Das polnische Breslau als europäische Metropole - Erinnerung und Geschichtspolitik aus dem Blickwinkel der Oral History  
 
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Breslauer in Wroclaw. Die deutsche Minderheit nach der Vertreibung

von Jolanta Gambus, Kerstin Hinrichsen, Anna Lisa Wiesbrock und Helene Wolf

Einleitung

Wie bereits der einführende Beitrag zur Geschichtspolitik darstellt, beginnt ein Problem dieser Stadt schon bei der Nomenklatur. Sollte man heuteBreslau oder Wrocław sagen? Dies ist jenseits von political correctness eine relevante Frage, in der zum Beispiel die Sicht der englischsprachigen Geschichtswissenschaft von der deutschen abweicht. So wird bei Davies je nach Epoche zwischen Vratislavia, Breslau und Wrocław unterschieden.

Auch wir wurden auf unserer Spurensuche von Anfang an mit diesem Problem konfrontiert und mussten uns für einen Namen entscheiden. Wir einigten uns auf Wrocław, der heute der offizielle und politisch gebrauchte Name der Stadt ist. Diese Entscheidung fußt vor allem auf der Erkenntnis, dass das deutsche Breslau 1945 endgültig untergegangen ist. Für die ehemaligen Breslauer, die heute in der Bundesrepublik leben und rechtzeitig aus der Stadt fliehen konnten, mag dies schmerzhaft sein. Aber die verbliebenen Deutschen leben heute nicht mehr in Breslau – auch wenn sie diesen Namen weiterhin benutzen – sondern im polnischen Wrocław.

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte der Stadt und die Begegnung mit der deutschen Minderheit scheinen zunächst heikel. Die polnische Geschichtsschreibung ignorierte diesen Teil der Stadtgeschichte fast vollständig, während auf (west-)deutscher Seite lange Zeit lediglich der Verlust der Ostgebiete thematisiert wurde, man sich aber bis 1989 kaum mit der Nachkriegsgeschichte der Stadt beschäftigte. Der Generation der Enkel ist es heute leichter, sich diesem schweren Thema anzunähern.

Diese Arbeit wird sich auf das deutsche Leben in einer nicht mehr deutschen Stadt konzentrieren. Nach dem Fall der „Festung Breslau“ am 6. Mai 1945 war in der Stadt nur noch ein Viertel der ursprünglichen Bevölkerung vorzufinden. Da viele Deutsche nach dem Ende der Kämpfe hofften, in ihrer Stadt wieder ein Zuhause zu finden, wurden im August 1945 bei einer Volkszählung zwar noch 189.500 Deutsche und etwa 16.000-17.000 Polen in Wrocław gezählt (Vgl. Thum 2003: 135). Innerhalb weniger Monate sollte sich dieses Zahlenverhältnis jedoch völlig umkehren. Durch die Ansiedlung von Polen und die Vertreibung fast aller Deutschen wurde aus der deutschen Mehrheit innerhalb eines Jahres eine Minderheit. Zugleich standen die neuen und alten Bewohner vor der Aufgabe, aus dem völlig zerstörten deutschen Breslau das polnische Wrocław aufzubauen. Eine ganze Stadt musste neu definiert werden; neu angesiedelte Polen sollten Wurzeln schlagen und zurückgebliebene Deutsche mussten sich mit den neuen Bedingungen zurechtfinden.

Sowohl Deutsche als auch Polen zweifelten jahrelang an der Endgültigkeit der Oder-Neiße-Grenze; ein Hinderungsgrund für eine gemeinsame Identität und Verbundenheit, „denn wem der Glaube an die polnische Zukunft der neuen Gebiete fehlte, der zeigte keine Bereitschaft, seine persönliche Zukunft mit ihnen zu verbinden“ (Thum 2003: 141). So herrschte in der Stadt lange Zeit ein Gefühl des Übergangszustandes, welches den Wiederaufbau enorm erschwerte.

Wir wollten herausfinden, warum Deutsche nach dem Krieg im bereits polnischen Wrocław bleiben wollten und konnten und welche Erfahrungen sie seitdem gemacht haben. Konnten sie auf der Straße frei und ohne Angst Deutsch sprechen? Wie war das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen in den ersten Nachkriegsjahren? Fühlen sie sich heute deutsch oder polnisch? Unsere Interviewpartner fanden wir vor allem in den Reihen der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft. Viele haben ihr ganzes Leben in und um Wrocław verbracht. Unsere zweite Fragestellung bezog sich auf die deutsche Prägung der Geschichte im heutigen Wrocław. Welche Spuren der Vergangenheit finden sich im Stadtbild und wie gehen die heutigen Bewohner Wrocławs mit diesem Teil der Stadtgeschichte um?

Der erste Teil unserer Dokumentation beschäftigt sich demnach mit Geschichte und Organisation der deutschen Minderheit in Wrocław und gibt einen Einblick in die Arbeit der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft in Breslau und das Leben ihre Mitglieder. Im darauf folgenden Abschnitt kommen drei Frauen mit ihren persönlichen Geschichten zu Wort. Schließlich folgen Interviews mit polnischen Studenten als Beispiele für den heutigen Umgang mit der deutschen Geschichte Wrocławs.

Mit Hilfe der Methode der Oral History hörten wir individuelle Geschichten, die auch zusammengefasst kein einheitliches Bild ergeben können. Dies wird bei den Interviews mit Angehörigen der deutschen Minderheit besonders deutlich. Die meisten unserer Interviewpartner aus der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft lernten sich erst kennen, als sie „dem Club“ beitraten. Ihre Erfahrungen als Deutsche im polnischen Wrocław sind sehr unterschiedlich, auch wenn manche von ihnen auf durchaus ähnliche Erlebnisse zurückblicken können. Unsere Arbeit dokumentiert einzelne Schicksale und erhebt daher nicht den Anspruch repräsentativ zu sein.

Die deutsche Minderheit in Wrocław: Eindrücke, Fakten und Ausblick

„Guten Tag, wir nehmen an einem trinationalen Seminar zur Stadtgeschichte von Wrocław teil und....“ – „Breslau meinen Sie! Wie kann ich Ihnen denn helfen?“ Als erste Adresse, um Kontakt mit der deutschen Minderheit aufzunehmen, wählen wir die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Breslau. Unser Anruf erfolgt – wie uns die Geschäftsführerin Irene Lipman mitteilt – während der deutsche Chor im Vereinshaus in der Ulica Saperów probt. Eine Dreiviertelstunde später treffen wir dort ein und können uns einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie die deutsche Minderheit in Wrocław lebt.

Die Männer am Tor zum Haus der Gesellschaft sprechen polnisch, wechseln ins Deutsche, als sie merken, dass wir Deutsche sind. Fast fehlerfrei deutsch sprechen sie, etwas ungelenk vielleicht, mit einem starken schlesischen Akzent, so dass aus „schön“ „scheen“ und aus „Frühling“ „Frihling“ mit einem gerollten „r“ wird. Sie weisen uns den Weg zu Irene Lipman und unterhalten sich dann wieder auf Polnisch. Nach einer herzlichen Begrüßung führt uns Irene Lipman in den Chorraum. An der Wand hängt ein großes „Razem w Europie“- Plakat (Zusammen in Europa) der EU, gegenüber eine Deutschlandfahne mit Breslauer Stadtwappen. Auf den Tischen stehen kleine Sträuße mit polnischen, deutschen und europäischen Fähnchen. An der Pinnwand hängt eine Einladung zum „Europafrühstück“ am 3. Mai, zu dem auch die polnischen Nachbarn eingeladen waren, auf einem Tisch liegen deutsche Zeitungen und Zeitschriften aus.

Die Sänger wirken auf uns „irgendwie deutsch“, ohne dass wir später festmachen können, wodurch dieser Eindruck entstand. Ungefähr 20 Chormitglieder sind anwesend; gesungen werden ausschließlich deutsche Lieder, darunter viele Heimatlieder: Unsere Heimat, Blaue Berge, grüne Täler, Im Frühtau zu Berge und Unser Schlesienland. Bei der Zeile „unser deutsches Schlesierland“, gerät die Ziehharmonika spielende Chorleiterin ins Stocken. Der Gesang verliert seinen Schwung und verstummt. „Wegen der Gäste“ machen sie sich Gedanken, diskutieren und werden sich schnell einig, dass „unser schönes Schlesierland“ auch hübsch klinge. „Für uns bleibt es eben immer deutsch“, murmelt jemand entschuldigend, bevor der Gesang wieder aufgenommen wird. Wir fragen uns später, ob dies eine Demonstration für uns oder eine interne Auseinandersetzung mit der Problematik darstellte.

Auch während der Kaffeepause mit schlesischem Streuselkuchen sprechen die meisten untereinander Polnisch und wechseln ins Deutsche, wenn sie sich an uns wenden. Sie erzählen von ihrem Leben in Wrocław und stellen uns viele Fragen. Ob man nach dem EU-Beitritt Polens noch seinen Pass an der Grenze zeigen müsse, wird von einigen gefragt. Viele von ihnen besitzen keinen deutschen Pass mehr, obwohl dies möglich wäre. Sie fahren nur selten nach Deutschland, haben mittlerweile kaum noch Kontakte dorthin. Die meisten reisen nur dann nach Deutschland, wenn die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft dazu einlädt. Dennoch ist es vielen wichtig, dass Polen mit der wachsenden Durchlässigkeit der Grenzen weniger abgeschnitten ist und eine Reise wenigstens theoretisch jederzeit möglich wäre.

In den Gesprächen später wird deutlich, dass die Mitglieder der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft sehr assimiliert in der polnischen Gesellschaft leben: Die Mehrzahl hat einen polnischen Lebenspartner, ihre Alltagssprache ist Polnisch, und die eigenen Kinder haben die deutsche Sprache oft gar nicht mehr erlernt. Dennoch werden in den Familien sowohl deutsche als auch polnische Traditionen gepflegt. Und trotz aller Assimilation wollen sie sich nicht als Polen bezeichnen: Sie fühlen sich als Deutsche und haben das immer getan, auch zu Zeiten, in denen viele von ihnen ihre Herkunft verheimlichen mussten.

Häufig weisen sie darauf hin, dass sie beide Länder gut kennen und dass sie vor allem die Ereignisse und Folgen des Zweiten Weltkrieges auf beiden Seiten miterlebt haben. Damit distanzieren sich die Zurückgebliebenen von den Vertriebenen und Flüchtlingen, die heute als Heimwehtouristen „ihr Breslau“ besuchen. Diese beschäftigen sich häufig mehr mit den persönlichen Konsequenzen der Vertreibung als mit den Ursachen des Zweiten Weltkrieges und den Folgen für die polnische Bevölkerung. Irene Lipman erzählt, dass ihnen von den Heimwehtouristen oft vorgehalten werde, sie seien gar keine „richtigen Deutschen“, weil sie nicht versuchen würden, nach Deutschland zu ziehen.

Die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Breslau wurde im Jahre 1991 offiziell zugelassen und ist heute, unter Vorsitz von Friedrich Petrach, mit ihren 1.200 Mitgliedern die größte der deutschen Gesellschaften in Niederschlesien (Vgl. Zeitschrift Kulturfestival 2003: 26). Doch die Aktivitäten der deutschen Minderheit in Wrocław reichen weiter zurück:

In Niederschlesien, besonders im Raum Wałbrzych (Waldenburg) und Wrocław, blieben nach 1945 rund 110.000 Deutsche zurück (Vgl. Zeitschrift Kulturfestival 2003: 22). Oftmals war es der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in der Industrieproduktion, der die Ausreise verhinderte. Möglicherweise um die Arbeitsmoral der verbliebenen Deutschen zu stärken, wurden mit der Zeit die kulturellen Aktivitäten der deutschen Minderheit toleriert (Vgl. Eichenberger 1994: 71f). Das hinderte die kommunistische Regierung jedoch nicht daran, die Existenz der deutschen Volksgruppe zu bestreiten und die Volksrepublik Polen als einen ethnisch homogenen Nationalstaat zu deklarieren (Vgl. Born/ Dickgießer 1989: 161, 165).

Im Jahre 1957 bildete sich die Deutsche Sozialkulturelle Gesellschaft in Wałbrzych, der Wrocław als eine von acht Ortsgruppen angehörte, bevor 1991 die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Breslau gegründet wurde. In dieser Zeit erlebten die kulturellen Tätigkeiten der deutschen Minderheit in Niederschlesien und insbesondere in Wrocław ihren Höhepunkt: Es gab einen deutschen Volkschor, eine Tanzgruppe, ein Kinderballett, eine Laientheatergruppe und eine offenbar sehr erfolgreiche Puppenspieltruppe.

Natürlich wurde die Tätigkeit der Minderheit von der polnischen Regierung zunächst kritisch gesehen und oftmals behindert. Nach ihrer Anerkennung im Jahre 1957 wurde es der Gesellschaft untersagt, sich für die Präsenz der deutschen Minderheit im polnischen Parlament und für eine leichtere und schnellere Ausreise einzusetzen (Vgl. Zeitschrift Kulturfestival 2003: 22).

Im Jahre 1972 wurde die Gesellschaft gezwungen, ihren Namen in Deutsche Gemeinschaftlich-Kulturelle Gesellschaft zu ändern und in ihrer Satzung unter anderem die „Beteiligung der deutschen ethnischen Volksgruppe am allgemeinen Aufbau des Sozialismus in Polen“ und die „Popularisierung der wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und sozialen Errungenschaften der Volksrepublik Polen“ als Ziele der Gesellschaft zu nennen (Vgl. Zeitschrift Kulturfestival 2003: 22).

Nach einer starken Ausreisewelle in den 1950er Jahren verließen auch später noch viele Deutsche die Volksrepublik Polen, so dass die Aktivitäten der Gesellschaft weiter abnahmen, bis Anfang der 1980er Jahre die deutschen Gesellschaften mit Ausrufung des Kriegsrechts verboten und aufgelöst wurden.

