Fragen der »finnisch-ugrischen Frauengeschichte» am Beispiel der Geschichte Ungarns

Fragenkomplex Frauengeschichte

(< Pető 2003)

Professionalisierung der Geschichtswissenschaft im frühen 19. Jh.: die institutionalisierte Philologie als Vorbild, als Aufgabe werden »wichtige Tatsachen» definiert, d.h. die Männerwelt und die Männersprache. Gleichzeitig entstehen die modernen Nationstaaten, mit nationaler Geschichtsschreibung, sowie die nationalen Schulwesen mit Lehrbüchern der nationalen Geschichte.

»‘Die Geschichte’ wurde zu einer mit Gender ausgerüsteten (társadalmi nemmel felruházott) Kategorie: Die Grundlagen und Tatsachen ihrer Bedeutung, Macht, Wichtigkeit und Autorität basierten auf dem Ausschluss der Frauen, weil sie nur die Taten der Männer für wichtig und verwahrenswert hielt. Die Aufgabe des Historikers war, die wahrhaftige, wirkliche und wissenschaftliche Geschichte zu schreiben, und zu diesem Zweck wurden alle möglichen Apparate und Institutionen der Wissenschaftlichkeit kreiert, u.a. die Institutionen und Materialien des Geschichtsunterrichts in den derzeit zahlreich entstehenden Lehrbüchern.» (Pető 2003)

Der Widerstand aus zwei Richtungen: (1) die feministische Bewegung will die Frauen und ihre Geschichte sichtbar machen (»Kompensation»), (2) in den Historikerkreisen (wo schon seit langem die Frauen auf niedrigeren Ebenen — als Schullehrerinnen, Archivarinnen und Assistentinnen — tätig waren) entstehen neue Betrachtungsweisen, wobei die Rolle der persönlichen Perspektive anerkannt und die einheitliche »große Narrative» der Geschichte in Frage gestellt wird.

Prominente Frauen in der Welt der Männer

In der Welt der Kriegsführung und Staatsmacht: Fürstinnen, Heldinnen und Königinnen — Mütter, Ehefrauen und Töchter

»Solange ich lebe, soll niemand vor Confusion in Munkács fürchten, nur weiss ich zuweilen nicht, was mich selbst betreffen wird, gebe Gott, dass ich so glücklich sein könnte, mein Liebster, dass ich Deine Gnaden mit einem kleinen Sohn erfreuen könnte, den Verlust meines eigenen Lebens würde ich nicht bedauern...» (Aus dem Brief der hochschwangeren Ilona Zrínyi aus dem belagerten Munkács).

In der Welt der Religion und Kirche: Heilige

Unsichtbare Frauen: die große Mehrheit

Anonymus von Számos: Adhortatio Mulierum (ca. 1550)

[...]
Ha mikor ketten vendéggé hínak,
nyelved és az szád kérdve szóljanak,
mert ha ők ketten sokat csácsognak:
ifjak, kik látják, csak megcsúfolnak,
tégedet mondnak csácsogó szajkónak.
 
Mikor egy úton csak ketten megyünk,
előttem ne járj akkor hogy megyünk,
mert ha előttem járandasz, félek:
ifjak kik látják, csak megcsúfolnak,
tégedet mondnak kabola-vezérnek.
 
[...]
Ha mikor követek házunkhoz jönnek,
te meg ne felelj az követeknek,
mert ha megfelelsz az követeknek:
ifjak kik látják, csak megcsúfolnak,
tégedet mondnak az Simon bírónak.
 
[...]
Ha megfogadod, magam igérem,
marhám és pénzem mind tiéd lészen,
te léssz énnékem nagy tisztességem:
ifjak, kik látják, meg nem csúfolnak,
engemet mondnak nagy boldog embernek.
 
Ha nem fogadod, Isten ne mentsen
bottól, pálcától az te hátadat,
piros orcádat szégyenvallástól,
hátadnak hosszát szép sudár pálcától.
[...]

[‘Wenn wir beide zu Besuch eingeladen sind,
sollen deine Zunge und dein Mund nur aufgefordert sprechen,
wenn diese zwei viel schwatzen,
werden die Jünglinge, die es sehen, dich verspotten,
werden dich einen »schwatzenden Häher» nennen.
 
