MENSCH-NATUR-RITUAL. LEBENSZYKLEN IM JAHRESKREIS.
VERANSTALTUNGSREIHE

 

Aus der Fülle Schöpfen – Erntedank

Der Herbst ist eine Zeit der Fülle, die Natur zeigt sich noch einmal in ihren schönsten Farben und die Menschen ernten nach einer Zeit der Anstrengungen und Betriebsamkeit die Früchte ihrer Arbeit und feiern Erntedank. Auf die Anspannung folgt die Entspannung, Ressourcen für kommende Herausforderungen werden aufgefüllt.

 

VORTRÄGE / PROGRAMM

 

„Wozu feiern? Warum Feste auch in modernen Gesellschaften wichtig sind.“

Mag. Dr. Evelyne Puchegger-Ebner

Rituale begleiten den Menschen sein Leben lang. Sie haben sinnstiftende Qualitäten, indem sie einschneidende Ereignisse wie Geburt, Pubertät, Heirat und Tod, aber auch agrarische Tätigkeiten (wie Aussaat, Ernte) in einen bestimmten (erklärenden) Rahmen stellen. Ihre positive Auswirkung auf die Gemeinschaft – sie garantieren das kommunikative Gelingen der jeweiligen Gruppe – ist unumstritten und manifestiert sich auch in ihrer identitätgebenden Funktion. Im Vortrag werden diese zentralen sozialen Mechanismen erläutert und erklärt, welche einigenden Auswirkungen ihnen über Generationen implizit sind.


„Rituale, Feste und gesellschaftliche Praktiken im Immateriellen Kulturerbe und die Bedeutung des Perchtoldsdorfer Hütereinzugs für die Gemeinschaft.“

Mag. Maria Walcher

Seit 2003 richtet die UNESCO ihre Aufmerksamkeit neben dem materiellen Welterbe auch auf die lebendigen Traditionen und jene Gemeinschaften, die ihr kulturelles Erbe pflegen. Was bezweckt die Völkergemeinschaft mit dem weltweit hoch akzeptierten Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes und welche Auswirkungen hat es auf unser Kulturverständnis?
In Perchtoldsdorf, direkt vor den Toren Wiens, lebt man seit mindestens 700 Jahren vom und mit dem Wein – ein wirtschaftliches Unterfangen mit immer wieder ungewissem Ausgang. Trotzdem – oder gerade deswegen – sind es die Traditionen rund um den Wein, die diesem Ort Charakter geben.
Der „Hiataeinzug“ – der Einzug der Weinhüter, das Erntedankfest nach der Weinlese – ist für die Perchtoldsdorfer Weinhauerfamilien der Höhepunkt des Jahres. Wenn auch die Funktion des Weinhütens schon längst keine Bedeutung mehr hat, so gelingt es doch jedes Jahr, dieser scheinbar unveränderten Tradition dank kleiner Impulse immer wieder Lebendigkeit und Attraktivität zu verleihen. Die Einbindung aller Generationen ist dabei ebenso wesentlich wie die sprunghaft gewachsene Teilnahme der weiblichen Familienmitglieder, die ursprünglich keine große Rolle im Geschehen hatten. So wird von Ende August bis Anfang November die Reifezeit des Weines genutzt, um die Gemeinschaft der „Haurer“, wie sich die Winzer hier nennen, in vielfältiger Weise und auf allen Ebenen in Austausch zu bringen. Männer und Frauen, Burschen und Mädchen nutzen diese Wochen für Begegnungen und kleine Vorfeiern, die schließlich in der mehrere Tage dauernden Festvorbereitung gipfeln. Mit Vorfeier, Hiataeinzug und Nachfeier endet schließlich die „Huatzeit“ mit einem dreitägigen intensiven Zusammenrücken aller
Beteiligten.
Dieses außergewöhnliche Erntedankfest, das seit 2010 im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes gelistet ist, soll hier nicht nur in seinen verschiedenen sozialen und kulturellen Komponenten beschrieben werden, sondern auch als Diskussionsgrundlage, Anregung und Anleitung dienen: Was braucht es zum Gelingen eines Festes? Wie viel Öffentlichkeit ist verträglich? Womit begeistert man die Jugend?..

 

Moderation: Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul

Musikalische Umrahmung durch die Franz Schmidt-Musikschule.

Veranstalter:
Dokumentationszentrum für traditionelle und komplementäre Heilmethoden,

EMLAAK–
Ethnomedizinischer Lateinamerika-Arbeitskreis


Info:www.cam-tm.com

Programm_Aus der Fülle Schöpfen

Download Programm: Erntedank

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MENSCH-NATUR-RITUAL. LEBENSZYKLEN IM JAHRESKREIS.
VERANSTALTUNGSREIHE

Einladung-Lebenentsteht- Mnesch-Natur-Ritual

Download Programm: Hebammenwissen

 

Leben entsteht

- Schwangerschaft und Geburt im Spannungsfeld von evidenzbasierter Forschung und Erfahrungswissen

 

Die Veranstaltung fand am Samstag, 26.April 2014
im IMC-FH Krems, Campus Krems statt

 

Vorträge

Moderation: Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul

„Hebammen-Berufszyklen und was von „damals“ übrig blieb…“

Prof. (FH) Margaritha Kindl, BSc.

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Frauen- und Familiengesundheit sind seit je her die zentralen Themen des fachlichen Profils einer Hebamme. Die historische Entwicklung des Hebammenberufes im europäischen Raum wurde gemäß den Epochen geprägt und weiter entwickelt. Eine Hebamme als kräuterkundige Heilerin, als weise Frau mit hohem Sozialprestige, als böse Hexe denunziert und am Scheiterhaufen verbrannt, als geburtsmedizinisch geschulte Fachfrau und als akademisch ausgebildete Expertin spielt nach wie vor eine – wesentliche - Rolle in der Gesellschaft. Paradigmenwechsel innerhalb der Geburtsmedizin stellen zusätzlich eine sehr große Herausforderung für die Hebamme dar, die Geburt als „Event“ impliziert hohe Ansprüche an ihr Wirken. Dem gegenüber steht hoher Bedarf gemäß der aktuellen Hebammenlehre, wie z.B. Förderung und Erhaltung der natürlichen „Vorgänge“ rund
um die Geburt im Sinne der Salutogenese und Anwendung von alternativen Methoden. Ein weiterer Paradigmenwechsel ist im Gange, das ganzheitliche Wissen der weisen Heilerinnen spielt heutzutage wieder eine Rolle.

„Wiederholungen und kleine Gesten in der Arbeit der Hebamme mit der Frau, dem Kind, dem Vater. Auswirkungen
– erhoffte, bestätigte, fragliche –
auf die Beteiligten und die Geburt.“

Regina Zsivkovits

Nach vielen Jahren der Hebammenarbeit fällt mir auf, wie oft ich mich wiederhole und versuche nun zu ergründen, warum das so getan wird, welchen Sinn es in sich trägt, ob und wie es beruhigend auf die Schwangere oder Gebärende wirkt, welche Gesten, Worte, Handlungen wem zugedacht sind, was rätselhaft bleibt. Es geht um Berührungen, Worte, Erklärungen, Bestimmtheiten, Warnungen, Abstand und Nähe,
und die Zusammenhänge in denen sie ausgesprochen oder angewandt werden. Dies in einem Bereich, dem der Geburt, der eindeutig unwiederholbar ist, wo alle Parameter einzigartig im Moment sind und erwartet werden müssen, ohne die Gewissheit eines genauen Zeitpunkts. Vielleicht stellt das wiederkehrende eine kleine Nische der Sicherheit in diesem unsicheren Zeitraum dar.

 

„Willkommen auf der Erde! Was prägt unser Bild vom Neugeborenen?“

Sabine Brandstätter

Mit unseren Vorstellungen über das Wesen von Neugeborenen formen und übernehmen wir gleichzeitig unsere fachspezifische Sicht auf das Neugeborene, beruhend auf der Übernahme verschiedener historischer und gesellschaftlicher Vorstellungen; z.B. der Rolle der Familie, beeinflusst von den Erwartungen der Gesellschaft an das neugeborene Selbst und nicht zuletzt gekennzeichnet von einem stetig wandelnden Bild der Welt. Treten wir in Blickkontakt.

 

„Musiktherapie in der Neonatologie – Videographie der Interaktion zwischen Eltern und Frühgeborenen "

Koppensteiner, Barbara, BSc.

Musiktherapie in der Neonatologie stellt eine zunehmende Thematik in der deutschsprachigen Forschung dar. Bereits vorhandene Studien legen meist den Schwerpunkt auf die Frühgeborenen. Die Befindlichkeit, Atemwerte, Sauerstoffwerte der Frühgeborenen werden in Zusammenhang mit Musik untersucht. Doch wie wichtig die Mutter für ein zu früh geborenes Kind ist, zeigt einerseits die Bindungsforschung
von Bowlby (K. E. Grossmann, & K. Grossmann, 2011) und andererseits zeigen Forschungsergebnisse von Colwyn Trevarthen (S. Malloch, & C. Trevarthen, 2009), dass Mutter und Kind eine Einheit darstellen und in ständiger Kommunikation sind. Interaktion und Bindung zwischen Mutter und Kind sind aufgrund der zu frühen Trennung ein wichtiges Thema. Sechs Kinder und deren Mütter wurden vor und nach der Musiktherapie videografiert. Die Aktionsforschung, nach dem französischen Prinzip, stellt den Rahmen für diese Pilotstudie dar und die Videodaten werden anhand der Grounded Theory analysiert. Eine Microanalyse (Programm „Feldpartitur“) soll die Interaktionsmuster zwischen Mutter und deren zu früh geborener Kinder vor und nach der musiktherapeutischen Einheit aufzeigen, wie z.B. Blick, Bewegung, Mimik.
Die derzeitigen Ergebnisse zeigen, dass Musiktherapie einen Einfluss auf die Interaktion zwischen Frühgeborenen und deren Mutter hat. Das Verhalten der Mutter zeigt eindeutig positive Veränderungen, fokussierter, entspannter und kommunikativer.


Veranstalter: IMC-FH Krems, Dokumentationszentrum für traditionelle und komplementäre Heilmethoden, EMLAAK– Ethnomedizinischer Lateinamerika-
Arbeitskreis

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Fastenzeit

Das Programm finden sie hier: M-N_J_Fasten

Reich durch Verzicht – Fastenzeit


Vor Ostern wird in christlich geprägten Ländern wie Österreich in der ein oder anderen Form gefastet. Fastenzeiten gibt es in vielen Kulturen, oft haben sie einen religiösen Hintergrund, zunehmend wird mit gesundheitlichen Vorteilen argumentiert, die allerdings auch der Kritik unterliegen – (wozu) ist Fasten nun eigentlich gut?

