Emotion und Persönlichkeit
Seminararbeit zur Allgemeinen Psychologie II für das Proseminar von Prof. Dr. Trimmel
Eingereicht von Sarah Spanner im Juni 1999
Matr. Nr.: 9600366
1. Theorien der Beziehung zwischen Angst und Ängstlichkeit
Die hier dargestellten Ansätze, sollen die Beziehung zwischen Persönlichkeit und der Emotion Angst genauer erklären. Der persönlichkeitsspezifische Aspekt, wird dadurch einbezogen, daß Tendenzen für bestimmte angstauslösende Faktoren in unterschiedlich starker Ausprägung angenommen werden. Diese Unterschiede sollen auf diese Tendenzen bezogene Lerngeschichten und/oder biologische Ausstattung der Individuen zurückzuführen sein. Dazu wurden drei verschiedene Ansätze entwickelt, die entsprechende Erklärungen anbieten: psychodynamische, kognitive und reiz- reaktionstheoretische und Theorien. (Diese Arbeit beschränkt sich jedoch nur auf die beiden letztgenannten Ansätze.)
1.1. Reiz-reaktionstheoretische Ansätze:
Innerhalb der reiz-reaktionstheoretisch orientierten Angstforschung, lassen sich drei Ansätze unterscheiden.
Der erste Ansatz stammt von Watson (1919) mit der Vorstellung, daß Angst- bzw. Furchtreaktionen, im Sinne Pawlows, klassisch konditioniert werden.
Er postulierte für die Emotion Furcht drei angeborene Auslöserreize: laute Geräusche, plötzliche Hilflosigkeit, Schmerz.
Alle anderen Auslöser von Furcht werden über den Vorgang der klassischen Konditionierung erworben. Daher können auch beliebige zuvor neutrale Stimuli, wenn man sie einige Zeit mit unkonditionierten Stimuli darbietet, zu Auslösern für emotionale Reaktionen werden ("Äquipotentialität").
Die "Zweiprozeß-Theorie" von Miller (1951) und Mowrer (1939)erweitert den Ansatz von Watson um die Annahme, daß klassisch konditionierte Furcht instrumentelles Vermeidungsverhalten vermittelt. Furcht ist demnach eine gelernte Reaktion, die auf Signale (CS) hin auftritt, denen in der Vergangenheit Situationen (US) der Verletzung oder des Schmerzes gefolgt sind. Die zweite Kernaussage besagt, daß Furcht Vermeidungsverhalten motiviert, da sie dadurch reduziert wird.
Von zentraler Bedeutung für diese Theorie ist, daß der CS durch die Konditionierung nicht nur Signalfunktion erwirbt, sondern selbst zu einem unangenehmen Reiz wird. (In erster Linie sollte daher die Flucht vor dem CS stehen.)
(Der dritte Ansatz stammt von Spence und Taylor, mit der Annahme einer triebanalogen Wirkung der Angst, der jedoch nicht näher beschrieben wurde.)
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Ängstlichkeit erstens als die Bereitschaft des Organismus auf eine Reihe von Reizen mit Furcht (bzw. Angst) zu reagieren und zweitens als Motiv, unangenehme Hinweisreize zu meiden, verstanden werden kann.
1.1.1. Einwände gegen die Konzeption von Watson und gegen deren Erweiterung durch Miller und Mowrer:
1.) Die Furchtreaktion läßt sich nicht auf jeden beliebigen "neutralen" Stimulus konditionieren. Durch die Phylogenese sind Organismen sozusagen artspezifisch für die Herausbildung bestimmter Stimuli-Response-Verbindungen vorbereitet. Beim Menschen sind dies zum Beispiel Insekten oder geschlossene enge Räume. (Seligmann, 1970)
2.) Viele Menschen zeigen keine Furchtreaktion bei bestimmten Reizen, obwohl diese in der Vergangenheit meist mit traumatischen Erlebnissen verbunden waren. Dieser Sachverhalt spricht vor allem gegen die Konditionierungshypothese. (Rachmann, 1977)
3.) Eysenck konnte demonstrieren, daß ein nichtverstärkter CS keineswegs zu einer
Extinktion der emotialen Reaktion führt, sondern eine stärkere konditionirte Reaktion nach sich zieht.