Mit dem einsetzenden Demokratisierungsprozess Anfang der 1990er Jahre änderte sich die Situation der deutschen Minderheit gravierend. Zum einen wurde am 17. Juni 1991 im „Traktat über gute Nachbarschaft und freundliche Zusammenarbeit“ die Existenz der deutschen Minderheit anerkannt und es wurden Bestimmungen zum Schutz der Minderheit festgeschrieben (Vgl. Barcz 1994: 89). Ferner gründeten sich viele deutsche Gesellschaften neu und nahmen ihre Tätigkeit auf.

Die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Breslau hat sich besonders die Pflege der deutschen Sprache zur Aufgabe gemacht. Neben Deutschunterricht werden auch Feriensprachreisen und eine Theater-AG angeboten. Darüber hinaus werden regelmäßig Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen deutscher Lyriker, Vorträge, Seminare und Ausstellungen schlesischer Künstler organisiert.

Finanziert wird die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Breslau unter anderem durch das Deutsche Generalkonsulat in Wrocław und das Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, das zudem jeweils für zwei Jahre Kulturassistenten zur Unterstützung der kulturellen Tätigkeiten nach Wrocław entsendet.

Neben der Sozial-Kulturellen Gesellschaft gibt es noch weitere wichtige Treffpunkte für die deutsche Minderheit. Sowohl in der evangelischen Christopheruskirche, als auch in der katholischen Kirche Maria auf dem Sande besteht die Möglichkeit, an deutschen Gottesdiensten und Andachten teilzunehmen. Von einigen unserer Interviewpartnern erfahren wir, dass die Kirche schon immer ein wichtiger Treffpunkt für Deutsche war, insbesondere als die Gesellschaft verboten war. Andere hingegen erzählen, dass sie erst nach Jahrzehnten von den deutschen Gottesdiensten gehört haben, da sie in einem fast ausschließlich polnischen Umfeld ihr „Deutschsein“ oft verstecken mussten. Ein deutsches Viertel oder so etwas wie eine deutsche „Szene“, in der sich diese Informationen hätten herumsprechen können, hat es nie gegeben (Vgl. Interview: Lipman).

Der Gottesdienst in der Kirche Maria auf dem Sande, an dem wir teilnehmen, ist gut besucht. Neben den Mitgliedern der örtlichen Gemeinde nehmen auch deutsche Touristen daran teil. Und obwohl der Großteil der Anwesenden schon älter ist, hat man nicht das Gefühl, dass diese Tradition in den nächsten Jahren abreissen wird. Vielmehr herrscht Aufbruchstimmung: Nachdem im April diesen Jahres der sehr geschätzte Pater Leisner verstarb, übernahm ein junger Priester seine Stelle. Dieser will die regelmäßigen deutschen Gottesdienste weiter aufrecht erhalten und genießt dank seiner hervorragenden Deutschkenntnisse unter den Deutschen in Wrocław ein hohes Ansehen. Doch wie kam es dazu, dass nicht erst in jüngster Zeit, sondern auch nach Kriegsende deutsches Leben in der Stadt weiterexistierte?



Leben in einer fremden Stadt – Gespräche mit Deutschen in WrocławEinleitung

Als am 6. Mai 1945 die „Festung Breslau“ fiel, fanden zwei Jahrhunderte preußischer und deutscher Stadtgeschichte ein jähes Ende. Doch trotz der Vertreibung hielt sich in Breslau eine kleine Minderheit. Wie die Interviews belegen, stammten die Mitglieder aus ganz verschiedenen Orten und Milieus, oft blieben sie nur aus Zufall. Irene Lipman ist 1945 in Brzeg (Brieg) geboren und in den 1950er Jahren zum Studieren nach Wrocław gekommen. Sie berichtet, dass damals hauptsächlich jene Deutschen vertrieben wurden, die vermögend waren. Maria S. [Name von den Autoren anonymisiert], die erst in den 1960er Jahren nach Wrocław gekommen ist, wurde 1931 in Königshütte, Oberschlesien geboren. Sie sagt, in ihrer Gegend seien „manche rausgefahren, aber viele auch geblieben – wer wollte, der konnte rausfahren, aber manche wollten bleiben.“

Vor allem direkt nach dem Krieg, aber auch noch während der folgenden Jahre tauchte hin und wieder bei einigen Zurückgebliebenen der Wunsch auf, nach Deutschland zu gehen. Irene Lipmans Mutter stellte einen Ausreiseantrag, um zu ihrem Mann nach Deutschland ziehen zu können. Da sie darauf bestand, dass auch die Großeltern mitreisen konnten, verzögerte sich die endgültige Bewilligung. „Und dann kam der Scheidungsantrag. Und dann sind wir halt hier geblieben“, erinnert sich Frau Lipman. „Ich glaube, das war dann so, dass der Alltag, die Arbeit und die Probleme einen beschäftig haben, dass man dann gar nicht viel überlegt hat. Ich kam dann in die Schule und na ja, so ging´s langsam“, fügt sie hinzu. Zudem hätten viele Zurückgebliebene kaum Kontakte nach Deutschland gehabt und man hätte sich mit den neuen Umständen zurechtgefunden. Die zurückgebliebenen Deutschen können nicht genau erklären, warum sie nicht vertrieben wurden. Es scheint, als wollten sie nicht darüber sprechen oder als könnten sie sich nicht erinnern.

Belegt ist, dass deutsche Facharbeiter vor allem in Pommern und Oberschlesien von den Vertreibungen ausgeschlossen waren, da deren Arbeitskraft dringend benötigt wurde (Vgl. Eichenberger 1994: 39). Zudem hatte es 1945/46 Transportprobleme gegeben, so dass sich die Aussiedlung der Deutschen zum Teil stark verzögerte (Vgl. Ociepka 1996:137). Bedingung für das Bleiben war oftmals der Zwang, seinen Namen „auf einen polnisch klingenden“ zu ändern (Vgl. Kurcz 1995: 163f). Die polonisierten Namen waren den polnischen Behörden insofern wichtig, als sie eine polnische Urbevölkerung in Schlesien suggerierten, „die wurden dann Autochthone genannt“ (Interview: Lipman).

Um die deutschen Zeichen in der Stadt völlig zu verwischen, wurden auch deutsche Straßennamen, Hinweisschilder und Ladeninschriften zunächst entfernt und schon bald durch polnische Äquivalente ersetzt. Während in der Altstadt die Straßennamen hauptsächlich direkt ins Polnische übersetzt wurden, verlieh man den Straßen der Außenbezirke häufig Namen historischer polnischer Persönlichkeiten (Vgl. Thum 2003: 350). Deutsche Denkmäler wurden zerstört oder durch polnische ersetzt.

Für viele von den zurückgebliebenen Deutschen war es ein „schreckliches Erlebnis“, sich in „ihrer Stadt“ so fremd zu fühlen. „Du stehst jetzt hier vor deinem Haus, Elternhaus, und plötzlich bist du in einem fremden Land mit einer fremden Sprache. Es ist ein Schock“, erzählt Irene Lipman.

Nicht nur die Schikanen durch die polnischen Behörden in Bezug auf Ausbildung, Berufswahl und Aufstiegschancen (Vgl. Kurcz 1995: 170f), sondern auch die Einstellung mancher Polen gegenüber den Deutschen erschwerten den Zurückgebliebenen die ersten Nachkriegsjahre. Darüberhinaus wurde die deutsche Sprache auf den Straßen der Stadt nur ungern gehört, teilweise sogar verboten (Vgl. Linek 1997: 46). „Es gab manche, die waren gegen Deutsche sehr negativ von zu Hause eingestellt. Es kann sein, dass es Familien waren, die was durchgemacht haben. Die halt mit Deutschen sehr, sehr schlechte Erfahrungen hatten und das hat sich dann auch, die Erzählungen, auf die Kinder ausgewirkt. […] Aber es gab auch Familien, die sehr freundlich waren. Ich hatte eine Freundin, mit der bin ich eben aufgewachsen. Die kam sogar und hat Deutsch gelernt bei uns und meine Großmutter, die hat ihr auch Deutsch beigebracht. Es war verschieden. Ich glaub, das hing eben von den Familienerlebnissen ab“, berichtet Irene Lipman. Mit ihren Großeltern und ihrer Mutter hat sie weiter deutsch gesprochen. Zu keinem Zeitpunkt habe ein offizieller Zwang bestanden, die polnische Sprache zu lernen, aber in der Schule wurde auf Polnisch unterrichtet und „wenn man arbeiten wollte, musste man sich ja verständigen können.“

Zusammen mit ihrer Großmutter und ihrem Bruder ist Maria S. noch nach Kriegsende in ihrem Haus geblieben und musste nicht einmal ihren Namen ändern. Auch sie hat zu Hause weiterhin Deutsch gesprochen, ebenso wie viele andere in ihrem oberschlesischen Dorf. Von heute auf morgen waren all ihre Lehrer in der Schule Polen, der Unterricht wurde auf Polnisch abgehalten. „Von Deutsch auf Polnisch alles zu lernen, das war nicht so einfach. Die Kinder haben schnell gelernt. Trotzdem war alles schwer nach dem Krieg.“ Doch die Lehrer wussten, „dass wir kein Polnisch konnten“ und haben sich anfangs darauf eingestellt.

Anfang der 1950er Jahre heiratete Maria S. einen Polen und zog mit ihm zu seiner Familie nach Łódź. Über ihr Verhältnis zu seinen Verwandten in den ersten Jahren nach dem Krieg bemerkt sie: „Er hat mich in seine Familie genommen, aber dort haben sie viel erlebt von den Deutschen, die Polen, die hatten sie nicht so gern die Deutschen. Ich konnte ja auch noch nicht so gut polnisch sprechen, da haben sie gewusst, dass ich Deutsche bin und mir so kleine Hiebe versetzt.“ Zwar sei sie als Ehefrau akzeptiert worden, jedoch war das Deutsche nicht so weit gebilligt, dass es ihr möglich gewesen wäre, die Sprache ihren Kindern beizubringen.

Sylvia A. [Name von den Autoren anonymisiert] wurde 1935 in Gliwice (Gleiwitz) geboren und lebt seit 1937 mit kurzen Unterbrechungen in Wrocław. Um ihre Großmutter zu pflegen geht sie 1945 für vier Jahre nach Opole und besucht dort die örtliche, polnische Schule. Anhand von Gedichten und Liedern bringt ihr eine polnische Freundin die Sprache bei. Ihren Eindruck von der Situation der Deutschen zu dieser Zeit fasst sie wie folgt zusammen: „Es war schwer, wissen Sie. Pole auf uns war nicht gut.“ Sie erzählt von einem Erlebnis im Zug, als ihre Mutter ihr verbot zu sprechen, damit niemand mitbekäme, dass sie Deutsche sind.

Allgemein sei das Verhalten der Polen gegenüber den Zurückgebliebenen sehr unterschiedlich gewesen: es „reichte vom Ruf nach Vergeltungsmaßnahmen, die sich an nationalsozialistischen Praktiken orientierten sollten, über Gefühle der Gleichgültigkeit und Verachtung für ein kollektiv als schuldig eingestuftes Volk bis zu Beweisen von Verständnis und Mitgefühl für das Schicksal der von Verlust der Heimat betroffenen“ (Kraft 2000: 465). Unsere Interviewergebnisse lassen vermuten, dass die Einstellung oftmals stark von den persönlichen Erfahrungen der Polen mit den Deutschen abhing. Vor allem unter Kindern habe sich das Verhältnis schnell normalisiert, insoweit sie nicht allzu negativ von ihren Familien beeinflusst worden waren (Vgl. Interview: Maria S.).

Vor diesem Hintergrund verheimlichten die meisten ihre deutschen Wurzeln. Die bestehenden Vorurteile und die Angst vor Benachteiligungen schienen zu groß, als dass man gewagt hätte, preis zu geben, wer man war: „Hier waren Leute. Aber keiner wollte sagen, dass sie Deutsche sind. Alle haben Angst gehabt“, weiß Sylvia A. zu berichten. Diese Angst legte sich erst mit dem Ende des Kommunismus in Polen.

Zudem scheinen die meisten Zurückgebliebenen heute recht gut in die polnische Gesellschaft integriert zu sein. Irene Lipman, Maria S. und Sylvia A. haben alle einen polnischen Mann geheiratet. Zwar wurden einige deutsche Traditionen, wie zum Beispiel die in Polen unüblichen Geburtstagsfeiern, beibehalten, jedoch lebte man im Großen und Ganzen ein polnisches Leben und lehrte die Kinder Polnisch. Das führte dazu, dass die meisten bis 1989 kein Deutsch sprachen und heute sagen, die polnische Sprache falle ihnen leichter.

Die Polonisierung, das Verbot der deutschen Sprache und die Unterdrückung der Deutschen sollten dazu beitragen, das Bild einer schon immer polnischen Stadt zu entwerfen. Um dies zu erreichen, scheute man sich auch nicht, die Geschichte „umzudeuten“. Eine Rolle spielte dabei der Versuch, die „Präsenz der Polen in der Stadt zu legitimieren“ (Thum 2003: 310). Auf Irene Lipman wirkte dies folgendermaßen: „Es wurde ja auch vieles über diese vielen Jahre verheimlicht oder man wollte davon nichts wissen. Ich meine jetzt offiziell von der polnischen Seite hat man auch vieles verdreht. Man hat diese 50 Jahre diese Geschichte in den Schulen gelehrt, wie man wollte. Man hat immer versucht, diese Urwurzeln, Schlesien, das ur-urpolnisch zu betonen. Die paar hundert Jahre, wo ja Schlesien nicht zu Polen gehörte, wollte man auslöschen.“ Auch Maria S. erinnert sich: „Die Polen sagten, es ist eine Piasten-Stadt, wo die Piasten noch waren“. Tatsächlich stand die Stadt vom 11. bis zum 14. Jahrhundert unter Piastenherrschaft, fiel danach jedoch an Böhmen. Auf diesen verhältnismäßig kurzen Abschnitt der Stadtgeschichte wurde im Geschichtsunterricht das Hauptaugenmerk gelegt, während die sechs Jahrhunderte fremder Herrschaft relativiert wurden, zum Beispiel indem besonders auf (Handels-)Beziehungen zwischen Breslau und Polen hingewiesen wurde (Vgl. Thum 2003: 311f).