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 25.März 2014, im
Festsaal des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Marxergasse 2, 1030 Wien, statt.

Programm

14:00 Begrüßung durch DI SC Gerhard Mannsberger, Leiter der Sektion Forstwesen

14:15 „Fastenrituale damals und heute“
" Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul

15:00 „Fastenprodukte aus dem Wald“
" RgR. Ing. Leopold Ziehaus

Im Anschluss laden wir Sie in gemütlicher Runde zu einer Fastensuppe ein.

Moderation: Mag. Dr. Evelyne Puchegger-Ebner

Veranstalter: Dokumentationszentrum für traditionelle und komplementäre Heilmethoden,
" " EMLAAK – Ethnomedizinischer Lateinamerika-Arbeitskreis
Um Anmeldung unter kontakt@cam-tm.com wird gebeten.

 

„Fastenrituale damals und heute“

Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul, Dokumentationszentrum für traditionelle und komplementäre Heilmethoden in Österreich

Aus Sicht der Medizinanthropologie gehen wir der Frage nach, warum Menschenweltweit
immer schon gefastet haben. Dabei konzentriert sich die Vortragende auf soziale,
gesellschaftliche und individuelle Dimensionen, denn Fasten als Ritual des Rückzugs und der Erneuerung stellt nach wie vor Ressourcen für eine umfassend verstandene
Gesundheit zur Verfügung. Wie jedes Ritual birgt es aber auch Gefahren in sich, sei es,
dass ohne entsprechende Vorbereitung und Begleitung gefastet wird, sei es, dass der Wiedereinstieg in eine gesunde Lebensführung misslingt. Vorteile und mögliche Gefahren des begrenzten Nahrungsverzichts werden ausgelotet, medizinanthropologische Erklärungen bringen dabei so manche Überraschung.
Michaela Noseck-Licul ist Medizinanthropologin und widmet sich als Leiterin des
Dokumentationszentrums für traditionelle und komplementäre Heilmethoden in Österreich Fragen der Wirksamkeit und Qualitätssicherung in diesem Bereich. Sie ist zudem Lektorin an der IMC-FH Krems, wo sie „Ethik für MusiktherapeutInnen“ und „Anthropologische Modelle des Heilens“ unterrichtet.


„Fastenprodukte aus dem Wald“

RgR. Ing. Leopold Ziehaus, Lebensministerium

Die Zusammenhänge zwischen Wald und menschlicher Gesundheit sind vielfältig, Wälder spielen eine zentrale, auch weltweit beachtete Rolle bei der Klimaentwicklung, sowie für die nachhaltige Speicherung von Trinkwasser. Sie bieten Schutz für das Leben im gesamten alpinen Raum und sind ein verschieden und intensiv genutzter Ort für Erholung, Freizeit, Sport und Tourismus. Wälder und Waldlandschaften sind damit vor allem auch Ruheraum für Stressgeplagte und Naturbegeisterte, vielbegehrte Bildungsstätte, idyllische Kulisse und somit das gewünschte Spiegelbild für die Seele, Wünsche und Sehnsüchte. Auch der Wald in Österreich trägt somit wesentlich zu der internationalen Definition „Gesundheit“ im Sinne der Weltgesundheitsorganisation bei. Doch am bekanntesten sind die Produkte aus dem Wald, am bekanntesten ist das Holz,
jedoch auch Wasser und Wildfleisch sowie Pilze. Früchte und Beeren und alle Teile der
Pflanzen werden noch immer genutzt – sei es für medizinische Zwecke, oder nur als
Nahrung oder Genussmittel. In dem Beitrag wird die Bedeutung der Waldprodukte zur Verbesserung des Wohlbefindens durch Fasten erläutert.

RgR. Ing. Leopold Ziehaus ist seit 1991 im Lebensministerium; Abteilung IV/3, Nachhaltige Entwicklung der Waldressourcen, Kommunikation und Haushalt, Marxergasse 2, 1030 Wien tätig. Im Internationalen Jahr des Waldes 2011 wurde er vom Lebensministerium als „Waldbotschafter“ ausgezeichnet. Als Waldpädagoge und Forstlicher Kulturvermittler ist er stets bemüht die Bedeutung des Waldes für die Öffentlichkeit hervorzuheben. RgR. Ing. Ziehaus war Mitorganisator der ersten österreichischen Tagung Wald und Gesundheit in Reichenau an der Rax und ist Vorsitzender der Plattform Wald und Gesundheit.

 

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Einladung Fasching - Ver-Rückte Zeit

Fasching –

ver-rückte Zeit

PDF-Version des Programmes :

M-N-JFasching Programm

 

Fasching ist eine Ausnahmezeit, in der die Regeln des Alltags im Schutz der Masken aufgehoben werden und ausgesprochen werden darf, was sonst unsagbar ist. Damit nimmt er eine wichtige, ausgleichende Funktion ein, soziale und zwischenmenschliche Spannungen werden abgebaut, die Ordnung wird im Anschluss erneuert und wiederhergestellt.

Die Veranstaltung widmet sich der Bedeutung dieser Zeit der Feste und Rituale für das gedeihliche und gesunde Zusammenleben von Gemeinschaften in Vergangenheit und Gegenwart.

 

Vorträge:

„Fasnacht, das Fest der verkehrten Welt – Zur Außerkraftsetzung von Ordnungen in Tirol“
Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Nußbaumer

„Wie der Matazin von Dosoledo im italienisch sprechenden Teil Südtirols in das Tarahumaraland der Rarámuri im NW von Mexiko ,reiste'“
Dr. Claus Deimel

„Der Tanz mit der Maske: Bedeutung und Funktion von Maskentänzen im Bön und Buddhismus“
Mag. Christian Moser


Kinderprogramm:

Es wurden Märchen erzählt, Masken gebastelt und Verkleidungen ausgewählt; Kinderjause

Präsentation von Fotos und Masken

Zum Abschluss begaben wir uns auf eine sinnliche Erfahrungsebene und studieren in geselliger Runde einen Tanz ein


Die Veranstaltung fand am Sonntag, 23. Februar 2014, 14:00 – 18:00 im Weltmuseum Wien, Neue Burg,
Heldenplatz, 1010 Wien
statt

Veranstalter:

Dokumentationszentrum für traditionelle und komplementäre Heilmethoden,
" EMLAAK"– Ethnomedizinischer Lateinamerika-Arbeitskreis

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Bericht

zur
Eröffnungsveranstaltung

"Der Mensch und die Zeit"

Am 12.Jänner 2014 fand die Eröffnungsveranstaltung zur
Reihe "Mensch-Natur-Ritual. Lebenszyklen im Jahreskreis"
statt. Hier einige Eindrücke:

Einladung zur Auftaktveranstaltung Mensch-Natur-Ritual

Ein Bericht von Michaela Noseck-Licul

Labyrinthkeller

Die Eröffnungsveranstaltung zur Veranstaltungsreihe „Mensch-
Natur-Ritual. Lebenszyklen im Jahreskreis“ mit dem Titel „Der
Mensch und die Zeit“ fand am 12.Jänner 2014, einem Sonntag
Nachmittag, von 14:00-18:00 statt. Veranstaltungsort war der
Heurige Umschaid in Herrnbaumgarten, NÖ und der dazu gehörige
Weinkeller, der als „Labyrinthkeller“ ein weithin bekannter und
außergewöhnlicher Veranstaltungsort ist.


Die VeranstalterInnen, das sind das Dokumentationszentrum für
traditionelle und komplementäre Heilmethoden in Österreich und der
Ethnomedizinische Lateinamerika Arbeitskreis EMLAAK, hatten die
Räumlichkeiten für den Festakt mit tatkräftiger Unterstützung von
Susanne Jarausch vom Felicitas Goodman Institut Österreich und
dem Hausherrn Friedl Umschaid vorbereitet.

Nach der Begrüßung
und der Festrede von Mag. Dr. Evelyne Puchegger-Ebner mit dem
Titel „Das beschleunigte Leben – zur unterschiedlichen
Wahrnehmung und Auffassung von Zeit“ und einer Einführung in die
Themen des Jahreskreises und der Veranstaltungen begaben wir uns
in Richtung Labyrinthkeller, wo die Ritualexpertin Susanne Jarausch
bereits mit Räucherwerk auf die ca. 50 Teilnehmer/-innen wartete.

Im Keller selbst waren die Themen der Veranstaltungsreihe in
verschiedenen Räumen anhand der Jahreszeiten präsentiert. Dazu
wurden die Symbole der jeweiligen Jahreszeit, Feste und Themen
auf Tischen angeordnet.

Frühlingstisch

Frühlingstisch zu den Themen „Reich durch Verzicht –Fastenzeit“,
„Leben entsteht – Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt“ und
„Unter die Haube kommen – über Hochzeitsrituale und Hoch-zeiten“.
Um diese Tische versammelten wir uns schließlich, um uns unter der
Anleitung der Ritualleiterin auf die Themen einzulassen und bei
Rasseln und in bestimmten Körperpositionen nach Felicitas Goodman
Imaginationsreisen zu machen.

Imaginationsreisen nach Felicitas Goodman

Meditation zu den Sommerthemen „Kindsein – vom Kind zum
Erwachsenen“ und "Vom Wachstum und Gedeihen" rund um Mariä
Himmelfahrt und die Kräuterweihe.

Zur Reife kommen

Hier wurden die Themen im Herbst –zur Reife kommen, Altern und
Erntedank – durch einen üppigen Gabentisch repräsentiert. Im
Veranstaltungszyklus werden sie unter den Titeln „Vom Wachstum
und Gedeihen“, „Zur Reife kommen – Altern“ und „Aus der Fülle
schöpfen – Erntedank“ aufgegriffen. Im Herbst wird im Rahmen
der Veranstaltungsreihe zu Allerheiligen/Allerseelen das Thema der
Vergänglichkeit angesprochen, das wir in einem eigenen Raum
veranschaulichen wollten.


Symbole des Grabschmucks

Dieser Tisch verbindet bekannte Symbole des Grabschmucks mit
jenen aus anderen Kulturen, in diesem Fall handelt es sich um einen
Totenkopf aus Zucker, wie sie in Mexiko zum Fest der Toten allseits
präsent sind und dort für einen anderen Umgang mit dem Tod
stehen.

Durch den Ahnensaal

Durch den "Ahnensaal", der von gemauerten Stühlen gesäumt ist,
konnten die Teilnehmer/-innen langsam gehen und dabei an
Verstorbene denken und einen Moment innehalten.

