Auf den Spuren von Königsberg - Trilaterales Oral-History-Seminar zur transnationalen Geschichte Kaliningrads  
 
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Ambivalenz einer Region. Ein Essay zur gegenwärtigen Geschichtspolitik und lokale Identität in Kaliningrad

von Christian Timm


Einleitung

Die Stadt Kaliningrad beging im vergangenen Jahr ihr 750 jähriges Bestehen. Das dieses Jubiläum gefeiert wurde, stellt keineswegs eine Selbstverständlichkeit dar. Noch bis in die 80er Jahre war in der Stadt K, wie Joseph Brotzki sie doppeldeutig nannte, eine offene Auseinandersetzung mit der Vorkriegsgeschichte tabu. Erst seit kurzem kehrt die Geschichte der Stadt in ihrer Fülle wieder ins öffentliche Bewusstsein der Bewohner zurück. Die Entscheidung, ein Jubiläum zu feiern, das die preußisch- deutsche Zeit mit einschließt, stellt in Kaliningrad ein Novum im Umgang mit der eigenen Vergangenheit dar.
Dieser Essay möchte sich daher der Aufgabe widmen, den Prozess der geschichtlichen Umdeutung nachzuzeichnen und einen Blick auf die heutige Erinnerungspolitik der regionalen Eliten zu werfen. Wie sich zeigen wird, ist dies kein eindeutiger, sondern ein vielmehr durch die geografische Lage verstärkter ambivalenter Prozess, der von verschiedensten Interessengruppen ausgehandelt wird. Die dabei entstehende Ambivalenz von gleichzeitig zu bewältigender Russifizierung der Region und Entdeckung eines lokal orientierten Selbstverständnisses stellen die Besonderheit des Kaliningrader Gebiets dar.
Der Betrachtung des heutigen Umgangs mit dem historischen Erbe der Stadt, dessen Unterschiede unsere Interviewpartner in Abgrenzung zur sozialistischen Ära aufmerksam registrierten und betonten, soll eine zweite ergänzende Perspektive gegenübergestellt werden. Ein Blick auf Entwicklungen in Städten wie Wrocław oder Szczecin, die ebenso die Erfahrung eines kompletten Bevölkerungsaustauschs machten, kann dazu beitragen, die Besonderheiten Kaliningrads noch deutlicher herauszustellen.
In der Auswahl der Interviews wurde Wert auf die Vielfalt der möglichen Perspektiven gelegt, die Vertreter der offiziellen Politik und staatlicher Erinnerungsagenturen, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft sowie externe Beobachter einschließen sollten. Eine detaillierte Übersicht der geführten Interviews ist im Anhang dieses Essays zu finden.


Historische Erinnerung und Identität

Der Frage, welchen Beitrag die historische Erinnerung zur Entstehung kollektiver Identitäten leistet, wurde in zahlreichen Untersuchungen vor allem der Sozial- und Geisteswissenschaften nachgegangen. Aleida und Jan Assmann haben mit ihrem Konzept zum Kollektiven Gedächtnis hierfür das theoretische Handwerkzeug geliefert (Assmann 1999).
Kollektive Identität und damit korrespondierende Erinnerungskultur, als Form der Aneignung von Vergangenheit, stehen sich dabei als einander wechselseitig konstituierende Prozesse gegenüber. In diesem Kontext ist es nicht von Bedeutung, ob das Vergangene als Imagination oder als historisch verbürgtes ‘Faktum’ qualifiziert werden kann; entscheidend für die Auswahl ist allein, dass das Erinnerte für wahr gehalten oder zumindest als wahr dargestellt wird (Laudage 2004).
Geschichtskonstruktionen dienen vor allem durch ihre rituelle Inszenierung und Iteration der Vergewisserung von kollektiven Identitäten und schaffen in der Erinnerung an eine “gemeinsam bewohnte Geschichte” (Assmann) eine Basis für gemeinschaftliches Handeln. Das Kaliningrader Stadtjubiläum stellt hierfür ein Beispiel par excellence dar, wobei an dieser Stelle noch offen zu lassen ist, welchen Bezug es zur Vergangenheit der Stadt herstellt. Erinnerungskultur soll hier nicht als ein selbstverständlicher Prozess begriffen werde, sondern vielmehr als ein aktiv von verschiedenen Akteuren und Eliten interessengeleiteter symbolischer Akt.
Dem symbolischen Kapital Geschichte kommt neben der Legitimations- und Identifikationsfunktion zunehmend auch Bedeutung als Ressource für die Entwicklung einer Region oder Stadt zu. Länder und Regionen müssen im sich globalisierenden Standortwettstreit ähnlich wie Unternehmen verstärkt ein Markenzeichen entwickeln, um konkurrenzfähig zu sein. (Ginzburg 2003: 387)
In diesem Essay soll anhand von ausgewählten Beispielen der Versuch einer Rekonstruktion der einander wechselseitig bedingenden Identität und Vergangenheitskonstruktion unternommen werden. Darüber hinaus werden die Faktoren in den Blick genommen, die die Gestaltungsspielräume einer Kaliningrader/Königsberger Erinnerungskultur determinieren und Besonderheiten hervorbringen.