4.) Furcht und Angst können auch durch stellvertretendes Lernen, sowie durch Instruktion erworben werden. Es wird auch durch die Informierung zumindest eine Reaktionsbereitschaft dazu etabliert (Rachmann, 1977).
5.) Ein zentraler Einwand gegen die "Zweiprozeß-Theorie" ist, daß der Sachverhalt Furchtzustand nicht als Erklärung für die Vermeidensreaktion und umgekehrt gelten kann. Einerseits wird die durch den CS ausgelöste Furchtreaktion mit der Zeit abgeschwächt, während das Vermeidungsverhalten jedoch bestehen bleibt. Andererseits verliert das Signal für die Vermeidungsreaktion seine furchterregende Wirkung sobald das Vermeidungsverhalten beherrscht wird. (Seligmann & Johnston, 1973)
Seligman und Johnston (1973) haben für die Erklärung der Persistenz von Verhalten eine Theorie ausgearbeitet. Ihrer Ansicht nach, spielt Furcht beim Aufbau von Vermeidungsverhalten eine Rolle, nicht aber bei seiner Aufrechterhaltung. Außerdem präferieren Organismen die Konsequenz "keine Strafe" gegenüber der Konsequenz "Strafe".
Dies bedeutet, wenn auf die Vermeidungsreaktion die Konsequenz "keine Strafe" folgt, auf Nichtausübung der Reaktion eine Bestrafung die Folge ist. Jede Ausübung des gelernten Vermeidungsverhaltens führt zur Bestätigung der entsprechenden Erwartung.
1.1.2. Trait-State- Modell
In diesem Modell von Spielberger (1966), werden reiz-reaktionstheoretische und kognitive Vorstellungen über Angst integriert.
Die zentralen Bestimmungen sind folgende:
1.) Situationen die vom Individuum als bedrohlich empfunden werden, lösen Zustandsangst ("state anxiety" oder "A-State") aus.
2.) Die Intensität der Zustandsangst ist "proportional" der Stärke der von der Person erlebten Bedrohung.
3.) Die Dauer der Zustandsangst, hängt von der zeitlichen Erstreckung der
Bedrohungsbewertung ab.
4.) Hochängstliche Personen bewerten Situationen, die eine potentielle Herabsetzung ihres Selbstwertes bedeuten könnte, bedrohlicher als niedrigängstliche Individuen.
5.) Ein Anstieg der Zustandsangst hat sowohl Trieb- als auch Stimuluscharakter. (Dies äußert sich im Verhalten oder durch "innerpsychische" Mechanismen.)
6.) Wenn eine Person in der Vergangenheit häufig mit Streßsituationen konfrontiert wurde, werden Bewältigungsmechanismen ausgebildet.
Auch dieses Modell wurde einer kritischen Analyse unterzogen (vor allem durch Schwenkmezger 1985). Im Vergleich zu anderen Modellen (Mowrer und Miller haben Angst als erworbenen Trieb definiert), wird die Bestimmung von Ängstlichkeit zu wenig konkretisiert. Außerdem stellt die Annahme der Proportionalität von Bedrohungsstärke und Intensität der Zustandsangstreaktion keine empirisch überprüfbare Aussage dar. Spielberger hatte wahrscheinlich eine lineare Funktion angenommen, da jedoch ein hohes Niveau emotionaler Erregung physiologische Hemmprozesse auslöst, sind auch nichtlineare Zusammenhänge möglich.