Trotz der Polonisierung der Stadt besteht bei einigen Zurückgebliebenen noch bis in die heutige Zeit die Hoffnung, dass Wrocław eines Tages wieder eine deutsche Stadt sein könnte. Zu schnell war die große Veränderung gekommen. „Wir haben immer gedacht, ob das [dass Wrocław wieder eine deutsche Stadt wird] nochmal kommt“, erzählt Sylvia A. Ob sie das bis heute hoffe? „Ja, das möchte ich... alle Leute.“ Das ist umso erstaunlicher, wenn man berücksichtigt, wie gut die hier zitierten Zurückgebliebenen in die polnische Gesellschaft integriert sind und wie wenig Kontakt sie noch nach Deutschland pflegen.

Mit Stalins Tod und dem Umbruch von 1956 kam es in Wrocław zu Liberalisierungen in allen Bereichen des Lebens, wovon auch die Zurückgebliebenen profitierten (Vgl. Ociepka 1992: 100f). Als Maria S. Anfang der 1960er Jahre nach Wrocław zieht, hat sie das Gefühl, dass sich die Situation der Deutschen in der Stadt verbessert hat. „Man konnte schon wieder sprechen, dann war es wieder lockerer.“ Ob diese politischen Veränderungen sich auch in der gesellschaftlichen Realität widerspiegelten ist fraglich: Auch nach 1956 hat keine der drei Zurückgebliebenen deutsch gesprochen beziehungsweise den Kindern Deutsch beigebracht und Maria S. lebte nach wie vor nicht gern mit ihrer, den Deutschen gegenüber negativ eingestellten Schwiegermutter zusammen.

Irene Lipman hat zu dieser Zeit angefangen, in Wrocław zu studieren. „Probleme hat man mir nicht gemacht“, sagt sie. Allerdings habe sie auch nie betont, Deutsche zu sein: „Da war so eine Professorin und die hat mich dann gefragt, wie die Familienverhältnisse sind und das war so, so, so… damals habe ich mir nichts gedacht. Ich habe natürlich nicht gesagt: ‚ich komme aus einer deutschen Familie‛, denn ich spreche ja so polnisch, dass die Leute es nicht merken, dass ich jetzt eine Deutsche bin. Als Kind habe ich ja die Sprache erlernt und dann hat man keinen Akzent, aber es kann sein, dass es damals, es war ´63, dass man damals auch noch nachgefragt hat, wegen der Abstammung.“ Die Wende in der polnischen Minderheitenpolitik brachte seit 1989 auch für die zurückgebliebenen Deutschen große Veränderungen mit sich. Sie wurden in Rechten und Pflichten den übrigen Staatsbürgern gleichgestellt (Vgl. Eichenberger 1994: 135). Die Mitglieder der deutschen Minderheit der Stadt hatten das Gefühl, dass sich die Lage entspannt hatte und dass sie ihre Herkunft nicht länger verschweigen müssen. „Jetzt muss ich sagen, die Situation hat sich völlig geändert. Eben nach der Wende, nach den 90ern, wo doch dieser ganze Umbruch kam, viele Deutsche haben sich getraut, wieder in die Öffentlichkeit zu gehen und dazu zu stehen, dass sie Deutsche sind und na ja, ich hatte dann keine solche Hemmungen. Obwohl viele von den älteren Leuten bis heute noch damit Probleme haben. Die glauben nicht, dass die Situation sich vielleicht insoweit stabil verändert hat, […]“ so berichtet Irene Lipman. Auch Maria S. ist der Meinung, dass nach 1989 „alles so freier war, man konnte mehr davon sprechen“.

Wie unsere Gesprächspartner berichten, wagen viele Deutsche erst in diesem freieren Klima, sich zu ihrer Identität zu bekennen und erst jetzt erfährt ein Großteil der noch in Wrocław lebenden Deutschen von der Existenz der anderen. Maria S. hat ebenfalls erst nach 1989 wieder Kontakt zu anderen Deutschen gehabt, vorher war ihr niemand in der Stadt bekannt gewesen.

„Mein Kontakt mit den Deutschen hier war erst ´89. Als der Kohl hier war mit dem Mazowiecki, da waren wir zu dem Treffen in Krzyżowa eingeladen. Das war im November, da bin ich gleich in den Club eingetreten. Schon ´80 gab es ihn, aber da wusste ich nicht, dass es das gibt.“ Zum Teil stellte sich sogar heraus, dass gute Bekannte, Nachbarn oder Arbeitskollegen auch Deutsche waren, man aber nie darüber gesprochen und sich immer auf Polnisch unterhalten hatte.

Viele sprachen nach 1989 das erste Mal seit langer Zeit wieder deutsch. Zuvor hatten sie in ihrer „polnischen Welt“ gelebt und zum Teil nicht einmal von der Gründung der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft erfahren, „weil es nicht an die große Glocke gehängt wurde“, erklärt Irene Lipman. Sie hat 1991 bei einer Feier in Wrocław andere Deutsche kennen gelernt und über sie von der deutschen Gesellschaft erfahren. „Natürlich hatten wir sofort Kontakt und gleich am nächsten Tag bin ich mit meiner Mutter hingegangen, habe mich eingetragen als Mitglied.“ Nach Irene Lipmans Angaben leben heute noch etwa 3.000 Deutsche in Wrocław. Man trifft sich im „Club“ und zum deutschen Gottesdienst, fährt zusammen nach Deutschland und feiert gemeinsam Feste. Vielen sind diese Treffen vor allem deshalb sehr wichtig, weil sie wieder deutsch sprechen können, erklärt Maria S.: „Wissen Sie, wenn man nicht spricht deutsch, dann tut man vergessen. Ich gehe in die deutsche Kirche, damit ich nicht vergesse zu sprechen.“

Dass sie Deutsche sind, sagen sie inzwischen offen. „Heute ist es schon kein Problem mehr“, bestätigt Maria S. Ihre Nachbarn und Bekannten wissen, dass sie Deutsche ist und „akzeptieren das“.

Auch in der Geschichtsschreibung der Stadt taucht ihre deutsche Vergangenheit wieder auf. „Jetzt sagt man halt offen: diese ganzen Sachen tragen ja der Geschichte der Gesamtstadt nur bei und bereichern sie und bereichern uns alle“, findet Irene Lipman.

Und fügt dann hinzu: „Die ganzen Jahre war es auch nicht einfach, in dem Bewusstsein zu leben, dass man Deutsche ist - man lebt in Polen, man muss sich als Polin ausgeben in der Öffentlichkeit.“ Welchen Stellenwert haben diese Ereignisse für die Jugend der Stadt?



GenerationswechselEinleitung

In einem Interview mit der Gazeta Wyborcza sagte Reiner Sachs, Kulturattaché des Deutschen Generalkonsulats in Wrocław, dass in den deutsch-polnischen Beziehungen die pragmatischen Einstellungen der jungen Generation maßgebend seien. „Die jungen Leute sehen in ihren Altersgenossen von der anderen Seite der Oder Menschen, die so denken wie sie. Sie haben also keinen Grund, bei historischen Verletzungen und Aufrechnungen mitzumischen“ (1) (Gazeta Wyborcza 7.3.1997). Diesem Paradigma folgend und um einen gegenwärtigen Blickwinkel auf die deutsche Geschichte der Stadt zu ermöglichen, führten wir sechs Interviews mit polnischen Studenten.

Kann man tatsächlich sagen, dass die junge Generation frei von historischen Belastungen ist? Verfügen die polnischen Studenten über historisches Wissen? Wie bewerten sie die Koexistenz der zwei Kulturen in Schlesien, der polnischen und der deutschen?

Wir fragten nach der Bedeutung der deutschen Geschichte Wrocławs und nach den Beziehungen zu dort lebenden und die Stadt besuchenden Deutschen. Weiter interessierte uns der Einfluss des Bildungssystems und der Familie auf die Einstellung zu Deutschen und Deutschland.

Für den Großteil der befragten Studenten ist die deutsche Vergangenheit der Stadt weitgehend irrelevant. Eine der Studentinnen gab zu verstehen, dass sie sich nicht für diese Stadt entschieden hätte, wenn sie die deutsche Vergangenheit Wrocławs mit berücksichtigt hätte. Als Grund gab sie die Voreingenommenheit ihrer Mutter an, einer studierten Germanistin, die ihren Töchtern eine negative Einstellung gegenüber Deutschen vermittelt habe. Die Befragte erweckte den Eindruck, ihre Abneigung sei in einem Minderwertigkeitsgefühl gegenüber Deutschen begründet, welches sich vor allem auf unterschiedliche Lebensstandards und Gehaltsunterschiede bezieht. Der bei einem Aufenthalt in Deutschland gehörte Satz, dass „Polen ein Leben lang für einen Ferienaufenthalt in Deutschland sparen müssen“ wurde als Beweis dafür gesehen, dass Polen von Deutschen herablassend behandelt würden. Sehr oft thematisierten die Studenten unterschiedliche Lebensstandards in Deutschland und Polen an.

In der Meinungsforschung der letzten zehn Jahre wurden Veränderungen in den Einstellungen der Polen gegenüber Deutschland festgestellt. Doch der Wechsel von negativen zu positiven Stereotypen bedeutet nicht automatisch einen Wandel der Grundhaltung. Es ist erst der erste Schritt, um Voreingenommenheit abzulegen. Die von uns geführten Interviews zeugen genauso wie die Forschungsergebnisse des Zentrums Gesellschaftlicher Meinungsforschung (Centrum Badań Opinii Społecznej) aus den 1990er Jahren (Bingen/Malinowski 2000: 37) davon, dass die Polen weiterhin relativ häufig ihre Abneigung oder Gleichgültigkeit beibehalten haben.

Sogar unter Personen, die nach 1980 geboren sind (und dies trifft auf unsere Gesprächspartner zu), sind die Erfahrungen der „polnischen Nation“ – der Zweite Weltkrieg, die deutsche Besatzung, die Vertreibungen – ständig im Bewusstsein präsent. Oder wie eine von den Studentinnen sagt: „Viele Nachbarn hier im Wohnheim äußern sich schlecht über Deutschen. Sie sagen solche unfreundliche Sachen – dass sie uns nicht gut behandelt hätten. Es geht um den Zweiten Weltkrieg“ (2). Wie auch im oben genannten Interview deutlich wird, ist es charakteristisch für die Mehrheit unser Gesprächspartner, dass sie stets nur bei Dritten und nie etwa in der eigenen Familie Abneigung gegenüber Deutschen feststellen.

Eine andere Studentin erzählt von einem Ausflug Deutscher in ihre Heimatstadt.

„Mein Großvater erlebte vor kurzem diese Situation, dass ältere Deutsche Żagań besuchten und ihn baten, seine Wohnung zu sehen, weil sie damals genau an diesem Ort gewohnt hätten. Und er erklärte sich sofort einverstanden, obwohl unser Nachbar zum Beispiel sehr feindlich eingestellt war und sich nicht darauf einlassen wollte“ (3).

In unseren Gesprächen wurde deutlich, dass die Mehrheit der interviewten Studenten sehr schematisch über die deutsch-polnische Geschichte denkt. Befragt nach der Art und Weise der Wissensvermittlung im Geschichtsunterricht fragten die Studenten nach, „ob es um den deutsch-polnischen Hass gehe“ („czy chodzi o nienawiść polsko-niemiecką?“). Die Hälfte unserer Gesprächspartner beschrieb ihre derzeitigen Lehrer als neutral gegenüber Deutschland. Die andere Hälfte dagegen sprach von negativen Einstellungen: „[Vermittelt wurde uns] ein Bild Deutschlands als einzig richtige Herrschaftsmaschine, nur um eine möglichst große Armee aufzustellen, um sich für den Zweiten Weltkrieg zu bewaffnen“ (4).

Trotz dieser Erfahrungen lassen sich nicht alle Studenten von diesen Stereotypen bei der Wahrnehmung der Deutschen und der deutsch-polnischen Geschichte beeinflussen. Einer der Studenten war folgender Auffassung: „Der Mensch reift und versteht besser, dass es nicht einzig und allein darum ging, dass es Hitler gab und nur schlechte Leute in diesem Deutschland genannten Land versammelt waren, die danach strebten, die ganze Welt zu beherrschen und viel Schlechtes zu tun. So war es ganz und gar nicht. Es war irgendeine Gruppe von Leuten, die die Macht an sich gerissen hatte und leider gelang es ihnen, einen großen Teil der Gesellschaft mitzuziehen... natürlich gab es auch gute Menschen, die aus Deutschland flohen, um mit dem Ganzen nichts zu tun zu haben“ (5). Aus einigen Antworten wird deutlich, dass nicht einzig Stereotype Grund für Abneigung und Misstrauen sind. Auch die Wiederaufnahme der empfindlichen Diskussion um Eigentum in den Westgebieten Polens ruft negative Assoziationen hervor. Einer der Studenten sagt dazu: „Sie können ruhig herkommen, wenn sie nicht darauf pfeifen, [...] was einst im Krieg war. Sie haben dort schon ihre Wohnungen, also denke ich, solange sie herkommen ist alles in Ordnung. Aber wenn sie anderen Leuten die Wohnungen wegnehmen wollen... Schlimm scheint mir, dass es nicht die Leute sind, die hier wohnten, sondern ihre Familien. Also schon die nächste Generation. Sie fordern ihre Rechte ein, um daraus Profit schlagen zu können. Irgendwie bin ich skeptisch – ich weiß nicht, ob sie hier wohnen wollten“ (6).