Gang zu den finsteren Zeiten

Danach stimmten wir wie bereits einige Male zuvor mit
Unterstützung der Ethnomusikologinnen Mag. Maria Walcher und
Mag. Nicola Benz in ein gemeinsames Lied ein.
Schließlich gelangten wir zu dem Raum, der den "finsteren Zeiten",
aber auch den damit verbundenen Lichterfesten gewidmet war.

die finsteren Zeiten

Singend begaben wir uns danach wieder an die Oberfläche, um den
Jahreskreis mit dem Thema Fasching in der Weinstube gemütlich
ausklingen zu lassen. Zum Mitnehmen gab es für die Teilnehmer/-
innen Stoffsäckchen, die selbst mit Kräutern, Symbolen und
Votivgaben aus Wachs befüllt werden konnten, deren Bedeutungen
erläutert wurden oder sich aus persönlichen Erfahrungen ergaben.
Diese Symbole konnten mit Wünschen und Vorsätzen verknüpft
werden, am Ende der Reihe im Jänner 2015 werden wir sehen,
welche Vorsätze umgesetzt werden konnten.

Symbole durch den Jahreskreis

© Text Michaela Noseck-Licul
© Fotos (Abb. 1-8) Herbert Puchegger
© Fotos (Abb. 9, 10) Evelyne Puchegger-Ebner

 

Download Bericht der Eröffnungsveranstaltung:

M-N-R Bericht-Eröffnungsveranstaltung

 

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Symposium / Workshop

8. Tage der Kultur- und Sozialanthropologie
6.-7. Juni 2013, Wien

Call for Papers

Eroffnungsvortrag von Noel B. Salazar, KU Leuven

Die Anmeldung eines Vortrages erfolgt bis 12.4.2013 direkt bei den entsprechenden Workshop-KoordinatorInnen mit Titel des Vortrages und einem Abstract von max. 300 Wörtern.

 

WORKSHOP 12

Ethnologie & (Spiel)Film

Koordiniert von Evelyne Puchegger-Ebner und Georg Schifko

 

Beschreibung des Workshops

Anmeldung eines Vortrages bitte bei

Evelyne Puchegger-Ebner: evelyne.puchegger-ebner@univie.ac.at

und/oder Georg Schifko: georg.schifko@univie.ac.at

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Vortrag am 23.11.2011
von

Carlos Watzka

Besessenheit in der europäischen Tradition.

Epistemische Grundlagen, kulturelle Muster &
soziale Funktionen – Geschichte & Gegenwart

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Carlos Watzka: 2004 Promotion mit einer Studie zur Sozial- und Kulturgeschichte des psychischen
Krankseins in der Frühen Neuzeit an der Universität Graz. 2000-2005 Mitarbeiter des Spezialforschungs-
bereichs "Wien und Zentraleuropa um 1900" an der Uni-versität Graz, danach Tätigkeit als selbständiger
Sozialwissenschafter. 2006-2011 Leiter eines FWF-geförderten Forschungsprojekts zum Thema "Karitative
katholische Orden in Mitteleuropa 1605-1783" am Zentrum für Sozialforschung der Universität Graz.
2008 Habilitation für das Fach Soziologie mit der Studie "Sozialstruktur und Suizid in Österreich".
Seit dem Wintersemester 2009/10 Vertretungsprofessor am Lehrstuhl für Soziologie und Empirische
Sozialforschung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Forschungsschwerpunkte: Medizinsoziologie, Soziologie der Devianz, Suizidologie, Historische Soziologie,
Sozial- und Kulturgeschichte, Religionssoziologie, Wissenssoziologie.

18:00-19:30
Institut f. Kultur- & Sozialanthropologie
Universitätsstrasse 7 (NIG), 4.St., ÜR

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 Vortrag am 16.11.2011
von

Beatriz Caiuby Labate

The Internationalization of Peruvian Ayahuasca Vegetalismo

This presentation analyzes the relationship of foreigners with Peruvian vegetalismo. It contemplates
outsiders traveling to Peru in search of ayahuasca-consuming experiences, gringos who themselves
became curanderos and Peruvian ayahuasqueros who travel to hold workshops for urban
middle-class clients in Europe and the USA. The research does not focus on ayahuasca tourism
linked to travel packages and sophisticated lodges in Iquitos but on retreat centers in Pucallpa
where outsiders join ceremonies and plant diets, in search of altered states of consciousness,
self-knowledge, healing, mystic experiences, contact with nature and with traditional cultures,
or simply curiosity. Through the analysis of the trajectories and activities of various curanderos,
including indigenous, poor mestizo, middle-class Peruvian, and gringos, the author charts the
expansion, diversification, and internationalization of Peruvian vegetalismo. The presentation
identifies the contours of transnational networks and circuits that promote the migration and
flux of people and “sacred technologies.” These articulated techniques and knowledges are
progressively formalized and institutionalized, representing a hybridism between shamanism,
science and service. It is argued that this phenomenon should not be understood as merely
commoditization of indigenous spirituality, or neocolonism, but as a product of deliberate local
strategies to adapt to changing socio-economic conditions.The negotiations between the world
of the gringos and their expectations and the local traditions (where sorcery plays a central role)
are done under different hierarchical conditions, and frequently involve tensions. Creative
translations are performed on both sides. The foreign references are dynamically incorporated
and reappropriated under the logic of vegetalismo. In this sense, it could be said that the current
modifications introduced in Peruvian vegetalismo represent some sort of continuity with its
historical process of formation and original synthesis between different indigenous ethnic
traditions and Christian elements. In any case, it is no longer possible to consider the local
formation of the curanderos apart from their interactions with foreigners, or these articulations
between the local and the global.

Beatriz Caiuby Labate has a Ph.D. in Social Anthropology from the Universidade Estadual de
Campinas (Unicamp), Campinas, Brazil. Her main areas of interest are the study of psychoactive
substances, drug policies, shamanism, ritual, and religion. Currently she is a Research Associate
at the Institute of Medical Psychology, Heidelberg University. She is also researcher with the
Nucleus for Interdisciplinary Studies of Psychoactives (NEIP) and editor of its site
(http://www.neip.info).  She is author, co-author and co-editor of seven books, two with English
translations, and one journal special edition. Her book A Reinvenção do Uso da Ayahuasca nos
Centros Urbanos (Mercado de Letras, 2004) received the prize for Best Master’s Thesis in Social
Sciences from the National Association for Graduate Studies in Social Science (ANPOCS) in 2000.
For more information, see: http://bialabate.net

18:30-20:00
Museum für Völkerkunde
Vortragssaal
Neue Burg, Heldenplatz, 1010 Wien.

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Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde

Tagung der DGV: "Wa(h)re Kultur"
Wien 14.-17.09. 2011

Workshop 37: Wie die Medizin auf die „Kultur“ kam.
Oder: was hat Kultur mit Struktur zu tun?
Medizinanthropologische Ansätze zur interkulturellen Forschung in der Medizin.

Freitag, 16.9., 12:00-13:30 (Working Session 4) und 15:00-16:30 (Working Session 5)

ABSTRACTS

Allgemeine Informationen und Registrierung auf der Tagungs-website

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24. Fachtagung Ethnomedizin „Healing Imaginery: Visuelles und Mediales
im Kontext des interdisziplinären Arbeitsfeldes Ethnologie und Medizin “
Wien, Samstag 17. 9. 2011, 14 Uhr, bis Sonntag 18. 9., 14 Uhr

Organisatoren: Unit Ethnomedizin und International Health, Abteilung Allgemein- und
Familienmedizin, Medizinische Universität Wien; Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin
(AGEM), Ethnomedizinischer Lateinamerika Arbeitskreis (EMLAAK) und die
Österreichische Ethnomedizinische Gesellschaft (ÖEG)

Ort: Josephinum (Hörsaal und Lesesaal), Medizinische Universität Wien,
Währingerstrasse 25, 1. Stock, 1090 Wien

Bei dieser Fachtagung werden Filme und Vorträge zum Thema
Visuelle Medizinanthropologie präsentiert und diskutiert.

Ausgehend von der Komplexität des Phänomens audio-visuelle Medien, welches die
gesamte Bandbreite von materieller Darstellung in Museen bis hin zur Repräsentation
im Internet umfasst, sollen Anwendbarkeit und Praktikabilität audiovisueller und
medialer Methoden im Hinblick auf den Kontext Ethnologie und Medizin diskutiert werden.
Als ein multidisziplinärer Gegenstand liefern visuelle- und Medien-Anthropologie eine
Vielfalt von Theorien und Methoden. Dementsprechend werden in dieser Tagung sowohl
theoretische und diskursive Aspekte angesprochen (u.a. Fragen der Ethik, Übersetzungs-
leistung, Multifunktionalität, Ambiguität, Suggestivkraft, ästhetische, künstlerische
Dimension von Film und Fotografie) als auch methodisch-praktische Überlegungen
(z.B. Erkennen der optimalen Umsetzungsmethode für das jeweilige Forschungsprojekt,
Probleme bei der Umsetzung in den verschiedenen Produktionsphasen, Vor- und Nachteile
der verschiedenen Analyse-Methoden, etc.).

PROGRAMM

Keine Gebühren.
Kontakt: info[at]agem‐ethnomedizin.de und ruth.kutalek[at]meduniwien.ac.at

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VÖLKERKUNDEMUSEUM WIEN:

WOCHE DER HEILKUNST

Das Dokumentationszentrum für traditionelle und komplementäre Heilmethoden
veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem
Museum für Völkerkunde in Wien die
"Woche der Heilkunst" vom 8.-12. August 2011
mit Beteiligung von EMLAAK-Mitgliedern

jeweils ab 18:00 im Völkerkundemuseum, Heldenplatz
vollständiges Programm

8.8.2011: Was ist Heilung? Einführung in die Anthropologie der Heilung.
Vortrag von Michaela Noseck-Licul.

9.8.2011: Traditionelle pflanzliche Arzneimittel in Gefahr?
Podiumsdiskussion mit Reinhard Länger, Helmut Olesko, Angelika Prentner, Johannes Saukel,
Markus Zsivkovits (Moderation: Maria Walcher).

10.8.2011: Heil und Heilung: An der Schnittstelle von Ritual, Medizin und Religion.
Vortrag von Evelyne Puchegger-Ebner; danach
Schamanismen, Geistheilung und Energiemedizin. Wissenstransfer und Aneignung von indigenen Konzepten.
Vortrag von Franz Graf und Michaela Noseck-Licul.

11.8.2011: Bachblüten, Essenzen und "informiertes Wasser". Zur magischen Aufladung des Objekts.
Vortrag von Michaela Noseck-Licul.

