Ende November 2009 besuchte ich die Buchpräsentation des 13. Bandes der Reihe „Zwettler Zeitzeichen“ in Zwettl. Gerade bemerke ich, dass auf der Website des Zwettler Stadtarchivs dazu ein Beitrag zu finden ist, der auch ein Foto enthält, auf dem ich zu sehen bin.

Die NÖN/Zwettler Zeitung vom 2. 12. 2009 berichtete davon:

Jüdisches Leben in Zwettl, Band 13 der „Zwettler Zeitzeichen“ wurde präsentiert.

Zum zehnjährigen Jubiläum „einer lokalhistorischen Erfolgsgeschichte“ begrüßte Bürgermeister Herbert Prinz am Freitagabend im Saal der Sparkasse „viele Stammgäste und regelmäßige Leser“ der Zwettler Zeitzeichen. 15 ehrenamtlich arbeitende Autoren, unter ihnen Josef Pauser vom Verfassungsgerichtshof, haben Spezialthemen der Stadtgeschichte recherchiert, wissenschaftlich aufgearbeitet und über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht. Ein spezieller Gruß des Bürgermeisters galt Grafiker Erwin van Dijk, Mitarbeiter der Firma Waltergrafik, Druckereichef Christian Janetschek sowie Musikschuldirektor Josef Paukner, der diesmal zusammen mit Katalin Mezö und Gabriele Kramer-Webinger für einfühlsame musikalische Begleitung sorgte. Dem Initiator der Zwettler Zeitzeichen Friedel Moll, der „guten Seele des Stadtarchivs“, oftmaligen „Autor und unverzichtbaren Mitarbeiter“ überreichte der Bürgermeister eine wertvolle Radierung.

Der von ihm geführte Stadtrundgang „Auf den Spuren der Zwettler Juden“ und sein Vortrag zum gleichen Thema in der Volkshochschule Zwettl im Jahre 2008 hatten Friedel Moll endgültig darin bestärkt, „jenen Menschen, die einer wahnwitzigen Rasenideologie zum Opfer gefallen sind, ein schriftliches Denkmal zu setzen“, so entstand Band 13 der Zwettler Zeitzeichen. Darin befassen sich drei Mitautoren vom Institut für jüdische Geschichte in Österreich mit jüdischem Leben im Waldviertel. Eveline Brugger lieferte einen Beitrag über das Judentum während des Mittelalters, Barbara Staudinger beschrieb die frühe Neuzeit vom 15. bis ins 17. Jahrhundert und Christoph Lind beschäftigte sich intensiv mit den Geschehnissen von 1848 bis 1938. Sowohl diese Arbeiten als auch Molls umfangreiche Recherche über das jüdische Leben in Zwettl dokumentieren zahlreiche neue Erkenntnisse. Der Leser erfährt Lebens- und Familiengeschichten damals ortsansässiger Juden, die als angesehene, friedliche und gut integrierte Bürger der Stadt oder in ihrer ländlichen Umgebung lebten. Durch die Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus, vorbereitet durch vehemente Verfechter der Judenfeindlichkeit wie Georg Ritter von Schönerer, wurden diese Menschen isoliert, enteignet, beraubt, vertrieben, in Konzentrationslager geschickt und ausgerottet.
Band 13 der Zwettler Zeitzeichen mit dem Titel „Jüdisches Leben in Zwettl. Koexistenz und Verfolgung, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert“, 88 Seiten, ist zum Preis von 10 Euro im Stadtamt, in den Museen und im Buchhandel zu erwerben.

Bildtext: Zusammen mit einem dreiköpfigen Autorenteam vom Institut für jüdische Geschichte in Österreich verfasste Stadtarchivar Friedel Moll (3. v. l.) Band 13 der Zwettler Zeitzeichen über „Jüdisches Leben in Zwettl“. Zur feierlichen Präsentation am Freitagabend im Saal der Sparkasse begrüßten Bürgermeister Herbert Prinz (2. v. r.) und Kulturstadtrat Johann Krapfenbauer (r.) viele „regelmäßige Leser“ und (v. r.) Grafiker Erwin van Dijk, Stadtamtsdirektor-Stv. Werner Siegl, Josef Pauser vom Verfassungsgerichtshof und Druckereichef Christian Janetschek.