Vielleicht fiele jungen Polen der Umgang mit dieser Thematik leichter, wenn die Sicherheit bestünde, dass die Deutschen ihre Rechte auf verlorenes Eigentum unter ideellen und nicht materiellen Gesichtspunkten forderten. Die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat findet in den Augen der Studenten Verständnis, die Forderungen nach materieller Entschädigung hingegen nicht. Es scheint eine Analogie zu den aus L´viv vertriebenen Polen zu bestehen, die ein Verständnis für die Gefühlslage der Deutschen schafft: „Sie [die Deutschen] können die gleiche Liebe zu Wrocław fühlen, wie wir zu L´viv. Das ist das Gleiche. Aus diesem Grund fahren wir nach L´viv, sie hierher“ (7). Von „uns“ sprechend meint die Studentin nicht nur die Menschen, die nach 1945 gezwungen wurden, die verlorenen Gebiete im Osten zu verlassen, sondern die gesamte polnische Gesellschaft.

Auch in anderen Aussagen spürt man die Abneigung gegenüber den deutschen Heimwehreisenden: „Ihr Verhalten [das der Deutschen] macht mich manchmal wütend, wenn ich höre, dass Wrocław einst ihres war... dass es damals so schön war und die Polen es zurückbekommen und kaputtgemacht haben“ („Ich stosunek [Niemców] to niekiedy mnie razi, jak słucham, że Wrocław był kiedyś ich... że kiedyś było tak fajnie a Polacy odzyskali to i już coś zepsuli.”).

Es lohnt sich, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, wie die Studenten sich zu der Erlangung der jetzigen polnischen Westgebiete äußern. Es ist schwer vorstellbar, dass die hier zitierte Antwort die eines Deutschen oder einer Deutschen wäre. Niemand der nach 1945 Vertriebenen würde sagen, dass Wrocław von den Polen „wiedergewonnen“ wurde. Unsere Gesprächspartnerin spricht von „Wiedergewinnung“ (odzyskiwanie), was suggeriert, dass die Gebiete ihrer Überzeugung nach polnische Wurzeln haben und der Anschluss an Polen vollkommen gerechtfertigt war.

Einige der gestellten Fragen zielten darauf ab, welche Rolle der Einfluss der Familie auf die Ansichten unserer Gesprächspartner gespielt hat. Obwohl viele Personen der älteren Generation den Krieg erlebt und zum Teil auch Zwangsarbeit geleistet haben, sprach man nicht von negativen Vorkommnissen. Im Gegenteil, oft wurde bezeugt: „Meine Oma war zum Arbeiten in Deutschland und hat sehr gelobt, dass sie eine so gute Familie hatte“ („Moja babcia była na robotach w Niemczech i właśnie bardzo chwaliła, że miała taką dobrą rodzinę.“). Oder: „Meine Oma arbeitete in Deutschland [während des Krieges] und sie lebte dort mit ihnen gut zusammen“ („moja babcia pracowała u Niemców [w czasie wojny], to tam żyli z nimi w zgodzie“). Die Frage liegt nahe, ob die Gesprächspartner das selbst relativiert und schön gefärbt haben oder ob sie diese Geschichten tatsächlich gehört haben.

Es ist schwierig, die Beziehungen unserer Gesprächspartner zur Geschichte der Stadt Wrocław, zu ihrem „Deutschtum“ eindeutig zu beschreiben. Es scheint für sie nicht von Bedeutung zu sein, dass sie an einem Ort studieren, der einmal deutsch war. Wie sie sagen, hat dies keinen unmittelbaren Einfluss auf ihr Leben. Obwohl bei ihnen auch das Kollektivgedächtnis zum Krieg zur Sprache kam, sind die persönlichen Einstellungen maßgebender. Ihre Meinungen sind in einigen Momenten emotional geprägt, doch im Alltag beschäftigen sie sich wenig mit der Geschichte.

Es scheint, dass die heutige Jugend keinen Grund hat, „bei historischen Verletzungen und Aufrechnungen mitzumischen“ („by uczestniczyć w historycznych urazach i rozliczeniach”), aber diese wenigen kurzen Gespräche zeigen, dass zwei Generationen anscheinend zu wenig sind, um diese gänzlich zu überwinden.



SchlussbemerkungenEinleitung

Während unseres Aufenthaltes und der Recherchen in Wrocław stellten wir fest, dass die Suche nach der deutschen Geschichte der Stadt nicht leicht fällt. Nicht viele Deutsche leben noch in Wrocław, die Spuren im Stadtbild wurden größtenteils zerstört und vielen Polen ist nicht einmal bekannt, dass Wrocław einmal deutsch war. Und dennoch haben wir Lebensgeschichten gehört, Meinungen unserer Generation vernommen.

In diesem Kontext haben sich die Jahre 1945, 1956 und 1989 als die Fixpunkte für unsere Dokumentation herausgestellt. Die völlige Neuordnung der Stadt 1945, die innenpolitischen Reformen von 1956 und die Wende des Jahres 1989 stellen Zäsuren für die Entwicklung der Stadt und das Leben der deutschen Minderheit in Schlesien dar.

Viele Aspekte haben uns überrascht: Die Mitglieder der deutschen Minderheit stellten sich als weitaus toleranter und gegenüber der polnischen Gesellschaft aufgeschlossener dar, als wir es zu Anfang vermuteten. In vielen Punkten unterscheiden sie sich in ihrer Meinung sehr von den in Deutschland weitaus bekannteren Vertriebenenverbänden und haben uns auf diese Weise wirklich eine andere Perspektive ermöglicht. Obwohl sie aber so integriert in die polnische Gesellschaft scheinen, äußern viele bis heute den Wunsch, dass Wrocław wieder deutsch werden solle.

Dass das Verhältnis zwischen Polen und Deutschen bis heute von den Ereignissen während und nach dem Zweiten Weltkrieg gekennzeichnet ist, zeigten uns auch die Interviews mit polnischen Studenten. Nach wie vor herrscht Misstrauen und in vielen Fällen auch Unwissenheit gegenüber der anderen Volksgruppe. Dies zeigt, dass auch in Zukunft der Weg zum gegenseitigen Verständnis nicht ohne einen ständigen Austausch miteinander gegangen werden kann.



Originalzitate

(1) „Młodzi ludzie widzą w swych rówieśnikach z drugiej strony Odry ludzi myślących tak jak oni, nie mają więc powodów by uczestniczyć w historycznych urazach i rozliczeniach.”

(2) „Dużo sąsiadów tutaj z akademika źle się wypowiada na temat Niemców... Mówią takie nieprzyjemne rzeczy - że niedobrze nas potraktowali. Chodzi o drugą wojnę światową.”

(3) „Mój dziadek niedawno miał taką sytuację, że starsi Niemcy zwiedzali Żagań i poprosili go, czy mogliby obejrzeć jego mieszkanie, bo kiedyś mieszkali właśnie w tym miejscu. I on się zgodził bez problemu, chociaż sąsiad na przykład był bardzo wrogo nastawiony i nie chciał się zgodzić.”

(4) „[Przekazano nam] obraz Niemiec jako jedynej słusznej machiny do rządzenia, tylko do tego, żeby wyprodukować jak najwięcej armii, do tego, żeby się uzbroić na drugą wojnę światową.”

(5) „Człowiek dojrzewa i trochę więcej rozumie, że to nie było tak, że tylko i wyłącznie chodziło o to, że był Hitler i że byli sami źli ludzie zgromadzeni w jednym państwie zwanym Niemcy i że oni dążyli tylko do tego, żeby opanować cały świat i zrobić dużo złego. To wcale tak nie było. Była jakaś grupa ludzi, którzy się dorwali do władzy i udało im się niestety przekabacić dużą część społeczeństwa... oczywiście byli i ludzie dobrzy, którzy uciekali z Niemiec, żeby nie mieć z tym wszystkim nic do czynienia.”

(6) „Niech sobie przyjeżdżają, o ile się nie plują, że się tak wyrażę o to, co kiedyś było na wojnie. Że teraz będą wracać. Już mają teraz tam mieszkania, więc uważam, że dopóki sobie przyjeżdżają wszystko jest w porządku, ale jeśli chcą odbierać mieszkania ludziom... Co gorsza, z tego co mi się wydaje, to nie tyle ludzie którzy tu mieszkają robią, tylko ich rodziny. Czyli już następne pokolenie. Domagają się praw, żeby mieć z tego jakieś pieniądze. Bo jakoś tego nie widzę – nie wiem, czy by się chcieli tu przeprowadzić.”

(7) „Oni [Niemcy] mogą czuć taki sam sentyment do Wrocławia, jak my do Lwowa. To jest to samo. W związku z tym, my jeździmy do Lwowa, oni tu.”


Gespräch mit Frau Irene Lipman (Geschäftsführerin der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft Breslau) am 7.Mai 2004

Ich bin geboren 40 km von Breslau entfernt. Ich bin geboren am 6. Januar ’45, da war die Front schon hier in der Nähe und es hat schon wirklich gedonnert. Und meine Mutter, mit ihren Eltern, die wohnte auf einem Dorf und da bin ich eben geboren worden. Gegen Kriegsende also, ihr wisst bestimmt, dass die Festung Breslau am längsten gekämpft hat, da waren hier sehr heftige Kämpfe in Breslau. Und die deutsche Bevölkerung wurde weitgehend von der Stadt ausgetrieben, kann man so sagen, und in so einem Treck ist also meine Mutter mit mir und den Eltern dann in die Tschechei. Wir sind zu Fuß leider, in schrecklichem Schnee, es war so gegen -18 Grad, ein schrecklich strenger Winter und bis Mai waren wir dann da und im Mai kamen wir dann zurück. Bei tschechischen Familien waren wir da untergebracht. Und als Kriegsende ausgesprochen wurde…von Tag zu Tag kamen die Tschechen und sagten: ‚Raus hier, ihr Deutschen!’. Sie haben sich dann gleich auf die andere Seite gewandt. Und sofort raus…Und da sind sie dann zwei Wochen zu Fuß nach Hause.

Und im Mai sind Sie dann zurück nach Breslau gekommen?

Nicht nach Breslau, natürlich. Breslau war total zerstört. Wir sind auf ein Dorf zurück gekehrt und natürlich wurde dann die gesamte Bevölkerung vertrieben, von den Polen. Es war so, dass, meine Mutter mit ihren Eltern war, die waren schon älter und die hatten keinen Bauernhof. Die wohnten in einem Mietshaus und in erster Reihe hat man die Bauern, die einen Bauernhof hatten, sofort vertrieben. Denn es war ja schon eine Gruppe Polen, die als Zwangsarbeiter dort gelebt haben, angestellt waren, bei den Deutschen und die haben ja schon gewartet, um das zu übernehmen. Dass war dann nicht so, dass man das dann leer stehen ließ, die Bauernhöfe, sondern die Polen, die haben schon darauf gewartet. Und dann ging es relativ schnell mit denen, die einen Bauernhof hatten. Eben die Eltern meines Vaters, die hatten eine Bauernhof und die wurden als erstes vertrieben und den Bauernhof hat dann eine polnische Familie übernommen. Und meine Großeltern, mit denen wir waren, mütterlicherseits, die wollten nicht weg. Die hatten fünf Söhne, die waren an der Front. Zwei waren gefallen, man wusste, dass sie gefallen waren, über die anderen hatte man keine Nachricht. Und mein Großvater sagte, er bleibt halt hier. Wenn, dann kehren sie hier her zurück. Und dann sind wir so geblieben. Mein Vater war an der Ostfront in Gefangenschaft, das hat meine Mutter über das rote Kreuz im Laufe der nächsten Jahre erfahren und da ist sie mit ihren Eltern halt geblieben, denn die waren ja ohne Einkommen. Da hatten sie da ein Stück Feld bekommen, das haben sie bebaut und da kamen sie so über die Runden. Und natürlich, das ging nicht auf die Länge, auf dem Dorf, da konnte man nicht, wenn man jetzt nicht auf dem Land arbeiten konnte, da konnte man sich kaum erhalten und da sind sie dann, Ende der 40er Jahre, nach Brieg, das ist die nächste Großstadt, hier 40km von Breslau entfernt, sind wir gezogen und zwischendurch hat es sich ergeben, dass mein Vater von der Gefangenschaft entlassen wurde und dann in die DDR gebracht wurde, wie die meisten Soldaten aus Russland. Bevor sie sich dann wieder über das rote Kreuz gefunden haben, denn mein Vater hat auch gesucht und dann, das war schon Anfang der 50er, da hat meine Mutter dann vom Roten Kreuz die Ausreisepapiere bekommen, für sich und für mich. Denn man konnte dann nicht mehr, die Grenzen waren ja schon gesperrt, dieses Verfahren, das Vertreibungsverfahren, war dann ja abgeschlossen und man brauchte dann ein normales Verfahren, um nach Deutschland zu kommen. Das hat ziemlich lange gedauert und meine Mutter hat auch drauf bestanden, dass auch die Eltern mitkommen können. Aber für die kamen dann wieder keine Papiere für die Ausreise und das hat sich dann so verzögert. Mein Vater hat in der Zeit dann eine frühere Schulfreundin oder jemanden getroffen und hatte sich mit ihr verbunden. Und dann kam der Scheidungsantrag. Und dann sind wir halt hier geblieben[ ...].

Meine Mutter hat einen Polnischkurs gemacht, hat dann einigermaßen gut die Sprache beherrscht und hat dann auch Arbeit bekommen. Der Großvater, der konnte nicht mehr viel machen, der war schon über 70 und meine Großmutter, daran kann ich mich erinnern, die hat dann ausgeholfen, in der Apotheke, als Putzfrau. So haben sie versucht, so durchzukommen. Es ging so einigermaßen. In Brieg waren ein paar deutsche Familien geblieben. Wir hatten Kontakt. Es waren viele eben auch ältere Leute, die niemanden mehr hatten, keine Kinder und so.

Warum durften die Deutschen in dem Dorf bleiben?

Ich sage, man hat dann in erster Reihe die, die ein Vermögen hatten, vertrieben. Aber eben so Leute, die ebenso nichts hatten, […] die konnten sich da, ich weiß nicht, es war verschieden. Man hat da vielleicht das Auge zugedrückt. Übrigens war nur der Zwang, wenn wir bleiben wollten, müssen wir den Namen ändern. Auf einen polnisch klingenden oder so. Und so wurde mir sogar der Vorname und auch der Nachname geändert.

