Forum Archaeologiae - Zeitschrift für klassische Archäologie 74 / III / 2015

ECHT? – FISCHTELLER AUS PRIVATSAMMLUNGEN

In österreichischen Privatsammlungen befinden sich derzeit drei Fischteller, von denen vor allem einer bezüglich Form und Bemalung verblüffende Beobachtungen erlaubt.
Der Begriff Fischteller leitet sich von der standardisierten Form der Gefäße ab. Sie wurden anfänglich um 400 v.Chr. in Attika produziert [1] und von dort bis zum Schwarzen Meer exportiert. Die ersten uns bekannten Fischteller sind mit schwarzem Glanzton bemalt und solche wurden auch in Unteritalien gefunden. Dort beginnt die Produktion der Fischteller im rotfigurigen Stil im 4.Jh. v.Chr. in verschiedenen Landschaften. Ihre Blütezeit liegt in der zweiten Hälfte des 4.Jhs. Die Fischteller des rotfigurigen Stils sind auf der üblicherweise abgeschrägten Oberseite mit Fischen und anderen Meereswesen dekoriert. Sie wurden in Italien nur in Gräbern gefunden, was auf ihre Funktion im sepulkralen Umfeld hinweist.

Fischteller Nr. 1 (Abb. 1a–b) [2]
Form: Teller mit Hängerand. Übergang von der Tellerfläche zum Hängerand ist abgerundet. Konischer Fuß. Rand fällt bis zur Hälfte des Fußes herab.
Technik: Glänzender, schwarzer Malschlicker. Miltos: Überzogen sind die tongrundigen Partien des Bildfeldes sowie die Unterseite und der Fuß.
Dekoration: Am Rand ist ein Ornamentband mit einem Lorbeerkranz nach rechts, oben und unten durch einen Streifen begrenzt zu sehen. Eine Rille trennt den Hänge- vom Tellerrand. Insgesamt drei Fische „schwimmen“ auf der Oberfläche des Tellers. Bei dem ersten handelt es sich um eine Meerbarbe (Mullidae, Mugillida [3]) in Seitenansicht. Über ihren Körper laufen drei schwarze Wellenlinien und drei weiße Punktreihen. Die Augen sind durch einen schwarzen Mittelpunkt wiedergegeben, oben und unten durch zwei weiße Bogenlinien begrenzt. Mit weißer Farbe sind Mund, Kiemen, Brust- und Schwanzflosse gemalt. Bei dem zweiten Fisch handelt es sich um einen Seeteufel (Lophius piscatorius) [4], auch Anglerfisch genannt, in Ansicht von oben. Der Körper ist vom Kopf nur durch zwei Bogenlinien und weiße Punktreihen getrennt. Mitten über den Körper läuft eine schwarze Linie, umgeben von je einer weißen Punktreihe, die der Kontur des Körpers folgt. Auge und Maul sind gleich wie bei der Barbe. Mit weißer Farbe sind Maul, Kiemen, Brust,- Rücken,- und die Schwanzflosse wiedergegeben.
Dahinter schwimmt eine Brasse (Diplodus puntazzo). Der Mund ist geschlossen und das große Auge durch einen Mittelpunkt in Schwarz wiedergegeben, umgeben von einem weißen Kreis. Die Brasse hat ihren typischen Querstreifen auf dem Rücken. Die Strahlen der Brust,- Bauch,- Rücken- und Schwanzflossen, sowie die Kiemen und die Umzeichnung des Mundes sind in weißer Farbe gezeichnet.
Zwischen den Fischen befinden sich zwei Pilgermuscheln (Pacten jacobaeus), zwei Horn- oder Tritonschnecken (cerithium oder charonia) sowie drei Motive, die eventuell Meergras nachahmen. Die Mittelvertiefung des Tellers ist mit einer einfachen Rosette verziert [5].