Wenn wir auf einer Straße nur zu zweit spazieren,
gehe nicht vor mir, wenn wir gehen,
weil, solltest du vor mir gehen, dann, fürchte ich,
werden die Jünglinge, die es sehen, dich verspotten,
werden dich »die Führerstute» nennen.
 
Wenn Boten zu unserem Haus kommen,
sollst du nicht den Boten antworten,
weil, solltest du den Boten antworten,
werden die Jünglinge, die es sehen, dich verspotten,
werden dich den »Richter Simon» nennen.
 
Wenn du dieses versprichst, dann verspreche ich,
dass mein Vieh und mein Geld dir gehören werden,
du wirst mir große Ehre bringen:
die Jünglinge, die es sehen, werden mich nicht verspotten,
werden mich einen großen, glücklichen Menschen nennen.
 
Wenn du dies nicht versprichst, dann soll Gott
deinen Rücken vor Stock und Rute nicht retten,
deine roten Wangen vor Scham,
die Länge von deinem Rücken vor der schönen, langen Rute.’
 
– Eines von drei in einer alten Handschriftensammlung erhaltenen Lehrgedichten an junge Ehefrauen, hg. in der Anthologie von Sándor Weöres, Három veréb hat szemmel.]

Erste Erörterungen der »Frauenfrage» – von Männern verfasst

István Kolosi Török (1610 – ca. 1652): »Strophen zur Hehrheit, Würdigkeit und Ehre des weiblichen Geschlechts»

[...]
Az embernek fővebb s méltóságosb tagja
az feje, s az szép égre emelt ábrázattya,
ez mutattya az Isten szeretetit rajta,
ez őtet az barmoktól szépen megválasztya.
 
Soknak férfiak közzül fejök megkopaszul,
arról az haj lehullván homlokok megrútul;
asszonynak az természet adta ajándekul,
egészlen hogy az haja őneki el nem hull.
 
Férfiak szép orcáját az szőr megrútíttya,
pelyhes szakál és hosszú bajusz beboríttya,
soknak orrát, homlokát ember alig láttya,
természet az férfiat annyira csúfollya.
[...]
 
Külömben vagyon dolga az asszonyállatnak,
mert szép fejér orcáji tisztán megmaradnak,
szőröktől és pelyhektől meg is nem rútulnak,
asszonyok azok miatt semmit nem busulnak.
[...]
 
Ha megengedve volna asszonyállatoknak,
hogy közönséges helyen ők is tanítsanak,
természet szerint arra hajlandók volnának,
hogy minden mesterséget hamar tanolnának.
[...]

[Der wichtigste und würdigste Teil des Menschen
ist sein Kopf, und sein zum hehren Himmel emporgewandtes Antlitz,
das beweist Gottes Liebe zu ihm,
das unterscheidet ihn schön von den Tieren.
 
Vielen Männern wird der Kopf kahl,
mit dem Verlust der Haare werden ihre Stirne hässlich;
der Frau hat es die Natur vergönnt,
dass ihre Haare überhaupt nicht ausfallen.
 
Das schöne Gesicht des Mannes wird vom Haar hässlich gemacht,
mit buschigem Bart und langem Schnurrbart bedeckt,
bei vielen sieht man die Nase und den Stirn kaum,
so verspottet die Natur den Mann.
 
Anders verhält es mit dem Frauenzimmer,
weil ihre schönen weißen Wangen rein bleiben,
werden von Haar und Stoppeln nicht hässlich gemacht,
darum müssen sich die Frauen keine Sorgen machen.
 
Wäre es erlaubt den Frauenzimmern,
dass auch sie in öffentlichen Stellen lehren dürften,
von ihrer Natur her wären sie dazu geneigt,
dass sie alle Berufe schnell erlernen würden.]