Rückkehr der Geschichte

Allein die Tatsache eines Stadtjubiläums, das die Zeit vor 1945 einschließt, kündet in Kaliningrad von einer Zeitenwende.
Historiographisch betrachtet war die kommunistische Epoche eine ahistorische wenn nicht sogar eine antihistorische Zeitperiode. Ihr Gesellschaftsentwurf sah sich keiner Tradition verpflichtet, sondern bezog vielmehr ohne Bezugnahme auf jedwede historische Vorgänger ihre Legitimation aus dem Glauben an den Aufbruch in einer neue Zeitepoche (Jowitt 1992)
Geschichte trat nur dort in Erscheinung, um wie in Ostpreußen Besetzung und Besiedlung zu rechtfertigen. Einhergehend mit der Stigmatisierung der preußisch- deutschen Geschichte mit Königsberg als Symbol permanenter Aggression, wurde die Region als urslawischer Boden dargestellt, der über Jahrhunderte feindlich besetzt wurde. Um den Spagat vom hohen Mittelalter ins 20. Jahrhundert zu schaffen, mussten die Pruzzen, Bewohner der Region vor der Zeit des deutschen Ordens, als slawische Vorfahren definiert werden (Hoppe 2000: 45f).
Für Kaliningrad/ Königsberg bedeutete die Nachkriegszeit im besonderen Sinne ein Aufbruch in eine neue Epoche. Durch die fast vollständige Vertreibung der deutschen Bevölkerung und die Ansiedlung heimatlich nicht verbundener Bevölkerungsgruppen war das Gebiet geradezu prädestiniert, Pilotregion des sowjetischen Gesellschaftsmodells zu werden (Kibelka 2001) „Stalin wünschte sich seine Kriegsbeute als kommunistisches >>Musterländle<<, besiedelt mit atheistischer Bevölkerung sowjetischer Nationalität.“ (Kibelka 2001: 278)
Damit einhergehend dominierten in den öffentlichen Darstellungen der Lehrbücher und Museen Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung der Region, die Errungenschaften des überlegenen Kommunismus und die Ergebnisse der Parteitage (Interview Dement´ev). Der Sturm auf Königsbergs wurde hierbei zum Gründungsmythos der Stadt und als neuer Topos zu einem integralen Bestandteil der Kaliningrader Denkmalkultur und Ausstellungen des Kreismuseums (Hoppe 2000: 113).
Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte vor 1945 war lange Zeit nur privaten Interessierten vorbehalten und möglich. Was Museen und Universität, Bibliotheken und Schulen nicht leisten konnten, hatte sich in den private Bereich verlagert (Matthes 2001: 1376). Eine erste zögerliche Auseinandersetzung mit der Geschichte der Region, die auch die preußische Zeit berücksichtigte, setzte erstmals in vom Geschichtslaien verfassten Reiseführern und Stadtbeschreibungen Ende der 50er Jahre ein, die mit teils massiven Widerständen der Staats- und Parteistrukturen zu kämpfen hatten (Matthes 2001: 1350ff).
Mit Perestroika und Glasnost entstanden eine Reihe von Initiativen, die versuchen, der Geschichte der Stadt im umfassenden Sinne gerecht zu werden. An der Universität wurde von 1988 bis 1991 ein oral history- Projekt durchgeführt, um erstmals die Erfahrungen der Neuansiedlern nach 1945 zu dokumentieren. Das Buch erschien zunächst in der deutschen Übersetzung mit dem Titel „Als Russe in Ostpreußen“.
1992 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift Zapad Rossii (Der Westen Russlands), die Hilfestellung bei der Umorientierung geben will. Lösgelöst von nationalen Geltungsansprüchen verstehen die Autoren die Region als eine Art Kontinuum, das den sich begegnenden und ausgewechselten Bevölkerungen erlaubt, miteinander in Beziehung zu treten. (Matthes 2001: 1380) Damit rücken sie dem Konzept des „Offenen Regionalismus“ der „Kulturgemeinschaft Borussia“ sehr nahe, die im benachbartem Allenstein/ Olsztyn dem fremden Kulturgut des ehemaligen Ostpreußens nachgehen (Traba 2001).
Auch das Gebietsarchiv, das heute zu einem der aktivsten Orten der neuen Auseinandersetzung mit dem geschichtlichen Erbe gehört, hat schon früh Kontakte mit ausländischen Institutionen gesucht, um unter anderen den Verbleib der Bestände des Preußischen Staatsarchivs Königsberg zu erforschen. Aus diesem Grund nahm man schon 1989 mit dem Archiv in Olsztyn Kontakt auf, was zu wechselseitigen Besuchen und dann später zu einer Zusammenarbeit mit dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin führte (Matthes 2001: 1386)
Das Gebietsarchiv gibt seit 1998 eine Schriftenreihe heraus, die unterschiedliche Aktivitäten regionalgeschichtlicher Forschungen zusammenführt und damit eine Grundlage für zukünftige Auseinandersetzung mit der Region zu schaffen. (Matthes 2001: 1384) Auch der Klub der Heimatforscher, deren Mitglieder vor allem in persönlichen Studien wichtige Vorarbeiten für heutige offizielle Publikationen und Ausstellungen leisteten, sind seit 1990 am Gebietsarchiv angesiedelt (Interview Gubin).


