Bibliographische Angaben

JOSEF PAUSER: „Der erbeinigung nit ungemeß“. Ein unbekannter Brief Zürichs an Ferdinand I. über Michael Gaismair, in: Der Schlern 69 (1995), S. 750–755.


Volltext des Aufsatzes

„Der erbeinung nit ungemeß“
Ein unbekannter Brief Zürichs an Ferdinand I. über Michael Gaismair

von Josef Pauser

Die prägende Gestalt des Tiroler Bauernkriegs und damit eine der zentralen Personen der Revolution von 15251, Michael Gaismair, ist schon des öfteren in der Literatur gewürdigt worden.2 Die einschlägigen Archive, vor allem das Tiroler Landesarchiv in Innsbruck, in letzter Zeit aber verstärkt im Hinblick auf Gaismairs Exilaufenthalte in Venedig und Padua auch die italienischen Archive, sind von den Historikern in der Suche nach Material zu Gaismair durchforstet worden.

Fundort und Quellenlage

Der hier nun vorzustellende Quellenfund aus dem Niederösterreichischen Landesarchiv in Wien (zukünftig in St. Pölten) verwundert auf den ersten Blick. Hat sich doch Gaismairs Betätigungsfeld auf Tirol, Schweiz, Oberitalien und Salzburg, nicht aber auf Österreich unter der Enns (heutiges Niederösterreich) oder die niederösterreichischen Länder (Österreich unter und ob der Enns, Steiermark, Kärnten, Krain)3 erstreckt. Dennoch findet sich unter den kümmerlichen Restbeständen der niederösterreichischen Regierung vor 1740 im NÖLA4 ein bislang unbekanntes Schreiben von Bügermeister und Rat der Stadt Zürich an Ferdinand I. vom 12. Dezember 1525.5 Ferdinand I. weilte zu dieser Zeit in Augsburg6; der Brief dürfte dann aus bislang ungeklärten Gründen – vielleicht ein Verteilungsfehler? – nicht an den oö. Hofrat nach Innsbruck, sondern an den nö. Hofrat gelangt sein, der ihn zu den Akten legte.7 Ein weiters Detail dürfte die Bedeutung des Schriftstücks verborgen haben. Der Brief spricht immer nur von einem „Michael Gaisman“; als solcher taucht Gaismair dann auch im maschinschriftlichen Verzeichnis des obengenannten Aktenbestands im NÖLA auf. Der Inhalt des Schreibens läßt aber, wie im folgenden ersichtlich ist, keinen Zweifel aufkommen, daß es um die Person Michael Gaismairs handelt.

Das Verhältnis Gaismairs zur Schweiz und dabei insbesondere zu Zürich und dem Reformator Huldrych Zwingli haben Vasella8, Lötscher9 und jüngst Clavadetscher10 beleuchtet. Schadelbauer11 hat schon vor längerer Zeit einige Gaismair betreffende Briefe aus dem Zürcher Staatsarchiv ediert. Clavadetscher bemerkt in seiner Darstellung insbesondere, daß seit den Forschungen Vasellas „keine neuen Quellen über das Verhältnis Gaismairs zur Eidgenossenschaft aufgefunden“12 worden sind. Nun stellt der hier zu präsentierende Brief zwar einen neuen, wenn auch bloß kleinen Quellenfund dar, doch darf man sich davon keine gravierend neuartigen Erkenntnisse über die Verbindung Gaismairs zu Zürich erwarten. Vielmehr fügt sich das Zürcher Schreiben nahtlos in die bisher bekannten Quellenlage ein und bereichert diese um eine weitere Facette. Es ergibt sich nun folgendes Bild für die Jahreswende 1525/1526:13

