USA wollten Iran angreifen

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Bericht der „New York Times“ heute Nacht einen militärischen Vergeltungsschlag gegen den Iran abgeblasen – in letzter Minute. Anlass für das Vorhaben war der Abschuss einer US-Drohne durch die iranischen Revolutionsgarden. Was den Meinungsumschwung bei Trump verursacht hat, ist nicht klar. Es gibt aber zahlreiche Spekulationen.

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Nur Trump kann den Iran-Krieg verhindern

Am Persischen Golf steigt die Kriegsgefahr beinahe stündlich. Nach dem Vorfall rund um die Handelsschiffe muss endlich Vernunft einkehren, bevor aus den Zündfunken ein Flächenbrand wird.

Es gibt eine Chance, eine Eskalation am Persischen Golf zu vermeiden. Die USA müssen sie nur ergreifen, meint Heinz Gärtner in seinem derstandard.at-Gastkommentar.

Spätestens seit der Aufkündigung des Wiener Nuklearabkommens von 2015 (JCPOA) mit dem Iran vor einem Jahr wurde von der US-Regierung Trump die „Zündschnur zum Krieg“ (Heinz Gärtner) gelegt. In diesem Abkommen verpflichtet sich der Iran, niemals und unter keinen Umständen Nuklearwaffen zu erwerben. Einige technische Beschränkungen laufen aus, wie das bei jedem Rüstungskontrollabkommen der Fall ist. US-Außenminister Mike Pompeo stellte daraufhin dem Iran zwölf unerfüllbare Bedingungen: Der Iran sollte seine im Abkommen begrenzte Urananreicherung auf null reduzieren, etwas, was der Iran schon vor 2015 nicht akzeptieren konnte. Der Iran sollte sein Raketenprogramm aufgeben, obwohl die USA gleichzeitig Saudi-Arabien mit stärkeren Raketen und modernen Kampfflugzeugen ausrüsten. Insbesondere sollte der Iran alle seine Militäranlagen (nicht nur die des zivilen Nuklearprogramms) für Inspektionen öffnen, eine Forderung, die kein Land der Welt akzeptieren kann. Eine derartiges nicht erfüllbares Ultimatum Österreichs an Serbien 1914 – sein gesamtes Territorium für die Suche nach den Mördern von Franz Ferdinand zugänglich zu machen – war der Anlass für Österreich, Serbien anzugreifen.

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