr.5

(Chronik Lit)
Beschluß Frohberg (19): hier wird zusätzlich noch das eigentümlich Weibliche des Schreibens an die Phantasie und der ordnende Verstand an das Männliche gebunden, selbst die Vielschreiberei der Autorin wird noch positiv bewertet
Schöne Lit. 6 18.1.1817 /23: Schillers lit. Nachlaß nebst dessen Bio. v. Körner - ad ungeheure Popularität (bereits mehr als 12 Auflagen in der ö. Monarchie) Reilly, Franz: Sinngedichte 3 Bde. - Lob
Nr.8 25.1.1817 Kumar, J.A. (26): Kleiner Almanach für Damen Romane (31): Übs. engl. "Emilie, oder der Frauenzwist" ( Ms. Edgeworth), Schilderung der gr. Welt - Frauenwelt. Übs. fr. "Frau, die graue, oder die Familie Beauchamp" , diese bleibt nicht in der Frauenwelt, sondern wagt sich gar in die Welt des Rittertums, "die uns freylich der Griffel eines Fouqué ganz anders kennen lehrt..."
Nicolai, H.L.: Poetische Werke (2. Aufl.), zahlreiche Erweiterungen

Nr.9 29.1.1817

*Erklärung der Redaction (33f)
Erweiterung der Ch. der ö. Lit um ital. Wissenschaft, Kunst und Lit.
36: Theaternachrichten aus I. und Wien
40: Kunstnachrichten aus Wien: J. Rebell (Landschaftsmahler) und Krafft

Nr.11 5.2.1817

*"Die vaterländischen Blätter für den österreichischen Kaiserstaat, als Oppositionsblätter gegen einseitige und irrige Nachrichten über Österreich in ausländischen Zeitschriften" S.41-43: Nachdruck deutscher Bücher in ÖS wird verteidigt (vgl Nr.39)


Nr.11

Intblatt (44)
*Landkartenwesen
48: KN Wien: Remy, Zauner, Fischer (Bild.K.) Schöne Lit. (46 f.): Carl Philipp: Zeitgemählde nach erhabenen Gegenständen der Wirklichkeit. Patriotisches, z.B. Caroline Auguste

Nr.13 12.2.1817

(Chronik Lit)
*E.Th. Hohler/Fr.Straß: Neuester Strom der Zeiten 1816 (50): bildliche Darstellung der Völker als Ströme, in Futteral (HIWISS)
Abendunterhaltungen für den Winter (ZS) (49 f.) Weltgeschichte 50
55: 2 Handbillets Maria Theresias an Bohn
Schöne Lit. (55): it. u. Adriane, oder die Leidenschaften einer Italienerin (nB[ = nix Bes.])
56: Nekrolog Purgstall
61: Ak. der schönen K. in Mailand

Nr.16 22.2.1817

(Intblatt)
Theater Wien (64): ü. Tiere auf dem Theater und Müllners Dolch aus "Schuld" -- wird zu einem Komödienwerkzeug: "Das Verdienst, die Quadrupeden auch im Lustspiele verwendet zu haben, gebührt Herrn Gleich. Welcher Vortheil in deren Benützung als Schiksalswerkzeuge? Der Dolch in Müllners Schuld verliert endlich, so oft gebraucht, doch an Schärfe. Die Nachahmer Müllners, mögen das am besten fühlen. Ein Vierfüßler hat noch dadurch diesen Vorzug vor dem Dolche, daß der erstere in dem Trauerspiele wie in dem Lustspiele gleich angewendet werden kann, was beym Dolche nicht der Fall ist."
*Hormayr zu correspondierenden Mitglied Akademie der WISS Göttingen

Nr.24 22.3.1817

*Fabrikation der Käse in Lombardei (93ff)

Nr.26 29.3.1817

*Territorialreichtum ÖS (geht ua um Bevdichte)
75: Ak. der schönen K. in Venedig

Nr.22 15.3.1817

(Chronik Lit)
Vaterländ. Geschichte (85 f.)

Nr.22 15.3.1817

(Intblat)
Nekrolog Triesnecker, Nr.23: hat Landkarte vollendet

Nr.23 19.3.1817

(Chronik Lit)
Ignaz Liebel (Prof. für Ästhetik u. d. s. K. - Uni Wien): Über Dichter und Dichtkunst unserer Zeit (K. 89 ff.) das geht ganz klar gegen die Auswüchse der Romantik (z.B. Ayrenhoff)

Nr.26

(Chronik Lit)
Sartorie: Neueste Geo STMK

Nr.27 2.4.1817

*Territorialreichtum 2 (auch Nr.28)

Nr.30

Gasbeleuchtung Wien

Nr.33 23.4.1817

*"Tagebuch einer Reise durch Böhmen, Baiern, Österreich, Steyermark, Kärnthen und Mähren, geschrieben in einer Reihe von Briefen in den Jahren 1811 bis 1816" 129-132 Anmerkung der Redaktion: Briefe wurden mitgeteilt "von der Hand eines durch Gebirt und Rangstufe angesehenen Staatsdieners"; enthalten Winke des "weltklugen Staatsmannes"
1. Beraun (129) |
"Auf der ganzen Straße von Prag nach Pilsen vermißt man jedoch die Meilenzeiger, - sonst willkommene Ruhepuncte für die meistens berechnende Ungeduld des Reisenden.
In Deutschland hatte Sachsen am frühesten diese Entfernungssäulen. Unter August II. wurde nähmlich das Churfürstenthum geometrisch aufgenommen. Das Geschäft leitete Magister Zörne, der sein Predigeramt niedergelegt hatte, um als k. pohlnischer Geograph und Landcommissär Sachsen durch zwanzig Jahre geometrisch zu vermessen, und mehr als (130) | tausend General- und Specialkarten zu zeichnen. Mit jener Aufnahme wurde nun auch die Ausmessung und Unterabtheilung der Poststraßen verknüpft, bey welcher Gelegenheit man die Entfernungen mittelst steinerner Säulen bezeichnete."

Nr.35

*Lektüre deutscher ZS zu ÖS 137f

Nr.27 2.4.1817

(Chronik Lit)
Volksschriften (105 f.): Petöcz: Über die Schädlichkeit des Kaffehtrinkens! "Und das hat das Kaffehtrinken aus den Arabern gemacht!" (106)
Kalchberg: Sämtliche Werke (K.109 f.)
Zoilus Wahrhold (127): "Komische Schicksale eines Fünf Gulden-Scheins
Lit. U.,I.
Stegreifdichterin Rosina Taddei in Cremona (124)
Musik in I (Mailand) (135)

Nr.36 3.5.1817

*Nekrolog des Vicepräsidenten von Sonnenfels (141-143) mit Biblio.
Biblio ua: Ankündigung einer deutschen Gesellschaft in Wien 2.1.1761 gelesen Wien 1761; Vom Zusammenfluße, eine Abhandlung, 1764; Ges Schriften 1765; Grundsätze Polizei 1765-1776, 1769 2.A.; Politische Abhandlungen Hg Luca 1777; Ges Schriften 10 Bd 1783-1786; Skizze HKR-Präs Nostitz 1796; gab 1777 Wiener Realzeitung heraus

Nr.37 7.5.1817

*Testament des k.k. Feldzeugmeisters von Lindenau 145-148 Anmerkung: zur Berichtigung der mannigfaltigen Gerüchte (Testament wird abgedruckt, ua wieviel er Kloster usw vermacht)

Nr.36 3.5.1817

(Chronik Lit) Grillparzer: Ahnfrau (K. 141 f.) über den missverstandenen Autor (kein abergläubischer Wahn)

Nr.40 17.5.1817

(Chronik Lit)
*Schaller: Topographie Prag neue Auflage 1817 (159)

Nr.42 24.5.1817

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Grundlinien Statistik ÖS Kaiserthum Neue Ausgabe 1817 (165-166): Vorzug: "daß ihm stets die neuesten Conscriptionstabellen über alle der Conscription unterliegende österreichische Provinzen zu Gebothe stehen" | bei Provinzen: "Doch würde die Deutlichkeit sehr gewonnen haben und es für leichtere Überischt von Vortheil gewesen seyn, wenn diese Daten in Tabellenform wären gebracht worden; denn so wie sie hier durch einander liegen, ist es unbequem, einzelne Provinzen erst heraussuchen zu müssen, zumahl da die Provinznahmen nicht einmahl durchschossen sind."
KN aus Wien (168) Hogarth (Karikaturen) mit Lichtenbergtext, Mahl. Taschenbuch
KN Grätz (176)

Nr.46

(Chronik Lit) Volksschriften: Ehrenrettung des Kaffehs!!! (181 ff.)

Nr.47 11.6.1817

(Chronik Lit) Übs. Romane (187): Leonie od. das Grab der Mutter (Verf. d. Anatole, Fr.), Die Battuecas oder das stille Thal und die andere Welt (Fr. Genlis), Adolf. Eine Erz. aus den gefundenen Papieren eines Unbekannten (B. v. Constant)

Nr.48 14.6.1817

(Chronik Lit)
Gedichte (190 f.): Treitschke, pos. ("mit Strenge, und mit Hinwelassung aller unreifen Producte") 191: Sammelanzeige Lit., z.B. Kolbe ?

Nr.49 18.6.1817

(Chronik Lit)
Joseph Fridolin Lehne: Gedichte 2 Bde. (195) "... nur muß er seine Ausdruck ganz von gemeinen Bezeichnungen, und von den Schlacken einer ziemlich groben Naturphilosophie reinigen, die mehr oder weniger durch alle seine Gedichte spukt. Wohin soll sich Bildung und Humanität flüchten, wenn sie selbst nicht mehr in Gedichten herrscht" [das ist die klass. Auffassung von Dichtung im Dienste des Humanitätsideals und nicht das rom. Ideal von Dichtung als neuer Humanität!], Zurechtweisung durch Horaz

Nr.50 21.6.1817

(Chronik Lit)
Neue Schauspiele von Johanna Franul v. Weissenthurn

Nr.52 28.6.1817

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Allgemeiner Anzeiger .. 1817 3.T (eigtl Jg 1816) -Aufzählung der ZS Liechtensterns (A f Geo und Stat 1801-1803, Archiv für Welt usw 1811-1812) (205-6) | Auszüge aus neuesten Conscriptionslisten, wäre gut, wenn sie mehr ins Detail gingen; manche Fehler hineinkorrigiert, zB S.147 Bev Wien 1816: richtig 34 Vorstädte Wiens, dann auf 33 verbessert, Schaumburgerhof kam aber dazu!

Nr.53 2.7.1816

*Stand Armee 6.1817

Nr.54

*Bev Städte MAE

Nr.55

*heranrückende Ernte (LW)
*Nekrolog Woltmann

Nr.58 19.7.1817

*Armenhaus Prag (231)

Nr.59

*zu Charakteristik Kaiser Franz I (ü.Aussprache in Österreich) (234f)

Nr.60 26.7.1817

*Blitzableiter (Kurznotiz): "Der erste Wetterableiter Deutschlands war in den österreichischen Staaten. S.239. "Die erste in Deutschland ausgeführte Ableitungsmaschine (Wetterableiter) ist wohl die des Prokop Diwisch in Mähren, welcher bereits im jahre 1754 eine Blitzableitung errichtete, und zu Prenditz bey Znaym am 9. und 10. July desselben Jahres Wetterwolken die darüber hinzogen, sich zertheilen sahe."

Nr.53 2.7.1817

(Chronik Lit)
*Hof und Staatsschematismus ÖS

Nr.57 16.7.1817

(Chronik Lit)
M. v. Collin (3. u. 4. Bd.) (227): höchstes Lob, lässt die hist. Pres. leibhaftig und wahrheitsgetreu auf der Bühne auferstehen und v.a. keine fremden Einflüsse spürbar.

Nr.60 26.7.1817

A. Weißenbach: Aigen (Lyrik), C.E. Sommer: Heinrich der Zweyte (239)
*Beförderung Megerle (IntBlatt)

Nr.59

(Chronik Lit)
*zu Charakteristik Kaiser Franz I zu Finanzoperationen O'Donell (245)

Nr.63 6.8.1817

*Tabellarische Übersicht der im Jahre 1815 in den deutschen, böhmischen und pohlnischen Provinzen des österreichisches Staates Statt gefundenen Criminaluntersuchungen. 249-251 (249) -Tabelle abgedruckt aus Materialien für Gesetzkunde und Rechtspflege Hofrat v Pratobevera; "Mit statistischen Bemerkungen darüber": wenn aus authentischen Quellen gezogen, sind solche Zusammenstellungen auf "ein schätzbarer Beytrag sind zur Charakteristik der einzelnen Völkerschaften" | im Verhältnis zur Volkszahl werden in GAL meiste Verbrechen (1114 Personen 1 Verbrecher) begangen, am wenigsten in BOE (2014:1) Provinzen; bes groß TIR VBG (714:1) -"woher mag wohl diese Erscheinung rühren? Das weit weniger cultivirte Galizien weiset viel weniger Ausartungen menschlicher Rohheit und Bosheit auf, als jene herrlichen, seit Jahrhunderten schon dem cultivirteren Theile Europens angehörigen Alpenländer!"; | Diebstähle und Veruntreuungen: ÖS 1341:1, STMK Illyren 2500:1, MAE SCL 2664:1, GAL 3041:1; TIR oberste Stelle, dann Erzherzogtum ÖS "Sind demnach die Vorwürfe nicht äußerst ungerecht, welche man gewöhnlich den slavischen Bewohnern der österreichischen Monarchie in Ansehung der Eingriffe in fremdes Eigenthum macht? Gerade in denjenigen Provinzen, die ganz von Deutschen bewohnt sind, werden Diebstähle und Veruntreuungen, wie sich aus obiger Tabelle ergibt, wenigstens solche, die zu criminaler Behandlung geeignet sind, am häufigsten begangen, viel weniger in den böhmischen Provinzen, noch weniger in dem zum größten Theil slavischen Galizien, und am wenigsten in dem großen Theils windischen Illyrien und Steyermark."
*Kleinigkeiten zu SBG

