Annalen der österreichischen Literatur und Kunst. Exzerpt 1802-1812
Erstellt von Christian Aspalter und Anton Tantner

Standort: Universitätsbibliothek Wien, Signatur II 266.788 (1802-1809); I 266.788 (1810-1812)
Österreichische Nationalbibliothek: 105.109-C
1806 nicht erschienen

Literatur

Anders, Hermann: Die Wiener literarischen Zeitschriften von 1800 - 1815 und ihre Auseinandersetzung mit der deutschen Klassik und Romantik. Dissertation an der Universität Wien. Wien 1930, S.19-33.
Meißnitzer, Alois: Die Annalen der österreichischen Literatur. Eine Monographie. Dissertation an der Universität Wien, 1935.

Seiten- bzs. Spaltenzahlen sind kursiviert in runde Klammern gesetzt, Seitenumbrüche durch das Zeichen | gekennzeichnet.

Verwendete Abkürzungen

allg = allgemein
ALZ = Allgemeine Literaturzeitung
AWS = August Wilhelm Schlegel
BAY = Bayern, bayrisch
Bd = Band
Bev = Bevölkerung
BN = Bibliotheque Nationale, Paris
BOE = Böhmen, böhmisch
Bsp = Beispiel
CH = Schweiz
D = Deutschland, deutsch
dgl = dergleichen
div = diverses
ebf = ebenfalls
Ehzg = Erzherzog
EU = Europa, europäisch
Exp = Exemplar
fl = Gulden
FR = Frankreich, französisch
FS = Friedrich Schlegel
GAL = Galizien
Geo = Geographie
Ges = Gesellschaft
gg = gegen

H = Heft
HD = Hofdekret
Hg = Herausgeber, herausgegeben
HHStA = Haus-, Hof- und Staatsarchiv
HI = Geschichte
HKR = Hofkriegsrat
Hzg = Herzog
Int.Bl., Intblatt = Intelligenzblatt
IT = Italien, italienisch
J2 = Joseph II.
Ks = Kaiser
KTN = Kärnten
L1 = Leopold I.
LW = Landwirtschaft
MA = Mittelalter
MAE = Mähren, mährisch
MT = Maria Theresia
N = Nord(en)
NB = Nationalbibliothek, Wien
O = Ost(en)
ökonom = ökonomisch
OÖ = Oberösterreich
ÖS = Österreich, österreichisch
ÖuE = Österreich unter der Enns

ÖuE = Österreich unter der Enns
Philo = Philosophie
PR = Preußen, preußisch
Prof = Professor
R = Rußland, russisch
REV = Revolution
S = Süd(en)
SBG = Salzburg
SCL = Schlesien
SIE = Siebenbürgen
Sp. = Spalte
ST, STMK = Steiermark, steirisch
Stat = Statistik
TIR = Tirol, tirolerisch
ua = unter anderem
UB = Universitätsbibliothek Wien
UNG = Ungarn, ungarisch
W = West(en)
wg = wegen
WIRT = Wirtschaft
wiss = wissenschaftlich
ZS = Zeitschrift


Exzerpt: Annalen der österreichischen Literatur 1802


Hrsg. "von einer Gesellschaft inländischer Gelehrter"
In Commission bei Buchhändler Anton Doll dem jüngeren in Wien und in Commerzienrath Seidelischen Buchhandlung in München.

"Unerwartete Hindernisse haben die Erscheinung der auf den ersten Jänner dieses Jahrs angekündigten annalen der Oesterreichischen Literatur bis jetzt verzögert. Diese sind nun beseitigt, und man wird desto rascher das Versäumte nachhohlen. Indessen wird es nicht überflüssig seyn, den wesentlichen Inhalt der Ankündigung dieser Zeitschrift für diejenigen zu wiederhohlen, welchen sie nicht zu Gesicht, oder denen sie ausser Acht gekommen ist.
Der Zweck dieser Annalen ist: die Kenntniss einheimischer literärischer Producte im Inalnde zu erleichtern, und das Auslanf früher, als es bisher geschehen konnte, auf dieselben aufmerksam zu machen, zu schüchternen Gelehrten, welche Aufmunterung verdienen, Zutrauen zu sich selbst einzuflössen, dagegen Schriftsteller, die ihrem Vaterlande und ihrer Wissenschaft wenig Ehre machen, zurecht zu weisen - mit einem Worte: der vaterländischen Literatur aufzuhelfen.
Zur Erreichung dieses zwecks hat sich eine Gesellschaft inländischer Gelehrten vereinigt.
Sie übernimmt es, alle literärischen Producte, die seit dem Anfange des neuen Jahrhunderts in den Oesterreichischen Staaten in allen Wissenschaften und Sprachen erschienen sin, nicht nur anzuzeigen, sondern auch zu prüfen, und das Resultata ihrer Prüfung dem Publico vorzulegen. Dabey macht sie sich auch zur Pflicht, alles, was in ausländischen Schriften über die Oesterreichischen Staaten geschrieben wird, zu beurtheilen. Die Nothwendigkeit einer solchen Prüfung von Landeseingebornen ist zu klar, als dass sie eines Beweises bedürfte.
Mit ihrer kritischen Zeitschrift, wovon, vom Jänner dieses Jahres an, auf jedes Monath acht Stück, jedes zu einem halben Quartbogen, berechnet sind, verbindet die Gesellschaft auch ein Intelligenzblatt, wie es die Jenaer oder Erlanger Allgemeine Literatur-Zeitung liefert. Monathlich wird wenigstens Ein Stück hiervon mit den Zeitungen ausgegeben. Beyträge zu den literärischen Nachrichten, dergleichen Anzeigen von Beförderungen, Belohnungen, Todesfällen gelehrter Inländer sind, werden unentgeltlich darinnen abgedruckt. Literärische Anzeigen hingegen, bey welchen der Nutzen ihrer Aufnahme bloss auf der Seite des Einsenders ist, z. B. Antikritiken, Buchhändleranzeigen u.s.w. müssen mit 3 Kreuzer curr. für jede gedruckte Zeile honorirt werden. Auch können sie ohne eine sogleich beygelegte sichere Anweisung für die Berichtigung der | Insertionsgebühren nicht aufgenommen werden." -Es folgen die Kontaktadressen, an die Inserate postfrei zu schicken sind: in ÖS Staaten: Anton Doll des Jüngern Buchhandlung in Wien; außer ÖS: Expedition der Annalen in Regensburg.
*Verfasser und Buchhändler, die ein Werk früher als üblich angezeigt zu sehen wünschen, sollen ein Exemplar postfrei nach Wien schicken, werden es in crudo wieder erhalten; "Man bittet ferner die Gelehrten der österreichischen Monarchie, die ihre Werke entweder nicht vollständig, oder gar nicht in des H. HR und Professors Meusel gelehrtem Deutschlande verzeichnet finden, die vollständige Anzeige ihrer Werke, und die Angabe ihres Geburtsortes, des Tages und Jahres ihrer Geburt und des Charakters gefälligst postfrey einzusenden, damit die Lücke, welche die österreichische Literatur bisher selbst bey dem rastlosen Eifer des H. Hofraths Meusel noch immer in seinem gelehrten Deutschland gelassen hat, durch das Intelligenzsblatt dieses Journals zu Ehre unsers Vaterlades ausgefüllet werde."
*Es folgen Angaben der Buchhandlungen, wo Journal subskribiert oder gekauft werden kann (ua: Brünn: Gastl, Prag: Widtmann). für D besorgt Seidelische Buchhandlung München Hauptspedition. Wer ZS wöchentlich erhalten will, wende sich an Postämter; Oberpostamt Regensburg Hauptspedition. Preis eines Jahrgangs, dessen Stücke geheftet abgegeben werden: 5 Gulden current oder sechs Gulden rheinisch.
Juli 1802.

Nr.1.
1, Stück Jänner 1802
2 Spalten pro Seite, diese, nicht Seiten sind numeriert!
*Földi Johann: Termeszeti Historia 1901. nach Linné. nicht bloße Übersetzung (1-3)
*Ferdinand Grafen von Kuefstein: Über den Nutzen der Arbeitsanstalten. 1802. (3-5)
*Grammatica Tedesca von Mildenheim

Nr.2
*Rautenkranz: Poetische Früchte meiner Nebenstunden
Nr.3
*Kottnauer Hg: Vademecum mit Pfänderspielen
*Weissenbach: Hymnus an Frieden
*Vertot: HI römische Staatsveränderungen, aus FR übersetzt
Nr.4
*Ulrich von Unkenbach *Wenzel GI: der Weise *Juliette von Luneville *Kotzebue
*Sonnenfels: Über die Stimmenmehrheit bei Criminalurteilen
Nr.5
*Sendschreiben an Sonnenfels *Pillerowskiey: (Polnisch): Lehrgedicht über Feldbau
Nr.6
Reichard HAO: Passagier auf Reise in D: Fehler werden korrigiert, auch Angaben zur Einwohnerzahl und Fläche
Nr.7
*Über den Kuß und das Küssen
*De Lucas neuestes Reisebuch. Postcourse. 2.A. 1802
Nr.8
*Beobachtungen der kk med Josephs-Academie *Stulli: Lexikon Latein-Italienisch-Illyrisch *Iconologie
Nr.9 Februar 1802
*Handbuch für Richter *Gesundheitstaschenbuch für 1801, von Gesellschaft Wiener Ärzte *Kajetan: Kürzere Kanzelvorträge
Nr.10
*Briefsteller *Rede am Restaurationsfest Ritterakademie von Bernhard Fölsch (80): darin bittere Warnungen gg neue Philo
Nr.11
*Überblick des neusten Zustandes der Literatur, des Theaters und des Geschmacks in Wien. Wien: Doll, 1802 (87)
Nr.12
*Bemerkungen über Kotzebue
Nr.13
*Neuestes Sittengemählde von Wien, 1801 (103)
Nr.14
*Ueberblick des Ueberblicks des neuesten Zustandes der Literatur des Theaters und des Geschmacks in Wien von C X (109)
*ÖS Taschenkalender für Jahr 1802
Nr.15
*Arndt Ernst Moritz: Bruchstücke aus einer Reise von Baireuth bis Wien Sommer 1798: diese wurde von Reichard nachgeschrieben: ebf viele Fehler, Hofbibliothek ist im Sommer 8 Stunden, Winter 3 Stunden offen (115)
*Lühe: an Flora und Ceres
Nr.16
*zu Brownsches System (Medizin) *Das stille Dörfchen
Nr.17 März 1802
*Fridevo/Froidevaux: Einladung zu einem Versuche, Elektrizität von den Wolken abzuleiten
Nr.18
*Jakob Kaiserer: Ueber meine Erfindung einen Luftballon durch Adler zu regieren.
*Tiroler Almanach auf Jahr 1802: darin über Kämpfe 1797
Nr.19
*Abhandlungen Josephsakademie Medizin
Nr.20: *Gmeiner Kirchenrecht *Paifer: Allgemeines Hilf- und Kunstbuch dem Nahr und Erwerbstande gewidmet *Journal des Luxus und der Moden Jg 1801: Feten zu Schloßhof der K. Familie vom Prinzen v Hildburgshausen gegeben aus Karl v Dittersdorf Lebensbeschreibung (n7,341-349)
Nr.21 Eyerel Hg Syphilis
Nr.23
*Wenzel Gottfried Emanuel: Die Liebe unter den Thieren *Gaheis: Teutsche Sprachübungen
Nr.24 *Bibliothek für Liebende Hg Störchel *Ökonomischer Almanach 1801 (Trautmann: Kornpolizei) *zu Galls Schädellehre
Nr.25 April 1802
*Allgemeiner Handlungsalmanach für Kauf- und Handelsleute. Hg Zimmerl Joh Michael. 1801 (194) | ebs 1802: "Der Vorwurf, den man uns schon so oft machte. dass Wien keinen so brauchbaren Schematismus aufzuweisen hat, als das kleinste Städtchen in Holland, wird durch diesen Almanach keineswegs von uns abgelehnt." viel zu wünschen übrig; in Rezension werden beide Almanache für Statistiker umgearbeitet; "Wir wünschten diess auch für Technologen thun zu können:" Angaben des Verf. hier sehr vage; "Wir müssen also den technischen Rubriken des Hrn. Verf. folgen, und erklären hiemit feyerlich, dass sie nicht von uns gewählt worden sind."
Nr.26
*Hoszuvary zu Rezension in ALZ: Religionsgehässigkeiten
*Der Glücksvogel oder Fortunatus Wünschhütl der Zweyte. Ein komiscer Roman vom Verfasser der komischen Romane: die Frau Lisel und der Herr Kaspar. 1801. -fürs Wiener Publikum berechnet, für Ausländer weniger Vergnügen; "Künftigen Lesern, und den Lesern im Auslande schildert er den Geist der Oesterreicher im ersten Jahre des neunzehnten Jahrhundertes eben so gut, als Theophrasts Charaktere den Geist seines Attikums und la Bruyere jenen seines Frankreichs." (208)
Nr.27
*Archiv für Geographie und Statistik, Hg Lichtenstern (212ff) -ua neue Gesellschaft des Observateurs in Paris (Nr.28,219: Beförderung Johannes von Müller zu Kustos Staatsbibliothek); (auch Nr.29 227f)
Nr.28
*Geistlicher Schematismus, oder genaues Verzeichniss aller .., 1802 ÖuE (221) (wieder Umarbeitung) "Das Register der Namen der Geistlichen und der Oerter beträgt 2 Bogen. Die Klagen über Mangel an Seelsorgern scheinen also wenigstens in Unterösterreich ungegründet." (224)
*Nr.29
*Wenzel: Seelenarzneykunde: Krankengeschichten nicht bloß dialogisiert, gar dramatisiert (226)
*Veit Weber: Sagen der österreichischen Vorzeit. (mit netten Bemerkungen des Rezensenten übers Romanlesen) (228f)
*Hof- und Staatsschematismus .. Wien, 1802 (229) | "Heer von Fehlern"; schlechter als Schematismen Ofen Prag Laibach; einige Beiträge daraus hier mitgeteilt (Zahl der Angehörigen der diversen Behörden, sehr umfangreich) {(Nr.32,252): Geheimes Cabinet: "Sonderbar ist es, dass das Personale des Chiffrecabinets und des geheimen Archives nicht angezeigt ist.)"
Nr.30
*Vollständiges Auskunftsbuch oder Civil und Commerzialschema .. Wien, 22.A. 1802 Gerold: (239) unbegreiflich, daß so viele Auflagen; als Commerzialschema durch Zimmerleschen überflüssig; | wimmelt von Fehlern.
*Vollständiges Häuserschema der kk Haupt und Residenzstadt Wien, 11.A. 1802, Gerold: hier weniger Unrichtigkeiten, ist brauchbar, von Pezzl in Beschreibungd und Grundriß der Hauptstadt.. das Interessanteste daraus ausgehoben (240)
*Das Wiener Putzmacher- und Nähtermädchen: Plagiat, wäre besser, wenn Fehler des Originals verbessert "und die Vorschriften, die es enthält aus dem sächsischteutschen in das österrreichischteutsche übersezt hätte. Welche Oesterreicherin versteht: Kanne, Nässel, Eichel, plätten, mandeln, Nesslerschwärze, Flor? Was man in Sachsen Flor ennnt, ist in Oesterreich Dünntuch, und Flor im Oesterreichischen ist Crêpe."
Nr.31
*Gallauner: Gedichte
Nr.32 *Pezzl: Beschreibung und Grundriss der Haupt- und Residenzstadt Wien, Degen, 1802: (254) Vorteil für künftige Reisebeschreiber wie Arndt oder Reichard, brauchen es nur ausschreiben (nicht ausziehen), so sind sie von Recensenten geborgen; || ua Geburts und Totenlisten 1775-1786; typographische Einrichtung macht Patriotismus des Verfassers alle Ehre
Nr.33 Mai 1802
*Annalen der Berg und Hüttenkunde
Nr.34
*Weisung für Präfekte theres. Ritterakademie *zu Gall *Schematismus Uni UNG (lang)
Nr.36
*Hg F v P Gaheis: Wanderungen .. Gegenden von Wien: ua Wiener Neustädter Kanal
*Tomsa: Aussprache tschechische Buchstaben
Nr.40
*Gesundheitstaschenbuch 1802
Nr.41 Juni 1802
*Herget Andreas: Der Betende nach dem Geiste Jesu
Nr.42
*Das Wienerwaldweibchen. Eine romantische Geschichte der österreichischen Vorzeit. Vom Verfasser des Donauweibchen. (336) "Schon 1800 ward der 2te Theil gedruckt. Es scheint, dass ihm in seiner Geburt die Ehre widerfuhr, die er verdient: Vergessenheit. Ob er jetzt als Wiedertäufer sein Glück sicherer machen wird? Es ist doch Schade, dass die Sagen der österreichischen Vorzeit keinen Veit Weber finden. Vielleicht finden sie ihn noch, wie nach Chapelain die Jungfrau ihren Arouet und Schiller."
Nr.45
*Careno: Kuhpocken, detto: Ecker
Nr.46
*Schönheitsapothecke *Annalen Kuhpockenimpfung
Nr.47
*Abenteuer Arminius Wanderbeck: Bezug auf Jean Paul

2.Bd
Hrsg. "von einer Gesellschaft innländischer {sic, hier zwei "n"!} Gelehrter"

Nr.49 Juli 1802
*Über slawische Literatur in UNG (ist Sammelanzeige!) (fortgesetzt 1810)
Nr.51
*Frhr v Sonnenberg: Das Weltende. *Williams Abentheuer, Robinsonade
Nr.53
*Küttner H: Reise durch Teutschland .. (417ff): | K sagt, daß Weinlese keine Zeit der Freude ist, dagg Rezensent: "Wie könnte der joviale Oesterreicher ohne zu geniessen keltern!"; | s.158 Mechelnschen Katalog der Bildergalerie erwähnt; | nahm wenig Rücksicht auf literarische Anstalten
*Zeller Lehrbuch Geburtskunde
*Chaptal: Wäsche waschen
Nr.54
*Sartorius: Catalogus .. Ritterakademie: nur 100 Exp, jedes numeriert (428f)
*Das Räubermädchen von Baaden. Eine romantische Skitze aus der vaterländischen Geschichte des 16ten Jahrhunderts. (Romanschreiber vermehren sich wie Ratten) (431f)
*Chimani: Der böhmische Wandersmann
Nr.55
*Theologisch praktische Monatsschrift
*Systema anti-philosophicum von Joh Adam, Preßburg: ist gg Martini geschrieben, will beweisen, daß Staaten unmöglich philosoph. Ursprung haben können; (439) | hat hoffentlich auch in UNG "Zwerchfellerschütterung hervorgebracht"
*Das Waldmächen neue Auflage (nichts weiter steht dabei)
Nr.56
*Frhr v Linden: Ges Schriften physisch-technisch-chemisch
*Cornova: Leben J2 (444) | "Cornovas Lebensgeschichte Iosephs wird einst unter die heiligen Bücher der österreichischen Nation gehören, wie Ioseph unter die Schutzgötter Oesterreichs."
Nr.57
*ZS von und für UNG
*Vela, das Mädchen aus Mexico Robinsonade
*Cramer: Die Gefahren der Liebe
Nr.62
*Archiv für Geographie und Statistik 7-9.Heft 1801 (489-493) "Der Styl bessert sich sehr." (493)
Nr.63
*Biographien ÖS Dichter
*Ueberblick des neuesten Zustandes der Literatur, des Theaters in Wien II Heft
*Theologisch-practische Monatsschrift
Nr.64
*Streifzüge durch InnerÖS
*ÖS Militäralmanach 1801
*v Anfreville: Freund des christlichen Bürgers
*Spiess: Die Verborgenen aus Griechenland
Nr.65 September
*Donaureise
*Warnung für unerfahrene Jugend
Nr.66
*Collin: Regulus
*kurze Anzeige diverser "Machwerke"
*Wenzel: Welche Philosophie hat unser Zeitalzer .. Rede (gg Kant, Fichte, Schulz, Jacob, Bardili usw) (525f) | "'Niederreissung des für wahr Gehaltenen, Aufregung einer zahllosen Menge von Zweifeln, Antinomien des Verstandes, deren sich die Sophistik der Dialecticer nicht schämen dürfte, Prägung neuer Worte ohne bestimmten festgesezten Sinn, Sprachenvermischung und Herbeyziehung des Idealismus, ein geräuschvolles Pochen auf die Unfehlbarkeit der Menschenvernunft und Verabschiedung ihrer ersten Lehrerin, der Erfahrung, wissenschaftlicher Despotism statt toleranter liberaler Denkart, Sectirerey statt Vereinigung der Meinungen, Critiken, Meta- und Anticrtiken, und am Ende ein Wissen, wie etwas nicht seyn soll, nicht ist, und Mangel der Erkenntniss des Positiven: diess, denke ich, ist die Philosophie der Gegenwart, die Philosophie unsers Zeitalters.'"
*Süssmeyer: Phasma, Spiess: Verrätherey und Eifersucht
*weitere Romane (ua: Thankmar v Mordenstein, oder Abentheuer einer Nacht unter Ruinen)
Nr.67
*Archiv für Geo und Statistik, 1, 2. H.
*Pinel: Manie, dabei auch Angaben zu Insassen des Wiener Narrenturms
*Wenzel: Mann v Welt
*Ein Gesicht am Anfamg des 19.Jh
Nr.68
*Gedichte auf Geometer
*Weber: Prüfung Kantische Philo; Verfasser ist bewandert, aber "als ein gehässiges Bestreben anzusehen sey, der critischen Philosophie durch Consequenzmacherey und eine satyrische Darstellung nachtheilig zu werden." (543)
*Tham: BOE Grammatik
Nr.69
*Kuhpocken
*Leichenöffnung
Nr.71
*Alter: Diplomatik für Slawen, va BOE
Nr.72
*Wenzel: kommentar zu Kants Logik "Die Schreibart des H. W. ist wässerig und sorglos." Fehler gg "Würde des Styls" (576)
*Penzel: Thaliens Nachtfeier
Nr.73 Oktober
*Österreichische Volksmärchen. Vom Verfasser der Sagen ös Vorzeit. 2.Th.
"Wir würden von diesem Machwerke (..) nur den Titel angezeigt haben, wenn wir nicht diese Gelegenheit benützen wollten, unseren Romanenschreibern Ehrfurcht für die Geschichte des Vaterlandes einzuschärfen, die sie durch ähnliche geschmacklose Darstellungen entheiligen. Wir haben zwar noch keine Academie der vaterländischen Geschichte, wie Böhmen und Baiern; die Stoffe zu Romanen aus der Geschichte unseres Vaterlandes liegen noch in einem ungeordneten Wuste von Asceten, Chronikenschreibern und Diplomatikern zerstreut vergraben. Wir dürfen aber von demjenigen, der es unternimmt, Fragmente aus der vaterländischen Geschichte zu Romanen zu verarbeiten, fodern, dass er die Quellen kenne; und er ist eben so sehr zu bedauern, wenn er sie nicht kennt, als er bedauernswerth ist, wenn er auch nur bey einer oberflächlichen Kenntniss derselben, eine so schlechte Auswahl treffen kann" (es folgt Inhalt und dessen Bewertung)
Nr.74
*Das allgemeine System der Stenographie des H Samuel Taylor, angewendet auf deutsche Sprache, von I C Danzer, Hauptmann des Generalquartiermeisterstab
*Statuten theres Ritterakademie (mit Tagesordnung)
*Das Fürstenpaar
*Die Famile vom Eichenwalde
Nr.75
*Robinson der Oberösterreicher oder Joh Georg Peyer
*zu Gall
*Ortmann: Predigten
Nr.76
Kotzebue: Octavie (Übersetzung)
*Wächter: practische Bibliothek für Prediger und Schulmänner
Nr.77
*Retzer Hg: Michael Denis literarischer Nachlaß
*100jg Bauernkalender 1803-1903
*Embel: Schneeberg
*LebensHI Napoleon
Nr.78
*Fischer: Beschreibung Heirats Hochzeitsbräuche der Nationen
*Kalophilos Lesebuch
*Thadeus Schlukker: wieder gg Romane, "nun, den Göttern sey Dank, proscribirten Geister- und Rittergeschichten"
*Abhandlungen Befestigungskunst
*Schwänke Gablitz (castrirter Kyau)
*Bürger: Schwänke
Nr.79
*Giftschütz: Religion
*Instruction zu der von allen WIRTÄmtern abzufassenden historischen Güterbeschreibung, Wien 1802, 23S. (627-629) Abdruck der Instruction: geht um Staatsgüter oder vom Religionsfonds verwaltete; | Zeitfrist von 6 Wochen; -nach Auftrag Ehzg Carl 4.4.1802 (628) knapp 250 Fragen (ua: Lage und Beschaffenheit des Gutes, Forste Waldungen, Mineralreich, Einahme, Abgaben; "IX. Von dem Zustande der Unterthanen"; "So sehr wir wünschen, dass alle diese Fragen mit eben jener Sachkenntniss und Pünctlichkeit beantwortet würden, mit welcher sie aufgegeben worden sind, so sehr wünschten wir, dass auch Privatgüterbesitzer diese Socratik mit ihren Beamten | vornehmen und dieselbe als Norm bey der Administration ihrer Güter befolgen möchten: Freylichh würden 6 Wochen für viele der Herren Verwalter und Administratoren ein viel zu kurzer Termin seyn: doch, wenn dieser nach Umständen auch verlängert werden müsste, so bliebe der übrige Theil dieses öconomisch-cameralistischen Examens immer das beste Mittel, den sittlichen und officiellen Character der herrschaftlichen Beamten kennen zu lernen, zu bessern, und in vielen Fällen unschädlich zu machen. Die bey weitem überzählige Classe der Wirthschaftsbeamten in Oesterreich verdient allerdings eine grössere Aufmerksamkeit und eine sorgfältigere Beobachtung von ihrer Obrigkeit. Diese Beamten sind es, die, gegen den Wunsch ihrer Herrschaft, die Bauern mit Abgaben belegen, von welchen die Herrschaft keinen anderen Nutzen zieht, als dass in einigen Jahren eben diese Beamte ihre Wendigkeit als Pächter oder wohl gar als Käufer dieses oder jenen Gutes anbieten. Exempla sunt odiosa."
*Instruction zu der von allen Regiments- und Battaillonscommandanten in Militärgränzen abzufassenden Beschreibung .. der Regimentsbezirken, 1902 (629) ebf von Ehzg Carl, 27.4.1802 unterzeichnet; läßt dem Statistiker nichts zu wünschen übrig; ua Frage: "Wie können die Gränzer bey ihren Robothen und Cordonsdiensten erleichtert und die allgemeine Absicht dabey gleichwohl erreichet werden?" -"Humanität", "Menschen- und Vaterlandsliebe"
*Anleitung zum Tuchwalken
*Kuhpocken
Nr.80
*Entwurf Pflanzensystem: gg Vereinbarung System-Methode
*Die Rose oder die Macht der Liebe
Nr.81 November
*Decimalrechnung
*Neuer Militär und WIRTKalender
*Laaber: Grundzüge neuere Philo
*Wimmer: Lohn des Fleisses, Prämienbuch für ÖS Jugend
*Sonnenfels: Geschäftsstyl, für Kanzleibeamte
Nr.82
*Euterpe Muse geselliger Lieder
*Rehmann Joseph: Busengefühle, mit Gedichten Seifried
Nr.83
*Topographisches Taschenbuch UNG Hg Bredeczky
*Kuhpocken
*Hüttchen auf der Türkenschanze. romantische Geschichte aus Zeit Ks L1 1802; Hungerhöhle in der Priel; romantische Erzählung
Nr.84
*Michael Ignaz Schmidts des Geschichtsschreibers Lebensgeschichte
Nr.86
*Rehmann: Gedicht an Peter Frank
Nr.87
*ZS Propyläen I.B Prag, Leipzig 1802 in Land, das mühsam seiner ästhetischen Bildung entgegenringt; (690) | aber: Rec. glaubte fast, ZS aus 1760er Jahren zu haben
*Firlinger: Künstliches Mineralwasser
*Stikovics: Physik
Nr.89 Dezember
Nr.90
*Geusau: HI Österreich (713): "'denn es ist ganz was Anderes, die Geschichte des Landes, und die Geschichte der regierenden Häuser" || *hat abgeschrieben ua aus Buch von 1750 |-| (Nr.92,733f): Rec würde sich aber trotzdem freuen, wenn dieses "statt der verderblichen Romane" gelesen würde; Problem der "Gleichgültigkeit gegen die Quellen der österreichischen Geschichte": selbst die "diplomatische Praxis" legt Wichtigkeit an Tag; zB liest man ebenjetzt, daß Kurhannover für weit hergeholten Ansprüche auf Bistümer Hildesheim und Corvey, die säkularisiert werden sollen, Bistum Osnabrück bekommen soll; ÖS hat vermöge Privilegium Heinrich IV 1058 Advocatie über Hochstifter Salzburg und Passau mit Recht, Güter dieser Bistümer im Notfall zu Aushilfe zu verwenden, nach alten Verträgen Oberhoheitsrechte über Hochstifter Brixen und Trient; diese Stifter sollen nun nach FR-R Entschädigungsplan dem Großhzg v Toskana eingeräumt werden; "Wie kann der österreichische Diplomatiker, wenn er keine hinlängliche Kenntnis der Landesgeschichte hat, auf den Gedanken kommen, (...) auf eine angemessene Entschädigung (...) zu dringen?"
*Joseph Richter: Was wirkt nicht oft ein Bancozettel? Lustspiel.

Intelligenzblatt der Annalen der Österreichischen Literatur

Nr.1 Jänner 1802
*Lehrplan der Gymnasien
Nr.2
*Lectionscatalog der Uni Wien (Verwunderung, daß Uni keinen selber drucken läßt, wie das sonst üblich)
Nr.3 Februar: Beytrge zum gelehrten ÖS: Joh Peter Frank
Nr 4 März: auch in Prag kein Lectionskatalog
Nr 5 Kuhpocken
Nr 6 Mai 1802:
*positive Rezensionen der ZS im Ausland (Allgmeine Zeitung N.230, Int.Bl. der Jenaer allg Zeitung 151 v.I.1802) (42) aber in ÖS Monarchie noch nicht genügend Exemplare abgesetzt, um Druckkosten zu decken; es folgt lobendes Schreiben von Meusel aus Erlangen, | darin hat er ua Bitte, daß anonyme Schriften mit * bezeichnet werden
Nr 10 September 1802: Beförderungen: Anstelle v Birkenstock (Referat in Studiensachen) Danesreiter (73); | Zeilern dispendiert, damit er bürgerliches und peinliches Gesetzbuch redigieren kann
Nr.11
Preisfragen (88): MAE Edelmann setzte 4 Preise a 50 Dukaten für Beantwortung von vier Fragen aus: "1) Welchen Werth hat das Leben eines einzelnen Unterthans für den k.k. Staat in staatswirthschaftl. Hinsicht? 2) Was für menschenfreundl. Feste sollte man dem Volke geben, um es zur Menschenliebe zu ermuntern? 3) Welche auf das Menschenwohl vorzüglich Bezug habende Gegenstände verdienen vorzüglich durch Preisfragen untersucht zu werden? 4) Was für Verordnungen sollten zu der Abschaffung der bisher üblich gewesenen Grausamkeit gegen Thiere aller Art erlassen werden?" -aus Grätzer Zeit 89sten St. 1802