1.3. Kognitive Angsttheorien
Die moderne Emotionsforschung bemüht sich zunehmend um eine Verbindung von psychophysischen und kognitionspsychologischen Annahmen. Es sollen bestimmte kognitive Strukturen und Aktivitäten als Mediatoren zwischen Umweltveränderungen und Verhalten dienen. Ein Stimulus entfaltet seine Effektivität für die Regulierung eines Verhaltens erst durch einen Transformationsprozeß der kognitiven Struktur ("cognitive transformation" Mischel, 1973)
Mischel (1973) unterscheidet auch fünf Typen kognitiver Strukturen bzw. Faktoren, welche die Interaktion zwischen Person, Situation und Verhalten steuern sollen. Die beiden ersten Strukturen (Kompetenzen, Kognitionen und Verhaltensweisen "konstruieren zu können und Einordnung von Information über Personen und Umweltereignisse) bezeichnen die "Kompetenzbasis" des Verhaltens. Die drei anderen Strukturen (Erwartungen, Werte, sich selbst steuernde Pläne) sollen erklären wie aus diesen Verhaltensmöglichkeiten aktuelles Verhalten wird. ("Performanz")
Von großer Bedeutung ist das Konzept der Erwartung. Dazu wurde von Epstein (1967, 1972) die "Angstkontrolltheorie" postuliert. Die Kernbegriffe dieser Theorie, sind Erregung und Hemmung bzw. Kontrolle. Angst wird hier als Spezialfall der Erregung verstanden. Starke Erregungssteigerungen sind biologisch unadaptiv und werden daher gehemmt. Die Entwicklung eines Hemmsystems, ist eng an die Ausbildung von Erwartungen gebunden. Die Stärke der ausgelösten Erregung und der "zugehörigen" Hemmung, steigen mit der Annäherung an den Ursprungsreiz, wobei der Hemmungsgradient steiler ansteigt als der Erregungsgradient.
Zur Erregungshemmung stehen den Organismen motorische (Flucht), kognitive (Aufmerksamkeit) oder physische (Entspannung) Maßnahmen zur Verfügung.
Da Personen im Aufbau eines modulierten Angstkontrollsystem unterschiedlich weit fortgeschritten sind, ergeben sich individuelle Unterschiede. Personen die ein abnormes Angstkontrollsystem besitzen, empfinden starke Angst und müssen eher einfach strukturierte Hemmungen einsetzen.
Epstein beschreibt somit "Erlebnis- oder Konsequenzerwartungen" die von Bandura (neuere sozial-kognitive Lerntheorien)den "Selbstwirksamkeits- oder Kompetenzerwartungen" gegenübergestellt werden. Die Erwartung, in einer problematischen Situation keine adäquaten Bewältigungsstrategien zur Verfügung zu haben, führt zur Auslösung von Besorgniskognitionen. Dazu kommen erhöhte Werte auf biochemisch-physiologischen Parametern. Wenn eine Person in der Vergangenheit bestimmte Objekte nicht kontrollieren konnte, werden diese fast dauerhaft gefürchtet und gemieden.
Die Selbstwahrnehmung erhöhter autonomer Erregung stellt auch eine Informationsquelle für die Einschätzung aktueller Selbstwirksamkeit in einer Problemsituation dar. Das Verhalten einer Person, wird nicht nur durch Faktoren wie Erwartungen und Werte, sondern auch durch Aktivitäten wie Selbstbeobachtung, -beurteilung oder –verstärkung gesteuert.
Nach Carver und Scheier, wird Verhalten überwacht und mit situationsspezifischen Bezugswerten verglichen. Bei zu geringer Selbstwirksamkeitserwartung oder situativen Hindernissen kann es zum Versagen der Selbstregulation kommen. Die Überwachung des aktuellen Vorgangs wird aufgegeben und zukünftige Handlungsabläufe mit Bezugswerten verglichen. Dieser zweite Prozeß manifestiert sich in Form von Konsequenzerwartungen und als emotionale Reaktion (Hoffnung).
Bei Ängstlichen wird mit erhöhter Wahrscheinlichkeit negative Konsequenzerwartung, Zweifel und damit die Tendenz zum Disengagement ausgelöst. (Leistungsabfall)
2. Extraversion – Introversion
2.1. Grundlagen
Dieses Konstrukt spielt in verschiedenen Modellen der Persönlichkeit eine Rolle, so etwa bei Cattell, Guilford oder Eysenk.
Nach Eysenck, wird die Dimension Extraversion-Introversion dem Neurotizismus (= emotionale Labilität) gegenübergestellt. Interindividuelle Unterschiede werden mit dem "cortical arousal", welches über das aufsteigende aktivierte Retikulärsystem (ARAS) vermittelt wird, beschrieben. Introvertierte sind verglichen mit Extrovertierten, durch eine niedrigere Erregungsschwelle gekennzeichnet. Unterschiede auf der Neurotizismus Dimension können durch "activation", die Aktivität des "visceral brain" (Teile des limbischen System, Hypothalamus) erklärt werden. Personen mit hohen Neurotizismus Werten sind leichter erregbar, d.h. sie haben eine niedrige Erregungsschwelle.