Nr.64

*Lacy

Nr.67 20.8.1817

*"Über die Vertilgung der Wölfe in den k.k. Militär-Gränz-Provinzen." (276) "Der beträchtliche Schaden, welchen die Wölfe in den meistens gebirgigten, und waldreichen Gegenden der k.k. Militär-Gränz-Provinzen alle Jahre unter den Viehheerden anrichteten, führte die Nothwendigkeit herbey, auf Mittel fürzudenken, wie diese schädlichen Thiere entweder vertilgt, oder wenigstens vermindert werden könnten; und es ist die Vergiftung derselben durch Krähenaugen, in den gesammten Militär-Gränz-Provinzen seit mehreren Jahren mit gutem Erfolg versucht worden, welcher sich besonders im letztverflossenen Winter, im Bezirke des zweyten siebenbürger-wallachen Regiments dadurch bewährte, daß in geringer Entfernung von den mit gepulverten Krähenaugen vergifteten und ausgesetzten Wolfsaasen, 11 umgekommene Wölfe aufgefunden worden sind, und es ist sehr wahrscheinlich, daß noch ungleich mehrere, auf diese Art vergiftete Wölfe in weiterer Entfernung, dichten Waldungen und unzugänglichen Gegenden, an den Folgen der Vergiftung zu Grunde gegangen, oder von dem Finder verheimlicht worden sind.
Wenn derley Versuche auch in andern - von Wölfen heimgesuchten Gegenden unternommen würden, so dürfte wohl bald eine gänzliche Vertilgung dieser Raubthiere zu hoffen seyn.
Wien den 20. July 1817." 20.7.1817

Nr.63 3.8.1817

(IntBlatt)
*Schriftstellerinnen des österreichischen Kaiserthums (252)

Nr.64 9.8.1817

(ChronikLit)
*Hormayr: Allgemeine HI neueste Zeit (=Millot 17.Bd) (253) -Hormayr gibt darin auch Rechenschaft über eigenen Lebenslauf
*Mailath/Köffinger: Koloczaer Codex (Literatur MA)
*Alterthümer in Österreich, Salzburg, Steyermark und Schlesien (Intblatt,256) "Die in Österreich unter der Enns zu Schöngrabern unweit Hollabrunn gefundene alte Kirche aus den Zeiten der Tempelherren fängt an Aufsehen zu erregen, und das Interesse der Alterthums- und Geschichtsforscher vielfaltig evt auch vielfältig anzufachen. Schon gegenwärtig geschehen von Sachkundigen häufig Wallfahrten dahin, und der k.k. Hofrath und Hofdolmetsch Joseph Edler von Hammer, der sie vor wenigen Wochen ebenfalls besuchte, und von dem wir aus seinen Studien über die Paphomets und Talismane im k.k. Münz- und Antikencabinet wichtige Aufschlüsse über die Templer in Österreich, über deren Lehren, Tendenz Größe und Verfall zu erwarten haben, wird sie wahrscheinlich noch berühmter machen." -VatBlätter waren 1.ZS die auf diese "Merkwürdigkeit Österreichs" aufmerksam machten, Herr Eißl!;
"Wenn dieses herrliche Alterthum bald von nah und fern besucht werden, wenn dasselbe über eine Epoche unserer Vaterlandsgeschichte, die noch von so vielen Dunkelheiten und Widersprüchen strotzte, ganz neues Licht verbreiten, wenn es auf neue Entdeckungen führen und die Zahl vaterländischer Alterthümer eben so sehr bereichern, als wie das historische Wissen selbst fördern wird, so ist Österreich die Untersuchung und Gültigmachung dieses herrlichen Fundes dem hohen Sinne des feingebildeten und geschmackvollen Fürsten Prosper von Sinzendorf schuldig, der mit reger Theilnahme an allem, was groß und schön ist, den Herrn v. Steinbüchel (Custos im k.k. Münz- und Antiken-Cabinete) und Hofrath von Hammer zur persönlichen Ansicht dieser Antike bestimmte."
Eißl hat nun neues Altertum, diesmal zu Waltersdorf gefunden.
*"Neu entdeckte Goldminen von unerhörter Ausbeute in Mähren.
Bey Brumov in Mähren, einer Herrschaft des Grafen Illeshazy, dem auch die im nahen Ungern gelegene Herrschaft Trentschin gehört, sollen an den Karpathen von einem Cordonshauptmanne und einem Gastwirthe Goldminen entdeckt worden seyn, die alles, was man bisher von reichlicher Ausbeute weiß, weit übertreffen sollen. Wir werden uns beeilen, hierüber authentische Nachrichten mitzutheilen."
J.G. Meinert: Der Fylgie oder alte dt. Volkslieder in der Mundart des Kuhländischen[] (261 f.)

Nr.67 20.8.1817

(ChronikLit)
*Frank, System medicinische Policey, 6.Bd

Nr.75 17.9.1817

*Spinnerin am Kreuz (steinerne Säule am Wiener Berg) (299)
*Parallelen Bevverhältnisse SCL MAE

Nr.76 20.9.1817

*Hager ehem Präsident Polizei und Zensur-Hofstelle

Nr.74 13.9.1817

(ChronikLit)
I. Liebel: Epistel über poetische Stümper und Stümperey (K. 293 f.)

Nr.75 17.9.1817

(ChronikLit)
*Krause: Über Büchernachdruck

Nr.76 20.9.1817

(ChronikLit) *Johann Konrad: Polizeyverfassung oder Theorie Praxis HI Polizey, Rücksicht auf ÖS (301)

Nr.77 24.9.1817

(ChronikLit)
*Schultes: ÖS Flora (eher positiv)
*Erklärung Hormayr gg Förster (wg TIR) (Intblatt,308)

Nr.78 27.9.1817

(ChronikLit)
*Gaspari: Lehrbuch Erdbeschreibung

Nr.79 1.10.1817

*"An die Bewohner des österreichischen Kaiserreiches!" (313-316) (entgegen sonst einspaltig, sehr aufmerksamkeitserregend)
-statt Wiener Literaturzeitung erschent ab 1.1817 Chronik der ÖS Lit in VB; VB bleiben gleich, umfassen Rubriken ua: "g) Merkwürdige Ereignisse, Unglücksfälle, Criminalfälle" || (315) "Nach dieser Angabe des Inhaltes darf die Redaction wohl die schöne Hoffnung äußern, daß durch eine solche periodische Schrift sowohl eine nähere humane Verbindung unter den verschiedenen Provinzen der Monarchie, als auch ein Zusammenwirken vieler von einander entfernter, an der öffentlichen Wohlfahrt theilnehmender Männer gestiftet werde; so wie sie hoffen darf, daß selbst im Auslande, das oft seine Nachrichten über Österreich aus den unlautersten Quellen zu schöpfen gezwungen ist, die Erscheinung eines solchen Blattes nicht unwillkommen seyn dürfte."; auch "Widersprüche gegen die gelieferten Aufsätze" werden eingefordert, "denn nur durch Opposition kann die Wahrheit im vollen Lichte sich entfalten, nur im Kampfe sich Kraft entwickeln."

Nr.80 4.10.1817

*Verschönerungen Wiens 1817 (317): Arbeitslosigkeit und Teuerung; Basteien

Nr.81 8.10.1817

*Patriotische Phantasien über die Teuerung

Nr.83 15.10.1817

*Schnabl: Kulturzustand Deutsche vgl mit slawischen Bewohner BOE (Schnabl Prof Statistik hohe Schule Prag) (329) (zwar vermischt, unterscheiden sich aber)

Nr.86 25.10.1817

*Vorteile Gasbeleuchtung

Nr.83 15.10.1817

(ChronikLit)
*Christian Kuffner: Gedichte (329 ff.) - sehr genau (K. 329 ff.), kein Hang zu Phrasen und kein Zwang zum Phantastischen aber einige Vergehen im heroischen Metrum (Hexameter)
*Antiquarische Reise vd Hagen (Intblatt): alte Handschriften gefunden (332)

Nr.85 22.10.1817

(ChronikLit)
*Genersich: Ggstände Religion

Nr.88 1.11.1817

*Nachricht über den Bestand, Preis und Verlag der vaterländischen Blätter im nächsten Jahre 1818 (349f) "Die Existenz der vaterländischen Blätter ist nicht von dem Zufalle eines kleinern oder größern Absatzes abhängig, ihr Bestand ist fest gegründet und bedarf daher keines Hebels. Darum wird man es auch wohl nicht mißdeuten, wenn wir die allenfälligen Abnehmer der vaterländischen Blätter ersuchen, sich so zeitig als möglich mit ihren Pränumerationen für das Jahr 1818 zu melden, da die Auflage mit Anfang Jänners für das ganze Jahr festgesetzt und nicht mehr erhöht wird." Preis bleibt gleich: 20 fl Wien im Comptoir; auf Postämter 28 fl

Nr.96 29.11.1817

*Bevölkerung TIR (zur Richtigstellung) (381)

Nr.89 5.11.1817

(Intblatt)
*statt Mader nun Schnabl Prof Statistik Uni Prag (356)

Nr.91 12.11.1817

(Intblatt)
*Haenke tot (364)

Nr.92 15.11.1817

(ChronikLit)
*Edler v Hietzinger Carl Bernhard: Statistik Militärgrenze: "Erst Demian sammelte nicht ohne Verdienst, Materialien zu einer statistischen Darstellung jener Provinzen, und hat auf solche Weise der Erste die Bahn zu näherer Kenntniß derselben gebrochen;"

Nr.94 22.11.1817

(ChronikLit)
*Wien und dessen Merkwürdigkeiten (373f)

Nr.98 6.12.1817

*Ausweis wie Regimenter auf Provinzen verteilt (389)
*Nekrolog Jacquin (396)

Nr.101 17.12.1817

(ChronikLit)
*Schematismus für STMK KTN bei Leykam (401)
Romane (355): nB Chronik des Abenteurlichen, Wundervollen und Seltsamen in den Schicksalen berühmter Reisender (375)
Dramat. Sträußchen für das Jahr 1818 v. Castelli (415)


1818

Nr.1 3.1.1818

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Handbuch Geo (1-3) -es gibt sehr wohl gute geographische Literatur in ÖS, auch wenn "von Fremdlingen" anderes behauptet wird.
Intelligenzblatt Lit (4) [=IBL] *Angelo Mai über Neuentdeckung der "mösogothischen Bibel des Ulphila" auch 8,12,16
*Ankündigung der mit einer österr. Litz. vermehrten VB
Intelligenzblatt der österr. Lit (8): Fortsetzung Mai und Fortsetzung Ankündigung

Nr.3 10.1.1818

*VBG (bis Nr 5)

Nr.5

*Hüttler in Burkersdorf (Purkersdorf)

Nr. 5 17.1.1818

(Chronik Lit)
*Schematismus MAE SCL 1817
IBL: STM Alterthümer, Miller - Ehrenbezeigung, Gieske über Grönland (20)

Nr.6 21.1.1818

*Reichl: Dorf und Bauernrecht BOE (LW) L. Matyi (23): ungar. Sage, rustica gens, prügelnder Bauer in Hexameter gegossen IBL: Nekrolog Kietaibel

Nr.7 24.1.1818

Intblatt
*Erklärung des Verlegers der vaterländischen Blätter (28): es gab mehrere briefliche Anfragen; Chronik der ös Lit ist nicht dasselbe bei Gerold angekündigte Journal der JB der Lit; Chronik erscheint wöchentlich zweimal, JB alle Vierteljahre; Chronik enthält nur ÖS Lit, JB alle Wiss aller Nationen

Nr.8 28.1.1818

Gasbeleuchtung
(Chronik Lit)
TB Aglaja (K. 31): 4. Jg. / R. Frohberg, Pichler, Castelli, etc.