Gaismair in Zürich

Am 6./7. Oktober 1525 aus dem Innsbrucker Gefängnis entkommen, flüchtet Michael Gaismair wohl Anfang November nach Graubünden. In Fidris, einem Badeort im antihabsburgischen Prättigau, wo nichtsdestotrotz auch österreichische Beamte des öfteren kurten, hält er sich eine Weile auf. Dies und seine Absicht nach Zürich zu ziehen, blieb dem öo. Hofrat nicht verborgen14, der daraufhin veranlaßt, daß Ferdinand I. am 13. November 1525 einen Brief an Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich schreibt.15 Darin wird Gaismair „auf fluchtigen fueß als ain schuldiger“ beschrieben, der „in vergangen aufrurn und emperungen“ des Tiroler Bauernkriegs „der grost und maist ursacher ainer“ gewesen sei und auch jetzt die Unwahrheit über ihn verkünde und sich auch zukünftig „pos practikhen“ nicht enhalten werde. Ferdinand I. verlangt nun von Zürich gemäß der Erbeinigung von 151116 die Gefangennahme und Verwahrung Gaismairs auf Kosten der oö. Regierung, sowie anschließenden Bericht darüber, damit er „der pillicheit gemess“ weiteres veranlassen könne. Ganz war man sich der Zürcher Gesinnung nicht sicher, denn Ferdinand macht am Schluß des Schreibens deutlich, daß er keinen „abslag[s]“ erwarte und sogar eine „schriftlich antwort bey disem unserm poten“ verlange. Die Beantwortung ist aber nicht so schnell erfolgt. Erst fast einen Monat später, am 12. Dezember 1525, antworteten Bürgermeister und Rat der bekannt habsburgerfeindlichen Stadt Zürich in einem diplomatisch gehaltenen Ton.17 Von einer Verhaftung Gaismairs, ist nicht die Rede. Sie erklären nur, daß sie Erkundigungen und Nachforschungen anstellen und für den Fall, daß Gaismair sich tatsächlich in Zürich befände, dies Ferdinand I. berichten würden. Weiters wollten sie alles tun, was der Billigkeit nach und soweit es der Erbeinigung nicht widerspräche, ihnen „getrewent glimpf und ere zü habenn“.

Am 15. Dezember 1518 – Ferdinand I. hatte dieses Antwortschreiben wohl noch nicht empfangen – wiederholt der Tiroler Landesfürst von Augsburg aus seine Forderung an Zürich.18 Da man bei der oö. Regierung in Innsbruck aber nicht wußte, ob Gaismair einen von der Regierung ausgestellten Geleitbrief19 bei sich habe, schränkte man das Begehren für diesen Fall ein und bat, ihn dann nicht zu verhaften. Gaismair, der zwischenzeitlich auch keine Rückendeckung durch die Schweizer „Landsgemeinde“ in Luzern erhalten hatte, dürfte dann Zürich bald verlassen haben. Jedenfalls fand ihn seine Frau am 8. Jänner 1526 nicht mehr in Zürich vor.

Wir sehen: Zürich hatte die Schreiben Ferdinands I. nicht einfach beiseite gelegt, wie Forcher dies vermutet20 oder ihnen „keine Beachtung [ge]schenkt“, wie es Benedikter darstellt.21 Die Honoratioren der Stadt wollten und konnten sich darauf nicht einlassen. Dies verwundert, weiß man um den Einfluß des Zürcher Reformators Zwingli auf diese und dessen Bekanntschaft und geistigen Austausch mit Gaismair.22 Doch sie verschleppten die Beantwortung trotz des doch scharfen Tonfalls im Ansuchen und schrieben Ferdinand I. erst nach einer geraumen Zeit ganz unverbindlich und unter vielleicht sogar absichtlicher Nennung des verfälschten Namens „Gaisman“. Da es im Interesse der Stadt lag, einen allzu sichtbaren Verstoß gegen die Erbeinigung mit dem Haus Österreich und einen direkten Konflikt zu vermeiden, hat der Stadtrat möglicherweise auf Gaismair, der offen in einem Gasthaus logierte, sanft eingewirkt, die Stadt zu verlassen. Dies und die Gefahr durch Häscher der oö. Regierung ermordet zu werden, haben Gaismair wohl bewogen, wieder in den „sicheren“ Prättigau zu wechseln. Vielleicht war er aber auch bereits abgereist.23 Doch letztlich sind dies alles Hypothesen. Nur weitere Quellenfunde könnten die tatsächlichen Abläufe klären.