Obwohl der Fischteller Nr. 1 auf den ersten Blick antik erscheint, hat es sich nach einer genauen Beobachtung als Fälschung herausgestellt. Fälscher machen bei der Imitation antiker Gefäße archäologisch nachweisbare Fehler, so dass zur Feststellung der Fälschung keine speziellen naturwissenschaftlichen Untersuchungen nötig sind. Diese Irrtümer betreffen entweder die Form des Gefäßes oder die Art der Übermalung und Darstellung.
Der Fischteller besitzt eine komplizierte Form und setzt eine genaue Kenntnis und besondere Fähigkeiten des Töpfers voraus [6]. Dabei ist die Gestaltung des Fußes besonders schwierig. Teller dieses Typs besitzen in der Regel einen relativ massiven, profilierten Fuß. Hier in unserem Beispiel ist der niedrige Fuß allerdings konisch und ganz einfach modelliert, was bei keinem uns bekannten Fischteller aus Süditalien zu finden ist [7]. Unteritalische Teller dieses Typs besitzen in der Regel einen relativ massiven und profilierten Fuß, der hier fehlt.
Bei der Bemalung ist das Fehlen der Bartfäden der Barbe, die üblicherweise weiß gezeichnet sind, besonders auffällig und ungewöhnlich [8]. Auch ist das Motiv des Meergrases, das durch eine kurze Wellenlinie mit Punkten auf jeder Seite wiedergegeben ist, auf anderen Fischtellern nicht zu finden [9].
Der Außenrand des Tellers (Abb. 1b) ist mit einem Blattkranz dekoriert. Blattkränze (Lorbeer- oder Olivenkränze) kommen auf Außenrändern unteritalischer Tellern sehr häufig vor [10], wobei der Kranz auf schwarzem Hintergrund tongrundig belassen ist. Dieser Fischtellerrand ist dagegen schwarz auf hellem Tongrund bemalt. Diese Verwechslung der Maltechnik von schwarzfigurigem zu rotfigurigem Stil und umgekehrt ist ein typisches Merkmal von Fälschungen [11]. Außerdem sind die Blätter des Kranzes bei den antiken Beispielen mehr oder weniger breit und nehmen nahezu den ganzen Rand im Anspruch, während die Blätter des Grazer Fischtellers am Stiel ziemlich dünn sind. Die Kränze laufen im Uhrzeigersinn, der Kranz hier ist gegen den Gegenuhrzeigersinn gerichtet [12].


An anderen Orten existieren zwei weitere Fischteller, die Ähnlichkeiten mit dem oben besprochenen Beispiel zeigen.
Um den Rand des Fischtellers Nr. 2 (Abb. 2) windet sich ein Blattkranz nach rechts. Die Mittelvertiefung ist mit einer Strahleosette verziert. Zu erkennen sind drei Fische, von denen die Brasse (Diplodus puntazzo [13]) der größte Fisch ist. Bei den anderen zwei Fischen handelt es sich um Meerbarben. Sie sind nicht gleich bemalt, haben aber sehr viele Ähnlichkeiten. Eine Horn- oder Tritonschnecke (cerithium oder charonia), eine Pilgermuschel (Pecten jacobaeus), und Meergras sind als Füllmotive platziert.
Der Kopf der Barben ist normalerweise nicht so rundlich, sondern eher eckig. Ähnlichkeiten zum Fischteller in Graz können sowohl bezüglich der Gefäßform als auch der Bemalung festgestellt werden. Der konische Fuß ist mit dem des Grazer Exemplars identisch. Bei der Bemalung sind sowohl das Motiv des Meergrases als auch das Fehlen der für die Meerbarben typischen Bartfäden vergleichbar dem Grazer Fischteller.