12.8.2011: Die Suche nach Heilung – Migration und Gesundheit.
Vortrag von Barbara Kazianka

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Im Rahmen der Sommer-Veranstaltungsreihe von EMLAAK

 Vortrag am 17.05. 2011 von

Mag. Rosario de Pribyl

The Long Way Home:
Die Stellung der Traditionellen Medizin
im peruanischen Gesundheitssystem

 

In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die sozio-medizinische Situation der
traditionellen Medizin in Peru stark verändert. Faktoren wie seit den 1960er
Jahren anhaltende interne Migrationwellen vom Land in die großen Städte,
der Einfluss steigender Behandlungs- bzw. „Ausbildungsnachfragen“ von über-
wiegend europäischen und US-amerikanischen ehemaligen TouristInnen bzw.
PatientInnen, der Aufstieg eines neo-indigenistischen Diskurses mit New Age-
Elementen unter den peruanischen HeilpraktikerInnen u.v.m., haben zu einer
Neupositionierung aller Beteiligten im medizinischen Bereich geführt. Das
Resultat ist zum Teil eine Kombination unterschiedlichster Heiltraditionen,
die von konjunkturellen Anbietern ohne staatliche Regulierung und ohne
entsprechende Garantie- und Kontrollmechanismen angeboten werden.

Im Mai 2009 entwarf eine Gruppe von Parlamentariern ein Gesetz zur
Anerkennung der traditionellen Medizin und zur offiziellen Registrierung
oder Zulassung ihrer VertreterInnen ins allgemeine Gesundheitssystem.
Die Integration mehrerer medizinischer Systeme in eine einheitlich agierende
medizinische Versorgung in einem Land wie Peru setzt allerdings grund-
legende strukturelle Änderungen voraus, die noch untersucht werden müssen.
Der Vortrag versteht sich als Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über
den aktuellen Stand solcher Initiativen in der Andenregion und wird anhand
der Ergebnisse von Feldforschungsaufenthalten (2009 und 2010, im Rahmen
einer Dissertationsstudie) erläutert. Die Untersuchung fokussiert die zugrunde-
liegenden Diskurse rund um die gesundheitspolitischen Maßnahmen und die
Identifizierung wesentlicher sozialer und kultureller Faktoren in diesem
Integrationsprozess.

 

Rosario de Pribyl ist klinische und Gesundheitspsychologin, systemische Familientherapeutin,
Psychoneuroimmunologin und interkultureller Coach. Sie arbeitete jahrelang in Spitälern,
Gesundheitszentren, Nicht-Regierungsorganisationen und als Universitäts-Lehrbeauftragte in
Peru. Derzeit fungiert sie als Konsulentin der Kommission für Traditionelle Medizin der
peruanischen Ärztekammer und arbeitet an ihrer Dissertation in Medizinanthropologie an der
Universität Wien. Ihr aktuelles Forschungsinteresse sind alternative Gesundheitsmodelle,
transkulturelle medizinische und psychologische Verfahren und Wissenstransfer.

Datum: 17.5.2011
Zeit: 18:00-19:30

Institut für Kultur- & Sozialanthropologie

NIG, Universitätsstrasse 7
4. Stock, HS A

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Vortrag am 12.04. 2011

Mag. Christoph Schabasser

Zum Geschlechterverhältnis der Huichol
in der Sierra Madre Occidental


Der Vortrag beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Reproduktionvon männlicher Herrschaft.
Um verschiedene Formen der Unterdrückung von Frauen in einfachen Gesellschaften aufzuzeigen
werden die in Mexiko beheimateten Huichol als Fall-beispiel herangezogen. Beleuchtet werden
dabei verschiedene Aspekte der indigenen Gesellschaft - wie Arbeitsteilung, Verwandtschafts-
beziehungen, männliche und weibliche Initiationen, sowie Territorialkonflikte - jeweils unter
dem Gesichtspunkt der Mann/Frau-Beziehung. In der Conclusio werden anthropologische Grund-
prinzipien der Huichol sowie deren gesellschaftliche Einbettung in der konkret vorliegende
sozialen Praxis erläutert. Zur Illustration der ethnographischen Daten präsentiert der
Vortragende visuelles Material von seinen Feldforschungs-aufenthalten.

Christoph Schabasser studierte an der Universität Wien Kultur- und Sozialanthropologie
beendete das Diplomstudium im April 2010. Für seine Diplomarbeit über „Bestattungsrituale
der Huichol in Mexiko“ realisierte er vier Monate Feldforschung in einer indigenen Gemeinschaft.
Im September 2011 beginnt er ein Doktoratsstudium am Colegio de Michoacán in Mexiko -
wo er seine anthropologische Forschung fortsetzen wird.

12. April 2011, 18:00-19:30
Institut für Kultur- & Sozialanthropologie
Universitätsstrasse 7, 4. Stock, Hörsaal A

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UNSICHTBARE WELTEN

MENSCH / NATUR / ÜBERNATUR

ForscherInnen auf metaphysischer Spurensuche
in Lateinamerika und der Karibik.
Visuelle Anthropologie zwischen Kunst, Ethnographie und Fotojournalismus

Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde Wien in Zusammenarbeit mit
EMLAAK – Schnittstelle für ethnomedizinischen Austausch und interkulturellen Kontakt


Die Fotoausstellung  vermittelt einen Einblick in die lateinamerikanische Spiritualität,
die auf einer Wahrnehmung der Natur beruht, die Unsichtbares miteinschließt.
Dieses Unsichtbare ist vielfältig: Es sind mythische Ereignisse, die ihre Spuren in die
Landschaften eingeschrieben haben, und die in Form von markanten Landschaftspunkten,
Felszeichnungen oder sakraler Architektur sichtbar werden. Es sind Geistwesen, die das
Schicksal der Menschen beeinflussen. Das Ritual ist Ort und Zeit der Begegnung, in dem
der Mensch mit den Geistwesen kommunizieren kann und die Grenze zwischen Gegenwart
und mythischer Vergangenheit aufgehoben wird. Hier wird der Mensch als Brücke
zwischen Natur und Übernatur sichtbar und daher stehen Aufnahmen von Ritualen
im Zentrum der Ausstellung.

Die Fotografien stammen vorwiegend von Wiener EthnologInnen und wurden während
ihrer Forschungs- und Studienreisen aufgenommen. In der ethnographischen Fotografie
ist die Motivwahl forschungsorientiert und steht ganz im Dienste der Dokumentation.
Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der künstlerischen oder journalistischen
Fotografie. Oft entstehen ethnographische Fotos unter Bedingungen, die z.B. eine optimale
Ausleuchtung nicht ermöglichen. Viele der gezeigten Aufnahmen waren nur möglich,
da sich zwischen den ForscherInnn und den Menschen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut
hatte. Damit geben die Fotografien auch eindrucksvolles Zeugnis von der
Begegnung unterschiedlicher Kulturen.

Kuratorium:

  • Claudia Augustat
  • Evelyne Puchegger-Ebner
  • Herbert Puchegger
  • Leonardo Ramirez Castillo
  • Yvonne Schaffler

Details (deutsch)
Details (englisch)

 

Buchpräsentation

Dienstag, 11. Jänner 2011, 18.30.Uhr
Museum für Völkerkunde  Neue Burg/Heldenplatz, 1010 Wien

Mit begleitendendem Vortrag von Bernd Brabec zu:

UNSICHTBARE WELTEN, UNSICHTBARE INDIANER UND
UNHÖRBARE MUSIK: HEXEREI UND HEILUNG IM
WESTAMAZONISCHEN TIEFLAND

Details


Mit freundlicher Unterstützung von Weltladen,
Lerchenfelderstr. 18-24, 1080 Wien, www.eza.cc

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Details

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23. Fachkonferenz Ethnomedizin der AGEM

Auf der 23. Fachkonferenz Ethnomedizin der AGEM vom 22.-24. Oktober im Völkerkundemuseum Heidelberg
war EMLAAK mit insgesamt vier vortragenden Mitgliedern vertreten:

Barbara KAZIANKA, Ethnologin (Wien, EMLAAK): Bedeutung und Funktion des Begriffes AIRE
im ethnomedizinischen Kontext der Itzá Maya

Evelyne PUCHEGGER-EBNER, Ethnologin (Wien, AGEM, EMLAAK): Mediale Praktiken - Möglichkeiten
und Grenzen audio-visueller Umsetzbarkeit von medizinethnologischen / ethnomedizinischen Themen

Kat RADNER (Wien, EMLAAK): "Accra - ein ethnopharmakologischer Spaziergang" im Kontext visuell
methodologischer und theoretischer Umsetzung ethnopharmakologischer Praktiken.

Yvonne SCHAFFLER, Ethnologin (Wien, EMLAAK, AGEM):
- "Zurück zum Altar. Portrait einer Heilerin aus der Dominikanischen Republik"
(Film, 28 min, Dominikanische Republik 2010)
- Somatische Aspekte bei Besessenheitsriten in der Dominikanischen Republik

 

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Kultursensibilisierungstraining für GesundheitsarbeiterInnen

19.6.2010 9-16 Uhr

Seminarraum A,
Institut für Kultur-und Sozialanthropologie, NIG,
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Das im Rahmen eines universitären Seminars entwickelte Kultursensibilisierungstraining wird
inkl. Verpflegung kostenlos angeboten. Die TeilnehmerInnenzahl ist auf max. 12 Personen beschränkt.

Im medizinischen Alltag kommt es immer wieder zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen
GesundheitsarbeiterInnen und PatientInnen sowie deren Angehörigen, die nicht nur Zeit sondern
auch Nerven kosten. Darüber hinaus verursachen Kommunikationsproblemen oft unnötige
Diagnoseverfahren und Therapien, die nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen, wodurch
sich wiederum der Grad der Frustration aller Beteiligten erhöht. Es ist jedoch nur wenigen bewusst,
dass die sprachliche Barriere dabei nur eines von vielen Problemen darstellt. Die hinter jedem
medizinischen System liegenden Weltanschauungen zu Körper, Geist, Seele und Umwelt sowie
die unterschiedlichen kulturellen Konzeptionen von Krankheit, Gesundheit und Heilung werden
meist außer Acht gelassen. Dabei sind es gerade diese Konzepte, welche die Grundlage für ein
gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Suche nach Heilung bilden.

Im hier angebotenen Kultursensibilisierungstraining werden Sie für die vorherrschenden
unterschiedlichen Konzepte und Weltanschauungen sensibilisiert. Ziel ist es ihre Kommunikation
mit dem/der PatientenIn zu intensivieren, Probleme der Compliance auch in Hinblick auf kulturelle
Unterschiede wahrzunehmen um somit in der Lage zu sein   diese Probleme zu beseitigen. Dies
soll zur Zufriedenheit aller Beteiligten führen und somit Stress reduzieren, sowie zur qualitativ
hochwertigen medizinischen Betreuung beitragen.