Exzerpt: Annalen der Literatur und Kunst in den österreichischen Staaten 1803


Gedruckt und verlegt bei Degen
Spalten numeriert

Nr.1 Jänner
*Wiener Taschenbuch für 1803: Historisch mahlerische Reise durch Istrien und Dalmatien 1803 (Sp.6) | auch Tabelle der Bevölkerung EU; Rechenkunst nach Süßmilch; | Tabelle für häusliche Texte und Kassenbuch
Nr.2
Nr.3
*Über steigenden Geldwert und steigenden Mietzinse der Häuser in Wien
*Zeiller: Natürliches Privatrecht
Nr.6
*JL Gerbez: Ländliche Gemälde 1802 (Sp.41)
*Miotti: Falschheit und Gottlosigkeit des Kantischen Systems
Nr.7
*Wohlfeil Kasimir: Rede bei Eröffnung ersten Vorlesungen über Pädagogik (Pädagogik) (Sp.50) || Landschullehrer sollen nach ihm keine aufgeklärte Männer sein; | dies nicht richtig; nach Etymologie des Begriff Aufklärung ist ihr Gegenteil "Finsterniss, d. i. Unwissenheit, Dummheit und Aberglauben in Dingen, die man nach seinem Wirkungskreise wissen und verstehen sollte."; nach ihm soll Lehrer das Mechanische übernehmen, der Pfarrer die Seelenkräfte fordern -wäre nicht gut; ||
Nr.8
*Div zu Stempelpatente
Nr.9 Februar
Nr.10
*Schaller: Neu verfertigtes Catastrum des Königreichs Böhmen 1802 (Sp.79) | schade, daß keine Häuserzahl und dgl wie in landschaftlichen Schematismus von ÖuE 1796
Nr.12
*Frhr v Lichtenstern: Bathmendi
*Lustspiel: Modesitten
*Carl Watz als Jüngling und Mann
Nr.13
*Neues Stempelpatent
*Libussa, vaterländische Vierteljahrsschrift von TG Meinert (ua zu Staat Sp.105)
Nr.14
*Libussa: es folgt Darstellung der Rechte, die ÖS-Staatsbürger genießen (Sp.105); ist nicht auf aktuellsten Gesetzesstand; Todesstrafe; | Anschmieden; Kleinere Gedichte patriotisch-erotischen Inhalts; | Grundlinien HI BOE Bistümer; Hofjäger Schmiedt: Sitte der Bauernhochzeit in BOE; Holzfrevel; der belohnte Retter: albernes Ritter und Räubergeschichtchen; Polizeiordnung Prag 1626
Nr.15
*JW Ziegler: Hausdoctor. Original-Lustspiel
Nr.16
*ÖS Taschenkalender 1803 (Sp.121) Swifts Wahlspruch "Vive la bagatelle"; Lob der Übersetzung Caroline Pichlers; | Ratschky; | einige Briefe Reisebeschreibung OÖ
Nr.17 März
*Theologisch-practische Monathschrift (ua Richtigstellung religiöse Volksirrtümer) (Religion)
*FW Ziegler: Stumme Liebe. Lustspiel
Nr.18
*Oedipe zu Colons, Fassbinder (Stücke aus FR)
Nr.19
*Hannamann: Hausehe. Stück
Nr.20
*Cajetan Tschink: Grundsätze der Logik
Nr.22
Schematismus für O-GAL und Lodomerien für 1802 (Sp.172) Bereits an anderer Stelle in Annalen über Nutzen der Schematismen geschrieben; | sind nützlich, wie Fehler in Fabrus Handbuch der neuesten Geo beweisen; es folgt genaue Auflistung der Beamten bei einzelnen Behörden
*Richter KA: Logik (Plünderung von Kant)
Nr.24
Wiener Musen-Almanach 1802 Hg Ignaz Liebel: (Sp.190) ua Lob der Dose; | Streit eines Broschürenschreibers mit Stubenmädchen wird besungen
Nr.25 April
*Geishüttner Joseph: Theologische Moral
Nr.26
*Neuester wienerischer Wegweiser für Fremde und Inländer von 1802 oder: Kurze Beschreibung aller Merkwürdigkeiten Wiens 3.A. Camesina (Sp.206) | es scheint, daß Bsp des Ausländers Freddy (Erlanger Litzeit 1800,1153) (italienisch) andere "elektrisirt" hat; Dies eins der brauchbarsten Bücher; einige Verbesserungen möglich {reichlich kleinlich}; | besser als bei Pezzl: Beschreibung der Kirchen und einiger Denkmäler, Paläste, Postencours; dafür Pezzl für Historiker und Statistiker interessanter; Fremder wird beide kaufen müssen; schade: bei beiden zuwenig Literaturangaben zu Wien
Nr.27
*Cornelius v Ayrenhoff: sämtliche Werke (Sp.209) "Schriftsteller schon im Jahre 1766 war er Zeuge von der Geburt unserer dramatischen Literatur;"
*Georg Frhr v Vega: Natürliches aus der wirklichen Größe unserer Erdkugel abgeleitetes in ganz Frankreich .. eingeführtes Mass-Gewichts- und Münzsystem mit .. Darstellung der in den kk Erbstaaten gebräuchlichen Mass- und Gewichtsverfassung (..) Wien, Degen 1803 (Sp.213); auch Hohlmaße und tolerierte Maße von einzelnen Ländern
Nr.29
*Caroline Pichler: Olivier oder die Rache der Elfe (Sp.225) nicht interessant, "mit schärmerischer Beschränktheit"; Olivier mit Pockennarben verunstaltet; Bezug auf Kant (Sp 229)
Nr.30
*Adolph Kopetz: Kurze Darstellung des durch R 1780 gegründeten Systems der bewaffneten Neutralität 1801
*Treitschke nach Dupaty: Das zweyte Kapitel
Nr.31
*Leonhard Hug: Erfindung der Buchstabenschrift
*BD Arnstein: Geschenk
Nr.32
*JB Berg und Hüttenkunde
*Philosophical Transactions 1801: Aufsatz Charles Schreibes: Beschreibung Amphibie (Sp.255): Schade, daß in ÖS keine naturhistorische Gesellschaft
Nr.33 Mai
*Wanker: Christliche Sittenlehre (Bezug auf Kant)
Nr.35
*Boer: Abhandlungen .. Entbindungsmethode (mit Berechung Sterblichkeit)
Nr.36
*Der Graf von Varrennes (Sp.288) "Die Arbeit eines fixfingerigen Romanschreibers"
Nr.37
*Caroline Pichler: Idyllen. Pichler 1803: (Sp.289-296) umfangreich, eher ablehnend; Sp.292: "Wenn Mieckchen in der ersten Idylle mit sehr trocknen Worten erzählt, wie Heinrich aus den Armen der jammernden Mutter, der weinenden Schwestern gerissen, und trotz der Bitten der schluchzenden Sophie und des ganzen Dorfes unter die Soldaten gesteckt wird, beleidigt diese Einführung einer schmerzenden Wirklichkeit in die Idylle nicht unser Gefühl?"; weiters gehts um "Hirten und Hirtinnen"; | Voss ist besser "Voss schildert noch grösstentheils eine eigene, von unseren städtischen Sitten verschiedene Welt; die Phantasie findet hier immer noch etwas, was sie durch Neuheit und Originalität zum Auffassen reitzt; wenn sie auch nicht bis zur schönen Begeisterung, zum Reiche der Ideale gelangt, so erhält sie durch die lebendige Individualität der Darstellung, durch die Eigenthümlichkeit und charakteristische Wahrheit einzelner Züge doch einige Beschäftigung. Bey der Verwischung des Stadt- und Landlebens, welche in den vorliegenden Idyllen allenthalben vorschlägt, bey der unpoëtischen Allgemeinheit der Charaktere fällt auch dieses Vergnügen hinweg." | Gutsherr läßt seinen Untertanen Rumfordsuppe kochen; hat in Almanach menschenfreundlicher Handlungen Platz; "aber nicht alles was moralisch gut ist, ist auch poëtisch gut:"
*Franz Carl Isenflamm (Sp.296): Amalie Wanner, oder die Gefahren der Empfindsamkeit, Wien 1801: "Ein verkappter H. Isenflamm"; "Die Heldinn dieses Romans war als Mädgen (chen) 'gut witzig, verständig, geistreich; aber sie trug ein Herz im Busen, das schon damahls nicht mehr in diese Welt gehörte. (...).'"
Nr.38
*Johann Marian Wika: Anweisung zur körperlichen Beredsamkeit (Sp.297)
*Der Geist des Brunnens, oder Reinsteins Fall. Eine Sage aus den Gräuelzeiten der Vorwelt. Vom Verfasser Wallrabs von Schreckenhorn. Wien: Rehm, 1801 (Sp.303)
"Romane, wie diese, sind als eine Art Fabrikware anzusehen, an welche die Critik weiter keine Forderung zu machen hat, weil sie auf einer andern Seite dem Lande Vortheil verschaffen. Sie beschäftigen Buchdruckerpressen, beleben den innern Handel, befördern den Kreislauf des Geldes etc. etc. So lange es also Liebhaber für dergleichen Ware gibt, wird es auch Fabriken und Fabrikanten dazu geben; Author, Verleger und Leser finden dabey ihre Rechnung, und damit muss auch ein Recensent zufrieden seyn."
Nr.39
*Schultes: Ausflüge nach dem Schneeberge (Sp.305) | dabei statistische Tabelle, in der Orte mit Besitzersnamen, Häuserzahl, Angabe der Pfarren, Werbbezirke, Kandgerichte, Ortsobrigkeitenm, Grundherrschaften und nächsten Posten verzeichnet sind
Nr.41 Juni
*Fortsetzung Wanker (-43)
Nr.44
*Ziegler JW, Hofschauspieler: Hamlets Charakter
*Der Neuigkeitskrämer oder: Der Telegraphe, vom Verfasser der Modesitten (Sp.351) "Der Gedanke, die geheime Correspondenz zweyer Liebender durch einen Telegraphen zur Intrique eines komischen Singspiels zu verwenden"
Nr.45
*Diotima. Eine Monathsschrift vorzüglich für unser Geschlecht, von Frauenzimmern Prag 1802 I-III.Heft (Sp.367) "Einige Blumen, dem Sänger der unsterblichen Lucinde von böhmischen gelehrten Frauen zum Ehrenkranze dargereicht." "Die Bestimmung des Weibes ist nicht 'Nähen, Stricken, Waschen und Kochen' wie einige Klüglinge wähnen; Liebe geben und Liebe nehmen, und dabey mit der Feder in der Hand die Ehre des Geschlechtes vertheidigen, dies ist der hohe Naturberuf des Weibes. 'Sollen wir jedem Männchen zur Zielscheibe des Witzes dienen, und sollen wir uns immer geduldig die Pfeile in unserer Brust schleudern lassen?' . . So ruft im Nahmen einiger böhmischer Amazonen Charlotte von -thal, und um zu zeigen, dass es noch schwächere Männer gibt, als manche Frauen sind,' erscheint hier ein Quodlibet von historischen Aufsätzen, Apologen, Apophtegmen, Skizzen, Erzählungen, Liedern, Charaden, Räthseln etc. Da das Publicum ungalant genug war, diese Unternehmung nur bis zum III. Hefte gedeihen zu lassen, so zeigt es offenbar an, dass es noch nicht auf dem 'poëtischen Standpuncte' ist, und die Herausgeberinnen mögen sich nur mit jener grossen Revolution trösten, die nach der Prophezeyung ihres Freundes zum Wohle der entarteten Menschheit unfehlbar aus Asien kommen muss, (S. Friedr. Schlegels Europa I. Heft) wobey sich denn auch die Weiber ihrer erhabenen Bestimmung näher zu kommen mit allem Grunde schmeicheln können."
*Jester: Schauspiel Freeman
Nr.47
*Rauch: Charakterzüge aus dem Feldleben verdienstvoller Krieger: (Sp.374): viele Namen falsch geschrieben; va Franzosen ua "Feinde Oesterreichs" kommen drin vor
Nr.49 Juli
*Geusau: Geschichte der Stiftungen (Schulen, Unis, ökonomische Gesellschaften, Akademien)
Nr.50
*Huber Franx Xaver: Christus am Oehlberge Oratorium
*Riedel Franx Xav Samuel: wienerische Secretär (Briefsteller, "Lexicon antibarbarum österreichischer Provincial-Wörter und Redensarten") (Sp.400)
Nr.51
*Pfeffer und Salz. Neujahrsgeschenk für 1802 den hohen Gönnern .. gewidmet von Briefträgern Oberpostamt. (Sp.408) in Wien Sitte, dass Briefträger in den Häusern, wo sie viele Briefe abgeben, für oder um ihr Neujahrsgeschenk Brochüre präsentieren, "die unter der Firma liegen gebliebener Briefe Schnurren und Possen enthält, die nicht immer aus der reinsten Quelle des Witzes flossen." Neujahrswünsche der Theaterzettelträger sind besser.
Nr.52
*JHF Müllers Abschied von Schaubühne
Nr.53
*Archiv für Geo und Statistik 1802 IV-VI.Heft (Sp.417-424) ua LW-Statistik |-| (Sp.422) (V.Stück: "Der sel. Justi wird ewig Recht haben, wenn er sagt: es ist falsch, was man vor uns von der Delicatesse dieser Thiere sagte. Oesterreich kann Seide ziehen (...) und wird es:" | +Verzeichnis Trauungen Geburten Sterbfälle BOE 1801: 22507 Paare getraut, 118787 geboren, 99126 gestorben 1791: 1235 weniger getraut, 1466 weniger geboren, 2606 weniger gestorben: "Die Menschen vermehren sich also wirklich!!!"
Nr.54
*FW Ziegler: Die Mohrin Schauspiel
Nr.55
*Schöps: neue Wassermaschine
Nr.56
*Fischer JWC: neue chemische Erfindungen für Fabriken
Nr.57
*Taschenbuch zur Aufmunterung vaterländischer Talente 1802, Taschenbuch für MAE 1803
Nr.58
*Libussa eine vaterländische Vierteljahresschrift Hg IG Meinert Prag 1802 (Sp.457-464) (drei verschiedene Rezensenten); Rezension des 2.H. erschien früherals 1.H, da diese vor mehreren Monaten an Redaktion der Annalen in Regensburg eingesendet war; (Sp.457) "Es ist gewiss sehr erfreulich für den Patrioten, beynahe jede Provinz der weitläufigen österreichischen Monarchie jetzt mit einer eigenen Zeitschrift versehen zu wissen." Schedios Journal von und für UNG; Hormayr Tyroler Almanach (TIR), André MAE Patriot Tagblatt, UnterÖS: Lichtensterns Archiv; OÖ theologische Annalen; BOE Wandersmann und nun Quartalsschrift;
Nr.59 August
*P Beer: Kelch des Heils .. dargereicht Kindern Israels in kk Staaten, va BOE
Nr.62
*Medizinisches Archiv von Wien und ÖS 1800 -wird kritisiert, ua wg Ungenauigkeit bei Krankheitsangaben, viele Fehler auch über Wien drinnen (Nr.63,Sp.498: Pezzl als Autorität zitiert)
*Graf Odomar und das Hirschenmädchen. Eine romantische Geschichte Leipzig 1802
Nr.64
*Bredeczky Samuel Hg Beiträge zur Topographie von UNG (Sp.506)
*Louise Reinheim, eine Reihe menschlicher Leiden, veranlasst durch den letzten Krieg der Franzosen gegen die Deutschen. (Sp.511f) -aberwitzige Story mit Krieg, Verrat, Wahnsinn, Räubern, Gefängnis und Heirat.
Nr.65
*Hormayr: kritisch-diplomatische Beiträge zur HI TIR (Sp.513-519) |-| (Sp.518) "Keiner behaupte, derley Untersuchungen seyen heut zu Tage mehr mühsam als nützlich. Sie sind beydes. Ohne Kenntniss des alten Zustandes lernt man den neuen niemahls recht. Die Folge der Begebenheiten | ist nicht mit Gräben durchschnitten. Die Zeit ist nicht in . getheilt. Von Anbeginn herab hängt die Geschichte zusammen. Darum müssen wir, um zu erfahren, warum und wie das ist, was ist, hinauf steigen, so weit wir können zu dem, was war. Denn das heisst Geschichte schreiben und lesen, wenn man den heutigen Zustand klar herzuleiten vermag aus dem gestrigen, diesen aber aus dem vorgestrigen." "Alles dieses ist mit musterhafter Präcision und in einer lichtvollen Ordnung geschehen, so dass dem nur einiger Massen aufmerksamen Leser ein Gemählde hervor geht, welches er gewiss nie sah: nähmlich alles Erweisliche in hellem Glanze; das Vermuthliche nicht mit gleichen Farben, jedoch so aufgetragen, dass man beurtheilen kann, in wie fern das Gewisse ihm Haltung gibt; das Unbekannte aber nicht im täuschenden Schimmer eingebildeter Systeme, sondern von dem undurchdringlichen Nebel der Vorzeit wirklich dem Auge entzogen."
Nr.66
*Catalogus des katholischen Klerus in SIE
*Hoheisel Johann: Tändeleyen der Liebe und der Freude
Nr.67
*Mader Joseph: Kritische Beyträge zur Münzkunde MA: kritisch im positiven Bedeutung des Worts, mit liberalem Geist (Sp.529)
Nr.68
*Joseph Hofmüller: Die Geniestreiche
*Land der Liliputer
Nr.69 September
*Gedichte von Weitzmann
Nr.70
*Ungers Reise durch ÖS und ST Gebirgsgegenden. ÖS Länderkunde: wird kritisiert
*Johann Möser: Sinngedichte
Nr.71
*zu Deutscher Thermolampe
*Thurm von Gothenburg Oper
Nr.72
*Johann Peter Hölzl: Poetische Versuche
Nr.73
*Sammlung Kunststücke WIRTRegeln für Frauenzimmer
*HI St Johann am Als oder Siechenals, heute Freigrund Thury
Nr.75
*Geusau: historisch-topographische Beschreibung Baden
*Wanderungen nach dem Schlosse des Schreckens, oder Die unruhigen Nächte (Sp.600) "Seitdem Ritter, Räuber und Geister bey uns keinen Unfug mehr treiben dürfen" "Unsinn ist geblieben"
Nr.76
*Ode bei Eröffnng Theater Triest
*Medicinisches Archiv von Wien und Oesterreich IV.Jg 1802 (Sp.603) Berichte über Gesundheitszustand am platten Land
Nr.77
*Riesengebirge in einer statistisch-topographischen und pittoresken Uebersicht: (Sp.609) wird sehr gelobt, eine statistische und philosophische Beschreibung |-| (Sp.614) *zu Bewohenr: "Sehr klein ist das Register ihrer Krankheiten, und es würde noch kleiner seyn, wenn nicht Armuth und Mangel, und Aberglaube und Afterärzte, und Urinbeschauer es vergrösserten." |-| (Nr.78) (Sp.618) "Möchte Betriebsamkeit, die in die Thäler des Riesengebirges eingedrungen ist, und Kaufmannsgeist, 'der Eigennutz, List, Bevortheilung, Neid und Missgunst aufgeregt, Nachrede und Verläumdung, Hass und Feindschaft geweckt' hat, nie die Unschuld verdrängen."
Nr.78
*Verzeichnis über geistlichen Personalstand Linzer Diözese
Nr.79 Oktober
*Wenzel GI: Menschenlehre oder System einer Anthropologie (Sp.625-632) Bezug auf Kant; (Sp.632) "Rec. ist nichts weniger als ein Vereher Schellings, den er durchaus nicht versteht;"; Bezug auf Schottische Philosophie
Nr.80
*JW Ziegler: Liebjaber imHarnische Originallustspiel
*Weissenbach: Barmeciden *Hannamann: Drey Körbchen
Nr.81
*Gerning JF: Reise durch ÖS und IT: (Sp.645-648) wird korrigiert ua Wien
Nr.82
*TIR Almanach auf das Jahr 1803 (Sp.649-657) Lob des Patriotismus in UNG, TIR BOE; "Wenn doch auch unser Oesterreicher, der Ober- der Unter- u. der Innerösterreicher in dem Steyrer, dem Kärnthner, dem Krainer, aufwachte aus seinem Todtenschlummer!" | Beitrag zur Invasion BAY in TIR 1703: "Ein, wie es scheint, gleichzeitiges Document für die Geschichte dieser Zeiten." ua Ritterin von Bregenz 1408, Ballade auf TIR Jeanne d'Arc
Nr.83
*JvH: Vernunftrecht (Sp.658) "barokeste Gestalt" {Barock}
Nr.84
*Gessler: Geschäften-Lexikon (Sp.665-670) "Der V. versteht unter Geschäft nicht bloss solche Angelegenheiten des bürgerlichen Lebens, worüber man gewöhnlich eine Urkunde oder einen schriftlichen Aufsatz zu errichten pflegt, aus welchem Rechte und Verbindlichkeiten des Ausstellers oder Anderer entstehen, der daher mit der nöthigen Vorsicht abgefasst seyn muss; er versteht auch jede Angelegenheit des bloss häuslichen Verhältnisses darunter, welche überhaupt Anlass zu irhend einer Art Schreiberey geben kann, wenn diese auch übrigens weiter Niemanden interessiren sollte, als die Schreibenden selbst." auch Muster von Beileidsbriegen, Neujahswünsche usw |-| (Sp.674) neue FR Maße und Gewichte fehlen; | seine politische Rechenkunst läßt zu wünschen übrig (Geschlechterverhältnis, Statistik)
*Skizze von Wien unter J2: abgekürzte Neuauflage
Nr.85
*JW Ziegler: Vaterstand Lustspiel (Sp.678) sollte besser Blinde Vaterliebe heißen
*Die schöne Linzerinn oö FamilienHI (Sp.680) "Ein erbärmliches Machwerk"
Nr.87
*AB: Originelle Gedanken
*Joseph Philipp: Das achtzehnte Jh im Innernberg des Eisenerzes: (Sp.691) Pfarrer und Dechant, teilt darin ua mit, wieviel geboren gestorben, Fruchtbarkeit usw, | auch Eisenproduktion
*Joseph Richter: Beytrag zum Deutschen Theater
Nr.88
*Allgemeines Journal der Chemie: (Sp.702) Verfasser kennt sich nicht aus mit ÖS Literatur, da er schreibt, daß die von Schultes angefangenen Annalen bald wieder eingehen sollen -"Die ö. Annalen, von welchen H. HR. A. C. Kaiser, und nicht H. P. Schultes im ersten Jahre Redacteur war, sind nicht nur nicht eingegangen, sondern haben im zweyten Jahrgang, ohne Erhöhung des Preises, sich um 2 Nummern monathlich vermehrt, und sollen im künftigen Jahre 15 Nummern monathlich liefern."
Nr.89 November
*Geist, Cajetan: Correlius und Arristo oder Selbstmord, eine Schande der Menschheit
Nr.90
*Gellert CF: Sammlung einiger Fabeln
Nr.91 (-92)
*Instanzen-Schematismus für TIR und VBG 1802 (Sp.721) "Welche herrliche Quelle für die Statistik würden die Landesschematismen seyn, wenn darin Vollständigkeit, Einförmigkeit und ein durchdachtes System herrschten?" unterdessen begnügen wir uns, Auszüge zu geben und so dem Statistiker den Gebrauch zu erleichtern, da diese Bücher gewöhnlich nicht leicht zu bekommen sind |-| (Sp.736) an Vollständigkeit und systematischer Einrichtung mangelts
Nr.93
*Andreas Reichenberger: Rede über wohlthätigen Einfluß geistlichen Stand
Nr.94
*Der seltene Process. Schauspiel, vom Verfasser der Modesitten
*Paul Mihalyko: Gespräch Lehrer mit Bauern über Aberglauben (polnisch) geht um Geister
Nr.95
*Joseph Wagner Hg: Betrachtungen über Leide (des) Erlösers
*H.G.H.: Der ÖS Wirtschafter (Sp.757) seit 12,18 Monaten Mode, über Ökonomie zu sprechen, vor diesem Werk zu warnen; ||| unsere Regierung muß auf Nachteile solcher Schriften aufmerksam gemacht werden
Nr.96
*Abhandlungen Verbesserung LW betreffend Hg ökonom Ges BOE 1801
Nr.97
*Carl Unger: Mythologische Briefe über Amors Schicksale
Nr.98
*Materialien zum christkatholischen Religionsunterricht OÖ
Nr.99 Dezember
*Carl Cleynmann: Religions-Vorträge (protestantisch)
*Reise von Gloggau nach Sorren über Wien, Vom Verfasser des Natalis [Benkowitz] (Sp.790-792) "Unserer nun einmahl hergebrachten Gewohnheit zu Folge werden die HH. reisenden Reisebeschreiber an der Grenze unseres Vaterlandes empfangen, und bis zu ihrem Ausbruche aus demselben von unseren Annalen escortirt." Ehre, daß nun Verfasser des Natalis; "wir seufzen mit ihm über die fehlerhafte Orthographie an öffentlichen Aufschriften, die so lang nicht besser werdenwird, bis dieser (wenigstens in so fern jedermann sich darüber lustig machen kann) wichtige Gegenstand nicht unter die Aufsicht eines eigenen Bureau des Inscriptions kommt, dergleichen in Frankreich seit den Zeiten der Akademie war; wir können aber den Ton nicht billigen, mit welchem alle diese Bitterkeiten gesagt sind,"; k PR Kammersecretär v Grossglogau Hr v Benkowitz kannte Gesetze ÖS nicht, die keinem Fremden ohne Paß des nächsten kk Landesgouverneur Eintritt in kk Staaten 1801 erlaubten | S.79-103 seiner Reise "fast nichts als der Rapport eines reisenden Wegcommissäres ist, der für Niemanden, als unseren verdienten Hn. Hofrath Wiebeking Interesse haben kann."; falsch, daß berüchtigtes Jesuiten Lehrbuch der HI bei uns Schulbuch ist, unser Schulbuch für HI ist Schröckhs WeltHI bzw Remer; | Buch selbstisch geschrieben, läßt sich aber dennoch lesen
Nr.100
*Diverses zu SIE
*Jupiters Reise nach unsrer Welt
Nr.101
*Das gewerbfleissige D oder Allg merkantilistische Erdbeschreibung ÖS
*Schauspiele von Johanna Franul v Weissenthurn, geb Grünberg, Hofschauspielerin (Sp.805) über "weibliche Schriftstellerey"
Nr.102
*Wagner Jos Ca: Wanderung nach Gutenstein in ÖuE
*Schönberger Andreas: Grundlinien zu einer Grössenwissenschaft (Sp.813) | in Geist aprioristischer Reformatoren; Absicht, Mathematik als geschlossene Wiss darzustellen
Nr.103
*Beschreibung Bergwerke SIE
*50 neue Charaden
*Die Räuberhöhle
Nr.104-107:
*Krankheiten des Tränenorgans
Nr.108
*Wiener Taschenbuch für 1804: (Sp.858) darin Reisen Schultes durch ÖS; Auszug aus Roman Der Ritter vom Unkenbach; Bevölkerungstabellen, die aus Annalen entnommen, dortiger Druckfehler korrigiert
*Taschenbuch von und für ÖS auf das Jahr 1804: ua Reisen Schultes ÖS; (Sp.862) Kalender mit Jahrestagen usw: "Die Kalenderform in der Geschichte tauget weder für das Gedächtniss, noch für den Verstand. Jenes fordert eine genaue Zeitfolge der Begebenheiten; dieser suchet eine richtige Ordnung zwischen Ursachen und Wirkung. In einem nach Kalenderart verfassten Geschichtsbuche aber ist man genöthiget, fast bey jedem Tage einen Salto mortale aus einem Jahrhunderte in das andere, bald vorwärts, bald rückwärts zu machen. Länger dauernde Begebenheiten müssen zerrissen und ihre Theile aus einander geworfen werden. Ursachen und Wirkungen werden getrennt, und diese nicht selten jenen vorgesetzet. Kurz ein solches Werk muss seiner Natur nach ein Chaos von unvollkommenen Bruchstücken werden, die an sich wenig belehrend und dem Fremdlinge in der Geschichte öfters nicht einmahl recht verständlich sind." auch befremdlich, daß Ereignisse aus UNG oder BOE HI, als | diese noch nicht zu ÖS {vgl Replik Intbl Beilage zu April 1804}
*Taschengesellschafter für 1804

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur und Kunst in den österreichischen Staaten
Nr.1 Jänner
*Professoren Uni Innsbruck
Nr.2
*Preisfrage
*Theaternachrichten
*ZS in Prag (Sp.17)
Nr.3 Februar
Nr.4
*Anfrage (Sp.34): nähere Angaben zu ÖS Gelehrten gewünscht, die in Meusels gelehrtem Teutschland aufgelistet sind {"*) Man muss sich dieses Mittels bedienen,um wenigstens über die bereits in HR. Meusels g. T. verzeichneten österreichischen Gelehrten, deren Geburtsort und Geburtsjahr nicht angegeben, oder deren Schriften, so viel Anfrager im Allgemeinen weiss, nicht vollständig verzeichnet sind, die gehörigen Notizen zu erlangen. Ein ausländischer Gelehrter [und im Auslande rechnet man die Gelehrten nachder [] {Quadrat} Meile - es ist also nöthig, dass auch wir in Oesterreich zeigen, wie viel Gelehrte bey uns (caeteris paribus) auf die [] Meile kommen] bemerkte, dass die österreichischen Gelehrten entweder freyende Junggesellen oder Jungfrauen seyn müssten, weil sie ihr Alter und ihre in die Welt gesetzten Kinder so sorgfältig verheimlichen. Anfrager bittet seine Landsleute diese schielende Bemerkung durch Einsendung der durch obige Fragen bestimmten Notizen so bald wie möglich zu widerlegen." -einzusenden ist an Buchdrucker Degen} -es folgen Gelehrte mit Buchstaben A, Nr.8 gehts mit B weiter
Nr.5
*Theaternachrichten
Nr.6 März
*Aufsatz aus D. Vierthalers Literaturzeitung April 1802 S.79 (Sp.45-48): Denkmal für Ehzg Johann: dieser gab JN Gebhard Auftrag, TIR zu bereisen und Mineral wie Pflanzenreich nachzuspüren; Marschroute beweist, wieviel Kenntnis Ehzg Johann hat (wird aufgelistet); ua Zillertal soll erforscht werden; || Kiste mit Büchern wird demnächst geschickt werden; freie Hand, seltene Stücke von "Bergbeuten" anzukaufen; | -von Reise erwarten Annalen "nähere Kenntnisse von dem Vaterlande der Peter Anich und Huber2
*Vorlesungen Uni Prag
Nr.8
*Gelehrtes ÖS: HJ v Collin
*Theaternachrichten
Nr.9
*Ankündigung theologisch-praktische Monatsschrift
*Fortsetzung bibliographischer Katalog kk theresianische Ritterakademie. Joseph Edler v Sartori, Rat und Bibliothekar am Theresianum (Sp.73-75)
Nr.10 April
*1802 in Wien, Prag graduierte Doktoren
Nr.11
*Gelehrte ÖS:
Thaddäus Edler v Bayer 1737 geboren; Militärphysicus, "als im Jahre 1771 die bekannte schreckliche Epidemie ausbrach, welche öffentliche Anstalten zur Aufnahme der armen Krankennotwendig machte", er mit Ausführung beauftragt (Sp.85f)
Joseph Jacob Mader (Sp.86) | erhielt 1779 durch Concurs das öff Lehramt der D ReichsHI und Statistik Uni Prag; Lit ua: Vermischte Aufsätze aus der Moral, Staatskunst und Staatenkunde Prag 1788 (NN 3 6 7 darin von ihm); Über Begriff und Lehrart der Statistik Prag 1793; Aufsätze in Rieggers Materialien: Verzeichnis von gedruckten Hilfsmittel; Verzeichnis Landkarten; Varianten über Größe und Volksmenge; Formular zu Beschreibung einer Fabrik; Abriß der neuern HI juristischen Studium; statistischer Ungereimtheiten; ältere Bev und Sterbelisten BOE; Formular Beschreibung Stadt; Neuere Bev und Sterbelisten BOE | *Berichtigung: in Annalen 1802 Intblatt Karl Anton Mader zT mit JJ Mader verwechselt; letzterer ist Prof der Statistik und Mitglied der k Ges der Wiss in Prag
*Theaternachrichten
Beilage:
*Ankündigung neue Generalkarte IT (umfangreich)
Nr.12
*Zollerische Stiftung Hauptschule Neubau *Uni Lemberg
Nr.13 Mai
*Nachruf GF Swieten: publizierte viel in ZS der Wochenfreund v Gemmingen
Nr.14
*Gelehrtes ÖS: +Dombay +Hormayr
*Notiz zu L Graf v Berchtold {Patriotic Traveller} 19.7.1759 in Platz BOE geboren
Nr.16 Juni
*Jenisch zu Bibliotheks-Präfekt NB
Nr.17
*Sennfelder: Steinplattendruck (Lithographie)
Nr.18 Juli
Nr.19
*Gelehrtes ÖS: Gaheis
Nr.20
*Diplomatisches Studiem an Uni Wien (HIWISS)
Nr.21
*Theaternachrichten
Nr.22 August
*Lycäum Olmütz
Nr.25 September
*Gubernialverlautbarung (Sp.195): zu studierenden Jugend, ihr werden einst wichtigsten Geschäfte im Staat und Kirche anvertraut; öffentliche Schulen sind kein hinreichendes Mittel, Bildung zu bewirken; "Unordnungen und Ausschweifungen aller Art in den vielen Stunden des Tages, in denen kein Lehrerauge den Schüler genau zu bewachen vermag" | "Der Zufall ward zum Erzieher."; "Schwärmerey"; | nun Erziehungshaus für Granz beschlossen, aber es gibt kein Geld, deswegen Private aufgerufen | Graz 20.6.1803, Steyermärckische Int. Blätter 16.7.1803
Nr.27
*Theaternachrichten
*Vindicationen für die ÖS Literatr: patriotisches Tagblatt von Brünn wird oft von ausländischen Journalen ohne Quellenangabe geplündert (Sp.216) | (Bsp dafür)
*"Das patriotische Tageblatt (das 1800 herauskam) und die bald darauf erschienene theologische Monathschrift, vielleicht auch das Journal von und für Ungarn und die Annalen der österreichischen Literatur scheinen den Esprit des journaux in Oesterreich geweckt zu haben." nun drei neue ZS (Den Erzähler; die originellen Gedanken; l'Hebdomadaire, ou (Sp.217) | Receuil...; bald soll Austria erscheinen)
Nr.28 Oktober
*Aus Schreiben Ehzg Johann, Wien an Frhr v Moll in SBG (aus F v Molls Annalen der Berg u Hüttenkunde II.B) (Sp.219) wg Reise Gebhard: dreimonatige Reise von Ehzg Johann in TIR, dort ua Idee, hatte aber wg Geschäften keine Zeit; hat Molls Museum gesehen, möchte sowas auch für TIR "als Muster, wie man eine Sammlung aller Producte aus den Erbstaaten | veranstalten sollte. Nebst dem Thier- Pflanzen- und Mineralreiche gedenke ich auch noch alls Kunstproducte zu sammeln. Die Thiere werde ich ausgestopft aufstellen, und dieses nach der besten classischen Eintheilung; eben so werde ich die Mineralien nach den neusten und besten Systemen ordnen." "Nebst den Kunstproducten will ich auch alle, vorzüglich mahlerische und merkwürdige Gegenden, alle Landestrachten, Spiele etc. etc. abgebildet sammeln."; | möchte noch größeres Werk: "die Abbildung Tirols en relief, so wie Pfyffer und andere in der Schweiz. Einige Ingenieur-Officiere erhalten den Befehl, die Höhen der Berge trigonometrisch zu messen. Ich glaube, dass wir einige finden werden, die den höchsten der Schweiz wenig nachgeben," Abbé Stüz hat alle Kabinette zur Aufsicht; "Die anderenwaren bisher in grosser Unordnung, mehr als eine mahlerische Darstellung, dann als eine lehrreiche Sammlung zu betrachten. Sie liegen in dem linken Seitengebäude der k.k. Bibliothek nächst der Augustinerkirche durch 3 Stockwerke vertheilt. Die Vögel sassen durcheinander auf Bäumen, Felsen, oder an Bächen von Glas. Die Wände waren mit Landschaften bemahlt; auf dem Boden waren gewöhnlich Schlangen, Amphibien und die kleinen Gattungen vierfüssiger Thiere. Dieses alles kostete ungemein viel, und vielleicht die Nebensachen mehr als die Sammlungen. Jetzt wird alles Ueberflüssige weggenommen, und alles Classenweise geordnet." -Anmerkung Mollo: was für Glück, daß Prinz von solcher Bildung
*Gymnasialschüler in TIR
*Berichtigung Kopetz
Nr.31 November
*Verordnung Schulen GAL
Nr.33
*Theaternachrichten
Nr.34 Dezember
*Joseph Mader Prof Statistik Prag
Nr.35
*Preisaufgabe wg Übel des freiwilligen Hinkens von Kindern
Nr.36
*Literärische Anstalt UNG (mit Schulordnung usw)
Nr.37
*Probe IT-Übersetzung Goethes Hermann und Dorothea


Exzerpt: Annalen der Literatur und Kunst in den österreichischen Staaten 1804


Gedruckt und verlegt bei Degen
Spalten numeriert

1.Bd Jänner

Nr.2
*Crusius: Topographisches Postlexicon 3.T O/W-GAL (Sp.13-19) | "Mit diesem Hülsmittel an der Hand muss es jedem Postbeamten leicht seyn, das Kartirungsgeschäft zu besorgen, und dem Laufe der Briefe und Packete, wenn wirklich die Addresse mangelhaft ist, (ein Fall, der nicht selten vorkommt, da die wenigsten den Weg richtig anzugeben wissen) die gehörige Richtung zu geben."
Nr.10
*Taschenbuch für das Jahr 1804 (mit Aufsätzen Bouterwek, Collin) (Sp.78)
Nr.12
*ÖS Taschenkalender für das Jahr 1804 (Sp.89-96): mit biblischen Idylle von Caroline Pichler; || sowie mit von Häfeli übersetzten katholischen Hymnen; in diesen vorangesetzten Erinnerung an den Leser steht: "Der Uebersetzer beschuldigt darin unser unpoetisches, mit einer abgeschmackten Aufklärung prahlendes Zeitalter einer gänzlichen Gleichgültigkeit gegen die Religion, einer absoluten Erstorbenheit der höheren Organe, und findet die alten, besonders katholischen Kirchenlieder, viel populärer, als manche der neueren, die man an ihre Stelle gesetzt hat. Bekannt ist es, dass gegenwärtig zwey in jeder anderen Hinsicht sehr heterogene Parteyen diese Beschuldigungen stark aussprechen; ob sie Recht oder Unrecht haben, wollen wir hier nicht entscheiden; möglich aber wäre es vielleicht, dass unser aufgeklärtes Zeitalter im Stillen doch noch etwas mehr wahre Religiösität beherbergte, als manche Leute uns gern zugestehen möchten."
Nr.14 Februar 1804
*Die Überrraschung. Ein Lustspiel. (110)
Nr.15
*Hensler: Das Zauberschwert. Ein romantisch-komisches Original-Singspiel (Sp119)
Nr.16
*Die Dichtkunst des Boileau Despréaux
*Hensler: Das Donauweibchen. romantisch-komisches Volksmährchen (126f)
*unruhige Nachbarschaft. Oper
*Der Bettelstudent in Wien. Roman. (Sp.128)
Nr.18
*Codex epistolaris Ottokar II (Sp139ff) Musterbsp historischer Kritik
Nr.19
*Eipeldauerbriefe (Sp.145-149) ||| in 7.H {evt Briefe des jungen E. an Vetter, 1803) Gesammelte Aufschriften | der Wirtshäuser im Prater (s.44); auch über Erfindung einer Schreibmaschine; Rec: "albernen ekelhaften Possen"
*Briefe eines FR Officiers, geschrieben 1800 STMK KTN IT CH BAY SBG Leipzig 1803 (Reisebeschreibung) (Sp.149ff); Rec. verteidigt mit Autor den Zustand der Straßen gg PR-Kammersekretär
Nr.21
*Roschmann: HI TIR
*div Romane (167f)
Nr.22
*Wiener Hoftheater-Almanach 1804 (Sp.169-176)
Nr.23
*v Schluderpacher: über Begriff einer Republik (Staatstheorie)
Nr.24
*Corisande von Montrichard (Sp.190f) "Wenn doch wieder einmahl ein Bibliotheken-Zerstörer, wie der Kalife Omar, über unsere blauen | rosenfarbenen, grünen und gelben Land- und Stadt- Reise- und Toiletten-Romanen-Bibliotheken herfiele, und den Auswurf derselben sammt und sonders verbrennen liesse!" (...) "Mit vorliegendem Romane könnten allenfalls die übrigen angezündet werden: das Papier ist ziemlich schwarz, und die Druckerfarbe hübsch fetter Kienruss; - es würde Feuer und Flammen in alle unsere eiskalten Romane und Romanbibliotheken bringen." (vgl auch Sp528)
Nr.25 März
*Gesetzbuch über Verbrechen
*Scherer: Beweis das Mayow und Pechlin Grundlage zu neueren Theorien des Organismus gelegt haben
Nr.28
*Annibale in Capua. Dramma per musica (Sp.221)
Nr.29
*Friedelberg: Kallidion. episches Gedicht (Sp233)
Nr.32
*Musen-Almanach für UNG 1804 Hg Rösler
Nr.34
*Theologisch-practische Monatsschrift 2.Jg 5-12.H 1803 (265ff)
Nr.36
*Almanach für Ernst und Laune 1804 (Sp284f)
Nr.37 April
*Ballmann: Statistische Landeskunde SIE: Bezug auf Schlözer, über Unrichtigkeit der Landesvermessungs- Karte SIE |-| (Nr.28,Sp.288): darin auch: "Ein eigener Parapgraph gibt Unterricht, den Cichorienwurzel-Kaffee (?) {Fragezeichen sic!} zu bereiten. In einer Schrift, wie etwa das sogenannte Patriotische Tageblatt ist, mag so etwas stehen, aber nicht in einer Statistik."
*Hensler: Fledermaus; Geistesgegenwart. (Sp296)
Nr.38
*Hensler: Nymphe der Donau (Sp.303f)
Nr.41
*Zeitung für die Pferdezucht (Sp.324ff)
*Hensler: Die Löwenritter. (Sp.328) "glücklicherweise wurde ihm {dh Hensler} das Handwerk noch zu rechter Zeit gelegt"
Nr.42
*Ästhetik: Gaheis: Vorlesungen über die schönen Künste. Für Bürgerschulen und weibliche Jugend. (Sp329ff)
*Friederich v Beringen. Ritterschauspiel. (Sp 335)
Nr.43
*Geusau: Kurze Beschreibung Wien. (Sp.344)
Nr.47
*Spiess/Huber: Bauernliebe. Oper (Sp.375f)
*Verzeichnis Theater Wien 1801-1802 aufgeführte Stücke
*Neueste Deutsche Blumenlese
Nr.49 Mai
*Neu angekommenes kalekutisches Taschenbuch: für Liebhaber eines Jackerls (Sp.392)
Nr.50
*Hauer Ferd Edler von: Practischer Leitfaden zur Kenntniss der in ÖuE für Unterthansfach bestehenden Grundgesetze. Wien 1800-1803. (Sp.393-396): "Zu einer Zeit, wo mittelmässige Dichter, so bald ihre Kunstproducte einmahl in einem Musenalmanache figurirt haben, sich so gleich zu den bessern Köpfen einer Nation zählen, und dann berechtigt glauben, solide Literatur zu ignoriren, oder mit Verachtung behandeln zu dürfen, zu einer solchen Zeit sind Werke von practischen Nutzen, wie das gegenwärtige, (...)"
Nr.56
*Wiener Theater-Almanach auf Jahr 1804, von Perinet (441ff)
Nr.57 (Druckfehler: Nr.55)
*Cresseri: Donauregulierung
Nr.59
*Monatliche Correspondenz zur Beförderung Erd- und Himmelskunde Hg Zach (ua Längenbestimmungen) (Sp480 zu Liesganig)
*Auswanderung STMK (Migration) (Sp.472)
Nr.62 Juni
*Geist: Vaterländische HI STMK (Sp.489ff)
Nr.63
*Süess JA: Natur-Scenen und ländliche Gemählde geschrieben in Stunden des Gefühls. (Sp 501-504) "Machwerks", "Ekel"
Nr.65
*Treitschke: Onkel in Livree (518f)
*Emilie v Alten (519f) Roman: über die Aufgabe des Romans
Nr.66
*Hacquet: Wenden, Illyrer und Slaven (527f) (vgl auch 2.Bd 279f)
Nr.69
*Rechtschreibregeln für Jugend (549ff)
Nr.71
*Annalen der bildenden Künste für ÖS Staaten. v Fuessli (561ff)
*Hensler: Don Quixotte, Bergfest (567f)

2.Bd
Nr.75 Juli 1804
*Karpe: Darstellung der Philo (Sp 17ff)
Nr.77
*Taschenbuch für MAE 1804 Hg Hawlik (37f)
*JGM: Reise durch D 1792-1797 (38-40)
Nr.80
*Gruber: Försterfamilie (57-63) "Meisteromans"
Nr.82
*Perinet: Ariadne auf Naxos ua (79f)
Nr.84
*Schematismus Görz Gradisca 1803
Nr.86 August
*Pope: Heloisens Briefe an Abeilard (109f)
Nr.89
*div Romane (136): Evestona; schwarze Larve; Wanda, Fürstinn v Krakau
Nr.92
*Fischer Jul Wilh: Reise durch ÖS UNG STMK usw (159f)
Nr.93
*Thaliens Traue (wg Abschied Adamberger v Theater) (166f)
Nr.96
*Taschenbuch der Wiener Uni für 1803
Nr.97 September
*Hormayr: krit-diplo Beyträge zur HI TIR im MA (193-197,)
Nr.99
*v Sassen Marie: Alexis und Nadine. Roman (Sp216)
Nr.100
*Schematismus BOE 1804 (221)
Nr.103
*Verzeichnis vornehmste Kunstwörter für Maler (244ff)
Nr.105
*Treitschke: Mitgefühl (257ff)
Nr.106
*Gruber: Hymnus an Pallas Athene (269)
Nr.108
*Das neue Theater der Deutschen (281ff)
Nr.110 Oktober
*Theologisch-praktische Monatsschrift (297ff)
*Wilhelm Gradesinn's Lebens und Bildungsgeschichte (304) Roman
Nr.114
*Streckfuss: Gedichte (329ff) (ü.poetische Schule, Ironie)
*div Romane (335f)
Nr.116
*Polizey: Feuerlöschordnung für die kg Freystadt Preßburg (345-348)
*Robinson aus BOE. Roman (351f)
Nr.119
*Julchens Nachtstunden Roman. (376)
Nr.120
*Racine, Ü Ayrenhoff: Andromache, Bajazet, Iphigenie (380ff)
Nr.123 November
*Lutz Marcus: VÖS Frickenthal (405-408)
Nr.125
*Winzler: Die Thermolampe (417ff): war vor 1 Jahren Gesprächsthema in Wien, nun sind die in Kasernen und Polizeygebäuden errichteten Thermenlampen wieder abgerissen worden; |-| (424) man muß dazu Thermolampisten ausbilden; wird einst sicher mal eingesetzt werden.
Nr.127
*Negedly: BOE Grammatik
Nr.128
*Oken: Naturphilo (441-446) Bezug auf Schelling, wird verrissen
Nr.129
*Caroline Pichler: Leonore. (449-459). (auch Nr.130) "Einfach und gut ist die Anlage dieses Romanes." mit Reflexion über Briefform
Nr.131
*TIR Almanach auf 1804 (465ff)
Nr.138 Dezember
*Heymann: Streifzug durch Lombardei
Nr.139
*J: Recension über Raul den Blaubart (sic) (535f)
Nr.140
*Reinhold: Anleitung Philo
*Weidmanns und Eisenglatz Darstellungen Theater an Wien (542ff)
Nr.142
*TIR Almanach auf 1805
*Wiener Taschenbuch für das Jahr 1805 (564ff) Mit Aufsatz über das Postwesen Wiens
*Taschenbuch für Freunde schöner vaterländ Gegenden 1.Jg, auch: Mahlerische Streifzüge. 1805. (566-568) Naturschilderungen werden gelobt; || "Rec. wünschte, dass der verdiente Hr. Verf. den rein statistischen Theil dieser Abhandlung, der bis S.20 fortläuft, mehr in Schlötzers und Schwartner's Geist gearbeitet hätte, unter deren Händen die starren Zahlen Hieroglyphen zu seyn scheinen, in welchen das Auge des Eingeweihten ewige Wahrheiten liest."; Schilderung des ÖS Nationalcharakters.
*Historisches Taschenbuch auch Geschichte 19.Jh 1.Bd
*Wiener Hoftheater-Taschenbuch 1805 2.Jg (571-574)
*Gruber: Das Ideal. Roman (574ff)

Besondere Beylage zum Intelligenzblatt 12.1804
*Gedichte in altdeutscher Sprache anläßlich Ehzg Johann Reise durch norische Alpen und Venetien

Intelligenzblatt 1804
1.Bd
Nr.4 Jänner
*Theaternachrichten
Nr.5 Februar
*Verordnungen zum Bücherzensurwesen
Nr.6
*Adelsstand Joh Baptist Megerle (Sp.45)
Nr.7
*Beyträge gelehrtes ÖS: Schwoy; Joseph Richter (letzterer verfaßte auch militärisches Wörterbuch)
Nr.11 März
*Theaternachrichten
*Ankündigungen Patriotisches Tageblatt 5.Jg (Sp 84-87) (Sp.87) "Es versteht sich von selbst, dass alle Aufsätze stets mit Respect gegen die Regierung, den Staat, die Censurgesetze, die Religion und die guten Sitten abgefasst seyn müssen."
Nr.14 April
*Nekrolog Hofschauspielerin Rosalia Nousseul (Sp.109f)
Nr.15
*Ankündigung einer Lesemaschine (zum Lesen lernen) (Sp.114f)
*Ankündigung patriotisches Wochenblatt für UNG (118f)
*Neue Theaterstücke
Beylage zum Intelligenzblatte (nach Nr.16 eingebunden) April 1804 (I-XVI)
*Antwort auf Recension des zweyten Teils Taschenbuch von und für ÖS Griesinger mit Replik Rezensent (Nr.108 1803) (Autor moniert größere Schrift, Rec pflegt zitierte Worte im Manuskript zu unterstreichen, ohne sich zu kümmern, was Druckerei dann daraus macht (Sp IIf); Rezensent verteidigt auch Kalenderform: "Dagegen gewährt aber die Kalenderform grössere Mannigfaltigkeit; man kann abbrechen, wenn man will, und sich heute über dieses, morgen über ein anderes Factum belehren; die Objecte wechseln, aber die Sphäre bleibt doch immer die vaterländ. Geschichte." (Sp.V) || Rec: "Wie soll die Kalenderform (...) grössere Mannigfaltigkeit gewähren, als die echte historische Methode, die eine vollständige und zusammenhängende Erzählung aller merkwürdigen Ereignisse möglich macht und erheischt?"
Nr.17 Mai
*Ehzg Johann 3.4.1804 nach IT abgereist, wird auf Rückweg norische Alpenkette untersuchen
*Hr Gebhard, den Ehzg Johann 2 Jahre durch TIR reisen ließ, im März nach Wien zurück, um gesammelte Schätze zu ordnen; Anfang April wieder nach Alpen
Nr.18
*"Am 26. März starb zu Wien Hr. Wolfgang von Kempelen, jubilirter k.k. Hofrath, Erfinder der Schach- und Sprachmaschine, alt 71 Jahre." (Sp.141)
Nr.19
*Berichtigung zu Nr.10 Rez Taschenbuch für 1804: wahre Anekdote ist nicht wahr (Sp.150-153)
Nr.20
*Neue Theaterstücke
Nr.21 Juni
*Studierende MAE (Uni)
Nr.22
*Etwas über das Kalenderwesen und Unwesen in der österreichischen Monarchie (Sp.169-181)
Nr.24
*Erwähnung Kempelens als Konstrukteur einer Maschine für die blinde Künstlerin Paradies (Sp.191)

2.Teil
Nr.26 Juli
*Preisaufgabe von der k. böhm Gesellschaft der WISS: wie können Verfälschungen von Lebensmittel ausserhalb der gesetzlichen Untersuchung aufgehoben oder vermindert werden; Verfälschungen geschehen "theils durch Vermengung und Vermischung verdorbener Stoffe, theils durch fremde schädliche Zusätze" (Sp.13)
*Neue Theaterstücke
Nr.27
Sp.17-20 (dh ein Blatt) sind in UB-Exp herausgeschnitten! -NB: Exp: Zustand der Lit in GAL
Sp.23/24: nächstes Jahr in Annalen auch Rezensionen italienischer Werke aus Giornale della literatura italiana, wird dadurch um Hälfte vermehrt
Beilage Juli 1804
*Zu Bildsäule J2
Nr.30 August
*Schulen, Gymnasien, Uni Wien 1802
Nr.32
*Neue Theaterstücke
Nr.36 September
*Neue Theaterstücke
Nr.40 Oktober
*Neue Theaterstücke
Nr.41 November
*Nachricht der Redaktion: (Sp. 129f): ab 1805 8 Gulden Buchhandl, 9 fl bei Postämtern, da Umfang stark zugenommen hat; statt Anfangs versprochene 8 Nr Text und eine Nr Intelligenzblatt gabs ab 1804 12 Nummern Text und vier Nr Intbl; ab 1805 16 Nr Text 5-6 Nr Intbl
*L Meszaros erhiehlt Lehrkanzel Statistik an Uni Pest; hohe Erwartungen, da er Schwartner vorgezogen wurde (Sp.135)
Nr.43
*Beytrag gelehrtes ÖS: Geusau (Sp.145-152) || hatte Anteil bei Ökonomischer Monathschrift 1766, Bienenstock 2.Jg 1770
Nr.44
*Neue Theaterstücke
Nr.45
*Ackerbaugesellschaft KTN (LW)


Exzerpt: Annalen der Literatur und Kunst in den österreichischen Staaten 1805


verlegt bei Anton Doll, gedruckt bei Anton v Haykul
Seiten numeriert, bei Intelligenzblatt Spalten

1.Bd
Jänner 1805
*Tempel von Gnidus: aus dem Französischen ins Tschechische übersetzt (60)
*Schildach: Dienst und Gegendienst. Schauspiel (62)

Februar 1805
*Weissegger: Historische Gemählde .. aller Herrscher und Prinzen Habsburg
*Rohrer Joseph: Reise Bukowina GAL SCL MAE Wien (106ff) | nach Rohrer sind Juden das Unglück von GAL; Rez will für einige Augenblicke "die Million dieser Parasiten", mit "Federstriche vertilgen", wäre aber für Gleichgewicht nicht so gut; |-| (111) Bev Wien
*ZS von für UNG Hg Schedius 1803 (112)
*Ausgabe von Persius und Juvenal (120)
*Romane von Gottlieb Müller (121)
*Ovid (121)

März
*Demian: Darstellung der ÖS Monarchie 1:Bd (BOE MAE SCL) 1804 (171ff-180) schreibt wörtlich ua Riegger ab aktualisiert aber nicht mal dessen Angaben |-| (178) "Riegger gerieth zum Theile durch den Verlag seiner statistischen Werke in Schulden. Beynahe niemand achtete sie bey ihrem Erscheinen. Als Maculatur liegen sie noch in Menge in den Buchläden, und ein magerer, zum Theile wörtlich abgeschriebener, zum Theile übel zusammengetragener Auszug aus ihnen wird um einen Preiss von 3 fl 15 kr häufig aufgekauft, und von vielen als sehr gut gepriesen!!"; bei MAE wird Schwoy abgeschrieben; interessant: kroatische Sprache in drei Ortschaften in MAE hielt sich, während in FR Kolonie: "'Doch ist die Sprache jetzt schon ein widerliches Gemisch von slavischen, teutschen und französischen Wörtern, und wird wahrscheinlich mit der Zeit ganz verlöschen.'"; vier Stunden von Wien bei Stadt Enzersdorf gibts auch Dorf, wo Leute slawisch sprechen; nur in BOE scheint das Böhmische durchs Deutsche verdrängt zu werden
*Twrdy Franz: Pragmatische HI BOE Freysassen (183)

April
*Bredetzy: UNG
*Streckfuss/Treitschke Hg: Musenalmanach für das Jahr 1805 (243)
*ÖS Taschenkalender für das Jahr 1805 (248) mit Gedichten Collin, Caroline Pichler, Ratschky; beste Gedicht ist Hagar in der Wüste von Pichler
*Wisshofer Hg: Linzer Musenalmanach (250) wird verrissen
*Die Bekanntschaft auf der Reise (251)
*Negedly: BOE Grammatik (253f)

Mai 1805
*Monathl Correspondenz Beförderung Erd- und Himmelskunde Hg Zach 10.Jg (284)
*Journal der aeltern und neuern Zeiten Vorarlbergs 1802 (295)
*Joseph Rohrer: Abriss der westlichen Provinzen (297-303): Verweis auf Rezension dieses Buchs in Haller ALZ Nr 333 S.417, Buch wird dort gelobt, obwohl er viel abschreibt; |-| (303) Rezensent schlägt der Haller ALZ vor, ihrem Rezensenten nur mehr Bücher über UNG-HI und evangelische Kirche zuzuteilen
*Carl Daniel Nitsch: Gedichte (309)
*Zauper: Poesie in ihren Formen (312)
*Rosa Leontino, Gruppen aus Italiens romantischen Fluren (315)
*Die MargarethenInsel zwischen Ofen und Pest. romantische Volkssage (316)
*Kunitsch: Biographien merkwürdiger Männer der ÖS Monarchie (316)

Juni 1805
*Oesterreichisches Magazin für Armenhülfe, Industrie-Anstalten und Dienstbothenwesen, Hg JW Klein (331)
*Carl Anton v Gruber: Hymnus an Pannonia (379)

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur und Kunst in den österreichischen Staaten. 1805.