Der dritte Fischteller Nr. 3 (Abb. 3) unterscheidet sich von den oberen Beispielen in einigen Punkten. So ist die Form verschieden: Der Fuß ist kürzer und wird von dem tiefer herabhängenden Tellerrand großteils bedeckt. Eine tongrundige Fläche mit einer Rille in der Mitte trennt den Hängerand von dem Tellerrand [14]. Auf diesem verläuft ein Wellenband, das nach unten durch einen schwarzen Streifen vervollständigt wird. Wellenbänder sind durchaus üblich in allen unteritalischen Gebieten, jedoch beginnen sie gleich am unteren Rand [15].
Die Telleroberfläche ist mit insgesamt vier Fischen dekoriert. Drei davon schwimmen auf der Oberfläche und ein weiterer kleiner Fisch in der mittleren Vertiefung. Eindeutig zu identifizieren sind nur drei der Fische. Bei dem ersten handelt es sich um einen Streifenbarsch. Gegenüber schwimmt ein Seeteufel (Lophius piscatorius [16]), der in Ansicht von oben zu sehen ist. Problematisch ist die Identifizierung des dritten Fisches. In der Mittelvertiefung ist ein kleiner Fisch, ein Barsch (Serranidae/Percidae) nach rechts dargestellt.
Dieser Teller zeigt Abweichungen bzw. Unregelmäßigkeiten, die für die Einschätzung als Fälschung sprechen.
Zuerst zeigt der Bauch des nicht zu identifizierenden Fisches nicht zur Mitte, sondern zum Rand. Die Fische auf süditalischen Tellern schwimmen überwiegend um die Mittelvertiefung und nicht umgekehrt. Die Fische auf attischen Tellern dagegen schwimmen mit ihrer Bauchseite zum Rand gewandt [17]. Die dreifachen wellenartigen Flossen am Rücken des Fisches sind ebenfalls ungewöhnlich. Fremd wirkt auch der konvex gezeichnete Unterkörper. So besitzt der Fisch eher die Gestalt eines Vogels. Der kleine Barsch in der Tellermitte ist ein Motiv, das auf süditalischen Vasen selten vorkommt [18]. Sind kleine Fische auf den Tellern abgebildet, so gehören diese wenigen Exemplare zu den besonders qualitätvollen.
Aufgrund der Bemalung der drei Fischteller und der ähnlichen Form kann angenommen werden, dass alle drei Teller aus der Hand eines Erzeugers stammen. Dieser hat seinen eigenen Stil entwickelt, so dass genau wie bei antiken Vasenmalern typische Eigenschaften immer wiederholt und erkennbar sind [19]. Der Maler kopierte bzw. imitierte keine der vorhandenen antiken bemalten Fischteller. Es ist auch anzunehmen, dass der Fälscher über keine grundlegenden Kenntnisse der antiken Vasenmalerei verfügt und sich nicht sehr intensiv damit und speziell mit den Fischtellern beschäftigt hat.
Das Fehlen von Vorzeichnungen auf den drei Fischtellern, eine Technik, die für viele antike Vasenmaler notwendig war, ist in diesem Fall nicht zwingend ein Kriterium für seine moderne Herkunft, gilt aber als ein Indiz dafür.
Seit dem 18.Jh. war das Interesse an antiken Vasen groß. Sowohl private Sammler als auch Museen wollten ihre Sammlungen mit neuen Erwerbungen bereichern. Gegen Mitte des 18.Jhs. verstärkte sich die Nachfrage nach antiken Vasen noch mehr. In dieser Zeit werden die ersten Fälschungen beobachtet [20]. Alle Kategorien von Denkmälern wurden gefälscht: Statuen, Statuetten, Münzen, Objekte der Kleinkunst, wie z.B. Schmuck. Die Materialen, die dafür verwendet wurden, sind dieselben wie die der Antike, Marmor, Keramik und verschiedene Metalle, die teilweise auch sehr kostbar waren [21]. Die meisten Fälschungen von Kunstwerken antiker Plastik, sowohl Rundstatuen als auch Reliefs, sind in den Jahren zwischen 1875 und 1927 zu beobachten [22]. Im Gegensatz zu Fälschungen von Skulpturen stellte das Fälschen von Gefäßen bis in die Mitte des 20.Jhs. ein großes Problem dar. Die antiken Gefäße konnten nur imitiert werden, die eigentliche Technik der Bemalung war jedoch noch unbekannt [23]. Erst nachdem das Geheimnis des antiken Glanztons von Th. Schumann entschlüsselt wurde und A. Winter seine Experimente durchführte, machte die Technik des Fälschens einen riesigen Sprung [24].
Im Gegensatz zum „Original“, dem im Altertum hergestellten Kunstwerk, gelten alle nachgemachten Objekte, in welcher Absicht sie auch immer angefertigt wurden, als „Imitation“. Mithilfe gestaltungsspezifischer Kriterien lassen sich zwei Arten von Imitationen unterscheiden: die Komplementierung und das Analogon. Unter die erste Kategorie fallen Objekte, die über mindestens ein antikes Fragment verfügen und von rezipierenden Künstlern „vervollständigt“ werden. Dagegen besitzt das Analogon keinerlei antike Substanz [25].
Mit „Fälschung“ wird die Produktion eines antiken Objekts bestimmt, das in betrügerischer Absicht, dieses Objekt als antikes zu präsentieren bzw. zu verkaufen, hergestellt wurde. Im Gegensatz zu einer „einfachen“ Kopie bzw. Imitation bedeutet die Fälschung eine bewusste Täuschung [26]. Ein „Kunstwerk“, wie es in der Antike nicht entstanden sein konnte, wird hier vorgestellt.
Alle drei Fischteller gelten zufolge als Imitation antiker Originale und gehören in die Kategorie „freies Analogon“ bzw. Unterkategorie „Neuschöpfung“, da eine direkte Vorlage nicht ermittelt werden kann [27].
Bei den drei vorliegenden Fischtellern kann bereits nach einer makroskopisch archäologischen Untersuchung festgestellt werden, dass es sich um Fälschungen von unteritalischen Tellern handelt, die jedoch keine bestimmte Werkstatt imitieren wollen. Der Maler hat bestimmte Vorlagen, nicht besonders genau studiert. Denn es lassen sich keine exakten Parallelen zwischen diesen neuzeitlichen und antiken Fischteller ziehen. Es handelt sich einfach „nur“ um drei Fischteller im Stil unteritalischer Vasenmalerei [28]. Der exakte Zeitraum ihrer Herstellung kann nicht bestimmt werden, da keine naturwissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt wurden, die auf bestimmte herstellungstechnische Fragen eine Antwort geben könnten [29].