Die Untersuchungen der Dimensionen Extraversion und Neurotizismus werden über subjektiv gewonnene Daten registriert. (Als Standardverfahren wird das "Eysenk Personality Inventory", oder "EPI", angewendet.)
2.2. Extraversion und emotionale Reaktion
Die vermittelnde Variable zwischen externer Stimulation, Arousal und emotionsbezogener Reaktion ist der "hedonic tone" (Eysenck, 1967). Bei Schmerzreizen, oder sensorischer Deprivation kommt es zu einem negativen "hedonic tone", während mittlere Niveaus sensorischer Stimuli zu einem positiven "hedonic tone" führen und deshalb aufgesucht werden.
Bei Introvertierten liegt die Schwelle vom Übergang (= neutrale Phase) des negativen zum positiven "hedonic tone" in einem Bereich geringerer Stimulation. Dies ist auch mit ein Grund dafür, warum bei Extravertierten das "Sensation Seeking"- Motiv stärker ist als bei Introvertierten. Entsprechend müßten Introvertierte sensorische Deprivation und Isolation leichter ertragen können als Extravertierte; dafür müßten Extravertierte eine höhere Schmerzschwelle und –toleranz aufweisen als Introvertierte.
Extravertierte und Introvertierte unterscheiden sich, nach Cunningham (1977), hinsichtlich des Ausdrucks und der Wahrnehmung. Bei einem Versuch (Personen sollten unverfälscht persönliche emotionale Befindlichkeiten zeigen) konnte heraus gefunden werden, daß Extraversion positiv mit der Ausdrucksfähigkeit, nicht jedoch mit der Emotionswahrnehmung assoziert war. Diese korrelierte positiv mit der Dimension Neurotizismus.
Personen werden auch als "Internalisierer" (reagieren auf emotional bedeutsame Stimuli schwach) und "Externalisierer" (starke Reaktion auf emotionale Stimuli) unterschieden.
Im Bezug auf Ängstlichkeit, wurde Extraversion nur sehr schwach mit dieser assoziert.
Es konnten jedoch zwei Dimensionen sozialer Angst gefunden werden: 1. Furcht vor negativer sozialer Bewertung und 2. Unbehagen, emotionale Anspannung und Wunsch nach Flucht, in Zusammenhang mit sozialer Interaktion.
Nach Parkes (1986) sollen die Dimensionen Extraversion und Introversion Einfluß in der Beziehung zwischen Stressoren und subjektiver Belastung haben. Deshalb suchen Extravertierte soziale Unterstützung und sind hoch sensibel auf deren Veränderungen
.2.3. Probleme der Extaversiontheorie Eysencks:
Wenn die beiden Dimensionen Extaversion und Introversion voneinander unabhängig sein sollen, so müßten auch die ihnen zugrundegelegten biologischen Prozesse und Strukturen voneinander unabhängig sein. Dies ist jedoch nicht gegeben. Außerdem werden auch mögliche Wechselwirkungen zwischen Extraversion und Neurotizismus angenommen.
Probleme ergaben sich auch in der Operationalisierung der Stärke von arousalspezifischen Stimulation. Die Unterscheidung zwischen Impulsivität und Soziablität wurde zwar angesprochen, aber nicht empirisch erforscht.
Die Variable Angst, spielt in Eysencks System eine eher untergeordnetet Rolle. Für Eysenck stellt hohe Ängstlichkeit eine Kombination aus hohen Neurotizismus- und niedrigen Extraversions Werten dar.
Gray (1981) meinte hingegen ein System welches der Impulsivität zugrundeliegt, gefunden zu haben. Es soll insbesondere auf Signale der Belohnung und Bestrafung ansprechen.
Auch an diesen Modellen wurde die mangelhafte operationale Bestimmung relevanter
Situationsparameter (z.B. Intensität emotionsauslösender Stimuli) kritisiert.
Da auch personeninterne Regulationsprozesse angenommen werden, kann die Beziehung zwischen Situations- und Emotionsvariable nicht linear sein.