Jänner 1805
*Verordnungen zu Schulwesen
*Beyträge zum gelehrten ÖS: Hacquet (Sp33)

März 1805
*Glatz Nachfolger Samuel Bredeczkys als Vikar der evangelischen Gemeinde AC in Wien (Sp.101)
*Übersicht D-Schulen und Gymnasien Erbstaaten und Schulbücher (Sp.113ff)

April 1805
*Antikritik Negedly zu BOE-Grammatik November 1804

Mai 1805
*Beyträge zum Gelehrten ÖS: Michael Kunitsch (Sp 225): arbeitete ua bei J2-Kataster in UNG

2.Bd
Am Anfang des 2.Bd beigebunden:
Ankündigung der Neuen Annalen der Literatur des österreichischen Kaiserthumes: Von Juli 1806 an sollen monatlich 2 Hefte erscheinen, darin nicht mehr nur Rezensionen, sondern auch Abhandlungen; deswegen, weil viele Gelehrte solche eingesandt haben, es in Vaterland aber keine gelehrte Gesellschaft außer k Gesellschaft der Wiss zu Prag gibt, die diese druckt; Honorar: 8 fl pro Druckseite; Namen der Verfassers wird auf Verlangen heilig verschwiegen werden.
Pränumerieren: bei Anton Doll jüngern, 8 fl; Post: 9 fl

Juli 1805
*Theologisch-praktische Monathsschrift 3.Jg (Fortsetzung von 10.1804)
*Annalen der Forst Haus und LW (mit Rücksicht auf ÖS) (36)

August 1805
*Allgemeine Geogr Ephemeriden (88)
*Anakreons Gedichte (108)

September 1805
*Kommerz und Civilschema Hzgt STMK 1803 (163)
*Tausig edlen v Hauenthal Joh Ign: Blumen auf Thaliens Gebiethe entsprossen (175)
*Ignaz Krasickis Werke (179f)
*Zeitung aus der Vorwelt (182) (Mit Aussagen über Roman und Geschichte)

Oktober 1805
*Schematismus BOE (226) Fortsetzung 3.Jg Nr.100
*Collin: Coriolan (249)
*Collin: Polyxena (252)

November 1805
*Archiv für Geo und Statistik 1802, 1803 (306) eingestellt
*Caroline Pichler: Ruth (312)
*Streckfuss: Ruth (314)
*Caroline Pichler: Eduard und Malvina (316) "ein romantischer Gang der Handlung"
*Monathschrift für Theaterfreunde Hg Friedrich Linde (317)
*Wiener Modenjournal für 1805 (319)

Dezember 1805
*Archiv für Geo und Statistik
*Gabriele Batsany: Gedichte (376)
*Carl Anton v Gruber: Torquato Tasso (379)

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur und Kunst in den österreichischen Staaten. 1805.

Juli 1805
*Beyträge zum gelehrten ÖS: Johann Alois Hanke v Hankenstein (Sp 18) Bibliothekat Olmützer Lycäum; ordnete ua Bibliothek systematisch ab 1785

Oktober 1805
*Schreiben Ehzg Johann an Frhr v Moll, Wien 29.8.1803 (Sp.145-160)
*Nekrolog Sorgenthall (Sp. 178ff)
*Canovas Werke (Sp 187)

November 1805
*Studienplan für Gymnasien (Schule) (Sp.193-210) (mit Gesetzen für die Disciplin)

Dezember 1805
*Rezension von Gelegenheitsgedichten (Sp. 241-267)


Exzerpt: Neue Annalen der Literatur des österreichischen Kaiserthumes 1807


Verlag Anton Doll, gedruckt bei Anton v Haykul

1.Bd
Jänner 1807
*Annalen der Staatskräfte von Europa .. Angefangen von Friedrich Randel, fortgesetzt von Friedrich Leopold Brunn: ÖS Monarchie, Berlin 1805 (7-15)
"Wenn mehrere (7) der so genannten Erfahrungswissenschaften erst im verflossenen Jahrhunderte nach einer echt wissenschaftlichen Form bearbeitet wurden, so war es die Statistik vorzüglich, welche kaum mit der Hälfte des achtzehnten Säculum in ein System gebracht, und durch eine logisch-richtige Bestimmung ihrer Wesenheit zum Range einer Wissenschaft erhoben wurde. Wenn ferner in dem letzten Viertel des siebenzehnten und im ersten des achtzehnten einige Gelehrte in diesem Fache nicht ohne Ruhm gearbeitet haben, so hat sich doch nur erst der originelle Professor Achenwall zu Göttingen das Verdienst erworben, dem zerstreuten Materien eine scientifische Form zu geben, eine Menge von heterogenen, aber zum gegebenen Zwecke unentbehrlichen Daten, unter einem Gesichtspuncte zu vereinen, und diese Data in Ordnung, in ein geschlossenes System zu | bringen, wodurch diese Wissenschaft eine wichtige Gehülfinn der Regierungskunst wurde. Da diese Wissenschaft vor Achenwall noch so mangelhaft war, so lässt es sich vermuthen, dass erst dieser verdienstvolle Gelehrte eine bestimmte und erschöpfende Erklärung ihrer Wesenheit festsetzte, die einen Grundsatz aufstellte, auf Vollständigkeit hinwies, und allen unzweckmässigen Ueberfluss abschnitt. Ausser dem allgemein geachteten Schlözer sind alle seine Nachfolger z. B. Toze, Curtius, Remer, Lüder und Sprengel hierin von ihm abgewichen, und zwar mit Unrecht, wie es Rec. dünkt, da Achenwalls Definition noch immer die deutlichste, die bestimmteste, die fruchtbarste ist, wenn er sehr einfach sagt: Statistik eines Landes und Volkes ist der Inbegriff seiner Staatsmerkwürdigkeiten.' {sic, kein geöffnetes Anführungszeichen} Mit mehreren und andern Worten heisst dies wohl nichts weiter, als: 'Statistik sey eine Darstellung jener Grundsätze, nach welchen das besondere Staatsinteresse eines Landes, das in der Kenntniss und, als eine Folge derselben, in der Anwendung der schicklichsten Mittel zur wahren gemeinschaftlichen Glückseligkeit eines Staates beruht, wirklich befördert werden könne.' Man sieht daraus, dass Wahrheit die erste und unerlässlichste Eigenschaft der Statistik seyn müsse; dennoch kann man sich selbst in unsern Tagen so selten auf die Authenticität statistischer Angaben verlassen, da die Schriftsteller bey der auch jetzt noch herrschenden Publicitätsscheue vieler Regierungen keine offizielen Data zur Verarbeitung erhalten können, und sich daher, um doch etwas zu sagen, mit Angaben, die a priori auscalculiret wurden, behelfen müssen. So kamen von jeher die gröbsten Unwahrheiten ins Publicum, und der Missbrauch der Wissenschaft drohte ihr selbst gefährlich zu werden.
Der Statistiker soll daher:
1) Die Hauptdata aus den Händen der Regierung zu erhalten suchen; ist er dennoch wegen echter offizieller Nachrichten in Noth, so muss er die ihm fehlenden aus Reisebeschreibungen, Journalen und Zeitungen zusammen suchen, dabey aber nie vergessen, sich mit der Angabe seiner Quellen vor der Kritik zu verwahren, da der Werth solcher Daten leider nur zu bekannt ist. - Der Statistiker muss
2) wohl bedenken, dass selbst Data, die auf Veranlassung und unter der Authorität der Regierung gesammelt wurden, oft unrichtig seyn können; wie es häufig der Fall ist, wenn Ungeschicklichkeit, Nachlässigkeit oder gar Vorsatz jener Beamten, welche die ersten Berichte zu erstatten haben, mit ins Spiel kommen. Verkehrte Ansichten verursachen ferner, dass der Statistiker
3) etwas für eine Staatsmerkwürdigkeit hält und als solche aufzählt, was es gerade nicht ist, und umgekehrt.
4) Die Wichtigkeit mancher statistischen Angabe fällt manches Mahl nicht gleich in die Augen, und muss erst durch Combination gefunden werden; hier muss sich der statistische Schriftsteller als Statistiker ! zeigen. Gleicher Fall tritt ein, wenn
5) die Erheblichkeit manches Beytrages nur erst durch Summirung einleuchtend gemacht werden kann, und die Angabe also Gefahr läuft, übersehen zu werden. Eben so kann
6) manches nur unter gewissen Zeiten und Umständen oder
7) in einem gewissen Lande oder Districte Staatsmerkwürdigkeit seyn, was es anderswo nicht ist.
Alle diese bey einer guten Statistik nothwendigen Rücksichten legen dem Schriftsteller die Nothwendigkeit auf, gleich dem Historiographen den Wert seiner Quellen mit gründlicher Kritik zu prüfen. So wie der Geschichtschreiber hat ebenfalls der Statistiker seine bestimmten Quellen, woraus er für sein Werk schöpfen kann, und diese sind:
a) Urkunden; hierher gehören Grundverträge zwischen Regenten und Völkern, Friedens- Grenz- Handels- und Allianztraktate, Landesverordnungen über alle Theile der Staats-Verwaltung, Berichte der Landescollegien u. s. w.
b) Staatsschriften; wie Staats-Kalender, Schematismen, Intelligenzblätter, Deductionen, selbst Artikel aus der Hofzeitung etc.
c) Landesschriften; jedes Land besitzt gewiss einen Vorrath von gedruckten Materialien, die dem sammelnden Statistiker gute Beyträge werden können, und wenigstens der Regel nach das günstige Vorurtheil richtiger Angaben für sich haben.
d) Reisebeschreibungen; worunter zum Gegensatz von Landesschriften, die von Einheimischen herrühren, alles gezählt werden kann, was Autoren von einem Lande schreiben, das nicht ihr Vaterland ist. Die besonders in unsern Zeiten eingerissene Manie für Reisebeschreibungen soll uns mit Grund | misstrauisch (9) machen gegen diese oft so leichtfertigen und schnöden Angaben statistischer Libertins, und nur die strengste Kritik kann einige derselben für den Statistiker brauchbar machen. Gleiche Vorsicht ist endlich
e) bey den Zeitschriften nöthig, bey denen, seyen sie eigentlich Zeitungen, oder Journale, oder andere periodische Schriften, die gewöhnlichen Gemeinplätze, Tiraden und andere Umstände, wozu vorzüglich der Werth der Correspondenten, der Geist des Redacteurs und die so mächtig einwirkenden Censursverhältnisse {kursives auch gesperrt} gehören, berücksichtigt werden müssen.
Da nun diese fünf Quellen doch immer ihre Nahrung am richtigsten aus den Papieren der Staats-Verwaltung erhalten können, so ergibt sich von selbst die Folge: dass nur die Regierung allein mittelbar oder unmittelbar eine gute, allen Forderungen der Kritik genug thuende und dem Zweck entsprechende Statistik zu liefern vermöge.
Setzen wir nun den Fall, dass es einer Regierung ernstlich daran gelegen sey, richtige, übereinstimmende und vollständige Data zu einer Statistik ihres Landes zu erhalten, so kommt es hauptsächlich auf die Art und Weise an, wie diese Materialien abgefordert werden sollten? Die fragende Form ist wegen der mächtigen Verschiedenheit der Geistesfähigkeiten, Kenntnisse und Ansichten aller Beantwortenden sicher nicht die zulänglichste; mehrere Staaten, und selbst die österreichische Monarchie mit ihren Conscriptionslisten haben hingegen die tabellarische Form am anwendbarsten gefunden. Auch in dem leider zurückgetretenen patriotischen Tageblatte wurde eine Aufforderung zur Verfertigung möglichst vollkommener statistischer Tabellenformulare niedergelegt, und Rec. liess selbst, von der Wichtigkeit und Nothwendigkeit guter Tabellenformulare überzeugt, in demselben Journale eine wiederholte Anfrage und Aufforderung einrücken; allein man mag die Schwierigkeit des Unternehmens wohl gefühlt haben, da von keiner Seite sich eine Nachricht von der Realisirung dieses Vorschlages hören liess. Selbst Se. königl. Hoheit der Erzherzog Karl werden sich in den Berichten der Staatsgüter-Verwaltungen bey Gelegenheit der vortrefflichen Verfügung der Güterbeschreibungen überzeugt haben, wie wenige Zuverlässigkeit, Gleichförmigkeit und erschöpfende Vollständigkeit man durch fragende Instructionen erzwecken konnte, und die Bekanntmachung jender verdienstvollen Staatsbeamten im patriotischen Tageblatte, die dem Sinne jener Fragen am meisten entsprochen hatten, bewies hinlänglich, auf welch' kleine Zahl von Individuen, die in den Geist solcher Fragen eindringen können und wollen, man Rechnung machen dürfe!
Aber eben diese Abforderung der Güterbeschreibungen ist ein schöner Beweis des Werthes unserer Wissenschaft, die bey gehöriger Würdigung so hohe Zwecke erreichen kann. Schon die Definition derselben zeigt, was ihr Wirkungskreis sey. Sie ist das erste Hülfsmittel des Regenten, sein Volk glücklich zu machen. Kann es einen erhabenern Standpunct geben? Nur dann erst, wenn der Herrscher sein Volk und das Land kennt, wenn er die Bedürfnisse beyder weiss, kann seine Regierungskunst die tauglichsten Mittel wählen, wie er jenes leiten und diese befriedigen kann. Aber kennen lehrt den Fürsten sein Volk und dessen Bedürfnisse - die Statistik ! Es sey daher eines der ersten Geschäfte des Regenten, sich genaue Kenntnisse von dem Lande eigen zu machen, das sein Wohl in seine Hände gelegt hat. Das Beyspiel grosser Staatsmänner spricht für die Behauptung des Rec. Herzberg war gewiss mit dem Gegenstande jener Rede vertraut, die er im Jahre 1782 bey der Akademie der Wissenschaften in Berlin, über die innerliche Stärke der Staaten, und ihre verhältnissmässige Macht gegen einander, in französischer Sprache hielt. Und selbst die neuesten Anstalten in Frankreich sind es, welche die Bearbeitung der Statistik zu einer wahren Regierungs-Angelegenheit erhoben haben. Statthalter von 108 Provinzen, jede 2 bis 400,000 Menschen stark, schicken Statistiken ihrer Präfecturen an die Regierung ein, welche eine aus 42 Gelehrten in Paris bestehende Société de statistique, verarbeiten wird. Ihr beständiger Secretär Mr. Ballois redigirt zu diesem Zwecke ein Journal, das unter folgendem Titel erscheint: Annales de statistique ou Journal général d'Economie politique, industrielle, et commerciale, de Geographie et Histoire naturelle, d'Agriculture, de Physique, de Hygiéne et de Literature. Die Bestimmung ihres Wirkungskreises zeigt, wie sehr sich die Franzosen umfassende Länderkenntniss angelegen seyn lassen. Sie sagen: 'Annales de Statistique sind un ouvrage speciellement destiné à présenter le tableau réel de la | France, (10) sos le rapport de l'étendue et de la division du territoire, de la population, des productions des trois regnes de la nature, de l'état de la litterature des sciences et des arts; de l'industrie, du commerce et de ses moyens de la navigation marchande; des revenus de l'Etat, des forces de terre et de mer etc.'
Es ist aber nicht genug, dass bloss der Fürst allein den Zustand seiner Staaten kenne, eine wohlgeordnete Statistik werde auch ein Gegenstand der Publicität. Man hat Beyspiele, wie oft die übelberechnete Verheimlichung statistischer Daten einem Lande geschadet hat. Noch in den neuesten Zeiten haben die als Staatsgeheimnisse zurückgehaltenen Angaben von dem Flächeninhalte, der Volksmenge und der Staatseinkünfte dem armen Salzburger Lande eine tiefe Wunde geschlagen. Statistische Schriftsteller mussten sich, aus Mangel offizieller Daten an Quellen halten, die, wie man es zu spät erfuhr, höchst unlauter gewesen sind; es kamen von diesem Lande statistische Angaben ins Publicum, die nach Muthmassungen construirt, weit übertrieben waren; französische Journalisten schrieben mit ihrem gewöhnlichen Leichtsinne und Sorglosigkeit diese irrigen Angaben nach, die dann von dem in Salzburg eingerückten Franzosen zum Massstabe ihrer Contributionsauflegung genommen wurden, bis endlich der verdienstvolle Hr. Hofkanzler Reichsfreyherr von Bleul den französischen Agent des Contributions, Mr. le Tissier aus Original-Documenten überzeugte, dass der Flächeninhalt des Landes Salzburg nicht, wie es allgemein hiess, 240 sondern nur höchstens 180 [] Meilen, die Volksmenge nicht 250.000 oder gar 280.000, sondern nur 194.000 Menschen, die Einkünfte der Salinen, nicht wie das Journal de Paris schrieb, 1,860.000 fl,. sondern nach dem zehnjährigen Durchschnitte nur 198.880 fl., und die sämmtlichen Staats-Revenüen von Salzburg nicht 4,000,000 fl., wie es im Journal des Defenseurs de la patrie stand, sondern 908,751 fl 40 2 4/5 kr. betrügen!
Man mag indessen hier und da wohl Ursachen haben zu verhüthen, dass gewisse statistische Gegenstände nicht bekannt werden sollen; allein Rec. fühlt bey dieser Betrachtung tief, was der vortreffliche Schlözer in diesem Bezuge sagt: 'Offene, Jahr aus Jahr ein fortgesetzte Statistik ist, so wie das Barometer der bürgerlichen Freyheit, also auch die unverdächtigste und urkundliche Lobrede auf eine weise Regierung. Unzähliges Gutes im Lande ist ihr Werk; der Bürger erfährt es nun aktenmässig, und in Zahlen, wie die Menschen wachsen, wie sich die Exporten mehren, und die Anzahl der groben Verbrechen, folglich auch die Todesstafen abnehmen u. s. w., welch süsse Belohnung für gute Regenten! Diese fangen daher an, sich aus den Jahresberichten über ihre Reiche ein Studium zu machen; sie lernen sie gar auswendig. 'So viel ist's noch nie gewesen, sagte einst Friedrich der einzige auf den ersten Blick, als er in seiner Kirchenliste die Summe aller Gebornen seines Reiches übersah' etc. {Anführungszeichen Sic}
So wie die Statistik mehr bekannt zu werden anfing, ward auch ihr Nutzen einleuchtender, und mehrere Regenten liessen sich's angelegen seyn, derselben an den hohen Schulen ihrer Länder einen angemessenen Platz anzuweisen. Wenn die Statistik in der folge das nicht leistete, was man sich von ihr versprach, so war dies weder die Schuld dieser Wissenschaft selbst, noch jene des Regenten, dessen Errichtung statistischer Lehrstühle gewiss eine edle hohe Absicht zum Grunde hatte, und dem es wohl nicht zugemuthet werden kann, dass er den Controlleur des Professors der Statistik mache.
Selbst die österreichische Regierung gab hierin ein erhabenes Beyspiel der Würdigung dieser Wissenschaft mit der Einführung eines Professors der Statistik an der Wiener - Universität. Wenn auch de Luca, nicht von dem Geiste eines Schlözer beseelt, die Statistik in seinen Vorlesungen und Schriften keinesweges zur Tendenz einer wahren Wissenschaft erhoben hatte, so kann es dennoch nicht geläugnet werden, dass sich dieser thätige Gelehrte durch rastlose Sammlung statistischer Daten viele Verdienste um die künftige Statistik der österreichischen Monarchie erworben habe. Da nun de Luca's Nachfolger sich mehr auf ihre Vorlesungen beschränkten, so mag sich, indem nichts von ihnen im Drucke erschien, bey manchen Ausländern der irrige Wahn verbreitet haben, als ob nach de Luca's Tode die Lehrkanzel der Statistik zu Wien eingegangen sey; es ist daher die Pflicht der Annalen, zur Ehre unserer Regierung diesem falschen Gerüchte zu widersprechen, da wirklich noch bis zur Stunde an der Universität Wien eine Professur der Statistik besteht, die aber seit 6 Jahren nur provisorisch und zwar gegenwärtig vom Hrn. Zizius, bey einem Gehalte von - 400 fl. versehen wird! Möchte doch diese Lehrstelle ein Mahl ordentlich besetzt werden, damit die Ausländer durch unsere Annalen | (11) erführen, dass die Lehrkanzel der Statistik an der Universität zu Wien wirklich noch bestehe!
Nur der Freyherr von Liechtenstern, der sich in geographischer und statistischer Hinsicht schon so viele Verdienste um die österreichische Monarchie erworben hat, lieferte von Zeit zu Zeit Beyträge zur Statistik Oesterreichs, deren Werth erst derjenige ganz fühlen wird, der einst das grosse Amt übernimmt, uns eine General-Statistik des österreichischen Kaiserthums zu liefern. Auch Böhmen und Siebenbürgen haben durch die Bemühungen des trefflichen Riegger und Ballmann schätzenswerthe Materialien zu einer Statistik dieser Länder vorräthig; aber Ungern allein kann sich rühmen, eine General-Statistik seines Reiches durch die thätige Gelehrsamkeit des Hrn. Professors v. Schwartner zu besitzen. Zwar gab in dieser Hinsicht Hr. Rohrer Völkerbeschreibungen der östereichischen Monarchie heraus, die, obschon sie nur Compilationen sind (jene über die armenischen Bewohner vielleicht ausgenommen) immer brauchbare Materialien bleiben, so lange wir nichts Besseres aufzuweisen haben; auch erschien früher schon ein statistisches Gemälde der österreichischen Monarchie von Andreas Demian, und später seine statistische Darstellung, allein beyde seiner Werke verriethen nicht nur allein wenige Kenntniss der Wesenheit und des Zweckes der Statistik, sondern konnten auch bey der Menge höchst unrichtiger Angaben und anderer Mängel nur auf äusserst geringen Werth Anspruch machen; wir sehen daher, wie schlecht und dürftig wir in statistischer Hinsicht bestellt sind, und wie sehr sich jene Gelehrte um unsere Monarchie verdient gemacht haben würden, die uns eine Generalstatistik des österreichischen Kaiserthums lieferten!"
+Nun gibts statistische Übersicht "von einem ausländischen Gelehrten bearbeitet", Verfasser war schon früher bekannt, nun verleihen neueste Zeitverhältnisse erhöhten Reiz; deswegen so ausführlich behandelt, da in Annalen bisher noch nie Gelegenheit, "von diesem für jeden Staat so wichtigen Gegenstand nach Würde sprechen zu können."; "Die Ordnung ist mit Klarheit und Sachkenntniss bestimmt, und die Reihenfolge der Gegenstände zwanglos und vollständig angesetzt." *Korrekturen: durch Friede von Preßburg Lage und Grenzen | verändert | (13)
+"Der verschiedene Nationalbestand . 13. ist mit kluger Benützung der diesfälligen Quellen gut auseinandergesetzt. Nur ist es unrichtig, was der Verfasser am Ende sagt: dass die Juden ausser Gallizien, und Ungern, Böhmen und Mähren nur zerstreut lebten. Wer diess sagen kann, muss den mächtigen Verein der Judenschaft in Wien, und ihre in das Wohl des Ganzen vielleicht zu sehr und zu nachtheilig einwirkenden Triebfedern nicht kennen, die durch pecuniäres Uebergewicht so lange in die grosse Maschine eingreifen werden, bis der Zirkellauf derselben gehemmt, oder bis ein verständiger Maschinist diese schädlichen Kammräder durch eine andere dauerhafte Invention unschädlich gemacht haben wird."
+"Ueber den Charakter der Einwohner .17 hätte der Vf. mit Grunde weitläufiger seyn dürfen. Die starken Markirungen in den Charakter-Gemählden der verschiedenen Nationen, aus denen der österreichische Völkerbund besteht, lassen keine Gemeinheit, keine verwischt scheinenden Conturen befürchten; die Contraste sind zu auffallend, als dass sie nicht leicht aufgefasst und richtig wieder gegeben werden könnten. Der edelstolze Unger, der kluge Böhme, der gutmüthige und fleissige Steyrer, der verschlagene Wende, der derbe gerade österreichische Oberländer, der schalkhafte Krainer, u. s. w. biethen dem Schriftsteller des Stoffes in der Fülle dar." |
+Unbegreiflich (14) wie er zu Irrtum kommt, daß Annalen der ös Lit und Kunst durch Bemühungen des Literators Eyerel zustande gebracht wurden; dieser hat zwar vor mehreren Jahren ein Heft der Annalen geschrieben, gestiftet und redigirt durch 4 Jahre hat diese aber Hr Md. Dr. Schultes, jetzt Prof der Chymie und Botanik Uni Krakau
+"Rec. kann leider nicht widersprechen, dass die Hoftheater vielleicht nie so schlecht bestellt waren, als gegenwärtig." {kursives auch gesperrt} |
+trotz Fehler, die aber mangelhaften Quellen anzulasten sind "das beste statistische Werk sey, das wir dermahls über unsere Monarchie aufzuweisen haben; nicht allein, weil es das neueste ist, welches einer statistischen Schrift immer großen Vorzug gibt, sondern auch, weil es von umfassender Sachkenntnisss, von Ordnungsgeiste und thätigem Fleisse des Vf. zeigt, und sich durch diese Eigenschaften verbunden mit instructiver Tendenz dem Liebhaber der Statistil und jedem wissbegierigen Freunde nützlicher Wissenschaften (für den es laut der Vorrede eigentlich bestimmt ist) vorzüglich empfiehlt."

*Historisches Taschenbuch 2.Jh auch: Geschichte des neunzehnten Jh 2. Bd Geschichte des Jahres 1802, Wien 1806: (26) Verfasser Schwaldopler || Druckfehler werden lang abgehandelt
*J.Pinkerton: Gégraphie moderne (35-37) "Je mehr Kriege geführt werden, desto besser sieht man die Nothwendigkeit der Länder- und Völkerkunde ein, und desto mehr bestrebt man sich auch, mit beyden Wissenschaften bekannt zu werden. Vielleicht ist in England und Frankreich nie so viel in statistischer und geographischer Hinsicht über Deutschland und insbesondere über die österreichischen Staaten gedruckt worden, als in dem verflossenen Decennium, und wenn mancher Engländer oder Franzose unser Vaterland genauer kennt, als viele Eingeborene, so beweiset diess wohl nichts weniger, als dass dieselben die Wichtigkeit solcher Kenntnisse früher einsehen gelernt, und sich eher, als wir, von den Vortheilen umfassender Länder und Völkerkunde durch die Erfahrung überzeugt haben."; Pinkerton wählte neue Form, auch Rec "fühlte längst schon das Bedürfniss einer besser construirten, der Natur der Sache mehr angemesenen Methode, nach der ein Compendium der Geographie abgefasset werden sollte. Er glaubt unbezweifelt, dass die dermahls übliche Form, ein verwirrendes Thurmgebäude von Abtheilungen und Unterabtheilungen sey, das weder eine interessante Lectüre gewähre, noch durch klare und geordnete Uebersichten das Studium erleichtere."; Verf hat "durch fortlaufenden einer Erzählung gleichenden Text seine Geographie amüsant gemacht"; aber: "Man bekommt hier von nichts eine klare, bestimmte Ansicht, denn die Gegenstände verlieren sich in einander, und der Leser hat oft nicht so viele Zeit und Aufmerksamkeit, um sie gehörig zu sondern, und einzeln zu betrachten."
ÖS Monarchie in 4 Hauptstücken behandelt: Geographie historique, politique, civile, naturelle: Geo hist: Noms, Etendue, Limites, Population primitive, Progres de la geographie, Epoques historique et antiquites | S.197 kritisiert der Übersetzer in Anmerkung Qualität einer Karte von UNG, Artaria 1792 "Traurig genug, dass wir uns dies zu unserem Schaden und unserer Schande von Ausländern, dass wir uns diess von Franzosen! sagen lassen müssen!"; G.politique: Religion, Gouvernement, Lois, Population, Colonies, Armees; G.civile: Moeurs, Langage, Littératur, Education, Universites, Cites et villes, Edifices, Routes: "Les autrichiens sont froids, mais polis" -Ggteil ist jeweils wahr! "Auch den Wiener Frauenzimmern thut er Unrecht, wenn er behauptet: 'la Vie des Saints et d'autres ouvrages pieux sont le seuls livres qu'elles lisent.' Rec. möchte lieber von dem grössten Theile derselben behaupten, sie lesen seit der wohlthätigen Unterdrückung alberner Hexen- und Ritter-Romane gar nichts, wenn er nicht fürchtete, das schöne Geschlecht gegen sich in Harnisch zu bringen." falsche Angaben zu Sprache; sein Wissen über Literatur ist 50 Jahre alt. G.naturelle; aber insgesamt nicht so | schlecht.
*Post-Karte von Deutschland, gezeichnet und hrsg Ignaz Heymann, k auch kk Oberpostamtsofficier Triest, 2.A. 1806 (37) vglweise gut; mögliche Verbesserung: "endlich auch bey der Benennung der Ortschaften auf die übliche Schreibart der Nationalsprache einer jeden Provinz Rücksicht zu nehmen."
*Streizüge Istriens Küsten
*Joseph Ratschky: Neuere Gedichte. Wien: Degen 1805 (39) "Freund echter Aufklärung"; "Wo der trockene Verstand vorwaltet, kann die Poesie in Ewigkeit nicht emporkeimen. Phantasie und Gefühl machen den Dichter." | "In den Gedichten (...) [Aufzählung] verkennen wir nicht das Wahre und Treffende, das ein gesunder Verstand gegen das zügellose Verrenken der Sprache, die in Schwung gekommene Frommeley, und all die Unarten, mit welchen der durch eine zweydeutige Philosophie verdorbene Kunstgeschmack unsere Literatur befleckt, erinenrt." Spott über Hexameter und Schillers Darstellung der Johanna einseitig und oberflächlich; | "Das Gedicht - die Bücherwürmer - gegen die beyden Schlegel ist zu weitschweifig; dem Gedanken mangelt die Neuheit; da das Epigramm von Schatz auf Alxingers Doolin wohl das bessere Urbild seyn dürfte."
*Oesterreichisches Taschenbuch für das Jahr 1806 (auch 1807); mit Gedichten von Haschka, Hinsberg, C Pichler Ratschky, Frhr v Retzer: (42) | Erzählung von Hinsberg Adolph und Elfride S.10: "in dem gemeinsten Ritterromane können die Begebenheiten nicht leicht unwahrscheinlicher und unzusammenhängender seyn." ||| (46) Streckfuss: Übersetzung von Orlando Furioso, trifft Ton von Ariost aber nicht: "Gewiss ist es, dass die von der neueren Schule in den Gang gebrachten Wortstellungen und Reimwörter dem Geiste und der Diction Ariost's widerstreben."
*Perinet: neue Alceste (46) | "Unwesen" "Sudeleyen"

Februar 1807
*Theologisch-praktische Monathsschrift 4.Jh 1805 (49) beendet
*Sammlung der geo-stat Beiträge des Reichsfrhr v Bleul über SBG 1806 (59) | nicht wie angenommen 240, sondern 180 Quadratmeilen, Bev die von Rysbeck, Fabri und Randel mit 250-280.000 angegeben wurde, sinkt auf 190-194.000 |
*Hochweis: Die Kuhpocke in Steyermark
*Annalen der Oeconomie
*M Georg Christian Raff: Geographie für Kinder, neu ausgearbeitet von Christian Carl Andre (76) | "Die Ordnung der Materien, welche der Hr. Vf. bey jedem der einzelnen Länder befolgte, ist folgende: 1. Lage und Figur. 2. Grenzen. 3. Grösse. 4. Clima. 5. Nahmen. 6. Haupteintheilung. 7. Gewässer. 8. Berge. 9. Boden. 10. Einwohner. 11. Mineralien. 12. Pflanzen. 13. Thiere. 14. Merkwürdigkeiten. 15. Oerter. 16. Neuere Quellen. 17. Charten.
Ob diese Vertheilung und Reihenfolge der Gegenstände die richtigste und der Natur der Sache ganz angemessen sey, möchte Rec. nicht geradezu behaupten. Hr. A. würde wohl besser gethan haben, nach der Grösse das Clima wegzulassen, und sogleich den Nahmen und die Haupteintheilung zu setzen, dann die natürliche Beschaffenheit zu behandeln, und hier zuerst das Clima, dann den Boden, die Gebirge, die Gewässer, Mineralien, Pflanzen, Thiere und endlich die Einwohner zur Kenntniss zu bringen, denn es kommt dem Gedächtnisse sehr gut zu statten, wenn homogene Gegenstände zusammengestellt werden; wenn das Clima, das doch immer zur natürlichen Beschaffenheit gehört, auch da vorkommt, und mit dem Boden, mit den Gebirgen, Gewässern etc. in eine Reihe gebracht wird."
{dazu Andre in Int.blatt Juno 1807, Sp.284f: richtig, daß | Klima besser bei natürl. Beschaffenheit unterzubringen; wird er bei Geo von UNG auch machen; kann sich aber nicht entschliessen, Gewässer hinter Boden und Gebirge anzuführen, weil für die beiden letztern genaue Bestimmungen fehlen, je schlechter auf unsern Karten die Gebirge eingezeichnet sind; "Muss aber der Bestimmungs-Grund nicht früher erläutert worden seyn, als das, was dadurch erklärt werden soll?" "Endlich sind die Flussgebiehte gewöhnlich viel und gedehnter, weit umfassender, und nehmen mehrere Provinzen ein, als die Gebirge. Sie schicken sich daher besser zur vorläufigen Orientirung im Grossen, um nach ihnen hierauf leichter die Orientierung im Kleinen in Absicht der Gebirge zu Stande zu bringen."
*Das gewerbefleissige D 6. Teil auch: Allgemeine merkantilistische Erdbeschreibung LS 2.Teil (77) "Wenn gleich die Gelehrten des nördlichen Deutschlandes an neuen Ideen so viel vor ihren südlichen Nachbarn voraus haben, so sieht man hingegen, wie viel ihrer Erudition in jenen Erfahrungs Wissenschaften mangle, die vorzüglich | ihrenGrund auf genauer Länderkenntniss gebaut haben. Aus Geringschätzung der süddeutschen Literatur übersehen sie so manche in Oesterreich erscheinende Schrift, die ihnen in der Folge gute Dienste leisten könnte; schreiben sie dann über Geographie, Statistik u.s.w. unserer Länder, so machen sie sich durch die vielen Schniter, die mit dem arroganten Tone so jämmerlich contrastieren, nicht selten lächerlich." vorliegendes Werk taugt nichts
*[Wiedemann] Taschenbuch für Freunde schöner vaterländischer Gegenden 2.Jg (78) Rec hat schlechte Meinung von "beschreibenden Gedichten", | aber dies ehrenvolle Ausnahme; Baden, Mödling; | Lob des Verlegers Doll
*MJ Grasset S. Sauveur: Voyages pittoresques (80) Rezensent hat keine Ahnung vom Pflichtexemplarsrecht der BN; | UNG und STMK | BOE, viele Fehler; |
*Collin: Balboa, Trauerspiel (83) "romantischen Grösse der Charaktere"
*Wiener Hof-Theater Taschenbuch 1806 3.Jg (87) Collin, Bezug auf Kant und | Schiller
*Chr Rösler und Norb Purkhart: Tageszeiten in mahlerischen Scenen-Darstellungen Ofen
*Jakob Glatz: Theone; Unterhaltungsbuch für weibliche Jugend
*Laibacher Wochenblatt
*Joseph Schiffner: Riesengebirg und Riebenzahl (94) "wer einmahl guten Geschmack genug hat Feen und Hexenmährchen zu lesen, dem liegt wohl wenig daran, ob die Erzählung mit oder ohne Benützung von Urkunden und Sagen der Vorzeit bearbeitet sey, wenn sie ihm nur Interesse nach seiner Art gewährt. - Ganz anders ist dies bey einer wirklichen Geschichte, wo der Historiker mit genauer und kenntnisreicher Kritik den Thatsachen nachspüren, und nur das als wahr und echt Befundene der Lesewelt mittheilen darf. Auch diese Forderung erfüllte Hr. Sch. nicht, denn die abentheuerlichen Ideen, die bis zum Kindischen herabsinken, charakterisiren wohl nicht den Geschichtsschreiber!"
*Franz Xaver Sperl Hg: Lesungen aus dem Gebiethe des Seltenen und Wunderbaren (95) geschmackvolle Wahl

März 1807
*Sartori: Skiziirte Darstellung (..) NaturHI Stmk 1806 (113); | würdigt Biwald und Kindermann "der mehr für das naturhistorische, geographische und statistische Wohl der Steyermark that, als oft Professoren der Naturgeschichte und Statistik auf mancher uralten und weltberühmten Universität thun" {kursiv auch gesperrt}; | Korrektur Liesganigs; Sümpfe; ||| (118) 5.Abschnitt: Naturproducte: läßt leider Bewohner aus, und Rec kann nicht billigen wie Tierreich behandelt wird, weil "auf keine naturhistorische Klassification Rücksicht genommen, und nur in ökonomischer Hinsicht abgehandelt."
*Joseph Kail (kk ökonom-patriot Ges BOE): Land und HausWIRT (119) -eher negativ, | er zitiert zu 1/3 alte Römer
*Bredetzky: Beyträge Topographie UNG
*Wiener Hof-Theater-Taschenbuch 1807 4.Jg (133) -viel von Collin
*Apollonion. Taschenbuch .. auf Jahr 1807
*Le Brun: Lustspiel Claudine
*Michael Kunitsch: Biographien merkwürdiger Männer der ÖS Monarchie 2. Bd und 3. Bd (142) viel drin schlecht; | ua Bio de Luca; 3.Bd besser; Vorrede: "'Die Geschichtze muss eine treue Erzählerinn seyn. Diess ist ihr eigentümlicher Charakter. Wahrheit ist unzertrennlich von ihr. Trägt sie dieses Gepräge nicht an sich, so höret sie auf, das zu seyn, was sie immer war, und noch ferner seyn soll: Die Lehrerinn des Menschengeschlechtes.'"

April 1807
*Zeiller: Jährliche Beytrag Gesetzeskunde
*Almanach de la cour pour l'an MDCCCVII, Wien 1807 (157-160) Schlözer führt Hofkalender als Quellen der Statistik an; "Mit Sachkenntniss und Combinationsvermögen lassen sich aus Schematismen nicht selten Data folgern, über die man erstaunen muss, und die der Ununterrichtete, der solche Schriften immer nur als trockene Nahmen und Titel-Verzeichnisse anzusehen gewohnt ist, darin nie geahnt hätte."; vorzug zu Vorgängern: "statistischer Ordnungsgeist" || "Rec. (...) muß dem anonymen Vr. desselben, wer es auch immer sey, die verdiente Gerechtigkeit widerfahren lassen, dass er aus dem Chaos des älteren Almanaches {1804} eine wohl geordnete Uebersicht geschaffen, und die heterogenen Materien mit Sachkenntniß gesondert habe."
*Zips: Selbstschändung (163)
*Hutt's Lustspiele (166)
*Passy: Thebas Tragödie
*Frhr v Hahn: allegorische Gedichte
*Sonnleitner: Faniska. Oper.
*Johann Wilhelm Klein: Beschreibung eines mit einem 9jg Knaben angestellten gelungenen Versuches, bline Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden Wien 1805. (179) "möchte doch Hr. Klein von vermögenden Männern, die all die segenreichen Folgen von Anstalten dieser Art zu durchgenken und zu beherzigen im Stande sind, in seinem verdienstlichen Bestreben unterstützt, möge doch diesem unglücklichen Theile unserer Mitbrüder, die der Natur in ihrer Organisirung missglückten, ihre traurige Existens durch bürgerliche Brauchbarmachung erträglich gemacht werden!"
*M.J. v.Habach vormals Offizier: Der Soldatenstand, oder die Würde des Kriegers. Wien 1805 (185) | -ihm scheinen letzte Kriege entgangen zu sein.
*Taubstumme und deren Brauchbarmachung (187)

Mai 1807
*Karpe: Darstellung der Philosophie 3.Teil: Metaphysik (206) Kant Hume Leibniz
*Historisches Taschenbuch 3.Jg, auch "Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts". 1807 (212-214): von Schwaldopler
*Andreas Stütz: Mineralogisches Taschenbuch (es geht va um Umgebung Wiens, umfangreich), Seitenhieb auf Liesganig (229)
*Frhr v Zach Hg: Monathliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde 1.Bd (230) || Märzheft Nr XXV: Rezension von Grellmann: Statistische Aufklärungen über .. ÖS Monarchie 3.Bd 1802
*JA Schultes: Reise auf Glockner, 3 und 4. Teil
*Friedrich von Österreich; Leopold der Schöne (Theaterstücke) (237)

Juni 1807
*Bredetzky: neue Beyträge Topographie und Statistik UNG (265)
*JN Müllner: Versuch einer statistischen Geographie von BOE (268) fängt mit HI der Volkszählung an, danach Verzeichnis der Kreise mit Menschenzahl,etwas zu hoch, aber ziemlich richtig; nur bei Prag ca 7-800 zuviel; bei Gedanken über Geburt und Sterbelisten bezieht er sich auf Süßmilch; Abhandlung von Landkarten ist gut; | bei Entfernung von Hauptstadt gibt er bald geographische deutsche, bald Postmeilen, bald böhmische an; hat Mängel, für Nachfolger aber von Wert.
*Taschenbuch für Freunde schöner vaterländischer Gegenden 3.Jg auch: Mahlerische Streifzüge .. Wien 3.Bd (269) Schönbrunn; | Gespräch 40-45 häte wegbleiben können
*Neuere Gedichte von Theone (271) (aus UNG)
*Batsány Gabriele: Amor und Hymen (276)
*Monathsschrift für Theaterfreunde 2. und letzter Bd
*Div. Theaterstücke und Opern
*Eugen Graf von Montpensier
*Dzieta Krasickiego (Polen)
*Allg Jahrs-Verzeichniss der Bücher, Musikalien und Landkarten 1806 ÖS (284)
*Sittenlehre in Bsp (287): "nur dies ist der Unterschied, dass die wenigsten unserer Lehrer, selbst auf Universitäten, die Feder zu führen im Stande sind"
*Auguste und Eduard oder der Stadtkupido in Wien. Ein romantisches Gemählde. 1802 (288) (dazu und zu zwei anderen "jämmerliche(n) Machwerke(n)" "Die Gelehrten eifern noch jetzt gegen Omar, den zweyten Kalifen nach Mahomed, der mit den Bücern der Alexandrinischen Bibliothek durch sechs Monathe die Bäder heitzen liess; Rec. dächte, man sollte so einem Manne in unsern Zeiten dankbar seyn, wenn er uns von dem Wuste der saubern Fabrikate aus gewissen inländischen Verlagshandlungen befreyte, die als Holzsurrogate vielleicht noch die besten Dienste leisten könnten."