Nr.10 4.2.1818

(Chronik Lit)
*Hammer, Ritter ua: Geschichte der schönen Redekünste Persiens mit einer Blüthenlese aus 200 pers. Dichtern; das gr. Werk Hammers bis Nr.14 (37) gewidmet Sacy | im 2.Zeitraum der persischen Poesie treten ua romantische Dichter Nisami und Esraki auf
Intblatt: Bemerkungen eines Österreichers in Hinblick Bücherverlag

Nr.11 7.2.1818

(Chronik Lit)
*Hammer: (43) an Schluß zweiten Abschnitts bemerkt Verfasser, daß Stoff der vorzüglich romantischten Gedichte unseres MA aus Morgenland kommt

Nr.11

Intblatt
*Politisches Zeitungswesen des österreichischen Kaiserstaates (44): bei allen Gärungen der politischen Journalisten in D und Veränderungen in ÖS bei Zeitungsstempel gibt es weder Abfall noch Zuwachs an politischen ZS in ÖS; meiste Zeitungen werden wg Intblätter gelesen; andere legen mehr oder weniger brauchbare Beilagen be ua: Ofener Zeitung; Prager Oberpostamtszeitung: (heißt: Nicht politische Zeitung, darin HI, Künste usw) Klagenfurter Zeitumh: Carinthia; Grätzer Z: Aufmerksamen
*Ankündigung Sartori: Malerisches TB

Nr.12 11.2.1818

*Sicherheitsmaßregeln Dampfmaschinen Dampfschiffe
CL 12: Hammer
IBL 12: Journalwesen
*Feßler

Nr.13

CL 13: Hammer
*Überrest Alt-BOE Poesie

Nr.14 18.2.1818

(Chronik Lit)
CL 14: F. A. Kanne: Padmana (Trauerspiel) (55) "zu viele blutige und grausame Mordthaten" die auf Bühne Lachen statt Schrecken erregen

Nr.15

(Chronik Lit)
*Eichhorn: Beyträge ältere HI KTN IBL 16: Stephan Benditsch (Dr. med.) hat das Geheimnis des Lebens in drei Urkräften geordnet und entschlüsselt (64); guter O-Ton: "Die Erscheinungen des Lebens waren [!], so lange man denkt, immer das größte Räthsel in der Natur. Noch liegen jene Kräfte tief verborgen, welche uns über das körperliche und geistige Leben gründlich Aufschluß geben können. Ich fühle mich überzeugt [!], diese so schwere Aufgabegelöst zu haben." (64)

Nr.18

*Schultes: Gärten Wiens
*Schematismus GAL

IBL 18-20:

Übersicht der halbjährigen Leistungen der fünf Theater Wiens

Nr.19 7.3.1818

(Chronik Lit)
*Meisel: LB der Statistik (73-75, Nr.20 11.3.1818:79) eigtl nur ÖS Lit; aber: ist "als Veteran der Statistik" seit Schlözers Zeiten bekannt; behauptet, daß sein Bch als Vorlesebuch an Uni Wien ist, hat viele Irrtümer; Meisels Statistik wurde vor Preßburger Frieden in Wien 1804 und 1805 als Hilfbuch gebracht, um auch als Vorlesebuch gebraucht zu werden, hätte Studienhofkomission begutachten müssen; nahm auf ÖS Journalistik fast keinen Bedacht (73) | in 3.Abt der Bewohner dichtet er Slawen besonders Betrug und Dieberey an, dabei aus Ausweis Criminaluntersuchungen VatBlät Nr 63 1817 ersichtlich, daß bei Slawen diese Verbrechen weniger als bei Deutschen vorkommen

Nr.21 14.3.1818

*Stille Redlichkeit und Pflichtgefühl, in einem Ereignisse aus Znaim (84): ein Herr Rappold "Ehrenmann", Conducteur eines Postwagens, hatte vergessen, bedeutende Geldpost an Postamt tatsächlich abzugeben (obwohl Abgabe schon von Postamt bestätigt war), as er es bemerkte, schickte er verirrtes Paket zurück
*Wo sind in ÖS Familien "am zahlreichsten in ihren Gliedern?" (84) -gewöhnlich 4 3/10 bis 4 5/10 Köpfe auf Familie, in Grenzländern 8-9
*"Schönheit der regelmäßigen Formen der Ansiedlungsdörfer in den Militärgrenzen" (84) "Die schönsten und regelmäßigsten Formen haben unstreitig die Ansiedlungsdörfer, welche in neueren Zeiten, besonders auf den Ebenen des Tschaikistenbataillons, und des deutschbanatischen Regimentes erbauet wurden. Ein großer Platz, in regelmäßige Vierecke von gleichförmigen Häusern geschlossen, in der Mitte durch die Kirche gezieret, nach allen Seiten hin durch gerade breite Straßen durchschnitten, so kündigen sich diese Dörfer dem Reisenden auf den ersten Anblick an."
*"Menschenzahl der verschiedenen Volksstämme in den österreichischen Gränzländern." (84) "Wie groß die Zahl der Menschen ist, welche einem jeden Volksstamme in der Gränze im Ganzen angehören, läßt sich genau noch nicht bestimmen, da die Conscriptionslisten bisher keinen Aufschluß darüber enthalten; in der neuen Norm ist hierauf vorgedacht. - Nach einer beyläufigen Schätzung indessen könnte man vor der Hand folgende Zahlen gelten lassen 728,173 Slawen, 121,062 Walachen, 79,363 Ungarn und Sekler, 9,000 Deutsche, 1,500 Clementiner, 1,500 Griechen, Juden, Zigeuner und sonstige."

Nr.22 18.3.1818

(Chronik Lit)
*Millot WeltHI, fortgesetzt durch Hormayr 18.Bd 1818 (von Tod F2 bis 2.Pariser Frieden) 2.Bd, 1797-1806 3.Bd: Schwierigkeiten sowas zu schreiben (85) steigen geometrisch je mehr Darstellung Tagen näher rückt, die wir selbst erleben; Millot vielgelesen, war ursprgl zu Unterricht der Prinzen bourbonischen Tertiogenitur in Parma bestimmt. | Niemand wird Hormayr Vorwurf machen, naive Äußerung eines heute vielgelesenen Schriftstellers zu unterschreiben: "Des Menschen eigentliche Bestimmung sey eine unaufhörliche Veränderung und Zersetzung, ein chemischer Prozeß, das sey das wahre Fortschreiten mit dem Zeitgeiste!!"

Nr.23

Intblatt
*1.theologische Leihbibliothek Passy in Dorotheerg., kl Salesianerhaus Nro 1174

Nr.24 25.3.1818

*Tagebuch Reise BOE BAI usw in Reihe von Briefen 1811-1816 (Fortsetzung von 1817!) 6.Brief Hayd (93-96): bemerkt Verlust an einem Blattes der großen Müllerischen Karte von BOE, jenem des Pilsner Kreis; bemerkte Abgang erst zwei Stunden von Pilsen entfernt, vermutet, daß er Karte im Gasthof zurückgelassen hat, wollte in nächsten Wirtshaus ein paar Zeilen absenden, es gab aber keine Tinte, da niemand dort schrieb! Straße war durch Regen nicht zu passieren, va bei Skurnian anfangend; Postroute geht über Ullitz oder (so meiste Karten) Aulitz nach Mieß und dann nach Hayd; Landweg führt über Kladrau nach Hayd, wählte letzteren -Interessant geschrieben!
Kurländer: Almanach dramatischer Spiele (95), Duval: Shakespeare als Liebhaber; Sheridan: Die Lästerschule; Hr. v. K.: Die Charade

Nr.25 28.3.1818

*Tagebuch Reise BOE
*Kundmachung: Im Prater wurden Warnungstafeln aufgestellt (ua Tabakrauchen in Hauptallen verboten
IBL 25/26/27/28/29: Referierende Übersicht des Musikzustandes in Wien in dem letzten halben Jahr

Nr.26

*Statistische Bemerkungen Dalmatien

Nr.30 15.4.1818

*Briefe über SIE, Nr.32,33,74
*Patriarchalische Familieneintracht Militärgrenze (119): mehrere Generationen in einem Haus "Hauscommunion", Hausmutter Goszpodaricza IBL 30: Interessante Nachricht des Dr. Ruggieri von einem Mädchen, das am größten Theile des Körpers mit langen schwarzen Haaren bedeckt war. O-Ton K. 120: Krankheit und Monstrosität, das wäre was für ETA! Name des Arzts für Krankhheit: Tricazoodes

Nr.31 18.4.1818

*Schneller: Bundesanbeginn in UNG BOE ÖS STMK 1526-1711 121-124, 126-128 unglaubliche Sprache
Chronik Lit: Seel: HI TIR

Nr.32 22.4.1818

(Intblatt)
*Miscellen aus Grätz (128): "Schneller, der Verfasser von Österreichs Staatengeschichte, ist, mag man auch von seinen bedeutenden literar. Verdiensten verschiedene Urtheile fällen, ein Mann, der auf die Jugend als Lehrer kräftig zu wirken versteht."

Nr.33 25.4.1818

(Intblatt)
*Pilat zu Hofsekretär
*Hebenstreit Wilhelm nicht mehr Redaktuer Wiener ZS f Kunst Lit Theater Mode

Nr.35 2.5.1818

*Heldenhalle in BOE: "Auf den romantischen Felsen zu Kleinskal"
*Errichtung vaterländisches Museum BOE

Nr.36

*Flechten als Nahrunsgmittel

Nr.38

*Tagebuch Reise BOE, Nr.39, Nr.61 (Spiegelfabrik Ströbl, Neuhaus), Nr.63, 72 (S.286 Erwähnung Mautpaß BAY und Schrankenzieher an Straßen von BAY) BL 38 (K.152): über versch. Unternehmungen der Landschaftsdarstellungen: "Voyage pittoresque" -hier hat tatsächlich die Romantik Einlass gefunden BL 40: Illustrationen zu versch. Ed. (z.B. Goethe, Aglaja)

Nr.41

(Chronik Lit) *KTN ZS

Nr.42 27.5.1818

*Naturschönheiten TIR
*"Die Kakerlaken in Österreich" 167-168 "Albino's weiße Neger Leucaethiopes", werden als "Individuen einer besonderen Menschenart" beschrieben; in Gegend von Sieghardskirchen befindlicher wurde von verstorbenen Prof Adam Schmidt an kk Josephsakademie nach Wien gebracht, gab Beschreibung von ihm; in folgenden Ausgaben sollen "die in Österreich gefundenen Kakerlaken, Cretinen, und Otomaken" besprochen werden; ist lichtscheu

Nr.43

*Meerschaum Pfeifenköpfe

Nr.44 3.6.1818

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Handbuch neueste Geo T.2 1817: 173-175 (173) Topographie unbefriedigend, da Aufzählung der Orte nicht mit der in Konskriptionssummarien übereinstimmt
Nr.44 Intblatt
*ÖS Bücherkatalog

Nr.46 10.6.1818

*Straßen MAE
CL 46: Z. Werner: Geistliche Übungen für drei Tage (viel Lob) (182-183) Gedichte "hohes inneres Leben", "tiefe Bedeutung"; aber: wünschenswert "in einem minder schwer zu begreiflichen, verständlichen Ton"; positives Bsp: die Wiener Kirchensänge, die unter verklärten Kaiser J2 gedichtet wurden; bei manchen Gedichten muß man Kopf sehr anstrengen, dann bleibt aber das Herz kalt; "oft absichtliche | Verdrehung der Sprache"

Nr.47 13.6.1818

*Jurende: Beyträge zur Kunde Mährens. Neue Erscheinungen. 185-188:
1)Grundriß von Brünn: Lob einer Karte und Topographie, gewidmet von "L** Edlen v Scheibenhof" früher Hauptmann im Generalstab, jetzt Adjunct der MAE-SCL Straßenbaudirektion: "Grundlage der Stadt Brünn", alle 567 Häuser mit Hausnummer eingezeichnet (185) ||
2) Bayers Karte von MAE-SCL Gouvernement: von Joseph Bayer, Doctor der Philosophie, Grundbuchsverwalter kk Staatsherrschaft Hradisch: erfreulich, wenn auch manches zu wünschen übrig läßt; hat gediegene astronomische Kenntnisse; "Das Netz zur Karte, so wie die ganze Orientirung ist daher möglichst richtig, und zwar zum ersten Mahl. Alle astronomisch bestimmten Puncte Mährens (zum Theil auch von Bayer bestimmt), sind gewissenhaft eingetragen. Für jede Auffindung eines fehlenden Ortes, hat Bayer eine Prämie von 10 fl. öffentlich ausgesetzt, dieß deutet auf die erreichbarste Vollständigkeit."; | Karte ist begleitet von Repertorium der Ortschaften MAE und SCL, das viele statistische Notizen enthält, aber noch mehr enthalten könnte; viele verschiedene Volksstämme in MAE, Karte liefert "genäherten aber noch sehr zu berichtigenden Gränzen der Volksstämme Mährens und der Sprachgränzen, so weit sie vorläufig ausgemittelt werden konnten, und wie sie vorläufig die Moravia angedeutet hatte." hier wird Autor Beyer genannt

Nr.47

(Chronik Lit)
*ÖMZ (Österr Militärische ZS) (Intblatt)
*Kaleidoskop Calleidoscops oder Schönsehröhre in Wien (188) "Bey Müller am Kohlmarkt, Bermann am Graben, so wie bey mehrern Buchbindern in Wien sind gegenwärtig häufig Schönsehröhre zu haben, welche die chinesischen Räthsel zu verdrängen scheinen. Es sind dieß nähmlich optische Instrumente, welche ganz die Gestalt gewöhnlicher Perspective oder Sehröhre haben, und beym Hineinschauen dem Auge die schönsten Muster zum Zeichnen und Drucken in der vielfarbigsten und regelmäßigsten Mannigfaltigkeit zeiht. Diese Musterbilder verändern sich jedes Mahl in eine andere Zeichnung, so wie man diesem Seherohr nur die mindeste Bewegung gibt, so daß die Vervielfältigung und Abwechslung derselben bis beynahe in das Unendliche geschehen können. Die Anwendung, den sic! diese Erfindung für Künstler, Zeichner und Fabrikanten haben kann, läßt sich leicht, und um so deutlicher begreifen, wenn man das Instrument gesehen hat. Unser hiesiger geschickter Mechanikus und Optiker, Hr. Friedrich Voigtländer (auf der alten Wieden hinter den Paulanern Nro. 538, im 2teh Hof, Stiege Nro.3, im 3ten Stock) hat dasselbe mit Glück und ausgezeichneter Geschicklichkeit sogleich nachgemacht, und es ist bereits in Wien vervollkommt worden."
*Ehrenbezeigung der BOE Ges der WISS am 22.2.1818 für Johann Mathias Kallina v Jäthenstein, hat Bio von Berchthold und von frü verstorbenen Statistikprofessor Uni Prag Mader verfaßt

Nr.48 17.6.1818

*Bio unlängst verstorbener Gregor v Berzeviczy 189-192 1763 Zipser Comitat geb, | 10.1784 nach Göttingen, dort Umgang mit Schlözer, Bekmann Spittler Pütter Meiners Feders, wichtig va letzterer; er hatte sich nämlcih durch "ungeordnete Lectüre, die Religions- und Moralitätsbegriffe (...) verwirrt", taumelte zwischen Orthodoxie und Heterodoxie, Mystizismus und Nationalismus, hier brachte Hofrat Feder dann "Ordnung und Licht in die gährende dunkle Ideenmasse" || Tod von Kaiser J2 "mit ihm erstarb vieles"; nun in UNG von Reaction alle unterdrückt, "die Josephinische Menschen waren" Berichtigung Nr.57 Intbl: lebt noch

Nr.48

(Chronik Lit)
*Iphofen: Cretinismus (189-191) Anm der VB: werden in STMK TIR SBG KTN "wo der Cretinismus zu Hause ist" immer mehr gelesen; "philosophische Ärzte" sollten ihre Aufmerksamkeit dieser Krankheit widmen CL 49 20.6.1818 (K.193 f.): Johann Wenzel Rautenkranz: Blumenstrauß für Musen und Menschenfreunde, Romantik bereits als ästhet. Muster aufgefasst, deshalb keine Notwendigkeit mehr dem Vorwurf der Bigotterie vorzubeugen!
Intblatt: *Sartori: Vaterländische Merkwürdigkeiten

Nr.50 24.6.1818

*Nach Beendigung Sartori: Gelehrtenlexikon ÖS Monarchie (um zu beweisen, daß er in letzten 8 Jahren daran gearbeitet hat, wird er in VatBlä immer wieder was daraus bringen)

Nr.50 24.6.1818

(Intblatt)
*Neueste und beste Karte von NÖ und OÖ (200)

Nr.51

*kk Ges Ackerbau STMK und Bio Rat Anton Edlen v Schäfersfeld

Nr.52

(Chronik Lit)
*Pelzel: HI BOE 4.A.

