Proseminar Emotion und Motivation II

SS 99 V. Engenhart-Klein

Matr. Nr. 8300502

Auslöser von Emotionen - eine Schlüsselfrage der Emotionspsychologie

Emotionen sind zeitlich begrenzt, davor und danach befinden sich die Personen in einem neutralem oder in einem anderen emotionalen Zustand.

Lerntheoretische Erklärung: Auslöser stellen Reize dar und Emotionen sind die Reaktionen auf diese Reize. Diese Reaktionen können sehr verschieden sein, sie variieren von Mensch zu Mensch. Völlig verschiedene Ereignisse können zu gleichem emotionalen Ausdruck führen, ebenso kann ein und dasselbe Ereignis höchst unterschiedliche Emotionen auslösen.

Feststellung von emotionalen Verhaltens:

1. "natürliche" Variationen von Lebensbedingungen:

Ereignisse im Alltag

Grosse Ereignisse

Lebens- und Umweltbedingungen

2. "künstliche" Variationen von Lebensbedingungen:

Versuchsbedingungen

Die wichtigsten Methoden, um Auslöser von Emotionen im freien Feld zu erforschen sind:

Befragung, freie Protokollierung und standardisierter Fragebogen.

Emotionsauslösende Ereignisse (Befragungsergebnisse)

Emotion Häufig genannte Ergebnisse oder Situationen

Angst

a) Verkehrssituationen; Gewaltverbrechen; Risken eingehen

b) Gefahr von Schaden oder Tod; neue Situationen; Gefahr sozialer Zurückweisung

c) Verkehrssituationen; Interaktion mit Fremden; neue Ereignisse

Traurigkeit

a) Probleme mit Beziehungen; Mißerfolg; Tod eines nahestehenden Lebewesens

b) Tod einer geliebten Person; Abbruch einer Beziehung; unerwünschtes Ergebnis

c) Probleme mit Freunden oder Verwandten; vorübergehende Trennung; Mißerfolg

Ärger

a) Persönl. Beziehungen; Beschädigung von Eigentum; zwischenmensch. Probleme

b) Ungerechtigkeit; realer oder angedrohter Schmerz; Verletzung von Erwartungen

c) Rücksichtsl. Verhalten, das soz. Normen verletzt; ungerecht behandelt werden

Freude

a) Beziehungen zu Freunden; Erfolgserlebnisse; Bedürfnisbefriedigung

b) Bekommen, was man wollte; Erfolg; Achtung, Respekt, Lob erhalten

c) Beziehungen zu Freunden und Verwandten; Begegnungen/Treffen; Erfolg

a) Scherer et al. 1983; N = 636 Studenten aus 7 Ländern

b )Shaver et al. 1987; N = 120 amerikanische Studenten

c) Wallbott und Scherer 1986; N = 779 Studenten aus 9 Ländern

Zusammenhang zwischen Alltagsereignissen und Befinden:

Methode Korrelation a) mit dem

____________________________________ emotionalen Befinden

Autoren Messung der Anzahl der N

Ereignisse Messungen pos. neg.

___________________________________________________________________________________

De Longis et al. (1988) rev. Hassles Scale 20 150 - .27

Eckenrode (1984) freie Protokollierung 28 83 - .28

Rehm (1978; Unters.1) freie Protokollierung 14 30 .58 .45

Rehm (1978; Unters.2) freie Protokollierung 14 14 .51 .35

Lewinsohn & Libet (1972) b) Pleasant Activities 30 10 - .30

Lewinsohn & Graf (1973) b) Pleasant Activities 30 30 .25 -

Stone & Neale (1984) Daily Experience 86 50 .48 .39

Stone (1987) Daily Life Experience 110 79 .34 .29

Mittlere intraindividuelle Korrelation zwischen der eingestuftenHäufigkeit von täglichen Ereignissen und der ebefalls täglich eingestuften Valenz des emotionalen Befindens;

Eckenrode (1984) interindividuelle Korrelation;

  1. Korrelation pos. Ereignisse – pos. Emotionen/neg.Ereignisse – neg. Emotionen.
  2. Hier nur normale Personen berücksichtigt

Phasen der Katastrophen

Phase 1: Warnung ( wenn möglich)

Phase 2: Direkte Auswirkung der Katastophe

Phase 3: Hilfeleistung

Phase 4: Indirekte Auswirkungen der Katastrophe

Präferenzen für die Vorhersage von Glück (MICHALOS,1991):

  1. "Zufriedenheit mit dem Lebenspartner"
  2. "Selbstachtung"
  3. "Finanzen"
  4. "Ausbildung"
  5. "Freundschaften"
  6. "Gesundheit"
  7. "Freizeitaktivitäten"
  8. "Wohnverhältnisse"
  9. "Familienbeziehungen"

Zur Induktion von Emotionen anwendbar sind:

Dias oder Bilder Hypnose

Filme Veltentechnik

Texte und Hörbeispiele

Musik

Imagination von Situationen

Hypnose