Zürich und die Erbeinigung von 1511

Besonders zu beachten ist der Rechtsinhalt der bereits angesprochenen, zwischen Maximilian I. und den Eidgenossen abgeschlossenen Erbeinigung von 1511.24 Sie normierte einen gegenseitigen Verzicht auf Kriegshandlungen25, die Verpflichtung zu „getrew aufsehen“ nach Ansuchen eines der Vertragspartner, wenn dessen Gebiete mit Krieg „uberzogen und zu vergwaltigen vnderstanden wurde“, zu dem Zweck, „damit sy wider Recht oder billicheit nit beswert oder gedrungen werden“26 sowie ein Unterstützungsverbot der jeweiligen Gegner durch die eigenen Untertanen, was besonders auf das Reislaufen der Schweizer Landsknechte gemünzt war27. Schließlich war die Annahme von Untertanen der anderen Partei in „pündtnuß, Burgrecht, Landrecht, Schutz, Schirm, noch versprechen“ nicht erlaubt.28 Am 1. Juni 1519 ratifizierte Karl V. diese „ewige Verainigung“.29

Was folgte, waren oftmalige Beschwerden der Habsburger wegen Verstößen der Eidgenossen gegen die Erbeinigung und manche Querelen um Auslegung zu unbestimmt formulierter Begriffe im Vertragstext. Werfen wir nur einen kurzen Blick auf die Auswirkungen des Bauernkriegs auf die Anwendung der Erbeinigung und insbesondere auf das Verhalten Zürichs. So erfolgte etwa im November 1524 ein geharnischter Protest gegen Zürich, das einige Zeit nicht einschritt, als eigene Angehörige Waldshut belagerten. Dabei war den Zürcher Boten von den Österreichern eindringlich nahegelegt worden, „daß sy über die Erbeinigung sitzen und die eigentlich beschowen, was der buochstab darin vermög, darbey ir sigel daran hangende besechen und bedenken, daß sy gelobt und versprochen, die nach allem inhalt zuo halten“.30 Etwas später lenkte Zürich ein. Im Juli 1525 gab es Hinweise, daß sich die Eidgenossen nach einem Ansuchen gemäß der Erbeinigung bereit erklärt hatten, keine Feinde des Hauses Österreich einzulassen oder deren Aufenthalt zu dulden. Anfänglich dürfte sich auch Zürich allem Anschein nach dementsprechend verhalten haben.31 Nach einem wiederholten Begehren durch Räte und Kommissare Ferdinands I. im August, auf das elf Schweizer Orte – nicht aber Zürich und Basel – geantwortet hatten, erging am 5. September 1525 an Zürich noch ein besonderes Ansuchen. Es möge ein „offen bott und mandat usgan lassen, daß sy söllich ußländisch flüchtig puren weder husen, hofen, underschleif, noch ufenthalt geben, sonder uß dem land vertreiben söllen“.32 Doch dürfte dies alles nicht viel gefruchtet haben. Im November 1525 schlägt der Abgesandte Ferdinands I., Dr. Stürtzel, nach Vorbringung massiver Beschwerden den versammelten Eidgenossen in Luzern eine Erläuterung der Erbeinigung vor, um endlich genau abzuklären, wie bei Flüchtigen vorgegangen werden soll. Die Schweizer Gesandten nahmen diese Anregung zwar in ihren Abschied auf, wollten aber, weil sie dafür nicht instruiert worden waren, darüber erst bei der nächsten Versammlung beraten.33

Die Auslegung der Erbeinigung war also zum fraglichen Zeitpunkt des Zürcher Antwortschreibens heftig umstritten; insbesondere der Begriff des „trewen aufsehens“ erwies sich als vieldeutig und bot den Eidgenossen mehr als nur einmal genügend Handlungsspielraum. War man offiziell auf Ebene der konservativeren Landsgemeinde zwar geneigt, den Wünschen Ferdinands I. nachzukommen34, und konnte sich Zürich diesen Ansinnen auch nicht brüsk entgegenstellen, so opponierte es doch still und heimlich dagegen und führte sie nicht wirklich aus. Das Gaismair betreffende Schreiben ist nur ein weiteres Versatzstück dieser Politik. Über 200 Jahre später war es dann anerkannte Schweizer Rechtsansicht, „daß die in der Erbvereinigung von 1511 enthaltenen Worte des treuen Aufsehens zu keiner thätigen Hülfe verbindlich machen, sondern öfters deklariertermaßen eidgenössischerseits nur auf Botschaftschicken, Schreiben und Vorstellungen verstanden sei“.35

 

Anhang:36

1525 Dezember 12, Zürich

Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich antworten auf ein Schreiben Ferdinands I., der diese um Nachforschungen wegen des flüchtigen Michael Gaismair gebeten hatte.