(Fábri [Hg.] 1999:) »Auf ungarisch konnte vermutlich zum ersten Mal die Leserschaft von Péter Pázmánys [1570–1637] Predigtsammlungen etwas Ausführlicheres über die Erziehung der Mädchen und über die Pflichten der Ehefrauen lesen.» Diese sozial-pädagogische Tradition wird im Zeichen der Aufklärung fortgesetzt (Säkularisierung > Suche nach »natürlichen» Begründungen für die Geschlechtsrollen); besonders in den letzten Jahrzehnten des 18. Jh.s erscheinen in Ungarn neben Übersetzungen von der europäischen Debatte auch mehrere Originalstellungnahmen. Dem (eigentlich eher parodischen?) Megmutatás, hogy az asszonyi személyek nem emberek (‘Beweis, dass die Frauen keine Menschen sind’; anonym, 1783) antwortet der Dichter Pál Ányos (1756–1784) in einem fiktiven Brief unter dem Federnamen »Fräulein Anna B. Carberi».

Zum ersten Mal werden auch (beschränkte) politische Rechte an Frauen (von Stand) öffentlich verlangt, von Péter Bárány und Ádám Pálóczi Horváth 1790.

Nationale Frauenfrage

In der zweiten großen Frauenrechtdebatte in Ungarn (1820er Jahre) treten auch selbstbewusste Frauenstimmen auf (v.a. Éva Takáts [Karacs Ferencné, 1779–1845]). »Nationale» Themen tauchen auf:

A Hét Választó Fejedelemben tartatott álarczos bál nagyon élénk volt. [...] Különös figyelmet érdemlenek három álarczosok díszes keleti öltözékeikre nézve, s két hölgy, mivel magyarul beszéltek. [‘Der in den ‘Sieben Kurfürsten’ gehaltene Maskenball war sehr lebhaft. [...] Besondere Aufmerksamkeit verdienen drei Maskierte, hinsichtlich ihrer reichgeschmückten orientalischen Kostüme, und zwei Damen, weil sie Ungarisch sprachen.’ Zeitungsnachricht aus 1834, zitiert in den "Minutennovellen" von István Örkény]

»Wir möchten junge Ungarn aufziehen, und wie werden diese geboren? Von unseren Töchtern von heute? Diese bemitleidenswerten Wesen [...] sehen ja ihre gute Erziehung darin, dass sie anstatt des Ungarischen lauter fremde Sprachen sprechen [...] In den Mädchenschulen kommt die ungarische Sprache nicht in Frage, und wenn die Direktoren sie einmal besuchen, wollen sie nicht einmal fragen: ‘Meine Lieben, versteht ihr Ungarisch?’ Nein! [...] außerdem wissen sie nicht einmal, in welchem Komitat sie geboren sind, obwohl die Kenntnisse von ungarischen, vaterländischen Angelegenheiten sie sehr stark zum Vaterland verbinden würden, und wenn sie erwachsene Ungarinnen werden, würden sie dann ungarische Patrioten aufziehen [...] In der ungarischen Muttermilch nimmt der Säugling die Vaterlandsliebe in sich auf, wir sollen uns also auch um unsere Töchter Gedanken machen.» (Aus der Diskussion im Landtag 1825; in Fábri [Hg.] 1999)

»Ich verstehe nicht, warum die Ungarin nicht politisieren sollte, die allein im gesamten Europa das Recht hat, ihre Liegenschaften mit Recht eines Grundbesitzers zu verwalten, die zum Schutz des Vaterlandes, wenn seine Grenzen von Feinden bedroht werden, ebenso wie die Männer verpflichtet ist, Soldaten an ihrer Stelle auszusenden, und die, wenn sie aus dem Standesadel stammt, ebenso wie die männlichen Aristokraten zum Landtag gerufen wird – und dort, glaube ich, pflegt man zu politisieren.» (Éva Takáts 1825; in Fábri [Hg.] 1999)

Die Debatte zur Institutionalisierung der Frauenbildung wirft zentrale soziale Fragen auf: Wahl von Schülerinnen → soziale Gerechtigkeit; Lehrerinnenausbildung → Berufstätigkeit von Frauen; Fragen der ‘Nützlichkeit’ der Lehrgegenstände → vaterländische Begründungen (z.B. Leibesübungen → Gesundheit der zukünftigen Mütter; Muttersprachunterricht; Haushalt und Nationalökonomie).