Nr.54 8.7.1818

*Armeninstitut Wien

Nr.54

(Chronik Lit)
*Johann Genersich: WeltHI für gebildete Frauenzimmer (213-215): Dem Frauenzimmer, das Bestimmung hat, als Weib Gefährtin des Mannes, als Mutter wichtigste Erzieherin der Söhne zu sein, wird nur aus HI einleuchten, was ihre Bürgerpflicht im Staat ist; "Die Mutter, die aus Zärtlichkeit kein Vaterland hat, und gleichgültig ist bey dem Schicksale des Allgemeinen, wenn sie nur die Ihrigen, Gatten und Kinder um sich sieht, wirs schon den Knaben verweichlichen, und die werdende männliche Seele also lähmen, daß keine Lehre, keine Aufforderung sie wieder zu stählen vermag. Die Jungfrau, die kein Vaterland hat, sondern im sogenannten Familienglück ihre ganze Bestimmung erreicht fühlt, wird den geliebten Jüngling daheim zu halten suchen, fern vom Felde des Ruhmes und der Ehre, fern von dem Leben für das Vaterland! So die Gattinn den Gatten! Die Geschlechter gehören zusammen, der Mann ist nur ein Held, wenn die Frauen Heldentugend zu schätzen wissen, sie lieben, und dazu ermuntern." Verfasser erzählt unterhaltend, statt gewöhnlichen synchronistischen Methode hat er ethnographische | benützt

Nr.55

*Bitte zu Erforschung Cretinismus
*Bio Maximilan de Traux (Prof an Ingenieur Akademie Wr Neustadt) (Intblatt)
*StatistikProf Joseph Rohrer wieder von Olmütz nach Lemberg

Nr.57 18.7.1818

*Gasbeleuchtung Kupferschmied

Nr.57

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Statistisch-Geographisches Landesschematismus STMK

Nr.58 22.7.1818

*Der Weichselzopf in Galizien, seine Wesenheit, Natur und Heilmethode, nach den neuesten Beobachtungen des Hrn. Gasc. 230-232: Preisfragen der medicinischen Gesellschaft zu Paris; Herr Gasc mußte nach Feldzug der Franzosen in Rußland unter polnischen Leibeigenen leben, erhielt dafür Preis: ist Verfilzung der Haare bei Vernachlässigung und Verbergung unter Kopfbedeckung; haben dann Neigung zu verwirren; Meinungen aller stimmen darin überein, daß Plica von Epoche kommt, als Tataren | Polen überschwemmten, unter Regierung von Leschek dem Schwarzen; damals schreckliche Revolution, elende Leibeigene wohnten unter elenden Bedingungen; "in Verbindung mit der Vermischung und dem Umgange der eingebornen Pohlen mit den herumschweifenden Horden der Tataren, welche die Keime der Elephantiasis, der Lepra und anderer Krankheiten mit sich gebracht hatten"; manchmal wurde Zopf abgeschnitten, aus zuweilen unangenehmen Zufällen dabei entstand Aberglaube, daß Weichselzopf durch wohltätige Krisis mancher Krankheiten entstehe; "Es gibt noch heut zu Tage Weiber, die es sich zum Geschäfte machen, durch reitzende und erweichende Mittel die Plica hervorzubringen, als auch Ärzte, welche den Weichselzopf zu erregen suchen, wenn sie das ihn vermeintlich erzeugende trichomatische Gift als in dem Körper verborgen glauben."

Nr.59 25.7.1818

*Weichselzopf
*Nationalmuseen (Pest, Prag Grätz Brünn Troppau Triest Hermannstadt) auch Nr 62 64 65 69 75 80 81 88 89 90 92 98 100 CL 59/60/61: Mahlerisches TB v. Sartori

Nr.62

(Chronik Lit)
C. Timlich: Roland (246)

Nr.63 8.8.1818

C. v. G. Antipoden. Moralisch romantische Doppelerzählung (251) schlechte Sonette aber interessante Konstruktion; bonum-malum "Jede Zeit druckt mit andern Lettern, sagt Schiller."

Nr.66

*Gasbeleuchtung Wien, Illyrien

Nr.67

*Ursprung Name Czechen (BOE)

Nr.70 2.9.1818

*MAE Lage und Grenzen (Nr.71 auch Karte Joseph Bayer erwähnt)

Nr.70 2.9.1818

(Chronik Lit)
*Schneller: StaatenHI ÖS Geburt Christi bis Sturz Bonaparte 1817 (277f): "Wenn die Geschichte überhaupt als Lehrerinn des Lebens Bildnerinn des Geistes im Allgemeinen und der Urtheilskraft im besondere unserem Egoismus entgegen arbeitet, indem sie anschaulich zeigt, daß der Einzelne an einer endlosen Kette so vieler Millionen Wesen gebunden, nur in Vereinigung mit allen sein Glück und seine Wohlfahrt finden kann: so hat die vaterländische das eigen, daß sie gut geartete Menschen an das Vaterland, den Fürsten und die Regierung mit kindlicher Liebe und frommer Ehrfurcht fesselt, aus Erkenntlichkeit für empfangene Wohlthaten, uns jedes Opfer für das gemeinsame Wohl des Ganzen leicht macht, unser Ich mit der Vergangenheit und mit der Zukunft in einen unzertrennlichen Zusammenhang bringt, und unsere Herzen an dem Ruhme unserer Altvordern und an der Wohlfahrt unserer Nachkommen innigst Theil nehmen lehrt. Ohne Vaterlandskunde bleibt der Staat den Eingebornen selbst fremd und gleichgültig." -soll aber nicht von Auswärtigen geschrieben werden.
Schneller verwendet ethnographische Methode, dh beginnt nicht mit ÖS | sondern mit UNG und BOE, wie Wenk und Galletti; Verfasser gefällt sich in neuen Namen: bezeichnet ÖS als Mark an der Donau usw. Verfasser wollte SaatenHI des ÖS Kaisertums liefern; dazu paßt etnographische Methode vollkommen; das Ganze gleicht historischen Drama in 5 Aufzügen; da neuere Kritik das poetische Drama von Beobachtung der drei Einheiten losgesprochen hat, wird an es im historischen nicht in Anspruch nehmen; scheint unserer Ansicht nach eher mit Epos als mit Drama verwandt; "Ihr Held ist das Volk, dieses gibt dem Ganzen die Haltung und Gestaltung." (Nr.71: Kritik an Darstellung)

Nr.70

(Intblatt)
*Neue Erziehungsanstalt in Wien: (280) Friedrich v Klinkowström hat Bewilligung dazu erhalten; "Er will die ihm anvertrauten Zöglinge zu staatsbürgerlicher Brauchbarkeit und Sittlichkeit ausbilden. Das geräumige, hübsche Locale der Anstalt ist an der Wien Nro. 36."

Nr.71

(Intblatt)
*Lancastersche Unterrichtsmethode ÖS (Militärische Disziplin)

Nr.76 23.9.1818

*MAE Brüder
*"Der Baldrian im Lungau" (304) Baldrian oder Speik
IBL 74: Gemählde Peter Kraft im Invalidenhause zu Wien, Siegesbotschaftnach Schlacht in I. (Schwarzenberg)
CL 77/78: Bolzano: Erbauungsschriften für Akademiker

Nr.79

*Reise Jägerndorf nach Olmütz
IBL 79/81 (K.316, 324): Fügers Zeichnungen zu Klopstocks Messias

Nr.80

(Chronik Lit)
*Polizeywiss: Enthüllung Bettlerwesen (318f): ist schlimm geblieben, Stael machte Wien diesbezüglich noch gutes Zeichen

Nr.81

(Chronik Lit)
*Kurze Übersicht allg WeltHI Hg Hohler

Nr.82

*Vorschlag Versorgungsinstitut adlige Waisen (Adel)

Nr.84

*Bev Dalmatien
IBL 84/85: Venezianische KW als Brautgeschenke für die Kaiserin

Nr.87 31.10.1818

*Winklern: Zusätze zu Frhr v Lichtenstern

Nr.89 7.11.1818

*Vorläufige Anzeige Fundgruben Orient Vi.Bd 1.H sic, nicht in Chronik Lit): darin Artikel von Hammer über Templer, diese waren entgg jüngerer Lehre nicht unschuldig

Nr.90 11.11.1818

*über Fabriksproduktencabinet Keeß CL 90: Sammelanzeige Lit. Ungarn
*Fortsetzung Crusius Topographisches Postlexikon (SBG) (IB)

Nr.91

*2 Unglücksfälle durch Wespen
IBL 91: Nekrolog Füger

Nr.93 21.11.1818

(IB)
*Bibliotheken ÖS Kaisertum

Nr.97 5.12.1818

*Seltener Geburtfall Wittingau BOE
*Gasbeleuchtung Privathäuser
*Sartori: Bio Schwoy (387f) Prälat Stift Saar Otto Steinbach v Kranichstein lockte Manuskript der Topographie heraus und veröffentlichte es | Adresse in Nr.101 19.12.1818 404 Berichtigung dazu, der veraltete Artikel hat sich eingeschlichen, vgl Brünner Franzensmuseum

Nr.97

(Chronik Lit)
*Dollinger: Handbuch Eherecht ÖS
CL K. 98/99/100/104: Übersicht über die österr. TB für das Jahr 1819

Nr.100 16.12.1818

*Unversehene Entführung eines Kindes (400) -Die Geschichte ist nun aber wirklich zahm; das Kind wird unabsichtlich im Wagen mitgenommen und ist am Schluß blau und ohnmächtig, aber gerettet
IBL 100: Anzeige von Passys Ölzweigen

Nr.101

*Grabmal Ks Maximilian in Innsbruck
CL 101: Hammer, pers. Hymnen -Zueignung an Caroline Pichler

Nr.102 23.12.1818

*Centralblatt für kurze Auszüge auswärtiger Journale über Österreich

Nr.103

Nekrolog: Historienmaler Abel (409 ff.)

Nr.103 26.12.1818

(Intbl)
*Anzeige BatBl: 24 fl Wien, Post 32 fl

Nr.103 30.12.1818

*van der Hagen: Wallensteins Andenken: Templerkirche, Sammlung in Eger


1819

Fraktur
-eigenwillige Paginierung (Vat Blä unabhängig von Chron Lit paginiert, während IntBlatt die letzte Seite der jeweiligen Chronik ist)

Nr 1

Brasilien-Expedition/Reise

Nr 2 6.1.1819

(Chronik Lit)
*Reisser: Allgemeine Erdbeschreibung: -Gliederung wird kritisiert, manches falsch (zB bei GAL nur 17 statt 19 Kreisen angeführt; tw "veraltete Angaben"

Nr 4 13.1.1819

(VatBlät)
An Freunde vaterländischer Wiss und Kunst (aus Archiv von Hormayr #dort nachschauen)

