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"Kurier" vom 11. August 2001, S. 24

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Kunstlichtglocke statt des Sternhimmels

Jeder fünfte Mensch kann die Milchstraße nicht mehr sehen - schuld ist die Überbeleuchtung der Erde

(von Werner Windhager)


[...] Einer aktuellen Studie zufolge kann jeder fünfte Mensch die Milchstraße nicht mehr sehen. Schuld daran ist das Kunstlicht, das Ballungsräume wie ein leuchtender Nebel einhüllt. So sehr, dass der Nachthimmel heller ist als bei Vollmond.

"Mich macht am meisten betroffen, dass so viele Menschen bereits das Panorama eines Nachthimmels verloren haben", sagt Studienautor Chris Elvidge vom Nationalen Geophysikalischen Datenzentrum der USA.

Für ihre Studie werteten Elvidge und seine italienischen Kollegen Pietrantonio Cinzano und Fabio Falchi von der Universität Padua Satellitenbilder aus, die in 28 Nächten der Jahre 1996 und 1997 aufgenommen worden waren. Die Satelliten des US-Verteidigungsministeriums dienen der Beobachtung von vom Mond erhellten Wolken. In mondlosen Nächten zeigen die Aufnahmen aber auch das Licht, das von den Städten ausgeht.

Aus diesen Aufnahmen leiteten die Forscher ab, wie viel Licht auf die Erde reflektiert wird, wie sich der Lichtnebel verbreitet und wie stark er sich über die einzelnen Regionen legt. Diese Werte verglichen sie mit Daten über die Bevölkerungsdichte und konnten so abschätzen, wie viele Menschen von der Lichtverschmutzung betroffen sind.

"Unsere Studie zeigt, dass es kein Land auf dieser Erde gibt, das davon nicht betroffen ist", sagt Elvidge. Rund zwei Drittel der Weltbevölkerung würde unter einem Nachthimmel leben, der durch künstliches Licht verschmutzt ist.

"Verwunderlich ist es nicht, es ist aber sehr frustrierend", kommentiert Elisabeth Alvarez von der Dark Sky Association [...]. Mit Aufklärungsarbeit versucht der Verband, der Lichtverschmutzung Einhalt zu gebieten. Nicht allein wegen des Energieverbrauchs oder der Auswirkungen auf die Tierwelt (nachtaktive Tiere werden z. B. durch die Überbeleuchtung gestört). Sondern auch wegen der Nachteile für die Menschen. Oder wie es der Astronom John Mosley vom Griffith-Observatorium ausdrückt: "Der Himmel war immer eine Quelle für Mythen und Wunder. Die Verbindung mit etwas zu verlieren, das so viel älter und größer ist als wir, ist ein unersetzbarer Verlust."


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