Biologische Funktion von Emotionen

Biologische Evolution: Entstehung neuer Arten und Varietäten von Lebewesen aus früheren Formen

Theorie der Vererbung erworbener Eigenschaften

von Jean Baptiste Lamarck: 1809 "Philosophie Zoologique"

Umweltveränderung - Anpassung durch Verhaltensänderung - Organveränderung bei den Nachkommen

Eigenschaften (Merkmale) sind nur dann vererbbar, wenn sie auf Erbanlagen (Genen) bzw. deren Veränderung beruhen, nicht aber wenn sie im Lauf des Lebens erworben wurden.

Genotyp: Gesamtheit der Gene eines Organismus

Phänotyp: Erscheinungsbild, welches sich im Lauf der Ontogenese (Individualentwicklung) im Zusammenhang mit Umweltfaktoren entwickelt

Ein genetisch enkodiertes Merkmal kann sich nur unter geeigneten Umweltbedingungen im Phänotyp entwickeln. Die Umweltbedingungen bestimmen die Ausprägung der vererbten Merkmale!

Theorie der Evolution durch natürliche Selektion

von Charles Darwin: 1872 "On the origin of Species by Means of Natural selection or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life"

Grundlage für die Entwicklung neuer Arten oder Varietäten von Lebewesen aus bestehenden ist die natürliche Selektion (Auswahl, Auslese) unter Voraussetzung des Vorhandenseins von Varianten (spontane Variation).

Natürliche genetische Variation - Umweltveränderung - höhere individuelle Fitness (Überlebens- und Reproduktionsfähigkeit) von Individuen mit bestimmten Merkmalen in einer bestimmten Umwelt - natürliche Selektion

Den Vorgang der Veränderung des Anteils der Individuen einer Population mit bestimmten Merkmalen von einer Generation zur nächsten bezeichnet man als natürliche Selektion.

Entstehung von genetischen Variationen innerhalb einer Art: durch Mutationen (zufällig auftretende Veränderungen) von Genen und Chromosomen und Rekombination von Genen (die Gene der beiden Elternteile werden neu kombiniert)

Selektion psychologischer Merkmale

Selektion von Verhalten und Emotion: Selektiert werden psychische und Verhaltens-Dispositionen (Fähigkeiten, Neigungen) bzw. Mechanismen, die diesen Dispositionen zu Grunde liegen, nicht konkrete Verhaltensweisen.

Begriff der biologischen Funktion:

die Frage nach dem Zweck von psychischen und Verhaltens-Dispositionen

1. Schöpfungstheorie (Kreationismus)

2. Evolutionstheorie

Funktion von Merkmalen 1973 von Wright reinterpretiert:

Die biologische Funktion eines Merkmals eines Lebewesens ist diejenige seiner Auswirkungen, die dafür verantwortlich waren, daß dieses Merkmal in der Evolution gegenüber Alternativen selektiert wurde.

Letztendliche (ultimative) Funktion eines Merkmals: Erhöhung der Fitness

Unmittelbare (proximate) Auswirkung des Besitzes eines bestimmten Merkmals:

z.B. Vorteile bei Nahrungsbeschaffung, Schutz vor Feinden,...

Die ultimative Funktion von Emotionen: Die Erhöhung der inklusiven Fitness

W. Hamilton (1964): Bedeutung der Selektion für die inklusive bzw. Gesamtfitness

Barash (1977): Altruistisches Verhalten am Beispiel des Alarmrufens des Präriehundes

Der Weiterbestand der merkmalstragenden Gene ist sowohl von der individuellen Fitness des einzelnen Individuums als auch von der Fitness seiner (vor allem näheren) Verwandten abhängig.

Am Übergang von der individuellen Fitness zur inklusiven Fitness: Ansatzpunkt der Evolution ist nicht das Überleben des Individuums, sondern das Überleben der Gene selbst. (Dawkins, Sober)

Plutchik (1991): Die den Emotionen zu Grunde liegenden Mechanismen sind "die proximate Grundlage für das ultimate Ergebnis einer erhöhten inklusiven Fitness".