Gertrude Obzyna-Vogel – "... gute Journalisten hat man immer gebraucht"


Gertrude Obzyna-Vogel wurde 1919 in Wien geboren. Ihre Journalistenlaufbahn begann sie 1942 als Schriftleiterin im „Neuigkeitsweltblatt“, der letzten in Privatbesitz befindlichen Zeitung des Dritten Reiches. Nach 1945 war sie zuerst im Verlagswesen tätig, wechselt jedoch bald wieder zurück in den Journalismus. Sie arbeitete zuerst für den amerikanischen Nachrichtendienst, anschließend für den amerikanischen „Kurier“. Nach der Einstellung 1954 wechselte sie zu britisch-sozialistischen „Weltpresse“ und arbeitet dort für die Ressorts Kultur und Lokales. Als diese Zeitung 1958 im neugegründeten „Express“ aufgehen, wird sie auch dort Kulturjournalistin. Im Herbst 1970 streikt die Reaktion des „Express“ gegen den Verkauf ihres Blattes an die Eigentümer der Kronen Zeitung, Hans Dichand und Kurt Falk. Doch Gertrude Obzyna die sich beim Streik sehr exponiert hat, wird von den Herren des „Express“ nicht übernommen. Der 51jährigen Journalistin gelingt es in der Folge auch nicht mehr in ihrem Stammberuf unterzukommen. Nach längerer Arbeitslosigkeit findet sie bei den Bundestheatern Unterschlupf. Im Jahr 1980 geht sie als Pressechefin des Burgtheaters in Pension.

Von Gerhard Stanz, Ursula Küpferling, Angela Ceichinger-Wimer, Lukas Sturm
S-VHS, 58 Min., Wien 1991, Videoarchiv No 163


Ein Videoprojekt im Rahmen der
Lehrveranstaltung "Kommunikationswissenschaftliche Methodenlehre (Oral History)"
Leitung: Univ.-Ass. Dr. Manfred Bobrowsky
Für den Inhalt verantwortlich: Lukas Sturm