2.Bd

Eingebunden:
"Ankündigung der Neuen Annalen der Literatur des Österreichischen Kaiserthumes" II.Jg 1808
*Beyfall seit 1807 beim Publicum, obwohl TIR, Venetien wohin große Anzahl von Exemplaren der frühern Annalen gingen, nicht mehr zu ÖS und SBG dazu, nicht nur Pränumeranten vermehrt, ganze Auflage dieses Jg bereits vergriffen; künftig wird Verbesserungenbeim Intelligenzblatt geben; pränumeriern in Buchhandlung mit 8fl; wer in Provinzen ZS schneller haben will, 9 fl bei kk Oberst-Hofpostamts-Haupt-Zeitungsexpedition in Wien zu pränumerieren; Wien Dezember 1807; Anton Doll'sche Buchhandlung in Bischofsgasse

Juli 1807
*Demian: Statistische Darstellung UNG auch Titel Darstellung der ÖS Monarchie.. 3.Bd 1. und 2.Abt (2) Compilation, ohne Quellenangabe ausgeschrieben; Demian schreibt, daß seit Schwartner noch immer Kroatien, Slavonien und Militärgrenze | "terra incognita" geblieben seien; brauchbar, weil er neueste Quellen benutzt hat |-| (10) Demian schulmeistert unberechtigt Liechtenstern, Engel
*Verzeichnis Personalstand Erzdiözese Wien und Linz (10)
*Frhr v Zach Hg: Monathliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde 1.Jg 2.Bd (25) April: Fallon, Adjutant Ehzg Johann: Nachricht über naturhistorische Reise in TIR: (Gebhard) | Besteigung Ortler, dort barometrische Höhenmessung; hat ca 14.000 Schuh, "zweyten Rang unter den bisher bestiegenen, und den dritten unter den gemessenen Bergen der alten Welt einräumen." Nr XXVIII Barometrische Höhenbestimmungen in ÖS und STMK, aus Beobachtungen Ehzg Rainer hergeleitet | Nr XXXII Grellmann: Statistische Aufklärungen: ua Steuerurbarialregulierung J2 (Kataster). | Juni-Heft: Barometrische Höhenmessungen Schultes (Glockner ua) *September: | Landgraf Wilhelm IV (dieser gg Aberglaube im MA) *Oktober-Dezember: Gradmessung Schweden. Bürg: Geographische Bestimmungen in ÖS
*Jos Ernst RR v Koch Sternfeld: Naturscenen; Rapsodien aus den Norischen Alpen (30-35) | "Wenn sich die ältere Dichtungsart zu nahe an die Erde hielt, und, allen Schwung vermeidend, zu Zeiten in Gemeinhet und Trivialität ausartete, so schwingt sich die heutige, alles irdische als gemein verachtend, in die höhern ätherischen Regionen der Speculation und strebt nur nach dem Unendlichen. Aber sie verliert sich nur zu oft in dne luftigen Höhen, wird gehaltlos, schweift tändelnd umher, und klingelt mit leeren Worten ohne Geist und Gefühl. Die Mittelstrasse wäre hier freylich der sicherste Weg zum Helikon, aber wie viele treffen ihn? Auch der Vf. dieser Rapsodien hat ihn nicht ganz erreicht, obschon seine an die ältere Dichtungsweise grenzenden Producte weit interessanter sind, als die fruchtlosen Tändeleyen unbeglückter Sonettendichter, und die neuesten Verirrungen der Schlegel'schen Nachbether." | "Wo nicht das beste, doch gewiss eines der gelungensten Stücke dieser Sammlung ist 'Albrecht von Hieburg' (S.37). Das Romantische in der Anlage und Durchführung, die Wahrheit der geschilderten Affecte, und der eben so glücklich gewählte als wohlbeobachtete Rythmus zeichnen dieses Gedicht vor allen übrigen vorteilhaft aus." {Bsp}
*Leopold Graf von der Nath: Gonzalvo von Kordova od Eroberung Granada
*Franz v Holbein: Mirina Königinn den Amazonen
*Wiener Theater-Zeitung (39) Hg Christiani und Bolthart 1.Bd und 2.Bd (Pseudonym); "Erbärmlichkeit", "Frechheit" | "unwürdige Inconsequenz und Regellosigkeit der Behauptungen"; "Fremdlinge in der Theorie der Künste, unbekannt mit den Regeln der Dramaturgie nennen sie heute gut, was sie morgen verwerfen"; | zu erwarten, daß bald das | Zeitliche segnet.
*Gerle: Corallen; "trotz der romantischen Form" (42)

August 1807
*Nachricht von medicinisch-chirurgischen Lehranstalt Krakau (69) | Wichtelzopf oder Koltun
*Halleiner Bote (70) darin auch statistische Nachrichten Berchtesgaden (SBG)
*Michael Vitez: Dorothea oder Sieg der Damen in den Faschingen. Heldengedicht.

September 1807
*Jakob Frint: Handbuch der Religionswissenschaft 1806 (97)
*Pomologie: Verzeichnis Tafelobstsorten (103)
*Zach: Monatliche Correspondenz
*Taschenbuch auf das Jahr 1807. Zobeis ein romantisches Schauspiel von Friedrich Treitschke (113-121) "Windbeutel"; | "Unsere Aufmerksamkeit ist auf die deutsche Literatur gerichtet. Eine abgeschmackte Windbeuteley dünkt uns die hervorstechendste Eigenschaft der Neulinge zu seyn. Die Metaphysiker schwellen ihre Bücher mit Phantasien, die sie von den Religionslehrern der Indier, von den Vätern der griechischen Philosophie entlehnt, und mit Ideen des Jordano Bruno und Spinoza versetzt haben: dessen ungeachtet schreyt jeder in seiner Vorrede, er allein lehre Philosophie, und zwar die neueste, originellste und einzig wahre. Hat man in den Schriften unserer Moralisten die Sprache von ihrem unnützen Prunke gereinigt, und logisch geordnet, so kommen endlich Gedanken zum Vorscheine, die Xenophon, Plutarch, Cicero, Shaftesbury, Labruyere, Montaigne mit Klarheit und Anmuth vorgetragen haben. Nichts kann langweiliger seyn, als bey hundert Dichtern die nähmlichen Ideen, oft mit den nähmlichen Reimformen und Sprachwendungen zu finden. Und doch reden diese Leute immer von der Höhe der Kunst, von der wunderbaren Macht der Poesie. Kindisches Völklein, mit deiner unbeholfenen Rhetorik! In manchem Liede von Opitz, in manchem Sonette des Flemming ist mehr Poesie, als in allen deinen Musenalmanachen und Blumenlesen. Je weiter sich die Schweizer von den Bergen entfernen, desto heftiger wird ihre Sehnsucht darnach. So scheint es auch den neuen Dichterlingen zu gehen. Nur bringen gute Füsse wieder zu den Bergen, aber trockene Köpfe, die kaum Begriffe erlernen können, nie zur Poesie; und nicht so leicht wird jemand diese Trockenheit an unseren Reimkünstlern verkennen. Die ärgsten Prahler sind die Kritiker: sie werden nicht einmahl schamroth, wenn man sie an Bodmer, Breitinger, an Lessing, Herder, Engel, an Schatz, Manso u. s. w., mit deren Bemerkungen sie stolziren, erinnert. Höchstens gestehen sie, die beyden Schlegel hätten in ihnen das Genie geweckt. Und welche Früchte trägt denn dieses so glücklich geweckte Genie? Recensionen,in denen vernunftwidrige, geschmacklose Werke für Eingebungen des echtpoetischen Genius erkläret werden; Abhandlungen, in welchen die wenigen guten Gedanken jenen Männern, der schlechte Ausdruck und die vielen verworrenen Ideen den neuen Kritikern gehören. Dabey thun diese Herren, als hätten sie allein das Geheimniss der Kunst ergründet, als wäre vor ihnen Niemand im Stande gewesen, einen Sophokles, Aristophanes, Shakspeare, Cervantes richtig zu würdigen, als hätte vor ihnen kein Mensch den Lope de Vega, Calderon, Gozzi gekannt. Bevor die seichten Wisslinge das Daseyn der Dichter erfuhren, und über den vermeinten Fund einen gewaltigen Lärm schlugen, wurden die Werke derselben in Deutschland schon gründlich studiert und beurtheilet. Sulzer, Lessing, Schlosser, Bertuch, Seckendorf, Dietz, Werthes sind wohlverdiente Männer, die mit den Werken der Alten, mit den Dichtungen neuerer Genien des Nordens sowohl als des Südens vertrauter waren, als so mancher heutige Kunstrichter." | (115) "Mag der Mensch durch die Kraft des eigenen Entschlusses handeln, oder der Einwirkung überirdischer Mächte unterthan seyn, nur sein Gedanke, nur seine Empfindung, nur die Veränderungen in beyden ziehen uns an; nicht das Schicksal, nicht die Götter, Geister, Hexen, Genien, und Feen. Diese werden erst der Aufmerksamkeit würdig, indem sie auf jene wirken. Sonst sind sie blosse Spiele zur Anregung der Einbildungskraft, in den Zeiten des Irrthumes wohl auch geeignet, des Zuschauers immer hoffendes, immer fürchtendes Gemüth wundersam zu bewegen. Doch wenn vor dem Lichte der Vernunft de Trugbilder des Wahnes schwinden, die unreine Flamme des Aberglaubens erstirbt, was bleibt dann noch übrig Interessantes, als des Menschen ewig reger Geist mit seinen mannigfaltig wechselnden Ideen und Plänen, das Herz mit den vielfach verschlungenen Neigungen und Begierden? Auf Augenblicke kann wohl der romantische Gang einer Begebenheit die Aufmerksamkeit fesseln; stellen sich aber nicht menschliche Charaktere in lebendigen Gestalten der Einbildungskraft dar, gewinnen ihre geäusserten Gesinnungen, die dargelegten Ansichten dem Verstande nicht eine bedingte Billigung ab, rühren die ausgesprochenen Gefühle nicht das Herz, erwacht also in unserem Busen keine Theilnahme an den Personen und ihren Schicksalen, so löst sich der Reitz dunkler Ahnungen, unbestimmter Erwartungen, auf dem die Wirksamkeit der Romantik beruht, gleich einer schillernden Seifenblase in sein Nichts auf. Oder glaubt man vielleicht, ohne Maschinerien, bloss auf den Menschen, sein Wirken und Leiden beschränkt ermangle ein Drama der Poesie?"
*Herva's Gedichte (121) "so erinnerten wir uns auch der neuesten Poesie und ihrer erhabenen Früchte. Wir überlegten, ob es nicht zu wünschen wäre, dass auf den Wink eines mächtigen Genius die phantastische Künsteley der neueren Zeit verschwände, und die Periode der bescheidenen Verständigkeit wiederkehrte." Schilderung zweier Dichtungsweisen, von denen die zweite ein notwendiges Übel ist, das wieder verschwindet; ua: "Dort ist alles klar, zusammenhängend und fasslich, hier ist alles dunkel, verworren und unverständlich." | über beiden erhaben der Dichter "von wahrem Genie"; Deutschland weist unter jungen Dichtern keinen davon auf.
*Rede über Ästhetik IG Meinert (141)

Oktober 1807
*Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen EU Staaten 1.H. II Specialstatistik ÖS 1805: (149) | "Man darf sicher behaupten, dass bisher keiner der statistischen Schriftsteller, die über die österreichische Monarchie im Allgemeinen schrieben, mit Daten auftreten konnte, welche von der Regierung ausgiengen und bey deren Bekanntmachung man sich öffentlich auf die Authorität derselben berufen durfte." "Wenn es nun wahr ist, dass wir an glaubwürdigen statistischen Angaben sehr arm - ärmer als manche unserer Nachbarn sind, wenn daher bis jetzt die Statistik unserer Monarchie von geringem Werthe seyn kann, da es ihr an der ersten und wesentlichsten Eigenschaft, an Wahrheit, gebricht, so dürfen wir die Schuld dieser Vernachlässigung keineswegs ganz allein auf Rechnung jener Gelehrten setzen, die sich bisher in unseren Staaten mit dieser und ihren verwandten Wissenschaften beschäftiget haben; sondern wir müssen auch bedenken, dass diese Männer meistens nur Privatgelehrte und (die Professoren ausgenommen) keinesweges landesfürstliche, in höhern Chargen stehende Beamte waren, denen allgemeine statistische Uebersichten unter die Hände kommen, oder die sich durch Einfluss solche zu verschaffen wussten. Zweytens ist eine Monarchie, wie die österreichische, mit einem Flächeninhalte von 10,849 []Meilen, und mit einer Volksmenge von 22,522,490 Menschen für einen Statistiker, der bloss auf seine Schreibstube beschränkt ist, und bey unserer löblichen Indolenz auf Niemands Beystand rechnen darf, ein zu grosses Feld, dass dessen Bearbeitung nicht seine Kräfte überstiege, und von der Fülle der Gegenstände nicht das Meiste oder doch Vieles seiner Aufmerksamkeit entginge. Ein wichtiges Hinderniss statistischer Forschungen ist endlich die Verschiedenheit der Idiome sowohl als der Dialecte. Wie soll der Statistiker, der ohnedies eine Menge von Wissenschaftszweigen, die zwar als Hülfswissenschaften der Statistik hier zu einem Zwecke dienen, aber an sich oft sehr heterogen sind, umfassen muss, wie soll dieser nebst den vielen Dialecten und Provincialismen der deutschen Sprache noch der ungrischen, böhmischen, mährischen, krainerischen, der sogenannten furlanerischen, der italienischen, der kroatischen, der siebenbürgisch-sächsischen, der pohlnischen, der neugriechischen, der wallachischen und der übrigen zahlreichen slavischen Dialecte, die in unserer Monarchie gesprochen werden, kündig seyn?
So lange dieser Gegenstand nur der Augenmerk einer Privatunternehmung bleibt, wird sich die Statistik des österreichischen Kaiserthumes schwerlich einer würdigeren Existenz zu erfreuen haben. Nehmen wir auch an, dass in jeder Provinz im Einzelnen Männer aufständen, die das, was de Luca, Hermann, und Liechtenstern für Oesterreich; Kindermann für Steyermark; Riegger, Stransky etc. für Böhmen; Windisch, Korabinsky, Schwartner, Berczewiczy, Bredetzky und Schedius für Ungern; Eder und Ballmann für Siebenbürgen; Vierthaler und Hübner für Salzburg thaten, un allen Provinzen unserer Monarchie thun wollten und thun könnten, so würden sie, ausser durch höhere Disposition, nie zu gleicher Zeit mit ihren Arbeiten hervortreten, jeder würde einem andern Plane folgen, und selbst in der Ausdehung ihrer Werke würden sie höchst verschieden seyn. Wer würde dann aus diesen disparaten Materialien ein conformes, den Forderungen der Kritik genugthuendes Ganzes bauen können?
Wenn Rec. nun überzeugt ist, dass die Regierung allein eine möglichst vollkommene Statistik ihres Reiches hervorzubringen im Stande sey (Rec. sagt möglichst vollkommene, denn die meisten statistischen Daten bleiben doch nur immer Approximationen zur Wahrheit), so | (151) legt er hier nur das Resultat vielfältiger Erfahrungen nieder, und beruft sich hierbey auf das Beyspiel Frankreichs, von dem in unsern Annalen schon früher (Januarheft 1807, Seite 9 und 10) gesprochen wurde. So gross hingegen der Nutzen einer echten Statistik ist, wenn sie einmahl ein Gemeingut wurde, so ist die Bekanntmachung mancher Gegenstände derselben immer mit Vorsicht und Delikatesse zu behandeln, und die Wahl der zur Publicität geeigneten Materialien kann nur die Regierungskunst bestimmen. Ist die Ausübung dieser consequent, dann steht es dem Privaten nicht mehr zu, tiefer in Dinge eindringen zu wollen, die Reservate der den Staat leitenden Kraft bleiben müssen. Zu bestimmen, welche Angaben zur Publicität geeignet sind, oder nicht, kann keineswegs die Sache eines Recn. seyn, besonders wenn von einem Staate die Rede ist, wo derselbe lebt und schreibt. Zudem kann so manches in einem Staate zur Bekanntmachung geschickt seyn, was im andern mehr Schadenals Nutzen stiften würde; wie sehr aber gänzliche Verheimlichung statistischer Daten wirklich schon geschadet habe, davon sind wir durch das Schicksal Salzburgs (sieh Januarheft 1807, S. 10) hinlänglich überzeugt worden. Diess sey genug, um die Nothwendigkeit einer unmittelbar durch die Regierung zu construirenden Statistik gehörig zu würdigen, aber auch einzusehen, in wie fern die Publicität statistischer Daten nützlich sey.
In der österreichischen Monarchie würde die Verfassung einer solchen Statistik mehrerern und grössern Schwierigkeiten unterworfen seyn, als irgendwo, weil die abweichenden Länderverfassungen, die Verschiedenheit der Völker und ihrer Sprachen hier mächtige Hindernisse in den Weg legen; allein unmöglich ist sie dennoch nicht, wenn Wille und Kraft sich vereinigen und ausharrende Festigkeit das Werk zur Vollendung leitet."
"Das vorliegende Werk ist in tabellarischer Form bearbeitet. Lichtvolle Ordnung, gründliche Beurtheilung der homogenen Gegenstände, und umfassende Sachkenntniss nebst geschmackvollem Vortrage, woran die österreichischen Schriftsteller besonders bey Behandlung der ernsteren wissenschaftlichen Gegenstände gewöhnlich so dürftig sind, zeichnen diesen statistischen Umriss im Allgemeinen sehr zu seinem Vortheile aus." "Rec., der sich seit langer Zeit mit der geographischen und statistischen Literatur der österreichischen Staaten beschäftigt, und durch seine Arbeiten zur nothwendigen Aufsuchung der Quellen hingeleitet wurde, hat sich überzeugt, dass selbst ein Gelehrter, der im Inlande und in Verbindungen lebt, die ihm seine Forschungen unendlich erleichtern, nur mit vieler Mühe und mit umfassender Thätigkeit in diesem Bezuge seinem Ziele näher kommen könne."
Rec möchte norddeutsche Compilatoren auf Mängel gewisser bekannter Quellen hinweisen. Gliederung. || Mittlerweile eingetretene Änderungen, TIR nicht mehr zu Monarchie; || (155) Staatseinkünfte ÖS: nach Schlözer 1780, nach Büsching 1770.
*Geusau: Meinungen zu Spinnerin am Kreuz Wienerberg (167)
*Köffinger: Gedichte (174)
*Elegie an mein Vaterland. In den Ruinen eines alten Bergschlosses geschrieben. (177)
*Dambmann: Whist. Ein Gemählde nach dem Leben (178)
*Die Restauration. Lustspiel (180) "Der Titel Restauration bedeutet in seinem Sinne und in Ungern allgemein eine Rathswahl; in Deutschland gehört jenes Wort bloss vor das Forum des Magens."
*Dugonics: Etelka 3.A. (181) (nur kurz)
*Jacob Glatz: Iduna. moralisches Unterhaltungsbuch für weibliche Jugend (183)

November 1807
*Jirasek: Beiträge zu botanischen Provincialnomenklatur SBG BAY TIR
*Franz Sax: Anleitung zu Holzsparkunst (207) (Begriff Volkskultur)
*Johann Emmeran Lieber: Kurzer und leich fasslicher Unterricht über das Wetterläuten, dann Wetter. und Hagelbeschiessen. (218) "So viel des Guten auch schon von gründlichen Volkslehrern zur Aufhellung dunkler und Verbannung falscher Begriffe des gemeinen Volkes geschehen ist, so finden doch immer noch gemeinnützige Erfindungen, deren Wirkung dem Ungelehrten nicht so einleuchtet, nicht den verdienten Eingang, dagegen pflanzen sich gemeinschädliche Volksirrthümer von Generation zu Generation unaufgehalten fort.
*W. Hann: Erstlinge, der Muse geopfert (221) "Er redet gern von sich", will noch ua schreiben einen "Indisch-Aegyptisch-Persischer Roman, oder eigentlicher, historisch-moralischer Spiegel im romantischen Gewande"
*Stoll: Scherz und Ernst (222)
*Jul. Gust: Götterkehre oder Darstellungder mythologischen Duchtungen der Griechen und Römer (223)

Dezember 1807
*Neu theologisch-practische Monathsschrift 5.Jg 1.-3.H (241-249) |-| (248): 3.H: "Was ist Aufklärung?"
*Joseph Ernst Reichsritter v Koch Sternfeld: Versuch über Unterhalt und Nahrung in civilisirten Staaten, insbes ü. Teuerung (252)
*Historisch-statistisches Archiv für Süddeutschland 1807 (255-264) beginnt mit SBG; | Berchtesgaden; Eichstädt; Passau; zu HI TIR
*Runkelrübe
*Darstellung der Philo (269): Bezug auf Kant
*Evangelisches Schulsystem UNG
*Caroline Pichler: Sie war es dennoch (287f): positiv besprochen

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur des österreichischen Kaiserthumes

1.Bd
Jänner 1807
*Verordnung Franz zu Buchhandlungen
*Preisaufgabe für gelehrte Gesellschaft in UNG
*KK Bibliothek Graz
*Joseph Schneller hat Lehrkanzel allg Hi in Lycäum Graz erhalten
*Karl Georg Rumi: Vom Höhenmessen mit Barometer (Sp.34-39) in ÖS haben sich drum einige Ausländer und Inländer verdient gemacht ua Ehzg Johann und Rainer
*Pränumerationsankündigung ÖS Plutarch (Sp44) |
"'Auf dem kolossalen Flächenraume von Kronstadt bis Salzburg und von Triest bis Krakau, auf einem unerschöpflichen Boden, wo Geist und Fleiss alles in Gold umzaubern können, was sie berühren, lebet und wirket ein Völkerverein von mehr als 22 Millionen Menschen, an Anlagen, Beschäftigungen, Sitten, Verfassungen unendlich verschieden, zusammen versammelt, in verschiedenen Epochen, durch die verschiedensten Zufälle des Krieges, der Erbfolge und wechselseitige Verbindungen - Dennoch Alle Eines, Jeder für Alle, Alle für jeden. Dieser Bundesverein, damit es ihm nicht an einem Nahmen und Symbol, den ungeheuren Radien nicht an einem Brennpunct gebreche, heisst: das Erbkaiserthume Oesterreich. In diesem hohen Bunde das Höchste sind die grossen Männer, die er hervorgebracht hat.'
'Unmöglich können sie besser gelobt, unserer Dankbarkeit besser überzeugt werden, als durch die einfache Erzählung ihrer Thaten und Forschungen. Das Andenken, wie und was sie waren, dachten und thaten, fortzupflanzen von Geschlecht zu Geschlecht, ist alle Mahl desto heilsamer, je trüber die Zeiten. - Nicht das graue Alterthum, nicht das Mittelalter, (dem zu grossen Thaten und nützlichen Entdeckungen, so manches nun gelöste Problem des Verstandes und politischer Einrichtungen fehlte) haben ein ausschliessendes Recht, durch unvergängliche Thaten zum Muster zu dienen. - Wie im alte Rom das Palladium, Vestas ewiges Feuer, so muss das Feuer des Beyspieles im innersten Heiligthume des Staats im Herzen eines Jeden geehrt, genährt, planmässig unterhalten werden.'
'Die Quelle unserer Dankbarkeit gegen diese Grossen und Guten ist zweyfach. Entweder lag in ihrer Hand der Zügel der Herrschaft, und somit der grösste Einfluss auf die Altvordern, auf uns selbst, auf ihr Jahrhundert. Vieler aus ihnen auf Jahrhunderte hinaus; oder sie haben als Feldherren, Staatsmänner, Gelehrte oder Künstler, der halbtausendjährigen Regierung jener Fürsten erst ihren eigenthümlichen Glanz, den grössten Vortheil, den edelsten Theil ihres Ruhmes errungen. Dazu gehören die edelstolzen Ungern und Siebenbürger; die klugen emsigen Böhmen und Mährer; die ausharrenden Polen; die Oesterreicher, würdig, | seit einem halben Jahrtausend unsere Herrscher und mit ihnen die Hoffnungen der Gegenwart und Zukunft in ihrer Mitte zu haben; die frommen, treuen, unverdrossenen Bewohner der norischen, karnischen und julischen Alpen in Krain und Kärnthen, Salzburg und Steyermark. - Mancher wird aus unbekanntem Dunkel zur wohlverdienten Würdigkeit emporsteigen. Panegyrischer Ton, durch den der, so Plutarchs Nahmen gebraucht, ein Verbrechen beginge, an diesem Nahmen, an seinem Bewusstseyn, an denen, welchen er sein Buch überliefert, ist aus diesen Blättern verbannt. Was geschehen ist, treu anzusagen, ist historisch - aufzudecken, was hätte geschehen sollen, ist patriotisch.'" | Wien, November 1807 Dollsche Buchhandlung.
*Historisch-statistisches Archiv für Süddeutschland

Februar 1807
*Nekrolog Franz Samuel Karpe
*Literatur Zips
*Reise Ehzg Rainer durch STMK (Sp.85) nach Grätzer Zeitung Sonnabendsanhang Nr 174 31.10.1806: Mixnitzer Höhler, auch Kugellucken, ||| wo Namen, Jahreszahlen der Herzöge von ÖS von vor mehreren 100 Jahren gefunden wurden
*Rumi: malerischer und energischer Charakter D und UNG Sprache
*Bredetzky: Rüge Demians, der abschreibt ohne dies zu kennzeichnen (Sp 91f)
*Ankündigung weibliches Erziehungsinstitut SCL Teschen

März 1807
*Brief Schultes an Sartori: Gebirge GAL
*Liechtenstern: Stand der Bevölkerung STMK und KTN 1803 (Sp.110-114)
*Sonntags- und Industrieschulen STMK Mooskirchen
*Nachfolger Füger als Director Maler und Bildhauerklasse bildende: Franz Zauner (Sp.120)
*Biographie: Karl Georg Rumi (Sp.129)
*Rumis Erfindung einer Sparsuppe, die besser als Rumfordische Suppe ist (Sp.139f)

April 1807
*Bevölkerung Krain Görz Gradiska 1803 (Sp.152f) (diesmal steht Liechtenstern nicht dabei)
*Nekrolog Franz Joseph Schwoy (Sp.162-165) 11.12.1742-10.10.1806; in Brünner Patriotischen Tagblatte unter Chifre "Fissif" veröffentlicht
*Biographie Mosig Anton (Fanz Augustin)
*Theaternachrichten (Sp.168) | nette Polemik; | nun mehr Theaternachrichten in Annalen, nötig, weil Wiener Journal für Theater, Musik | und Mode "eine Beute der literarischen Kälte unserer Gegenden wurde"
*Sartori: Brichtigung falschen Nachricht über Tierseelenkunde kk Menagerie Schönbrunn (herzzerreissende Hyänen-Hunde-Story) (Sp.178ff)
*Erklärung Schaldopler daß er keine Zeile zu Wiener Theater Journalen und Zeitungen beitrug (Sp.190)

Mai 1807
*Uni Krakau (in WISS-Epochen gegliedert)
*Theater: ständisches Theater Graz (Sp.231ff)

Juni 1807
*Sartori: Wiss Reise ÖuE ÖoE SBG usw (Sp.241) "Es ist bekannt genug, wie sehr manche Provinz unserer Monarchie noch eine terra incognita sey;"; eigenes kleines Werk zu STMK; | nun wieder auf Reise; "Wir sind noch sehr arm an Höhenbestimmungen unserer Gebirge - an der Gebirgskenntniss unserer Länder überhaupt." wird daher gutes Messbarometer mitnehmen; | wenn jemand mitgeht ists gut; | wird gg Ende Juli von Wien abgehen, hofft Anfang Oktober wieder in Wien zusein; für Annalen Einrichtung getroffen, daß sie Anfang jeden Monats erscheinen.

2.Bd

Juli 1807
*Beförderungen: (Sp.9) "Je mehr die scheuen Musen ihre Blicke von dem Bluttriefenden Europa weg zu wenden scheinen, desto wohlthätiger wirken Auszeichnungen jener Personen, welche die Beförderung der Literatur in ihrem Wirkungskreise unter die stillen Verpflichtungen ihrer Musse aufgenommen haben."
*Nekrolog: (Sp.15) 22.2.1807 Bernhard Frhr v Jenisch, Präfekt Hofbibliothek, | 1803 Nachfolger von v Swieten
*Theaternachrichten: Brünn und Teschen
*Instruktion für Bibliothekar und Archivar bei Gnadenkirche Aug Conf vor Teschen (Sp.30)
*Erfindung Mahl: Mechanische Bildergalerie (Sp.39)

August 1807
*Vorlesungen Lycäum Klagenfurt KTN
*Theaternachrichten Prag
*Kunstnachrichten: Kostüme Theater Wien (Sp.91)

September 1807
*An den Herrn Jos. Köderl, Brief des Hrn. Drs. Schultes, Prof. der Chymie und Botanik an der Universität zu Krakau. Ueber die Art in Galizien zu reisen, mit Bemerkungen über den Charakter der Einwohner dieses Landes (Sp.97-116) |-| (viel zu Branntwein) (Sp.101) zum polnischen Bauern: "Er fühlt die Nothwendigkeit nicht, sein Haus reinlich zu halten, weil er seine Zeit im Stuhle schlafend hinbringt; er kennt das Angenehme einer hübschen Kleidung nicht, weil er gewohnt ist sich im Kothe zu wälzen, und um auch seinen Kopfputz allen dem vorigen anzupassen, berührt er seine verwickelten Haare *) nie in seinem Leben;" {*) Anmerkung. Diese Unreinlichkeit ist die Ursache einer grossen Anzahl von Weichselzöpfen bey den Bauern, die ihre Haare nie auskämmen. Sie wollen lieber sterben als einige Sorgfalt auf ihre Haare verwenden, und verlassen die Spitäler, wenn man ihnen diesen Aufenthalt von Millionen Insekten wegschneiden will. Indessen gibt es hier auch einen Weichselzopf, der eine wirkliche Krankheit ist."} | "Chaos von Dörfern" || (Sp.103f) "*) Anmerkung. Das {Verhindern des Schulbesuchs der Kinder} ist vielleicht die einzige Theilnahme, welche die Eltern an dem Schicksale ihrer Kinder nehmen. Sie sind überzeugt, dass ihre Söhne Soldaten werden müssen, sobald sie lesen und schreiben können, und versuchen das Unmögliche, sie diesem ehrenvollen Stande zu entziehen. Das ist um so befremdender, weil der Tod ihrer Kinder sie gar nicht zu rühren scheint."} |
Juden GAL: (Sp.105) | sind beinahe die einzigen, die die Industrie ausüben; "Die Juden auf dem Lande in Galizien sind nicht diese, welche man in Oesterreich, Mähren und den Hauptstädten Galiziens findet.
Vergleichen Sie weiter die Gesichtsbildung der pohlnischen Juden mit den Bauern von Galizien, und Sie werden sehen, dass das einen Menschen mit einem Orang-Outang zusammenstellen heisst."; | sind für Wohl GAL eher nützlich als schädlich ; als Reisender kann man sich nur an polnischen Adel wenden; | Goralen (Bergbewohner); |-| (Sp.112) "Wir mietheten nun einen Wegweiser, um uns nach Vilczna zu führen, ein Dorf, das am Fusse der Babia Góra liegt (...)"
*Valmaginische mechanische Theater Wien (Sp.129)
*Wohltätigkeit Bewohner Wien (Sp.130) (Armut)
*zu Ratschky (Sp.138)

Oktober 1807
*Anfrage wg gelehrten ÖS (Sp.183f) ua zu Liesganig
*Theater zu Linz (Sp.189ff)

November 1807
*Krainer Literatur (Sp.193) ua: Georg Heinrich Hoff: Statistischen Gemählde Krain
*Bio Seibt
*Theaternachrichten SBG (Sp.217)
*Reise Ehzg Rainer durch SBG (Sp.224)
*Gymnasien ÖS (Sp.233ff)

Dezember 1807
*Vorlesungsverzeichnis Uni Prag (Sp.241) (ua Joseph Mader: Allg und ÖS Statistik nach Achenwalls Grundriss Sp.243)
*Naturalienkabinett Prag (Sp.259ff)
*Nekrolog Joseph Anton Gall Bischof Linz (Sp.269)
*Theater Preßburg (Sp.281)


Exzerpt: Neue Annalen der Literatur des österreichisches Kaiserthumes 1808


Anton Doll, gedruckt bei Anton v Haykul
Seiten, nicht Spalten sind hier paginiert, in zweiter Jahreshälfte wird wieder ab Nr.1 paginiert
1.Jg
1.Halbband: Beginnt in UB erst mit S.49; auch S.97-144 fehlen; detto fehlen Sp1-48 und Sp.97-136!!
2.Halbband: Beginnt in UB erst mit S.49; auch Sp1-49 fehlen!!

Jänner 1808 (2.12.1999)
*Hof und Staats-Schematismus des ÖS Kaiserthums. Wien 1807. (7-16) nun ganz andere Gestalt, heterogenes heraus-, passendes hereingenommen, in erwünschte Ordnung gebracht; Verzeichnis der in Wien befindlichen Häuser sowie Auskunftsbuch der Stadt Wien weggelassen; Haupteigenschaft: Absonderung von Hof und Staat |
*Beinl Anton Hg: Versuch einer militärischen Staatsarzneykunde
*Zach: Monatliche Correspondenz
*Kuhn/Treitschke Hg: Musenalmanach für das Jahr 1808 (36-40) ||| auch Werner-Sonette
*Apollonion. Taschenbuch 1808 (41)
*Holbein: Ida
*Sperl: Phädrus

Februar 1808
*Frint Hg Handbuch der Religionswiss (49)
*Kneifel Reginald: Topographie des kk Anteils von SCL 1805-1805 (72-76,)
gespannt auf die Beschreibung "diese bisherige terram incognitam" aber "wenig geübte Hände" (72) "aber die lesende Welt durch seine vermeintlich richtige Beschreibung verführt, wird mit ihm, in gleiche Irrthümer und Mängel der Lokalität gezogen, noch immer glauben, dies sey das Land der Kamtschadalen, oder insbesondere das Technische {sic!} ein Siberien von Oesterreich, weil Hr. Kneifel, anstatt ein guter Zeichner und Mahler nach der Natur zu seyn, wie es jeder vollkommene Topograph in Hinsicht auf die Beschaffenheit des Landes und der Einwohner auch in den kleinsten Eigenheiten seyn sollte, sich bloss als einen Kopisten zeigt, dessen Gemählde in jeder Ansicht bey dem Kenner des Landes nur Unwillen erregen muss." | scheint Schwoy nachgeahmt zu haben || *Karte wie Tabelle der Ortsverzeichnisse wäre gut gewesen, "so würden wir auf diese Art eine kurzgedrängte statistische Topographie dieses Landes weit befriedigender erhalten haben, als wir sie bey widerlich ermüdender Wiederhohlung des ewigen Einerleys von Nord - Südwärts, östlich westlich, Stadt und Poststation, Troppau, Teschen | , Bielitz, Jägerndorf, Postwechsel, Groß Pohlen sogar Briefsammlung Albersdorf etc. der Flächeninhalt beträgt Joch Klafter zu Weizen, Korn, Gerste Haber geeignet etc. durch volle 3 Bände wiederkäuen (...) müssen"

Reisebeschreibungen:
*Taschenbuch ... Mahlerische Streifzüge durch die interessantesten Gegenden um Wien 4. Bd 1808; Doll (76)
"Die Gegenstände selbst sind (...) eben nicht zu glänzenden Ausarbeitungen oder zu brillanten Stellen, die sich dabey anbringen liessen, geeignet, dennoch hat der Hr. Vf, in seine Einkleidung eine Eleganz, ein Feuer, eine Schönheit gebracht, die von einer ungewöhnlichen Phantasie, und von einer sehr gewandten Darstellungsgabe zeugt. Geographische, topographische und statistische Daten wechseln mit naturhistorischen, chorographischen und ethnographischen Nachrichten ab, und verschmelzen sich wieder mit den Schilderungen der Natur und der mannigfaltigen Gegenden, durch die den Hrn. Vf. sein Streifzug führte. Dabey ist das Historische jener Oerter zu bemerken, die in der Geschichte des Vaterlandes Epoche gemacht hatten. Dieses ist nicht allein klar und leichtfasslich bearbeitet, sondern auch mit interessanten Notizen und Bemerkungen versetzt, und daher eine äusserst angenehme Lectüre. Ueber das Ganze ist ein romantischer Hauch, eine Sentimentalität, ein Reichthum schöner und treffender Gedanken durch gewählte Worte hingeweht, die dem Leser in ihrer sich immer erneuenden Gestalt auch immer neues Vergnügen verschaffen."
*Gedicht Befreyung: Vorzüge der Naturbeschreibung ||
*Beschreibung der Aussicht vom Leopoldsberg: "'Hinter den Bergen verbirgt sich das reitzende Baden, das romantische Mödling;'" | *Verf zu Weinbau: nährt nicht, wär zu wüschen, wenn andere Arbeit für Bauern dazu käme; Botaniker Trattinik in Klosterneuburg; "Die Bevölkerung Klosterneuburgs beträgt 3090 Einwohner, wovon 1445 männlichen und 1645 weiblichen Geschlechtes sind. Ein auffalendes Missverhältniss!" | *Beschreibung der Stiftsbibliothek | und des Mineraliensammlung und Naturialienkabinett; (81) enden der Rezension am besten "als wenn wir von dem sentimentalen, mitunter sogar epigrammatischen Styl des Hrn. Vrf's, so wie von seinen Naturgemählden ein Paar Beyspiele ausheben."; zu Mönchen: | "Waren sie auch dem Vaterland unnütz"
"S.165. Hier also, wo das alte Wappen noch an dem gothischen Gemäuer prangt, hier wohnten die Beherrscher von Oesterreich, die Stifter einer Linie, welche von den Inseln der Südsee bis an die Küsten des baltischen Meeres allmächtig Gebot. Ausgestorben, verfallen sind die fürstlichen Gemächer, und laut predigen die tragischen Ruinen der Vergänglichkeit bittere Lehre. Da steht einsam der Wanderer, und blickt am braunen Gemäuer mit Wehmuth hinauf. Der Vorzeit Heldentage mit ihrer Ossianischen Dämmerung steigen aus den Gräbern des Staubgeworenen Herrschergeschlechtes vor seinen Blicken auf. Zürnend schreiten die Heroen vorüber, zürnend dem kleinen Zeitalter, wo nicht persönliche Kraft, wo nur die Klugheit gebiethet. Sie gibt der verwickelten Maschine gleich dem Finger eines Kindes, welches Laster hebet, Bewegung. Sie hüllt sich in einen Nimbus von Grösse, den Annalen der Vorwelt abgeborgt. Aber beflügelt rauschet die Zeit über alle die stets beweglichen Fluthen, und gewaltig behauptet die Urkraft der Natur ihr Recht über erdichtete Kräfte.'" {Sic, das Anführungszeichen geschlossen}
*Wiener Hof-Theater Taschenbuch 1808 (82): darin Collin zu Trauerspiel
*Musen-Almanach für das ÖS Kaiserthum 1808 auch Musen-Almanach von und für UNG 1808 Hg Karl Georg Rumi
*Annalen der Menschheit Prag 1807
*zu Namensänderung eines Platzes in Klagenfurt (92)
*Lösch: Predigt
*Kollweg Maximilian: Predigt Margareten 1806 (94-96): | (95) Der Verfasser spricht S.6 von verderblichen Aufklärung: "Hier möchte Rec. ein Wort über Aufklärung sprechen, die wie ihm scheint, nur aus Missverstand wie eine berüchtigte Dirne verschrieen wird. Mit Hrn. Kollweg lässt sich ein solches Wort ohne Bitterkeit und Gram sprechen.
Die Namen Aufklärer, Philosophen, Freydenker und Ungläubige, so wie die abstracte: Aufklärung, Philosophie, freyes Denken und Unglaube, werden von Vielen als synonima gebraucht; da doch der Inhalt eines jeden solche Functionen ausmachen, die, verwechselt, und an der Stelle des andern gedacht, in dem bezeichneten Umfange eben so heterogene Wirkungen hervorbrächten, als ungleich die Laute sind, wenn man ihre Nahmen nennt. Aufklärung ist der Erfolg einer richtigen Philosophie; und Aufklärer heisst nach des Recn. Vorstellung derselbe, der dasjenige nützlich verschönert, was der Philosoph durch Spekulation und Forschen entdeckt - in der Applikation verbesserungswerth gefunden - oder als eh' vorhanden verschönerungsfähig gezeigt hat. So klärt z. B. der Naturkundige den Bauer auf, wenn er ihn das Ackerland, worauf bisher nur Hirse wuchs, durch Beymischung einer andern Erde, die dieser ebenfalls auf seinem weitschichtigen Grund öde liegen hat, so herstellen lehrt, dass auf demselben künftig auch Korn und Weizen gedeihen. (Hier wird das eh' vorhandene nützlich verschönert.) Er klärt denselben auf, wenn er ihm nach den Gesetzen der Mechanik zeiget, wie man die nothwendigen Werkzeuge des Feldbaues verbessern, und dadurch an Zeit und Kraft gewinnen könne; wenn er in Ansehung der Viehzucht ihm die Gebrechen entdeckt, woraus die gefürchteten Unfälle abstammen, welche manchmal von einzelnen Haushaltungen, bis durch ganze Gemeinden hin, wüthen und verderben; und wenn er ihn mit Grasarten bekannt macht, die an Menge und Güte vor andern den häuslichen Nutzen befördern.
Der Staatsbeamte, (oder wie sonst der Nahme heissen mag, Herrschaftsverwalter, Direktor, Pfleger, Justiziar, Controleur u.s.w.) klärt den Unterthan auf, wenn er ihm die Nothwendigkeit der landesfürstlichen gesetze begreiflich macht, ihn die Folgen bemerken lässt, die aus den Fehlern: Ungehorsam, Widersetzlichkeit, Betrug in Abgaben, Entziehung vom Militärdienst etc. früher oder später entstehen, und wenn er ihm die Vortheile zeigt, die aus dem gesetzlichen Verein Aller, für jeden einzeln, und fürs grosse Ganze entspringen. |
Der Volkslehrer, der Diener der Religion (von hier aus, sagt man, quillt die trübe Quelle, die von kleinen Sionswächtern, schon bey der ersten Krümmung ihres Laufes, ein grosser, und wild-reissender Strom genannt wird) kläret die Menschen auf, wenn er jeden aus ihnen nach Verhältniss und Stand seine Pflichten auf so eine Weise lehrt, dass Grund und Verbindlichkeit sich eben so wenig einander vermissen, als Vernunft und Offenbarung sich einander nicht ausschliessen dürfen. Eine so gestaltete Pflichtenlehre bessert und veredelt den Menschen, erweitert das Reich der Wahrheit und Tugend, und führt, ohne ermüdende Seitenwege, am nächsten zu Gott und zur Unsterblichkeit. Wenn, wie Hr. Kollweg S.6 sagt, Gott, sein heiliges Wort, der Erlöser, kirchlicher Gottesdienst etc. einigen laufen Menschen das nicht mehr sind, was sie doch nach Vernunft und Offenbarung, jedem wahrhaft Aufgeklärten ohne allen Zweifel sind: so ist das kein Bewirktes von der Aufklärung, (denn die Aufklärung bessert) - sondern es ist eine Erscheinung, die aus dem Gemisch von Unwissenheit, Eigendünkel, Halbkenntniss seiner selbst etc. und jenem Unglauben, der eine Folge des frühern Aberglaubens ist, (lauter Gebrechen, denen nur die Aufklärung abhelfen kann) zu Tage kommt."
*manche illiterate Prediger entehren heilige Stätte durch Schimpfen gg Aufklärer usw; Freidenken kann nicht verboten werden; es geht um Mißbrauch, "und wer die Freyheit missbraucht, Unglauben affectirt, und gefährliche Grundsätze zu verbreiten scheinet, dem fehlt es sicher im Kopfe, er neigt sich zum Wahnsinne; und für dergleichen Candidaten giebt es ja, Gott lob! noch Tollhäuser!"