Fundort: NÖLA/Regierungsarchiv, Nö. Regierung vor 1740, Karton 10/Fasz. I/Nr. 29.
Beschreibung: Ausfertigung, Papier; Dorsalnotiz: „Dem durchluchtigisten, hochgebornistenn fursten und herren hern Ferdinando printz und infant in Hispanien, ertzhertzog zü Österreich etc. unsernn gnedigisten herren“ und von anderer Hand „de anno 1525“.

Durchluchtigister, hochgebornister furst, gnedigister herr, uwer furstlichen durchluchtigkeit sig, unser underthänig willig dienst mit erpiettung aller eren alle zit bereit zuvor. Uwer furstlichen durchluchtigkeit schriben, unns jetz von wägen Micheln Geismans gethan, habend wir mit angehenckter begär und anzöigungenn, wie derselb in uwer f[urstlicher] d[urchluchtigkei]t grafschafft Tyrol und anderschwo vil unrüwen und gschwinder practicken geübt, mit verrerem inhalt vernommen und fügenn derselben uwer f[urstlichen] d[urchluchtigkei]t wir dienstlicher meinung antwurtswyß zü vernämenn, das wir by unns flißige nachfrag und erkonnen der sach halb furderlich habenn, und wo wir befindent, das sich bemelter Michel Gaißman by unns enthalte, wellent wir daruff uwer f[urstlichen] d[urchluchtigkei]t des berichtenn, ouch der billickeit nach und der erbeinung nit ungemeß furter alles das thun, das wir getruwent glimpff und ere zü habenn. Wolten wir uwer f[urstlichen] d[urchluchtigkei]t uff dero begären nit verhaltenn, dann derselbenn underthänigenn willen zü bewyßenn, sind wir wol geneigt. Datum Zinstags nach Nicolai37 anno etc. xxv.
Burgermeister und rat der statt Zurich

Fußnoten:

  1. Dazu Peter Blickle, Die Revolution von 1525, 3. Auflage München 1993.
  2. Vgl. nur die Biographien und Sammelbände der letzten Zeit: Josef Macek, Der Tiroler Bauernkrieg und Michael Gaismair, Berlin 1965; Hans Benedikter, Rebell im Land Tirol. Michael Gaismair, Wien 1970; Aldo Stella, La rivoluzione contadina del 1525 e l’utopia di Michael Gaismayr, Padova 1975; Jürgen Bücking, Michael Gaismair: Reformer – Sozialrebell – Revolutionär. Seine Rolle im Tiroler „Bauernkrieg“ (1525/32) (=Spätmittelalter und Frühe Neuzeit. Tübinger Beiträge zur Geschichtsforschung 5), Stuttgart 1978; Michael Forcher, Um Freiheit und Gerechtigkeit. Michael Gaismair. Leben und Programm des Tiroler Bauernführers und Sozialrevolutionärs 1490–1532, Innsbruck 1982; Angelika Bischoff-Urack, Michael Gaismair. Ein Beitrag zur Sozialgeschichte des Bauernkrieges (=Vergleichende Gesellschaftsgeschichte und politische Ideengeschichte der Neuzeit 4), Innsbruck 1983; Josef Macek, Michael Gaismair. Vergessener Held des Tiroler Bauernkrieges, Wien 1988; Fridolin Dörrer (Hrsg.), Die Bauernkriege und Michael Gaismair. Protokolle des internationalen Symposions vom 15. bis 19. November 1976 in Innsbruck-Vill (=Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs 2), Innsbruck 1982; Ch. v. Hartung – G. Pallaver (Hrsg.), Michael Gaismair und seine Zeit, Bozen – Innsbruck 1983; und die kritische Literaturübersicht von Helmut Reinalter, Michael Gaismair und die „frühbürgerliche Revolution“, in: Der Schlern 1979, 610–625.
  3. Zum Terminus der niederösterreichischen Ländergruppe siehe Erich Zöllner, Der Österreichbegriff. Formen und Wandlungen in der Geschichte (=Österreich Archiv), Wien 1988, S. 49f.
  4. Das Niederösterreichische Landesarchiv (NÖLA) umfaßt mit dem Bestand der „Niederösterreichischen Regierung vor 1740“ (=Regierung der nö. Ländergruppe) nur mehr einen äußerst geringen „Splitterbestand“, der auch über die heutigen Landesgrenzen Niederösterreichs hinausreicht. Vgl. zu den Beständen des NÖLA allgemein Helmut Feigl, Quellen zur Regional- und Lokalgeschichte im NÖ. Landesarchiv mit besonderer Berücksichtigung des Waldviertels, in: Ulrike Kerschbaum – Erich Rabl (Hrsg.), Heimatforschung heute (=Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes 29), S. 9–32, zum fraglichen Bestand bes. 19.
  5. NÖLA/Regierungsarchiv, Nö. Regierung vor 1740, Karton 10/Fasz. I/Nr. 29.
  6. Vgl. die Angaben bei Anton von Gévay, Itinerar Kaiser Ferdinands I., Wien 1843.
  7. Zum oö. und nö. Hofrat (=Regierung) in den Anfangsjahren der Regierung Ferdinands I. vgl. Günter R. Burkert, Landesfürst und Stände. Karl V., Ferdinand I. und die österreichischen Erbländer im Ringen um Gesamtstaat und Landesinteressen (=Forschungen und Darstellungen zur Geschichte des Steiermärkischen Landtags 1), Graz 1987, S. 151–157.
  8. Oskar Vasella, Bauernkrieg und Reformation in Graubünden 1525–1526, in: Zeitschrift für schweizerische Geschichte 20 (1940), S. 53–64; ders, Ulrich Zwingli und Michael Gaismair, der Tiroler Bauernführer, in: Zeitschrift für schweizerische Geschichte 24 (1944), S. 388–413.
  9. Valentin Lötscher, Der deutsche Bauernkrieg in der Darstellung und im Urteil der zeitgenössischen Schweizer (=Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft 11), Basel 1946, S. 211–216.
  10. Otto P. Clavadetscher, Die Bauernunruhen im Gebiet der heutigen Eidgenossenschaft. Mit einem Exkurs über die Beziehungen Gaismairs zur Schweiz, in: Fridolin Dörrer (Hrsg.), Die Bauernkriege und Michael Gaismair. Protokolle des internationalen Symposions vom 15. bis 19. November 1976 in Innsbruck-Vill (=Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs 2), Innsbruck 1982, S. 157–159.
  11. Karl Schadelbauer, Drei Schreiben über Michael Gaismair im Staatsarchiv zu Zürich, in: Tiroler Heimat N.F. 3 (1930), S. 90–92.
  12. Clavadetscher, S. 160 (Fußnote 27).
  13. Vgl. auch die Angaben bei: Macek 1965, S. 358–369; Benedikter, S. 128–133; Stella, S. 95–101; Bücking, S. 97f.; Forcher, S. 88–91; Macek 1988, S. 161–167; Clavadetscher, S. 157f., die aber alle auf den Ergebnissen Vasellas und den Editionen Schadelbauers beruhen.
  14. Vgl. allgemein zum habsburgischen Spitzelwesen in der Schweiz die Angaben von Gerhard Rill, Fürst und Hof in Österreich von den habsburgischen Teilungsverträgen bis zur Schlacht bei Mohács (1521/22 bis 1526) (=Forschungen zur europäischen und vergleichenden Rechtsgeschichte 7), Wien – Köln – Weimar 1993, S. 188f.
  15. Ediert bei Schadelbauer, S. 90f.