Neue Diversität

Wie die meisten Gesprächspartner betonen, hat eine neue Diversität im öffentlichen Umgang mit der Vergangenheit der Stadt Einzug gehalten. Das alte Königsberg ist im heutigen Stadtraum auf vielfältige Art und Weise omnipräsent. Historische Stadtansichten schmücken Postkarten, die an den Auslagen der Kioske feilgeboten werden, sowie Prospekte von Hotels und lokalen Unternehmern. Neu errichtete Gebäude zitieren Vorbilder aus preußisch-deutscher Zeit und großformatige Aufsteller werben für ein Bauprojekt, das für eine zumindest teilweise Rekonstruktion des historischen Stadtzentrums eintritt.
Das Feld der Erinnerungskultur wird heute von verschiedenen Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft mitbestimmt. Nicht mehr Staat allein hat im neuen Russland das Deutungsmonopol über die Vergangenheit und ihre symbolische Repräsentation inne. Neben den klassischen öffentlichen Erinnerungsagenturen die mittels Museen, Bildungscurricula, offiziellen Feiertagen etc. eine bestimmte Erinnerungskultur prägen, treten zunehmend auch Unternehmer, die sich aus der Bezugnahme auf die Vergangenheit der Stadt Rendite versprechen. Obgleich nicht notwendigerweise intendiert, so haben auch Entscheidungen wirtschaftlicher Akteure Auswirkungen auf die Herausbildung einer lokalen Identität. Eine Biermarke, die die liebevolle Bezeichnung der Bevölkerung für die Stadt „Kenig“ trägt sowie unterschiedliche Jubiläumssymbole, die mit altem Wappen und „750 Jahre Königsberg“ auf vielen Produkten werben, sind nur einige Beispiele einer neuen öffentlich wirksamen Inszenierung. Durch das Aufgreifen bestimmter Narrative und Selbstverständlichkeiten, die sich im Alltag der Stadt herausgebildet haben, tragen private Unternehmer zu einer größeren Diversität im Umgang mit der Geschichte der Stadt Königsberg/ Kaliningrad bei.
Noch, so kann festgehalten werden, stehen sich das sowjetische Kaliningrad und das preußisch-deutsche Königsberg in ihrer eigenen Symbolkraft gegenüber. Die Herausforderung, vor der die Bewohner und ihrer politischen Entscheidungsträger stehen, ist nichts geringeres, als aus beiden so unterschiedlichen Teilen der Geschichte ein neues Selbstverständnis zu entwickeln.
Die Frage, die einen zentralen Platz in den Interviews einnahm, war die, auf welche Weise die preußisch- deutsche Geschichte der Stadt heute adaptiert wird und werden kann? Welche Wege werden in Kaliningrad genommen, die Geschichte eines anderen Volkes, einer anderen Kultur zu einem Teil der eigenen Geschichte zu machen?