Wie haben Sie vorher geheißen?

Erika Kirchner und jetzt heiße ich Irene Lipman. Na ja, jetzt habe ich geheiratet und mein Mann, der heißt Lipman. Meine Name vorher war Bangen. Ich weiß auch nicht, das ist auch kein polnischer Name, aber da hat man das so geändert.

Und das war die einzige Bedingung?

Na ja, quasi die einzige. Die Polen die haben das so betrachtet, dass man sich eben bekennt, dass da so irgendwelche Kontakte zu Polen bestehen, dass es eine Urbevölkerung gibt. So wie die Volkslisten bei den Deutschen war, wo man einen Ahnen gesucht hat, der einen Bezug zum Deutschtum hatte, so hat man die Volksliste eingerichtet. So – glaube ich – in diese Richtung ging es auch, dass die Polen die Bevölkerung, die hier geblieben ist, die haben sie genannt Autochthone. Autochthone, das heißt so Urbewohner oder so ähnlich. No und dann konnten wir dann hier bleiben.

Und Sie sind dann deutsch-polnisch aufgewachsen?

Zu Hause wurde nur deutsch gesprochen, wegen Großvater, der hat sich nie ein Wort Polnisch beigebracht. Und meine Großmutter, die stammte aus Oberschlesien, da war halt so wasserpolnisch, so schlesisch. Die hat sich dann besser verständigen können, die konnte das besser verstehen und hat sich dann auch so einige polnische Worte, die konnte das dann so einigermaßen. Meine Mutter, die hatte eben diese Intensiv-Polnisch-Kurse gemacht, waren so welche organisiert und da hat sie ziemlich gut die Sprache beherrscht.

Musste man diese Kurse besuchen?

Man musste nicht, das war ganz frei. Aber wenn man arbeiten wollte, musste man sich mit den Leuten verständigen. Das war die einzige Möglichkeit, die Sprache in Schrift und Sprache zu beherrschen. Meine Mutter hat dann so eine Handelsschule oder so während des Krieges besucht und sie hat dann auch eine Anstellung in einem Büro weiter bekommen. Denn beruflich wusste sie ja jetzt, dass ohne Kenntnisse in Schrift und Sprache konnte man doch auf nichts hoffen. Sie hatte ja jetzt...., vier Personen musste sie jetzt versorgen.[...].

War es so, dass man das Deutsche verstecken musste?

Es war – ich weiß es aus Erzählungen – in Oberschlesien sehr streng. Dort hat man total verboten die deutsche Sprache. Öffentlich wie auch, zu Hause vielleicht. Aber es haben die Nachbarn belauscht, oder so. Ich habe schreckliche Sachen da gehört, wenn sich dort jemand auf Deutsch unterhielt oder so. Hier wir waren ein paar Familien, richtig so geblieben. In Brieg, Brieg ist jetzt so 30.000 über 30.000, so eine Großstadt, vielleicht nach dem Krieg waren es etwas weniger. Da waren wir fünf bis sechs Familien, höchstens. Besonders wie verfolgt wurden wir nicht. Es war auch so, die Bewohner, das waren alles Zuwanderer, das war keine Bevölkerung, die dort geblieben ist. Denn es ist auch anders, wenn Polen und Deutsche während des Krieges zusammengelebt haben oder sogar vor dem Krieg. Da gab es vielleicht solche Spannungen öfter, die sich dann auch weiter fortgetragen haben. Hier war es so, dass alle neu gekommen sind, quasi. Die ganze Bevölkerung und da ging es einigermaßen. Natürlich wussten alle, dass wir deutsche Familien sind und naja....

Also haben Sie auch mitbekommen, wie Polen dort angesiedelt wurden?

Ich als Kleinkind eher nicht, aber dann natürlich später, als ich in Kontakt kam mit den Kindern in der Schule, mit den Familien und man geht ja zu den Eltern. Da habe ich das alles mitbekommen. Ich wusste genau, von wo, von welcher Gegend. Es wurde ja darüber gesprochen, erzählt und so. Da habe ich das noch bestens kennengelernt. So wie halt Kinder zu Kindern gehen, zu Freunden.

Waren da Unterschiede zwischen den Kindern? Hatten Sie dort als Deutsche eine andere Rolle?

Es waren manche, die waren sehr so negativ von zu Hause eingestellt gegen Deutsche. Es kann sein, dass es Familien waren, die was durchgemacht haben. Die halt mit den Deutschen sehr, sehr schlechte Erfahrungen hatten und das hat sich dann auch, die Erzählungen auf die Kinder ausgewirkt. [...] Aber es waren auch Familien, die waren sehr freundlich. Ich hatte eine Freundin, mit der bin ich eben aufgewachsen bin. Die kam sogar und hat Deutsch gelernt bei uns und meine Großmutter, die hat ihr auch Deutsch beigebracht. Es war verschieden. Ich glaube, dass hang eben von den Familienerlebnissen ab.

Ihre Mutter hat dann auch nie überlegt, nach Deutschland zu gehen?

Ich glaube, dass war dann so, dass der Alltag, die Arbeit und die Probleme, dass man dann gar nicht viel überlegt hat. Ich kam dann in die Schule und na ja, so ging´s langsam. Dann sind die Großeltern gestorben und, na ja, da blieben wir. Ich habe inzwischen studiert. Probleme hat man mir nicht gemacht. Natürlich kann ich mich erinnern, bei der Aufnahmeprüfung, war natürlich die Fächer und so, man musste da schriftliche, mündliche Prüfungen und dann war da noch so ein Gespräch. Da habe ich schon öfter daran gedacht. Da war eine Professorin und die hat mich dann gefragt, wie sind die Familienverhältnisse und das war so...... damals habe ich mir nichts gedacht. Ich habe natürlich nicht gesagt: ich komme aus einer deutschen Familie, denn ich spreche ja so Polnisch, dass die Leute es nicht merken, dass ich jetzt eine Deutsche bin. Als Kind habe ich ja die Sprache erlernt und da hat man dann keinen Akzent, aber es kann sein, dass es damals, es war ´63, dass man damals auch noch nachgefragt hat wegen eben der Abstammung. Aber das ist mir damals nur eben so ein bisschen seltsam vorgekommen, dass ich halt es verheimlicht habe. Dann später, ich habe Elektronik studiert und dann abgeschlossen, dann kam ich in einen Großbetrieb hier in Breslau. [...] Und da ich natürlich die deutsche Sprache nicht verlernt habe und immer den Kontakt hatte, hatte ich gute Chancen und ich wurde im Außenhandel angestellt. [...] Das war eine sehr gute Arbeit, wir konnten ins Ausland fahren, ich habe den DDR-Markt betreut. Und für die polnischen Verhältnisse hier, war es da eben, ökonomisch-wirtschaftlich ging es immer so, ja wie in allen sozialistischen Ländern, aber es war eben, die Möglichkeit, in die DDR zu fahren, was zu kaufen, Sachen mitzubringen. Und da muss ich sagen, es war für mich ein Vorteil, dass ich die Sprache von zu Hause eben konnte, die hat mir dann eben sehr geholfen. Ich habe dann auch noch zusätzlich mit der Sprache mir meine Existenz gegründet, kann ich sagen, denn ich habe sehr viele Übersetzungen gemacht. Technische, ich habe ja die technische Ausbildung. Es war sehr gefragt. Nicht viele Leute hatten damals diese Sprachkenntnisse. Es gab viele Firmen, die haben Kontakte geknüpft und da brauchte man die technischen Dokumentationen, Übersetzungen und alles mögliche. Da gab es sehr viele Möglichkeiten und da habe ich in so einem Büro gearbeitet, lange Jahre, hatte sehr viel Arbeit und habe mir dann für die erste Wohnung mein Geld verdient [..].

Sie haben eben erwähnt, dass Sie gegenüber der Professorin nicht erwähnt haben, dass Sie Deutsche sind. Würden Sie sagen, dass Sie Deutsche sind?

Jetzt, ich muss sagen, die Situation hat sich völlig geändert. Eben nach der Wende, nach den 90ern, wo doch dieser ganze Umbruch kam, viele Deutsche haben sich gewagt, wieder in die Öffentlichkeit zu gehen und dazu zu stehen, dass sie Deutsche sind und na ja, ich hatte dann keine solche Hemmungen. Obwohl viele von den älteren unseren Leuten noch bis heute noch damit Probleme haben. Die glauben halt nicht, dass die Situation sich vielleicht in soweit stabil verändert hat, dass ... [Unterbrechung durch Mitarbeiterin]

Hatten Sie während all der Jahre vor `89 Kontakt nach Deutschland?

Ich habe, abgesehen von meinem Vater, der mit uns keinen Kontakt aufnehmen wollte... Er hat eben so ein Trauma [...]. Die konnten das nicht verarbeiten. Diese Erlebnisse. Mein Vater behauptete, dass wir ihn, dass wir ihn in der schweren Situation im Stich gelassen haben. Er hatte seine Erlebnisse und er war sich wohl nicht bewusst, was wir hier durchgemacht haben und er hat beschuldigt uns, das heißt meine Mutter und mich, obwohl ich ja ein Kind war, ich war ja, wie konnte man mich beschuldigen, er hat mich ja noch nie gesehen im Leben. Ich bin ja zur Welt gekommen, als er an der Front war. Aber er konnte das nicht verarbeiten. Und er wollte keinen Kontakt mit uns [...]. Man hat so viele Probleme und ich glaube, die ganzen Jahre war es auch nicht einfach, mit diesem Bewusstsein zu leben, dass man Deutsche ist, man lebt in Polen, man muss sich als eine Polin ausgeben in der Öffentlichkeit. Anderseits, von Zuhause hat man mitbekommen eine Einstellung, wie die Deutschen die Polen gesehen haben, wie sie manches bewertet, beurteilt haben. Und von der anderen Seite, in den polnischen Familien habe ich genau mitbekommen, wie Polen den Krieg durchgemacht haben, die einzelnen Leute, die Erlebnisse, wie sie das alles gesehen haben. Das ist ein großes Problem. Ich muss sagen, ich kann mich jetzt nicht voll, ich sage Euch das jetzt ganz ehrlich, mit den Deutschen identifizieren, wenn ich manchmal höre, wie Deutsche da erzählen: ach, mein Gott, was haben die da mit uns angestellt, was haben die...Ich habe immer im Hintergrund, was haben die Deutschen zuerst mit den Leuten angestellt. Es kann, ich kann es mitfühlen, dass es schrecklich für die Deutschen war. Meine Mutter hat das ja auch mitgemacht, ich vielleicht unbewusst, aber ich weiß es genaustens, wie es zuerst war, von den Leuten. Es ist dann immer so ein Problem, mit dem man dann... ich kann mich sehr schwer mit dem auseinandersetzen. Es steckt doch sehr in einem, belastet mich. Ich versuche eben, gezielt, den Kontakt mit meinem Vater doch nicht aufzunehmen. Jetzt ist er schon weit über 80, was soll ich jetzt den alten Mann, was könnte ich jetzt noch von ihm verlangen? Dass er wie klar mit mir über was diskutiert oder so? Er ist bestimmt schon verkalkt, muss man doch sagen. Er hat sich seine Welt aufgebaut, er hat sich das, kann ich mir vorstellen, so aufgebaut, wie er die haben will. Die haben mich im Stich gelassen und ich habe eben so gehandelt. Er hat bestimmt für sich, dass er eben uns verlassen hat auch eine Ausrede, bestimmt versucht für sich aufzubauen. So soll es halt so bleiben.

Ich habe noch eine andere Frage: haben Sie dann hier In Breslau studiert?

Ja, ich habe hier in Breslau studiert.

Sie haben gesagt, dass in Ihrer alten Stadt alle wussten, dass Sie Deutsche sind. Wie war das dann mit dem Wechsel in die Stadt?

Ich habe nach der Wende, von ein paar Kollegen, die mit mir gemeinsam studiert haben, zwei davon waren mit mir in einer Studentengruppe erfahren, dass es zwei Deutsche sind. Hier haben wir uns, in der Gesellschaft, nach der Wende, erst... Da könnt Ihr Euch vorstellen, wie die Leute doch es verheimlicht haben. Ich konnte vermuten. Der eine hatte so einen deutschen Namen, Gans, der andere hatte, jetzt habe ich vergessen, einen ziemlich polnisch klingenden. Aber man dachte so, mein Gott, na gut, der Name klingt für mich, ich wusste, was auf deutsche eine Gans vielleicht ist. Aber das betrifft jetzt nicht nur Deutsche. Ich habe kennengelernt, wir haben jetzt Kontakt aufgenommen, mit anderen Minderheiten, ich habe einen Ukrainer getroffen, der hat mit mir studiert, einen Weißrussen, der war mit mir in einer Gruppe. Das ist halt so, dass es nicht nur die Deutschen, sondern andere Minderheiten, von denen man ja denken könnte, dass sie nicht so viele Gründe hatten, sich so zu verstecken, dass die das auch verheimlicht haben.

Wann und warum haben Sie angefangen hier zu arbeiten?

Als die Wende war, war ich in Ungarn. Ich war von meiner Firma da [...]. Die ganze Wende habe ich halt in Ungarn so richtig mitbekommen. Ich habe miterlebt wie die vielen DDR-Deutschen in Ungarn waren, über die Grenze und so. Aber Polen war dann eben nur so, was man da von der Presse erfahren hat und ich kam Anfang ´90 zurück. Die Firma, muss ich sagen, ging pleite [...]. Und es ist noch so, dass ich geheiratet habe und mein Mann ist Jude. Er kommt aus Lemberg. Und das noch waren noch zusätzliche Erlebnisse, die ich schon erwähnt habe, dass ich das auch mitbekommen habe, nicht nur, wie die Polen, was die Polen für Erinnerungen haben, sondern auch, wie krass die Juden, was die Juden durchgemacht haben mit den Deutschen. Und wir waren mal eingeladen, mit meinem Mann in die Synagoge zu einer Feier und dort war auch eine Delegation der Gesellschaft, das war der Vorsitzende mit mehren Mitgliedern und der Konsul, hier vom Generalkonsulat. Und da habe ich zum ersten Mal gehört, dass es eine deutsche Gesellschaft gibt. Ich wusste nichts davon, denn die haben sich gegründet, als ich in Ungarn war und dann bin ich zurück gekommen und da war es eben nicht so an die große Glocke gehängt. [...] `91 wurde sie offiziell gegründet. Bei dieser Feier bei den Juden habe ich die Deutschen getroffen. Natürlich sofort Kontakt und gleich am nächsten Tag mit meiner Mutter hingegangen, habe mich eingetragen als Mitglied. Und dann wurde mir vorgeschlagen, ob ich nicht hier mitarbeiten möchte als Geschäftsführerin oder ob ich mich nicht engagieren wollte. [...] Und jetzt bin ich schon das zehnte Jahr Geschäftsführerin.