  16. Siehe dazu weiter unten.
  17. Edition im Anhang.
  18. Ediert bei Schadelbauer, S. 91f.
  19. Dazu genauer Macek 1965, S. 366.
  20. Forcher, S. 91: „Der Zürcher Rat legte das Schreiben zu den Akten, ohne etwas zu unternehmen.“
  21. Benedikter, S. 132.
  22. Ich verweise nur auf die gegenseitige Befruchtung hinsichtlich Zwinglis Feldzugsplam und Gaismairs „utopischen“ Entwurf einer Tiroler Landesordnung. Vgl. dazu Vasella 1944; Macek 1965, S. 365; Giorgio Politi, I sette sigilli della „Landesordnung“. Un programma rivoluzionario del primo Cinquecento fra equivoci e mito, in: Annalo dell’Istituto storico italo-germanico in Trento XII (1986), S. 68ff.
  23. Bücking, S. 97, vermutet: „Weder auf dieses noch auf ein ähnliches Schreiben vom 15. Dezember ließ sich der Zürcher Rat ein; er hätte auch nichts ausrichten können, da Gaismair bereits abgereist war.“
  24. Anton Philipp von Segesser (Bearb.), Die Eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520 (=Amtliche Sammlung der älteren Eidgenössischen Abschiede III/2), Luzern 1869, S. 1343–1347 (Beilage 19). Vgl. Paul Schweizer, Geschichte der Schweizerischen Neutralität I, Frauenfeld 1893, S. 165–167; Edgar Bonjour, Geschichte der schweizerischen Neutralität. Vier Jahrhunderte eidgenössischer Außenpolitik I, 5. Auflage, Basel 1970, S. 32.
  25. So sollten etwa die Eidgenossen gegen die Länder Maximilians I. und Karls V. „in argem und krieglichem fürnemen auch nymer seyn noch thun in kein weyse“ (Eidgenössische Abschiede III/2, S. 1345).
  26. Eidgenössische Abschiede III/2, S. 1344.
  27. Eidgenössische Abschiede III/2, S. 1345: Es soll „kein teil aus vns vorgemelten partheyen seinen Vnderthanen, zugehörigen oder die Jm obberürter masse verwandt oder zugetan sein, verhengen noch gestatten, das sy wider den andern noch desselben land oder lewt zu nymand, wer der seye, in krieg, aufrur oder widerwertig fürnemen, lowffen, ziehen, handeln oder thun, sonder welhem teil vnder vns das begegnen wurde, der sol, sobald er deshalb von dem andern beschriben oder angesucht oder das für sich selber Jnnen oder gewar wurde, solch sein hingelawffen Volk von stund an onverzogenlich auf das allerhöchst wider heimbzuziehen abfordern vnd ob yemand solchs verachten vnd darynne vngehorsam erscheinen wurde, dieselben sollen nach erkantnuß Jrer Herren vnd obern gestrafft werden.“ Zum Landsknechtwesen insb. dem Reislaufen vgl. Siegfried Hoyer, Das Militärwesen im deutschen Bauernkrieg 1524–1526 (Militärhistorische Studien NF 16), Berlin/Ost 1965, S. 22ff.; Reinhard Baumann, Landsknechte. Ihre Geschichte und Kultur vom späten Mittelalter bis zum Dreißigjährigen Krieg, München 1994, S. 58ff., 68f.
  28. Ausgenommen davon war allerdings der Fall, daß „yemand hinder den andern mit seinem hawshablichen sitz ziehen welte“ (Eidgenössische Abschiede III/2, S. 1345). Bereits 1521 wollte Karl V. diese Bestimmung dahingehend erweitert haben, daß dies nur mit vorheriger Einwilligung des Vertragspartners geschehen dürfe. Siehe dazu Johannes Strickler (Bearb.), Die Eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528 (=Amtliche Sammlung der älteren Eidgenössischen Abschiede IV/1), Brugg 1873, S. 26f.
  29. Schweizer, S. 167.
  30. Eidgenössische Abschiede IV/1, S. 532.
  31. Eidgenössische Abschiede IV/1, S. 746 (18. Juli 1525, Zell: Brief des obersten Hauptmanns Ferdinands I. an Zürich).
  32. Eidgenössische Abschiede IV/1, S. 764 (27. August 1525, Zell), 767 (5. September 1525, Zell).
  33. Eidgenössische Abschiede IV/1, S. 796 (3. November 1525, Luzern)
  34. Am 2. Mai 1526 ersuchten sie etwa Basel, die geflüchtete Bauern auszuweisen, nachdem Ferdinand I. wie auch die Stände des Hl. Römischen Reichs sie ermahnt hatten, solches auch gemäß der Erbeinigung nicht zu dulden. Siehe: Eidgenössische Abschiede IV/1, S. 880.
  35. Schweizer, S. 166.
  36. Bei der Edition wurde den „Empfehlungen zur Edition frühneuzeitlicher Texte“ des Arbeitskreises „Editionsprobleme der frühen Neuzeit“ in: Jahrbuch der historischen Forschung in der Bundesrepublik Deutschland Berichtsjahr 1980, Stuttgart 1981, S. 85–96 gefolgt. Nicht normalisiert wurde w. Die Auflösung der Kürzung „f. dt.“ erfolgte nach dem sonstigen Sprachgebrauch der Quelle. Für die freundliche Durchsicht der Transkription danke ich Martin Scheutz, Wien.
  37. Zinstags nach Nicolai = Dienstag nach dem 6. Dezember. Im Jahre 1525 fiel der 6. Dezember auf einen Mittwoch, somit war Zinstags nach Nicolai mit dem 12. Dezember 1525 aufzulösen.