Programm

Block 1: 9.00 – 12.45

  • Einführung und Grundlagen
  • Körperkonzepte/Weltbild
  • Gesundheit
  • Krankheit
  • Heilung

12.45 - 13.45

  • Mittagessen

Block 2: 13.45 – 16.00

  • Sprache und Kommunikation

Anmeldungen bei Katharina Radner bis 17.6.2010:

katharina.radner@univie.ac.at

 

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Nora Ramirez am 19.5.2010

Zwischen Erinnern und Vergessen -
Die peruanische Kommission für Wahrheit und Versöhnung in Ayacucho

Im Mittelpunkt des Vortrages steht die Arbeit der peruanischen Kommission für Wahrheit und
Versöhnung und ihre psychosozialen Auswirkungen für die Betroffenen der politischen Gewalt,
welche Peru zwischen 1980 bis 2000 erschütterte. Dreiviertel der Opfer des bewaffneten Konflikts
in Peru waren indigener Herkunft, am heftigsten wütete der Kampf in der andinen Region
Ayacucho. Viele ländliche Dorfgemeinschaften empfinden sich als „vergessen“ – in ihrer Existenz
und in ihrem Leiden. Die peruanische Kommission für Wahrheit und Versöhnung, welche 2001 von
der Übergangsregierung eingesetzt wurde, versuchte in viele dieser Dörfer zu gelangen und den
Menschen einen Gelegenheit zu geben, ihr Zeugnis (testimonio) der Ereignisse wiederzugeben.
Ein Hoffnungsschimmer für viele, dass sich ihre Situation nun vielleicht ändern würde – aber auch
ein schmerzhaftes Wiedergewahrwerden von alten, schlecht verheilten Wunden, die der Konflikt
hinterlassen hat. Seit Beendigung der Arbeit der Kommission sind nun über sechs Jahre
vergangen. Im Vortrag soll beleuchtet werden, wie sich die Arbeit der Kommission für die Opfer in
ihrem psychosozialen Umfeld ausgewirkt hat.

Nora Ramirez Castillo, 1981 in geboren, hat an der Alpen-Adria Universität Kärnten
Klagenfurt Psychologie studiert. Sie beschäftigt sich seit 2005 intensiv
mit der Kultur, der Geschichte und den Menschen Perus und hat in den letzten Jahren insgesamt
16 Monate – in Form von Studien- und Feldforschungsaufenthalten –
dort verbracht. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation zum Thema 'Psychosoziale
Langzeitfolgen der peruanischen Kommission für Wahrheit und
Versöhnung für die Opfer der politischen Gewalt in Peru'. Das
Dissertationsprojekt wird durch ein Stipendium der Emil-Boral-Stiftung
finanziert.

Am 19.Mai 2010 um 19:00 Bibliothek der Abteilung Ethnomedizin
im Josephinum (mit Lift in den 2. Stock, dann links um die Ecke),
Währingerstraße 25, 1090 Wien.

 

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Kongress: Outlaws im karibischen Raum in Geschichte und Gegenwart

 

Do. 6. bis So. 9. Mai 2010 in der Wiener Urania

Der Kongress versammelt Interessierte aus aller Welt. Die Vortragenden und ModeratorInnen sind (Nachwuchs-)WissenschaftlerInnen und stammen aus Jamaika, Kolumbien, Venezuela, Brasilien, Peru, den USA, Portugal, Spanien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, der Schweiz, Deutschland und Österreich. Der Kongress dient als Plattform zur Präsentation und Diskussion aktueller Forschungs- bzw. Dissertationsvorhaben und möchte die nachhaltige akademische Vernetzung und Mobilität zwischen den Kontinenten fördern.

„Outlaws“ stehen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Neben der Gruppe der Gesetzesbrecher (BanditInnen, Kriminelle, Angehörige von Jugend ban den, SchmugglerInnen, PiratInnen), machen die Vortragenden ethnische und religiöse Gruppen (Indigene, AfrokaribInnen, Zambos, Roma, Juden, Araber), soziale Randgruppen (Arbeiterinnen, Prostituierte, Bettler, Vagabunden, BewohnerInnen von Elendsvierteln, SklavInnen, KontraktarbeiterInnen), politische Grenzgänger (RebellInnen, RevolutionärInnen, KonterrevolutionärInnen), entflohene SklavInnen, Flüchtlinge, Zauberinnen, BewohnerInnen von kolonialherrschaftsfreien Gebieten sowie Opfer von Outlaws im kolonialen und postkolonialen Kontext sichtbar. Ebenso diskutieren die Vortragenden einerseits die vielfältigen Zusammen hänge mit Armut, Gewalt, Terrorismus, Menschenhandel, Kapitalismus, Kolonialismus, Imperialismus sowie andererseits die Reaktionen und den Umgang von Gesellschaft und Justiz (Stigmatisierung, Ausgrenzung, Marginalisierung, Diskriminierung, Konstruktion von Feindbildern, Kriminalisierung, Dämonisierung, Rassismus, Sexismus, Anti-Judaismus, Anti-Islamismus, Xenophobie). Die Frage, ob regelrechte Outlaw-Gesellschaften, Outlaw-Kulturen und Outlaw-Ökonomien existiert haben und welche Bedeutung ihnen beigemessen werden muss, wird einen zentralen Stellenwert einnehmen.

Die Annäherung an das Thema erfolgt in multi- und interdisziplinärer Weise: die Vortragenden und ModeratorInnen sind Vertreter der Disziplinen Anthropologie, Ethnologie, Geographie, Geschichts-, Islam-, Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaft, Humanmedizin, Linguistik, Philosophie, Romanische Sprachwissenschaft und Soziologie. In regionaler Hinsicht behandeln die Vorträge die „große“ Karibik (Greater Caribbean, Gran Caribe), die neben sämtlichen karibischen Inseln auch die kontinentalkaribischen Gebiete von Florida, Mexiko, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela, Guyana (Demerara, Esse quibo, Berbice), Suriname, Französisch Guyana und Brasilien einschließt. Ein eigener Vortragsblock wird sich zudem mit der Situation in Österreich und anderen europäischen Ländern auseinandersetzen, um sowohl einen interregionalen Vergleich zu ermöglichen, als auch Verbindungen aufzuzeigen.

 

Als Keynote Speaker sind eingeladen:

MARCUS REDIKER (Department of History, University of Pittsburgh, USA)
The Outlaw Atlantic
Keynote Lecture II (in englischer Sprache): Fr., 7. Mai 2010, 09.00 Uhr, Dachsaal Urania

MICHAEL ZEUSKE (IHILA, Historisches Seminar, Universität zu Köln, BRD)
Outlaws. Geschichte und Agency im großen karibischen Raum
Keynote Lecture I (im Rahmen der Eröffnung): Do., 6. Mai 2010, 18.30 Uhr, Dachsaal Urania

Die Teilnahme am Kongress ist kostenlos, jedoch mit einer formlosen schriftlichen Anmeldung per E-Mail (konak@gmx.net) verbunden.

 

Programm und Details:

http://www.konak-wien.org/Outlaws/Outlawsindex.htm

 

Begleitendenden Filmtage zum Kongress

 

Die international organisierten Filmtage verstehen sich als visuelle (Re)Präsentation des Phänomens 'Outlaws' – welches diskursiv im gleichzeitig stattfindenden Wissenschafts-Kongress erörtert wird. Im Mittelpunkt der karibischen Filmtage steht das Oeuvre des venezolanischen Regisseurs Román Chalbaud. Während des Cine-Frühstücks am Sonntag, 9.5., wird Chalbaud zum making of seiner Filme sprechen. In der anschliessenden Gesprächsrunde besteht die Möglichkeit mit Regisseur über seine Werke zu diskutieren. Gemeinsamer Nenner der Programmschiene des Kongresses ist die Darstellung der Lebenswelt von gesellschaftlichen Minoritäten. So verbinden sich auch so scheinbar unterschiedliche Problematiken wie die historische Aufarbeitung der Sklaverei oder das Outing von Homosexualität in einer heterosexuellen normierten Gesellschaft zu einer Manifestation von von politischem 'Ungehorsam' und zivilem Widerstand.

 

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Barbara Lifka am 24.3.2010

Restoring sight: how cataract surgery improves the lives of older adults

 

Das Endziel der meisten ophthalmolgischen Interventionen bei Menschen in fortgeschrittenem Alter ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern - das kann entweder durch kurative Kataraktchirurgie oder durch die Bereitstellung von Sehhilfen erfolgen. Aufgrund des enormen (Arbeits)Rückstandes hinsichtlich der notwendigen Operationen und dem damit verbundenen hohen Kostenaufwand kann diese Tatsache jedoch in der täglichen Praxis leicht in den Hintergrund rücken. Da aber ein guter Visus für die Lebensqualität von enormer Bedeutung ist, sollte immer wieder darauf hingewiesen werden, welch negative Auswirkungen der Verlust von Sehkraft auf das Leben von älteren Menschen hat. Blind zu werden ist eine der größten Ängste der betroffenen Personen. Als wichtige Maßnahmen-Setzung plädiere ich Erreichbarkeit und Inanspruchnahme des vorhandenen medizinischen Services zu verbessern. Dieser Vortrag beschäftigt sich eingehend mit den Auswirkungen von eingeschränktem Visus und Blindheit bei älteren Menschen – dabei wird der positive Einfluss auf die Lebensqualität durch Kataraktoperationen hervorgehoben.

Barbara Lifka arbeitete nach der Matura im Juni 2002 im Gymnasium Schmelz (Wien) ein Jahr lang in verschiedenen sozio-ökonomischen Bereichen im In- und Ausland. Im Sommer 2009 beendete sie das Studium der Humanmedizin an der medizinischen Universität Wien erfolgreich. Der thematische und regionale Focus ihrer Diplomarbeit und der damit verbundenen Feldstudie ergab sich aufgrund ihres Interesses für die medizinische Thematik 'Katarakt' in Verbindung mit dem kulturellen Forschungsschwerpunkt 'Uganda'. Derzeit absolviert sie ihre Turnusausbildung im Krankenhaus Krems/Donau.

Am 24. März 2010 um 19:00 Bibliothek der Abteilung Ethnomedizin im Josephinum, Währingerstraße 25, 1090 Wien.