Determinanten der heutigen Geschichtspolitik

Es lohnt, einen ersten Blick auf die offizielle Geschichtspolitik zu werfen. Zwei Ereignisse des Jahres 2005 lassen nähere Aussagen über Selbstverständnis und Selbstdarstellung der Stadt Kaliningrad zu. Die 750 Jahrfeier und die Umbenennung der Universität in „Staatliche Universität Immanuel Kant“ markieren einen veränderten Umgang mit der eigenen Geschichte. Zum ersten Mal in der 60 jährigen Geschichte Kaliningrads wurde mit Kant eine herausragende Persönlichkeit Königsbergs und mit dem Königstor ein Bauwerk der preußisch- deutschen Zeit zum symbolischen Aushängeschild der Stadt. Wie Frau Dramareckaja betonte, war es nicht schwierig, eine Jahrestagssymbolik zu schaffen. „Alles lag an der Oberfläche, wir mussten es nur einsammeln.“ Es nimmt sich dabei jedoch nicht einer gewissen Ironie aus, dass in Russland, das nicht für den Schutz von geistigem Eigentum bekannt ist, der Dom aufgrund eines Patents, das ein lokaler Unternehmer auf jenen hält, nicht als offizielles Symbol Verwendung finden konnte (Interview Dramareckaja).
Während über das gesamte Jahr verteilt Ausstellungen und Veranstaltungen zum Stadtjubiläum stattfanden, wurde die offizielle 750 Jahrfeier in den ersten drei Junitagen begangen. Die offizielle Umbenennung der Universität wurde ebenfalls in diesen Tagen feierlich vollzogen. Die Entscheidungen hierzu wurden jedoch mitnichten von einem gesellschaftlichen Konsens getragen. Beiden Ereignisse waren im Vorfeld vielmehr emotional geladene Diskussionen vorausgegangen. So äußerten beispielsweise ein Teil der Professorenschaft und auch Studenten ihren Unmut und Widerstand darüber, dass die Universität den Namen eines deutschen Philosophen tragen solle, obgleich es doch auch bedeutende russische Gelehrte gäbe (Interview Sabotkina). Der Widerstand gegen die neuen Symbole, die mit der 750 Jahrfeier Einzug hielten, fand seine konkreteste Ausprägung im Protest der Veteranen, die die Rückinstallierung der Leninstatue forderten, die der Neugestaltung des Platzes des Sieges zum Opfer fiel (Interview Sommer).
Auffallend bei beiden für die Konstituierung einer regionalen Identität wichtigen Ereignissen ist eine starke Einflussnahme Moskaus. Seitens der InterviewpartnerInnen wurde auch erwähnt, dass die Tatsache, das die Frau von Präsident Putin der RF aus der Region stammt, sich positiv auf die Entscheidung ausgewirkt habe, das Stadtjubiläum zu genehmigen. Anders als in Wrocław, wo die Herausbildung eines lokalen Selbstverständnisses und dessen öffentlicher Demonstration mit einer gewissen Emanzipation gegenüber dem politischen Zentrum einhergeht (Ther u.a. 2005), ist in Kaliningrad ein starke Dominanz Moskaus zu spüren. So oblag beispielsweise die Leitung der Festivitäten einer von der Zentralregierung beauftragten und kontrollierten Agentur (Interview Dramaretskaja). Auch im Rahmen der Umbenennung der Universität kamen entscheidende Signale aus Moskau und die neue Kant-Universität wurde im Zuge der Namensänderung in den Status einer Hochschule von föderativer Bedeutung gehoben und somit direkt dem Bildungsministerium unterstellt (Interview Sabotkina).
In der Literatur sowie in den Interviews lassen sich drei wichtige Faktoren finden, die den Gestaltungsraum lokaler Geschichtspolitik determinieren und eine verstärkte Einflussnahme der russischen Zentralregierung erklären.
Die entscheidenden Variablen sind die (1) heterogene Zusammensetzung der Bevölkerung, die sich im Zuge der Neuansiedlung in Königsberg herausgebildet hat, (2) die geschichtspolitisch sterile Zeit der kommunistischen Ära, die in Kaliningrad im besonderen Maße galt und (3) die besondere geographische Lage als Enklave im europäischen Gebiet.
Die beiden erstgenannten Faktoren, die miteinander eng verbunden sind und einer Verwurzelung der Menschen in diesem Gebiet entgegenwirkten, können als Hinterlassenschaften des sowjetischen Systems verstanden werden. Die Menschen im Kaliningrader Gebiet, wie auch in anderen nach dem Krieg neubesiedelten Städten und Landstrichen (vgl. Thum für Breslau) dachten oftmals nicht an einen dauerhaften Zustand und richteten sich vielmehr provisorisch ein. (Kibelka 2001: 278) Der deutsche Generalkonsul beurteilt die gegenwärtige Situation wie folgt „Die Bevölkerung ist so vielfältig zusammengesetzt, die erst einmal zusammenwachsen muss und es gibt ja noch nicht einmal eine russische Geschichte, das alles braucht Zeit“.
Eine weitere nicht zu unterschätzende Einflussgröße ist die geografische Lage Kaliningrads als Enklave innerhalb der EU. Sie führt dazu, dass Entwicklungen in der Kaliningrader Region hinsichtlich mehr Eigenständigkeit seitens der Zentralregierung mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden und schnell das Gespenst des Separatismus aufkommen lassen (Ginzburg 2003). Dies bewirkt nicht nur verstärkte Interventionen des politischen Zentrums, sondern bezüglich der möglichen Entwicklung einer regionalen Identität auch eine gewisse „Inselpsychologie“ (Interview Dement´ev).
Alle drei Faktoren wirken der Genese einer selbstbewussten und klar artikulierten Erinnerungskultur entgegen. Umso spannender ist die Frage, was das Teil des kollektiven Gedächtnis der Stadt ist und auf welche Weise ein Bezug zur preußisch-deutschen Zeit hergestellt wird.