Die Gesellschaft hat sich also `91 gegründet und wie war das vorher? Welche Aktivitäten gab es schon vorher?

Die Gesellschaft leitet ihre Wurzeln von der Deutschen Sozial-kulturellen Gesellschaft, die sich im Jahre 1957 in Waldenburg gegründet hat, ab. Waldenburg, das ist ja so ein industrielles Gebiet und als diese ganze Aussiedlerwelle so stark war, das waren keine polnischen Spezialisten, Leute, die diese Betriebe verwalten konnten. Und da haben die Polen teilweise die Facharbeiter zurückgehalten, dass diese Fabriken, diese Gruben arbeiten können. Und dann, als die Polen nach und nach kamen und sich dann auch damit beschäftigen konnten, war es dann oft so, dass die Deutschen aus familiären Gründen nicht ausreisen wollten. Da sind viele Deutsche geblieben, die haben nie die polnische Staatsangehörigkeit angenommen und die wurde ihnen auch nie aufgezwungen. Offiziell hat man anerkannt, dass es Deutsche sind. Und da waren ziemlich viele Familien mit Kindern, es waren auch deutsche Schulen mit Deutschlehrern. Es waren alle Leute vorhanden. Es hat funktioniert, ein sehr reges Kulturleben, es war ein Theater so ein Laientheater, in Schweidnitz war so eine Operettengruppe, so ein Herr X hat das super organisiert, es waren Chöre, alles mögliche und `57 haben die Leute so eine Initiative ergriffen, dass man doch es zulässt, jetzt offiziell, dass die sich registrieren als eine Gesellschaft und dass sie die Interessen dieser Gruppe vertreten. Und hier wisst Ihr bestimmt aus der polnischen Geschichte, `56 kam es so zu einem politischen Umbruch, nach dem Tod von Stalin gab es so eine Auflockerung und da hat man es `57 auch zugelassen, dass so eine Gesellschaft registriert wurde. Breslau war eine Ortsgruppe von Waldenburg. Und es funktionierte dann im Rahmen der Familienzusammenführung, es sind doch viele Familien nach Deutschland gefahren und es ist so allmählich eingeschlafen. Anfang der 70er Jahre wurde die letzte deutsche Schule hier in Breslau geschlossen. Na ja, so langsam, dann kam das Kriegsrecht, da hat man untersagt alle Gesellschaften. Und bis eben zu der Wende 1990, da kam es eben wieder, diese Freiheit, dass die Leute sich zusammen suchten. Natürlich hat hier die deutsche Kirche sehr viel beigetragen. Denn die Leute haben sich bei den Messen, die gingen die ganze Zeit, die deutsche katholische Seelsorge und die evangelische, auf deutsch und da haben sich die Leute in der Kirche getroffen, einer hat es dem anderen gesagt und so kam das, dass sie sich wieder zusammen gefunden haben. Und dann wurde eben die selbständige Gesellschaft in Breslau gegründet. [...] Mitglieder der Gesellschaft schätzen wir so auf 1500. Knapp die Hälfte echte Deutsche und teilweise sind es dann gemischte Ehen, auch schon aus gemischten Familien die Nachkommen. Die Mutter meistens eine Deutsche, der Vater ein Pole, na ja. Und bei den Enkeln ist es dann schon nur ein viertel, aber die bekennen sich und kommen und wir freuen uns, mein Gott, man soll jetzt nicht so streng sein.

Was sind zum Beispiel Aufgaben der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft?

[...] In erster Reihe haben wir begonnen mit Deutschunterricht und das sowohl für Erwachsene wie auch für Kinder. Es sind viele Erwachsene der Sprache nicht mächtig, das ist ein großes Problem. Eben bei der Nachkriegsgeneration. Nicht alle hatten die Möglichkeit, zu Hause Deutsch zu lernen. Es waren gemischte Ehen, da hat man versucht, sich anzupassen und eher ein polnisches Haus zu führen als eben die Kinder deutsch zu unterrichten. [...] Es kommen jetzt aber auch viele Polen, Interessenten, die Interessen haben an dem Erlernen der Sprache, die nehmen auch teil. [...]

Die jungen Leute, die kommen, liegt denen vor allem daran, die Sprache zu lernen oder ist da auch kulturelles Interesse?

Kulturelles Interesse auch, denn wir haben ein großes Angebot. Eine Theatergruppe funktioniert hier. [...] Dann ist da noch die Gesangsgruppe. Aber das ist es nicht nur: es werden Geburtstage gefeiert, alles mögliche, denn der Sinn der Sache ist nicht nur, zu singen, sondern für die älteren Leute, sich zu treffen, auch deutsch untereinander zu reden, sich so richtig wohl untereinander zu fühlen. Das ist viel wichtiger für die als der ganze Gesang. Obwohl es immer schön ist, wenn sie auftreten. [...] Aber hier geht es um den Kontakt zu den Deutschen und dass sie sich regelmäßig treffen, sich wohl miteinander fühlen, das ist wichtiger.

Wie war das dann `89? Dass man dann alles wieder zeigen konnte? War es das, was sie daran begeistert hat und warum Sie dann auch sofort dahin gegangen sind?

Ja, so Leute wie ich, ich habe das sofort in Anspruch genommen und akzeptiert und bei den älteren ist immer noch dieses: man weiß ja nicht, wie lange es dauert! Es kann ja sein, dass es nur eine Übergangsphase ist und das es wieder kommt zu irgendwelchen Verfolgungen und die haben diese Probleme doch. Es sind Leute, die bei irgendwelchen Institutionen angestellt sind, die haben das zwar akzeptiert, die kommen hier her zwar, aber die möchten sich in der Öffentlichkeit nicht als Deutsche oder deutscher Abstammung zeigen. Denn die wissen nicht, ob das den Behörden so gefällt, wo sie angestellt sind. Es gibt da unterschiedliche Vorbehalte noch bei den Leuten. Offiziell in den Kontakten, die ich hier habe als Geschäftsführerin, die ich durch die Gesellschaft vertrete, hatte ich es jetzt nie, dass ich irgendwie schlecht behandelt wurde, dass man mich nicht freundlich oder so… Eher umgekehrt, ich muss sagen, dass ich immer sehr, sehr freundlich behandelt werde.

Wie ist der Zusammenhang innerhalb der deutschen Gesellschaft? Haben die Mitlieder ihre engsten Freunde innerhalb der Gesellschaft? Oder haben sie meistens polnische Ehepartner, sind sie sehr gut in der polnischen Gesellschaft integriert?

Ich glaube, es sind solche Fälle und es sind auch andere. Aber es sind auch viele Familien, die kommen dann gemeinsam zu Veranstaltungen und das ist eben schön, dass der Partner sich dann auch dazu bekennt. Mein Mann, der kommt ja auch zu allen Veranstaltungen mit[...] . Bei vielen ist das halt ganz normal. Aber bei anderen ist das auch so, dass dann nur ein Partner kommt, der andere, der fühlt sich dann vielleicht unwohl, weil er der Sprache nicht mächtig ist. Es gibt viele Gründe. [...] Ich glaube wir Deutschen, wir haben es noch leicht. Obwohl diese Ausländerfreundlichkeit nicht besonders gut ist, die Juden, die sind viel schlimmer dran. Es ist ein großer Antisemitismus - so meiner Einschätzung nach - in Polen. Ich bekomme das immer wieder mit, in Gesprächen, wo man sich gar nicht vielleicht überlegt, dass so eine Aussage jetzt antisemitisch ist. Irgendwelche Sprüche werden da wiederholt, irgendwelche Bezeichnungen oder so, die sie sind halt.... (unverständlich).

Gibt es so etwas wie ein deutsches Viertel hier? Ist es so, dass die hier gebliebenen Deutschen…?

Nein, wir sind sehr zerstreut. Und die Stadt war auch sehr zerstört, es sind viele Stadtviertel neu aufgebaut werden. Es war ein großes Problem mit den Wohnungen. Es ist verschieden, wo die Leute wohnen.

Warum liegt Ihnen so viel daran, das Deutsche hier zu bewahren, den Kindern Deutsch zu vermitteln, die deutsche Kultur zu vermitteln?

Wissen Sie, ich glaube, es ist ganz normal für einen Deutschen, dass man das weitergeben möchte. Es gibt ja außer den schlimmen Dingen, die wir verarbeiten müssen, gibt es doch sehr viele schöne Sachen, wertvolle. Es gibt so viele Denkmäler, Gebäude, die mit der Geschichte verbunden sind. Es gibt so viele Wissenschaftler, Künstler, die mit Schlesien, Breslau doch so verbunden sind, die in der ganzen Welt Anerkennung finden. Warum sollte man jetzt dazu nicht stehen, man solle das jetzt auch in die Öffentlichkeit bringen. Denn nicht immer wusste man davon. Es wurde ja auch vieles durch diese vielen Jahre verheimlicht oder man wollte davon nichts wissen. Ich meine jetzt offiziell von der polnischen Seite hat man auch vieles verdreht. Man diese 50 Jahre halt diese Geschichte in den Schulen gelehrt, wie man es wollte. Man hat immer versucht, diese Urwurzeln Schlesien, das ur-urpolnisch und so. Man total diese paar hundert Jahre, wo ja Schlesien nicht zu Polen gehörte, wollte man auslöschen. Und jetzt sagt man halt offen: diese ganzen Sachen tragen ja der Geschichte der Gesamtstadt nur bei und bereichern sie und bereichern uns alle, nicht wahr? Und warum soll man auch darüber nicht sprechen?

Sehen Sie es auch als Ihre Aufgabe, da so Dinge richtig zu stellen, Dinge endlich auszusprechen, die lange verdrängt wurden?

Ja, das ist natürlich, dass das auch unser Ziel ist, wenn wir hier war beitragen können, dann tun wir das auch. Wir sehen, dass es auch schwer bei vielen Wissenschaftlern ist, jetzt sich zu überwinden und die Geschichte wie von neu nicht zu schreiben, darzustellen. Es war vor ein paar Jahren Norman Davies von der Stadt der Auftrag gegeben, er soll die Geschichte Breslaus schreiben und er hat es auch getan. Und hier war die Reaktion von beiden Seiten, sowohl von vielen Polen als auch von vielen Deutschen: Was? Wird uns jetzt hier ein Engländer oder so.. Aber ich glaube, das war eine brillante Idee, eben einem Fremden diesen Auftrag zu geben. Kein Deutscher und kein Pole, denn sofort würde es hier riesen Widerstand auf der anderen Seite geben. Hier, glaube ich, kam es endlich zu einer Besinnung, Überlegung, ja vielleicht ist es ja doch nicht so, wie ich das sehe. Vielleicht hat die andere Seite hier auch etwas recht. Und ich glaube, es gab hier heftige Diskussionen, aber das Buch hat hier viel Gutes hier getan in der Richtung, bei der Richtigstellung der Geschichte der Stadt. Ein übrigens wunderschönes Buch [...] .

Würden Sie sagen, dass bei den Deutschen, die in Polen gelebt haben, noch lange die Hoffnung war, dass es wieder deutsch wird?

Ich weiß nicht. Keiner konnte es vielleicht so begreifen, dass es von Tag zu Tag...Ich kann mir nur vorstellen, dass es bestimmt schwierig ist zu glauben, dass es von heute ist ganz anders. Du stehst jetzt hier vor deinem Haus, Elternhaus, und plötzlich bist du in einem fremden Land mit fremden Sprache. Es ist ein Schock. Ich weiß nicht, ich war zu klein, aber ich glaube, das ist ein schreckliches Erlebnis. Muss es sein, nicht wahr?

Haben Sie jemals überlegt, nach Deutschland zu ziehen?

Nein, wir haben, habe ich schon erwähnt, nur den Vater, zu dem kein Kontakt besteht, außerdem haben wir nur eine, das ist die Schwester meiner Mutter, die lebt in Bayern und sonst haben wir keine Familie. Wenn wir vielleicht hätten, dann wäre das vielleicht etwas anderes gewesen. Es zieht zu der Familie. So sind wir hier geblieben.

Haben Sie einen deutschen Pass?

Nein, ich habe nur einen polnischen Pass. Ich wollt jetzt keinen deutschen beantragen, wegen meinem Mann. Es ist so, dass ich ihn nur bekommen könnte, man kann dann für den Mann nicht und ich möchte nicht, dass ich ihm damit vielleicht wehtue. Ich wollte das halt so lassen, wie es ist.

Ist es schwer für Ihren Mann, mit einer Deutschen verheiratet zu sein?

Ich glaube nicht, sonst hätte er mich ja nicht geheiratet. Aber es ist bestimmt ein Problem, wenn er mit mir in einem deutschen Kreis sitzt. Ich muss sagen, ich habe immer so eine kleine Unruhe, dass keine Äußerung kommt, die ihn verletzen könnte und es ist auch, es gibt verschiedene Äußerungen. Und das ist auch für mich immer ein Problem, wenn ich jetzt in einem Kreis bin, den ich nicht kenne, denn sonst weiß man doch, mit wem man verkehrt, oder so. Aber es kommt bei manchen Deutschen, die älteren, da kommen diese Äußerungen, die ich nicht nett finde in Bezug zu Krieg und zu Juden und so. Es ist manchmal, es kam mir auch schon vor, dass ich aus dem Zimmer gegangen bin. Ich wollte nicht. Ich habe jetzt natürlich keine Demonstration oder so, aber... [...]. Sonst wissen alle, dass er Jude ist und das ist vielleicht auch eine gute Art, wie er das behandelt, für manche ist es: warum redet er darüber, dass er Jude ist, aber damit verhindert man oft unangenehme Situationen. In Polen ist es halt notwendig, obwohl in Deutschland ebenfalls.