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22. Fachkonferenz Ethnomedizin der AGEM

Auf der 22. Fachkonferenz Ethnomedizin der AGEM vom 4. – 6. Dezember 2009 im Völkerkundemuseum Heidelberg war EMLAAK mit insgesamt fünf vortragenden Mitgliedern vertreten:

Bernd BRABEC de MORI, Ethnomusikologe (Graz, EMLAAK): Von indigenen
Ritualen für soziale Korrekturen zu psychotherapeutisch-spirituellen Happenings: über die Wirkung
"medizinischer Lieder" in Westamazonien

Barbara KAZIANKA, Ethnologin (Wien, EMLAAK): Die Rolle der traditionellen
Medizin in der Konstruktion von indigenen Identitäten der Maya im Spannungsfeld der Globalisierung

Natalia PICARONI SOBRADO, Ethnologin (Wien, EMLAAK): Differente Praktiken
des Denkens und Handelns in medizinischen Versorgungssystemen Lateinamerikas. Bericht über eine
kultur- und sozialanthropologische Studie zum Projekt ESCUELA LATINOAMERICANA DE MEDICINA

Evelyne PUCHEGGER-EBNER, Ethnologin (Wien, AGEM, EMLAAK): Am
Beispiel EMLAAK (Ethnomedizinischen Lateinamerika-Arbeitskreis in Wien): Grundlagenforschung
und / oder „Applied“ Anthropology“

Yvonne SCHAFFLER, Ethnologin (Wien, EMLAAK, AGEM): Dramatische Aspekte
von Heilung in Besessenheitsriten in der Dominikanischen Republik

Gesamtes Programm
Abstracts

 

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Yvonne Schaffler am 2.12.2009, 18 Uhr

 

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Elke Maurer am 09.06.09, 19 Uhr

„Success Story“ Uganda? Kritische Darstellung der Ergebnisse einer Feldstudie über die möglichen Präventionsstrategien im Kampf gegen STIs und HIV/Aids


Sexually Transmitted Infections (STIs) stellen vor allem in Entwicklungsländern ein großes Problem in der Prävention und im Therapiemanagement dar. Dieser Vortrag präsentiert die wesentlichen Schwierigkeiten von Jugendlichen in ihrem Umgang mit STIs. Einerseits werden die bedeutendsten Informationsquellen mit Beispielen demonstriert, andererseits wird auf die Probleme in der Umsetzung der Präventionsstrategien (ABC – abstain, be faithful, condom use) eingegangen. Kritisch hinterfragt werden weiters die Vorgehensweisen der westlichen und traditionellen Medizin. Ziel des Vortrags ist es die ethnomedizinischen und soziokulturellen Hintergründe zu diskutieren, die in Uganda (Jinja District) anhand einer 3-monatigen Feldstudie erarbeitet wurden.

Elke Maurer studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Zum Abschluss ihres Studiums verfasste sie eine Diplomarbeit zum Thema STIs in Uganda im Fachbereich Ethnomedizin und International Health, die im Juli 2007 approbiert wurde. Seit Jänner 2008 absolviert sie ihre Turnusausbildung im LK Waidhofen an der Thaya. Publikation: Maurer, Elke (2007): STIs in Uganda: Historische und ethnomedizinische Hintergründe von Sexually Transmitted
Infections im Jinja District. Diplomarbeiten Ethnomedizin und International Health, Band 1, Unit Ethnomedicine and International Health, Medizinische Universität Wien. ISBN 978-3-902633-00-2.

 

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Natalia Picaroni Sobrado am 5.5.2009

Gesundheit anders denken und leben: Kultur- und sozialanthropologische Überlegungen zum Impakt des Projekts ELAM (Kuba) auf medizinische Versorgungssysteme in Lateinamerika

 Das Projekt Escuela Latinoamericana de Medicina / ELAM (Deutsch: Lateinamerikanische Medizinschule)ist eine seit 1999 bestehende kubanische Initiative der internationalen Gesundheitszusammenarbeit. Im Rahmen eines Stipendienprogramms studieren Menschen aus ganz Lateinamerika – sowie auch aus einigen afrikanischen Ländern und den USA – das Fach Medizin an kubanischen Universitäten. Viele der StipendiatInnen kommen aus pauperisierten Gebieten und gehören marginalisierten ethnosozialen Gruppen an. Die Mehrheit der im Projekt ausgebildeten MedizinerInnen kehrt nach Abschluss des Studiums in ihre Herkunftsregionen zurück, um dort – innerhalb der lokalen medizinischen Versorgungssysteme – ihren Beruf auszuüben.

Die Teilnahme am Projekt fordert – von den auszubildenden ÄrztInnen – die Ausformung eines charakteristischen medizinischen Denkens und Handelns, das wesentliche Unterschiede zum hegemonischen medizinischen Denken und Handeln aufweist. ELAM-MedizinerInnen setzen kritische Denkansätze bzgl. medizinischer Praxis um, die im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. Gleichzeitig sind ihre Aktivitäten absolut kompatibel mit zeitgenössischen Forderungen von internationalen ExpertInnen und Organisationen bzgl. einer optimalen medizinischen Praxis und Versorgung.

Die qualitative Ausbildung von AllgemeinmedizinerInnen für den Bereich der primären Gesundheitsversorgung soll diese befähigen, zur Lösung hoch komplexer Gesundheitsproblematiken beizutragen. Der Zugang, menschliche Gesundheit als Menschenrecht zu begreifen, dient als Grundlage für die medizinische Umsetzung eines bio-psycho-sozialen, integralen und holistischen Paradigmas von Gesundheit bzw. Krankheit. Auf diese Weise wird der heute auf internationaler Ebene vorherrschenden Biologisierung und Ökonomisierung im Gesundheitsbereich eine Alternative entgegengesetzt.

Die Einbindung der ELAM-MedizinerInnen in die regionalen Versorgungssysteme Lateinamerikas ist als Chance zu begreifen und stellt gleichzeitig eine große Herausforderung für die bereits bestehenden Systeme dar, da verschiedene medizinische Paradigmen aufeinander treffen. In diesem Vortrag werden – aus kultur- und sozialanthropologischer Sicht – einige Überlegungen zum Projekt vorgestellt, der regionale Impakt dargestellt und diskutiert. Als Grundlage dafür dient Datenmaterial, das im Zuge von einer ethnographischen Forschung (2006/7) über das Projekt ELAM und die Einbindung von ELAM-MedizinerInnen in Bella Unión, einer landwirtschaftlichen Region im Norden Uruguays, erhoben wurde.

Natalia Picaroni wurde 1981 in Montevideo (Uruguay) geboren. Sie studierte in Montevideo Psychologie und in Wien Kultur- und Sozialanthropologie. Derzeit ist sie Doktorandin an der Universität Wien. Sie beschäftigt sich seit 2006 mit verschiedenen Aspekten des Projekts ELAM aus entwicklungs- und medizinanthropologischer Sicht.

 

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Lucia Mennel am 22.10.08, 19 Uhr

Gesundheitssysteme und kulturelle Identität in Cuba: Eine Annäherung

Der medizinische Pluralismus in Cuba umfasst neben den Institutionen und Einrichtungen der modernen und technischen Medizin (Schul- oder akademische Medizin), sowohl Medizinsysteme mit Namen wie la medicina folclórica, la medicina verde, los remedios florales, de raíces, minerales o animales, als auch la medicina china oder la homeopatía um nur die wichtigsten zu nennen. Es ist keineswegs ungewöhnlich, daß moderne Medizin und alternative Gesundheitssysteme komplementär zusammenarbeiten beziehungsweise von Patienten/Klienten je nach Bedarf in Anspruch genommen werden. So kommt es vor, daß ein Arzt/eine Ärztin, Verwandte/r oder Bekannte/r nach einer schulmedizinischen Diagnose oder biomedizinischen Behandlung die Konsultation eines Spiritisten, Palero, Babalawo oder Curandero empfiehlt. Vielleicht noch häufiger rät ein Babalawo oder eine religiöse Spezialistin, nach der Befragung eines Orakel oder einer Misa espiritista, zu einem Arztbesuch und einer schulmedizinischen Untersuchung. In diesem Referat werden einige Charakteristika der medizinischen Versorgung und kubanischen Identität unter Berücksichtigung der sozioökonomischen Transformationen der letzten Jahre vorgestellt und mit Fallbeispielen illustriert.


Lucia Mennel, Ethnographin, Kultur- und Musikanthropologin. Neben der Beteiligung an Projekten als freischaffende Wissenschafterin, arbeitet sie derzeit an ihrer Dissertation zum Thema Heilung und Gesundheit unter Einbezug religiöser Vorstellungen und Praktiken in Havanna/Cuba (Universität Wien). Seit 1996 betreibt sie Feldforschungen in Cuba, mit mehreren längerfristigen Aufenthalten in Havanna. Publikationen: „Fe/male Drums. Genusdiskurse am Beispiel von Trommeln in Havanna“ 2005 beim Peter Lang Verlag, Europäische Hochschulschriften XIXB/69, „La Habana Sandunga“ in Gerhard Drekonja-Kornat (Hg): Havanna. Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft. LIT Verlag (2007: 149-158), „KUBA: Import und Export von Kultur und Musik“ in Vittoria Capresi (Hg): Kolonialismus: Architektur-Städtebau.Kultur. Beiträge zur Baugeschichte und Bauforschung der Technischen Universität Wien. NWV Verlag. Wien/Graz (2007: 129-152) sowie weitere ethnographische und musikanthropologische Beiträge in Zeitschriften. Marketing und Vertrieb bei Unartproduktion Wien (www.unartproduktion.at). Mitbegründerin und Präsidentin der SOCARE AUSTRIA (www.socare.at).
Kontakt: lucia.mennel@socare.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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EMLAAK FLOHMARKT

Samstag, den 11.10., sind wir am Naschmarkt in Wien mit jeder Menge (einschlägiger) Bücher, chicen Retro-Klamotten, Lifestyle-Aceessoirs der 1960er bis 1980er (Jahre), sowie mit vielfältigem nostalgischen Krimskrams vertreten.

Unsere Offerten sind preisgünstigst, unsere Schmähführerei, (un)willkommenen Ratschläge und überwältigend intellektuellen Kommentare sowieso gratis!