März 1808 {NB-Exp}
*Biesinger: Generalstatistik des ÖS Kaisertums. 1807 (106-112) | gibt keine Quellenangaben
*Franz Kurz: Versuch HI Bauernkriegs OÖ (117-119) | "Eine Historie des grossen Ganzen, das der Oesterreichische Kaiserstaat heisst, ist wohl so lange ganz undenkbar (wenn schon ein noch so dringendes Bedürfniss für denjenigen, der die Vergangenheit nicht wie ein Aggregat vielfarbiger Bilder, sondern mit philosophischen Augen zu betrachten gewohnt ist) bis die Specialgeschichte jeder Provinz gehörig ausgebildet ist, und diese kann es hinwieder so lange nicht seyn, bis nicht die merkwürdigsten Epochen besonders beleuchtet, bis nicht ein hinlänglicher Reichthum von Materialien, (Urkunden, Monumenten, Scriptoren etc. etc.) gesammelt, und kritisch gewürdiget ist."
"Die Erzählung des Bauernkrieges ist getreu nach den Quellen, die entweder genau angeführt, oder neu bekannt gemacht, und ganz abgedruckt sind, der Styl einfach, rein, und jedem Leser verständlich, aber hin und wieder trocken, einförmig, ohne die rege Lebendigkeit, mit welcher vorzüglich Meinungskriege ausgemalt werden sollten, (...)" Fadinger ebenso interessantes Parteihaupt wie Cola di Rienzi und Massaniello; Biographische Züge wichtig "weil, indem sie die Historie irgend einer grossen Begebenheit gehörig trennen, und individualisiren, doch wieder die nahe Verwandtschaft alles dessen zeigen, was unter dem Monde geschieht"; Verweis auf Vorrede des Plutarchs: Was ist HI der Handlungen ohne HI der Handelnden; | vielleicht wird Verfasser mal "übergehen zu dem schönen und lohnenden Werke: der Geschichte seines Vaterlands."
*Kneifel: Topographie SCL (120-124) verwendet veraltete Scheuterische Karten des Homannischen Atlasses; "Das nach dem Vorberichte des II. Theils abgedruckte nahmentliche Verzeichniss der Vor- oder eigentlichen Mitarbeiter seiner Topographie beweist es unwiderlegbar, aus welch einseitigen Quellen das ganze Machwerk zusammengeschrieben worden: erstens | waren es Kreistabellen, zweytens ihm mitgetheilte Nachrichten und Berichte der Orts-Dominien, Wirthschaftsämter und Magistrate, die oft nicht sehen, was vor ihren Augen liegt, und sich um den wissenschaftlichen Werth oder Unwerth ihres Vaterlandes am wenigsten kümmern. Diese Lokalberichte und Nachrichten müssen alle nach einem Leisten ausfallen, das ist: in Hinsicht auf Ansässigkeiten, Volkszahl und Viehstand aus Militärconscriptionsbögen, über Befund des Flächeninhalts an Grund und Boden aus den Steuerregulirungsvermessungen vom Jahre 1786 gezogen werden. Hr. Kneifel wird aber mit uns offenherzig bekennen: dass diese beyden Operate aus ganz natürlichen Ursachen so ganz unverlässlich als unvollkommen sind, mithin auch die ihm mitgetheilten einzelnen Auszüge nicht anders als gleich gebrechlich, gleich fehlerhaft ausfallen konnten, er sich daher in Bezug der Menschenzahl an die weit sicheren Quellen der Kirchenbücher, die ihm überall nicht nur offen standen, sondern zu denen er auch als Amtsbruder um so leichteren Zutritt gefunden haben würde, hätte halten, auch uns die Zahl der Stadt- und Landbewohner, Bürger oder Bauer, männlich oder weiblich, dann den jährlichen Durchschnitt von Gebornen und Gestorbenen, von geschlossenen Ehen, weil diese Genauigkeit zu einer vollständigen Landeskenntniss allerdings gefordert wird, hätte angeben sollen, auf welchen Wege er dann erfahren hätte, und belehrt worden wäre, dass die Volksmenge des Fürstenthums Teschen mit Bielitz nicht, wie er sie pag. 64 angibt: in 124726 Einwohnern, sondern Ao. 1800 wirklich in 133533 bestanden habe wovon 18247 in Städten als Bürger, die übrigen das Land bewohnt haben, worunter 65967 des männlichen 67566 des weiblichen Geschlechtes waren, wovon im Durchschnitt jährlich der 22te, und darunter kaum ein unehlicher geboren wird, das 24te Paar Ehe schliesst, und beynahe der 30te stirbt, von welch letzteren 14 über 90, und 5 über 100 Jahre alt geworden, wodurch sich leicht die immer steigende Bevölkerung erklären liesse, ungeachtet durch die vorgehenden Kriegszeiten allein aius diesem Kreise mehr als 800 jährlich zum Militärdienst ausgehoben wurden, und aus Furcht beynahe eben so viele theils ins nahe Preussische, theils nach Ungarn auswanderten, wornach man das kleine Missverhältnis zwischen der Zahl des männlichen und weiblichen Geschlechts eben so leicht berechnen kann; nicht minder hätte er richtiger bey der Stadt Troppau die Zahl der Einwohner statt 8419 auf 9748, jene bey Teschen statt etwa wie er setzt 3650 auf wirklich 5379 bestimmt befunden."
-wird in der Folge weiter verrissen

*Schöne Künste: Gedichte anläßlich Heirat Franz (124-126) ua v Haschka
*Steigentesch August Frhr v: Erzählungen (126f) 2 Bd: wird kurz verrissen
*Schwaldopler: über Schiller
*Apollosaal
*div Opern
*Glatz: ABC und Lesebuch (144)

April 1808:

*Zeiller: Jährlicher Beitrag zur Gesetzkunde; *Zeiller: natürliches Privatrecht
*{Philosophie}: Frint: Ueber Standes-Wahl (157) (Stand, Beruf, Zölibat)
*Historisches Taschenbuch 4.Jh, auch "Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts". 1808 (165-167): Verfasser gestorben; | darin ua Ehrenbezeugungen für inländische Gelehrte, Quellen sind aber nur Annalen und Wiener Zeitung (166)
*Hg Geusau: HI Belagerung Wiens durch Matthias Ung 1484, 1485 (167-169) || "Der Styl des Werks ist sehr nachlässig, geschmacklos und chronikenmässig. Wichtigere und unbedeutende Daten sind gedankenlos aneinander gereiht, dem Ganzen mangelt historische Einheit. Unterhaltung sucht man beym Durchlesen vergebens, und Belehrung findet man ebenfalls wenig."
*Dinzenhofer: Genealogische Tafeln BOE mit Register
*Lebrecht: Versuch Erdbeschreibung SIE vgl mit Fabris: Handbuch Geographie (175) EA SIE 1789
*Sonntagsblatt Nr.1-52 (184-186) (184) "Schon in der Blüthezeit ihrer Literatur haben sich die Deutschen vor anderen Völkern durch nutzlose Grübeleyen und abentheuerliche Dichtungen ausgezeichnet." "statt eines sicheren Nationalgefühles vage Schwärmereyen aufgedrungen" "Gegenwärtig haben wird, die Sache im Grossen betrachtet, weder Philosophen noch Dichter: denn die neuesten Bemühungen, alle gesunden Begriffe zu verwirren, alle natürlichen Gefühle zu verschrauben, kann man nicht Philosophie, nicht Poesie nennen. Sie sind Zeichen einer verkehrten Schulbildung, die die Nation zur vernünftigen Thätigkeit immer unfähiger macht. Zuletzt wird sie aus Mangel an klaren Ideen und deutlichem Ausdrucke der Gescheidtheit anderer Nationen unterliegen." "Jünglinge werden verbildet, die dann als Männer mit ihrem seichten Wissen und verworrenen Denken weder den Wissenschaften noch dem Staate nützen. Weiber, die ohne selbständiges Urtheil Gelehrsamkeit und Kunstgefühl affectiren, erheben die intellectuelle Verkehrtheit zur Sitte, und es entsteht eine Pflanzschule von geist- und gemüthlosen Gecken." "Mit Vergnügen bemerken wir, dass die Verfasser der vorliegenden Zeitschrift sich den Zweck gesetzt haben, eingebildete Schriftsteller von ihrem Dünkel, die irre redenden von | dem Aberwitze zu heilen, ihnen und der Lesewelt die Nichtigkeit ihres Wortkrames, die Verworrenheit ihrer Ideen, die Schiefheit ihrer Urtheile, die Geschmackwidrigkeit ihrer Sprache fühlbar zu machen." Ernst und Spott
*Fröhlich Friedrich: Wiens Umgebungen positiv rezensiert, Verf bezeichnet Schilderungen als romantisch
*Heintl Franz: Rede bei kk LW-Gesellschaft Wien 30.1.1808 Dabei: ua ein Leopold Graf v Berchtold (190)

Mai 1808
*Hormayr: ÖS Plutarch 12.Bd 1807 (193-209): Rede an die Leser, am Ende 12.Bd: "'Die lange Vernachlässigung der Biographie hat sich furchtbar gerächt: sie hat mehrmals die Historie um ihren edelsten Theil, Warnung und Nachahmung gebracht. Was ist die Geschichte der Handlungen ohne die Geschichte der Handelnden? Von seelenloser Allgemeinheit verschlungen, führt sie nur den bunten Wechsel auffallender Resultate, gleich einer Zauberlaterne, dem Auge schnell vorüber. Daher, dass frostige Gemüther der grössten Heroen grösste Handlungen bezweifeln, und die Leichtgläubigkeit einer mannhafteren Vorwelt an diese Fabeln keck verspotten. Ihnen mangelt der Faden, der die Theile zusammenknüpft, die Lücke zwischen jenen und uns scheint ihnen zu gross, die Natur da im Sprunge, wo doch nur Gang war, aber freylich - heldenmässiger Gang. Mehrere und vorzügliche Biographien hätten leicht den demüthigenden Wahn zerstört, als hätte das ehrwürdige Alterthum oder das romantische Mittelalter ein ausschliessendes Recht, durch unvergängliche Thaten zum Muster zu dienen, - aber ohne Mund und Kiel welkt und verschmachtet auch die herrlichste That. Ist es überhaupt ein freudiger Vorsatz, den Nachruhm grosser Männer zu wahren, wenn sie durch Jahrhunderte, oder durch dreygedoppelte Bergrücken von uns geschieden sind, um wie viel mehr gebieten es nicht Pflicht und Gefühl, die mächtigen Thaten und weisen Gedanken derer zu bewahren, welche auf dem Boden und für den Boden gedacht, gethan, gelitten und gestritten haben, der uns trägt und unsere Kinder - und dieses schöne Gemählde alsdann getreulich und liebend dem Lande zu überliefern, dem alles angehört, das alles umschliesst, was heilt und erhebt, tröstet und spornt - dem Vaterlande.'"
*dies zu erreichen nicht einfach, aber Erfolg; Jenaer Rezension September 1807: berühmter Verfasser der HI der CH {also Johannes v Müller, wird aber nicht genannt!}: gelobt (193) | "Der Verfasser hat die erste Pflicht eines Historikers: die, welcher stets jede Rücksicht weichen soll, Genauigkeit im Nachforschen, Wahrheit im Angeben treulich beobachtet." Quellen gab er nicht an *andere Rezension, Halle September 1807: darin Vorwurf, Hormayr hätte Schmidt, Mummelter, Weissegger stark benutztz, stimmt aber nicht; vorzüglich, daß Schillers "Mit Schwärmers Ernst, des Weltmanns Blick paaren" zutrifft: "Die besten Commentare über den Krieg sind von grossen Feldherrn geschrieben: die berühmtesten Schriftsteller des Alterthums handelten und wirkten mit an dem, was um sie geschah: der Geschäftsmann, es ist nicht zu läugnen, schreibt eine lehrreichere Geschichte, als der Gelehrte: denn jener schöpft aus der Wirklichkeit, dieser nur aus der Erzählung: dieser sieht höchstens, wie die Dinge sind, jener sah, wie sie wurden." | Bei manchen Stellen leuchtet der Sinn nicht sofort ein.
*"Es ist nähmlich das beständige Bestreben des Verfassers gewesen, nicht nur zu zeigen, was geschehen ist, sondern auch, was geschehen hätte sollen, und können, und so die Zukunft aus der Vergangenheit zu belehren;" dies hat er erreicht. |-|
*In Ergänzungsblättern zur Hallischen allg Literaturzeitung Nr 17 11.2.1808 (201) Rezension IV-VII Bändchen, wohl von unduldsamen Protestant geschrieben, der sich mit UNG beschäftigt; dieser stellt die mehr auf den Hergang als Meinungen gegründeten politischen Ansichten von Hormayr mit eigenen Taktik um; "solche Waffen sind für die Wahrheit und Freymüthigkeit der Geschichte selbst gefährlich, weil zuletzt jeder Versuch verjährte Vorurtheile zu berichtigen, und auch die Kehrseite der Münze zu zeigen, für ein Haschen nach Beförderung, und Bückling eines Schranzen gelten würde."; dieser Rezensent erwähnte nicht Stellen, die Fehler des katholischen Teils tadelten; dieser schreibt: "'wenn man den Rathschlägen des Lazarus Schwendi nachgelebt hätte, die Oesterreichische Monarchie ganz protestantisch und eben dadurch - unendlich mächtiger und kraftvoller geworden wäre!"
*Lob des Lebens des münkundigen Eckhel, der für Numismatik wichtiges leistete; | hier wichtige Stellen: "S.200 'Hilfswissenschaft der Geschichte ist die Münzkunde, darum ihre erste Pflicht, mit jener gleichen Schritt zu halten. Vor Eckhel wurden die Münzen gereihet, wie Kleider in einer Garderobe, wie Esswaaren in einer Speisekammer, nach den allerunbedeutendsten Zufälligkeiten, nach ihrer Grösse und dem Metall. Dadurch kam Einheit und Klassifikation wohl in die Fächer und Schubladen, allenfalls auch in das Auge, aber nicht in den Begriff und die Wissenschaft. Ueber dieses Chaos nun breitete Eckhels Scharfsinn ein geographisch chronologisches System.' S. 199. 'Einheit bedarf der beschränkte menschliche Geist. Die Abart muss er in der Art, die Gattung im Geschlecht, und umgekehrt, durch ein einförmiges Abstrakt umfassen, dauernd klassifiziren können. Widrigenfalls kann nur einer oder der andere aus den Wenigen zum hohen Ziele kommen, den da glückliche Umstände in den Stand setzen, das ganze Leben lang sich nur diesem einen Zweige des Wissens zu widmen, und deren sind doch so unendlich viele! - und wenn das Studium einer Hilfswissenschaft die Tage aufgezehrt hat, wann dazu kommen, um dier Wissenschaft der Wissenschaften, der Historie anzugehören? S. 201. 'Jene Anordnung scheint die möglichstbeste, welche sich nach eben dem Zuge richtet, den die Bevölkerung genommen hat.' S 202." |
*"In dieser und einigen anderen Lebensbeschreibungen wäre zu wünschen, dass die chronologische Ordnung der Ereignisse genauer beobachtet wäre. Sie ist die natürlichste, die sicherste um Lücke, Sprünge und Wiederhohlungen zu vermeiden, und für den Leser die angenehmste. Es ist ermüdend, Handlungen nach dem Tode, oder den Tod zweymal zu finden, (wie hier {Rudolph II}) oder das 16. Jahr vor dem 10. (wie in Carl V.)"
*"Des grimmigen Zizka grimmiges Leben." | *Leopold I | Josef I | *MT: (206) "in musterhafter Ordnung und Fasslichkeit vorgetragen." *es folgt Beitrag über innere Staatsverwaltung | (auch zu Kriegswesen S.121; *zu J2: "Das ist nicht nur Biographie, das ist Psychographie." (S.127f) *Schrötter, | Pray *Schwierigkeit bei L2 und Franz: "Die Neuheit der Zeit" daber nach Art der Jahr und Tagbücher *Loudon *Kaunitz |
*Rat vor allem an Anfänger: "dass sie diese 48 Leben, nicht wie sie in den Heften aufeinander folgen, sondern die Herrscher in ununterbrochener chronologischer Ordnung lesen, wie der Sohn den Vater aufnimmt. Die Staatsmänner, Feldherrn, Gelehrtenund Künstler können dann als Zugabe zu dem Zeitraum gelesen werden, in den sie fallen. Auf diese Weise wird alle Verwirrung vermieden, der Inhalt viel deutlicher, und was im Falle der Geschichte von so grossem Werthe ist, ein fortlaufender, schlichter Grundfaden im Gedächtnisse angesponnen und erhalten, an den hernach alle Nebenfäden und Gewebe ordentlich und sicher angeknüpft werden können."
*Sartori: Naturwunder des ÖS Kaiserthums 1807 (214) | Begriff Naturmerkwürdigkeiten wäre evt angemessener gewesen; 8)Zirknitzer See Krain: "Der Gebrauch des französischen Meilenmaases in einem Buche über Oesterreich für Oesterreicher ist hier etwas befremdend." | 17) der Verrückte Berg bei Dorfe Pollau nächst Nikolsburg in MAE | 27) ein Kakerlake 35) Missgeburt in MAE 42) "Der pohlnische Weichselzopf, eine gewöhnliche sonderbare Krankheit in Galizien. Hierüber hätte der Hr. Verf. in Coxes Reisen durch Pohlen, Russland, Schweden und Dänemark noch mehrere Notizen finden können." "Möchten doch durch diese und ähnliche Schriften unsere Mitbürger aus dem tiefen Schlafe ihrer Indolenz erweckt werden, möchten sie erkennen, dass sie Bürger eines grossen, reichen, mächtigen Staates sind, und, statt dem Tande des Auslandes nachzujagen, ihren Stolz darein setzen, ihr Vaterland empor zu heben, und echte Söhne desselben zu seyn, diess ist der Wunsch des Rec., der bey Durchlesung dieses Werkes feurig in ihm aufloderte."
*Zach Frhr Franz von: Monathliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmels-Kunde 3-6 1807 (220) |-| (224) Mai Nr 30: Mayer v Heldenfeld über neues trigonometrisches Netz über Monarchie!! (auch Juni)
*Kalchberg: Attila ein dramatisches Gedicht (226) "So ein süsser romantischer Schwärmer war Attila nicht. Weder er, noch sein Volk, noch sein Zeitalter waren mit der Idee der Menschheit vertraut."
*Kalender für 1808
*Prager Theateralmanach 1808
*Pannonias Sprache
*Jakob Glatz: Andachtsbuch für Jugend
*Kunitsch Michael: Biographien merkwürdiger Männer ÖS: Kaunitz
*Wiener Taschenbuch für Soldaten und ihre Freunde 1806 (237) ua Recognosciren, Maß und Gewicht

Juni 1808
*Religiöse Werke von Glatz, Wenzel ua
*Staatswissenschaften: Sammlung der Verordnungen zu Einrichtung der Gymnasien
*Schröfl: Fortsordnung
*Ovid
*Tham: Wörterbuch Synonyme (tschechisch)
*Gelegenheitsgedichte

2.Bd
1-49 fehlen in UB

Juli 1808 {NB-Exp}
*Stransky's Staat v BOE, Übersetzer Cornova
*Grellmann: Hist-Stat Handbuch v Teutschland 2.T ÖS Göttingen 1804 (22-25) -ist verstorben; ähnliche Werke erscheinen von Reisser und Janitsch; || ist nicht unparteiisch; schlägt sich auf Seite der Protestanten;
*Kurz: HI OÖ
*Lehrbücher (28) "Anzeige der in den k.k. österr. Schulanstalten eingeführten Lehrbücher" "Die Weisheit einer Regierung bewährt sich nicht nur in den zweckmässigsten Verfügungen für die innere und äussere Sicherheit des Staates: ihr ist der junge Anwuchs der Nation, in dessen Gliedern neue Vertheidiger oder Feinde des Staates, gute oder schlechte Bürger heranwachsen, von grosser Wichtigkeit. Der weise Gärtner sorgt durch emsige Pflegung für die jungen veredelten Sprösslinge des ihm anvertrauten Gartens, und der Staat für seine Erhaltung und Flor durch weise Schul- und Erziehungsanstalten seiner jungen Bürger.
Dieselbe Sorgfalt lässt die österreichische Regierung ihren Staaten angedeihen, eine Sorgfalt, welche der direkte Beweis der Aufklärung des Regenten und der fortschreitenden Kultur seiner Unterthanen ist." -Rec ist "praktischer Erzieher" -latein und griechisch-Lehrbücher werden behandelt
*Ellmaurer: Denkmal J2 (46)

August 1808
*Historisch-statistisches Archiv für Süddeutschland 2.Bd 1808 (53) Rez des 1.Bd 12.1807, nun bekannt, daß Verfasser Hormayr ist; | zu Heimfallsrecht; ||| Bedauern, daß geschlossen.
*Bonsaing: kurze merkantilistische Erdbeschreibung -wird stark kritisiert
*Wolfgang Jäger: Geographisch-historisch-statistisches Zeitungs-Lexikon; Vollständiges geographisches Taschenwörterbuch 11.Jg; Galletti: Verfassungen vorzüglich für Reisende: letzterer für ÖS (61) | am brauchbarsten
*Heintl: LS ÖS Kaisertum -wird kritisiert
*Chevalier d. B {Bray}: Voyage aux Salines de Salzbourg et de Reichenhall et dans une Partie du Tyrol Berlin 1807 (74-83): wird eher gelobt; (82): "Rec. der ein Oesterreicher ist, und darauf stolz ist, es zu seyn": schließ mit Vorrede von de Bray: TIR erfreute sich viel Prosperität unter Habsburgern; so hat einer der ersten BAY Geschäftsmänner Hormayr kommentiert, der April 1805 IB seiner HI TIR beschloß: "'(...) Werde wer immer Herr, den Nationalgeist, die Verfassung, Freyheit und Ordnung muss er ehren und erhalten, wenn er sein eigenes Interesse erhalten und fördern will. Vorschnelle Neuerung, die sich so oft mit dem eigenen Schwerte verwundet, militärisch-fiskalischer Tabellengeist und rohe Gewalt, müssten in diesem Felsenrunde gar bald einen Zustand herbeyführen, gleich traurig für die Herrschenden und Beherrschten, dass jeder lieber sein Dach und Fach anstecken und mit den Thieren des Waldes leben möchte. So - würden die Tyroler, niemahls - Unterthanen, | höchstens Unterjochte seyn und gehorchen wie den Arabern in Hispanien die asturischen Gebirge, aus denen Pelayo hervorging.'"
*Fortgezeigte Anzeige der in kk Staaten eingeführten Lehrbücher: (83) Mathe; | Elementar buch der Geographie und Geschichte, Wien Trattner 1807: "Der Nahme Christensecten S. 38 passt nicht für unser aufgeklärtes Zeitalter."; | alte Staaten und VölkerHI; || Kurzer Entwurf der alten Geo
*Schöne Künste: Prometheus 1.-3.H. (88-93,): 1795 erschienen Horen, hochtönende Ankündigung Schillers; Verheissungen nicht erfüllt, (88)
"Statt des erwarteten Umschwunges der Ideen waren einige Spitzfindigkeiten der Kritik die Früchte jener gemeinschaftlichen Thätigkeit.
Das Genie arbeitet nach eigenen Ideen aus seinem Inneren heraus, und lässt sich nicht so leicht an äussere Zwecke binden. Durch seine selbständigen Werke erweitert es den Ideenkreis, bildet den Geschmack der Nation. Selten verhilft eine glückliche Laune und Musse desselben der projectirten Zeitschrift zu einem guten Beytrage. Schon damahls gewöhnten sich unsere Ruhmgekrönten Schriftsteller an eine kecke Nachlässigkeit, und das geduldige Publikum musste oft statt der Edelsteine mit Glaskügelchen vorlieb nehmen. Schon damahls schlich sich in die deutsche Literatur jener verderbliche Geist ein, der nach und nach unsere Kunst und Wissenschaft der Herrschaft der Vernunft entzog, und in das Gebieth der phantastischen Schwärmerey und des Unsinnes verrückte.
Wenn eine Zeitschrift einem Volke nützlich werden soll, so müssen Männer von Verstand, von sicherem Geschmacke, von Kenntnissen dabey arbeiten, Männer wie Addisson, Steele, Arbuthnoth, Moore, Warton, Johnson, Clavigo. Kindische Reimereyen, die eine kränkelnde Sehnsucht oder einen platten Aberglauben aussprechen, ein verworrenes Geschwätz über Schöpfungen des Genies sind ganz unschickliche Mittel, um eine Nation zu bilden." "Immer waren wir Deutsche in literärischer Hinsicht ein speculatives Volk; jetzt sind wir ein närrisches. Wie viele Journale sind während dieser Jahre entstanden und vergangen? Wie viele gibt es deren noch? Von welchem Gehalte sind sie? Herrscht nicht in den meisten der gelehrte Wahnsinn vor?" eitler Kunstgriff, Göthe und Wieland als Mitarbeiter zu nennen, auf Hrsg kommt es an; "Vor allem muss er überzeugt seyn, dass in dem Zeitalter des Verstandes deutliche Begriffe, richtige Urtheile, bündige Schlüsse das Nothwendigste sind. Immerhin mögen sich geistvolle Verse unter die ernsten Verhandlungen mischen. Sie beleben die Phantasie, erheitern das Gemüth. Nur sey man behutsam in der Wahl. Wir wollen und müssen jetzt mehr wissen und denken, als phantasiren und empfindeln. Nicht die gemachte Poesie der neuesten Schule, sondern ein heller | Verstand und gerader Sinn bringt uns Heil." keine chimärischen Hoffnungen zu hegen,keine prahlerische Ankündigung zu schreiben; Zitate aus Einleitung (Schönheit in gepflügter Welt gedeihen lassen, nicht das Volk im Geiste über Herz aufklären) "Sie wollen das gute, sich mit dem Herzen sichrer findende österreichische Volk nicht im Geiste über das Herz aufklären, sondern eine Zeitschrift für Humanität gründen, und dadurch rein menschliche Schönheit auf Erden gedeihen machen. Es ist Schade, dass heut zu Tage die Leute so grosse Feinde vom Aufklären sind. Hätte Hr. Stoll ein wenig an das Klarmachen der Gedanken gedacht, so wüssten wir vielleicht jetzt, was denn eine rein menschliche Schönheit eigentlich sey, oder was wenigstens er damit meine. Auch Humanität ist so ein unbestimmter, schwankender Begriff. Weiters kann ein Mensch wohl ein böses Herz und einen kräftigen Verstand haben, und dann ist er ein unvollkommenes Wesen; denn die Güte des Herzens in Verbindung mit einem richtigen und scharfen Verstande macht den vollkommenen Menschen. Was heisst denn bey dem Hrn. Stoll, ein Volk im Geiste über das Herz aufklären? Das Herz kann gut seyn, und doch auf schlimme Irrwege verleiten, wenn die Vernunft nicht die darin liegenden Neigungen und Leidenschaften zu ordnen und zu zähmen weiss. Da bedarf es aber der Aufklärung, nicht der falschen, sondern der wahren, die die denkenden und wollenden Kräfte des Menschenin Harmonie bringt. Unser Volk wird gut bleiben, wenn auch der Kreis seiner Kenntnisse erweitert und seine Urtheilskraft mehr geschärft wird. Ein aufgeklärter Geist überschaut nicht bloss schneller die oft verwickelten Verhältnisse des Lebens, und benützt jedes Ereigniss mit scharfsichtiger Klugheit, sondern er will auch das Gute standhafter, und übt eine grössere Macht über die entgegenkämpfenden Leidenschaften. Nur in Verbindung mit der klaren Einsicht ist die Güte probehältig. Wer ein Volk aufklärt, verdient dessen Dank. Wer ihm aber statt gesunder Begriffe läppische Faseleyen darbringt, muss mit Strenge hintangewiesen werden.
Wir denken uns, Hr. Stoll habe in jener Stellesagen wollen: Die Zeitschrift Prometheus genannt soll Beyträge zur Bildung des Geschmackes, zur Befestigung des sittlich-guten Willens der Oesterreicher liefern." | *Zitat Wezel (Homeraufsatz): "'Um des Weibes willen flammet die Welt von Aufgang zum Niedergang in ewiger Fehde, und ein Element rüstet sich wider das andere, denn das Sehnen des ewigen Geistes geht nach Liebe und Vermählung; um des Weibes willen gibt er mit Freuden Blut und Leben hin.' |
Ob es den Weibern sehr schmeicheln wird, sich als die Stifterinnen alles Unheiles aufgeführt zu sehen, wissen wir nicht; getrauen uns aber zu behaupten, dass in unseren Tagen um eines Weibes willen keine Schlacht mehr geliefert wird."
*"Die beyden Gedichte der Herren Aug. Wilh. und Fr. Schlegel sind erfreuliche Zeugnisse treuer Bruderliebe, und rühmlicher Geistesthätigkeit. Sie flössen Enthusiasmus für Wissenschaft und Kunst ein." AWS aber tw hölzern; "Kühner und feuriger strömt Friedrich Schlegel seine Gefühle aus." (Bsp "'.. Die Zeit empfängt in diesem Siegel / Die Weihe der Unsterblichkeit.'") -"Den Sinn der zwey letzten Zeilen bring man erst nach einigem Nachdenken heraus:" *AWS: .. wie alles ewig eins .. | meins wie deins -wir wissen, daß AWS bessere Verse machen kann; "und wünschen daher, er möchte lieber an den Uebersetzungen der Shakspeare und Calderon arbeiten, als sich in die Alles-Eins-Lehre vertiefen. Sein Bruder Friedrich scheint sich, nach seiner neuesten Schrift über die Sprache und Weisheit der Indier zu urtheien, von den leeren Grübeleyen ziemlich frey gemacht zu haben."
*AWS Aufsatz D-Mundarten wird innerhalb des Reiseberichts besser sein, in ZS hätte Ggstand ausführlicher behandelt gehört; "Eine gründlich geschriebene Abhandlung über die deutschen Mundarten, ihr Gutes und Böses, und in wie fern das Allgemeinwerden der hochdeutschen Sprache möglich und nothwendig ist, dürfte für uns Oesterreicher besonders lehrreich seyn."
*gg Wezels in Reime bringen von abgeschmackten Liedern und abergläubischen Volkssagen
*Anzeiger: Bericht über Vermählung Franz " - von A. W. Schlegel": "Es ist ein wohlgerathener Aufsatz, der erhabenen Feyerlichkeit entsprechend." Zurecht vorgetragene Gedichte geschont
*Ellmaurer eher positiv bewertet; | (93) *eher lakonisch zu Sendschreiben Falk an Stoll; kurze Notiz "'Göthe ist recht wohl und heiter, und hat viel gearbeitet.'" -"In diesem Tone geben die Zeitungen gewöhnlich Nachricht von dem Befinden und Thun der Könige. Für unsere Gelehrten-Republik wäre ein König kein übles Ding, und wir würden den grossen Göthe gern dafür anerkennen, wenn er nur das Zepter kräftiger führte, die Knaben und Tollköpfe nicht so viel schreyen liesse, und sich nicht manchmahl gar unter sie mischte."
*UNG schöne Literatur
*S.V.K.: Hogart nach Lichtenberg

September 1808:
*Statistik: Jekel Franz Jos: Polens Staatsveränderungen (106, 148)
*Franz Wimmer: genealogisch-historische Band Vermählung Franz-Maria Ludovica
*Aloys Gleich: Geschichte Wiener Neustadt: Aussagen zu Monarchie-Republik; (115) "Wenn man also in Monarchien auf die Geschichte, und zumahl auf die vaterländische nicht mit aller Aufmerksamkeit gesehen hat, | so hat man offenbar gegen sich selbst gearbeitet." "unser Schulknabe" kennt Athen Sparte besser als Karl den Großen, Rudolf v Habsburg, MT, J2; "über die grossen Ursachen der letzten politischen Revolutionen, die auf seine Zeit eine Anwendung haben, (..) im eigenen Vaterlande ein Fremdling"; mit Verfasser dieses Werks aber Mitleid; Daten hat er von "für die vaterländische Geschichte mehrfältig nützlich wirkenden ständischen Sekretärs, Aloys Edlen von Bergenstamm erhalten"; || Schein und Sein.
*Prometheus 2.Heft (122): | *AWS zu Buffons Landsitz Montbard: Aufsatz wird den der Achtung für Genie hegt mit Unwillen gg Verfasser füllen; versucht ihn auf undelikate Art zu verkleinen; sein Haupturteil: Buffon war gg geistlose Klassifikationen, hat sich aber nie zum Begriff des Organismus erhoben; -Absprechen von AWS gewohnt, vor mehreren Jahren detto zu besten D-Schriftstellern; "Aus seinen hier gehaltenen Vorlesungen wissen wir, dass er auch gern das Leben, die Gemüthsart der Schriftsteller unter seine Beurtheilung zieht, und sich zum Ankläger und Richter ihrer Handlungen aufwirft. Wir hätten uns aber nimmermehr eingebildet, dass er so keck wäre, von einem Werke, an dem eines der grössten Genen Europa's (...) mit unermüdeten Fleisse gearbeitet haben, so verächtlich reden. Freylich machen die Herren Schelling, Windischmann, Oken u. s. w. ihre Bücher schneller; ihrer idealistischen Anschauungskraft zeigt sich der Organismus der Himmelskörper entschleyert, sie construiren mit grosser Fertigkeit das Weltall.
Aber diese idealistischen Träumereyen bringen die Wissenschaft um nichts weiter, sie führen vielmehr von der einzigen wahren Methode, der aufmerksamenBeobachtung und gründlichen Untersuchung des gegebenen Einzelnen ab, und verwirren die Vernunft. Die grössten Geister haben immer nur auf vielseitige Beobachtungen bescheideneSchlüsse gebaut. Wir möchten sehen, ob unsere neuesten Philosophen, die in den Kreis des irdischen Lebens nicht so fest gebannt sind, und bey denen es mit ihren idealistischen Ahndungen mehr als recht zum Durchbruche gekommen ist, eine bessere Naturgeschichte der Thiere schreiben könnten, als Büffon. Ohne Vernunft lässt sich keine Erfahrung machen. Es ist aber etwas Anderes, die Erfahrung, und etwas Anderes die Gegenstände, über welche man Erfahrung einziehen soll, construiren. Stets wird die Vernunft suchen, die Erscheinungen der Natur unter eine höhere Einheit zu bringen. Allein sie muss diese Erscheinungen vorerst kennen, um eine Einheit erschliessen zu können. Wenn die Vernunft auch unabhängige Principien in sich selbst hat, so kann sie dieselben doch nur dann auf die Producte der Natur übertragen, wenn Beobachtung und Urtheilskraft diese zur Unterordnung unter jene Grundsätze geeignet finden. Hypothesen sind, so lange das Menschengeschlecht denkt, fleissig gemacht worden. Sie sind sterblich, wie ihre Väter. Bekennen muss indessen jeder, dass Büffon's Hypothesen wenigstens für die Einbildungskraft fasslich und reitzend sind; die Schlussketten der neueren Philosophen aber dem dürren Stroh gleichen. Wenn jene auf das Zufällige und Mechanische gehen, so sind diese, da | (124) ihnen eine sichere Grundlage fehlt, blosse Spiele der Willkür, und arten zuletzt in Narrheit aus." Zitat Schlegel: Natur als Künstlerin. -"die Ansicht eines thörichten Jünglings"; "Schaffende Phantasie ist ohne Vernunft nicht denkbar. Die Vernunft des Menschen sucht sich in der Natur; sie trägt in diese mit Bescheidenheit ihre Ideen über: wenn sie Abweichungen fndet, so glaubt sie eher, sie habe zu enge Regeln aufgestellt, bevor sie die Natur für eine phantastische Bildnerinn hält; oder sie denkt, selbst der weiseste Geist könne den Missgeburten nicht steuern, sobald er eine Körper-Welt entstehen, und nach Körper-Gesetzen fortleben geheissen habe. In diesen Gesetzen liegt der Keim der Ausartungen, welche die menschliche Vernunft tadelt, die aber keine Vernunft und keine Macht verhindern wird. Hört der Mensch einmahl auf, in dem Wirken der Natur nach vernünftigen Zwecken zu suchen, so geht das vernünftige Forschen und Wissen zu Ende, und alles Denken, Meinen, Behaupten wird Verworrenheit und Wahnsinn." AWS behauptet, Buffon sei nie außer FR gereist, wollte sagen: "dieser Franzose war lange kein deutsches Gemüth, das nach dem Unendlichen strebt, sich hinauf in das weite Blau des Himmels sehnt, und unter gewissen Umständen als Gesellschafter fremde Länder bereiset." -wußte er nicht, das Buffon mit 19 nach IT reiste? danach nach London?; verbilddete Weiber; AWS wird Buffons Styl nie erreichen; "Auffallend ist es, dass ein Mann der im Jahre 1799, als eines der frechesten Bücher, die Lucinde erschien, gegen diese unsittliche Raserey kein Wort erinnerte, jetzt sich so geschäftig zeigt, die Schwächen des Grafen Büffon hervorzuheben." -Wir empfehlen AWS Reise nach Montbard von Héraut-Sechelles nachzulesen; |
*Lied AWS S.70: "kranken Phantasien und abgeschmackten Reimen"; demggü Blumenstrauß-Gedicht von Collin "klar und sinnvoll"
*zu Shakespeare *Mohren weiß waschen
*kurze Nachrichten: die über Werner gefiel uns am besten; "Einzelne Närrinnen gibt es wohl, ihre Zahl wächst sogar mit jedem Tage; aber es gibt der vernünftigen Frauen zu viele, als dass die Affectation und Verschrobenheit allgemein werden könnte. Die Zeit und die ruhig fortwirkende Vernunft werden uns endlich auch von diesem Uebel befreyen."
*Diverse Schriften anläßlich Errichtung J2-Statue (ua Haschka) (136) | ua: elendes poetisches Produkt von Michael Maximilian Hainzmann kk nö Bankal Administrations-Assessor 1807: "mit Kienruss auf Löschpapier gedruckt": Haschka: nicht ohne poetisches Verdienst, manches beleidigt aber.

