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Projekt "Wieviele Sterne sehen wir noch?"
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Thomas Posch
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Walter Nowotny

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"Krone Bunt" vom 18. Juli 2010, S. 6-7

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Ein Himmel voller Sterne ...

Dieser soll, wenn es nach dem Vorzeige-Projekt der kleinen Weinviertler Gemeinde Großmugl geht, schon Ende Juli in Brasilien zum UNESCO-Welterbe erklärt werden. Wir waren "Sternderlschauen" - erlebten einen Ausflug der besonders romantischen - aber auch nachdenklichen Art.

Von Ingrid Altermann

Lichtverschmutzung. Diesen Begriff gibt es wirklich. Und auch die traurige Tatsache, dass durch falsche Beleuchtungen Nacht für Nacht Millionen (nützliche) Insekten, wie etwa Nachtfalter, getötet werden, Zugvögel die Orientierung völlig verlieren. Der Blick in den Himmel immer düsterer wird.

Lichtverschmutzung ist logischerweise in Millionen-Metropolen am größten. So kann man etwa am Wiener Nachthimmel bei klarem Wetter höchstens 100 Sterne ausmachen. In der nur rund 30 Kilometer weit entfernten beschaulichen Gemeinde Großmugl hingegen gleich 5000! Eine astronomische Seltenheit, die einer Weltsensation gleichkommt. Denn, so der international anerkannte Astronom Dr. Thomas Posch: "Das Lichtermeer der Großstadt zerstört normalerweise für weite Flächen den gesamten Nachthimmel."

In Großmugl hingegen, das eigentlich für das höchste keltische Hügelgrab Mitteleuropas bekannt geworden ist, finden Astronomen ein wahres Sternen-Mekka vor. Gerät Posch noch heute, wenige Tage nach seinem ersten persönlichen Rendevous mit dem nächtlichen Sternenhimmel im Weinviertel ins Schwärmen: "Die Milchstraße wurde mit zunehmender Dauer der Nacht immer schöner und strukturierter." [...]

Lichtverschmutzung: An dieses Vokabel werden wir uns gewöhnen müssen

Für jenen Mann hingegen, dem Großmugl nicht nur den Himmel, sondern astronomisch gesehen auch die Augen geöffnet hat, ist der Schwan, der durchs Sommerdreieck fliegt, das schönste Bild am Firmament: Charly Schillinger, einst Banker in Top-Position, ist nicht dem Karriere-Ruf nach New York gefolgt, sondern hat das elterliche Dorf-Wirtshaus übernommen. Hat als engagierter Tierschützer sofort auf vegane Kost umgestellt. Und ist als leidenschaftlicher Astronom den nächtlichen Besonderheiten seiner Heimat nachgegangen. Hat Beobachtungen mit schöner Regelmäßigkeit (und Ehrlichkeit) an die universitären Sternwartestellen in Wien gemeldet. Dort wurde man auf die kleine Gemeinde Großmugl - und deren großen Himmels-Horizont - rasch aufmerksam. Schickte Experten, knüpfte Kontakte. Wurde mit Karl Lehner ein höchst innovativer Bürgermeister an Bord geholt, der gleich alle seine neun Katastralgemeinden auf umweltfreundliche Beleuchtung umstellen ließ.

Das Projekt ging ins Finale. Hat jetzt - sogar stellvertretend für Länder wie Chile und Neuseeland - um ein ganz besonderes Prädikat angesucht: Der nächtliche Sternenhimmel soll ganz generell als Welterbe UNESCO-Schutz genießen dürfen.

Am 31. Juli wird in Großmugl das 1. Sternefest gefeiert werden. Mit einer Live-Schaltung nach Brasilien. Und einer hoffentlich positiven Entscheidung - damit am Himmel unserer Erde noch lange Sterne funkeln.


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