Erste berühmte Politikerin: Gräfin Blanka Teleki (1806–1862; Künstlerin, Bildhauerin, Leiterin einer Mädchenschule, Verfasserin des ersten Manifests, wo gleiche Rechte an Frauen verlangt werden, v.a. Recht auf Universitätsstudien; nach der Revolution von 1848 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, danach im Ausland bis zu ihrem Tod).

»Wir sind angebetete Götzen gewesen, jetzt sollen wir Menschen werden! [...] In der Hand [der Frau] sind die zukünftigen Generationen. Im privaten Kreis, am Altar des Familienlebens zu stehen, ihre Pflicht als Tochter des Vaterlandes, als Mutter gewissenhaft zu erfüllen ist jetzt ihre Aufgabe. Hier, nicht auf den Felden des öffentlichen Lebens, kann sie von sich das Gepräge der Unmündigkeit entfernen, die sie bisher nicht wegen ihrer Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft sondern wegen ihrer Feigheit und ihrer verzerrten Erziehung getragen hat. [...] Die Revolution verlangt Menschen. Erzieht eure Töchter zu Menschen, nicht zu ephemeren Wesen, die nur schnellstmöglich verheiratet werden sollen, als ob die Frau, einem Schmetterling gleich, das Endziel ihrer Berufung erreicht hätte, wenn der Brautkranz von ihrem Kopf weggenommen wird.» (Blanka Teleki 1848)

Die neue Frau?

Nach 1848: Die Rolle von vielen Frauen in der Revolution, als Opfer der Reaktion, als Stellvertreterinnen von ihren (gefangenen, hingerichteten, geflüchteten) Männern kann nicht mehr unbeachtet gelassen werden.

Debatten zur Erziehung und Ausbildung von Frauen sowie zur Möglichkeit der Ehescheidung in den 1840er Jahren: »Es ist unmöglich nicht zu bemerken, wie hinter der neuen Interpretationen des Familienlebens sowie der persönlichen Menschenwürde eine neue Vorstellung von der Frau Gestalt annimmt. Die selbständig( werdend)e Persönlichkeit der Frau, die weder Zusatz noch Schatten des Mannes ist, ließ eine neue Art von Beziehung zwischen den Geschlechtern ahnen, und dies hat einige mit begeisterter Erwartung, andere dagegen mit bösen Vorahnungen und Erbitterung erfüllt.» (Fábri 1996)

»Ich möchte gerne den Mann kennen, der die Frau kennt; die Frau dagegen, die den Mann kennt, möchte ich nicht kennen. [...] Der Mann kann das Stillleben der weiblichen Seele nur halbwegs fassen, und wenn die Frau sich das äußere Leben des Mannes erschöpfend vorstellen kann, dann geschieht dies nur auf Kosten ihrer Weiblichkeit. [...] Die Frauen wären Engel, würden sie nicht unter die Menschen kommen!» (»W...gh»: kritische Stellungnahme zu den künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten der Frau, in der Zeitschrift Hölgyfutár (Damen-Kurier) 1851; Fábri [Hg.] 1999)

Erste (offiziell) von einer Frau herausgegebene Zeitschrift: Családi Kör (‘Familienkreis’, »Wochenzeitschrift für gebildete ungarische Damen»), hg. von Emília Kánya 1860–.

»Seitdem Veres Pálné [= geb. Hermine Beniczky, 1815–1895] am 24. Mai 1867, zusammen mit einigen entschlossenen Damen, die Gründung des Frauenbildungsvereins angekündigt hat, kämpfen die Ungarinnen organisiert für die Ausweitung ihrer Rechte.» (Fábri [Hg.] 1996)
»Eher muss man das Volk zu einem bestimmten intellektuellen Niveau heben; eher soll eine Bäuerin verstehen, Strümpfe zu stricken, als eine Dame von Stand philosophieren können.» (Reaktion eines Ministers zu dem von Veres Pálné initiierten und von 9000 Frauen unterzeichneten Vorschlag, eine höhere Mädchenschule zu gründen.)

Erste Ungarin mit akademischem Grad: Gräfin Vilma Hugonnai (Dr. med., Zürich 1879; nach ihrer Rückkehr in Ungarn, bevor ihr Diplom 1897 nostrifiziert wurde, als Hebamme tätig!).