Russifizierung als Strategie

In der öffentlichen Darstellung wird zunächst kein Zweifel daran gelassen, dass das Kaliningrader Gebiet russisch ist. Das neue Russland, das mit Doppeladler und Trikolore an vorrevolutionäre Traditionen anzuknüpfen versucht, demonstriert auch in Kaliningrad seinen Geltungsanspruch. Inwieweit dies einen Interessenkonflikt zwischen Region und Moskau bedeutet, ist unseren Interviews leider nicht zu entnehmen. Hingegen versuchen offensichtlich einige wenige Gruppen aus der besonderen Geschichte der Region Kapital zu schlagen und für eine größere Autonomie einzutreten (Schielberg 2002). Wie unserer Interviewpartner und die Mobilisierungskapazitäten dieser Gruppen bestätigen, scheinen diese Vorhaben jedoch durchschaubar und schwer mehrheitsfähig zu sein. (Interview Černyšov)
Selbstbewusst jedem Gedanken an mehr Eigenständigkeit trotzend künden große Plakatwände der Jugendorganisation der Partei „Jedinaja Rossija“ „Wir sind kein Inselchen Russlands, wir sind das geeinte Russland.“ Auch die sicher nicht zufällig zum Jubiläum rechtzeitig fertiggestellte russisch-orthodoxen Kathedrale im unmittelbaren Stadtzentrum zeugt von einer Staatsmacht, die sich ihrer kulturellen Wurzeln bewusst wieder gerne kirchennah präsentiert. Läuft ein solcher nationalistischer Kurs der Herausbildung einer lokalen Identität nicht diametral entgegen?
In Kaliningrad sind grundsätzlich zwei Strategien von Aneignung der Geschichte zu beobachten, die sich mit dem russischem Prioritätsanspruch nicht nur vertragen, sondern eine eigenartige Melange eingehen. Als erste und dominantere Form lässt sich eine Russifizierung der sichtbaren preußisch- deutschen Hinterlassenschaften konstatieren. Als zweiter Annährungsversuch kann das Herausstellen der Gemeinsamkeiten und Überschneidungen preußischer und russischer Geschichte genannt werden. Dies bedeutet vor allem den über die Jahrhunderte existierenden russischen Einfluss sowie der Betonung der deutsch- russischen Beziehungen in der Region deutlich zu machen.
Unter Russifizierung soll keineswegs eine Leugnung der Geschichte vor 1945 verstanden werden. Vielmehr bezeichnet es in diesem Fall der öffentlichen Darstellung die bewusste Ausblendung des ursprünglichen Kontextes, in dem Institutionen, historische Gebäude etc. stehen, die dadurch mit einer neuen semantischen Ebene überzogen werden.
Das Jubiläum, das 690 Jahre preußisch- deutsche Stadtgeschichte mit einschließt, fand unter dem Motto „750 Jahre Kaliningrad“ statt. Der Name Königsberg fand in sich keiner offiziellen Informationsbroschüre wieder. Obgleich einige Volksgruppen aus Deutschland auftraten und auch der deutsche Bundeskanzler zu Gast war, hieß das Programm “Festveranstaltungen zur 750 jährigen Gründung Kaliningrads“. Die Symbolik des Jubiläums sprach eine eindeutige Sprache. Das Königstor war mit der russischen Trikolore unterlegt und Putin rechtfertigte die Nichteinladung der baltischen Staatsoberhäupter mit der Begründung, das Stadtjubiläum sei eine innerrussische Angelegenheit. (Kaliningrad750 (4)) Russland schlägt in seiner offiziellen Geschichtspolitik somit einen Weg ein, der sich von postnationalistischen Regionalkonzepten wie z. B. in Olsztyn/ Allenstein unterscheidet (vgl. hierzu Traba 2001).
Der deutsche Generalkonsul bemerkte in diesem Zusammenhang als Beobachter der Festivitäten: „Nehmen sie das Königstor als symptomatisch. Das ist nun vollständig russisch dargestellt. Da finden sie kein deutsches Wort mehr, sondern wenn irgendwo mal was in einer fremden Sprache erläutert ist, dann auf Englisch. Die Motive sind leicht durchschaubar, aber die sagen, na ja es gehört jetzt uns. [...] Als Putin am 2. Juli das Königstor einweihte, brachte er das Wort „Königsberg“ nicht über die Lippen, aber am Tag später bei der Einweihung der Universität sehr wohl. Das sind so kleine Empfindlichkeiten“
Auch die Vizerektorin der Universität Kaliningrad Sabotkina berichtete von einer Begebenheit, die die Russifizierung veranschaulicht. “Als im Jahre 2003 Präsident Putin anreiste, waren seine ersten Worte: ‚Ich bin froh, sie in der ältesten Universität Russlands zu begrüßen’, das heißt, er fügte uns noch 450 Jahre Geschichte der Königsberger Universität hinzu.“ (Interview Sabotkina)