Passiert es, dass es hier Töne gibt, hier in diesem Haus, die Ihnen nicht gefallen? Dass Deutsche etwas gegen Polen äußern?

Ja, es kommt manchmal vor. Es kommen Reisegruppen. Das sind auch Leute, die ihres erlebt haben, die Vertreibung und so. Na ja, da kommen solche Äußerungen manchmal. Viele haben beispielhaft öfter die Vorwürfe, dass wir keine Deutschen sind, die wir hier geblieben sind. Was seid ihr für Deutsche? Ihr seid Polacken oder so, ihr seid hier geblieben. Na ja, es sind verschiedene, das hängt vom Niveau der Leute ab [...] . Na ja und wenn jetzt so blöde Äußerungen kommen, ich werde ihn nicht überzeugen. Er ist ja seiner Meinung. Was soll ich mich da aufregen. Wenn eine Frage kommt, wo ich sehe, ich habe den Kontakt und er fragt, weil er es wissen möchte, dann kann ich ihm das erklären, so wie ich Euch das jetzt erzähle [...].

Kommen zu Ihnen sehr viele Heimattouristen?

Ja, gleich nach der Wende sehr viele, überwiegend die Deutschen, die ehemaligen Schlesier, Breslauer, die in der DDR lebten. Die haben dann auch erst die Möglichkeit bekommen, zu bekennen, dass sie Schlesier sind, dass sie hier ihre Wurzeln haben. Das war ja auch in der DDR sehr krass. Man durfte keine politische Andeutung, dass das mal deutsch war… Das war auch in der DDR verboten, keine Verbände der Vertriebenen. Und die kamen dann sehr viel. Es war für viele dann die erste Möglichkeit so richtig. Und die kamen und haben sich gefreut. Jetzt ist es weniger geworden. Die Leute sterben auch aus [...]. Einige kommen noch mit ihren Kindern, mit ihren Kindern weniger, aber mit ihren Enkeln. Die möchten gerne wissen, wo die Großeltern so gelebt haben.

Und die Mitglieder der Gesellschaft, wie sehen die die Polen? Ist das noch so, wir sind so und die, die sind so? Gibt es da noch diese Grenzen?

Ich glaube nicht. So wie ich das jetzt oft beobachte ist es so, dass unsere Leute oft die schlechten Gewohnheiten von Polen übernommen haben, dass sie vieles übernommen haben, zum Beispiel eine Religiosität, wie die Polen das haben. Ich weiß nicht, ob ihr das mal mitbekommen habt, diese Äußerlichkeiten, sich zeigen, dass ich so fromm bin. Und dahinter steckt halt, hinter dieser Fassade ganz wenig, dass man diese Gottesgebote auch einhält [...].

Aber sie fühlen sich nicht polnisch?

Ich glaube doch. Wie viele Traditionen haben sie übernommen, vielleicht aus den Familien, die Feiertage, die in Deutschland nicht üblich sind, diese Sitten.

Wir hatten das Gefühl, dass vielen das Deutschsprechen schwer gefallen ist. Dass sie mit uns Deutsch gesprochen haben, untereinander aber Polnisch.

Bei vielen ist es jetzt so, dass sie jetzt halt in der polnischen Sprache sich, alltäglich... und dann ist es eben leichter, sich zu verständigen[...].

Haben Sie viele Kontakte zu Vertriebenenverbänden in Deutschland?

Ja, haben wir regelmäßig. Das sind die Landsmannschaften Schlesiens, die mit uns den Kontakt halten und die haben auch gleich nach der Wende unsere Tätigkeiten sehr finanziell unterstützt. Bis heute bekommen wir von vielen auch noch Kleiderspenden. Bei uns sind sehr viele arme Menschen [...]. Wir bekommen auch Geldspenden, dann gibt es Kohle für die Leute im Winter, es werden Weihnachtspakete, Lebensmittelpakete gepackt [...]. Es wir immer weniger, es ist – wie gesagt – auch die Situation in Deutschland etwas schwieriger geworden. Viele sterben dann auch. Aber sie versuchen, uns nach Möglichkeit zu unterstützen.

Und haben Sie das Gefühl, dass deren Einstellung, also die Einstellung zu Polen, zu Schlesien, zu der Geschichte sehr anders ist?

Ich glaube doch, dass sich das unterscheidet. Wir haben ja die Leute anders kennengelernt. Wir leben mit ihnen, da hat man eine andere Einstellung schon. Und wie auch, alleine die Stadt: die Leute kamen hier und die haben in ihrer Erinnerung ihr Elternhaus, die Stadt ganz schön. Je später, desto schöner wird das alles, denn das ist ja ihre Jugend. Und die kamen hier und das war alles düster, schmutzig, zusammenfallend. Und das war der Schock. Wir haben das gar nicht so mittlerweile mitbekommen. Man wächst, da sieht man gar nicht, dass das Haus da zusammenfällt [...]. Man geht da halt vorbei und man gewöhnt sich, dass man in so einer Landschaft lebt. Und für die Leute, die kamen, war der Schock. Mein Gott, was haben die mit unserer wunderschönen jetzt hier Heimat gemacht. Aber die ganzen Jahre jetzt nach der Wende, da sieht man: die Stadt hat sich so unheimlich hier geändert, auch im Dorf. Es gibt die Möglichkeit zu renovieren, die Leute tun das. Es gab ja kein Baumaterial, es war ja so weit in kommunistischen Zeiten, dass einen Sack Zement zu kaufen, war ja fast unmöglich, da musste man Beziehungen haben. Da haben die Leute halt so gelebt, wie es ging. Und jetzt sieht man: viele fahren vielleicht zur Arbeit in den Westen, die kommen zurück, die sehen, wie man das machen kann und die versuchen dann, auch ihre Häuser so in Stand zu bringen. Und man sieht großen Unterschied. Es wir viel renoviert und die Läden sehen viel besser aus. Wenn die Leute jetzt kommen von Westen zu Besuch, ist der Eindruck schon viel besser.

Wir danken Ihnen sehr für dieses Gespräch!

Das Gespräch führten Jolanta Gambus, Kerstin Hinrichsen, Anna Lisa Wiesbrock und Helene Wolf.


Kurzinterviews mit polnischen Studierenden im Studentenwohnheim „Ołówek“ am 8. Mai 2004

Rozmowa 1 – Studentka

Fragment, który nie został utrwalony na taśmie:
Na pytanie, czy fakt, że Wrocław był kiedyś miastem niemieckim miał znaczenie przy wyborze miejsca studiów, studentka odpowiedziała, że gdyby to brała pod uwagę, nie wybrałaby Wrocławia, ponieważ jej matka germanistka negatywnie nastawiała ją i jej siostrę do Niemców. Opowiedziała, że podczas urlopu spędzanego w Niemczech przypadkowo spotkani Niemcy ironicznie wypowiadali się o możliwościach finansowych Polaków:

O popatrz, przyjechali Polacy, to pewnie całe życie zbierali na te wakacje”. A moja mama powiedziała, że może ona jako nauczycielka by zbierała, ale mój tato nie musi zbierać całe życie, żeby przyjechać sobie na 2 tygodnie na wakacje, gdzieś powiedzmy w ciepłe kraje. I jakoś tak właśnie mam wrażenie... nie wiem, że jesteśmy czasem poniżani w różnych sytuacjach. Dużo zależy też od ludzi.

A czy spotkaliście się też z jakimiś pozytywnymi sytuacjami, świadczącymi o pozytywnym nastawieniu Niemców do Polaków?

To znaczy, moi rodzice mają przyjaciół w Niemczech. Też nie można tak powiedzieć, że wszyscy Niemcy są źli.

A Twoja rodzina, dziadkowie? Wiadomo, że Twoi rodzice nie przeżyli wojny, ale na przykład dziadkowie jak wspominają te czasy? Czy w ogóle mówią coś na ten temat?

To znaczy, raczej to nie jest w kierunku Niemiec... Nie.

Na pewno wiesz, że przyjeżdżają do Wrocławia wycieczki Niemców. Co o tym myślisz?

Ja nie mam nic przeciwko temu. Dlatego, że powiedzmy oni mogą czuć taki sam sentyment do Wrocławia jak my do Lwowa. To jest to samo. W związku z tym my jeździmy do Lwowa, oni tu. Nie mam tu żadnego sprzeciwu, nie mam nic przeciwko temu. To jest jakaś część ich historii.

A wiesz, ilu Niemców mieszka tu we Wrocławiu?

Nie wiem.


Rozmowa 2 - Studentka

Od kiedy wiesz, że Wrocław był niemiecki?

No chyba od czasu, jak się znalazłam tutaj na studiach. Nie interesowałam się nigdy wcześniej takimi rzeczami.

A pochodzisz z Wrocławia?

Nie.

A czy to ma dla ciebie w ogóle jakieś znaczenie, że Wrocław był kiedyś niemiecki?

To znaczy... na moje tutejsze życie?... myślę, że raczej chyba nie. To znaczy jakoś tam się przejawia w tym, że na przykład, no nie wiem, jakoś tam na moim kierunku się przejawia...

A co studiujesz?

Ochronę środowiska. I dlatego trochę się tam po pojawia, ale... może w ogóle specyfika miasta Wrocławia jest ważna dla mieszkańców, że jakby nie ma tu rodziny...

A znasz w ogóle jakichś Niemców, którzy mieszkają tu we Wrocławiu?

Nie... nie. Nie znam tu w akademiku takich obcokrajowców.

A takich, którzy zostali tutaj po wojnie i tutaj mieszkają?

Nie... nie, nie.

A tematy polsko-niemieckie, czy w ogóle stosunek do Niemiec, do historii polsko-niemieckiej – na pewno w szkole się z tym zetknęłaś – jak to było przekazywane w szkole, w rodzinie?

Ja też jestem z terenów Śląska. I tam u nas jest bardzo dużo osób, które wyjechały do pracy i zostały tam teraz... Ale nie odebrałam nigdy, żeby ktoś jakoś tendencyjnie przekazywał, że Niemcy są źli a Polacy dobrzy.

Może też być odwrotnie... ?

Jakoś tak, pamiętam z lekcji historii, to nie... jakoś tak nie mam...

Jak twoi dziadkowie i babcie wspominają te czasy?

Właśnie dziadkowie byli w obozach i też babcia pracowała tutaj we Wrocławiu, tutaj się dziadkowie poznali, tutaj były jakieś zakłady... To znaczy opowiadali o samej wojnie, ale raczej jakoś też nie kojarzę, żeby oni jakoś mówili, że Niemcy..., że ich za to nienawidziła, moja babcia była na robotach tam w Niemczech i właśnie bardzo chwaliła, że miała taką dobrą rodzinę, że utrzymywali po wojnie kontakty. Chwaliła to, że tak dobrze trafiła.

A jak utrzymywali te kontakty, ona jeździła do Niemiec?

Pisali sobie kartki na święta, czy jakieś takie listy.

A oni tu przyjeżdżali?

Nie... nie, nie.

A co myślisz o wycieczkach Niemców, którzy tutaj przyjeżdżają do swojego kraju dawnego?

To znaczy, ten stosunek to trochę mnie tak niekiedy razi... tak właśnie. Jak słucham, tak opowiadają ludzie, że Wrocław był kiedyś ich i takie jakieś...

Czy spotkałaś się bezpośrednio ze strony tych osób, które przyjeżdżają – że mają roszczenia?

Znaczy, chodzi o to, że moi znajomi, którzy są przewodnikami właśnie opowiadali jak oni właśnie się wyrażają, że kiedyś było tak fajnie a Polacy odzyskali to i już od razu coś tam zepsuli, czy coś, w cudzysłowie oczywiście. To właśnie takie słyszałam opinie.

A jak widzisz taką wycieczkę, to co sobie myślisz?

Fajnie, że dziadkowie mają tyle pieniędzy i mogą sobie pojeździć [śmiech]... nie, no fajnie, że Wrocław ma jakieś turystyczne..., że jest częściej w planie ich wycieczek.


Rozmowa 3 - Student i studentka

Pierwsze pytanie jest takie, od kiedy wiecie, że Wrocław był w ogóle niemiecki?

Od zawsze. (on) Chyba od zawsze. (ona)

To znaczy, że nie było takiego momentu, że się tego dowiedzieliście i że to miało dla was jakieś szczególne znaczenie?

Nie... (ona) Nie. Odkąd na historii się miało, no to się wie, gdzie był zabór i że to był Breslau... i to się wie. (on)

A czy to ma dla was jakieś znaczenie, że tu kiedyś Niemcy mieszkali?

No, chyba dobrze, że mieszkali, bo budowali jakieś różne kamienice... (ona) To nie ma jakiegoś większego znaczenia, poza tym, że... że może jest bardziej otwarty...? Nie, nie wiem. Żadnego znaczenia dla mnie nie ma. Mogliby tak samo mieszkać Chińczycy. (on)

Jak uczyliście się historii, to – jakie macie wrażenie... – chodzi mi o spojrzenie, czy było negatywne, czy pozytywne?

Raczej negatywne. (ona) Oczywiście, że negatywne. Obraz Niemiec, jako jedynej słusznej machiny do rządzenia, tylko do tego, żeby wyprodukować jak najwięcej armii i tak dalej, do tego, żeby się uzbroić na drugą wojnę światową. Tak to mniej więcej dla młodego człowieka mogłoby wyglądać. (on)

A teraz?

Teraz już oczywiście inaczej na to patrzymy. (on)

To znaczy jak?