VORBEI SCHAUEN – ANSCHAUEN – AUSWÄHLEN

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Nora Ramirez am 30.4.2008

Cómo se reconcilia una nación que nunca fue conciliada? Wege der Versöhnung in Peru

2001 – nach der Flucht des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori – beschloss die Interimsregierung die Einsetzung einer Wahrheitskommission, welche die Menschenrechtsverbrechen, die zwischen 1980 und 2000 in Peru verübt worden waren aufklären sollte. Die Arbeit der Kommission sollte gleichzeitig die Grundlage einer Versöhnung, sowohl auf nationaler, als auch auf zwischenmenschlicher Ebene darstellen und zur Aufarbeitung der traumatischen Ereignisse beitragen. Wie sehen die Betroffenen selbst, die im Kreuzfeuer zwischen Sendero Luminoso und dem Militär lebten, und zum größten Teil der seit Jahrhunderten marginalisierten indigenen Bevölkerungsgruppe angehören, das Thema der Versöhnung? Was konnte die Kommission tatsächlich zu einem Versöhnungsprozess, zu einer Bewältigung der Vergangenheit beitragen? Dem nationalen Versöhnungsprozess soll jener in den andinen Dörfern gegenüber gestellt werden: Manche Dörfer haben Möglichkeiten gefunden, ehemalige Terroristen wieder in ihre Gemeinschaft zu integrieren – in anderen Dörfern sorgen die Konflikte auf viele Jahre später noch für Spannungen innerhalb der Gemeinschaft.

Nora Ramirez Castillo hat an der Universität Klagenfurt Psychologie studiert. Die Faszination Lateinamerika begann mit einer Mexikoreise und setzte sich dann mit weiteren Reisen nach Venezuela und Ecuador fort. 2005 hat sie ein Auslandssemester in Lima absolviert, wodurch ihr großes Interesse an den Menschen, der Kultur und Geschichte Perus geweckt wurde. 2006 folgte ein 3-monatiger Forschungsaufenthalt, der in der Verfassung ihrer Diplomarbeit mit dem Titel „Erinnern für ein neues Leben. Die peruanische Kommission für Wahrheit und Versöhnung aus der Sicht der Betroffenen“ mündete.

19.Uhr, Seminarraum im Josephinum (mit Lift in den 2. Stock, dann links um die Ecke); Währingerstraße 25, 1090 Wien

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Christoph Schabasser am 12.3.2008

Pflanzenkult bei den Huicholes in Mexiko

Die Huicholes sind eine indigene Gruppe; ihre Anzahlwird auf 10-15000 geschätzt. Sie leben im zentralen Mexiko inmitten der massiven Bergkette Sierra Madre Occidental, wo sie sich während der Conquista ansiedeln und somit der christlichen Mission zu entkommen konnten. Seitdem führen sie ein relativ isoliertes Leben, die Anwesenheit von Mestizen wurde bis vor kurzen nicht geduldet. Die Abgeschiedenheit führt einerseits zu einer geringen Lebenserwartung und einer hohen Kindersterblichkeitsrate, da eine westliche medizinische Versorgung fast nicht vorhanden und die Ernährung sehr einseitig ist. Andererseits ist es ihnen durch diese Art des Daseins gelungen viele alte Traditionen und Bräuche zu bewahren, die nach wie vor eine zentrale Rolle in der Lebenswelt der Indigenen spielen. Einige dieser Bräuche bestehen aus einem ritualisierten Umgang mit bestimmten Pflanzen und Tieren, die in der Mythologie eine zentrale Rolle spielen und somit auch wesentliche Elemente der traditionellen Feste darstellen, die regelmäßig gefeiert werden um die Kontinuität des Universums zu sicherzustellen. Ein guter Teil des Vortrags wird sich um den Pflanzenkult der Huicholes drehen, der jedoch mit anderen Bereichen der Kultur in Beziehung zu setzen ist, denn nur so ist es möglich ein Verständnis dafür zu bekommen, in welchem Ausmaß Vorstellungen über eine Pflanze die Lebensweise einer Gruppe von Individuen prägen können.

Christoph Schabasser ist seit 2003 Student der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien. Bei seinem letzten Mexikoaufenthalt 2006/07 studierte er ein Semester lang an der Universidad Autónoma del Estado de México in Toluca Sozialanthropologie. Von März 2007 bis Juni 2007 realisierte er eine Feldforschung in einem indigenen Dorf, wo er mit der Lebensweise der dort ansässigen Menschen in Berührung kam und seine Studien über Bestattungsrituale und Todesvorstellungen durchführen konnte, welche die Grundlage seiner Diplomarbeit darstellen.

19.Uhr, Seminarraum im Josephinum (mit Lift in den 2. Stock, dann links um die Ecke); Währingerstraße 25, 1090 Wien

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Barbara Kazianka


Der Begriff 'AIRE' im Ethnomedizinischen Kontext bei den Itzá Maya in Guatemala
am 9.1.2008

Bei den Itzá wird der Begriff 'AIRE' (= wörtl. 'Luft') in vielen verschiedenen Bedeutungskontexten verwendet. Im Zusammenhang mit dem dort vorherrschenden Medizinpluralismus werden unterschiedliche Konzeptionen zu Krankheit und Spiritualität unterschieden, wobei die Grenzen zwischen den verschiedenen Vorstellungen oft verwischt sind. Als fixer Bestandteil indigener Lebenswelt bringen sie auch die indigenen Sicht auf den Menschen und seine Umwelt zum Ausdruck.

Barbara Kazianka wurde 1981 in Wien geboren und studiert an der Universität Wien Kultur-und Sozialanthropologie und arbeitet zurzeit an ihrer Diplomarbeit „Globale Medizin- lokale Heilmethoden. – Eine ethnologische Untersuchung zur Vernetzung und Interaktion medizinischer Systeme anhand der Itzá Maya in San José, Guatemala.“


Am 09.01.2008 um 19:00 (s.t.) in der Bibliothek der Abteilung Ethnomedizin im Josefinum (Währingerstrasse 25), mittlerer Eingang, 2. Stock

 

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Eveline Rocha Torrez  am 6.11.2007


Von Kartoffeln und Teufeln: Fruchtbarkeit und Tod im Spiegel der andinen Textil- und Tanztradition

Auch die jahrhundertelange direkte und indirekte Kolonisation durch euro-amerikanische Einflüsse konnte die andine Kosmovision und ihre agro-zentrierten Fruchtbarkeitsriten nicht gänzlich zum Verschwinden bringen. So kommt es, dass sich hinter so manchem vordergründig christlich-europäisch inspirierten Karnevalstanz prähispanische Konzepte verbergen, die für große Teile der bolivianischen Landbevölkerung nach wie vor Gültigkeit haben. Der Zusammenhang von Fruchtbarkeit und Tod wird dabei natürlich nicht nur in den einzelnen Tänzen selbst, sondern auch in den dazu gehörenden extilien bzw. im Aufbau des jährlichen Festkalenders thematisiert. Der Vortrag beleuchtet die verschiedenen Konzeptionen des andinen Teufels, thematisiert davon ausgehend einerseits die indigen-rurale Textil- und Tanztradition und präsentiert andererseits alternative Lesearten der städtisch-populären Tanzkultur der bolivianischen Anden.

Eveline Rocha Torrez wurde am 25.04.1975 in Wien geboren und absolvierte nach der Externistenreifeprüfung ein Kolleg aus Biochemie und Gentechnologie sowie die Studienrichtungen Handelswissenschaft und Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien. Derzeit studiert sie Kultur- und Sozialanthro-pologie im 2. Studienabschnitt. 2003 gründete sie die Tanzgruppe BOLIVIA und beschäftigt sich seither intensiv mit den Tänzen, Trachten und Textilien der bolivianischen Hochebene, ein Interesse, das sich auch in einigen Vorträgen und Zeitschriftenartikeln zu dieser Thematik niederschlug. Im Jänner 2007 war sie Mitbegründerin der Zeitschrift für Kultur- und Sozialanthropologie, DIE MASKE, die sie seither hauptverantwortlich mitgestaltet.

Bibliothek der Abteilung Ethnomedizin im Josefinum (Währingerstrasse 25), mittlerer Eingang, 2. Stock. Mit dem Lift hinauffahren: rechts schräg gegenüber befindet sich der Bibliotheksraum.

 

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Evelyne Puchegger-Ebner am 31.5.2007

„Gesundheit für Mensch, Vieh und Felder - ein kurzer Überblick über die Heilriten der Tarahumara"

Der Begriff des 'Heilens' ist in der Kultur der Tarahumara breiter angelegt als in westlichen Gesellschaften und beschränkt sich nicht bloß auf die physische Heilung des Menschen. Für die Tarahumara bedeutet 'heilen' auch 'für jemanden sorgen', 'für ihn da sein'. Das Wort bezeichnet daher nicht nur die physische Komponente (sprich: Tiere und Menschen heilen), sondern hat auch eine spirituelle Konnotation: Die Gemeinschaft soll mental gestärkt, Krankheiten und alle Arten von Unglücksfällen im Voraus abgewehrt werden . Diese ganzheitliche indigene Methode, welche die medizinischen Konzepte als integralen Bestandteil einer vernetzten Weltsicht denkt, wird vorgestellt.

Evelyne Puchegger-Ebner ist Lektorin der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien, Mitbegründerin des ethnomedizinischen Arbeitskreises EMLAAK, Filmschaffende im Dokumentarbereich und Autorin in freier Praxis. Die Grundlage ihrer Forschung bildet eine Reihe von Feldaufenthalten (1993, 1995, 1997, 2001, 2005, 2007) im Nordwesten Mexikos. Daraus ergaben sich auch die Forschungs-Schwerpunkte: Feministischen Anthropologie, Frauen- und Geschlechterforschung, Theorien und Konzepte zu Kosmovision und Weltsicht, sowie Ritualforschung, In letzterem sind die Themen­komplexe Heilriten und traditionelle Medizinkonzepte vorrangig.

Am 31. 05. 07 im Instituto Cultural Mexicano , Türkenstrasse 15 , 1090 Wien.

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Elochoxitl Ivonne Buendía am 19.4.2007


Medicina Mexikha Pactli


Eloxochitl Ivonne M. Buendía Sánchez absolvierte ihre Ausbildung in Mexiko und Peru. Seit 15 Jahren praktiziert sie traditionelle Medizin in San Pablo Tecalco - Mexiko. Vor 10 Jahren gründete sie das Calpulli Cencalli in dem sie nun die Lehren der Mexihkas – die „Filosofia Nahuatl“ - unterrichtet. In ihrem Vortrag wird sie über diese ganzheitliche Weltsicht, die u.a. Philosophie, Tanz, traditionelle Medizin, Astronomie und Mathematik, einschließt, sprechen und ihre Arbeitsweise erläutern.
Für Übersetzung aus dem Spanischen ins Deutsche ist gesorgt.


Am 19. 04. 07 um 19:00 im Instituto Cultural Mexicano, Türkenstrasse 15, 1090 Wien.