Der Generalkonsul gibt eine Erklärung für den Prozess der Russifizierung und warum der historische Stadtraum auf diese Weise angeeignet wird.
„[...] da merken die Leute ein bisschen, was mit ihrer Geschichte ist und sie brauchen es nicht als Fremdkörper in einem russischen Umfeld zu sehen. Es ist soweit es möglich ist russifiziert [...] und damit für die Leute zugänglicher.“
Die zweite erwähnte Aneignungsform versucht durch die Herstellung eines Bezugs zu bestimmen Ausschnitten der russisch geprägten Vergangenheit oder der Betonung der Verwobenheit von russischer und deutscher Geschichte sich der Historie der Stadt zu nähern. Kaliningrad/ Königsberg wird somit zu einem Ort des Handels und Austauschs zwischen Osten und Westen, ein Handelsplatz, in dessen konsequenter Fortsetzung die Stadt heute zum Begegnungsort zwischen Europa und Russland dargestellt wird. Ein Beispiel hierfür stellt die neue Ausstellung zu russisch- zaristisch konsularischen Vertretungen in Kaliningrad da oder die Bezugnahme auf die Zeit des Siebenjährigen Krieges, als Königsberg unter russischer Okkupation stand.
Nicht nur die Gebietsverwaltung hat erkannt, dass Image und Reputation wichtige Bestandteile des strategischen Kapitals der Region sind. (Ginzburg 2003: 388) Auch Unternehmer versuchen frei nach dem Motto „history sells“ Dividende aus dem historischen Kapital zu schlagen und unterwerfen sich mitunter unfreiwillig dem Diktum der Russifizierung.
Als eines der ambitioniertesten Bauprojekte, das einen Bezug zum alten Königsberg herstellt, ist hierbei das „Fischerdorf“ zu nennen. Wie ein Prospekt ausweist, soll der alte Fischmarkt als Symbol des Jahrhunderte währenden Handels zwischen Europa und Russland wieder errichtet werden. Die Kaiserbrücke, die den Weidendamm und die Kaiserstraße über den alten Pregel verband, wurde bereits fertiggestellt; der bekannte Ruderklub sowie der Karolinenhof mit Bürgerhausfassade sollen folgen.
Ein Fresko soll die historischen Verflechtungen der preußischen und russischen höfischen Gesellschaft darstellen und zeigen, „das Russland und Europa weit mehr Gemeinsamkeiten aufweisen, als wir im alltäglichen Leben denken.“ Generaldirektor des verantwortliche Finanzkonsortiums Pavel Federov möchte das „Fischerdorf“ als „Symbol für die Wiedergeburt des Einigen Europas sehen, in dem Russland einen wertvollen Platz einnimmt.“ (Prospekt)
Dieses Beispiel unternehmerischer Aneignung der Geschichte scheint darüber hinaus einen allgemeinen Trend abzubilden. Es fällt auf, dass Deutschland oder deutsch als Attribut überhaupt nicht erwähnt wird. Die hingegen scheinbar mühelose Bezugnahme auf die preußische Vergangenheit lässt vermuten, dass diese als abgeschlossenes Kapitel eine weitaus leichtere Adaption ermöglicht. Niemand leugnet mehr die deutsche Geschichte. Aber es fällt auf, dass es leichter ist, sich auf preußische Geschichte zu beziehen. Damit entfällt auch die Notwendigkeit auf heutige deutsche Befindlichkeiten eingehen zu müssen.
Der Prozess der nachträglichen Historisierung der Kaliningrader Geschichte unterliegt einer gewissen Beliebigkeit. Das heutige Kaliningrad hat es schwer, sich eine bestimmte Tradition fortführend zu sehen, da es im Gegensatz zu Städten wie Wroclaw nur wenige Anknüpfungspunkte gib. Deutlich wird dies unter anderem beim Besuch des Historisch- künstlerischen Museums, wo Exponate aller Zeitepochen in gleicher Bedeutung nebeneinander stehen und die Direktorin des Gebietsmuseums keine Exponate oder verschollene Kulturgüter nennen kann, die für die Region charakteristisch und für das heutige Selbstverständnis von zentraler Bedeutung sind.
Die Besonderheit einer Kaliningrader Geschichtspolitik und Erinnerungskultur besteht in der Ambivalenz, die durch die gleichzeitig zu bewältigenden Prozesse der Russischwerdung sowie der Entdeckung und Vergegenwärtigung eines regionalen Selbstverständnisses in Kaliningrad entsteht. Das Oxymoron eines nationalistischen Regionalismus vermag am ehesten die Charakteristika der gegenwärtigen Geschichtspolitik einzufangen. Ein Regionalismus, der das Vakuum fehlender Anknüpfpunkte durch einen nationalen Bezug füllt, erlaubt nicht nur, Geschichte und Stadtraum für die Bevölkerung zugänglich zu machen, sondern ist auch den Interessen aller Akteure zuträglich.


