Kurt Walter Zeidler

 

180100 SE Einführung in den Idealismus II

2 Stunden, 5.0 ECTS 
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

MO wtl von 09.03.2026 bis 29.06.2026, 15:00-16:30 Ort: Hörsaal 2i, NIG

https://moodle.univie.ac.at/course/view.php?id=461666

Art der Leistungskontrolle: Aktive und regelmäßige Teilnahme am SE (max. 3 unentschuldigte Fehlstunden), Einzelreferat (15 Minuten), schriftl. Seminararbeit von ca. 20 Seiten.


Thema des MA-Seminars ist meine eben erschienene Erkenntnislehre. Einführung in den Idealismus. Die LV des Sommeremesters widmet sich der 'Analytik oder Kategorienlehre'.
Die Erkenntnislehre stellt als Einführung in den Idealismus die ebenso schlichte wie grundlegende Frage: Wie sind Prinzipien oder gar ein Letztprinzip zu denken? Die Antwort gibt eine elementare Logik der Regeletablierung, die zugleich die begriffslogische Fundierung der Schlußlehre liefert. Sie erlaubt den Anschluß an die Logik des Idealismus in der ganzen Breite seiner Überlieferung: von Platon und Aristoteles, über Kant und Hegel, bis zu Peirce und verdeckten schlußlogischen Anläufen im Neukantianismus. 
Im Gegensatz zu einer Überlieferung, die Begründungs- und Bestimmungstheorie vermengt, versteht sich die in der Dialektik oder Ideenlehre explizierte Logik der Freiheit und Theorie der Vernunft als reine Begründungstheorie. Erst die Analytik oder Kategorienlehre transformiert als Theorie des Verstandes die schlußlogische Begründungstheorie in die urteilslogische Bestimmungstheorie. Im Zuge dieser Transformation sind die Prinzipien der Urteilslogik neu zu bewerten und vor allem die traditionelle Unterscheidung von intuitivem und diskursivem Verstand neu zu bestimmen. Dies führt zur Unterscheidung zwischen den reinen Kategorien des intuitiven Verstandes und den Funktionen der Einheit seiner Gehalte, sowie den darauf aufbauenden Gegenstandskategorien des diskursiven Verstandes. Die Elementarlehre oder Phänomenologie hat sodann die Prinzipientheorie an den Phänomenen zu bewähren, indem sie das Zur-Erscheinung-Kommen von Erkenntnisobjekt und Erkenntnissubjekt und in dem Zusammenhang auch den Sprachbezug der Erkenntnis thematisiert.




Literatur:

K. W. Zeidler, Erkenntnislehre. Einführung in den Idealismus, Freiburg/Bg 2025.

---, Grundriß der transzendentalen Logik, Cuxhaven 1992, 2. Aufl. 1997, 3. ergänzte Aufl. Wien 2017, 4. Aufl. Hamburg 2026.

L. M. Rendl, R. König (Hgg.), Schlusslogische Letztbegründung. FS für Kurt Walter Zeidler zum 65. Geburtstag, Berlin 2020.


 Semesterplan

09.03.2026 Vorbesprechung
16.03.2026 §§ 129-141 (S. 133-143)
23.03.2026 §§ 142-154 (S. 144-156)
13.04.2026 §§ 155-167 (S. 156-167)
20.04.2026 §§ 168-177 (S. 167-179)
27.04.2026 §§ 178-186 (S. 179-188)
04.05.2026 §§ 187-198 (S. 186-197)
11.05.2026 §§ 199-212 (S. 197-211)
18.05.2026 §§ 213-225 (S. 212-226)
01.06.2026 §§ 226-235 (S. 226-239)
08.06.2026 §§ 236-243 (S. 239-248)
15.06.2026 §§ 244-251 (S. 248-259)
22.06.2026 §§ 252-256 (S. 260-274)
29.06.2026 Abschlußdiskussion
         Erkenntnislehre