Literatur
N. Cuomo di Caprio, La Galleria dei Falsi. Dal vasaio al mercato di antiquariato (Milan 1993)
DNP 4 (Stuttgart 1998) 530-531 s.v. Fischteller (R. Hurschmann)
N. Kunisch, Griechische Fischteller. Natur und Bild (Berlin 1989)
J. Lang – H.P. Müller – W. Geominy (Hrsg.), Teuer und nichts wert? Fälschern griechischer Keramik auf der Spur. Begleitheft zur Sonderausstellung Antikenmuseum Universität Leipzig (Leipzig 2011)
J. Lang – H.P. Müller, Die Konfrontation mit dem Falschen. Der falsche Glanz griechischer Vasen. Eine Spurensuche im 18. Jahrhundert, in: K.B. Zimmer (Hrsg.) Täuschend echt (Tübingen 2013) 35–49
I. McPhee – A.D. Trendall, Greek red-figured fish-plates, Beih. AntK 1987 (Basel 1987)
A. Mykoniati, Πλαστές Αρχαιότητες. Μια άλλη όψη στην πρόσληψη της πολιτιστικής κληρονομιάς στο νέο ελληνικό κράτος (Thessaloniki 2014)
K. Schauenburg, Studien zur unteritalischen Vasenmalerei I (Kiel 1999)
A. Schidlofski, Konstruierte Antike. Der Echtheitsbegriff erläutert an archäologischen Denkmälern, Antiquitates. Archäologische Forschungsergebnisse 49 (Hamburg 2009)
M. Tiverios, Πλαστές αρχαιότητες και παραχάραξη της ιστορίας. Η περίπτωση ενός εικονογραφημένου μολύβδινου ελάσματος (Athen 2014)
A.D. Trendall – I. McPhee, Addenda to "Greek red-figured fish-plates", AntK 33, 1990, 31-51
C. Zindel, Meeresleben und Jenseitsfahrt. Die Fischteller der Sammlung Florence Gottet (Zürich 1998)