Ambivalenz einer Kaliningrader Lokalidentität

Auch der komplementäre Gegenspieler der Erinnerungskultur, die Identität der lokalen Bevölkerung, reflektiert die beschriebene Ambivalenz der Kaliningrader Region. Alle Interviewpartner ließen keine Zweifel an der Zugehörigkeit der Region zu Russland, betonten jedoch die sehr besonderen Umstände des Kaliningrader Gebiets und deren Auswirkungen auf die Verfasstheit der lokalen Identität.
Wie eine Untersuchung des Lehrstuhls für Politologie und Soziologie an der Staatlichen Universität Kaliningrad zeigt, konkurrieren unter den Einwohnern der Region Kaliningrad die Identität Russlands und die regionale Identität. So gaben 50,9% der Befragten an, sich als Bürger Russlands zu fühlen ohne Kaliningrad zu erwähnen, 30,4% der Menschen hingegen hielten sich vorrangig für Kaliningrader. Ungeachtete dessen, dass dabei offengelassen wird, wie diese inhaltlich gefüllt wird, ist dies ein klares Votum eines Drittels der Bevölkerung für eine Identifikation mit der Stadt/ Region. "Dabei benennen sich die jüngeren Teilnehmer der Umfrage (18-29 Jahre alt) im Vergleich zu anderen Befragten seltener als Bürger Russlands (51,6%) und öfter als Kaliningrader (46,9%) und als Europäer (6,6%)“ (Kaliningrad750/ 2).
Das eine zunehmende Identifikation auch mit dem Wunsch einhergeht, die historische Gestalt der Stadt wieder herzustellen, bestätigt das Ergebnis einer Internetumfrage, die vom Interregionalen Pressezentrum durchgeführt wurde (Kaliningrad750/ 1). Der Wiederaufbau des Schlosses an seinem ursprünglichen Platz hat mit 82% die überwiegende Zustimmung der Bevölkerung.
Zugleich sind die Befragten, die sich als Kaliningrader identifizieren, mit höherer Wahrscheinlichkeit für besondere Vereinbarungen zwischen der Russischen Föderation und der EU und würden den Status eines unabhängigen Föderationssubjektes der RF begrüßen, wie die Untersuchung der Kaliningrader Universität herausstellt (Kaliningrad750/ 2).
Für Il´ja Dement´ev, Historiker der Kant Universität und Vorsitzender der Vereinigung „Jugend für Meinungsfreiheit“ gründet sich die Herausbildung einer lokalen Identität Kaliningrads auf der spürbaren Nähe der umgebenden Grenzen. Das Kaliningrader Gebiet, das ungefähr die Größe Schleswig- Holsteins umfasst, ist heute gänzlich von Mitgliedsstaaten der EU umgeben. Dieser „Inselpsychologie“ wie Dement´ev die Grundstimmung der Bevölkerung beschreibt, versuchen Politiker vor allem durch medial verbreiteten Patriotismus des Staatsfernsehens und organisierten Fahrten in russische Mutterland für die Kaliningrader Jugend zu begegnen. Denn, wie die schon eben zitierte Umfrage der Kant Universität zeigt, waren 28,9% Einwohner der Region Kaliningrad noch nie auf dem Hauptterritorium Russlands und 25,8 % der Kaliningrader haben andere Städte Russlands nach 1991 nicht mehr besucht. Der Anteil von Jugendlichen von 16 bis 24 Jahren, die noch nie im "großen Russland" waren, liegt hierbei besonders hoch und erreicht 38,2%. So nimmt es nicht Wunder, dass Orte wie Warschau, Vilnius oder Berlin, die geographisch weit näher liegen als Moskau oder Petersburg trotz der bürokratischen Barrieren zunehmend an Attraktivität gewinnen und in die mental map der Bewohner rücken. Die Anzahl der Einwohner, die in den letzten fünf Jahren nach Litauen, Polen und andere EU-Ländern reisten, stieg auf 22,1 % (Kaliningrad750/ 3). Kaliningrad wendet sich dem europäischem Westen zu.
Die zunehmende Orientierung nach Europa und die deutsche Vergangenheit der Stadt bilden die Grundlage für eine vielfältige Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und viel Reibefläche mit dem nationalem Selbstverständnis´ Russlands.
Viktor Černyšov vom Königsberger Express fasst dies wie folgt zusammen.

