Friedrich (Fred) Prager

Friedrich (Fred) Prager wird als ältester Sohn einer jüdisch-bürgerlichen Familie im September 1911 geboren. Die Volksschulde besucht er in der Birkergasse, die Mittelschule zuerst in der Gymnasiumstraße (G 19) und maturiert schließlich 1929 am RG 18.
Mit sechzehn Jahren kommt Prager zum VSM (Verband sozialistischer Mittelschüler), wo er gemeinsam mit Jura Soyfer und Metja Rappaport in der Gruppe 18/19 (Döblinger Bezirke) aktiv ist; während seiner Studienzeit (Jus) ist er Mitglied des VSSTÖ (Verband Sozialistischer Studenten Österreichs).
1934 beginnt Fred Prager den zweijährigen Lehrgang für Photographie an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und tritt, wie viele andere Sozialisten auch, in die illegale KPÖ ein. Nach Abschluß der Photographie-Ausbildung – sein Bruder ist bereits in England – emigriert er über die Stationen Genua und Kapstadt nach Johannesburg. In Südafrika beginnt er als Photograph zu arbeiten, macht sich relativ rasch selbständig und nimmt für kurze Zeit – noch als "Ausländer" – am Zweiten Weltkrieg als Soldat der Südafrikanischen Partei teil.
In den späten 50ern kommt Fred Prager durch seine damalige Frau zur Anti-Apartheit-Bewegung.
1964 wird er im Zuge eines Prozesses (Vorwurf der Sabotage) zwar freigesprochen, aber für unbestimmte Zeit unter Hausarrest gestellt. Aus diesem Grunde entschließt er sich ein Jahr später zur Rückkehr nach Österreich – Fred Prager lebte bis zu seinem Tod 1993 wieder in Wien.

Regie, Gestaltung: Daniela Piringer, Julia Retschitzegger
Kamera, Licht, Ton: Ernst Kieninger
VHS, 83 Min., Wien 1992, Videoarchiv No 187


Ein Videoprojekt im Rahmen der
Lehrveranstaltung "Kommunikationswissenschaftliche Methodenlehre (Oral History)"
Leitung: Univ.-Ass. Dr. Manfred Bobrowsky
Für den Inhalt verantwortlich: Daniela Piringer