Diplomatischer Atom-Test in der UNO-City

Eine Warnung vor dem drohenden politischen Fallout des Nuklear-Abkommens zwischen Indien und den Vereinigten Staaten – ein Kommentar der anderen von Heinz Gärtner, Der Standard 1. September 2008

Von den Ereignissen in Georgien überschattet, verhandeln in Wien seit einer Woche die Delegierten der Nuclear Suppliers Group (NSG), die den Handel mit atomarem Material überwacht, über ein indisch-amerikanisches Nuklearabkommen. Diese Vereinbarung würde den USA erlauben, Indien Atomtechnologie zu liefern, obwohl es nicht Partei des nuklearen Nichtverbreitungsvertrages (NPT) ist und 1998 einen Nuklearwaffentest durchführte (was dann auch halbherzige Sanktionen der USA zur Folge hatte).

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„Russland hat mit seiner Überreaktion McCain geholfen“

Der Kaukasus-Krieg beschäftigt den US-Wahlkampf. Ein Vorteil für Hardliner McCain, doch Obama hat das bessere Konzept, sagt Heinz Gärtner im Gespräch mit Christoph Prantner von derStandard.at, 17. August 2008

STANDARD: Mit dem Einmarsch in Georgien hat Russland die USA auf dem falschen Fuß erwischt. Das Ausmaß der Auseinandersetzung hat viele überrascht. Muss sich die neue US-Administration wieder auf einen scharfen Ost-West-Konflikt einstellen?

Gärtner: Wenn man einzelne konfliktbeladene Themen, wie die russische Intervention in Georgien, die Nato-Erweiterung um Georgien und die Ukraine, die Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien sowie die Unabhängigkeit des Kosovo herausgreift, hat es tatsächlich den Anschein eines Rückfalls in den Kalten Krieg. Sowohl die gegenwärtige Administration als auch Barack Obama haben scharfe Kritik gegenüber Russland geübt, aber gleichzeitig zu erkennen geben, dass sie einen neuen Ost-West Konflikt und eine Isolierung Russlands nicht wünschen. Nur John McCain hat direkt seine Forderung nach Ausschluss Russlands aus den G-8 Industrienationen wiederholt und eine militärische Intervention der USA nicht ausgeschlossen.

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Wer führt die neue Welt an – und wie?

Zwischen arm und reich, stabil und instabil: Zwei renommierte amerikanische Politologen analysieren, wie es um die internationale Ordnung steht. Von Heinz Gärtner, DER STANDARD, 14.06.2008

Wahrscheinlich nur wenige Österreicher erinnern sich noch an den „rasenden Reporter“ Egon Erwin Kisch. Der in Prag geborene Journalist wurde durch seine scharfsinnigen Reiseberichte in den Zwanziger-, Dreißiger und Vierzigerjahren des vorigen Jahrhunderts aus Europa, der UdSSR, China, den USA und vielen anderen Ländern bekannt. Parag Khanna, der bei verschiedenen Thinktanks in den USA gearbeitet hat, kennt Kisch nicht. Dennoch ist seine Methode der von Kisch ähnlich. Read More

Interesse an einer gemeinsamen Welt

Nach dem Empire die Zusammenarbeit: Zwei amerikanische Politologinnen votieren für eine radikale außenpolitische Trendwende der USA. Buchbesprechung von Prof. Heinz Gärtner

Mit der „Bush-Revolution“ verbunden war die neokonservative Ideologie von globaler amerikanischer Vorherrschaft und die Vorstellung, dass die USA ein Empire seien, das nicht nur außenpolitische Dominanz ausübt, sondern auch die innenpolitischen Strukturen und Entscheidungsmechanismen anderer Staaten formt. An dieser Debatte beteiligten sich nicht nur amerikanische Intellektuelle, wie Charles Krauthammer, Robert Kagan und Max Boot, sondern auch europäische Ableger wie Niall Ferguson oder Herfried Münkler.

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