58. Kurstadt

Andrea Pühringer, Mar­tin Scheutz (Hg.),
Die Kurstadt als urbanes Phänomen. Kon­sum, Idylle und Moderne
(= Städte­forschung A/104, Weimar 2023) 510 S.
ISBN: 978–3‑412–52588‑0 (print)
ISBN: 978–3‑412–52590‑3 (Open Access)

Ver­lag: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/geschichte/geschichte-der-neuzeit/57783/die-kurstadt-als-urbanes-phaenomen

Open Access: https://www.vr-elibrary.de/doi/pdf/10.7788/9783412525903

Zum Inhalt:

Kurstädte standen lange im Schat­ten der Stadt­geschichts­forschung: zu klein, zu idyl­lisch und in ihrer Bedeut­samkeit oszil­lierend. Eine ver­gle­ichende Per­spek­tive auf Kurstädte enthüllt rasch, dass sie äußerst vielschichtige, ja sog­ar wider­sprüch­liche Orte des entste­hen­den Touris­mus waren. Kurstädte siedel­ten sich im Span­nungs­feld von ländlich­er Idylle und städtis­ch­er Mod­erne bzw. von Entsa­gung und Über­fluss an: Kneipp­kuren standen neben rauschen­den The­at­er­aben­den, reiche Indus­trielle neben Armen­badbe­such­ern. Dieser Stadt­ty­pus galt als Exper­i­men­tier­feld der urba­nen Mod­erne, wo man bald zen­tral­isierte Schlachthöfe, Fotografen und Telegrafen antraf. Kurstädte waren auch Orte der poli­tis­chen Auseinan­der­set­zung, des entste­hen­den Ras­sis­mus und der Fremdenfeindlichkeit.