Oktober 1808
*Benditsch St.: Topographische Kunde von der Hauptstadt Grätz 1808 (162-169) "Die Topographie ist in unsern Zeiten beynahe gänzlich vernachlässigt worden. Freylich fordert vielleicht kein Fach der Wissenschaften so unermüdetes Zusammensuchen, so anhaltenden | Fleiss, so pünctliche Genauigkeit in den Details, und so vielfaches Zusammenwirken meherer Kräfte; aber unser Zeitalter, das nur da zu seyn scheint, um aufzbauen, nicht um Materialien zu sammeln, das nur grosse Uebersichten schaffen, nicht mit anhaltendem Fleisse im Kleinen die Stoffe zusammentragen will, scheint der Topographie nichts weniger als günstig. Ein Haupthinderniss der Bearbeitung dieses Faches ist wohl das geringe Interesse, welches sie für die Bewohner anderer Länder hat, als für welche sie geschrieben ist. Die Buchhändler verlegen sie nicht gerne, weil sie dabey nicht ihre Rechnung finden, und die Authoren bearbeiten sie nicht, weil ihre Arbeit nicht bezahlt wird. So bleibt einer der wichtigsten Zweige der Landeskunde ohne Cultur, und der Mangel derselben wird immer fühlbarer, je mehr man sich die einzelnen Theile des grossen Staates kennen zu lernen bestrebt, in dem man lebt und wirkt. Vielleicht hat kein Oesterreicher (im weitesten Sinne des Wortes) den Mangel an guten Topographien einzelner Länder und Städte so sehr gefühlt, als Recensent. Nie spürt man denselben mehr, als wenn man eine Arbeit vor sich hat, bey der man sich auf Hülfsquellen stützen, und aus ihr einen grossen Theil jener Nachrichten schöpfen soll, deren Zusammensetzung das Ganze bildet, das man bearbeitet. Nie erfährt man den Mangel an topographischen Nachrichten über das österreichische Kaiserthum mehr, als wenn man die Mühe auf sich genommen hat, eine Geographie desselben zu bearbeiten, da viele Provinzen noch wahre terrae incognitae sind, wie z. B. Pohlen, die ungrischen Grenzländer u. s. w. viele nur zum Theile bekannt sind, wie Oesterreich ob und unter der Ens, Kärnten, Krain, Görz, das Gebieth von Triest, Mähren. Schlesien, grossen Theils auch Ungern, Kroatien und Slavonien, und nur wenige Länder sich einer etwas bessern geographischen Schilderung rühmen können, worunter ausser Steyermark, Böhmen und Siebenbürgen vorzüglich Salzburg oben an steht. Nicht bloss die zahlreichen Reisenden durch dieses Land, worunter doch immer Moll, Vierthaler, Schultes und Chevalier de Brey die achtungswürdigsten sind, haben dieses Land so datailirt beschrieben, sondern selbst der unvergessliche Hübner und Kleinsorg haben dieses Feenländchen durch ihre Werke berühmt gemacht, um die alle anderen Länder das schöne Salzburg beneiden müssen. Böhmen hat durch Schallers Topographie, durch Müllers Geographie und durch mehrere frühere Werke bereits Materialien genug, um sie einem künftigen Geographen als hinlängliche Hülfsmittel anzubiethen, und Siebenbürgen hat an seinem Leberecht, und auch zum Theile an Marienburg, vereint mit der Recension des erstern in unsern Annalen (Aprillheft von Jahre 1808. S. 175) Männer, die ihrem Vaterlande in mancher Hinsicht achtungswürdig seyn müssen. Was endlich Kindermann und Sartori für Steyermark thaten, kann nur der beurtheilen, welcher dieses Land, und die Arbeiten jener Gelehrten über dasselbe kennt. Wenden wir uns zu Oesterreich unter der Ens! Hat es auch nur eine mittelmässige Specialgeographie? Wäre nicht der alte ehrliche P. Fuhrmann, Weiskern; de Luca; der Verfasser der mahlerischen Streifzüge in die interessanten Gegenden um Wien, und das zahlreiche Heer der norddeutschen Gelehrten, die von Zeit zu Zeit auf der Donau herab nach Wien schwimmen, um Lügen und Irrthümer über die österreichischen Staaten drucken zu lassen, wären diese wenigen nicht, die aber noch bey weithem die Geographie des Landes unter der Ens nicht vorbereitet haben, so würde dasselbe gänzlich verwahrloset worden seyn. In einem Lande, das die Haupt- und Residenzstadt in seiner Mitte hat, wo sich Menschen von mancherley Kenntnissen und Eigenschaften sammeln, sollte man doch vermuthen, dass mehr für den geographischen Zustand desselben geschehen sey: allein vergebens. Noch ärmer ist das Land ob der Ens. Das einzige, was Fuhrmann und de Luca in seinem geographischen Handbuche und in seiner Landeskunde von Oesterreich ob der Ens geliefert haben, ist einer Bemerkung werth, und Rec. kann noch mit Vergnügen beysetzen, dass die Geographie des Traun- und Hausruckviertels einen bereichernden Beytrag erhalten werden, wenn Hr. Dr. Sartori in Wien die Beschreibung seiner Reise, an welcher, wie Recensent gewiss weiss, derselbe arbeitet, drucken lassen wird. Eines der am meisten verwahrloseten Länder ist Kärnten. Schultes mit seiner vortrefflichen Glockner Reise, Mayer mit seiner ärmlichen fragmentarischen Topographie und Statistik von Kärnten, und der Verfasser der Reisen durch das südliche Deutschland haben dieses Land, das so viel werden könnte, und leider! so wenig ist, allein ihrer Aufmerksamkeit werth geachtet. Vielleicht liefert uns auch Hr. Dr. Sartori über dieses Land | in seiner Reisebeschreibung mehrere gehaltvolle geographische Nachrichten. Krain ist in frühern Zeiten von dem unermüdeten Valvasor bearbeitet worden, später haben Hacquet und Linhart einige geographische Daten geliefert; erst in der gegenwärtigen Zeit hat Hoff ein statistisches Gemählde von Krain geschrieben, das aber mehr geographische als statistische Nachrichten enthält. Görz ist beynahe noch ganz unbekannt, und das Gebieth von Triest besitzt ausser den Streifzügen durch Innerösterreich, Triest und einen Theil der terra ferma und ausser den Streifzügen durch Istrien nichts, was einen Geographen oder Topographen interessiren könnte. Hätte nicht Schwoy mit seinem mühsamen Werke der Topographie von Mähren aufgeholfen, und hätte nicht der Rath Andre in dem leider! zu früh eingegangenen patriotischen Tageblatte eine geographische Uebersicht dieses Landes niedergelegt, so wüssten wir von dieser Provinz gar nichts, so wie wir von Schlesien beynahe nichts wissen; denn die Topographie dieses Landes von dem Piaristen Kneifel ist wahrlich nicht dazu geeignet, den Leser mit dem topographischen Zustande dieses Landes bekannt zu machen. In Ungern haben freylich Windisch, Korabinsky, Bredetzky, und mehrere Ungern in ungrischer Sprache vieles für ihr Land gethan, aber Kroatien und Slavonien sind dennoch beynahe unbekannte Länder. Dagegen ist von den Grenzländern und von Pohlen gar nichts bekannt, und diese Provinzen des österreichischen Staates sind bisher so verwahrloset worden, als ob sie gar nicht zu der österreichischen Monarchie gehörten. Dieses Loos hat nicht bloss ganze Länder, es hat auch die meisten Städte unsers Kaiserthumes getroffen. Ungeachtet Wien eine Menge Schematismen, Wegweiser, Guides, und Beschreibungen mancher Art aufweisen kann, so hat doch fast nur die einzige Beschreibung dieser Hauptstadt von Pezzl einigen Werth, und die meisten Gegenstände, die man nicht bey diesem Schriftsteller findet, sind auch bey den übrigen nicht zu finden. Pest und Ofen sind durch ein paar Beschreibungen bekannt, die wohl die Grenze der Topographie überschreiten. Pressburg hat eine alte Beschreibung und die Schilderung, welche der Reisende von Pressburg nach Brünn von dieser ersteren Stadt machte; Schemnitz wurde durch Teleki's und Sternbergs Reisen, und Oedenburg durch Bredretzkys Beyträge zur Topographie und Statistik von Ungern bekannt. Prag hat Schallers u. a. Schilderungen, in welchen man diese Hauptstadt kennen lernen kann; Linz hat seine elende Skizze, und das wenige, was de Luca von dieser Stadt sagte; Triest kennt man aus den Streifzügen durch Innerösterreich etc. und durch Istrien etc. Ollmütz ist aus Fischers Geschichte dieser Stadt bekannt, Klagenfurt hat Schultes in seiner meisterhaften Reise auf den Glockner beschrieben, Steyer hat an dem Verfasser der vaterländischen Reise von Grätz über Eisenerz nach Steyer einen würdigen Topographen gefunden, und Käsmark an dem fleissigen Genersich. Salzburg endlich, das deutsche Florenz, was es war und nicht mehr ist, ist auch als Stadt allein am besten beschrieben. Hübner, Vierthaler, Schultes, der Verfasser der Reise durch Oberdeutschland und noch viele andere Schriftsteller und reisende Gelehrte haben dieser Stadt eine Celebrität erworben, die grösser im Auslande, als zu Hause selbst war, die noch fortdauert, während Salzburg lange nicht mehr auf jener glänzenden Stufe steht, und täglich mehr herabsinkt. Das nachbarliche Hallein ist ebenfalls durch Hübner, und Vierthaler und Schultes berühmt geworden. Dagegen haben Lemberg, Brünn, Debretzin, Krakau, Brody, Laybach, Kronstadt, Hermannstadt, Zombor, Raab, Görz, Komorn, Jaroslaw, Stuhlweissenburg, Fünfkirchen, Fiume, Semlin, Reichenberg, Iglau, Temeswar, Agram, Peterwardein, Troppau, Znaym, Teschen, Zernowicz, Lublin u. s. w. keine Topographien oder Oerterbeschreibungen aufzuweisen, und es wird wohl noch lange währen, bis sie welche erhalten werden." -Werk von Benditsch umso mehr zu rühmen; es gab von Chorherr Aquilin Julius Cäsar v Vorau | (165) va historische Beschreibung 1773, dann auch Beschreibung 1781; Kindermann 1779 Abriß STMK, 1798 Repertorium; 1792 vorzügliche Skizze von Grätz; Rec. hielt sich 16 Jahre in Graz auf und ist den STMKlern durch geographische Arbeiten über ihr Vaterland bekannt; *in 2 Etymologie behandelt: "'Für wahr, die Ausländer müssen sich nicht wenig wundern, wenn sie so manche zu Grätz, Gratz, Graz und Gräz gedruckte Bücher zu Gesicht bekommen!' Obwohl schon Grätz sagt Hr. Dr. Benditsch weder dem Sprachgebrauche der Steyermärker, noch der etymologischen Form des geistreichen und kenntnisvollen Kindermann, entspricht, so sollte man es doch beybehalten, da es einmahl angenommen ist."; behandelt sehr lehrreich HI der Slawen; | *18 und 19 wird großer Wall oder Damm erwähnt, der Graz von Eckenberger und Grätzerfelde abschneidet; "Dieser Gegenstand ist ganz neu, und noch von keinem Schriftsteller, die ihre Beobachtungen und Erfahrungen über Grätz drucken liessen, behandelt worden. Selbst Rec. muss zur Ehre des Hrn. Verfs. gestehen, dass ihm bey seinem sechzehnjährigen Aufenthalte in Grätz von diesem Walle nichts bekannt geworden sey, und dass es Hrn. Dr. B. zu nicht geringen Ruhme gereiche, denselben entdeckt, und der erste erörtert zu haben." *bestreitet Schiffbarmachung Mur, bestreitet Meinung Frhr v Liechtenstern und Sartori 25 Scharfsinn zu Steuerregulierung J2, da er da angestellt war S.71 1.Anm: "dass noch kein deutscher Naturkündige ein Land, dessen Volk und Sprache im widerlich fallen mag (das slavische), bereisen wollte"; | Rec meint, daß man erst slawisch verstehen müsse; *Bevölkerung: neuere Statistiker, auch Napoleons Bericht an Direktorium 1797: 40.000 Einwohner; aber: Konskription ergibt höchstens 32.000; | (168) *Kleidung der Frauen gelobt, Rec gibt ihm recht *"Klagen über das schlechte Pflaster" | *Vorurteile: Geschichte von Menschenherzfresser und TeufelsHI; S.212: "Erst vorige Nacht bin ich zu einer an einer heftigen Kolik und Convulsionen leidenden Kranken gerufen worden, die nach mehreren verschluckten Geistern zuletzt auch einen grossen Becher von warme Pferdspfütze wohl satturirt ausgetrunken hatte. Ein anderes Beyspiel einer neuen Cur gab mit ein Weib, welches seinem an der Kolik verschmachtenden Gemahle gerade auf den Nabel hofirte, und dadurch die Kolik auf der Stelle hob." *Krankheiten: Spökisches Pulver; Name unrecht; alchimistischer Vagabund Carastella versuchte einst, damit Glück zu machen.
*Sternberg: Reise nach UNG Bergstädte Schemnitz
*Prometheus 3. und 4. Heft (182)
*Täuschung des Gylfe: "Man findet aus den verworrenen Bildern auch keine vernünftige Idee heraus."; | für historischen Forscher aber interessant
*"In dem Gedichte - Rückkehr des Gefangenen werden den Deutschen grosse Wahrheiten gesagt. Jeder bedeutende Stand der Nation erhält seinen Verweis. Die Strafrede gegen das Volk wollen wir als Probe ausheben." (Du Volk .. dem Grab) -"Wem die Verse und Reimformen nicht gefallen, der bedenkte, dass unser Dichter, der sich Meister Eckardt unterzeichnete, dem Liede einen Anstrich von deutscher Alterhümlichkeit geben wollte, und opfere dem Eifer patriotischer Gefühle die Süssigkeit des Wohllautes." *gg Mystik, die Gefühlen unnatürliche Richtung gibt | *neueste Entdeckungen Chemie: "Die Ideen einer durchgängigen Idendität der Natur, eines ursprünglichen Dualismus der Natur (...) werden weder die Philosophie noch die Chymie weiter bringen."
*"Auf der letzten Seite verspricht jemand, wahrscheinlich sind es die Herren Herausgeber, einen ausführlichen Bericht über die dramaturgischen Vorlesungen des Hrn. A. W. Schlegel zu geben. Möge dieses mit prüfendem Verstande geschehen."
*IV.Heft | in Anzeiger: Schreiben Falk: freimütig gg Werner; kritisiert an Kleists zerbrochenen Krug Mangel der Handlung, es geht aber laut Rec auch um "ungemeine Plattheit"; zu Verfeindung in D zwischen N und S: "Ja wohl eine lächerliche und verderbliche Feindschaft. Es ist hier nicht der Ort, die Motive derselben zu entwickeln. Möchten die Deutschen sich doch einmahl als ein Volk von praktischem Verstande und redlichem Gemeinsinne zeigen, und die spitzfündigen Grübeleyen dem vereinigenden Nationalgefühle opfern. Mit welchem schmerzlichen Widerwillen sieht man eine Nation, die eine Sprache redet, die treffliche Anlagen des Geistes und Herzens hat, in geheimen innerem Zwiste ihre Kraft aufreiben!"
*Frage ob ZS "nach ihrer gegenwärtigen Einrichtung ein tüchtiges Bildungsmittel der österreichischen Nation zu werden verspricht. Müssten wir dem Urtheile vorgreifen, so würden wir sagen, dass eine Zeitschrift, in der so wenige belehrende und interessante Abhandlungen, so mancherley schlechte und unbedeutende Aufsätze und Gedichte vorkommen, zur Erreichung jenes Zweckes ganz untauglich sey. Nur das gründlich Gedachte, das Geistvolle zieht an, belehrt und bildet. Wir trauen unserer Nation so viel Vernunft und Geschmack zu, dass verworrene, schiefe Spekulationen, und läppische Reimereyen unter ihr keine Freunde finden werden." Schwierigkeiten, geschickte Mitarbeiter zu finden, bekannt; | Papier und Druck sind sehr schön.
*Plautus Lustspiele
*Ordnung der Feyerlichkeiten bey der Vermählung Franz Maria Ludovica (Hochzeit)

November 1808
*Hormay[e]r zu Hortenburg (Direktor HHStA): Minderjährigkeit, Vormundschaft Großjährigkeit
*Statistisch-historisch-militärische Darstellung Bocche di Cattaro
*Hazzi Joseph: Statistik von MAE (201) "Nicht zu erwähnen, dass der grösste Theil der Nahmen der Oerter so verunstaltet ist, dass man fast Mühe hat gleich beym ersten Anwurf den wahren Nahmen zu erkennen, so sind auch die Tabelle und die Karte sehr misslungene Anhängsel." beklagt in Vorrede, daß in ÖS "mit statistischen Aufschlüssen so viel Geheimniskrämerey getrieben werde"; aber vgl Lit in Bisingers 1. Bd Gen-Stat ÖS Kstum! weiters Schwartner, Lichtenstern; Schuldirektor André in Brünn, seine Geo von D Göttingen 1805; auch sein patriotisches Tageblatt |
*Geschichte Oesterreichs v Franz v Gretzmillern 1.H (204) | "Es muss der Wunsch jedes österreichischen Patrioten seyn, dass recht bald ein Mann von Hume's oder Müller's Talenten hervortrete, der die Geschichte der verschiedenen Völker des österreichischen Kaiserthums, in ein grosses Gemählde vereinigt, darzustellen im Stande wäre. Ein solches Werk würde gewiss sehr viel dazu beytragen, um die von Joseph - unvergesslichen Andenkens - bezweckte, in unsern Tagen so nothwendig gefühlte Vereinigung der ganzen grossen Familie zu bewirken, da nur durch ein festes Aneinanderschliessen der verschiedenen Theile die Selbständigkeit der ganzen Monarchie behauptet werden kann. Bis zu dem Zeitpuncte, da sich diess so sehnlich erwartete Genie aus der Dunkelheit der Nacht emporheben wird, werden auch kleiner Werke über die Geschichte seines Vaterlandes jedem österreichischen Bürger sehr willkommen seyn;"
*HI Heiligenstadt: | "mit seinem nichtssagenden Gewäsche" (206)
*Simonde: LW Toskana
*Janscha: Lehre Bienenzucht
*Poesien. Von einigen Freunden der Muse: ua Weschel "schaales Reimgeklingel"; "Nicht, dass die Verfasser durch das Ringen nach dem Unendlichen und den ästhetischen Unsinn der neuesten Schule verbildet wären, sondern sie sind noch zu wenig gebildet." (210)
*Rede auf J2
*Lehrbücher ÖS: Geo; *Sammlung deutscher Beyspiele zur Bildung des Styls (219) | -ua Dichtung von Schlegel drinnen! | auch Caroline Pichler; trockene biographische und literarische Notizen zu Schriftstellern; im 2.Bd Kleist und Schlegel
*Gelegenheitsschriften zu Hochzeit Franz I

Dezember 1808
*Statistik: Versuch über die jüdischen Bewohner der ös Monarchie 1804 (v Joseph Rohrer) (252) "Ein Beweis der Kultur unseres Zeitalters! In ältern Zeiten schlug man die Juden physisch todt, um ihnen ihr Geld abzunehmen; und in den neuesten Zeiten such so mancher Skribler sie moralisch todt zu erklären, (denn was lässt sich nicht alles durch einen Federzug - beweisen wohl nicht, aber diktatorisch - hinschreiben) um es ihnen wieder zu geben."; Rohrer wiederkäut abgedroschene Gemeinplätze; schrieb schon in seinem Abriß der W-Provinzen ÖS ab +Zahlen aus Liechtenstern zT falsch abegschrieben; | +Abschnitt über körperliche Beschaffenheit: Rohrer erklärt Juden für schwach und kränklich, daher zum Militärstand untauglich; -dies durch Tatsachen widerlegt; Vergleicht Juden GAL nicht mit dortigen Bauern, sondern mit Deutschen, Briten, Franzosen; viele alberne Märchen; ||| *Vorschläge am Schluß teils bekannt, teils menschenfeindlich, zumeist unausführbar
*Schütz JB: Allgemeine Weltgeschichte für denkende und gebildete Leser 1805, 2.A. 1807 (264): "Eine allgemeine Welt- oder vielmehr Menschengeschichte betrachtet das menschliche Geschlecht im Ganzen, nach seinem Ursprunge, seiner Bildung, seinen Verhältnissen, seinen Schicksalen. Ist sie zugleich pragmatisch, so lehrt sie die Triebfedern der Ereignisse, die Charaktere der handelnden Personen, die Folgen, welche ein oft unbedeutend scheinender Umstand hervorbrachte, zugleich uns kennen. Ihre heiligste erste Pflicht ist Wahrheit, und ihr würdiges Geschäft, die Tugend in ihrem Glanze, das Laster in seiner Hässlichkeit darzustellen, möge auch jene verachtet in Lumpen sich verhüllen, und dieses auf dem Thron seinen giftigen Hauch um sich verbreiten - ein edles, die Menschheit bildendes Geschäft. Kommt zu den richtig erzählten Thatsachen, zu dem Pragmatismus der Darstellung noch eine angenehme gleich einem sanften Strome dahin fliessende Sprache dazu, wer möchte einer so belehrenden, so Herz erhebenden, so trostreichen, so warnenden Erzählung nicht die Lectüre fader Romane, die in den Regionen der Einbildung und oft der Unsittlichkeit herum schwärmen, vorziehen? Sind die letzteren, je mehr sie von dem {sic!} wahren Geschichte sich entfernen, wohl etwas anders, als leichte Dunstgewölke, welche durch ihre vorübergehende Gestalt uns täuschen, und ohne eine Spur von sich zurückzulassen, in Augenblicken verschwinden? Ist jene nicht die ehrwürdige, warnende Stimme der Vorwelt, der Zuruf der Ahnen an die fernen Nachkommen, das Geständniss mancher Thorheiten, welche so manches Unheil unter Personen und Staaten | verursachten? Ist sie nicht, wie cicero irgendwo sagt (vom Redner. Buch 2. Kap. 9) die achtungswürdige magistra vitae die in der buntesten Reihe Gemählde der Unschuld und der empörendsten Barbarey, des elysischen Glückes und der traurigsten Verwüstungen, der glücklichsten Ruhe und der schrecklichsten Kriege abwechselnd darstellt? Mögen immer wenige Socrates, Aristides, Epaminondas, Trajanus, Leonidas, Zriny, Wallace u. s. w. in diesen Gemählden uns begrüssen, sie bleiben desto ehrwürdiger für alle Zonen und für alle Zeiten. An dem Altare des Vaterlandes entflammt ihr Anblik manche edle Gesinnung in dem erwärmten Busen des feurigen Jünglings, wie er mit Abscheu von den Ruinen zertrümmerter Städte und verwüsteter Länder, von aufgethürmten Leichenhügeln wilder Eroberer, und von den grässlichsten Scenen der traurigsten Religionswuth sich wegwendet. In seiner höchsten Grösse und in seiner tiefsten Verworfenheit zeigt uns den Menschen die Geschichte, die beredteste Lehrerin menschlicher Vorgängigkeit. Sehr wahr sagt der Vrf. in der Vorrede:
'Sichtbar werden die Bedürfnisse der Lesewelt edler, je mehr sich der Gang der Cultur zum besseren sich entwickelt, und das Zeitalter sich auf eigentliche Bildung neigt. Die Zeit der frühen Jugend der Literatur scheint vorüber, und mit ihr auch der Geschmack an Romanen und Mährchen zu verschwinden, die doch im höchsten Falle nur die Phantasie angenehm beschäftigen, Menschen und Menschenwirkungen hingegen immer nur so darstellen, wie sie sich in dem Kopfe eines Einzigen abspiegeln. Dringender wird daher jetzt eine zweckmässige Weltgeschichte, welche in dem Gegentheile ihre grossen Gemählde mit überraschender Wahrheit und Interesse entfaltet, den Menschen von der niedrigsten Stufe seines Werdens bis zur höchsten Ausbildung seiner Geisteskräfte, in allen verschiedenen Lagen und Verhältnissen darstellt, und so als die Grundlage zugleich die wichtigste aller Wissenschaften wird.'"
*Sartori: Fauna STMK
*zu botanischen Garten Krakau
*M v Collin: Belas Krieg mit dem Vater "mittelmässiges Ritterstück" (283)
*Negedly: Jüngstes Gericht
*Kanne: Prater und Lob des Weines
*Taschenbuch für MAE und SCL: zu Teufelsbrücke: "statt einer naturhistorisch-pittoresken Schilderung, eine sentimentale Ausströmung eines poetischen Gemüthes"; +biographische Notiz ua über Schwoy (288)

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur des österreichischen Kaiserthumes
hier Spalten, nicht Seiten numeriert

Sp1-48,97-136 fehlen in UB-Exp

Jänner 1808 {NB-Exp}
*kk theres Ritterakademie
*Beförderungen usw: per HD 30.4.1807 (Sp.29) bis dahin gewesenen Aktuar der kk Straßenbaudirection in BOE Joseph Wander v Grünwald zum kk Straßenbaudirector von BOE ernannt; geboren 21.10.1759 in Türnau Bunzlauer Kreis, schon in Jugend mit HI und Statistik beschäftigt, von Riegger zu Schriften ermuntert: Physikalische Beschreibung des bunzlauer Kreises. Preisschrift. Prag/Dresden 1786.
In Materialien zur Stat BOE: Handlungsprodukte Bunzlauer Kreis 1787; Ortsverzeichnis Bunzlauer Kreis 1787; Gränzen und Flächeninhalt Bunzlauer Kreis
In Archiv HI und Stat in BOE: Magazinierung; Rudolph II Polizeyordnung BOE; Ertrag Herrschaften Bunzlauer Kreis; Gesangbuch; Altertümer; Giftpflanzen; Kommerz Bunzlauer Kreis; Völkerwanderung |
Biographie der beyden Ritter v Riegger!
Kurze Anleitung zur Ausbesserung der Strassen auf gemeine Art, Prag 1807
als Manuskript: ua: Handbuch der Statistik von Böhmen in Tafeln
*Nekrolog Ognaz Eder v Mehoffer; Nekrolog Carl Joseph Hanzely

Februar 1808:
*Uni Wien: Personalverzeichnis
*Bisinger Prof für Statistik an theres. Ritterakademie bekam für Generalstatistik ÖS Kstum Geschenk 600 fl (Sp62)
*Miscellen: in Dorf Kál Maroscher Stuhl SIE 1807 kurz vor Weinlese (Sp68) | als freyer Szekler Graben machen ließ irdener Topf mit griechischen Münzen gefunden. Arbeiter, doe in einem der Propstey zu Neustädtl an der Wag zugehörigen Weingarten gruben, trafen einige Schuh tief in Erde "auf große Knochenstücke und besonders auf einen ungewöhnlich grossen Zahn, den man bald für einen Elephantenzahn erkannte." man entdeckte ein ganzes Skelett
*Poetische Literatur in UNG
*Antikritik von Anton Link und Replik
*Ankündigung: Versuch über die Recognoscirungen, übersetzt aus FR (Sp.96), bei Carl Schaumburg Buchhändler in der Wollzeil Nro. 821

März 1808 {NB-Exp}
*Lehranstalten ÖS
*Nekrolog Schwaldopler
*erboste Antikritik Märter zu Baumschule

April 1802
*Schreiben aus KTN 15.12.1807: Sp141 Verweis auf Kant
*Liechtenstern: zu Redaktion der Aufnahmskarten Genqmeisterstab übertragen; (Sp142) | *Schwartner
*Beiträge zum gelehrten Österreich: (Sp.152) Hormayr: Bio + Litverzeichnis
*Allg Übersicht des Bevstands NÖ und OÖ 1806 mitgeteilt von Liechtenstern (Sp.166-168)
*Ankündigung neue ZS: Vaterländische Blätter für ÖS Kaiserstaat (Sp.176): "Der Zweck dieser Blätter ist: die Bewohner der k.k. Erbstaaten mit sich selbst näher bekannt zu machen, und Vaterlandsliebe durch Vaterlandskunde zu befördern." | auch Rubrik "Geist der Zeit"; Auch Preise wie Verzeichnis der angekommenen Fremden in Wien soll hier erscheinen; | Verweis auf zu früh geschlossenes patriotische Tagblatt und Schedius ZS von und für UNG; |
*Ankündigung der Karte der MittelEU Staaten von Liechtenstern (Sp.181) Bauernmarkt Nro 620 im Cosmographischen Büreau erhältlich
*Beilage: Erwiederung zu Rez Medizinische Prager Ephemeriden 12.1807 (sa Juni 1808)

Mai 1808
*Akademie bildende Künste
*Beförderung Hormayr zu Direktor HHStA (Sp196) | "In dem Erbfolgekrieg nach Carls VI. Tode fühlte man zu spät das Bedürfniss gleicher Waffen gegen Ickstedts gelehrte Einwürfe wider die pragmatische Sanktion, und gegen des Kanzlers Ludwig Apologie für Friedrichs Ansprüche auf Schlesien, - Waffen, welche um so furchbarer waren, als damahls keine solche Präponderanz war, vor welcher Recht und öffentliche Meinung hätten verstummen müssen." Bartenstein machte drauf aufmerksam, daher 1749-52 HHStA gegründet; Rosenthal sammelte Quellen ein; unter Stadion dann neue Organisation "bey welcher die literarusche Beschreibung der vorhandenen Urkunden sowohl, als Manuskripte, nach ihrer graphischen, semiotischen, und formularen Beschaffenheit, und nach ihrer staatsrechtlichen Wichtigkeit zum Hauptaugenmerk genommen wurde, und nicht blos jene todte Ordnung, die zwar nöthig, aber auch in Kellern und Spezerey-Gewölben zu finden ist."
*Handschreiben Ehzg Carl als Lob für Hormayr (Sp.198)
*Theaternachrichten (Sp.212): da kein gutes Theaterjournal Anzeige der in Wien gegebenen Stücke

Juni 1808
*Ingenieurakademie
*Beitrag zum gelehrtenÖS: Johann Jakob Rösler: (Sp.239) kk Kreis und Schulkommissär Chrudimer Kreis: Geboren 1.8.1751, ab 1766 Studium Philo in Prag,dann zwei Jahre weg, 1772 wieder nach Prag; | erwarb sich ab 1786 Achtung bei Riegger; in Schlözers Staatsanzeigen veröffentlichte er | Darstellung der Industrieschulen in BOE 1787; in Rieggers Materialien: Grenzkarte Königgrätzer und Bidschower Kreis und andere Beitäge; in Rieggerschen Magazin für Statistik und Geschichte: Vgl über Population und Verbrechen, Charakteristik der BOE, Aufsatz über Mortalität in BOE nebst anderem von ihm; Text der Skizze einer statistischen Landeskunde BOE ist ganz sein Werk; in Rieggers Lieferungen für BOE von BOE: Menschenfreundliche Jude; Bio Martinek v Zaluzan; Dechant Röslers Obstplantagen; auch weitere Aufsätze von ihm; | selbst dort wo er als Verfasser genannt wurde, oft ohne seine Einwilligung; seine Abhandlung über die Volkstrachten in BOE Riegger gewidmet, erschien wohl wg dessen Tod nicht; |
*Franz Kurz
*Theaternachrichten
*Kunstnachrichten: "Schlegel's dramaturgische Vorlesungen in Wien.
Hr. Aug. Wilh. Schlegl ist in Gesellschaft der Frau von Stael Hohlstein in Wien angekommen, und hat hier 15 dramaturgische Vorlesungen im Saale des Hoftraiteurs Jahn gegeben, von denen wir später in diesen Blättern zu sprechen Gelegenheit haben werden." (Sp.259)
*v Pantz: Bemerkungen über Unvollständigkeit mineralogische Systeme (Sp.268f)

2.Bd

Juli 1808 {NB-Exp}
*UNG Nationalmuseum
*Theaternachrichten
*Miscellen ü Errichtung Museum in Eisenerz in STMK
*zu Gaheis-Rezension im Mai

August 1808
*UNG Nationalmuseum
*Theaternachrichten; Treitschke: Fernando und Marie
*Tänzer: Duport
*Ankündigung: FR Bibliothek, darin sollen als erste zwei Bd erscheinen Md de Stael: Corinne ou l'Italie

August 1808, Beilage: Bemerkung zu Rezension König v Leon Juni 1808, Antwort Rezensent *Erklärung des Redakteurs Sartori zu Antikritik Czamler durch Vanni *Subskriptionsanzeige Ossians Gedichte; neue Übersetzung anstelle der entstellenden von Macpherson (Sp4)

September 1808
*Lehranstalten SIE: ua Waisenhaus Hermannstadt *Lehranstalten UNG, BOE *Baron v Nolken *Dank Sumeraw an Jekel wg Werk über Polen
*Kotzebue: Unvermählte *Schiller: Kabale und Liebe *König Lear *Schiller: Karl Morr *Neubauer: Ruthards Abentheuer romantisch-komische Oper

Oktober 1808:
*Boer; Frint: Kaiser geruhte ihm "die sehr einträgliche Pfarre Laa in Unterösterreich zu verleihen" *Beidtl (Beidtel?)zu Lehrer WeltHI Lyceum Olmütz *Weindl: Anatomisch-pathologischer Zeichner, Wachspräparate Josephinu, Anatomische Tabellen (Sp 148f)

*Nekrolog Martin Rottensteiner (Sp162) "Am 8. Juny 1808 {7.6.1808} starb zu Grätz {Graz} in Steyermark Hr. Marin Rottensteiner, Rechnungsrat der k.k. Kameral. Buchhaltung im 44. Jahre seines Alters an den Folgen eines zweymahligen Sturz aus dem Fenster. Er war zu Marburg, einer Landstadt in Steyermark geboren, wo sein Vater Ledermeister war, der ihn nach Klagenfurt in die Studien gab, die er alle inclusive der Physik absolvirte. Rottensteiner kam dann nach Grätz,und hörte da das erste Jahr der Rechte, ging darauf nach Marburg und prakticirte beym dortigen Magistrat. Endlich begann die Steuer Regulirung, zu der man überall fähige Leute suchte, und wobey sich Rottensteiner ebenfalls mit vieler Geschicklichkeit und Thätigkeit verwendete. Als diese ein Ende nahm, zog man ihn, seiner vorzüglichen Eigenschaften wegen, zur Buchhalterey, wo er sich einen Schaft von kammeralistischen Kenntnissen eigen machte. Rottensteiner ward nicht nur zu den schwierigsten Geschäften verwendet, ihm wurden nicht bloss die meisten und verworrensten Commissionen übertragen, sondern er wurde seiner eminenten Kenntnisse uns seiner ausnehmenden Fähigkeit wegen sehr Vielen bey Dienstesbeförderungen vorgezogen, so dass er es bald zum Rechnungsrathe brachte, in welcher Eigenschaft er auch gestorben ist. Aber eben dieser Eifer für seinen Dienst, dieses unablässige Denken und | (Sp.163) Arbeiten raubte ihm alle Ruhe; denke man dazu noch die Einförmigkeit des Buchhalterischen Geschäftes für einen freyen umsichtigen Kopf, und die sichtbare Ueberzeugung, dass sich seine Arbeiten nie mindern würden, dies alles mochte seinen Geist drücken, und ihn zu einem Schritte verleiten, den er bey ruhiger Besonnenheit nie gethan haben würde.
Er hinterliess eine Summe barem Geldes, die immer genug gewesen wäre, ihn vor Mangel zu schützen; er hatte keine andere Leidenschaft, die sein Gemüth in solche Aufregung gebracht hätte, es war blosser Ueberdruss des Lebens, eine Gattung Irrsinn, der es ihn abkürzen hiess.
Sein Charakter als Mensch war er in jeder Hinsicht achtungswürdig. Unbefangen, bescheiden, gefällig auf einer Seite, eben so rechtlich, genau und unbestechlich auf der andern, konnte er wenig von den Ungemächlichkeiten seines Dienstes in dieser Hinsicht sagen. Er arbeitete ungemein leicht, und dennoch hatten seine Elaborate das Gepräge tiefer Einsicht, und umfassender Sachkenntniss. Als gesellschaftlicher Mensch war er gewiss eine sehr seltene Erscheinung. Verschlossen, selbst gegen seine nächsten und täglichen Umgebungen, hatte seine Zurückgezogenheit dennoch nicht den Charakter der scheuen Menschenfeindlichkeit; nur aus seinem Hange zur Satyre, der aber manchmahl in Sarkasmen ausartete, konnte man errathen, dass sein Herz etwas drücke, und dass er mit den Menschen nicht so zufrieden war, wie er es seyn sollte. Er fühlte sich zu etwas bessern geschaffen, als zum ziffern. Aber eben diese Neigung zur Satyre (so lange sie in den Schranken des spielenden Witzes blieb) unterhielt die Gesellschaft, und würzte seine Gespräche.
In literarischer Hinsicht hatte er sich vorzüglich durch seine kritischen Arbeiten bekannt gemacht, die er seit dem Jahre 1796 im Vereine mit dem bereits verstorbenen Rechnungsrathe Cajetan von Leitner, und mit dessen Bruder Aloys von Leitner in Grätz herausgab. Sie fingen an im Jahre 1796 der Grätzer Zeitung einen Anhang beyzufügen, der theils Aufsätze über Oekonomie, Technologie, Länder- und Völkerkunde, Literatur u. s. w. enthielt, theils kritische Anzeigen aller in Grätz aufgeführten neuen dramatischen Producte umfasste. Rottensteiners kritische Anzeigen zeichneten sich vorzüglich durch ausgedehnte Kenntniss der dramatischen Literatur, durch kritischen Scharfsinn, durch ästhetische Bildung und durch treffenden Witz aus. Seit zwey Jahren als er Rechnungsrath wurde, entsagte er auch dieser Arbeit, wodurch er als Geisel der schlechten | Theaterdirection (Sp.164) in Grätz und als Bildner des dortigen Geschmacks manches Gute gewirkt hatte."
*Peter Prachner 5.3.1807 (Sp.164) in Prag gestorben; eine treffliche Statue von ihm "ist bey einem auf der Neustadt Prag sub Nro 70, wohnenden Kunstliebhaber zu sehen"
*Schiller: Räuber
*Steigentesch: Sie sind verheiratet oder die Zeichen der Ehe
*Statuten Akademie bildende Künste
*Erklärung von Karl Georg Rumi (Sp 185f): ist kein Mitarbeiter der Göttingischen gelehrten Anzeigen und des Tübingischen Morgenblatts

November 1808
*Prüfungscommissäre an Lehranstalten
*Beiträge zum Gelehrten Oesterreich: zu Haenke (Sp198-205)
*Nekrolog Raymund Zobel

Dezember 1808
*Hormayr zum Zensor ernannt (Sp 244)
*Nekrolog auf Schauspielerin Bettina Roos (Sp 250ff)
*Jacob Degen: Versuch mit Flugmaschine
*Brand Quecksilberminen Idria
*Sartori unternahm Reise durch ÖS auch zum Zwecke der Völkerbeschreibung, wird demnächst erscheinen (Sp 287f)

Ankündigung der Annalen der Literatur und Kunst in dem österreichischen Kaiserthume. Jahrgang 1809. {nur in NB-Exp, an Schluß beigebunden}
"Die Annalen beginnen mit dem Jahre 1809 das achte Jahr ihrer Dauer. Keine literarische Zeitschrift in den österreichischen Staaten hat ihre Existenz auf diesen Zeitraum gebracht."; wird erweitert; Preis wird um 2 fl angehoben 10 fl in Buchhandlungen, 12 auf Postämtern


Exzerpt: Annalen der Literatur und Kunst in dem Oesterreichischen Kaiserthume 1809


Verlag Anton Doll, gedruckt bei Anton v Haykul

1.Bd

Jänner 1809
*Frint: Handbuch der Religionswissenschaften: wird gelobt
*Rumi: Populäres Lehrbuch der Ökonomie (24)
*Bertuch: Reise Thüringen Wien 1805/6 (37) Auslassungen über N-D protestantische Wienbeschreiber
*Genialitäten (40)
*Glausen: Über das Wesen der Dichtkunst
*Rede am Sarg Betty Roose (47)

Februar 1809
*Neue theologisch-praktische Monathsschrift 1808 (49)
*Adressbuch Pest (62) {Schematismus}
*Schneller: WeltHI 1.Teil Vorwelt (75-79): in Abschnitt Menschengeschlecht folgt er Meiners (78) (10 Unterscheidungszeichen der Menschen)
*Zach Hg: Monathliche Correspondenz Erd Himmelskunde (80)
*Gottlieb Hillers Reise durch einen Theil von Sachsen BOE ÖS SCL. 1807. (85-90) "Naturdichter", der sich von reichen Gönnern aushalten läßt; er vergalt Liberalität mit der er aufgenommen wurde "Mit schnödem Witze"
*Caroline Pichler: Agathokles (90)
*Schreiben an Herrn Thomas West, Hrsg des Sonntagsblattes (94)

März 1809
*Franz Xaver Rudtorffer: Abhandlung über die Operation des Blasensteines nach Pajola's Methode. 1808 (Sp.102-111)
*Joseph Frhr v Liechtenstern: Ueber die Verwaltung der Landgüter, ein Umriss der wesentlichsten Grundsätze hiezu. Mit einem Anhange einer praktischen Bibliothek für Güterbeamte der österreichisch-kaiserlichen Erblande. zweite Ausgabe Wien 1809. (113)
*Dr. Johann Burger: Vollständige Abhandlung über die Naturgeschichte, Cultur und Benützung des Mais oder türkischen Weitzens. Wien 1809. (Sp.114-122) (auch im April: 173-177)
*Fellinger: Abgerissene Scenen aus der Geschichte der Menschheit (Schöne Künste) (123)

April 1809
*Demian: Darstellung der ÖS Monarchie Kroatien/Militärgrenze (Auch Titel: Statistische Beschreibung der Militärgrenze 1.+2.Bd, 1807) (156)
*Christian Crusius Hg: Topographisches Postlexikon aller Ortschaften der k.k. Erbländer: UNG (167)
*Uklanski: Briefe über Polen ÖS usw (177)
*Schaller: Handbuch der D Dicht und Redekunst (181)

Mai 1809
*Gall/Spurzheim: Recherches sur le Systeme nerveux en general et sur celui du cerveau en particulier. Memoire présenté à l'insitut de France le 14. Mars 1808 suivi d'observations sur le rapport, qui en a été fait a cette compagnie par ses commissaires. Paris 1809 (auch auf deutsch erschienen). präsentiert März 1808 (195-210) Rez ätzt über Leichtgläubigkeit und positive Aufnahme Galls in N-D und hebt demggü kühlen FR-wissenschaftlichen Blick hervor; Berichte FR-Kommissare: Tenon, Sabatier, Portal, Pinel, Cuvier
*Joseph Blaschkowitsch: Darstellung des gegenwärtigen Zustandes der Seidenzucht in Ungern und der daraus fliessenden Hinerdnisse für das Emporkommen einer ausgebreiteten Seidenkultur in diesem Lande. Ofen 1807 (Sp.219-221)
*Zach Hg Monatliche Correspondenz
*Musen-Almanach von und für UNG 1809 Hg Kössinger (223)

Juni 1809
Rubrik Statistik:
*Versuch über slawischen Bewohner ÖS Monarchie (245-249) | von Jos Rohrer; "Die innerösterreichischen Winden unterliegen nicht, wie die Deutschen den Kröpfen, weil sie weniger heisses Schmalz zu ihren Speisen verzehren; sie sind auch schlanker gebaut."; S.44f über Wichtelzopf GAL; |
*Taschenbuch für Kauf und Handelsleute auf das Jahr 1809 Hg Joh Mich Edlen v Zimmerl; Handlungs Gremien Schema der kaiserl. Haupt und Residenzstadt Wien für das Jahr 1809 verfasst und herausgegeben von Ant Redl des k.k. priv Grosshandlungs Gremii Ansager. Mit einem Grundriss von Wien auf dem sämmtliche Comtoirs und Niederlagen der priv. Grosshändler angegeben sind. Wien, beym Verfasser in der obern Bäckerstrasse Nro. 512; 344 S Nebst dem angehängten Postbuche von 108 S. (250) -Redls Werk ist besser, | enthält im Ggsatz zu Zimmerls auch die k priv ungerische Kanal und Schiffahrtsgesellschaft; Zimmerl tw veraltet;
*Wundarzneykunde: Joseph Louvrier: Nosopgraphisch-Therapeutische Darstellung syphilitischer Krankheits-Formen (254)
*Allgemeine Erdkunde für denkende und gebildete Leser (255-260): FR Sprache S.77 gelobt (259)
*Neu bearbeitetes Post-Reisebuch von Wien nach allen Erb- und auswärtigen Staaten Europens, zum Gebrauche der neu verfaßten Postkarte. Durch den k.k. Hof Post Buchhalterey Raithoffizier Franz Landschau. Hg v Anton Redl. Wien 1805 zu haben bey Hrsg in Rothgasse Nr 522 2.Stock und J Eders Kunsthandlung am Graben 8. 131 S. (260) für Privatreisende brauchbar "nur hätte der Vrf. mehr Aufmerksamkeit auf die Orthographie der Ortsnahmen verwenden sollen, welche beynahe durchgehends ganz abscheulich geradebrecht worden sind"
*Kompendium zur Rhetorik (latein) (260)
*Wörterbuch der polnischen Sprache (264-268)
*Johann v Fejes: Ueber Recensenten und Recensionen. Kaschau 1809. (278f): Autor schreibt Rezensenten Wichtigkeit zu, für gelehrte Welt wie für Staat; "Wichtig ist der Einfluss des Recensenten, welchen der Hr. Verf. von dem durch den Staat bestellten Censor gehörig unterscheidet, auf Volkscultur, und auf den Gewinn der Wissenschaft." | "Der Hr. Verf. empfiehlt am Ende dem Redacteur einer Literaturzeitung mehr Vorsicht, und schlägt ausser der Staatscensur noch eine vorläufige wissenschaftliche Censur vor, welche über den literarischen Werth der zu druckenden Schrift entscheiden soll. Der letztere Vorschlag scheint dem Recn. Beherzigung zu verdienen, wenn nur eine wissenschaftliche Aristokratie, die sich bey solchen Collegien sehr oft einschleicht, so leicht zu verhüthen wäre."
*Predigt. Gehalten am fünften Sonntage nach Pfingsten als Aufmunterung zur Landwehre an seine Pfarrgemeinde, von Johann Buchraiter aus dem Stifte St. Florian, Pfarrvikar zu Windhag bey Freystadt. Linz 1808. (281) -mag Wert haben, da erste gedruckte, die über Landwehr handelt, ist aber von gewöhnlichen Predigten nicht zu unterscheiden; keine neue Ansicht auf moralische Pflichten, nichts besonderes in Bezug auf Rhetorik oder Ästhetik