Nr 4 13.1.1819

Chronik Lit
*Schnabel: Chronik Staatenwelt 1.T Prag 1819 (Prof für Statistik Uni Prag) (13-14)
"Die Statistik war in dem letzten Jahrzwanzig eine der beschwerlichsten und undankbarsten Lehrkanzeln denn jeder der rasch aufeinander folgenden Friedensschlüsse änderte die Gestalt der europäischen Reiche und hiedurch auch den Inhalt statistischer Werke. Geographische Bücher, Landkarten und statistische Daten-Sammlungen waren der höchsten Veränderlichkeit ausgesetzt, und oft schon nicht mehr brauchbar, da sie kaum mit schweren Unkosten an Zeit, Mühe und Geld zusammen gebracht worden waren. Die Wissenschaft mußte dadurch nothwendig an Ansehen und thätiger Pflege verlieren. Selbst der Reitz, den sonst eine jede und zumahl so praktische und interessante Scienz, wie die Statistik, für empfängliche Gemüther hat, wurde durch das Mühevolle und Unstandhafte derselben, ungemein geschwächt, und nur diesen Ursachen schreiben wir es zu, daß die Statistik in neueren Zeiten solche Gegner gefunden hat, wie z. B. Lieder in seiner kritischen Geschichte der Statistik, Göttingen 1817 sich zeigt. Mit dem Wegfallen der oben berührten Ursachen wird auch die subjective trübe Stimmung dieser Gegner sich zu Gunsten der Wissenschaft verändern und rüstigen jungen Gelehrtem ist diese Stimmung an und für sich selbst fremd. Mit Vergnügen nahmen wir daher vorliegendes Werk zur Hand, welches uns als eine günstige Vorbedeutung erschien, daß in den österreichischen Staaten der Sinn und frische Muth für die Wissenschaft nicht abgestorben und keineswegs durch den Druck ungünstiger Zeitverhältnisse gleichsam ertödtet ist." im 1.Teil zwar nur theoretische Einleitung, aber erfüllt uns mit guten Hoffnungen; ist in "vergleichend-rässonnirenden Methode geschrieben" wie Prof Biesingers (Bissinger?) Werk EU Staatsverfassungen.
Seine Definition der Statistik S.20 "als eine wissenschaftliche Darstellung derjenigen Wirklichkeit der Daten aus dem Zustande eines oder mehrerer Staaten, welche besonders zum Zwecke der Staatsverfassungs- und Staatsverwaltungskunst dienen." seine Deutung von Zizius (Theoretische Vorbereitung und Einleitung Statistik Wien Geistinger 1809) 18 nicht gebilligt: (13) | "'daß Staatsmacht bloß den Inbegriff jener Staatskräfte zu bezeichnen scheint, durch welche der Staat sich als einen selbständigen Verein nach außen hin zu behaupten mehr oder wenige geeignet ist, und daß dieser Ausdruck zu unangenehm an jenes System der Machtpolitik erinnert, welches in unsern Zeiten so sehr verschrien sey.' Denn jeder Staat muß, abgesehen von aller Coexistenz gleichzeitiger Staaten, an und für sich schon eine Macht seyn, weil er sich sonst selbst nicht einmahl in seinem Innern aufrecht zu erhalten vermögen würde, ein Satz, der dem scharfsinnigen Verfasser um so eher einleuchten wird, da er ja selnst . 4 das Wesentliche des Staates in dem Daseyn einer vernünftigen Zwangsanstalt setzt, für welchen Ausdruck wir aber allerdings lieber den Ausdruck 'Macht' gebrauchen würden, weil es ein Postulat aller Politik ist; daß der Staat mächtig sey, oder mit andern Worten: daß er die nöthige Macht habe, seine Zwecke durchzusetzen im Innern und nach Außen, und hierdurch seine Existenz zu behaupten."
In 2.Abt versucht Verfasser Ggstände der Wiss näher zu bestimmen, sie soll aus ggwärtigen Zustand des Staats "gerade diejenigen Thatsachen herausheben und darstellen, welche vorzugsweise zum Behufe der politischen Thätigkeit dienen, und hieher rechnet der Verfasser .24: 1) diejenigen Gegenstände, welche, und in so fern sie als Mittel zur Erreichung der verschiedenen Zwecke der politischen Thätigkeit dienen, 2) die Kenntniß von dem Grade der Realisation dieser Zwecke. Diese Zwecke der politischen Thätigkeit entlehnt der Verfasser aus der Politik, und rechnet die möglichst vollkommene Realisation des Rechtes dahin, die vernünftige Ausbildung oder Cultur der Staatsbürger, die Herbeyschaffung der äußern Glücksgüter für dieselben, so wie für die Regierung selbst, so daß sich also die politische Thätigkeit in Rechts- Cultur- Güter- und Finanzsverwaltung zertheilt, und auch der Politik, als Theorie der Staatsverwaltung die vier Zweige der Sicherheit und Culturpolitik, der National-Ökonomue und Finanzpoliotik zugewiesen werden. Worauf insbesondere der Statistiker bey diesen einzelnen Zweigen zu sehen habe, wird (.30 - 56) ausführlich erörtert, wobey wir nur zu bemerken haben, daß er die Ordnung des von Schlözer angegebenen Princips 'Vires unitae agunt' umkehrt, und zuerst die Wirksamkeit, dann die Vereinigungsart und zuletzt die Kräfte selbst beachtet, eine Ordnung, die wir nicht billigen möchten, weil jede gute wissenschaftliche Methode unter den einfachen Elementen beginnt, und von diesen stufenweise zu dem Zusammengesetzten fortschreitet."
"Die Schreibart des Verfassers ist klar und fließend; seine Sprache rein und geschmackvoll; nur hier und da vielleicht etwas zu voll und ausgebreitet. Nicht bey allen Politikern werden seine Andeutungen über Wesen und Zweck des Staates; so wie über die encyklopädische Verzweigung der Politik Beyfall finden. Doch seine reale Ansicht der Statistik, als einer Art politischer Prognostik, kann für die Solidität und praktische Influenz der Statistik nur von guter Wirkung seyn." *Anfänge BOE Dichtkunst *Intelligenzblatt der österreichischen Literatur: Gebirgs und Höhentafel ÖS

Nr 6 20.1.1819

(Chronik Lit)
*Lenker: Anleitung zur mathematischen Erdbeschreibung 1818 (für kk Ingenieursakademie) (Landesvermessung)

Nr 7 23.1.1819

(Chronik Lit)
*Hammer: HI der Assassinen (Bsp für Mißbrauch der Religion, auch des Namens der Tugend, der Freiheit und Ordnung; Rezensent parallelisert Assasinen - Geheimgesellschaften)
Intblatt: *Übersicht Städte Märkte ÖS mit mehr als 8000 Einwohner (83 an Zahl) "(Größten Theils nach den neuesten wirklich vorgenommenen Zählungen, zum Theil auch nach den Angaben der besten Schriftsteller.)

Nr 8 27.1.1819

*Briefe aus SIE, 8.Brieg (hier ua "wundersamen, höchst romantischen Ausblick der nahen Berggipfel überrascht") (29)

Nr 9 30.1.1819

*Altertumsforscher von der Hagen über Prag (Lob der Gotik)

Nr.10 3.2.1819

*Wünschelrute

Nr 10 3.2.1819

(Intblatt)
*Leistungen Theater in Wien seit 2.1818

Nr 11 6.2.1819

(Chronik Lit)
*Bäuerle: Doctor Fausts Mantel

Nr 12 10.2.1819

(Chronik Lit)
*Franz Kurz: ÖS unter Kg Ottokar, Albrecht I Friedrich Schönen: "ruhmvolles Denkmahl für den Fleiß und kritischen Scharfsinn des Verfassers, als durch ihr äußerst wichtiges Urkundenbuch, für die lichtvolle Liberalität des Hrn Ministers Fürsten Metternich."; ob Kurz vollenden kann, hängt nur von Metternich ab

Nr 13 13.2.1819

(Chronik Lit)
*Taschenbuch Theater Leopoldstadt

Nr 14 17.2.1819

*Mißgeburt SCL: Kind mit 2 Köpfen

Nr 15 20.2.1819

*Patriotisches Denkmahl in der Militärgränze: Militärgrenze (59f) "Romantisch ist der Weg, der auf diese Bergspitze führt." (Ruinen, schroffer Felsen, dichter Wald, schaurige Abgründe)

Nr 15 20.2.1819

Intblatt
*Journalistik der ÖS Monarchie (60) 1819 ging keine der ZS in Wien ein, es gab vier mehr: Janus, Conversationsblatt, Öhlzweige, Spectateur; angekündigt sind Siona (für Juden) und ein von Dopfer hrsg medizinische ZS; in UNG gingen zwei Zeitungen ein

Nr 18 3.3.1819

Intbl
*Nekrolog Wallis

Nr 19 10.3.1819

*Denkmal für J2 in MAE (Pflug-Anekdote)

Nr 21 13.3.1819

(Chronik Lit)
*Grillparzer: Sappho

Nr 24 24.3.1819

(Intblatt) (Chronik Lit)
*Entwurf über Bücher-Nachdruck, dem D Bundestag vorgelegt

Nr 27 3.4.1819

(Chronik Lit)
*Passy: Odeon: Zusammenstellung Gedichte Werner, ua

Nr 28 7.4.1819

*Malerische Reise Sartori

Nr 29 10.4.1819

(Chronik Lit)
*"J.": Stolberg Friedr Leopold Graf zu: Leben hl Vincentius v Paulus

Nr 30

*Straßen in BOE
*Lebendige Straße Jägerndorf

Nr 31 17.4.1819

(Chronik Lit)
*Heinrich, Albert: Versuch über die HI des Herzogthumes Teschen 1818. (123f) "Alle Monographien sind wünschenswerth. Hätteseit einem halben Jahrhundert, jede Stadt, jede Abtey, jedes Comitat, jeder ständische Körper, jedes große Institut, die Spuren und Überreste seines Daseyns und Wirkens und alle dazu gehörigen historischen, statistischen und archäologischen Materialien gesammelt, wir würden dem hohen Ziel einer pragmatischen Geschichte des Kaiserstaates Österreich schon um vieles näher gerückt seyn."

Nr 32 21.4.1819

(Chronik Lit)
*Herrmann Johann Franz v: HI der Israeliten in BOE (Juden BOE)

Nr 34 28.4.1819

(Chronik Lit)
*Darnaut: Kirchliche Topographie ÖS
*Beyträge zur Lösung der Preisfrage des durchlauchtigsten Erzherzogs Johann, für Geographie und Historie Inneröstereichs im Mittelalter. I. Heft (134f) | -wird gelobt, wenns so weitergeht, wird InnerÖS sich "bald einer pragmatischen, aus Quellen geschöpften Geschichte erfreuen können"

Nr 35 1.5.1819

(Chronik Lit)
*Crusius: Topographisches Post-Lexikon. Supl SBG

Nr 36 5.5.1819

(Chronik Lit)
*Kuffner Hg: Hesperidenhain der Romantik 5 Bdchen.
*Wilhemine v Gersdorf: Der Eichwald oder die Ruinen der Ödburg

Nr 38 12.5.1819

(Chronik Lit)
*Romantischer Bildersaal großer Erinnerungen. Aus der HI des ÖS Kaiserstaates. 1.Bd, 2.Bd: (149) verschiedene Bestandteile des ÖS Kaiserstaats, bieten "eigenthümliche, einander entgegengesetzte National-Gemählde"; daher interessante Gemälde zu einer Galerie vaterländischer Erinnerungen, die durch sonderbare Darstellung oft ans Romantische grenzen. Lob, wenn auch Mangel an Gleichförmigkeit

Nr 39 15.5.1819

(Chronik Lit)
*Hammer: Umblick auf einer Reise von Constantinopel nach Brussa, 1818: (153f) unnötig, ihn zu preisen; "In einer Zeit, wo Mystik sich in die Theologie, wie in die Philosophie, in die Geschichte, wie in die Poesie einnistet, wo mancher Pedant, eigensinnig das Niebelungen-Lied weit über Homer und Virgil setzet, der menschlichen Vernunft weit mehr schadet, als er durch sein ganzes Leben gut machen kann, in einem Zeitpuncte, wo solche einseitig Gebildete, die ihren Kopf mit unverdauten gelehrten Wuste verschroben haben, sich zu Koryphäen der Literatur aufwerfen wollen, ist es besonders bey einem Manne an solch einem ausgezeichneten Posten tröstlich und erhebend zu sehen, wie er, alle Seitenwege verschmähend, durch alle Epochen seines merkwürdigen Lebens ein Freund des geraden Sinnes, des gesunden Menschenverstandes, der hellen Wahrheit, der Aufklärung, des moralischen Besserwerdens und der nützlichen Wissenschaften geblieben ist."

Nr 46 9.6.1819

*Scarlievo-Übel Litorale

Nr 47 12.6.1819

*Warum reiset man in die Gebirge? (mehrere Teile)

Nr 47 12.6.1819

(Chronik Lit)
*v Lewenau Joseph Arnold: Beantwortung ... Landes-Cultur. 1819. (186f) | Rez. problematisiert, daß Autor Landsleute Barbaren nennt und Strafpredigen hält, weil sie seine Düngerlehre nicht befolgen.

Nr 48 16.6.1819

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Handbuch neueste Geo ös Kaiserstaat 1818. 3.Teil

Nr 49 19.6.1819

(IntBlatt) (Chronik Lit)
*Ankündigung VatBlät (vgl auch Nr 50,51)

Nr 61 31.7.1819 239-242

*"Die wiedererstandene von Kempelen'sche Schachmaschine" (Grundlage: Observations on the autmaton, von Graduierten Uni Oxford, Repertory of arts and manus, April 1819)

Nr 66 18.8.1819

(Chronik Lit)
*Burgvesten und Ritterschlösser ÖS Monarchie 1.Teil

Nr 67 21.8.1819

(Chronik Lit)
*Beyträge zur Lösung der Preisfrage des durchlauchtigsten Erzherzogs Johann, für Geographie und Historie Inneröstereichs im Mittelalter. II. Heft (263-265): Lob Ehzg Johanns, Verweis auf seinen Aufruf von 1812 an Stände über Rettung geschichtlicher Denkmale, statistisch-topographische Circular-Fragen an Werbbezirke, auch Umlaufschreiben von Gf Saurau anläßlich Zentralisierung des Staatsarchivs -"Actenstücke, die uns Österreichern im Ausland allerwärts Ehre bringen müssen, die den soliden Ernst beweisen, den der Monarch und seine Stellvertreter, - den die erlauchten Prinzen, den viele Abteyen und Privaten, dem Studium der vaterländischen Vorwelt widmen."; Lob des Joanneums; Vorbild für Franzensmuseum in Brünn, BOE Nationalmuseum.
inländische ZS rügte unlängst Mißbrauch der Preisfragen, zu "Finanz-Speculation" "Honorars-Surrogat"; dies hier aber nicht; | Aufsatz Sachsen in Inner-ÖS: viele neue Qellen; auswärtige Preiswerber traten bald zurück, Hormayr durfte es am ehesten wagen; Verweis auf seine vielen Abhandlungen, entdeckte, gab heraus und erläuterte über 2000 bedeutende Urkunden "Aber selbst in dieser streng kritischen Arbeit konnte er seine Lieblings-Tendenz nicht beseitigen, die Geschichte, durch beständige Vermählung mit redender und bildender Kunst, erst recht populär und echt national zu machen, jene Tendenz, wodurch er wie Mathäus von Collin sich treffend ausdrückte: 'Die vaterländische Geschichte fruchtbringend belebt, und in die Kunst herüber gerettet hat; da sie vorher (obgleich keineswegs arm an gründlichen kritischen Werken und Sammlungen) mehr der Gegenstand eines mühseligen Privatforschens, als der begeisterten Anschauung der Staatsbürger seyn konnte, und sich, wie fast überall heut zu Tage, beynahe nur mit Säuberung des Stoffs ihrer Bearbeitung beschäftigt hatte.'"; Aus Jahrbüchern der Lit "deren liberale Gründung und Festhaltung, dem Herrn Minister Fürsten von Metternich, nie genug verdankt werden kann" ist Rezension abgedruckt
*Labor, Johann: über philosophische Historiographie der neuesten Zeit 1818 (265): in neuern Zeiten haben Schriftsteller angefangen, HI mit der Fackel einer schärferen Kritik zu beleuchten und Philosophie zu Leitstern erkoren, Verf kritisiert dies etwas zu stark.
*Beförderung Crusius

