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VO Sprachphilosophie | WS 2008/09

gem. mit Matthias Flatscher

  • Institut für Philosophie
  • Di 13-15 Uhr, HG, HS 34
  • Beginn: 14.10.2008
  • Sprechstunde nach Vereinbarung oder direkt im Anschluss an die Vorlesung

 

  • 1. Prüfungstermin: Di 27.1.2009, 13-15 Uhr, HG, HS 34
  • 2. Prüfungstermin: Di 3.3.2009, 13-15 Uhr, HG, HS 34
  • 3. Prüfungstermin: Fr. 8.5.2009, 13-15 Uhr, HS 2i (NIG)
  • 4. Prüfungstermin: Di 30.6.2009, 13-15 Uhr, HG, HS 34
    s. http://homehobel.phl.univie.ac.at/files/vopran.html

 

Kommentar

Wahrscheinlich hat kaum eine andere Teildisziplin die Philosophie des 20. Jahrhunderts mehr geprägt als die Sprachphilosophie. Zugleich markiert die ‚sprachliche Wende’ (linguistic turn) in der Philosophie einen Paradigmenwechsel, dem heute jede Theorie- und Methodenreflexion in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Rechnung tragen muss. Andererseits ist die Reflexion auf die Sprache so alt wie die Philosophie selbst. Die Fragen, die dabei im Mittelpunkt stehen, haben sich im Laufe der Geschichte nur wenig verändert: Was ist überhaupt Sprache? Was tun wir, wenn wir sprechen, und was lässt sich vielleicht nur mit Sprache tun? Wie ist sprachliche Verständigung möglich? Was ist die Bedeutung eines Wortes? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Sprache und Denken, Denken und Welt? Ist unsere Sprache überhaupt in der Lage, Realität adäquat wiederzugeben? Gibt es ein Subjekt ‚hinter’ dem Sprechen oder werden wir durch Sprache als sprechende und handelnde Subjekte überhaupt erst konstituiert?
Ausgehend von den klassischen Problemen und Traditionen der Sprachphilosophie bis hin zu den Positionen der wichtigsten sprachphilosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts wie analytische Philosophie, Phänomenologie, Hermeneutik, Strukturalismus und Dekonstruktion wird die Vorlesungen diesen Fragen nachgehen. Dabei sollen sowohl die Differenzen als auch die Anschlussmöglichkeiten zwischen sprachanalytischen Positionen (die durch die Methodik der Sprachanalyse gekennzeichnet sind) und kontinentalen Positionen (die den welterschließenden und intersubjektiven Charakter der Sprache betonen) aufgezeigt und herausgearbeitet werden.

 

  1. Vorlesung (14.10.): Einführung
     
  2. Vorlesung (21.10): Von der Richtigkeit der Wörter und vom Wesen der Sprache (Platon, Aristoteles)
    Platon, Kratylos, 383a-391a; 427d-440e.
    Aristoteles, Peri Hermeneias, 16a-17a.
     
  3. Vorlesung (28.10): Empiristische und rationalistische Positionen der Sprachphilosophie (Locke, Leibniz)
    Locke, Versuch über den menschlichen Verstand, Buch II Kap. xxxiii.19; Buch III, Kap. i; ii; iii.1-14 (ergänzend Buch III v.1-10; vi.26-27, 43;  x; xi.1-6).
    Leibniz, "Dialog über die Verknüpfung zwischen Dingen und Wörtern"
     
  4. Vorlesung (4.11.): Sprache, Denken, Welt (Herder, Humboldt)
    Herder, Abhandlung über den Ursprung der Sprachen, 2. Kap., 24-43.
    Humboldt, "Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues...", 30-59.
     
  5. Vorlesung (11.11.): Philosophie der idealen Sprache: Sprache und Logik (Frege)
    Frege, "Über Sinn und Bedeutung"
     
  6. Vorlesung (18.11.): Philosophie der idealen Sprache II: Vom frühen zum späten Wittgenstein
    Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, Vorwort
    Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, Vorwort, §§ 1–32.
     
  7. Vorlesung (25.11.): Philosophie der normalen Sprache I: Sprachspiele (Wittgenstein II)
    Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, Vorwort, §§ 64-132.
     
  8. Vorlesung (2.12.): Philosophie der normalen Sprache II: Theorie der Sprechakte (Austin)
    Austin, "Performative Äußerungen"
    ders. Zur Theorie der Sprechakte, 2. Vorlesung & 9. Vorlesung S. 126-127, 134-136
     
  9. Vorlesung (9.12.): Sprache als Struktur (Saussure)
    Saussure, Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, 9-21, 76-82, 132-146.
     
  10. Vorlesung (16.12.): Sprache als Welterschließung (Heidegger)
    Heidegger, Martin: Logik als die Frage nach dem Wesen der Sprache (Sommersemester 1934). Hg. von Günter Seubold. Frankfurt am Main: Klostermann 1998 (GA 38), 13-17; 23-28; 167-170.
           
    Hölderlins Hymnen „Germanien" und "Der Rhein" (Wintersemester 1934/35). Hg. von  Susanne Ziegler. Frankfurt am Main: Klostermann ³1999 (GA 39), 59-77.
     
  11. Vorlesung (13.1.): Dekonstruktion der Sprache und des Sprechens (Derrida)
    Derrida, "Signatur Ereignis Kontext"
     
  12. Vorlesung (20.1.): Wiederholung, Rückblick & Ausblick
     
  13. Abschlussklausur (27.1.)

 

Prüfungsmodalitäten

Die Vorlesung wird mit einer schriftlichen Klausur abgeschlossen. Der Reader darf bei der Klausur verwendet werden.

 

Literaturhinweise

  • Bermes, Christian: Sprachphilosophie. Freiburg/München: Alber 1999.
  • Blackburn, Simon: Spreading the Word. Groundings in the Philosophy of Language. Oxford: Clarendon Press 1984.
  • Borsche, Tilman (Hg.): Klassiker der Sprachphilosophie. Von Platon bis Noam Chomsky. München: Beck 1996.
  • Coseriu, Eugenio: Die Geschichte der Sprachphilosophie. Von den Anfängen bis Rousseau. Neu bearb. und erw. von Jörn Albrecht. Mit einer Vor-Bemerkung von Jürgen Trabant. Tübingen/Basel: Francke 2003.
  • Dascal, Marcelo/Gerhardus, Dietrich/Lorenz, Kuno/Meggle, Georg (Hg.): Sprachphilosophie. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. 2 Bde. Berlin/New York: de Gruyter 1992/96.
  • Lycan, William G.: Philosophy of Language. A contemporary Introduction. London: Routledge 2000.
  • Prechtl, Peter: Sprachphilosophie. Lehrbuch Philosophie. Stuttgart/Weimar: Metzler 1999.

Die in der Vorlesung behandelten Primärtexte werden in Form eines Readers zur Verfügung gestellt. Der Reader ist in der Facultas-Buchhandlung im NIG erhältlich.

 

 

last updated 20.09.2011