2.Bd

Juli 1809
*Bisinger: Generalstatistik des ÖS Kaiserthums 2.T (9) -dieses Werk kann leider nicht Vorurteile gg Statistik bestreiten; Compilation; || mit Kolummnentechnik beweist Rezensent, daß Bisinger aus Annalen abgeschrieben hat || va Liechtenstern abgeschrieben |-| (20) "chaotischen Wust von Materialien"
*Waldinger, Hieronymus: Versuch einer Naturlehre und Chemie für angehende Thierärzte (22-26)
*Zach Hg Monatliche Correspondenz Erd und Himmelskunde (26)
*Colin: Bianca della Porta (31-36)
*Apollonion. Taschenbuch. 1809. bei Degen (36): Gedichte, wird gelobt
*Übersetzung v Nepos Bio v Feldherren (41)

August 1809
*Div Geistliches
*Cajetan Wanggo: Grundbuchslehre oder Abhandlung von der Verfassung der Grundbücher und von der Ausführung der bey Grundbuchsämtern vorkommenden Geschäften. 2. verm A. Graz 1808 (55-57)
*Willibald Schmidt: die Krankheiten der Harnblase .. denen vorzüglich Männer in höherem Alter ausgesetzt sind. Wien 1806 (57-64)
*Mathias Joseph Anker: Kurze Darstellung einer Mineralogie v Steyermark (76)
*Eduard Mader: Reise v BOE-Krumau durch Salzkammergut nach SBG 1807. (88)
*Dramatisches Sträusschen, ein Taschenbuch auf das Jahr 1809 (93)

September 1809
*Statistik: Versuch über die D Bewohner der ÖS Monarchie (Rohrer) (106-114) || Weiskerns Topographie von NÖ; NaturHI besser bearbeitet: "Jacquins Flora und Schultes Flora von Niederösterreich, Märters Verzeichnis österreichischer Bäume, Stauden etc., Schmidts österreichische Baumzucht, Cranz Beschreibung öster. Gesundbrunnen, Meidingers Beschreibung öster. Fische, Helbling Beschreibung der in der Wiener Gegend einheimischen Traubensorten, Hosts Descriptiones graminum austriacorum etc."; Wien: würdig va Fuhrmann, Weiskern, Nicolai, de Luca, Rohrer neueste Gemählde v Wien, Mahlerisches Taschenbuch, Spazierfahrten um Wien; für weitere Länder aufgezählt (SCL: "der verwirrte Compilator", Piaristenmönch Kneifel);
*Rumi: Populäres Lehrbuch der Oekonomie 2.Bd
*Wiener Hoftheater Taschenbuch 6.Jg 1809 (121) viel Collin; | "Ueber Fragmente, wenn sie auch so organisch wären, als sie Hr. v. Kleist im Phöbus liefert, lässt sich kein vollständiges Urtheil fällen."
*Musen, Launen, Anekdoten Hg Schilling (126)
*Glatz: Jugendschriften

Oktober 1809
*zu Statistik UNG
*Schubart: Ossians Gesdichte (164)
*ZS von und für UNG 5.Bd (184)

November 1809
*Statistik: Versuch über die D Bewohner der ÖS Monarchie (Rohrer) Fortsetzung (201-207) ||| "Dass es mit den guten poetischen Producten in Oesterreich sehr karg aussieht, ist wahr, aber ob die Bearbeitung des Niedrig Komischen so gar nichts werth sey, wie Hr. R. meint, ist eine andere Frage, die Rec. nicht gern mit ja beantworten möchte. Wir haben es hinlänglich erfahren, was Oesterreich an dem poetischen Schwulste der Schlegelschen Schule und ihrer Nachbether gewonnen hat." Rez freut, daß Gabriele von Bátsany und Carolina Pichler Gerechtigkeit widerfährt
*AWS: Vgl Phädra Racine-Euripides (220-227) "Hr. Schlegel hat in seinem Leben viel kritisirt, und wir gestehen gern, dass uns seine Kritiken zehen tausendmahl lieber sind als seine poetischen Versuche, denen es an Einbildungskraft, Gefühl und Geschmack fehlt."; nun ist das FR-Theater Ggstand seiner kritischen Bemühungen; "ob aus rein ästhetischen, oder noch anderen Antrieben, wagen wir nicht zu entscheiden"; |-| (225) Seitenhieb auf Lucinde
*Belehrung und Unterhaltung für die Bewohner des österreichischen Staats. 1809 (236) | auch über Heirat Franz

Dezember 1809
*Franz Kurz: Beiträge zu HI OÖ (17.Jh) (253)
*Rumi: Geo-statistisches Wörterbuch ÖS (258)
*Schulz: Voyage Pologne Vienne 1791,1794 (Ü aus D) (262)
*CFD Schubarts Ideen Ästhetik Tonkunst (267)
*Timoth Hermes: Briefe Erzählungen 1779-1800 (268f)
*Glatz: Jugendschriften
*Belehrung und Unterhaltung für die Bewohner des österreichischen Staats. 1809 (275)
*ZS von und für UNG (282)

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur und Kunst in dem österreichischen Kaiserthume

Jänner 1809
*Ueberischt der im österreichischen Kaiserthume im Jahre 1809 bestehenden politischen Zeitschriften und Intelligenzblätter: (Sp.1-4) am meisten gelesen Pressburger Zeitung; |
*Beförderung: Matthäus v Collin Prof der Ästhetik Uni Krakau (Sp.11)
*Bio Zeiller (Sp20)
*Theaternachrichten Nov.1808 (Sp.22)

Februar 1809
*Uebersicht der literarischen Zeitschriften und Journale in dem österreichischen Kaiserthume nach alphabetischer Ordnung, im Jahre 1809 (Sp.49-54)
ua Eipeldauerbriefe: "manchmahl äusserst fade und langweilig"; ||| Penelope (eher ablehnend); | Sammer (sehr gelobt), Sonntagsblattt "Eine Zeitschrift, ganz geeignet, durch Witz und Laune dem Publikum Vergnügen zu gewähren, und durch treffende Satyre unsere Musenjünger vor den Verirrungen der neuern Schule zu warnen. Wenn auch mancher matte Aufsatz mitunter läuft, so geben doch die übrigen dafür vollgültigen Ersatz."; Vaterländische Blätter (gelobt); | (Sp.54) Zeitung für Theater, Musik und Poesie, Zeitung für die gebildete Welt: von Bäuerle "unter aller Kritik"
*Theaternachrichten (Sp.67)
*Musiknachrichten: Louis v Bethoven (sic)

März 1809
*Landesherrliche Verordnung, das Sanitätswesen betreffed (Sp.97-104): Kuhpockenimpfung
*Kundmachung (Sp.104-106): dermalige Verhältnisse des Seehandels {Kontinentalsperre!}: fünf Preisfragen wg indischen Arzneien | (2.: Wie aus inländischen Pflanzen Campher gewinnen; 5.:wie läßt sich Opium im Inland erzeugen) Ausarbeitungen können auf deutsch, Latein, italienisch oder französisch sein; "Haben die Preiswerber ihren Nahmen und jenen ihres Aufenthaltes in einem versiegelten Zettel der Ausarbeitung beyzulegen und beyde mit einer Devise zu bezeichnen; wo sodann diejenigen, deren Schrift den Preis nicht erhält, dieselbe sowohl als der uneröffnete Zettel auf Begehren zurückgegeben, widrigenfalls aber der letztere vertilgt werden wird." Zeitfrist: letzter Dezember 1809; einzusenden postportofrei an Directorat der medizinischen Facultät zu Wien; | Entscheidung bis Ende 1810; Preis: für jede der 5 Fragen 500 Ducaten Gold
*Beförderung: von Ks: Hormayr kleine Kreuz v hl Leopoldorden (Sp.113) || *Ehzg Carl; ermunterndes Handschreiben an Hrsg Vaterländische Blätter
*Theaternachrichten (Sp.127)
*Miscellen: Gegenbauer: Meteorsteine gefallen unweit Prag in Böhmen, den 3. September 1808 (Sp.136-138); ||| Ende 1807 auf Ivantsaer Prädium in Stuhlweissenburger Gespannschaft zwei römische Säulen gefunden (Sp.139)
*Erklärung von Jakob Glatz: Hat Aufsatz in Allgemeinen Zeitung über ÖS Lit Anfang 1809 weder gelesen noch geschrieben; 22.2.1809 (Sp.139f)
*Ankündigung: Belehrung und Unterhaltung für die Bewohner des ÖS Staats (Sp.142-144)
*Ankündigung letzer Bd Hormayr: ÖS Plutarch (Sp.144)

April 1809
*Anstalt zur Erziehung und Brauchbarmachung blinder Kinder in Wien. Sp.145-152
*Theaternachrichten (Sp.182)
*Ankündigung: Fundgruben des Orients (Hammer-Purgstall) (Sp.185-192): wichtig in politischen und merkantilen Beziehungen; Wiss Aufmerksamkeit: "Besonders glaubt die jetzt in Deutschland herrschende Philosophie in den alten Lehrsystemen der Indier den Anfang und das Ende aller Weisheit zu finden. Wir sind weit entfernt, diesem Glauben zu huldigen: vielmehr erweckt es uns schmerzliche Empfindungen, wahrzunehmen, wie in einem durch mehr als tausendjährige mühevolle Anstrengungen der Vernunft erleuchteten Zeitalter die deutschen Weisheitslehrer sich bemühen, die klaren Vernunfterkenntnisse mit gehaltlosen Spitzfündigkeiten und Phantastereyen zu verdunkeln. (...) | Wenn wir uns an dem Lichte gründlicher Wissenschaft erfreuen können, warum sollen wir nach den Nebeln einer kindischen Phantasie, eines beschränkten Grübelsinnes verlangen? (...) Mittelbar führt auch das einseitige Bestreben der neuesten Philosophen zum Guten, indem der linguistische und historische Forschungsgeist aufgereitzt wird. (...) Sollte auch die Hoffnung einzelner Schöngeister, als könne der Europäer erstorbene Dichtungskraft durch indische, persische oder arabische Gedichte wieder erweckt werden, eitle Täuschung seyn, so wird die vorsichtige Verpflanzung solcher kostbaren Blüthen doch unserer Sprache und der höheren Kritik bleibende Vortheile, dem Schönheitssinne edle Freuden gewähren." | "Im Mittelalter, wo Asien in Europa einbrach durch die Eroberung der Araber in Spanien, und Europa in Asien durch die Züge der Kreuzfahrer nach Palästina, erhellte der Genius des Orients zuerst mit seiner Fackel die Finsternisse gothischer Barbarey, und milderte durch seines Odems Wehen den rauhen Anhauch nordischer | Sitte."

Mai 1809
*Vorlesungen Lycäum Olmütz: ua Ignaz Beidtel ü UniversalHI (Sp.196)
*Theaternachrichten (Sp.204)
*Monument für 1805 gefallenen General Schmidt (Sp.217ff)
*Vorstellung der Madame Hendel im Februar (Sp.220f)
*Trigonometrische Vermessung unter Leitung Mayer v Heldenfeld (Sp.222-226)
*Erfindung eines neues Reisebarometers (Sp.229-231)
*Hänke (Sp.237)

Juni 1809
*Nekrolog Schiffermüller (Naturforscher) (Sp.263)

2.Bd Intblatt

Juli 1809
*Bio Kindermann (Sp.19)
*Bio Jakob Glatz (Sp.23-30)

August 1809
*Bio Rautenstrauch (Sp.88)
*Bio Pelzel (Sp.89)

September 1809
*Cosmographisches Institut Wien 1786-1810 (Sp.97-124): Liechtenstern, Statistik, Kartographie!

Oktober 1809
*Sartori: Fragment Reise durch ÖS: geht va um ländlichen Aberglauben (Sp.145)
*Nekrolog Leopold Graf v Perchtold (dh Berchtold) (Sp.166-168) 26.7.1809
*Bisinger: Rüge (Sp.183-187): gg Schmähschrift Annalen Juli 1809 S.9-20 28.8.1809
*Buchhändleranzeigen: Blüthen aus den Gebiethe der Lebensphilosophie: Wieland Goethe Schiller Lessing Klopstock Herder (Sp.187f)

November 1809
*Bildbeschreibungen
*Pränumeration auf Gedichte Gaheis (Sp.234)

zwischen Spalten 240 und 245, dh dem Dezember 1809 voran:

{in Frakturschrift!!} "Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes. Jahrgang 1810"
*In Zukunft soll von der inländischen Lit nur mehr das Vortreffliche angezeigt werde, von unwichtigem nur kurze Meldung im Intelligenzblatt; in Wiss kann man sich nicht einengen; Problem: "der immer höher steigende Preis ausländischer Zeitschriften"; daher soll auch Literatur des Auslands behandelt werden; | Kritiken soll zukünftig nicht so lang sein und nicht so ausschließlich für Gelehrte geschrieben sein; "damit auch der Weltmann daran Wohlgefallen finde"; ab 1810 erscheinen Annalen Ende jedes Monats, in groß Octav, "mit neu gegossenen deutschen Lettern, auf reinem Papiere, in einem geschmackvollen Umschlage"; 1.Heft jedes Jg soll mit Buld eines vorzüglichen inländischen Gelehrten geschmückt sein; Preis 15 fl, ist sehr billig; zu pränumerieren bei Buchhandlungen, in Wien bei Anton Doll; Post: 17 fl

Dezember 1809
*Sartori: Bruchstück Reise "selbst Chateaubriand" hat Natur gut geschildert; (Sp.245) (Bräuche)
*Theater in Wien (Sp.272)
*Anzeige Bücher cosmographisches Büro: ist in Bauernmarkt Nr 620 über Hauptstiege im dritten Stock (Sp.280f)

Beylage zum Intblatt Jänner 1809
*Erklärung Adam Chmel zu Kritik in Oktober 1808 S.169ff


Exzerpt: Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes 1810


1.Bd: Jan-März; Wien, Anton Doll, 1810
Vor Titelblatt: Bild des Franz Edler von Zeiller

Januar 1810
(21.5.1999)
Inländische Literatur:
*Erbauungsschriften (3)
+Predigten Michael Kajetan Hermann:
Nach Ansicht Recensent (Rec): erste Rang der kath Prediger: Waldhauser (7)
+Predigten Cajetan Nussers (15):
"Wer das Landvolk so kennt, wie es wirklich ist, wird eingestehen müssen, daß noch die krassesten Begriffe unter ihm herrschen, besonders von dem Bilderdienst und der Verehrung der Heiligen, von den religiösen Gebräuchen und kirchlichen Ceremonien, von der Beicht, von guten Werken, Wallfahrten u.s.w." daraus: "größte Unsittlichkeit des Volkes | entstehet"
*Rechtsgelehrtheit (22)
*Geschichte (27)
+Weltgeschichte von Julius Franz Schneller 2.Teil | (gegliedert nach: WeltHI StaatenHI CulturHI |-| (31) "Die Weltherrschenden Römer füllen die . 12-17. Die Nation erhob sich langsam durch eigene Kraft. Der männliche Charakter bildete sich unter den Königen. Er zeichnete sich im Innern der Stadt durch Subordination und Ordnung, in der äussern Politik durch Mäßigung und Klugheit aus." Plebejer und Patrizier, Revolution; | -"zwey Römischen Faktionen" |-| (35) "wohlthätige Revolution des Christianismus" als Gggewicht gg "wilden Toben der Germanischen und Sarmatischen Horden" |-| (39) Culturgeschichte: "Die Gegenstände dieses Abschnittes sind: Gang der Cultur und ihrer Mittheilung überhaupt, weibliches Geschlecht, häusliches Leben und Erziehung, mechansche Beschäftigungen, schöne Künste und Wissenschaften, Religion, Philosophie, Gesetzgebung und Kriegswesen"
*Physik
*Schöne Künste
*Classische Literatur

Ausländische Literatur:
*Rechtsgelehrtheit: ABG für BAY
*Oekonomie
*Reisebeschreibungen: (96): Vertraute Briefe geschrieben auf einer Reise nach Wien und den österreichischen Staaten zu Ende des Jahres 1808 und zu Anfang 1809 von Johann Friedrich Reichardt, 2 Bd, 1.Bd Amsterdam, 470 S: | alle angesehen Häuser, Künstler, auch nur halb bedeutsche Männer und musikalische Damen genannt; "Wien hat von jeher das Schicksal gehabt, immer excentrisch von norddeutschen reisenden Gelehrten geschildert zu werden. Man denke nur an Nicolai, Arndt, Hiller u. s. w. An Bösartigkeit und an der Sucht, Fehler an den Wienern zu entdecken" kömmt Reichardt nicht gleich; | lobt fast Wien zu sehr, als ob gute Aufnahme in Wien ihm Briefe diktiert hätte; | viele Daten unrichtig (Gemahlin des Grafen Fries keine Prinzessin v Carolath, sondern von Hohenlohe); 1808 war Regiment in Wien nicht | Neumeister, sondern Deutschmeister; Frhr v Spielmann war nie Finanzminister; Hormayr und Collin waren nie im Kriegsdepartement angestellt; | (101) immerhin erwiderte er freundschaftliche Aufnahme nicht mit Undank; wenn er wieder kommt, wird er wieder gutmütig aufgenommen; "Wir freuen uns, bey dieser Gelegenheit seine deutsche Redlichkeit und Treue mit österreichischer Geradheit erwiedert zu haben" auf 2.Teil mit Vergnügen gewartet.
*Schöne Künste: Göthes Goethes Wahlverwandschaften (102) -Erwartungen nicht erfülltt
*Almanache
*Taschenbuch für 1810: (126) Jean Paul
*Urania: (127) Theodor Körner, Varnhagen
*Kriegs-Kalender: Jean Paul (135)

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur und Kunst
Jänner 1810
*Inländische Nachrichten: Franz Edler von Zeiller (137) |
*Beförderung: Hormayr, Collin (140)
*Nekrolog (141): Melchior Edler von Birkenstock 30.10.1809: | 1768 in Staatskanzlei angestellt; sollte 1771 durch D reisen, um Lehranstalten zu besuchen; bei Rückkehr | mit Zensur beauftragt {nichts weist auf Romantik hin}
*Bildende Künste in Wien (148) Franz v Zauner
*Übersicht der theatralischen Erscheinungen Wien bis Ende Jänner 1810 (162)
*Ausländische Nachrichten
Nekrolog:
Johannes v Müller 29.5.1809 (169-170) geb Schaffhausen 3.1.1752; | 1791 Geh. Staatsrat, 1793 wirkl Hofrat, 1800 1.Custos der Ks Bibliothek; 1804 nach Berlin, 1806 zu Kaiser von Frankreich. {relativ kurz, knapp über eine Seite!}
*Schlözer (170) || kam nach St Petersburg wieder nach Göttingen; "Was er von nun an hier durch Wort und Schrift wirkte, steht als ein heiliges Vermächtniß, der Mitwelt und Nachwelt heilig in die Seele von einer Myriade edler Männer geschrieben, die, einst in Göttingen | seine Schüler, Bewunderer seines höchst lebendigen witzblitzenden originellen Vortrags waren." | "Seine kaustischen Anmerkungen, seine mit derber Solidität ausgesprochenen Urtheile machten ihn furchtbar, und den Windbeuteln, die er gern entlarvte, zu einem Schreckbild, aber der akademischen Jugend war er ein Gott. Sein Hörsaal faßte oft die Zuhörer nicht. Auch waren darunter nicht selten Zuhörerinnen." | Unart: Tabakrauchen; "Er war ein Deutscher Mann, mit deutscher Kraft und Gründlichkeit, die man oft Mikrologie schimpfte, indem man doch dabey vergaß, welche Masse er zugleich umspannte, und welche Nenner aus diesen kleinen Zählern hervorsprangen." |
*Unterrichtsanstalten (177)

Februar 1810

Inländische Literatur:
*Erbauungsschriften
Frint: Geist des Christenthums von seiner wohlwollenden Seite, 1808 (beklagt Fehlen des Gebets in Familie)
*Arzneykunde
*Statistik: Liechtenstern: Stat Übersicht EU Staaten 1807; Liechtenstern: Stat Übersicht ÖS Erbkaiserstaat 1807; Liechtenstern: Stat Übersicht ÖS Kaiserstaat 1809; Vergleichende Uebersicht, des Arels und der Volksmenge ÖS, FaM 1809 (208-217)
"Und was hat nicht Oesterreichs allgeliebter Erzherzog Johann für die Länder- und Völkerkunde dieses Staates gethan! (210) Rastlos und keine Beschwerde scheuend durchstieg Er die höchsten Alpen Oesterreichs, durchforschte überall mit eigener Ansicht die Natur und die Menschen, ihre Sitten, Gebräuche, ihren Charakter und Handlungsweise, sammelte so die herrlichsten Daten und wird der Welt ein Werk übergeben, welches das schönste Denkmahl eines Prinzen ist, der die Wissenschaften eben so sehr achtet | und schützt, als er die Unterthanen Seines Erlauchten Herrscher-Hauses mit Liebe umfaßt.
Die vorliegenden Werke sind nach Schlötzers [Schlözers] Wunsche alle in Tabellenform bearbeitet, da keine andere Darstellungsweise statistischen Nachrichten so zusagt, wie diese." -Angaben von Liechtenstern, "Die ganze Uebersicht besteht aus nicht mehr als zwey Bogen. Dennoch vermißt man an ihr nichts, was zu einem schnellen Ueberblicke erforderlich ist." |-| (215) "Daß Hr. Baron v. Liechtenstern in dieser statistischen Darstellung nicht übertrieben habe, dafür ist dasjenige Bürge, was das Land und | Volk der österreichischen Staaten in dem letzten Kriege geleistet haben.
Die schönen und gesegneten Provinzen Oesterreichs haben Hülfsmittel genug, die momentanen Uebel eines schnellen, vorübergegangenen Krieges bald wieder zu heilen. Oesterreichs väterlicher Monarch wird dasjenige, was zum Wohle seiner Völker in der Länderverfassung, an den verschiedenen Branchen der Administrationen, für den Cultus, für das Erziehungs- und Unterrichtswesen, für die Aufklärung und das Fortschreiten seiner Unterthanen in den Wissenschaften und Künsten nöthig ist, mit weiser huld verfügen. Denselben eine anständige Geistesfreyheit gestattend, wird Er sich überzeugen, daß nichts die Liebe des Volkes zu einem Monarchen mindern könne, der stets das Wohl seiner Länder als die innigste Angelegenheit seines Herzens betrachtete, und mit dem redlichsten Willen zu befördern suchte."

*Diplomatik
*Naturlehre
*Reisebeschreibungen
*Schöne Künste: +Neoterpe, +Joseph Richter: Gedichte
*Slavische Sprachkunde: Grammatik der Slavischen Sprache in Krain, KTN und STMK 1808 (Kopitar)

Ausländische Lit
*Gottesgelehrtheit
*Statistik: SBG und Berchtesgarden Hg Koch-Sternfeld Joseph Ernst
*Ästhetik: Lehrbuch der Ä, Aloys Schreiber 1809; Mimigardie (306f): Hg Friedrich Raßmann, wird kritisiert "zwar viele neue Dichter, aber wenig neue Gedanken und Bilder" "Ein großer Theil der Lieder ist matt, ein anderer wahnsinnig - fantastisch" (306)
*LiterarHI: Gedächtnisrede auf Johannes v Müller (307-322) (darin positiv zu Jean Paul 317f)

Intelligenzblatt:
Nekrologe: Gaheis
*Bio: Obradowitsch
*Bildende Künste: Fanz Caucig
*Bemerkung zu Rezension 8.1809: Wanggo: Von der Verfassung der Grundbücher

März 1810

Inländisch
*Gottesgelehrtheit (hier ua: Religionsunterricht gefordert)
*Geschichte: Biographische Darstellungen der größten und ausgezeichnetesten Männer.. Wien 1808
*Slawische Lit: Slavin von Dobrowsky 1806 (1.Teil 424-440)
"(Ist nicht schon jetzt das slavische Volk, da es nur noch so zu sagen, der Knecht unter den Europäern ist, nebst dem Italiäner das musikalischeste auf Erden?)"
Mannigfach sind die Ursachen, die die Entwickelung des Slaven bisher zurückgehalten haben; vor allen lange Knechtschaft, fremde Beherrschung, Zerstückelung und dadurch Fremdmachung der Brüderzweige unter einander. (So wie jedoch kein (426) | Unglück ohne Glück, so hatte auch die Zerstückelung diese gute Folge, daß nun beynah alle slavischen Haupt- und Unterdialekte zugleich, wie einst die griechischen geschrieben und bearbeitet werden: jeder derselben hat beynah seine gedruckte Grammatik, sein Wörterbuch und seine Bibel-Übersetzung aufzuweisen! Welcher Schatz für gründliches Studium der slavischen Sprache! Wie unverzeihlich vernachlässigen dagegen die Deutschen ihre Mundarten, gleich als ahneten sie die beschämenden Vorzüge mancher derselben vor der herrschenden Schriftsprache.)" *Verweis auf Schlözer || *Slawin soll fortlaufende ZS für alle Slawen sein; |-| (435) Begriff Illyrer

Ausländische
*Politik: Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland 1809 (452-457): | (453) "Dieses Werk ist in ästhetischer und in historisch-politischer Hinsicht, also doppelt interessant und trefflich" erhaben wie Young in Nachtgedanken, nur "geistreicher"; | "Er überblickt die Erde; aber Deutschland und sein Schicksal liegen ihm nahe vor allen Ländern, nahe an seinem hochschlagenden Herzen." zugleich aber größte Freimüthigkeit, erkennt Gebrechen des Vaterlandes; "Seltner Scharfsinn der Bemerkungen, höchst überraschende Zusammenstellungen und geniale Blitze beleben das Ganze; nur wenige trübe Bilder und verworrene oder zu gehäufte Ideen drängen sich hier und da verdüsternd hervor." | klagt über Irreligiosität, schildert D und FR Nationalcharakter, Kapitel "Kriegserklärungen gegen den Krieg"; | Vorschlag zu politischen Trauerfesten, Ursachen der ggwärtigen Lage D, Kap mit Aufschrift "Vorschlag eines neuen Gesandtenpersonale, das beynahe unentgeltlich schreibt. Als dieses empfiehlt er den Fürsten, die Schriftsteller, welchen bisher nichts fehlt - als Introducteurs." | (457) "Und so durchschreitet Jean Pauls Riesengeist, groß selbst in seinen Irrungen und Fehlern, immer neue Bahnen."
+Politisches Journal 1809
+Stiller Friedrich: ÖS politisches Verhältnis 1809: "seichtes Gewäsch"
*Statistik: Kaffka: Rußland 1808; Demian: Tableau geographique (UNG ua): Demian wird nicht bloß in FR, auch in N-D als statistischer Schriftsteller geschätzt, aber dies ist "Symptom ihrer Unkunde" (469); "aber was von Uebersetzungen statistischer Werke in einem Land zu halten sey, dessen Schriftsteller die eigene Statistik ihres Landes, trotz den grossen Ideen ihres Kaisers und den Bemühungen der Regierung, so nachlässig und leichtfertig behandelt haben, läßt sich nicht schwer entscheiden." (470)
NaturHI
*Reisebeschreibungen: Paris
*Schöne Künste: Langbein: Sonderling und seine Söhne; Wagner Ernst: Ferdinand Miller; Jean Paul Hg: Glaube Liebe Hoffnung 1809: (502-504): Betrug, schickt Leser in April; zweiter Betrug, daß es nur ein Teil ist; "unwahrscheinliche Zusammenstellung von Abentheuern" (503) {kommt schlecht weg}

Intelligenzblatt
*Landkartenwesen ÖS (ua: Karte OÖ, die in 1770ern von J2 in Auftrag gegeben wurde; viele fehlerhafte Ortsnamen) (515)
*Theaternachrichten Wien Feb 1810 (537)
*Aufruf an Ärzte gg Ammenmärchen ua von Schwertschluckern (550f) (Medizin)

2.Bd.

April 1810
Inländische Lit
*Pfrogner: Ursprung des Guten und Bösen (22)
*Der Leser in romantischer Gegend oder etwas zum Zeitvertreib Prag 1809 (47) "Durch das weise Gesetz unsers Monarchen, das dem Roman eine ernstere und würdigere Tendenz anbot, als die Dichter dieser Art vorher geliefert hatten, wurden die schwächern von der | Arbeit nach einem so edlen Ziel zu ringen, abgeschreckt, die Zahl der schlechten immer geringer." {Zensur?}
Ausländische Lit
*Minerva. 1810 2.Bd (65) Hg J.W. | v Archenholz || ua ü: Akademie und Conscription (für Beschränkung des Studierens junger Leute aus niedern Ständen) || (70) 1809 Dezember || II Über Auswahl zum Soldatenstand III zwei ganz entgggesetzte Urteile über ÖS Monarchie | VIII. Betrachtungen v Zimmermann "(Wahr und abkühlend für manche politische Schwärmer, die in der deutschen Verfassung ein non plus ultra sahen! Folgende Stelle verdient herausgehoben zu werden: 'Der letzte Feldzug Oesterreichs, so ruhmvoll wie unglücklich endend, hat des wahrhaft Grossen und Erhabenen in reicher Fülle zu Tage gebracht. Keine Unternehmung der letzten Jahre ist mit solcher Energie, mit so mancherley weisen Vorkehrungen, mit so redlichem Sinne, mit so vieler Herzlichkeit begonnen worden; nirgends hat sich die ungeheuchelte Liebe und Bereitwilligkeit der Unterthanen so thätig bewiesen;'" ÖS "überwunden, aber nicht entehrt" | "Mit Recht legt der Verf. den größten Werth auf deutsche Sprache und Literatur als den wichtigsten noch gebliebenen und zu bewahrenden Schatz der deutschen Nation. 'Unsre Literatur sagt er, ist ein Museum, in welchem die Werke des Geistes, aus jedem Zweige der Wissenschaft, für alle Völker und alle Zeiten aufgestellt sind, Das ist einer der erhabensten Charakterzüge deutscher Art und Sitte, daß sie mit einmüthiger Selbstverläugnung und aufopferndem Enthusiasmus, was irgend im Gebiete der Wissenschaften, auch in den verborgensten Winkeln der Erde, geleistet worden ist, hervorsuchen, zusammenstellen und ordnen, und der Nachwelt aufbewahren. Es ist sehr irrig zu glauben, daß gerade dadurch deutsche Originalität verloren gehen müsse, da eben diese in der freyen Thätigkeit des Geistes besteht, womit der manigfaltigste Stoff, wie ihn das Inland und Ausland darbietetm, verarbeitet wird.'"
*Reinbeck: Erzählungen
*Krummacher: Parabeln

Intelligenzblatt April 1810
*Sartori zum Bücherrevisor ernannt (112)
*Nekrolog: 11.1.1810 Joseph Köderl Bücherrevisor bei Zensur (112) || in Nachruf der vaterländischen Blätter 6.3.1810 Nr 60 und 61 heißt es, daß er Foote und Calderon besonders schätzte; "Wir glauben dieß nicht; so wenig, als es uns bekannt ist, daß 'Ossian, sein Liebling, ihn auf seinen einsamen Fußreisen in romantisch wilde Gebirgsgegenden immer | begleitet habe,' wie in einer andern, übrigens wohl gerathenen Charakteristik unsers Freundes (Oesterreichischer Beobachter, Beylage Nr 5.) gesagt wird."; seine Lieblinge waren Shakespeare, Hume und Swift; Calderon hat er kaum gelesen, dafür Cervantes "In kritischer Absicht beschäftigte er sich ziemlich lange mit Ossian, wir wüßten aber nicht, daß er dieses räthselhafte Product der Imagination und Empfindsamkeit beträchtlich über seinen Werth geschätzt hätte."; weiters liebte er Machiavelli und Hobbes; | "In den letzten Augenblicken des Bewußtseyns stellte er, mit der größten Gemüthsruhe, Beobachtungen über einen Hang zum Schwärmen an, den er, seinem Ausdrucke nach, in seiner Gedankenfolge bemerkte; - es war das zunehmende Delirium des Fiebers, das ihn schnell tödtete."
*Nachrichten von Hänke (Haenke)
*Theaternachricht Wien März 1810
*Rumi zu Rezension seines geo-stat Wörterbuch in Annalen Dezember 1809
*zu Richter-Grecourt
*Ankündigung dritter Jg Vaterländische Blätter (148-154) Durch Krieg unterbrochen; "Die Tendenz derselben vertrug sich nicht mit dem Einfluße eines fremden Geistes, und so mußten sie in dem nähmlichen Augenblicke stille stehen, als ihrem ersten und höchsten Zwecke ein feindseliges Interesse entgegenstrebte." nun wieder fortgesetzt; | Mitarbeiter (in Anmerkung: "Nur bey wenigen Aufsätzen haben die Verfasser sich genannt." vorzüglichste sind: Andre, Benigni (HKR-Concipist), Berndt, v Berzeviczy, Bisinger, Bredetzky (Superintendent Lemberg), v Brenner, Chotek, Collin, Cornova, Czikann, Debrois, v Dietrichstein, Ellmaurer, v Engel, Fejes, Glatz, v Gönner, Griesinger, v Hammer, v Hauer, Herz Homberg, Hormayr, | Hofer, Jasnügger, Joris, Klein, Köderl, Kolbielsky, Kraise, Kueffner, Lehmann, Meidinger, Mosel, Neustädter, Petrasch, Caroline v Pichler, Pidoll, Portenschlag, Pratobevera, Niedler, Rösler, Rohrer, Rupprecht, Sartori, Schedius, Schwartner, Sonenfels, Sonnleithner, Stelzhammer, Trautmann, Unger, Vierthaler, Watterroth (Wattenroth?), Wilfling, v Zeiller) "Verein zur Beförderung des Guten, des Schönen und | Gemeinnützigen im Vaterlande"; Redaktion hat Zutritt zu Quellen, die sonst verschlossen
Ausländische Nachrichten: Schulen, Bibliotheken, Museen FR

Mai 1810
*Dobrowsky: Slavin (237)
Ausländische Literatur
*Heeren: Handbuch der Geschichte des EU Staaten-Systemes, Göttingen 1809 (263-275) |-| (271) Polemik gg folgende Stellen will Rec anderen überlassen: "S.449 'Ueber keinen Hauptstaat Europa's ist es schwerer ein allgemeines Urtheil zu fällen, als über Oesterreich, weil nicht nur so wenig Allgemeines da ist, sondern auch dieß wenige Allgemeine meist im Dunkeln liegt. Flächeninhalt und Bevölkerung an Menschen und Vieh wissen die Statistisker genau, schon bey den Finanzen stocken die Angaben (welcher Unterrichtete wird ihnen glauben?) Was könnten sie uns vollends vom innern Geiste der Administration sagen? {kein Schließen Anführungszeichen}
Was der Vrfd mit diesen Worten sagen will, das macht eine andere Stelle S. 413 deutlicher.
'Die materiellen Kräfte der Staaten erhielten immer mehr ausschliessend einen Werth in den Augen | der practischen Politik, und Quadratmeilen und Volkszahl wurden der Maaßstaab des Glücks und der Macht. Nie arbeiteten auch so, wie hier, die Schriftsteller den Practikern in die Hand. Was rechneten die Statistiker nicht aus? Und was war bequemer für die Geschäftsmänner? Auf einem Blatte hatten sie ja den ganzen Staat vor sich! Gibt es in dem ganzen Gebiete der Wissenschaften eine einzige, die zu einem so ganz hirnlosen Machwerk herabgewürdigt wäre, als die Statistik? Ist Angabe der Zahl von Menschen und Vieh, ist überhaupt Zerlegung des Staatskörpers schon Kunde des Staats? So wäre auch der Anatom ein Menschenkenner, weil er Cadaver secirt! {kein Schließen Anführungszeichen}
Wahr ist es, daß die österreichischen Statistiker nirgends magerer sind, als in der Darstellung der Staatsverwaltung und ihres Geistes. Und dennoch: Mens agitat molem!" |
Noch eine Stelle ist uns aufgefallen: (273) | S.443: nach Hubertusburger Frieden entfalteten sich Segnungen der freien Föderationsverfassung, "'Bey dieser politischen Mannigfaltigkeit blühte die Cultur deutscher Nation so schnell und vielseitig auf, wie bey keinem andern Volke; doch behauptete das Wissenschaftliche stets den Vorsprung vor dem Schönen. Aber ihre Literatur blieb dafür auch ihr Werk: nicht von oben herab ward sie gepflegt, sondern von der Nation selbst. Eben deßhalb ward sie unausrottbar. Sollten je die Europäer wieder Barbaren werden: so sind die Deutschen die letzten.'" "'Während jedoch Ausbildung der Sprache und Literatur die Nation vereinigte, ward das politische Band, das Alle umschlingen sollte, immer schlaffer.'"
*Laborde Alexander: Wegweiser durch SP (278-294) | SP durch neueste Zeitereignisse selbst für Cosmopoliten hohes Interesse
*Chateaubriand: Les martyrs (295-308) "vortrefflichen Geist des Christenthums" {Buch}; dieses Werk aber "minder fleckenlos"; | Darstellung der griechischen Natur verfehlt; er nennt Werk Epopöe, bei Franzosen ist aber epische und romantische Form nie genug geschieden; | "Auch ist dies Werk wirklich zu christlich gearbeitet"; eher aus Gesichtspunkt des Romans zu beurteilen
*Kunz v Kaufungen Trauerspiel (308)
*Almanach aus Rom für Künstler 1.Jg Hg F Sickler C Reinhart (309) | Verfasser zieht Zushang Kunst-Religion
*Morgenblatt für gebildete Stände 1810 (317) || Unerhört in Beilage zu Intelligenzblatt N 1 schreibt Christoph v Aretin: Haß gg protestantische N-D Gelehrte; Februar: | Correspondenznachrichten aus Wien: "meistens wahr, interessant und fern von kleinlicher Klatscherey" Bitter der Angriff von Lt Varnhagen gg Buchhändler Geistinger; | Aretin wurde verklagt
*Neue Berlinische Monathschrift (321) | Jänner: Gedanken über Notwendigkeit historischer Studien bei philosophischen, ist gg neumodische Philosophen gerichtet, die alles aus sich selbst construiren

Intelligenzblatt
Inländische Nachrichten
*Anzeige Bibliothek der Märchen (357) Beginn mit 1001 Nacht
Ausländische Nachrichten
*Franz Piranesi tot (367)

Juni 1810
*Vaterländische Blätter (443) 1.-2.Jg | -Lob |-| (448) "So werden die Bürger eines Staates über die Wesenheit und eigentliche Existenz ihres wahren Wohls und Wehs aufgehellt, so lernen sie Vorzüge und Bedürfnisse ihres Vaterlandes kennen, so dringen sie nach und nach in den Geist ihrer Regierung ein, so lernen sie beyde lieben und hochachten, weil sie beyde näher kennen, so verschlingt sich das schöne Band enger, das den Fürsten mit seinen Unterthanen verbinden soll." 1.Nr zu Berchtesgaden, wohl v Michael Vierthaler; | "Einer der wichtigsten Aufsätze dieser Blätter": unstreitig in Nr II und III "Bemerkungen über die natürliche Beschaffenheit und den Culturstand des Marchfeldes und seiner Bewohner" geschrieben 1805: |-| (453) in Nr 4 Forsetzung des vorhergehenden Aufsatzes; "Er enthält die Ursachen der geringen Cultur der Bewohner des Marchfeldes. Zum Theil hat an derselben auch die Vermischung | der Deutschen mit Slaven Schuld. Aber ein hauptsächliches Hinderniß derselben ist die Natural-Robboth. Zu dieser eben nicht vortheilhaften Vermischung der beyden Völker, wovon die Kroaten oder Slaven gewöhnlich von den Deutschen verachtet werden, und sich dafür gege alle deutschen Anordnungen und Verbesserungen, und vorzüglich gegen deutsche Kleidung hartnäckig sträuben, kam auch der ungünstige Umstand hinzu, daß das Marchfeld weit später als das übrige Oesterreich ein Gegenstand der Aufmerksamkeit der Regierung ward."; deutsche Bauer dort ist klein, fleissig, aber leider schlechter Ökonom, | Abscheu gg Neuerungen; Slaven noch "auf einer niederen Stufe der Cultur als die deutschen Marchfelder und sind noch unreinlicher und eigensinniger als diese"; aber "als ein grösserer und schönerer Schlag Menschen", "Gastfreyheit gegen Reisende"; in Gebräuchen Kleidung und Sprache unterscheiden sie sich stark; "Die Tänze der Slaven zeichnen sich vor denen der Deutschen an Lebhaftigkeit und schöner Gruppirung aus. Auch findet man hier die Beobachtung, die Cook auf den gesellschaftlichen und andern Inseln machte, bestätigt: daß, je weniger cultivirt die Nationen sind, um so schöner ihre Tänze seyen." | In Nr 5 Vgl Marchfeld mit Ägypten |-| (459) Nr 15-17 Aufsatz ü. Dienstbotenwesen Wien; Nr 19-21 über HHStA

Ausländische Lit:
*Christian Gottfried Daniel Stein: Lehrbuch Geo PR; auch Statistik; (470-473); (472): "Die | Vorrede berührt einige während des Druckes vorgegangene Veränderungen: das ist jetzt das Schlimme mit den Statistiken und Geographien, sie werden öfters im Verlaufe eines Jahres schon wieder - Antiquität."
*Ramsay, David: Vie de Georges Washington (473) "Die Errichtung eines föderativen Staates in Nordamerika, eines Staates, der auf rein repräsentative Verfassung gegründet, den Krieg verabscheut, kein stehendes lästiges Heer unterhält, nichts von andern Staaten verlangt, als gerechte Behandlung, und alle Kräfte auf tägliche Vermehrung seines innern Flors wendet - also eines Staates, der dem Kantischen System des ewigen Friedens entspricht, gehört in jeder Betracht zu den merkwürdigsten Ereignissen der neuern Geschichte."
*Rehfues: Gemählde von Neapel
*Feßler: Der Nachtwächter Benedict: verspricht, Roman ohne Mystik zu schreiben (497), romantische Tragödie (nach Werner) wird drinnen rezensiert (501)
*Langenhöffel Hg: Bemerkungen über in Wien zu sehenden Arbeiten Füger, Maurer Canova ua