Nr 69 28.8.1819

(Chronik Lit)
*Pichler: neue dramatische Dichtungen (273)

Nr 70 1.9.1819

(Chronik Lit)
*Hormayr: Allg HI Tod F2 bis 2.Pariser Frieden -ist Fortsetzung des unvollendeten Werks von Millot, daß in ÖS am weitesten verbreitetste wiss Buch im letzten 25 Jahren ist; Verweis auf andere Versuche, die für den Österreicher einseitig und unbrauchbar sind (275) | -heute da Stürme beschworen sind und was uns drückte und ängstige verweht und veraltet erscheint, düfte manchen evt Sprache als zu kräftig erscheinen; Verfasser eiferte früher "gegen so manchen undeutschen Lobredner des Fremdlingsjochs, wieder jenen Geist der Gleichgültigkeit gegen Nationalität, Theokratie und gegen die alten Dynastien"; Gewalt der Umstände hat nun Fatalismen aus literarischen und großen Welt verdrängt, aber ehem Lobredner Napoleons pfeifen nun aus anderen Löchern; "Sie weisen achselzuckend auf die Resultate des Wiener Congresses, auf Norwegen, auf Pohlen, auf Spanien, auf Süd-Amerika! Sie stimmen mit armseligen Gemeinplätzen ein in jenes unreife Geschrey von unbedingter Preßfreyheit, von Ständen, von Verfassung, von Volksthümlichkeit tv. trotz des schmählichen Ausganges fast aller solcher Experimente. - Sie fragen halb laut, wo denn das Versprochene goldene Alter und der Lohn so vieler Thaten und Opfer sich zeige? und führen mit allerley Maulwurfskünsten darauf zurück, was denn gewonnen sey, durch die unbedingte Wiederkehr des Alten, durch die Verbannung aller 'liberalen Ideen,' durch die Entfernung des Helden, den man leider abgehalten habe von der Zurückweisung des barbarischen Rußland nach Asien um mit Beyseitsetzung aller Eroberungen, sich einzig und allein, seinem Lieblingswerke, der Regeneration der Menschheit hinzugeben!!" -solche "Giftmischereyen" haben Verfasser bestimmt

Nr 72 8.9.1819

*Von den Gemsen (mehrteilig)

Nr 74 15.9.1819

(Chronik Lit)
*Bisinger: Vgl Darstellung Staatsverfassung EU Monarchien
*Versuch einer LebensHI des ersten Herzogs in ÖS Heinrich II Jasomirgott 1819 -wird stark kritisiert

Nr 78 29.9.1819

(Chronik Lit)
*Pichler: Frauenwürde (306f) -va ihr Roman Agathokles war besser

Nr 81 9.10.1819

(Chronik Lit)
*ZS Pannonia

Nr 88 3.11.1819

(Chronik Lit)
*Ziska/Schottky Hrsg: ÖS Volkslieder mit ihren Singweisen

Nr 89 6.11.1819

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Statistische Übersicht aller EU Staaten (353-355) "reine und angenehme Druck mit Straußischen lateinischen Lettern": wird gelobt; | wenig gelungen ist für ÖS die Übersicht der Mineralwasser, nicht zu erklären, wie diese in die statistischen Tabellen als Staatsmerkwürdigkeiten kommen konnten; | für ÖS: "Die Einwohnerzahlen sind meist aus den neuesten Conscriptionslisten ausgezogen, und dadurch schätzbar, daß immer auch die Zahl des männlichen und weiblichen Geschlechtes beygesetzt ist. Hier setzt der Verfasser die gesammte Seelenzahl auf 28,207,882 (abweichend von der Haupt-Übersicht) und zwar auf 13,721,371 männlichen und 14,486,511 weiblichen Geschlechts. Ein starker Überschuß des weiblichen Geschlechts gegen die Gesetze der Natur!" "2347 lebende Schriftsteller sollen nach einer neuern Zusammenzählung jetzt in den Erbländern vorhanden seyn; woher mag wohl dieses Datum gezogen seyn?"

Nr 90 10.11.1819

*Beiträge zur Bio Maximilan Hell

Nr 91 13.11.1819

*Hormayr/Mednyansky Hrsg: Taschenbuch für die vaterländische HI 1820: Hormayr wollte, daß TIR aufhöre "terra incognita zu sein", 1802-1805 erschienen Beiträge zu HI TIR; (387) || Beitrag Des Oswald Milser Hochmuth Fall und Reue steht wohl nur als Neleg zu Werners Ballada Ostermontag Seefeld 1386; Pichler.

Nr 95 27.11.1819

(Chronik Lit)
*Trattinnik: ÖS Blumenkranz (Gedichte über Blumen)

Nr 100 15.12.1819

(Chronik Lit)
*zu Wiener Kalendern

Nr 101 18.12.1819

*Bio Bischof Linz Sigmund v Hohenwart (aus Carinthia Nr 44)

Nr 102

*Bevölkerung Illyrien, Laibach

Nr 103 25.12.1819

(Chronik Lit)
*Aglaja Jb 1820: (409f) diesmal haben bedeutende Dichter wie Werner und Grillparzer mehr (Text) gespendet; Pichler (Intblatt)
*Übersicht ausländische politische Zeitungen, worauf kk Post-haupt-Zeitungs-expedition Pränumeration annimmt

Nr 104

HI Invalidenversorgung


1820

Fraktur
-hier ist Chronik Lit jeweils an Schluß des Monats angebunden

Nr.1 1.1.1820

*"Die Zeitschriften Wiens" (1-4): "Wir können den zwölften Jahrgang unserer Zeitschrift nicht zweckmäßiger eröffnen, als mit einem würdigenden Hinblicke auf einen Zweig der österreichischen Literatur, der sein Aufblühen dem Beginnen dieses Jahrhunderts, der raschen Erhebung wahrhafter Cultur unseres Vaterlandes unter der Regierung Sr. Maj. Franz I. dankt, und der seiner Natur nach geeignet ist, Liebe zu den Wissenschaften anzuregen, literarische Mittheilungen schnell zu verbreiten, Kenntnisse zu popularisieren, auf die Meinung des Publicums zu wirken, den Geschmack zu veredeln, und sonach die allgemeine Volksbildung zu erhöhen."; das beginnende Jahr wird als Jahr der "innern Geschichte der Staaten und ihrer friedlichen Consolidirung" gesehen; "wenn alle Verhältnisse sich nach und nach ordnen, wenn bey friedlichem Thun häuslicher Sinn, Rechtlichkeit, Tugend und Religion wieder die Oberhand gewinnen, wenn der beruhigte Bürger gefesselt an sein theures Vaterland sich wieder der Vorzüge desselben erfreuet, wenn er das Einheimische hoch in Ehren hält, und das Fremde nur nach reiflicher Überlegung, ob es auch gut sey, annimmt," so darf ÖS Zeitungslit 1820 positiv beurteilt werden; | Bemerkungen, die hier über andere ZS folgen sind "harmlos" und keine "kritischen Musterung", Privatansicht eines einzelnen Mannes (evt Sartori); VatBlä sind dem vorgezeichneten Ziel "Vaterlandsliebe durch Vaterlandskunde zu verbreiten" treu geblieben.
ZS wurden in IT 16.Jh eingeführt; in D derzeit ca 400 Zeitungen, ÖS mit IT nicht volle 30; vor WZ erschien in Wien Mercurius; | Hauptredakteur der 1.Abteilung WZ (eigentliche Zeitung) JC Bernard; ca 5000 Abnehmer;
"Daß die Zeitungen außer der angenehmen Unterhaltung, einen großen und wesentlichen Nutzen gewähren, bedarf keines Beweises. Sie sind, so wie die geographischen Kenntnisse, ein wirksames Mittel unsern Ideenkreis zu erweitern, uns mit der übrigen Welt bekannt, und dadurch zu Weltbürgern zu machen. Obwohl kein Staatsmann noch die politische Wichtigkeit der Zeitungen, ihren Einfluß auf öffentliche Meinung und Denkart verkannt hat, so sind dieselben doch, wie ein in Österreich vielgelesener Schriftsteller sagt, seit der französischen Revolution als Mittel zur Verbreitung der Meinungen, nur zu oft mißbraucht worden. Man hat schon den Nachtheil des zu weit und zu unordentlich getriebenen Zeitungslesens oft zur Sprache gebracht. Die Menge der Leser ist noch kein sicherer Beweis der Vortrefflichkeit einer Zeitung. Wer es weiß wie Zeitungen gewöhnlich gelesen werden, und wer sich die Mischung der verschiedenartigsten Stände und Charaktere, der mannigfaltigsten Geistescultur und Gemüthsstimmung vorstellt, der wird auch gewiß damit einverstanden seyn, daß die Herausgeber sich einen höhern Standpunct als den bloßen Beyfall des Publicums wählen. Eben weil Zeitungen, als populär geschriebene Blätter, in die Hände aller Volksclassen kommen, eben weil manche Nachrichten bey der flüchtigen Lectüre mißverstanden, oder gar nicht verstanden werden können; eben weil der so zu nennen beliebte Zeitgeist gar wunderliche Ausgeburten einer potenzirten Phantasie, welcher der Verstand nicht zu folgen vermag, hervor gebracht hat, | eben weil das letzte Ziel aller menschlichen Bestrebungen durch die Wahl oft unlauterer, oft unzweckmäßiger und noch öfters durch Nebenabsichten entstellter Mittel verfehlt wird, dürften die Organe der Völker vorzugsweise menschenfreundlich auf jenes hinweisen, was das Glücj und die Zufriedenheit des Einzelnen, wie des ganzen Volks herbeyzuführen und zu fördern vermögend ist. Wenn der Einzelne durch mannigfaltige Gelegenheit und mehr als hinlängliche Hülfsmittel, sich zu jeder Art von Geschäften auszubilden schon in seinen Kinder- und Jünglingsjahren versorgt wird, wenn dem angehenden gebildeten Staatsbürger in jeder Berufsclasse tausend Wege offen stehen, sich Verdienste, Lohn und Auszeichnung zu erwerben, wenn Gewerbe, Handel und Künste mächtig gefördert und geschützt, wenn die bürgerliche Existenz durch Verfassung und Verwaltung leicht und angenehm wird, wenn jeder Stand durch Erfüllung seiner Pflichten sich in seinem Gleise hält, wenn der Bauer nicht den Bürger spielen, wenn sich der Bürger nicht in die Geschäfte des Beamten mischen, wenn der Gelehrte nicht Staaten einrichten, wenn der Soldat nicht über Dogmatik disputiren will, dann findet jeder Stand und jeder Einzelne das Glück und die Zufriedenheit in sich selbst, welche nur Thoren oder Müssiggänger oder heimathlose Irrende außer sich zu suchen gewohnt sind. Wer ein Vaterland hat, und es liebt, den wird auch das Wohl seiner Genossen heilig seyn. Wer ein Vaterland hat, das ihn nährt und schützt, das ihn belohnt und ehrt, wo er sich heimisch fühlt, das er nie verlassen möchte, der wird mit jener Liebe und Ergebenheit der Religion, die Verfassung, die gewohnten Gesetze tc. tc., jenes Landes umfangen, wie der dankbare Zögling die häusliche Ordnung, die Gebothe und Anordnungen eines Hausvaters ehrt, der ihn mit Wohlthaten überhäuft hatte. Wer wollte schadenfroh den gutgearteten dankbaren Zögling zum Undanke gegen seinen Wohlthäter verleiten, wer die heiligste Pflicht der Menschheit so sehr verhöhnen, daß er die dankbaren Gefühle eines unverdorbenen Gemüthes mit sophistischen Phrasen wegresonniren könnte. Was hier von dem Einzelnen gesagt wurde, gilt auch von einem ganzen Volke. Der Herausgeber einer Zeitung spricht zur ganzen Nation. Wie er die Gesetze des Landes achtet, wie er die Religion heiligt, wie er die Vorzüge seines Reiches hervorhebt, wie er auf Rechtlichkeit und Moral hinarbeitet, wie er die Ansichten der Menschen berichtigt, wie er vor Irrwegen warnt, und ihr wahres Wohl ihnen klar vor Augen stellt, so mag er jedes Mahl als ihr besorgter Arzt erscheinen, der den am Gemüthe Kränkelnden, hülfreich Arzneyen darreicht, oder als ein mittheilender Hausfreund, der sich in der Welt umgesehen hat, und seinen Angehörigen durch Vergleich mit der Fremde, die Vorzüge ihres Vaterlandes mit immer neuen Zügen vor Augen stellt."
ÖS Beobachter: erscheint seit 1809, wird seither ununterbrochen besser; "Die politischen Stürme von außen erregten und nährten die Leselust des Publicums, der Beobachter befriedigte diese mit Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. (...) Was auch das politische Glaubensbekenntniß eines Mannes seyn mochte, so mußte er doch den Beobachter als eine sehr vorzügliche Erscheinung seiner Zeit ansehen."; "wie sich die Blicke der Völker wieder nach innen wandten" "besonnener Übergang zu einem echt vaterländischen Organ";
Verdienstvolle Volkszeitung Der Wanderer.

