Jenö Kostmann - Journalismus im Exil
Meine Emigration hat schon 1935 begonnen

Jenö Kostmann, am 14. Dezember 1906 in Wien ge­boren, stammt aus einem sozialdemokratischen Elternhaus und studierte Medizin bis kurz vor Abschluß. Er trat Ende 1927 der KPO bei und war Bezirksfunktionär. Von 1930 bis 1933 war er Redak­teur der ,,Roten Fahne", und arbeitete bis zu seiner Verhaftung und Verschickung am 19. Februar 1934 nach Wöllersdorf weiter an der illegalen ,,Roten Fahne". 1935 wurde er von der Polizei ,,beurlaubt" und konnte in die Tschechoslowakei fliehen. Er arbei­tete in Prag illegal an der ,,Roten Fahne" weiter. 1936 kehrte er wieder illegal nach Wien zurück und redi­gierte ab September ein Jahr den ,,Pressedienst der Roten Fahne". Er entging einer neuerlichen Verhaf­tung durch abermalige Flucht nach Prag. Schließlich emigrierte er 1938 nach Großbritannien, wo er nach der Besetzung Hollands durch Hitler-Deutschland für eineinhalb Jahre in Kanada interniert wurde, bis er nach Ausbruch des Krieges zwischen Deutschland und der Sowjetunion freigelassen wurde. Er wurde nun leitender Redakteur des ,,Zeitspiegel" und arbeite­te beim ,,Free Austrian Movement" mit. 1945 kehrte er nach Osterreich zurück und arbeitete von seiner Rückkehr an bis zu seiner Pensionierung 1968 als Chefredakteur-Stellvertreter der ,,Österreichischen Volksstimme. Er war von 1951 bis 1969 Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ.

Ein Beitrag von Franz Neuner und Bettina Roblyek
VHS, 60 Min., Wien 1988, Videoarchiv No 103


Ein Videoprojekt im Rahmen der
Lehrveranstaltung "Kommunikationswissenschaftliche Methodenlehre (Oral History)"
Leitung: Univ.-Ass. Dr. Manfred Bobrowsky
Für den Inhalt verantwortlich: Franz Neuner und Bettina Roblyek