No, człowiek dojrzewa i trochę więcej rozumie, że to nie było tak, że tylko i wyłącznie chodziło o to, że był Hitler i że byli sami źli ludzie zgromadzeni w jednym państwie zwanym Niemcy i że oni dążyli tylko do tego, żeby opanować cały świat i zrobić dużo złego. To wcale tak nie było. Była jakaś tam grupa ludzi, którzy się dorwali do władzy i udało im się niestety przekabacić dużą część społeczeństwa... Oczywiście byli i ludzie dobrzy, którzy wtedy akurat uciekali... z tego co wiem uciekali z Niemiec, żeby nie mieć z tym wszystkim nic do czynienia. Sam na przykład... na przykład tu obok mieszka Niemiec i jest fajnie. (on)

To jest ktoś, kto tutaj przyjechał na semestr?

Tak, na cały semestr. (on) Na cały rok przyjechał. (ona)

I mówi po polsku?

No właśnie mówi dobrze po angielsku, po niemiecku, dobrze mówi już po polsku. Już teraz można z nim po polsku porozmawiać. To jest naprawdę jeden z moich lepszych przyjaciół, naprawdę. (on) Jest bardzo otwarty i taki... z wszystkiego się cieszy w Polsce. Nie jest tak, że jest jakoś negatywnie nastawiony. Chce wszystko poznawać. (ona) No i bardzo, bardzo to przyjemne jest. (on)

No a w waszych rodzinach? Wasi dziadkowie na pewno przeżyli wojnę. W jaki sposób oni o tym mówią?

No ja nie mogę nic powiedzieć, ponieważ nie znałem ani jednego z moich dziadków, więc trudno powiedzieć... Babcia bardziej może coś opowiadała, ale to były tylko takie wzmianki, że była w domu, tutaj była wychowana i nagle się zaczęła wojna. Nie mówiła jakichś konkretów, że tam nienawidzi Niemców, czy coś. Moja babcia to bardziej nienawidzi Żydów [śmiech]. (on)
Ale to nie należy do naszego tematu, więc nie będziemy wyciągać.
[śmiech] U mnie to było tak, że moja babcia tak bardzo enigmatycznie opowiadała o tych sprawach. Jak już, to o Rosjanach, bo ja akurat jestem ze wschodu..., więc... (ona)

To znaczy, że więcej miała do czynienia raczej z Rosjanami, niż z Niemcami?

Tak, tak. (ona)

A co myślicie o takich wycieczkach, które tu przyjeżdżają? Można często zobaczyć, właśnie niemieckie wycieczki przyjeżdżają odwiedzić „stare śmieci”.

Mi się wydaje, że to jest pozytywne, dużo turystów jest. Jakoś tak. Dobrze, że przyjeżdżają. (ona) Niemcy i Polacy, wszyscy teraz jesteśmy Europejczykami. To nie ma tak. Co mi nachodzi na myśl, to to, że u nich jest fajnie, bo na stare czasy ma się tyle pieniędzy, żeby sobie jeździć po świecie. A u nas emeryci jedzą suchą kromkę chleba. I to jest jedyne, co mogę powiedzieć widząc niemiecką wycieczkę, bo zazwyczaj to są właśnie starsi ludzie. (on)


Rozmowa 4 – Studentka

Od kiedy wiesz, że Wrocław był niemiecki kiedyś?

Nie wiem... To znaczy wiem, wiem, tylko nie wiem dokładnie roku, bo nie pochodzę stąd. Jestem z Podkarpacia, jestem tu na pierwszym roku i studiuję administrację.

A czy miało to dla Ciebie znaczenie, że Wrocław...

Wybierając?

Tak.

Nie, nie. Chciałam do Krakowa, bliżej, ale stwierdziłam, że się tam nie dostanę. A do Rzeszowa na samym początku miałam iść, tylko że tam na tym uniwersytecie nie było naboru na administrację i jakoś tak.

A czujesz, będąc we Wrocławiu, że Wrocław jest może mniej polski niż inne miasta?

Nie mam takiego za bardzo dużego porównania. Musiałabym się wybrać gdzieś... Ale z tego co wiem, z opowiadań moich koleżanek, to widać, że jest bardziej niemiecki.

A mówiły może koleżanki, czym to się objawia?

Niedokładnie...

A jak uczyłaś się historii, czy w ogóle na jakichś innych lekcjach – w jaki sposób mówiono o historii Niemiec, czy o historii stosunków polsko-niemieckich?

Powiem tak, że w ogóle jak się spotykam tutaj, dużo sąsiadów tutaj z akademika źle się wypowiada na temat Niemców. No i...

A co mówią?

Takie nieprzyjemne rzeczy. Wiesz, chodzi głównie o wojnę, drugą wojnę światową...

To znaczy?

No, że... hm..., trochę niedobrze nas potraktowali, no ale jak ja tak obserwuję, to tu bardzo dużo obcokrajowców mieszka, głównie z Niemiec, to tak powiem szczerze, że wydaje mi się, tak jakby im się to należało tutaj będąc, prawdę mówiąc.

Hm..., to znaczy? Nie rozumiem.

Chodzi mi o to, że oni uważają tak jakby byli dalej na swoim... terytorium.

Niemcy? Ci, którzy tu przyjeżdżają na studia?

Tak.

W czym to się objawia?

Tak dziwnie. Wiesz, powiem szczerze, że na przykład rozmawiałyśmy z jednym chłopakiem. On uważa, że nie wie dlaczego Wrocław jest miastem polskim.

Czyli miałby taką chęć, żeby był dalej niemiecki?

Tak.

To bardzo ciekawe. Czy rozmawiałaś z innymi Niemcami konkretnie na ten temat?

Nie. On tylko tak powiedział. Nie rozmawialiśmy tak bardziej zagłębiając się w ten temat. Tylko tak wspomniał.

Ale masz takie wrażenie, że chcieliby, żeby Wrocław był z powrotem niemiecki?

Nie wiem. Mnie to za bardzo nie obchodzi.

A Twoja rodzina opowiada o czasach wojny? Te osoby, które przeżyły wojnę?

Moja babcia... już nie żyje. Jak byłam bardzo malutka to umarła. A tak, rodzice raczej nie rozmawiają na ten temat, bo to jest... młodzi są.

A co myślisz o wycieczkach Niemców, którzy przyjeżdżają tutaj na swoje dawne tereny?

Mi to nie przeszkadza, szczerze mówiąc, dlatego że jak my jeździmy, to oni nas jakoś źle nie traktują. Przynajmniej jak tak zaobserwowałam. Nie mam nic przeciwko temu.

A byłaś w Niemczech?

Byłam, ale jak byłam bardzo malutka. Mój wujek ożenił się z Niemką. Ale nie pamiętam nic.

To znaczy, że nie masz tak na co dzień kontaktów z Niemcami?

Nie, nie mam w ogóle.


Rozmowa 5 – Studentka

Od kiedy wiesz, że Wrocław był niemiecki?

Obiło mi się o uszy w szkole średniej, ale właściwie nigdy się tym nie interesowałam i to wszystko co na ten temat wiem.

A czy to ma dla ciebie jakieś znaczenie, że kiedyś...

Myślę, że nie. Raczej nie, żadnego. Tyle, że po prostu może w ten sposób ma znaczenie, że architektura jest może troszeczkę inna niż w innych miastach, które były z reguły dłużej polskie. Właściwie ciężko powiedzieć, Polska była pod zaborami i tak się wszystko mieszało. Ale tak poza tym – żadnego.

Ale odczuwasz to, chodząc po mieście?

No troszeczkę tak.

A w jaki sposób była przekazywana historia stosunków polsko-niemieckich w Twojej szkole?

Myślę, że troszeczkę z takim naciskiem negatywnym właśnie na... no, Niemcy były przedstawiane tak negatywnie... Historią się nie interesowałam, jestem na matematyce... tak to odczuwałam, w taki sposób.

A rodzina w jaki sposób się wypowiadała, czy wypowiada?

Akurat mój tato jest zafascynowany Niemcami. Podoba mu się system, jaki tam panuje. W ogóle kultura niemiecka. Uczy się niemieckiego. Mama... mama jest raczej taka neutralna. No, to tak ogólnie.

No a starsze pokolenie? To pokolenie, które przeżyło wojnę, więc może też mieć inny stosunek.

Raczej myślę, moi dziadkowie są pozytywnie nastawieni, bo ja mieszkam w Żaganiu. To jest też miasto, które było niemieckie i właśnie mój dziadek niedawno miał taką sytuację, że Niemcy, starsi Niemcy zwiedzali Żagań i poprosili go, czy mogliby obejrzeć jego mieszkanie, bo kiedyś mieszkali właśnie w tym miejscu. I on się zgodził bez problemu, chociaż sąsiad na przykład był bardzo wrogo nastawiony i nie chciał się zgodzić. W tym samym wieku są z dziadkiem. Tak to wyglądało.

To znaczy, że przyjeżdżają do Żagania niemieckie wycieczki...

I zwiedzają, oglądają... chcą właśnie często popatrzeć na mieszkania, jak to wygląda teraz.

I jak zachowują się Żaganianie?

No właśnie to są takie różnice, tak jak tutaj. Jedni są pozytywnie nastawieni, inni patrzą przez pryzmat narodowości. Część jest tak nastawiona negatywnie.

A jaki był stosunek tych Niemców, którzy przyjeżdżali?

Tak bardzo się nie orientuję w tym, ale myślę, że sobie spokojnie zwiedzali. Tak więcej to nic nie wiem, bo tak raczej z daleka to obserwowałam.


Rozmowa 6 – Student

Od kiedy wiesz, że Wrocław był kiedyś niemiecki?

Od dawna... nie wiem od kiedy, ale wiem, że tak było i dobrze, że to wiem.

A ma to dla ciebie jakieś znaczenie, że był niemiecki?

Nie, nie ma znaczenia.

A w szkole w jaki sposób przekazywana była historia polsko-niemiecka?

Chodzi o, powiedzmy nienawiść polsko-niemiecką?

Nienawiść albo przyjaźń...

Czy nauczyciel to przedstawiał w taki sposób, żeby pokazać, że...? Bo to jednak dużo zależy od interpretacji nauczyciela... w jaki oni to przedstawiają sposób? No, o ile się nie mylę, to u mnie dość neutralnie. Ja tam nienawiści jako takiej do Niemców nie mam. Wojna była, minęła, ja tam jestem bardzo tolerancyjny. Uważam, że jednak jak była wojna, były ofiary. To mi się nie podoba, że teraz się nie wiadomo o co kłócą. No, wojna minęła i to co było z nią związane to też powinno minąć, a nie teraz jakieś tam wojny nie wiadomo po co. Ale teraz to są małe sprawy i nie jest znaczące.

A w rodzinie w jaki sposób się mówiło o tych czasach?

Mój dziadek... to faktycznie. On chyba nie lubił Niemców, od strony taty. A jeśli chodzi od strony mamy...

To znaczy, że miał jakieś przeżycia...?

No, można powiedzieć, złe przygody miał.

W czasie wojny?

Tak. A jeśli chodzi od strony mamy, to tam babcia nawet pracowała u Niemców, to tam... żyli z nimi w zgodzie. W domu, w którym mieszkamy mieszkała rodzina niemiecka. Czasami przyjeżdżają popatrzeć na swój dom, coś czasami przywiozą.

A jaki jest ich stosunek, że wy tam teraz mieszkacie?

Ja tam za wiele z nimi nie gadałem, ale nikt ich za przeproszeniem nie wywala, czy coś tam. Są mile widziani. Jasne, że jak przyjdą zobaczyć swój stary dom, jak tu się mieszkało, no to... nikt im tego za złe nie ma. Zresztą w tej okolicy, gdzie ja mieszkam to się zdarzają często takie sytuacje.

A skąd pochodzisz?

Z Wilkowa koło Złotoryji.

Czyli z Dolnego Śląska.

Tak.

A często przyjeżdżają takie wycieczki?“

Teraz to już chyba rzadko, zresztą ja teraz tu studiuję, to do końca nie wiem, ale jak mieszkałem w domu, to czasami się zdarzało. Wtedy wiedziałem. Teraz to już nawet nie wiem, jak jest.

A ludzie z tej miejscowości, z której pochodzisz jaki stosunek mieli do nich?

Tego to ja nie wiem, na ten temat nigdy nie rozmawiałem.

Nie dotarło nigdy do ciebie?

Nie. Zresztą ja mam rodzinę też w Niemczech, to jest to bardziej takie neutralne. Znaczy – rodzinę. Rodzina od strony szwagra, chociaż rodzina jakby nie patrzeć. I rodzina, którą bardzo lubię.

A tutaj w akademiku masz jakieś kontakty z Niemcami?

No, pode mną mieszkają Niemki chyba, przyszły nas uspokoić, że hałasujemy... ale hałasowaliśmy, to fakt. Ale.. bardzo miłe. Bardzo rzadko spotykam, ja więcej znam ludzi ze wschodniej granicy jednak...

A ty sam jaki masz stosunek do tych wycieczek?

Stosunek mam neutralny. Miło, niech sobie przyjeżdżają, o ile, jak już mówiłem, się nie plują, że się tak wyrażę, o to co kiedyś było na wojnie. Że teraz będą wracać. Już mają teraz tam mieszkania, więc uważam, że dopóki sobie przyjeżdżają wszystko jest w porządku, ale jeżeli robią jakieś... jeżeli chcą odbierać mieszkania ludziom, którzy tam... Co gorsza, z tego co mi się wydaje, to nie tyle ludzie, którzy tu mieszkali robią, tylko ich rodziny. Czyli już następne pokolenie. Domagają się praw, żeby mieć z tego jakieś pieniądze. Bo jakoś tego nie widzę - nie wiem, czy by się chcieli tu przeprowadzić. To jest jednak niemiłe. To jest kwestia pieniędzy, to inna sprawa.


Links

Homepage der Deutschen Sozial Kulturellen Gesellschaft in Polen: externer Linkwww.tskn.vdg.pl


po polsku


Kontakt-Mail: hotzan@euv-frankfurt-o.de | Zuletzt geändert am 28.12.2008
externer LinkJuniorprofessur für Polen- und Ukrainestudien