Nr.3 8.1.1820

*"Materiale zur Beleuchtung Wiens (12) Wien verbraucht zu seiner Beleuchtung großen Theils Rübsenöhl, welches mit Leinöhl gemischt wird, um es dünnflüssiger und in der Kälte weniger stocken zu machen."
*Wieviel kann ein Mensch schreiben?: Eine Seite a 1000 Buchstaben, am Tag 50 solcher Seiten oder 25 Blätter oder 12 Bogen, dh 50.000 Buchstaben; 300 Arbeitstage dh 15,000,6000 Buchstaben im Jahr
*"Versuche deutscher Puristen (Sprachreiniger) (12)
Jemand schlug vor, für Vater: Pflanzherr; für Mutter: Säuge; für Nase: Schnauber; für Flinte: Schießprügel; für Fenster: Tageleuchter; für Kamin: Dachnase; für Mantel: Windfang; für Pinsel: Mahlerquaste. (Schon Philipp von Zesen versuchte dergleichen.)"

Nr 4

Kaffe, Zucker, Honigverbrauch in ÖS

Nr 6 19.1.1820

*Ethnographische Betrachtung UNG (-Nr 9) (auch S.64,76,83)

Nr 9 29.1.1820

*"Einfälle" (38)
unter dieser Rubrik Sinnsprüche usw
"Die erträglichsten Narren sind die - eingesperrten."

Nr 1 1.1.1820

(Chronik Lit)
*Liechtenstern: Handbuch allg Welt und Staatenkunde 1.Teil 1819
*Intblatt: Verzeichnis ZS in ÖS 1820 1.Teil

Nr 10 2.2.1820

*"Über die Zeitschriften Wiens" (39-42)
"Wir leben in einem Zeitalter großer Ereignisse. Jahrhunderte in einzelne Momente zusammengedrängt, gingen mit rüstigen Schritten an uns vorüber, und gaben den Verhältnissen eine neue Gestaltung. Was noch vor einem Jahrzehende wahr schien, hat seinen Zustand in der Gegenwart verändert. Die Staaten, neugeordnet durch Bewegungen mannigfaltiger Art, gehen einem neuen kräftigeren Heimathsleben entgegen."; Verweis auf Pezzl Skizze von Wien 85-90; (39) | Verfasser möchte ihm widersprechen, was seine Konstatierung eines Rückgangs der Lektüre betrifft.
Zitat de Stael über Schriften eines geistreichen Mannes als Goldstücke, die von dürftigen Köpfen in Menge geringhaltiger Scheidemünzen verwandelt werden. | "Außer den gewöhnlichen literarischen Erscheinungen aus der ernstern Wissenschaften, wie aus der leichtern Literatur, brachten noch verschiedene Zeitereignisse eine Sündfluth von Schriften in die Welt, die zwar größten Theils nur zur Befriedigung einer frivolen Neugierde dienten, aber dennoch als frische und pikante Waare bey einem gewissen Publicum Eingang fanden. Die Phantasien über Deutschlands Erhebung, Wiedergeburt und Einheit, die Zurufe an Teutonia, und überhaupt alle berufenen und unberufenen Schriften dieser Art sind in Leipziger Meß-Cathalogen und in Hinrichs Bücherverzeichnissen bey weitem nicht alle genannt. Es bestehen Verzeichnisse derselben, worüber selbst Literatoren, die sonst mit dem Gange des Bücherwesens gleichen Schritt zu halten gewohnt sind, erstaunen würden. Wer erst noch hinblicken wollte auf den Wust jener Broschüren, die über die Landwehren Deutschlands, über die Schlachten der kriegführenden Mächte, über Hamburg, Magdeburg, Leipzig, Dresden, Lützen, Torgau, Hanau, über Moreau, Blücher, Körner, über des Papstes Entführung, über Sachsens Schicksal, über das ehemalige Königreich Westphalen, über die Juden, über Kotzebue's Tod tc. erschienen sind, dem würde die Masse derselben das Gesicht verdunkeln. Noch haben wir nichts von den zweifelhaften Geburten gewisser Schriftsteller *) *) Daß jene Werke, wodurch die Wissenschaft und Kunst wahrhaft gefördert wurde, hier nicht gemeint sind, versteht sich ohnedieß., über altdeutsche Poesie und Kunst, über germanische Sitte und Alterthum, über die läppischen Schriften der Sprachreiniger und Nibelungianer, über die tollen Lieder, Commerse und Aufrufe der deutschen Burschenschaft, der Deutschthümler, Turner und verschiedener anderer Vereine gesagt, durch welche die Menschheit gelinge geurtheilt, wenigstens eben so wenig verständiger und humaner wurde, als wenn sie das Geld, was diese ephemeren Büchleins, die bereits in ihre verdiente Vergessenheit zurückgesunken sind, kosteten, zum Fenster hinaus geworfen hätte. Welcher erstaunlichen Fruchtbarkeit konnte sich die Geschichte in der letzteren Zeit rühmen, welche so allgemein interessante welthistorische Begebenheiten und Individuen zu Objecten ihrer Ansichten und Urtheile erhalten hatte. Die französische Revolution, die Reactionen beynahe aller Völker Europens, dagegen die Kriege in und außer diesem Welttheile, die Umstaltungen der Völker, die Feldzüge in Italien, Deutschland, Spanien, Portugal, Rußland, Frankreich, Ägypten, das Colonial-System, die Nachrichten über Elba und Helena, die Schlachten, Belagerungen, Capitulationen, Friedens-Tractate, Conventionen, Allianzen, Europa's Wiedergeburt, der deutsche Bund, die Constitutionen, Ständeversammlungen, Repräsentationen, die Congresse, überhaupt alle publicistischen, politischen und diplomatischen Verhandlungen einer Zeit, welche den Veränderungen der Staatenverhältnisse gewöhnlich vorangehen und nachfolgen, endlich noch alle geographischen und statistischen Umwandlungen, welche den neuen Bestimmungen der Länder folgen mußten, sind eben so viele fruchtbare Süjets zu bändereichen Werken geworden, die auch nicht selten über die Gebühr und oft ohne Noth beschrieben und wieder beschrieben worden sind. Man will endlich der Schriften über Pestallozzi und Lancaster, über den thierischen Magnetismus, über die Jubelfeyer der Protestanten, über die Bibelgesellschaften, über die projectirte Vereinigung der Religionen und anderer theologischen Streitschriften nicht erwähnen, womit das bücherreiche nördliche Deutschland auch den Süden überschwemmt hat, man weiß davon genug, wenn man erfährt, daß über des einzigen Pastor Claus Harms 95 Theses (ein winziges Büchlein), über 30 sage dreyßig verschiedene Schriften erschienen sind." -Beweis, daß Lit in D zunimmt; | (42) aber auch für S-D, für ÖS gilt dies.

Nr.11 5.2.1820

"Über die Zeitschriften Wiens" (41-43, sollte 43-45 sein, hier gibts einen Paginierungsfehler): "in früheren Jahren Österreich die Schriften des Auslandes beynahe als den einzigen Canon seines gelehrten Wissens ansah"; Zahl der Journale wuchs gegen 60; | ob Behinderung der Preßfreiheit der 1780er Jahre zur Abnahme der Lit in ÖS beitrug, würde Anlaß zu mannigfaltigen Diskussionen geben; wohltätig aber "Hintanhaltung jenes Schwalles von Tagsbroschüren" sowie daß "die leidige Sucht nach Ritter-, Geister-, Räuber- und Hexen-Romane ausgereutet"; "Wo das Unkraut vertilgt, die Ranken und Gestrippe hinweggeschafft, und die Bahne geebnet ist, welche den Fortgang einer gründlichen Nationalbildung begünstigt, da öffnen sich die Gemüther leicht für das Bessere, und werden empfänglich für die Vorzüge der Werke der classischen Schriftsteller." Ähnlich ist Darstellung auch in Halleer, Jenauer und Leipziger LZ, GGA, va nach 1810; "Österreich hat die Periode der Vielschreiberey größten Theils überstanden, die Krankheit war um so gefährlicher, weil sie eine Geisteskrankheit war. Ein wohlthätiger Arzt leitete die Crisen der Natur; wer wollte so undankbar seyn, den Heilkundigen zu mißkennen, weil die Hypersthenie des Kranken die Kräfte zwar etwas herabgestimmt hat, er selbst aber durch die Hülfe des Arztes genesen ist. Die Fremden erkannten die Einsicht des Arztes besser, als die Einheimischen, welche Zeugen von der Bereitung der heilbringenden Arzneyen waren, und hier und da ein Kräutlein gewahren wollten, das zwar bitter am Geschmacke, doch heilsam in seinen Wirkungen war. Diese rühmlichen Zeugnisse von außen, dieß kräftige Emporstreben der Literatur von innen, sind der kräftigste Erfahrungsbeweis, daß die Literatur in Österreich durch die Verminderung der Preßfreyheit nicht abgenommen habe."
"die mögliche Reinigung der Literatur von Spreu und Weizen durch eine einsichtsvolle Bücheraufsicht"
*"Genealogische Gallerie des österreichischen hohen Adels im Jahre 1820." (43, eigtl 45) "Die Nahmen berühmter Männer, welche sich durch glänzende Eigenschaften und Verdienste in den vornehmsten Staats- und Militärwürden ausgezeichnet haben, werden zur mächtigsten Triebfeder für jedes empfängliche Gemüth. Die Geschichte Österreichs bewahrt mit hohem Selbstgefühl eine Reihe der gefeyertsten Nahmen, die ihren Geschlechtern auf Jahrhunderte hinaus allgemeine Verehrung sichern. Unser Zeitalter ist reich an Momenten, wo altherrliche Geschlechter sich in den Heroen der Gegenwart verjüngten, wo die Trophäen der Vorzeit sich wieder an den Geschichten des Tages erneuten, wo Österreich doppelt Ursache hat, die Nahmen der Erhabenen mit Ehrfurcht und Bewunderung zu nennen, die dem Vaterlande im Kriege wie im Frieden weise Leiter, tapfere Feldherren, besorgte Schützer waren. Österreich hat einen Adel, der an Hoheit, Reichthum und Ansehen in Deutschland der erste ist. Er enthält Nahmen von der größten Wichtigkeit und von universalhistorischen Ruhme." in Zukunft werden wochtisgte Geschlechter vorgestellt werden.
*"Schwarzenberg
(Katholisch)
(...)
Fürst Joseph Johann Nepomuk Anton Carl, des heil. römischen Reichs Fürst zu Schwarzenberg, gefürsteter Landgraf zu Klettgau, Graf zu Sulz, Herzog zu Krumau, Graf zu Illereichen und Herr zu Kellmünz, Ritter des goldenen Vließes und des k.k. St. Stephans-, wie auch des k. bairischen St. Huberti-Ordens Großkreuz, k.k. wirklicher geheimer Rath, Kämmerer und zweyter Deputirter von Seite des (43,eigtl 45) | Königreichs Böhmen bey der k.k. vereinigten Einlösungs- und Tilgungs-Deputation zu Wien, geb. den 27. Juny 1796, folgte den 5. November nach erlangter Volljährigkeits-Erklärung seinem Vater, dem Fürsten Johann Nepomuk; wohnt zu Wien im fürstlichen Hause auf dem Mehlmarkte Nr. 1118"
-es folgt Auflistung Gemalin, Kinder und Geschwister.

Nr.15

*Genalogische Galerie: Esterhazy (60): hier bei Wohnort Fürsten nur Verweis auf eigenen Palast in Wien, bei Ortsangabe der Kanzlei: fürstl Haus in Wallerstraße Nr 295

Nr 11 5.2.1820

(Chronik Lit)
*FHB: Kalender des bürgerlichen Handelsstand in Wien 1820
*Intblatt:
Neue ZS ÖS: Phöbe in Brünn (46)
Wieviel hat Wien Schriftsteller (46) -Ankündigung eines Artikels in VatBlä, sind ca 5 Halbhundert

Nr 12 9.2.1820

(Chronik Lit)
*Intblatt: Modespielereyen: Kunst, Taufnahmen einer Person zu erraten (48)

Nr 13 12.2.1820

(Chronik Lit)
*Pezzl: Beschreibung Wien 5.A. o.J. (49-50): erschien Ende 1819, Verweis auf Rezension desselben Rezensenten in Chronik der ÖS Lit 1817 Nr 2 und 3 | S.241 Konskription 1813 falsch, dabei sind die Konskriptionsergebnisse dieses Jahrs gedruckt

Nr 18 1.3.1820

*Über die Zeitschriften Wiens. (69-71) || in folgender Aufzählung sind neugriechische, hebräische Schriftsteller nicht genannt, auch nicht die die in slawischer oder ungarischer Sprache schreiben, auch serbische nicht, dh va deutsche Lit; Zahl aller Schriftsteller Wiens wäre wohl über 500, für Stadt von 250.000 nicht gering; in Ggsatz zu N-D sind hier ausgezeichnetsten Schriftsteller aus Klasse der öff Staatsbeamten und Professoren, Geistlichen, Ärzte, Militärs, kaum Schriftsteller allein; Ggsatz zu N-D "wo man berufen oder unberufen die nächste beste Gelegenheit ergreift, um seinen Nahmen, wenn auch nicht berühmt, so genannt zu machen."
*Verzeichnis der ggwärtig in Wien lebenden Schriftsteller Anmerkung: wer nicht genannt, möge sich | melden, Brief an Redaktion der vatBlä, im Comptoir des ÖS Beobachters am Peter im Auge Gottes Nr 603 -geht bis Nr 23
zB: "Schlegel, Fridrich von, k.k. Legations-Rath. (Geschichte. Schöne Literatur.)" (Nr 21,11.3.1820,83)

Nr 24 22.3.1820

*Costa: Reise nach Krain
*Genealogische Galerie: Metternich (95)

Nr 26 29.3.1820

*Costa, Heinrich; Ausflug nach Inner-Krain im Jahre 1819 (101) Ritterveste Lueg, Burg von Erasmus Lueger: "Schauerlich wil ist dieß Gemählde."