„Kaliningrad ist ein Teil Russlands, der durch ein Spiel der Geschichte in einer von Russland abgetrennten Oblast liegt. Ein Gebiet, das ein Teil des deutschen Reiches war. [...] Das macht eine Besonderheit unseres Gebietes aus und das gibt uns dann noch reichlich Stoff zum Studium unserer Geschichte und zum Bereichern unserer Kultur.“


Kaliningrad als Avantgarde?

Die heutige Stadt Kaliningrad hat in den letzten Jahren begonnen, sich öffentlich ihrer bedeutenden und traditionsreichen Vergangenheit zu erinnern. Vor dem Hintergrund der bestehende Literatur zur Erinnerungskultur und Geschichtspolitik Kaliningrads markierten jedoch die Jubiläumsfeierlichkeiten, die 690 Jahre preußisch- deutsche Stadtgeschichte mit einschlossen, eine Novität.
Ein genaueres Bild des lokalen Selbstverständnisses zeichnen die Interviews mit Vertretern der offiziellen Erinnerungsagenturen, Historikern und professionellen Beobachtern. Die Besonderheit des Kaliningrader Gebiets erscheint dabei vor allem in der Parallelität von nachholender Russifizierung und gleichzeitiger Vergewisserung einer lokalen Identität zu liegen. Von dieser Ambivalenz angetrieben unterliegt das kulturelle Gedächtnis der Stadt Kaliningrad noch immer einem starken Wandel, der eine Konsolidierung in ferne Zukunft rücken lässt.
Das Regionalkonzept versuchte bisher kaum, die verschiedenen kulturellen Linien des ehemaligen Ostpreußens aufzunehmen und das angrenzendende Polen und Litauen zu integrieren. Vielmehr wird die Entwicklung der Region als rein innerrussische Angelegenheit verstanden.
Die Geschichte der Stadt und Region ist dennoch nicht nur ein Fundus, aus dem nach Belieben geschöpft werden kann. Der Stoff, mit dem gearbeitet wird, wirkt zurück. Wie die Vize- Rektorin der Kant Universität Sabotkina anmerkt, wird nicht einfach ein neuer Name übernommen, sondern auch eine Bürde und die Herausforderung, den damit verbundenen Erwartungen zu entsprechen und gerecht zu werden. Dem Sog des fast schon mythenhaft untergegangenem Königsbergs als eines der wichtigsten geistesgeschichtlichen Zentren Europas, werden sich die heutigen Bewohner Kaliningrads nicht einziehen können. Der heutigen Offenheit Königsberg architektonisch zu zitieren, sich offenmutig in Traditionen zu stellen, wird auf lange Sicht eine tiefere Auseinandersetzung mit dem geistigen Fundament der Stadt folgen.
Es ist mit Sicherheit utopisch zu glauben, Kaliningrad könne durch diese Dynamik angetrieben als Vorreiter einer nachholenden Aufklärung Russland zivilisationsgeschichtlich näher an Westeuropa rücken. Hingegen ist es nicht vermessen zu meinen, dass es für das russische Selbstverständnis, zumindest in dieser Region, eine Herausforderung ist, sich auf Königsberg einzulassen.


Verzeichnis der Interviews

Černyšov, Viktor, Mitarbeiter der deutschsprachigen Monatszeitung in Kaliningrad „Königsberger Express“

Dramareckaja, Ol´ga, Vladimirovna, Direktor des Interregionalen Pressezentrums und verantwortliche Organisatorin der Jubiläumsfeierlichkeiten

Dement´ev, Il´ja Olegovič, Historiker und Dozent der Kaliningrader Universität Immanuel Kant, Leiter der Organisation „Jugend für Meinungsfreiheit“

Gubin, Aleksej Borisovič, Leiter des Klubs der Heimatforscher in Kaliningrad

Pekina, Elena Ivanovnad, Direktorin des Staatlichen Historisch- Künstlerischen Museums des Gebiets Kaliningrad

Pavlovna, Tat´jana, Leiterin der Hanse- Büros, ein Informationsbüro des Bundeslandes Schleswig- Holsteins in Kaliningrad

Sommer, Cornelius Dr., Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland im Kaliningrader Gebiet

Zabotkina, Vera Ivanobna, Vize- Rektorin für Internationale Beziehungen der Staatlichen Universität Kaliningrad Immanuel Kant

Zarnitc, Artur, Architekt und Leiter der Firma „Arthur Sarnitz. Königsberg Gmbh“ und Mitgestalter am Projekt „Herz der Stadt“ zur Rekonstruktion des historischen Stadtzentrums und des Stadtschlosses



Abbildungen



Abb. 1


Abb. 2


Abb. 3


Abb. 4


Abb. 5


Abb. 6




Kontakt-Mail: hotzan@euv-frankfurt-o.de | Zuletzt geändert am 28.12.2008
externer LinkJuniorprofessur für Polen- und Ukrainestudien