Ilse M. Aschner
"Für uns war immer klar, daß dieses System besiegt wird..."

Ilse M. Aschner, geboren 1918 in Wien, erlebte in ihrer Schulzeit die beginnende Unterwanderung durch die Nationalsozialisten und den Terror schlagender Verbindungen an der Universität, wo sie bis zum Einmarsch der Hitlertruppen Germanistik studierte.
Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung mußte sie ihr Studium abbrechen, ebenso verlor ihr Vater seine Stellung. Ilse Aschner und ihr Bruder gaben heimlich Nachhilfestunden und konnten so sich und die Familie in den folgenden Monaten über Wasser halten.
Ilse Aschner emigrierte 1939 nach England, wo sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und für Säuglingspflege absolvierte. Die Flucht ihrer Eltern scheiterte an der holländischen Grenze, beide fielen dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer - die Mutter knapp vor Kriegsende.
Nicht zuletzt aufgrund eines in der Emigration gewachsenen Österreich-Bewußtseins kehrte Ilse Aschner 1946 nach Wien zurück, wo sie das Elend der Nachkriegsjahre miterlebte. Die Versuche, die "arisierte" Wohnung ihrer Eltern zurückzubekommen, blieben vergeblich - bis zum heutigen Tag.
Sie engagierte sich politisch in der Frauenbewegung und war als Redakteurin in der "Stimme der Frau" sowie im "Neuen Forum" bis 1978 tätig, es folgen zehn Jahre im Sekretariat der "Grazer Autorenversammlung".
Ilse M. Aschner, verwitwet und Mutter zweier Kinder, lebte in Wien und ist 2012 ebenda verstorben.

Regie, Gestaltung: Walter Schimitschek, Johannes Maierhofer
Schnitt: Bertold Eder
S-VHS, 72 Min., Wien 1993, Videoarchiv No 254


Ein Videoprojekt im Rahmen der
Lehrveranstaltung "Kommunikationswissenschaftliche Methodenlehre (Oral History)"
Leitung: Univ.-Ass. Dr. Manfred Bobrowsky
Für den Inhalt verantwortlich: Walter Schimitschek, Johannes Maierhofer