Universitätsstudien für Frauen ab 1895 (beschränkt) erlaubt (Geisteswissenschaften, Medizin, Pharmazie), zuerst nur wenige Studentinnen (1900 von den Medizinstudierenden in Budapest 2%), während des ersten Weltkrieges wächst der Anteil von Frauen in der höheren Bildung deutlich (in den Geisteswissenschaften an der Uni Budapest von 24,6% bis 52,3%).

Erste Frau im Staatsdienst: Dr Ida Szendeffy, Ärztin in einem Klausenburger Kinderheim 1903.

Ungarischer Feministinnenverein (Feministák Egyesülete) und die sozialdemokratische Frauenbewegung ab 1904; 1904 wird auch das allgemeine und gleiche Wahlrecht für beide Geschlechter in das Programm der ung. Sozialdemokratischen Partei aufgenommen.

Die Frau im Horthy-Regime

Nach dem Zwischenspiel 1918–1919 mit liberaldemokratischen und kommunistischen Machtsystemen etabliert sich eine nationalkonservative Semidiktatur mit patriarchalen Ideologien. »... forcierten die konservativen Machthaber den Aufbau neuer Frauenorganisationen [unter dem Dachverband Magyar Asszonyok Szövetsége], unter anderem, um ideologische Postulate wie Nationalismus, Antikommunismus, Grenzrevision und ein familienzentriertes Frauenbild über dieses Medium in der …ffentlichkeit zu verbreiten.» (Papp 2002)

Laut der Verordnung von 1919 sind alle Männer ab dem Alter von 24 Jahren wahlberechtigt, die seit mindestens 6 Monaten in derselben Gemeinde wohnen (und auch jüngere, die Wehrdienst an der Front geleistet haben); von den Frauen wird außerdem verlangt, dass sie seit wenigstens sechs Jahren ungarische Staatsbürgerinnen sind und auf einer der Landessprachen lesen und schreiben können. In der Verordnung von 1922 – nach einer Debatte, wo die Frauenrechte zu den zentralen Themen gehörten – wurden weitere Einschränkungen von der Stimmberechtigung der Frauen eingeführt: Von Männern wurden (außer der Altersgrenze von 24 Jahren, mit Ausnahmen bei Auszeichnungen oder akademischen Graden) eine 10jährige Staatsbürgerschaft und Absolvierung von 4 Klassen Volksschule verlangt, bei Frauen war die Altersgrenze 30 Jahren (Ausnahme: abgeschlossene Universitäts- oder Hochschulstudien), ansonsten sollten sie entweder 6 Klassen Volksschule absolviert haben oder Mütter (»als Ehefrau») von wenigstens drei lebendigen Kindern sein, oder (wenn unverheiratet oder verwitwet) wirtschaftlich selbständig sein. Die Stimmberechtigung bei Frauen wurde dadurch viel strenger eingeschränkt als bei Männer (von erwachsenen Männern 1919 wahlberechtigt 85%, 1922 nur 75%; 1919 noch 1 433 000 wahlberechtigte Frauen, 1922 nur 609 000). Im Wahlgesetz von 1938 weitere Einschränkungen: die Frauen sollen entweder aus eigenem Vermögen oder Verdienst leben oder mit einem wahlberechtigten Mann verheiratet sein.

Frauen in der Kultur, Bildung und Wissenschaft:

Die Nachkriegszeit: Der Realsozialismus und sein Zerfall

Frauen in der Bildung und Wissenschaft:

Frauen in der Politik und Ideologie:

1956: Frauen im kollektiven Gedächtnis als symbolische Figuren

»The collective image was characterised by amazonian warriors; saintly nurses; imprisoned, executed, or injured victims; supportive wives responsible for ‘holding the fort’ while their politician husbands took part in the revolution; ‘fishermen’s wives’ who waited for the return of their jailed husbands; widows; and the mourning mothers of a nation. [...] In the reactions of power to women there was a gender backlash during the revolution in the vocabulary to old, traditional patriarchal discourse...» (Borbála Juhász in Pető & Rásky 1999)

Zerfall des Sozialismus — Frauen als Verliererinnen?

Ungarische Frauengeschichte im »finnisch-ugrischen» Vergleich

Gemeinsames:

Unterschiede:

 

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Aktualisiert 04.12.2003.

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