[1] Als Vorläufer der Fischteller gelten die sog. Gallatin-Teller, die seit Ende des 6.Jhs. bis in das letzte Viertel des 5.Jhs. hergestellt wurden; McPhee – Trendall 1987, 23–26. Die Produktion der attischen Fischteller beginnt um das Jahr 400 v.Chr. und bleibt sogar bis in das 2.Jh. v.Chr. vorhanden; Kunisch 1989, 40.
[2] H 5,7cm. – Dm Rand 21,0cm. – Dm Fuß 5,9cm. – Gewicht 618g.
[3] McPhee – Trendall 1987, 173 Fig. 3: Mullidae/Mugilidae; Mullus Barbatus; apulischer Teller Bochum, Ruhr-Universität S 1183; Kunisch 1989, 30 Taf. VIII, 6.
[4] Die Nennung aller Fische in dieser Arbeit basieren auf den schon publizierten Werken Kunisch 1989; McPhee – Trendall 1987; Schauenburg 1999; Zindel 1998.
[5] Apulischer Teller des Bloomington-Malers, s. Zindel 1998, 98. 102 Nr. 30. 31; Kunisch 1989, 23. Auf apulischen Vasen ist gewöhnlicherweise die Bemalung des Mittelpunktes der Rosette in weißer Farbe aufgesetzt, vgl. McPhee – Trendall 1987, 56. 128: Fischteller Oxford, Ashmolean Museum 1880.23. Die kampanischen Exemplare lassen die Mittelvertiefung schwarz oder undekoriert.
[6] Fehler sind bei dem herabhängenden Rand und dem Fußansatz festgestellt worden, vgl. Zindel 1998, 132.
[7] McPhee – Trendall 1987, 171. 174 Fig. 1. 4 Taf. 64. Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass bei den meisten Publikationen das Profil wenig diskutiert wird. Zindel 1998, 127–131. 137–140.
[8] Meerbarbe mit Bartfäden auf apulischen Tellern, eh. Zürich Kunsthandel, Galerie Arete; Bern, Privatsammlung; Lecce, Museo Sigismondo Castromediano 808, vgl. McPhee – Trendall 1987, 128 IVA/110 Taf. 52a; 136 IVB/17 Taf. 58a; 136 IVB/25 Taf. 58b.
[9] Auf zwei Fischtellern des Bloomington-Malers dient eine Kette von S-förmigen, nicht ineinandergreifenden Linien als Rahmung der Mittelvertiefung, vgl. Zindel 98–105 Nr. 30. 31.
[10] Beispiele dafür: Kunisch 1989, 22 Abb. 4.
[11] Lang u.a. 2011, 59. Cuomo di Caprio 1993, Abb. 14: die Hautfarbe der weiblichen Figuren auf der modernen Hydria im schwarzfigurigen Stil sind nicht mit weißer Farbe versehen, wie es bei den antiken Exemplaren der Fall ist.
[12] Vgl. Zindel 1998, pästanisch: 52–55 Nr. 14–15; apulisch: 60–73. 76–79. 84 f. 90–93. 116–123 Nr. 17–20. 22.25.27. 36–37; kampanisch: Moskau, Pushkin State Museum of Fine Arts II 1b 1117. II 1b 479, CVA Moskau 3 Taf. 29.
[13] McPhee – Trendall 1987, 172 Fig. 3 s.v. Sparidae.
[14] Die Rille am Rand der Oberseite findet sich bei späteren Beispielen; Zindel 1998, 114.
[15] s. Tab. mit den Randdekorationen, Zindel 1998, 145.
[16] Apulischer Teller Bochum, Ruhr-Universität S 1183; Kunisch 1989, 28 Taf. III, 2.
[17] Attisch: McPhee – Trendall 1987, 18–50 Taf. 4–11; Unteritalisch: McPhee – Trendall 1987, 54–147 Taf. 12–63; Zindel 1998, 26–126 Nr. 4–38. Es gibt jedoch ganz wenige Ausnahmen auf apulischen Tellern, vgl. McPhee – Trendall 1987, 56.
