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Wie sieht Torfmoos aus?

Bei genauer Betrachtung können Sie am Torfmoos (Sphagnum spp.) Strukturen erkennen, die an Stiele, Äste und Blätter höherer Pflanzen erinnern. Allerdings werden Sie keine Wurzeln finden, denn Moose besitzen kein internes Transportsystem für Säfte. Torfmoose kann man leicht an ihren charakteristischen Köpfchen erkennen, deren Durchmesser 0.5 bis 1.5 cm beträgt.
 
 

  Single sphagnum
Sphagnum angustifolium
Das Köpfchen (Capitulum)
 
Am Köpfchen kann man das typische Wachstumsmuster von Sphagnum gut erkennen. Ausgehend von der Scheitelzelle im Zentrum knospen neue Äste. Ihre Ansätze bleiben vorerst auf der gleichen horizontalen Ebene, da in diesem Stadium noch keine Streckung des Stämmchens stattfindet. Das Sphagnumköpfchen besteht also aus dicht gedrängten Ästen verschiedenen Alters, wobei die jüngsten im Zentrum, die am weitesten entwickelten am Rand lokalisiert sind. Lange, ausgestreckte periphere Äste verleihen dem Köpfchen oft ein edelweißähnliches Aussehen.
 
 
  Sphagnumköpfchen
Sphagnum angustifolium
 
    Stämmchen und Ästchen
 
Sphagnumästchen
Sphagnum quinquefarium
 
  Bei den meisten höheren Pflanzen wächst der Stamm oder Stiel, bevor sich Äste entwickeln. Beim Torfmoos streckt sich jedoch das Stämmchen erst zwischen den voll entwickelten Ästchen am Rand des Köpfchens.
   Die Ästchen wachsen in Bündeln (Faszikeln), wobei das dichte Nebeneinander kapillare Zwischenräume schafft, in denen Wasser gespeichert und transportiert wird. Ein Teil der Ästchen ist ausgestreckt und verankert die einzelne Pflanze im Moosteppich, der Rest hängt am Stämmchen herunter. Zwischen der Stämmchenoberfläche und diesen hängenden Ästchen wird Wasser auf ähnliche Weise geleitet wie ein Docht flüssiges Wachs aufsaugt.

 
 
  Trennbalken
 
 
  Machen Sie ein Experiment
 
 
  1.) Falls Sie Zugang zu nichtnaturgeschütztem Torfmoos haben, sammeln Sie ca. 2 Handvoll davon.
2.) Trocknen Sie es mindestens 1 Woche lang bei Zimmertemperatur.
3.) Wiegen Sie das trockene Moos ab.
4.) Bedecken sie es einige Minuten lang mit Wasser und lassen es danach abtropfen.
5.) Wiegen Sie das nasse Moos ab.

Torfmoos kann so viel Wasser aufnehmen und zurückhalten, daß sich sein Gewicht ungefähr auf das zwanzigfache erhöht haben sollte.
 

 
  Trennbalken
 
 
Die Blättchen
 
Alle Torfmoose sind beblättert. Stämmchen und Ästchen tragen verschiedene Arten von Blättern, deren Form sich bei den verschiedenen Arten unterscheidet. Stammblättchen können aufgerichtet, ausgestreckt oder hängend sein, manche (z.B. jene des Sphagnum fimbriatum) haben breite Basen und ausgefranste Ränder. Während die Verteilung der Stammblättchen schütter ist und diese einander nicht berühren, wachsen Astblättchen in dichten Reihen und überlappen einander oft dachziegelartig. Die engen Zwischenräume zwischen Ästchenoberfläche und Blättchenansätzen dienen der externen Wasserspeicherung, die manchmal sogar mit einer 10fach vergrößernden Lupe erkennbar ist.
 
 
  Sphagnum Blättchen
Astblättchen von
Sphagnum magellanicum

 
    Zellnetz
 
Zellnetz der Blättchen
 
  Sphagnumblättchen besitzen ein charakteristisches einlagiges Zellnetz, das sie von anderen Laubmoosen unterscheidet. Bei 40facher Vergrößerung sieht man im Mikroskop zwischen langen, photosynthetisierenden Chlorozyten die viel größeren Hyalozyten. Hyalozyten sind ausdifferenzierte, abgestorbene Zellen, die Wasser speichern und deren Zellwände als Schutz vor dem Kollabieren mit Spiralfasern verstärkt sind. Große Poren erleichtern den Wassereintritt und erlauben sogar Algen und einzelligen Tieren, in diese Zellen einzudringen und in ihnen zu leben. Hyalozyten tragen wesentlich zum saftigen Aussehen der Torfmoose bei.
 
 
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