Nr 18 1.3.1820

(Chronik Lit)
*Schels: Militärisch-politische HI ÖS 1.,2.Bd (69-70)
"Die Geschichte des österreichischen Kaiserstaates ist unstreitig eine der allerschwierigsten Aufgaben der Geschichtschreibungskunst. So wenig es auch an mannigfaltigen, zum Theil vortrefflichen Bearbeitungen einzelner Perioden fehlt; so vielfache Geschichten, Chroniken und historische Sammlungen von einzelnen Provinzen auch bereits vorhanden sind: so gehört doch eine Geschichte des Gesammtstaates bisher noch immer unter die ungelöseten Aufgaben der Historiographie. Galetti, Coxe, Pölitz, Schneller und einige andere weniger bedeutende Schriftsteller haben zwar die Lösung dieser schwierigen Aufgabe versucht, und ihre Arbeiten verdienen gewiß den Dank jedes Freundes der vaterländischen Geschichte; aber das Ziel ist bey weitem noch nicht erreicht, der Kreis noch lange nicht geschlossen. Deutsche, slavische, ungrische und italienische Völker, die jedes für sich ihre besondere Geschichte haben, verreinigen sich in der österreichischen Monarchie zu einem großen welthistorischen Reiche, welches in seiner politischen Gesammtheit auch seine allgemeine Geschichte hat. Das Besondere dem Allgemeinen gehörig unterzuordnen, ohne jedoch jenes in diesem verloren gehen zu lassen - dieß ist die große Schwierigkeit, welche dem Historiographen hier entgegen tritt. Er muß, wenn er diese Schwierigkeit glücklich überwinden, und alle Leser, die sich für sein Werk interessiren sollen, befriedigen will, außer den allgemeinen, für jeden Geschichtsschreiber unerläßlichen Eigenschaften der Unparteylichkeit und Wahrheitsliebe, des richtigen politischen Überblickes und pragmatischen Geistes, der Quellenkenntniß und historischen Darstellungskunst, auch mehere besondere Vorzüge, als z.B. specielle Länder-, Völker- und Sprachenkenntniß, in sich vereinigen; er darf keinen, wenn auch noch so kleinen Bestandtheil des Ganzen vernachlässigen; er muß alle Theile mit gleicher Liebe und Humanität behandeln! - Nur Einem mit diesen seltenen Geisteseigenschaften und Gemüthsvorzügen dürfte es gelingen, jenen spröden Absonderungsgeist zu neutralisiren, der sich in den Geschichten der einzelnen Länder des österreichischen Kaiserstaates so wenig verläugnet, daß z.B. ein und derselbe Landesfürst in der Geschichte einer Provinz den Nahmen des ersten, in einer andern den des zweyten, dritten, vierten, fünften u.s.w. erhält, und in der Geschichte der einen Provinz mit Stillschweigen Alles übergangen wird, was die übrigen Provinzen betrifft. Dieser Absonderungsgeist kann nur durch eine gute Gesammtgeschichte des Kaiserstaates beseitiget werden, und eine solche ist - ein fühlbares Bedürfniß unserer Literatur. Wie diese übrigens am sichersten und kürzesten zu Stande kommen könnte, ist bereits in diesen Blättern bey Gelegenheit der Anzeige von Pelzel's neu aufgelegter böhmischer Geschichte angedeutet worden.
So lange indessen der daselbst angezeigte Weg nicht eingeschlagen ist, bleibt jeder neue Versuch einer Gesammtgeschichte des österreichischen Kaiserstaates ein dankenswerthes Unternehmen. Ganz besonders verdienstlich wird aber dieses Unternehmen, wenn es von dem militärisch-politischen Gesichtspuncte ausgeht, weil bekanntlich die Länder des österreichischen Kaiserstaates in | (70) Hinsicht der militärischen Einrichtungen schon seit langem zur vollkommensten Einheit organisirt sind, und in dieser Hinsicht durchgängig gleiche Gesetze, Verfassung und Verwaltung, ja selbst einerley Commando-Sprache haben."

Nr.20 8.3.1820

(Chronik Lit)
*Darnaut: Kirchliche Topographie 2.Hälfte
*Intblatt: Hänke tot

Nr.23 18.3.1820

(Chronik Lit)
*Div Theaterstücke

Nr.26 29.3.1820

*Papon: Vollständige HI der französischen Revolution. (101)

Nr.27

*Wieselburger Gespannschafft

Nr.35 29.4.1820

*FHB: Nachtrag zu Verzeichnis Schriftsteller

Nr.27 1.4.1820

(Chronik Lit)
*Byron: der Korsar, Ü: Caroline Pichler (105) -wird kritisiert

Nr.35 29.4.1820

*Rittler: Findling, Laun: Traum, Fried Hg: Cicade

Nr.41 20.5.1820

*General Tilly
*Verzeichnis Schriftsteller STMK; Krain

Nr.42 24.5.1820

*"In wiefern ist der Grundbesitzer, und also vorzüglich der großbegüterte Adel bey einem Prohibitvsystem interessirt? (In steter Hinsicht auf die österreichische Monarchie)." (165) Bisher waren Stubengelehrte gg Begünstigung der inländischen Fabrikation durch Prohibitiv-maßregeln; "luftige Theorie" hat "durch das oberflächliche Privatinteresse der Consumenten Popularität erlangt"; || in Sachsen wird schon Hälfte der Rittergüter zum Verkauf angeboten; in ÖS Übel noch nicht so schlimm, Gewerbsstand leidet aber unter englichen Handelspolitik;

Nr.43

*Verzeichnis Schriftsteller Troppauer, Teschner Kreis

Nr.44 31.5.1820

*Gerle WA: Über Charakter, Sprache und Literatur des BOE Volks

Nr.36 3.5.1820

(Chronik Lit)
*Ursachen Verfall gepachtetes Theater
*Griesel: Dürer (dramatische Skizze); Rittler: Zwillinge (roman ohne r); Stahl Caroline: Erzählungen

Nr.41 20.5.1820

(Chronik Lit)
*Frhr v Lichtenstern: Handbuch Welt und Staatenkunde 2. Teil (161)

Nr.42

(Chronik Lit)
*Plan STMK ZS

Nr.44

(Intblatt) (Chronik Lit)
31.5.1820
*Ankündigung 2.Jg VatBlä
*Sartori: Wiener Schriftsteller-Verzeichniß

Nr.45 3.6.1820

*Stand der ÖS Armee

Nr.52

*Ethnographisches UNG

Nr.50

Intbl (Chronik Lit)
*Nekrolog Ambros Eichhorn

2.Bd.

Nr.54

*Verzeichnis in BOE lebender Schriftsteller (-Nr 57)

Nr.55 8.7.1820

*Duftschmid: Schilderung Mühlkreis OÖ

Nr.53 1.7.1820

(Chronik Lit)
*Werner: Mutter der Makkabäer (209) mit Rücksicht auf im Conversationsblatt Nr.31 1820 erschienene Rezension (-Nr 55)

Nr.57 15.7.1820

(Chronik Lit)
*Bäuerle: Komisches Theater; Meisl: dramatische Beyträge Intblatt (228):
*Ankündigung Gerles romantischen Bildersaals durch Buchhändler Traßler in Brünn: Ritter der Tafelrunde Karl des Großens, Wieland, Friedrich Schlegel (FS), Alxinger beschäftigten sich bisher nur mit Fragmenten dieser Bilderwelt

Nr.59 22.7.1820

(Chronik Lit)
*Marie v C: Feyerstunden

Nr.61 29.7.1820

(Chronik Lit)
*Zahlhas: Tassilo II.

Nr.63

*Verzeichnis Schriftsteller KTN

Nr.69 26.8.1820

*Verzeichnis Künstler (mit Angaben Hausnummern) (273-276, fortgesetzt)

Nr.63

(Chronik Lit) *Fellingers poetische Schriften

Nr.64 9.8.1820

(Chronik Lit)
*Weidmann: Eduard Sommer: Kritik der Albaneserinn Intblatt (256) Literarische Miscellen aus Wien: "Bey dem Buchhändler Wallishausser in Wien ist so eben erschienen: Concordia, eine Zeitschrift. Herausgegeben von Friedrich Schlegel. Erstes Heft Enthält: Signatur des Zeitalters, vom Herausgeber. Pränumerations-Preis für den halben Jahrgang von 6 Heften 8 fl. W W."

Nr.76

*Verzeichnis Schriftsteller MAE

Nr.78 27.9.1820

*Namestnik: Ursprung Name Kinsky

Nr.72 6.9.1820

(Chronik Lit)
*Leon: Beschreibung kk Hofbibliothek (NB)

Nr.74 13.9.1820

(Chronik Lit)
*Intblatt: Nekrolog EB Hohenwarth (aus WZ)

Nr.81 7.10.1820

*Sigmund Frhr v Herberstein

Nr.85 21.10.1820

*AR Namestnik: Über Familiengeschichte überhaupt, und insbesondere über jene der tapfern Baronen Tettaur von Tettova. 330-332.
Durch HI einer altadligen Familie (330) gewinnt Reiz und Gehalt der Universalhistorie; aber auch Vaterlandsliebe; "Wenn sich ferners das dankbare Vaterland jener großen und heroischen Verrichtungen erinnert, die ein Edler zum allgemeinen Wohle mit Hintansetzung seines Lebensgenusses vollbracht; wenn die Tausend und Tausend zu eben dem Zwecke überwundenen Gefahren zum Hohen anfeuernd in den Busen jedes Bessern niedergelegt, und allgemein in dem Tempel des Rühmlichen aufgezeichnet werden; welche schöne und mächtige Triebfeder hat dann nicht das aufstrebende und einer gesegneten Kraft sich bewußte Gemüth zu ähnlichen Entschlüssen, und ähnlicher Milde und That? Darum sollte man die Begebenheiten vaterländischer großer Häuser mehr zu sammeln, und sie im historischen Werthe und Gestalt, als eine vollständige Geschichte des Hauses darzustellen suchen."

Nr.86 25.10.1820

*Jos Mitterdorfer: Das aufgehobene Jesuitenstift Mühlstatt und sein romantischer See, mit seinem mahlerischen Umgebungen, in OberKTN

Nr.86 25.10.1820

(Chronik Lit)
*Fundgruben Orient (341) | Friedrich Schlegel (FS) hat in Werk | über Sprache und Philosophie der Indus bemerkt, daß Sanskrit geringere Analogie zur Slavischen Sprache habe, diese verdient aber trotzdem Aufmerksamkeit; in 1.Bd 4.H führt anonym Verfasser (ist Graf v Golowkin) als Beweis mehr zu Gunsten FS-These 40 slawische und indische Worte an, die ähnlich sind, wobei die Hälfte dieser auch mit germanischen und lateinischen Wörtern Ähnlichkeit hat

Nr.89 4.11.1820

*Fstum Liechtenstern statistisch beschrieben

Nr.88 1.11.1820

(Chronik Lit)
*Hormayr/Mednyansky Hg: Taschenbuch für die vaterländ HI 1821 (347) Lob aus JB der Lit (VIII 405) wird zitiert; || Gesang aus Königinnhofer-Handschrift (CS-Nibelungenlied) über Kämpfe Christen mit Tataren; ein fleißiger Anfänger in MAE Landeskunde, Joseph Horky aus MAE-Trübau verlegte Schauplatz der und anderer Taten nach MAE (Hormayrs Archiv 31 3.1818); "Allein Herr Horky nimmt es leider mit seinen Angaben, aus irrigen Provinzial-Patriotismus nicht immer sehr genau, und würde sich nicht selten übel dabey befinden, wenn er jede Angabe auf ihre Quellen zurückzuführen streng verhalten würden. - Dieses aber ist der Historie weit mehr schädlich als nützlich und schmeckt nach jenem fatalen Zwittergeschlecht des historischen Romans, der Ritter- und Gespenstergeschichten, die in unserer Literatur so viel Unheil angerichtet haben!"

Nr.93 18.11.1820

(Chronik Lit)
*Büssel: Poetische Blüten

Nr.94 22.11.1820

(Chronik Lit)
*(Hormayr) Scenen aus Vaterlandsgeschichte
*Novag: Bürgerspital St Marx

Nr.95, 96

(Chronik Lit)
*Fortsetzung Fundgruben Orient Hammer: Poesie

Nr.97 2.12.1820

(Chronik Lit)
*Hormayr sämtl Werke: 1. BD TIR im MA

Nr.102 20.12.1820

(Chronik Lit)
*Panorama des Scherzes
*Intblatt (406) "Ehrenbezeigung
Die k.k. patriotisch-ökonomische Gesellschaft im Königreiche Böhmen hat den Dr Franz Sartori, Vorsteher des k.k. Central-Bücher-Revisionsamtes zu Wien, k.k. nied.österr.Regierungs-Secretär, Mitglied der k.k. Landwirthschafts-Gesellschaft zu Klagenfurt, und mehr anderer gelehrten Gesellschaften 'in Erwägung der vielseitigen Verdienste desselben um Staat und Vaterland *)', zu ihrem auswärtigen correspondirenden Mitgliede ernannt. *) Worte des Diploms"
"Erklärung.
Mehrere Umstände, vor allem aber der Mangel an Zeit, bestimmen mich, die Redaction der vaterl. Blätter mit Ende des Jahrs 1820 niederzulegen, und mich für gegenwärtig zugleich von allen literarischen Arbeiten, die von mir im Drucke erscheinen könnten, zurück zu ziehen.
Dr. Franz Sartori."

Nr.104 27.12.1820

(Chronik Lit)
*Intblatt (414) Verzeichnis ausländische Zeitungen Wien für 1821 zu haben (mit Preisen)

Nr.105 29.12.1820

(Chronik Lit)
*Intblatt (418) Verzeichnis inländische Zeitungen Wien für 1821 zu haben (mit Preisen)

Zu diesen Exzerpten


Verzeichnis der Exzerpte