[18] z.B. apulischer Teller Zürich, Sammlung Florence Gottet G 231, der Perrone-Phrixos-Gruppe, Zindel 76–79 Nr. 22. McPhee – Trendall 1987, 56, nennen drei Teller: Heidelberg, Universitätssammlung U23; New York, Sammlung Eisenberg SD02; Besançon, Museum D 863.3.32. Auf dem New Yorker Exemplar ist in der Mitte eine Krabbe abgebildet, McPhee – Trendall 1987, Nr. IV A/81; Schauenburg 1999, 36 Abb. 128.
[19] Der Vasenforscher D.A. Amyx (D. A. Amyx, Corinthian Vase-painting of the Archaic period, 2 comentary, the Study of Corinthian Vases [California 1988] 543–546) hat bei Fälschungen korinthischer Vasen die Handschrift von zwei Malern feststellen können; vgl. Lang u.a. 2011, 65.
[20] Lang u.a. 2011, 23.
[21] Mykoniati 2014, 138–173; Tiverios 2014, 19f.
[22] K. Türr, Fälschungen antiker Plastik seit 1800 (Berlin 1984) 25–27; Mykoniati 2014, 95–100. Neben den Fälschungen von Kunstwerken existieren auch solche von Texten. Das Verfälschen von Texten sei fast so alt wie das Schreiben selbst, vgl. DNP 4 s. v. Fälschungen (A. Gratton) 394–397; Tiverios 2004, 27.
[23] Lang – Müller 2013, 41f. A. Furtwängler bemerkt, dass zu Ende des 19.Jhs. Fälschungen von bemalten Gefäßen fast unmöglich, da die Herstellung des Glanztons „das Geheimnis der Firnissfarbe“ nicht bekannt war, vgl. A. Furtwängler, Neuere Fälschungen von Antiken (Berlin/Leipzig 1899) 32.
[24] Lang – Müller 2013, 46.
[25] Allg. über diese Begriffe bei antiken Kunstwerken s. Schidlofski 2009, 5–140 und besonders 106–123. Das Analogon ist in zwei Kategorien unterteilt: das direkte Analogon mit Denkmälern, die sich an ein Vorbild anlehnen und das freies Analogon mit den Unterkategorien: Teilkopie, motivisches Kompositum und Neukomposition, vgl. Schidlofski 2009, Tab. 111. Die Begriffe „counterfeit“ (engl.) oder „κίβδηλο“ (gr.) entsprechen dem direkten und „forgery“ (engl.) oder „πλαστό“ (gr.) dem freien Analogon, vgl. Tiverios 2004, 22f. Anm. 21; beide Begriffe beinhalten eine betrügerische Absicht; vgl. Mykoniati 2014, 18f. Allg. zu diesen Begriffe Mykoniati 2014, 43–50.
[26] Lang u.a. 2011, 21. Laut Schidlofski ist eine „betrügerische Imitation“ jenes Artefakt, dessen Produktion in verbrecherischer Absicht durchgeführt wurde, vgl. Schidlofski 2009, 110.
[27] Schidlofski 2009, 114. 140.
[28] Der Seeteufel des Fischtellers Nr. 3 besitzt gewisse Ähnlichkeiten mit dem auf der Schüssel der Perrone-Phrixos-Gruppe im Kunsthandel; A.D. Trendall, Red Figure Vases of South Italy and Sicily. A Handbook (London 1989) Abb. 207. Außerdem hat der kleine Fisch mit dem auf dem Teller der Perrone-Phrixos-Gruppe Ähnlichkeiten; Zindel 1998, 76–79 Nr. 22.
[29] Die außergewöhnliche saubere Unterseite des Fischtellers der Privatsammlung in Graz aber auch die Durchführung des „Aceton Tests“ sprechen für eine Datierung in die 2. Hälfte des 20.Jhs.

© Maria Christidis
e-mail: maria.christidis@uni-graz.at

This article should be cited like this: M. Christidis, Echt? – Fischteller aus Privatsammlungen, Forum Archaeologiae 74/III/2015 (http://farch.net).



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