Intelligenzblatt Juni 1810
*Jakob Frint zu Hof und Burgpfarrer von Franz (510f)
*Nekrolog Sebastian Cammerer
*Miscellen: Tiergarten Schönbrunn am Eingehen
*Rüge zu Rezension von Maders Reise Salzkammergut in Annalen 1809 (537) verwirrt Publikum;mit Antwort Sartori
*LW-Lit (561)

3.Bd

Juli 1810

Inländische:
*Lichtenthal: Ideen zu einer Diäthetik für Bewohner Wiens; medizinische Topographie
*Schwartner: Statistik UNG, 2.A. (19-50) | ist Schüler von Schlözer; Rez kann versicher, daß 1.A. in Vorlesung von Schlözer selbst gelobt | wurde; Definitionsversuche von Statistik |-| (25) Verf sagt von Annalen, "daß sie sich durch einen nicht eingeengten Patriotismus und eine seltene, oft stark mit Pfeffer gewürzte Freymüthigkeit auszeichnen." -diess ist bei "Indolenz" so vieler in ÖS und va UNG auch nötig; | Verf hätte auch vortreffliche topographisch-statistische Schilderungen aus 10 ehem Distrikten UNG die 1788 von 10 kg Kommissarien durch Consilium an J2 eingesandt wurden, angeben können (Rubriken werden aufgezählt: ua Aufzählung der Ortschaften, Bevölkerung, Überfluß und Mangel an Naturprodukten, Manufakturen und Fabriken, Handel, politischer geistlicher und literarischer Zustand); || Schwartner führt seine Quellen an, Demian kann viel von ihm Unterschied zwischen Benutzen und geistlisen Compilieren und Ausschreiben lernen; Abschnitt über HI Statistik; || (30) aus Patriotismus verteidigt er die in Annalen angefochtene Höhe der Karpaten |-| (36) Ergebnisse der Konskription J2, 1805 | "Angenommen, der weltliche Adel habe seit 20 Jahren zugenommen, und daß mancher schlaue Jude der letzten Conscription sich entzogen habe:"; detailliertere Angaben über diese Konskription in Vaterländischen Blättern 1808; | unter MT J2 angesiedelte Kolonisten nach Ansicht Rezensent va Taugenichtse; | Verschiedenheit der Menschen in UNG: nach Sprache; | lobt Rohrer, der in Annalen negativ weg kam; | mehr Slawen in UNG als UNG, "Ueber ihre Fortpflanzungskraft und Verdrängung der Deutschen und Magyaren" führt verf Bsp an; Schwartner schreibt "Slaven" obwohl Schlözer im Nestor doch bewiesen hat, das mit "w" (Slawen) zu schreiben (41); | Verf ist auf Juden in UNG schlecht zu sprechen, mit Recht, da sie nur Hausieren, | keine LW-treibenden; Zigeuner; Verschiedenheit nach Religion; | Stadt-Land; | nach Berufen; |-| (49) Adlige-Unadliger {Rezensent könnte Rumi sein, vgl dessen Ankündigung unten}
*Cornova Ignaz: BOE Bohuslav v Lobkowicz
*FES: Erzählungen
*Fundgruben des Orients: ZS von va ÖS-Orientalisten

Ausländische Lit
*Erbfolge nach FR CivilGesetzbuch
*Statistik: Leopold Kurg: Armenassekuranz: gg Überbevölkerung
*Geognostische Beobachtungen D und IT (Vesuv Neapel)
*CUD Eggers: Reise ...ÖS (102) | Verf durch statistische Schriften bekannt; 1804 und 1805 in Wien; || schreibt viel über BAY-Militärkonskription (10.,11.Brief) ||| (108) 27.Brief über Wiener Irrenhaus, Prager Spitäler und Armenhaus; ||| 66.Brief Plan zu Besserung der Strafanstalten

Intelligenzblatt Juli 1810:
Inländische Nachrichten:
*Nekrolog Joseph Graf O'Donel Präs Hofkammer
*zu Leopold Baillet
*Kunstnachrichten Bildende Künste MAE
*Slawische Lit in UNG (Fortsetzung von 1802!) (144)
*Maschine zu Backsteinen/Ziegel
*zu Rezension Geschichte Olmütz in 2.1810; Ankündigung 2.Bd HI Olmütz
*Karl Georg Rumi: kündigt an: "Erinnerungen aus Schlözers Vorlesungen über Statistik" (168) -war in Göttingen zwei Jahre Zuhörer Schlözers
Ausländische Nachrichten:
*Kunstnachrichten: Fueßlis sämtliche Werke (182)
*Erfindung Tauchmaschine von Schmidt in Paris (187)

August 1810

Inländische Lit
*Schwartner: Statistik UNG (Fortsetzung) (210-231) Pferderassen, Zahl der Schafe |-| (230) "Lob der Vollkommenheit", fast nichts zu berichtigen, Demians Compilation wird dadurch unnötig
*Pohl: Flora BOE
*Haushaltungsbuch für Hausmütter des Mittelstandes (mit Kochbuch) (248)
*Füger Joachim: Anakreons Gedichte (250)
*Michael Kajetan Hermann: Gespräche zur Mindeurng des Aberglaubens

Ausländische Lit
*Macchiavelli: Fürst, mit Anmerkungen Rehberg (268)
*Nik Vogt: D Nation und ihre Schicksale: empörend, daß er J2 mit FR-REV vergleicht (283f)
*Kannegiesser Carl Ludwig: Dramatische Spiele (309)

Intelligenzblatt August 1810
Inländische Nachrichten
*Naturalienkabinett
*Nekrolog Joseph Karl Eder (SIE)
*Beiträge zum Gelehrten ÖS: Maximilian Aloys Füger (344), Matthias Anker, JB Nibini
*Kunstnachrichten: Franz Karl Brockmann Schauspieler
*Erklärung Bredetzky gg Schultes (hält Schultes für Rezensent seiner Reisebeschreibung UNG GAL in Feb 1810)

Ausländische Nachrichten
*Bio Pestalozzi

September 1810
Inländische Lit
*Winklern Johann Baptist: Schriftsteller und Künstler STMK (409)
Ausländische Lit
*Frank: De Persidis Lingua et genio, Nürnberg 1809 (438) |-| (449) darin Ausfall gg Schlegel, dessen Pantheismus-Begriff kritisiert wird; Rezensent gibt | FS recht
*Wilhemine H: Briefe über Moralität. für junge Frauenzimmer (452)
*Illiger: Magazin für Insektenkunde (465) |-| darin Aufsatz: "Genus" durch "Geschlecht" oder "Gattung" ausdrücken?
*AW Schlegel: AWS: Über dramatische Kunst und Literatur. Vorlesungen. 1. Teil; 2.Teil 1.Abt, Heidelberg 1809 (490-501): Frühling 1808 besuchte Neckers berühmte Tochter unser statt, von AWS begleitet, dieser kündigte Vorlesungen an; "Das allgemeine Interesse des Gegenstandes, das Ansehen und die Verbindungen der Frau von Stael, zum Theile auch sein eigener Ruf berechtigten ihn, auf eine glänzende Versammlung von Zuhörern und Zuhörerinnen zu hoffen."; dies erfüllt; Erwartunge der "Zuhörenden" nicht erfüllt; | ua fehlten Klarheit der Begriffe; bei Würdigung der Künstler "zu sehr Vorliebe für gewisse herrschende Ansichten"; obwohl einiges schiefes usw, aber "angenehme Unterhaltung"; "Auch das Paradoxe und Unrichtige hat seinen Reitz, wenn es mit Scharfsinn gedacht und zusammengestellt ist." ||| Querstrich -so schrieb Köderl, nun detaillierte | Kritik (495) |-| (501) Lessings dramaturgische Bemerkungen gewähren mehr praktischen Nutzen; in Hinsicht des Lustspiels aber verdient AWS vor seinen Vorgängern ausgezeichnet zu werden; "Mit dieser strengen Beurtheilung sind wir jedoch weit entfernt, dem vorzüglichen Dichter und vortrefflichen Uebersetzer Shakspeares in Hinsicht seiner Vorlesungen alles Verdienst abstreiten zu wollen; sondern wir hielten uns verpflichtet, an einen Mann grosse Forderungen zu machen, welcher schon so viel geleistet hat, von dem wir also auch berechtiget waren, nichts Mittelmässiges, sondern etwas Ausserordentliches zu erwarten und fordern."

Intelligenzblatt September 1810
Inländische Nachrichten
*Beförderung Franz Posselt, der 1795 Apodemik schrieb; nun Bibliothekar an Uni Prag, war davor in Wien (508)
*Nekrolog Joseph Franz Ratschky
*Beyträge gelehrtes ÖS: Cajetan Wanggo, Werbbezirkskommissär (523f) schrieb ua Grundsätze die Unterthanen zum Gehorsam anzuleiten Graz 1800 2.A.1802; Praktische Anleitung Werbbezirks-Geschäfte InnerÖS Graz 1800; Grundbuchslehre; Auszug Polizeyordnungen
*Joseph Wladislaw Fischer (526-529), Olmütz; mit Statistik beschäftigt, schrieb HI Olmütz und MAE
*Beweis liberale Denkungsart: (534f): diejenige, die durch Frieden letztes Jahr Ausländer wurden, aber an diesseitigen Gymnasien und Lycäen studieren, können wie Inländer von Bezahlung Unterrichtsgeld befreit werden
*Ankündigung: Belehrung und Unterhaltung für die Bewohner des ÖS Staats, ZS vom HG des Patriotischen Tagblatts, 7.Stück. Brünn, bei Gastl: 7.H ua über Runkelrüben (wg Zuckerteuerung), 8.H: Wunsch nach unabänderlichen Landkarten von JM, Erfüllung dieses Wunsches (539f)
Ausländische Nachrichten
*Kunstnachrichten aus Rom (562)

4.Bd

Oktober 1810

Inländische Lit
*(Staatsrecht): Johann v Fejes: Über Befugnis des Staats, Religionslehrer für Moralität des Volks verantwortlich zu machen. Pest 1809. (6)
*Fejer Georg: Anthropologie (auf UNG)
*Erichson übersetzer, HG: Griechischer Blumenkranz

Ausländische Lit
*Friedrich Ludwig Jahn: D Volkstum (70-80) | "Der Vrf schreibt 'deutsches Volksthum' statt deutsche Nation, weil dieß letztere ausländisch klingt." als Ggstück zu Nik. Vogt anzusehen; | darin: was D für Menschheit gethan: ua "a) Die bessere Behandlung des weiblichen Geschlechts"; || gg "Einnistelung der Jesuiten"; | (75) rühmlich, daß bei Verf "Eifer wider alles, was zur körperlichen und geistigen Verweichlichung führt", daher mit Recht kein Freund der neuern Erziehung; || S.353: "'Die Geschichte des Augenblicks ist eine Klatsche gegen die Weltgeschichte. Nie schreibt die Weltgeschichte ihre ewigen Tafeln beym Blendlichte der Erleuchtungen, beym Sprühglanze der Feuerwerke, beym Wetterleuchten der Umwälzungen und am wenigstens bey der Aufhellung der Feuerbrände."; | ist gg jede Form von Untertänigkeit; || (80) Rec hat "großer Achtung" ggü Verf, auch wenn manchmal mehr PR als D Volkssinn
*Thuiskon. Über D Einheit (80-85): | zuerst sollen Grenzen von D bestimmt werden, dann soll Napoleon bewirken, | daß diese Grenzen von EU anerkannt werden; diese Einheit des Volks soll durch Völkertausch bewirkt werden, Slawen aus BOE, MAE und Laussitz sollen an Ostsee ziehen, Deutschen in PRA, Liefland, Kurland an Moldau; dann Reinigung der Sprache | -"Rec. ist kein Freund der so oft angepriesenen Vermählung der Poesie mit der Geschichte, aber von der Vereinigung der Poesie mit der Politik ist er vollends ein erklärter Feind."; | "Der männlich besonnene Jahn"; | (85) "Ein deutscher Heros wird einst auch Deutschland wieder vereinigen,"
*Christ: Pomologie
*Bertuch Carl: Bemerkungen auf einer Reise von Thüringen nach Wien Winter 1805 bis 1806 (91-93): | schätzbare Kunstnachrichten darin: zu Errichtung Akademie bildende Künste
*Carl Sachse: Lehrbuch für griechische und römische LitHI (93)
*(Joseph v Hammer:) Schirin: Ein persisches romantisches Gedicht nach morgenländischen Quellen. (97-110)
*H. Gregoire: Die Neger (111-113) Verteidiger der Menschrechte der Neger
*Miscellen für die neueste Weltkunde
*Neuer Teutscher Merkur 11. und 12.Stück (116-118): | Böttiger ist Hrsg, behandelt sein Blatt sehr stiefmütterlich; Fragment des Nibelungenlieds

Intelligenzblatt Oktober 1810
Inländische
*Naturalienkabinett/Tierkabinett am Josephsplatz (126)
*Nekrolog Schaller 6.1.1809 (138f): Verfasser der Topographie BOE
*Beyträge gelehrtes ÖS: Joseph Liesganig (141-143)
*Bio Michael Cajetan Hermann
Ausländische
*LW Fest in Hofwyl, Stiftung der agronomischen Gesellschaft (166)
*Nekrolog Seume (177)
*Anzeige betreffend die Fortsetzung der Annalen der Literatur und Kunst in dem österreichischen Kaiserthume (190-192): Da bisheriger Herausgeber andere Geschäfte hat, gibts ab 1811 neuen Herausgeber; | Einrichtung des ggwärtigen Jg, indem zur Hälfte ausländische Schriften angezeigt wurden, hat Publikum nicht entsprochen, wird ab nächstes Jahr wieder aufgehoben | Unterzeichnet: "Die neue Redaction der Annalen der Literatur und Kunst in dem Oesterreichischen Kaiserthume"
*Anton Dollsche Buchhandlung: Annalen erscheinen in Ausstattung wie bisher, durch Wegfall der ausländischen Literatur werden aber monatlich bloß acht Bögen geliefert; Preiserhöhung nötig, daher kostet ein Jg nun 20 Gulden, wer in Provinzen Journal früher als durch Buchhandlungen bekommen will, soll beim kk Oberst-Hofpostamts-Hauptzeitungsexpedition in Wien 21 fl pränummerieren.

November 1810

Inländische Lit
*Wertheim: Versuch einer medizinischen Topographie von Wien (204-217) (wird gelobt, einiges ausgebessert) || Rüge wg engen Raum der Kinderstuben nicht neu, aber wahr; | S.65-97 ü.Bevölkerung; Findelhaus.
*Marcher: Eisenhüttenkunde (Technik)
*Glatz Jakob: Theone. Geschenk für gute Töchter
Ausländische Lit
*Feuerbach: Blicke auf die deutsche Rechtswiss
*ZS Pantheon (Hg Büsching, Kannegießer) (305-310)

Intelligenzblatt November 1810

Inländische Nachrichten
*Schönfelds technologisches Museum
*Preisaufgaben: Medizinische Topographie einer Festung der Monarchie (332-337)
*Beförderung Crusius, Verfasser Postlexikon (338f)
*Bio Johann Nep Edler v Kalchberg (349-353): vortrefflicher Dichter, | mit Schwermut, las in Winkel Kleist, Utz Wieland Bürger Goethe Schiller, dies seine besten Freunde, verwendete sein kleines Monatsgeld zum Ankauf von Büchern, | Bibliographie, wäre der Mann, eine Geschichte unseres | Vaterlandes zu schreiben, umso mehr da ihm ständisches Archiv in STMK offen steht
*Antwort des Rez auf Fischer zu Rez HI Olmütz (360-364)
*Ankündigung der ZS "Geist der Zeit" (365-367) darin sollen vorzüglichsten Aufsätze ausländischer Journale erscheinen

Ausländische
*Nekrolog Brandes
*Kunstnachrichten aus Rom

Dezember 1810

Inländische
*Rochefoucaulds Maximen, auf UNG (398ff)
*Gotsch Mark Anton: HI der Cultur des Menschengeschlechts 3. Bände. (401-415)
*Andreas Wolf: Beyträge zu statistisch-historischen Beschreibung Fstum Moldau (415)
*Parizek: Erbauungsschriften (ua Hinweise auf Kant)
*SIE Provinzialblätter 1805, 1807, 1808 (429)

Ausländische
*Köppen Friedrich: Darstellung des Wesens der Philo (439)
*JvMüller: 24 Bücher allgemeiner HI 1.Bd., 2.Bd auch unter Titel sämtliche Werke 1.2T (442-466)
*Magazin für Insektenkunde Hg Illiger 2.Bd (466) darin ua über Bezeichnungen, Namen
*Afranische Lindenblüten gesammelt Flössel und Pazig (476-480) || Charakteristik der Dichter ist "Drollig", Böttiger wird als Volksschriftsteller, Bouterweck als didaktischer und romantischer Dichter bezeichnet; | Göthe [Goethe], AWS und FS sind Dichter fast in allen Feldern
*Zacharias Werner: Wanda (480-483) | angesichts des Attillas keine große Erwartungen, aber wir fanden drin mehr als erhofft |
*Fürst Matz von Wasserland. Schauspiel (483)
*ZS: Europäische Annales 1809 (485) || in 1.Stück 1810 Demians statistische Darstellung Illyrische Provinzen: gehts nur um Militärgrenze, zum drittenmal, nun tw besser; | im 4.Stück: statistische Würdigung des ÖS Kaiserstaats nach Frieden von Wien | (490) am Schluß sagt Verfasser, daß ÖS noch in Vorurteilen und Unrecht des MA befangen
*Morgenblatt für gebildete Stände 1809 (491-495): gebührt "der erste Platz" bei Reichtum der Materien, geschmackvoller Auswahl usw
*Nationalzeitung der Deutschen Nov, Dez 1809 (495-503) ||| in Nr 50 Aufsatz "Fehde, ein deutsches Erbübel betreffend": Grenzlinie, die in ZS usw zwischen N und S von D gezogen wird, wird kritisiert, dieses Gewäsch hat in BAY angefangen, | Verweis auf Gedichte in Arnims Einsiedler; | (500) gg diese Versuche erschien nun in München Schrift: | Betrachtungen über die angenommenen Unterschiede

Intelligenzblatt Dezember 1810

Inländische Nachrichten
*Franz Sartori: 5.Jahr seiner Redaktion endet nun; (504) | Tod von wackeren Freund kk Bücher-Revisor Joseph Köderl, einer der eifrigsten Teilnehmer, erschwerte Leitung noch mehr; | alle besseren ZS der ÖS Monarchie sind nach Annalen entstanden; Consistorialrat Glatz, einer der besten Jugendschriftsteller wird ZS fortsetzen.
*Ernst Hawlik: Ueber Geistesbildung und Schriftstellerey in MAE. (506-510) ||| "Dem sonstigen Hange der Ungebildeten zur Leserey der Geistergeschichten und Ritterromanen hat die Censur weise Schranken gesetzt." {Zensur}
*Rumi Prof Philo in Ödenburg (512)
*Nekrolog Joseph Weidmann (514ff) Schauspieler
*Bio früher verstorbener: ua Georg Ignaz Frhr v Metzburg, Mathematikprof, an Mappierung O-GAL 1772 beteiligt, leitete Landesaufnahme W-GAL ab 1796
*Beyträge zum gelehrten ÖS: Benedict Franz Johann Hermann (542-556): Bibliographie: ua von Hornecks Bemerkungen über ÖS Staatsökonomie (Hörnigk), 1784
*Ankündigung Historische und geographische Ephemeriden
*Pränumeration für Vaterländische Blätter 1811

Ausländische Nachrichten
*Kunstnachrichten aus Rom, Paris (Gemäldegalerie Louvre wieder geöffnet)


Exzerpt: Annalen der Literatur und Kunst in dem Oesterreichischen Kaiserthume 1811


Verlag Anton Doll

1.Bd

Vorerinnerung S.3-8
*nun wg anderen Geschäften neuer Hrsg; "Man wollte dieses literärisch-kritische Institut auch schon deßhalb nicht untergehen lassen, um den Literatoren der Oesterreichischen Staaten doch einiger Maßen durch dasselbe eine Gelegenheit darzubiethen, auf die literärische Betriebsamkeit im Inlande wohlthätig einzuwirken, ihr die gehörige Richtung zu geben, (...)" (3) | "soll (...) männlich und edel der vorherrschende Ton in unsrer Zeitschrift seyn"; ||| für Meinungsverschiedenheiten, "Conflicte der Ideen" (kann aber auch unangenehm sein). | Wien Jänner 1811

Jänner 1811
*Vaterländische Blätter 1808 2.Bd 1809, 1810 (26) | -über Wiener Zeitung; | nun gibts ÖS Beobachter: bis Nov 1810 aber nicht so besonders interessant; (Anmerkung Redaktion: ggwärtiger Jg berechtigt zur Hoffnung, daß er besser wird); | mehr oder weniger schätzbaren literarischen Beilagen des ÖS Beobachter könnten auch anderen Journalen beiliegen; wichtig wäre mehr inländische Nachrichten; | "Vaterlandsliebe durch Vaterlandskunde zu befördern"; |-| (34) Vaterländische Blätter werden gerade durch die Hofstelle hrsg, die Zensur leitet; "Die Erscheinung der vaterländischen Blätter klang den Ohren des Recensenten schon lange her als eine förmliche Erklärung, die Hof-Censur in Wien und die Censur in den Ländern sey keineswegs da, die Gelehrsamkeit und die Publicität zu unterdrücken, sondern nur da, um beyde zweckmäßig zu leiten."; | Zensurvorschrift Oktober 1810: "Kein Lichtstrahl, er komme woher er wolle, soll in Hinkunft unbeachtet und unerkannt in der Monarchie bleiben, oder seiner möglichen nützlichen Wirksamkeit entzogen werden." | Annalen dürfen vaterländische Blätter auch heftig kritisieren; | Es werden dort auch Rügen veröffentlicht, was in allen Monarchien, außer England Problem ist, vgl Schlözer; | "Eine unbegränzte Achtung des Throns, der positiven christlichen Religion, der guten Sitten, muß einen Schriftsteller charakterisiren, der seine Stimme über öffentliche innere Angelegenheiten erheben will." || (40) Inhalt
*Bredetzly: Reisebemerkungen UNG GAL (57) -zum zweitenmal rezensiert, da Autor sich beschwert hat -darin Kritik des Bücherverzeichnis/Katalog der Universitätsbibliothek Krakau!
*Landkarte: OÖ 1781, geschrieben 1787: (67-74) daß Karte vielgekauft ist, heißt nicht daß sie gut ist, vgl Karte von Polen in 24 Blättern von Rizzi Rannoni: "wenigstens 40 Oerter als Städte darauf angedeutet stehen, welche nicht einmahl Dörfer, sondern ganz erfunden, und im Lande gar nicht zu finden sind." | Zannoni sagte selbst zu Freund des Rezensenten in Neapel, er wundere sich, warum wer seien Karte kaufe; Karte OÖ kam aus mil Gründen nicht in Handel, einige Exp trotzdem zum Vorschein, soll aber schon 1793 in Kartendepot von Paris gewesen sein; 1805 fielen dann Franzosen einige Exp in die Hände, verkauften diese tw weiter, | auch an Buchhändler in Linz; || zu Höhendarstellung
*Pfest: Epigramme

Intelligenzblatt der Annalen der Literatur und Kunst
*Über Bücherverzeichnis der Leipziger Michaelis-Messe 1810 (88)
*Kopitar, kk Büchercensor, Scriptor an ks Bibliothek Wien geworden (108)
*Theater (123)

Februar 1811
*Neue theol pract Monathschrift zunächst für Seelsorger 7.Jg (137) || Über Schädlichkeit der Romanenlectüre
*Fejes Johann v: hat sich männliche oder weibliche Geschlecht um Menschheit mehr verdient gemacht (157)
*Apollonion 1810,1811 (166) | "Wir hätten gewünscht, in diesem Taschenbuche noch so manchen andern Dichtern, z.B. v. Collin, Schlegel, Haschka u.a., so wie den vaterländischen Dichterinnen Caroline Pichler, Batsanyi, gebornen Baumberg, und dem unter dem Nahmen Theone bekannten Fräulein Therese v. Artner zu begegnen."
*Neuer Nationalkalender 1811, MAE Wanderer ua Kalender (201) |-| (209) im MAE Wanderer ü Leopold Graf v Berchtold
*Vaterländische Blätter 1809 (213-232): | ließen von Krieg zunächst nichts ahnen, erst ab 17. März dann Artikel dazu; bei Abdruck des Kriegsmanifest fehlt Datum; | "in literarischer Rücksicht ist jedoch die Bemerkung nicht zu übergehen: daß von Seite Oesterreichs bey dem Ausbruche keines andern vorgängigen Krieges so viel geschehen war, um die öffentliche Meinung, auf die wahrlich viel ankommt, im In- und Auslande zu der Höhe der vorwaltenden Kriegszwecke hinaufzustimmen."; doch auch in diesem kriegerischen Zeitraum Beiträge zur Statistik

Intelligenzblatt
*Bio Schwartner (243)
*Erklärung v Salzmann in Schnepfenthal (265) {Glatz war dort Erzieher!}

März 1811
*Stein Hg: Elite d'Epigrammes et Madrigaux (311)
*Passy: Riesenschlacht
*Joseph Richter: Sämmtliche Schriften (320) "in seiner Art genialische Verfasser"; positiv
*Anleitung zum Straßenbau SIE (356)

2.Bd

April 1811
*Sal. Frank: Surrogate für ausländische Arzneymittel (18)
*Bio Joseph Lange, Hofschauspieler (68)

Intelligenzblatt
*Bio Bredetzky (94)
*Theone (101)

Mai 1811
*Jakob Frint: Der Geist des Christenthums 2. Bd 1811 (129) Lob;
*Bolzano: Beyträge zu einer begründeten Darstellung der Mathematik (147)
*Pyerker: Historische Schauspiele (163)
*Gerle: Korallen (166)
*Landkarte Dalmatien (170)
*Bäckermeister Wienerberg Finanzpatent 1811 (182) (Münzen)
*Sartori: Länder- und Völker-Denkwürdigkeiten (197) nicht überall Selbstverfasser |-| (209) 3.Teil 15) Die Trotteln in STMK ||| 4.Teil 7): Schloßberg Graz mit Gefängnis; | 16) Quasi-Kretins in STMK: Verfasser gg Verehelichung krüppelhafter Menschen; "Wer wird ihm wohl nicht recht geben, da man selbst bey Hausthieren keine schlechte Zucht duldet? Es ist aber auch wider hart, dem Menschen seine natürlichen Rechte gewaltsam nehmen zu wollen. Könnte man blöde Männer immer mit unfruchtbaren Weibern verbinden, so wäre beyden geholfen." | (214) 24) Die polnischen Bauern in GAL: sind | schlecht, aber nicht so viehisch wie hier geschildert

Intelligenzblatt
*Glatz: Ueber das Leipziger allgemeine Ostermeß-Bücherverzeichniß vom Jahr 1811 in Bezug auf die Oesterreichische Literatur. (216-238) |-| (232) Schaumburg und Comp: | FS Schlegel Vorlesungen über neuere HI, Winter 1810 gehalten "(Unstreitig eine in mehrern Hinsichten interessante lit. Erscheinung.)"

Juni 1811
*Tövisek és Virágok. Dornen und Blumen. 1811 (317)
*Der Volksfreund, Prag (340) viel schlechtes

Intelligenzblatt
*Heeren: Andenken an Spittler (358)

3.Bd

Juli 1811
*Demian: Statistische Darstellung der illyrischen Provinzen (25-43): Rezensent nennt sich, damit Demian seinen Gegner kennt: J.H. Benigni Edl. v Mildenberg; HKR-Koncepist bei SIE G.C. (Grenzcommission?)
*Landkarte Serbien Bosnien (43)
*Schauspiele v Johanna Franul v Weissenthurn geb Grünberg, Hofschauspielerin (67)

Intelligenzblatt
*UNG-Lit
*Theater: ua Attila von Werner (117)
*Heinrich v Collin tot (129)

August 1811
*ABGB 1811 (137)
*Bio Schiller (156-174) (hier passim: "Göthe")
*Hacquet: Abb und Beschreibung der SW und Ö-Wenden Ilyrer Slawen (187)
*Janitsch: Merkwürdige HI Kriegsvorfälle ÖS FR GB .. 1790-1808 (214) -voller Fehler
*Florgy: Historie de BOE (bis Przemisl)

Intblatt
*Theater (256)
*Notizen aus Wien vom August 1811 (262) "Wien ist in diesem Sommer von einer großen Anzahl ausländischer Gelehrten und Schriftsteller besucht worden.": aus Stuttgart Reinbeck; "August Wilhelm Schlegel {AWS} verweilte auch ein Paar Wochen hier, und kehrte dann zur Mad. Stael zurück. - Adam Müller, durch seine Vorlesungen in Dresden und einige Werke bekannt, ist auch in Wien | und wird hier vielleicht eine längere Zeit weilen." Böttiger, Kanzler Niemeyer aus Halle, Lafontaine, Dr.Frank (aus Freiburg i Br), Hacquet; "An trefflichen, ausgezeichneten Männern, die hier perpetuirlich wohnen und zum Besuche hieher kommen, fehlt es in der That der Hauptstadt Oestreichs nicht, wohl aber - was nicht seyn sollte - an einem Vereinigungspuncte für sie. Man steht isolirt da; man bleibt einander fremd; man verliert sich unter dem großen Haufen des gewöhnlichen und gemeinen Volks, und wer dabey am meisten verliert - sind Kunst und Wissenschaft."

September 1811
*Fortsetzung ABGB (279)
*Kienreich: Nervenfieberepidemie Graz 1810 (298)
*Schriftsteller Teschen (309)
*Negedly: Übersetzung Numa Pompilius (320)
*Wiens Umgebungen nach Entwurf JM Frhr v Liechtenstern, bearbeitet von Sohn M Frhr v Liechtenstern (342)

Intblatt
*Bio Joseph Rautenkranz
*Theater (375)
*zu Volksfreund (395, auch 399) und Begriff Volk

4.Bd

Oktober 1811
*LL Pfest: Tisch und Trinklieder der Deutschen (61)
*Hymenäus auf das Beylager Napoleons mit Maria Ludovica Ehzg v ÖS (63)

Intblatt
*Theater (120)
*Bolzano: zu Rez seines Buches (128)
*Nachricht zur Fortsetzung der Annalen (133): nächstes Jahr mit selben Redaktion fortgesetzt

November 1811
*Engel: HI UNG (189)
*Franz Xaver Richter: Poetische Versuche (218) mißlungenes Product

Intblatt
*Korabinszky (Statistik UNG) (223)
*Heinrich v Collin (241-250) (auch in VatBlätt, Thalia)
*Erklärung zu Fortsetzung Annalen (257)

Dezember 1811
*Geusau: HI Wien (303) 2 Bd

Intblatt
*Miscellen (357) | "Der Hr. Hofsecretair Friedrich Schlegel {FS} in Wien wird im künftigen Jahre, im Verlage der Camesinaischen Buchhandlung, ein Journal: Deutsches Museum betitelt, herausgeben, das besonders | auf Geschichte, im weitesten und höchsten Sinne des Wortes, auf Philosophie des Lebens, die Literatur des deutschen Volkes und unsers Zeitalters und auf die Kunst des Schönen Rücksicht nehmen soll. Mehrere sehr achtungswerthe und ausgezeichnete Schriftsteller und Gelehrte haben ihre Mitwirkung verheißen, und wir sehen daher dieser neuen inländischen Zeitschrift mit angenehmen Hoffnungen entgegen."
*Theater (362) ua Jungfrau v Orleans Schiller
*Erklärung zu Fortsetzung Annalen (374) || Preis: 12 fl WW


Exzerpt: Annalen der Literatur und Kunst in dem Oesterreichischen Kaiserthume 1812


Verlag Anton Doll

1.Bd

Jänner 1812
*Zizius: Theoretische Vorbereitung und Einleitung zur Statistik (31)
*Franz Kurz: HI der Landwehr in OÖ (35)

Intblatt
*Vorlesungen Uni Wien (89)
*Nachricht von einer beträchtlichen Sammlung thierische Eingeweidewürmer (107)
*Amtsveränderungen Beförderungen Ehrenbezeigungen (120) | "Der Hofsecretair Hr. Friedrich Schlegel {FS} hat von Sr. k.k. Majestät die Erlaubniß erhalten, in Wien eine Reihe außerordentlicher Vorlesungen über die neuere Literatur zu halten."
*Glatz: Oesterreichische Journalistik (132-141): nun "fast zu reich" an inländischen Zeitschriften, in keiner anderen Stadt D erscheinen mehr ZS; | leider werden meiste von Ausländern geschrieben, und oft compiliert, noch dazu ohne Quellenangabe; || "Es geziemt uns nicht, den mehrmahls laut gewordenen Tadel über den Ton, der besonders in den früheren Jahrgängen dieser Zeitschrift herrschte, zu wiederhohlen; aber eben so wenig mögen wir die Art und Weise, wie in derselben manches schätzbare Werk und mancher verdiente Autor behandelt wurde, gut heißen." | "Uebrigens gehören diese Annalen nicht irgend einer Partey oder Kirche, sondern einzig und allein der Literatur an. Sie sollen nicht darauf Rücksicht nehmen, wer der beurtheilte Autor sey, sondern war er geleistet habe; so wie sie sich wackrer Mitarbeiter von jeder Kirche und in jeder öster. Provinz zu erfreuen haben. (Preis auf der Post 13 fl. 30 kr. W.W., im Buchhandel 12 fl.)" || (138) *"Von Friedr. Schlegels deutschem Museum ist das erste Heft erschienen. Es enthält Beyträg von dem Herausgeber und seinem Bruder A.W., von Baron Steigentesch, Adam Müller und zerstreute Blätter aus den Papieren des sel. v. Collin. Ein bestimmtes Urtheil wird sich über diese neue Zeitschrift wohl erst dann fällen lassen, wenn mehrere Hefte von derselben erschienen seyn werden."

Februar 1812
*Aurora. Taschenbuch Prag (195)
*Selam. Ein Almanach für Freunde des Mannigfaltigen. Von JF Castelli. (199) gelobt
*Taschenbuch für die vaterländ HI 2.Jg (219-233) (232) Caroline Pichler: Herzog Albrechts Rache "ganz artige poetisch-historische Erzählung"; Wunsch an Hrsg Hormayr; daß er "der etwas auffallenden Nachahmung des | Johann Müllerschen Styles entsagen, und sich einer einfacheren, weniger affectirten und schwerfällighen Diction befleißigen möchte"

Intblatt
Glatz: Ausländische deutsche Journalistik. (234-248): Vorwurf an vielen Journale: daß dadurch Lektüre von schwierigeren Werken | zurückgeht; "geweckte und genährte Vorliebe für das Fragmentarische, Leichte, Abwechselnde und Unterhaltende" va beim jungen Volk, das nicht mal gründliche Elementarbildung besitzt; "Es wandeln unter uns junge Leute genug herum, die in Rücksicht auf ihre Erziehung in hohem Grade verwahrlost sind, die aber große Ansprüche auf einen hellen Kopf, Aufklärung und eine ausgezeichnete Bildung machen, weil sie etwa das Morgenblatt, die Zeitung für die elegante Welt, den Freymüthigen u.d.m. lesen, und sich durch diese Lektüre in den Besitz so mancher fragmentarischen, ungeordneten Kenntnisse gesetzt haben." || *Göttinger gelehrte Anzeigen; ALZ (Halle); || (239) Jenaische ALZ: hier ÖS Lit seltener rezensiert; | Heidelbergische Jb der Lit; Leipziger neue Literatur-Zeitung: hier viel ÖS Lit, insbes UNG; Oberdeutsche Litzeit; ||| Morgenblatt: Nachrichten aus ÖS; | (244) Zeitschrift London und Paris heißt nun Paris, Wien und London
*Theater (276)
*Frint bekam Doktorwürde ohne weitere Prüfung (285)

März 1812
*Goethe: Dichtung und Wahrheit (Göthe) (304)
*Demian: Terrain und Gefechtslehre (367)

Intblatt
*Feier Akademie bildende Künste
*Preisfragen: Ehzg Johann zu HI STMK, vgl D Museum! (391-396)
*Vermischte Nachrichten. Aus Wien: (424-426) Stockung im Handel, Papierpreis | sehr hoch;
*Gebildete Frauen Wiens: Baronin Matt, Frl Justine v Kruft; |
*"Der Hr. Hofsekretair Friedrich Schlegel {FS} hat seine Vorlesungen über die Geschichte der Literatur zur bestimmten Zeit angefangen und setzt sie ununterbrochen fort. Sein Auditorium ist zahlreich, und man findet unter denselben viele Zuhörer aus den vornehmen und gebildetsten Ständen."

2.Bd

April 1812
*Thalia. Jg 1811 (70-73) | das beste drin aus auswärtigen Journalen, das eigene mittelmäßig; | Castelli leider von Redaktion abgetreten

Intblatt
*Uni Wien (81)
*M v Collin (89): Lehramt für HI der Philo an Uni Wien angetreten
*Rezensionen in ausländischen ZS: FS Schlegel Vorlesungen neuere HI: Göttinger gelehrte Anzeigen 9-12/1812 Nr 143 (125), | sowie Jenaische LitZ 1812 Nr 12,13; | ÖS Plutarch Leipziger LZ Februar 1812 Nr 52
*Theater (135): Wanda v Zacharias Werner "verschrobenen Art" (138)

Mai 1812
*Fortsetzung Goethe Dichtung und Wahrheit (159)

Intblatt
*Preisaufgabe (252) für Lehrbuch | des Rechungs und Buchführungswesen
*Nekrolog Benedikt Sardagna Hohenstein (265) (Statistik, Polizey und Zensurhofstelle)
*Theater (282)

Juni 1812
*Zizius: Oekonomisch-politische Betrachtungen über Handelsbilanz (321) (331) Bezug auf Adam Müller in 3.Kap 3.Abschn
Intblatt
-

3.Bd

Juli 1812
*Janitsch: Merkwürdige HI Kriegsvorfälle ÖS FR 1809 (39)
*Benigni v Mildenberg: Charakterschilderungen aus HI der ÖS Staaten (47) "Die nützliche Schrift hat zur Absicht, der leidigen Romanenlectüre zu steuern,"
*Bibliothek der Märchen: 1001 Tag (60) | unterzeichnet "-i.-e--"
*Poetische Versuche (61)

Intblatt
*Schriften SIE
*Jacobi: von den göttlichen Dingen (92); Schellings Denkmahl der Schrift von den göttlichen Dingen (108)
*Nekrolog Buchhändler Anton Doll (135)
*Nekrolog Samuel Bredetzky (136)

August 1812
*HJ Collin: Gedichte (145-180)
*Wolf: Friedrich II zu D Verskunst (195)
*Frint: Feyer der Menschenerlösung (212)
*Stotz: Neueste statistisch-topographische Darstellung SIE (217)

Intblatt
*Glatz: Bredetzky (231)

September 1812
*Drexler: Versuche in einigen Dichtungsarten (322)
*Heintl: LW des ÖS Kaisertums (331) (fortgesetzt 4.Bd 44ff)

Intblatt
*Rezensionen: Stolls poetische Schriften Leipziger LZ Juni 1812 Nr 158; D Museum Leipziger LZ Juli 1812 Nr 188
*Nekrolog Joseph Edl v Sartori (391)
*Fries: System der Logik (416)
*Lafontaine: Schwänke und Mährchen (418)
*Jean Paul: Leben Fibels (419)

4.Bd

Oktober 1812
-
Intblatt
*Minerva für 1812 (83) | Pichler: Argalia
*Glatz: "Ueber das allgemeine Bücher-Verzeichniß der Leipziger Michaelis-Messe 1812" 126-138. in ÖS (128) seit einigen Jahren "lebhafterer literärischer Geist"; Annalen, von früh verstorbenen Anton Doll "mit Vorliebe gepflegt, werden zwar eingehen; dagegen hat die Camesinasche Buchhandlun ein kritisches Blatt unter dem Titel: Allgemeine Wiener-Literaturzeitung (oder besser 'Wiener allg. Lit. Zeit.' angekündigt. Wir wünschen ohr wackere und eifrigthätige Theilnehmer, den Künsten und Wissenschaften aber Förderung durch sie."
*Liechtenstern: Berichtigung zu Angabe von Glatz über Anteil Originaltexte in Archiv für Welt- u Staatenkunde (138)

November 1812
*Johann Genersich: Ein Lesebuch für Jünglinge von 15-20 Jahren (192) 2 Teile Wien, Anton Doll, 1812: |-| (198) Texte ua v Lafontaine, Herder, Jean Paul, Nicolai, Schlosser, Lessing, Schiller (von ihm hätte mehr drinnen sein | können), Kleist, | Voß, Stollberg
*Jokus oder der fröhliche Hausfreund 1812 (ZS Prag) (213)

Intblatt
*Joeph Friedrich Frhr v Retzer (230)
*Wielands Geburtstag (244)
*Vermischte Nachrichten. Aus Wien (299f) | "Herr Adam Müller, der sich seit längerer Zeit in Wien aufhält, wird hier ein Erziehungs-Institut für Söhne vornehmer Familien errichten."

Dezember 1812
*Hesperus. ZS Prag (307)
*Wiener Hoftheatertaschenbuch auf 1812 9.Jg (313) |-| abgedruckt Teile HJ Collin Trauerspiel Die Horatier und Curiatier "Der durch romantische Dichtungen verwöhnte Leser wird sich vielleicht nicht durch dieses Werk befriedigt fühlen, dagegen dürfte der zu einem ruhigen Anschauen gebildete, an der plastischen Kunst Freude findende Geist gern in dieser reingeformten Heldengallerie verweilen." (318)
*Franz Gräffer: Arabesken für Freunde der Combination und Kritik, 1813 (319-323): junger Schriftsteller, sein Talent wird geschätzt
*Romane: Der weiße Thurm zu Prag. Eine vaterländische Geschichte. Prag, Aloys Krammer, 1812 (335f) "Ueberbleibsel des letzt vergangenen Jahzehends - in welchem das Uebel der Romanen-Lectüre stark grassirte"; "Chaos von Begebenheiten"

Intblatt
*Blicke auf die Producte des Kunst- und Musikalienhandels in und nach der Jubilatemesse 1812 (353-372)
"Vergl. den lehrreichen Aufsatz: Aussicht für die Kunst in dem österreichischen Kaiserstaat, im Märzstück des von Fr. Schlegel herausgegebenen deutschen Museums. (Wien, Camesina'sche Buchhandl.) S. 248. ff." (354,Anm)
*"Erklärung in Bezug auf die Annalen der österreichischen Literatur und Kunst.
Die Annalen der österrreichischen Literatur und Kunst, deren Redaction auf zwey Jahre zu übernehmen, ich mich, nach dem Wunsche des wackern, zu früh verstorbenen Verlegers und mehrerer Literatur-Freunde, entschlossen hatte, gehen mit diesem Jahre ein. Die Nachricht hievon habe ich bereits im Octoberhefte der Annalen vorläufig ghegeben, und es bleibt mit nun nichts übrig, als denjenigen, welche auf die eine oder die andere Weise an dieser Zeitschrift während meiner zweijährigen Redaction freundschaftlich theilgenommen haben, dafür auf das verbindlichste zu danken, und mich der Fortdauer ihrer wohlwollenden Gesinnungen gegen mich zu empfehlen.
Wien, im December 1812
Jakob Glatz."

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