3. Persönlichkeit als Moderator zwischen Umweltereignissen und emotionalen Reaktionen
3.1. Kritische Lebensereignisse und Wohlbefinden:
Die differentielle Psychologie beschäftigt sich auch mit interindividuellen Differenzen bei der Entstehung dauerhafter psychischer und physischer Beeinträchtigungen aufgrund erfahrener belastender Lebensereignisse. Allerdings erkranken nicht alle Personen, die kritischen Lebenssituationen ausgesetzt waren, da moderierende Faktoren in der Person und auch aus der Umwelt auf uns einwirken.
Um Differenzen in der Streßanfälligkeit zu beobachten, wurden in einer Studie über, in China aufgewachsene und in die USA ausgewanderte, Chinesen untersucht. Es hatten häufig erkrankte bzw. selten erkrankte Chinesen vergleichbare Lebenserfahrungen gemacht. Dabei zeigte sich, daß häufig erkrankte Personen nicht nur stärker betroffen erschienen sondern auch ehrgeiziger, pflicht- und verantwortungsbewußter wirkten. In der Krankheitsgeschichte unterschieden sich die Gruppen nicht hinsichtlich der Häufigkeit von Erkrankungen, die Art der Krankheitssymptome zeigte jedoch eine positive Familienanamnese.
Auch die Art der Wahrnehmung und der Umgang mit belastenden Ereignissen ist verantwortlich für die Auftretenswahrscheinlichkeit für Erkrankungen. Widerstandsressourcen im Bereich Streßresistenz bzw. Anfälligkeit wurden von Antonovsky (1979) als "GRR" ( Generalized Resistance Resource) bezeichnet. Es beschreibt die Anpassungsfähigkeit in physiologischen, biologischen, kulturellen und sozialen Bereichen.
Antonovsky sah auch in der "sozialen Unterstützung" einen streßreduzierenden Effekt.
Bereits das Nichtvorhandensein von Ressourcen kann beim Individuum als Stressor wirken.
3.2. Wahrgenommene Kontrolle, Kontrollüberzeugungen und Streßverarbeitung
"Kontrollüberzeugungen" wirken als Moderator zwischen Umweltereignissen und resultierenden emotionalen und verhaltensmäßigen Konsequenzen. Aversive Ereignisse werden durch Unkontrollierbarkeit, mangelnde Vorhersagbarkeit und zeitliche Nähe der Bedrohung charakterisiert. Auch in Situationen die als kontrollierbar erlebt werden, treten die negativen Wirkungen der Stressoren in abgeschwächter Form auf.
Das Konstrukt "Internale vs. Externale Kontrollüberzeugungen" unterscheidet Personen die Merkmale (z.B. Fähigkeit) als Ursache für die Verhaltensfolgen sehen (= Internale) und solche die Faktoren außerhalb ihrer Person als Ursache für Verhaltensfolgen sehen (= Externale).
Vorstellungen darüber, inwieweit man sich selbst als erfolgreich im Bemühen ansieht, Ereignisse zu kontrollieren , beeinflussen das Ergebnis der Streßverarbeitung (Vester).
Eine Studie zum Thema "Bereichsspezifische Kontrollüberzeugungen", wurde mit Krebspatienten durchgeführt. Personen die Vertrauen in sich und den Arzt hatten, zeigten eine bessere Anpassung an die Situation, positiven Einfluß auf die Gesundheit und den Schweregrad der Erkrankung.
Krause und Stryker (1984) wollten herausfinden ob es sich bei internalen Kontrollüberzeugungen und Stressreduktion um einen linearen Prozeß handelt. Es wurden von 2000 Männer mittleren Alters zweimal im Abstand von zwei Jahren die Kontrollüberzeugungen erfaßt.
Personen mit externalen Kontrollüberzeugungen berichteten über stärkere körperliche Beeinträchtigungen in Abhängigkeit von belastenden Ereignissen, als Internale. Weitere Ergebnisse zeigten, daß Männer mit einer moderaten internalen Kontrollüberzeugung, Streß besser bewältigen konnten als extreme Internale sowie extreme Externale und moderate Externale.
Auch körperliche Fitness bzw. sportliche Betätigung, soziale Unterstützung können den negativen Effekt belastender Lebensereignisse mildern.
Literatur:
Scherer Klaus – Enzyklopädie der Psychologie (Themenbereich C, Motivation und Emotion)
1990
Vester Heinz G. – Emotion, Gesellschaft u. Kultur
München, 1991