 

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Gesprächsrunde von und mit Gilberto "Soi Meni" Mahua Ochavano, Bernd Brabec de Mori und Mischa Engel am 22.3.2007

Zum Thema Erfahrungen eines indigenen curanderos aus Amazonien, indigene Perspektiven der Bewußtseinsforschung

Moderation: Evelyne Puchegger-Ebner & Yvonne Schaffler

 

Die Gesprächsrunde soll InteressentInnen die Möglichkeit geben, sich mit dem amazonischen curandero der Ethnie der Shipibo-Konibo Gilberto "Soi Meni" Mahua Ochavano über seine Arbeit, seinen Werdegang und seine ersten Eindrücke im Land Österreich auszutauschen. Für Übersetzung wird gesorgt sein.
Gilberto "Soi Meni" Mahua Ochavano ist Angehöriger der Ethnie Shipibo-Konibo, und lernt und praktiziert traditionelle Medizin seit nun 49 Jahren. Er ist der jüngste von fünf Brüdern, die am Unterlauf des Río Ucayali als Mediziner hoch angesehen sind. Magische Lieder sind sein wichtigstes Instrument zur Behandlung von Kranken und zur Kommunikation mit spirituellen Entitäten.

Donnerstag, 22. März, 19 Uhr. Im Seminarraum des Josefinums (2. Stock - in der Ecke, wo der Mittelteil des Gebäudes an den linken Flügel anstößt), 1090 Währingerstrasse 25.

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Bernhard Wörrle am 15.02.2007

Ein nordperuanischer Heiler und seine Kraftobjekte: Die Mesa von Eduardo Calderón

Die traditionellen Heiler Nordperus zeichnen sich innerhalb des  südamerikanischen Schamanismus durch den rituellen Gebrauch des meskalinhaltigen San Pedro-Kaktus und durch besonders umfangreiche Sammlungen von Kraftobjekten aus. Zu den typischen Elementen einer solchen "Mesa", die nicht selten mehrere hundert Gegenstände umfasst, gehören Muscheln, Steine, präkolumbische Artefakte und mit Geisterdarstellungen verzierte Stäbe. 1999 kaufte das Museum für Völkerkunde Wien die Mesa des 1996 verstorbenen Heilers Eduardo Calderón an. Der erste Teil des Vortrags wird an ausgewählten Objekten die vielfältigen kosmologischen Bezüge der Mesa und deren Funktion im nächtlichen Heilungsritual verdeutlichen. Der zweite Teil befasst sich mit der Frage, wie sich die besondere Lebensgeschichte von Eduardo Calderón, der durch den ethnologischen Bestseller von Douglas Sharon "Magier der vier Winde" zu einem Star in US-amerikanischen und europäischen Esoterik-Kreisen wurde, in seiner Mesa widerspiegelt.


Ort: Depot des MVK, Treffpunkt: Eingangshalle MVK., Uhrzeit: 17:00 - 18:30

 

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Bernhard Wörrle am 14.12.2006

Traditionelles medizinisches Wissen als Ressource: Politische, ökonomische und rechtliche Aspekte medizinethnologischer Forschungen - Erfahrungen aus einem Heilpflanzenprojekt in Amazonien


Forschungen über traditionelles medizinisches Wissen bewegen sich in einem hoch politischen und rechtlich sehr komplexen Feld (Stichwort "Biopiraterie"-Debatte). In der Medizinethnologie wird dieses Problem jedoch kaum diskutiert. Der Vortrag stellt indigene Positionen, rechtliche Rahmenbedingungen und typische Probleme bei der praktischen Umsetzung vor und stellt die Problematik zur Diskussion.
Dr. Bernhard Wörrle ist Ethnologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Biodiversität – Netzwerk e. V., Regensburg, und Lehrbeauftragter am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Regionaler Forschungsschwerpunkt: Ecuador. Neuere Publikationen: Heiler, Rituale und Patienten: Schamanismus in den Anden Ecuadors (Berlin 2002); Heiler zwischen den Welten. Transkulturelle Austauschprozesse im Schamanismus Ecuadors (Hg., Marburg 2003); verschiedene Buch- und Zeitschriftenbeiträge zu medizin- und rechtsethnologischen Themen. Gegenwärtiger Arbeitsschwerpunkt: Kommerzielle Nutzung indigener Medizinalpflanzen und damit verbundene Konflikte.

Donnerstag, 19. Oktober, 19 Uhr. Im Seminarraum des Josefinums
(2. Stock - in der Ecke, wo der Mittelteil des Gebäudes an den linken Flügel anstößt), 1090 Währingerstrasse 25.

 

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Yvonne Schaffler am 15.11. 2006

Bildvortrag: "Von HeilerInnen, Heiligen und Geistern: Das zweite Gesicht der Dominikanischen Republik"


Yvonne Schaffler stellt die methodische und therapeutische Diversität dominikanischer HeilerInnen am Beispiel verschiedener HeilerInnen-Porträts vor. Das Spektrum dieser Vielfalt erstreckt sich dabei vom konkreten Gebrauch pflanzlicher und tierischer Heilmittel bis hin zur Anwendung magischer und spiritueller Konzepte. Anhand von fotographischen Beispielen soll gezeigt werden, wie die einzelnen AkteurInnen mit den ihnen zur Verfügung stehenden pharmakologischen bzw. spirituellen Ressourcen umgehen.


Yvonne Schaffler ist als freie Mitarbeiterin der Unit Ethnomedizin am Institut für Geschichte der Medizin tätig. Sie studierte an der Universität Wien Ethologie, Kultur- und Sozialanthropologie und verfasst derzeit ihre Dissertation zum Thema Pluralismus der Kreolmedizin im Südwesten der Dominikanischen Republik.

Uhrzeit: 19:00 , Ort: Mexikanisches Kulturinstitut, Türkenstrasse 17 EMBAJADA DE MÉXICO 1090 Wien

 

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Yvonne Schaffler am 19.10. 2006

Atlas.ti -Workshop


In kleinem Kreis soll in diesem Workshop die Verwendung des Programms Atlas.ti anhand eigener ethnologischer Daten demonstriert werden. Atlas.ti ist eine Software zur computergestützten Datenanalyse, die nach den Vorgaben der Grounded Theory (Corbin und Strauss) zur Aufarbeitung qualitativer Felddokumente (Interviews, Artikel, Fotos, Tondokumente) entwickelt wurde. Im Workshop sollen die Archivierung und Codierung des Materials gezeigt werden, sowie auch eine Diskussion darüber stattfinden, ob und wieweit ein solches Programm die Arbeit mit Felddokumenten erleichtert.
Wer möchte, soll bitte sein/ihr eigenes Notebook mitbringen!

Yvonne Schaffler ist als freie Mitarbeiterin der Unit Ethnomedizin am Institut für Geschichte der Medizin tätig. Sie studierte an der Universität Wien Ethologie, Kultur- und Sozialanthropologie und verfasst derzeit ihre Dissertation zum Thema Pluralismus der Kreolmedizin im Südwesten der Dominikanischen Republik.

Donnerstag, 19. Oktober, 19 Uhr, Seminarraum im Josefinum (2. Stock, in der Ecke wo der Mittelteil des Gebäudes an den linken Flügel anstößt)

 

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Fiesta Mexicana!


Freitag, 13. Oktober 2006 ab: 20:00

 

WARUM und WOZU: Mit dieser Veranstaltung startet EMLAAK eine ganz spezielle Projektserie/-reihe: Wir möchtenindigene HeilerInnen nach Wien einladen, um einen kulturellen Austausch von Medizinalkonzepten und Heilwissen zu ermöglichen. Als ersteR wird Gilberto Mahua Ochavano – ein Shipibo-Konibo curandero vom Rio Ucayali - im Laufe dieses Winters nach Wien kommen und uns an seinem Wissen und seiner Heil-Tradition teilhaben lassen. Mit der Fiesta Mexicana wollen wir die Finanzierung seines Flugtickets und Aufenthalts ermöglichen.



Bernd Brabec und Mischa Engel am 1.7.2006

Informationsabend zu Ayawaska

Mit Ayawaska wird im Amazonas-Gebiet gewöhnlich ein berauschendes Getränk bezeichnet, welches im Rahmen ritueller Sitzungen und meist zum Zweck der Heilung eingesetzt wird. Um Krankheiten heilen zu können, konsumieren die curanderos – die Ritual-Spezialisten - Ayawaska und versetzen sich so in einen hell-sichtigen Zustand, der ihnen die Erstellung von Diagnosen ermöglicht. In engem Zusammenhang damit stehen ganz spezielle Lieder, welche bei der Behandlung der PatientInnen gesungen werde. Räucherungen, Massagen, Saugbehandlungen oder Diäten mit Heilpflanzen sind weitere Bestandteile der Therapie.


Bernd Brabec und Mischa Engel planen in Kooperation mit EMLAAK im September oder Oktober 2006, einen solchen Spezialisten nach Österreich einzuladen. Es handelt sich um Gilberto Mahua Ochavano bzw. Soi Meni in der Sprache der Shipibo-Konibo. Er ist Angehöriger dieser peruanischen Ethnie und wohnt in Pahoyan, einem Dorf am Río Ucayali - einem der Quellflüsse des Amazonas. Der Musikethnologe Bernd Brabec lernte Gilberto während seiner Forschungen zur indigenen Musik am Ucayali kennen und arbeitete jahrelang mit Gilberto zusammen - auch in medizinischen Belangen. Eine stabile Vertrauensbasis ist das Resultat dieses kontinuierlichen Arbeitsgemeinschaft.

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Sabine Pek und Yvonne Schaffler am 13.6.2006

Vorstellung und Diskussion mexikanischer Heiltechniken

 

Nachdem wir das letzte Mal die Ziele unseres Arbeitskreises einigermaßen festgelegt haben (siehe Report), laden wir am 13. 06. 2006 um 19. 30. zum ersten Treffen mit Vortrag und Praxis.

Sabine Pek, geboren 1981 in Klagenfurt. Studium der Kultur- und Sozialanthropologie, Publizistik und Pädagogik. Feldforschungen in Guatemala und Mexiko. Thema der Diplomarbeit war "Heilrituale in der traditionellen Medizin der Mexhika". Forschungsschwerpunkte sind Ethnomedizin und medizinischer Pluralismus. Assistenz am Lateinamerika-Institut Wien. Mitorganisation der 4. deutschsprachigen SüdamerikanistInnentagung 2007

Yvonne Schaffler ist als freie Mitarbeiterin der Unit Ethnomedizin am Institut für Geschichte der Medizin tätig. Sie studierte an der Universität Wien Ethologie, Kultur- und Sozialanthropologie und verfasst derzeit ihre Dissertation zum Thema Pluralismus der Kreolmedizin im Südwesten der Dominikanischen Republik.