Karl Frick - Umdenken hinter Stacheldraht

Geboren am 1. Juli 1920, trat Karl Frick nach dem Abschluß der Handelsakademie in Innsbruck ein Hotelvolontariat an. Er verlor jedoch noch im selben Jahr, 1939, seine Arbeitsbewilligung, da er keinen Heimatschein besaß. Einen Ariernachweis konnte er ebenfalls nicht erbringen. Karl Frick war in Innsbruck bei Zieheltern auf gewachsen. Seine leibliche Mutter hatte 1919 nicht nach Österreich optiert. Sie und der außereheliche Sohn waren somit ohne Staatsbürgerschaft. Das von Karl Frick schon in der Schulzeit eingebrachte Ansuchen um Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft wurde 1938 von den Nazibehörden Ÿbernommen, die Erledigung jedoch von der Beibringung eines Ahnenpasses abhängig gemacht. Die damals noch lebende, im Elsaß wohnhafte Großmutter mŸtterlicherseits konnte aber ihre „arische" Abstammung nicht beweisen, da ihr Geburtsort in Polen im Ersten Weltkrieg total zerstört worden war. Ohne Dokumente war sie als gebürtige Polin für die Deutschen jedenfalls verdächtig, Jüdin zu sein. Nach dem Verlust seiner Arbeitsbewilligung meldete sich der Neunzehnjährige als ,,Kriegsfreiwilliger" zur Deutschen Wehrmacht. Im Juli 1941 lief er in die Sowjetunion über. Bis Herbst 1945 war er in sowjetischer Gefangenschaft. Im November 1944 gründete eine Gruppe österreichischer Gefangener das ,,Antifaschistische Büro Österreichischer Kriegsgefangener" (ABOEK), dessen erster Sekretär er war.

Kalr Frick ist am 4. Juni 1992 in Wien verstorben.

Ein Beitrag von Karin Bauer und Thomas Jank
VHS, 40 Min., Wien 1988, Videoarchiv No 100


Ein Videoprojekt im Rahmen der
Lehrveranstaltung "Kommunikationswissenschaftliche Methodenlehre (Oral History)"
Leitung: Ass-Prof. Dr. Manfred Bobrowsky
Für den Inhalt verantwortlich: Karin Bauer und Thomas Jank