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"Kronen Zeitung" vom 4. Juli 2002, S. 28

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Das Licht ist ihr Tod

Einfacher Austausch von Straßenlampen könnte viele seltene Nachtfalter retten!


von Mark Perry

Wenn's dunkel wird in Stadt und Land und überall die Straßenlampen und Leuchtreklamen angehen - dann ist auch die Stunde der Nachtfalter. Magisch ziehen die künstlichen Lichtquellen Goldeulen, Nachtpfauenaugen und all ihre seltenen Artgenossen an - doch die zarten Geschöpfe fliegen durch die Hitze dieses Lichts direkt in den Tod! Dass sie gerade das Kunstlicht wie besessen umschwirren, hat seinen einfachen biologischen Grund. Denn die Falter orientieren sich bei ihren Flügen durch den nächtlichen Himmel am UV-Anteil der Gestirne und des Mondlichts. Genau dieses UV-Licht strahlen auch die für sie so gefährlichen heißen Laternen- und Reklamelichter aus.

"Dabei wäre es so einfach, die Falter und mit ihnen all die anderen des Nachts herumschwirrenden Insekten zu retten", seufzt Österreichs erfahrener Schmetterlingsforscher Peter Huemer vom Tiroler Landesmuseum in Innsbruck. Er empfiehlt die Installierung von UV-lichtarmen Natriumleuchten, die Goldeulen und Nachtpfauenaugen buchstäblich kalt lassen - die Lockwirkung ist gleich null, eine Verwechslung mit dem Mond fast ausgeschlossen!

Huemers "Schmetterlingsrettungs-Appelle" fallen vor allem in seinem eigenen Bundesland auf immer fruchtbareren Boden. Sogar in großen Gemeinden wie Kufstein oder Wörgl haben "falterfreundliche" Bürgermeister längst gehandelt - und in Zusammenarbeit mit "Energie Tirol" einen Austausch aller Lampen vornehmen lassen. Die Ortschefs haben diese Maßnahmen nicht bereut. Denn die Natrium-Lichtquellen verbrauchen um bis zu 50 Prozent weniger Energie und kommen in der Wartung um einiges billiger als die herkömmlichen künstlichen Lichtquellen, die uns die Nacht zum Tag machen, den Faltern aber den Tod bringen...


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