Forum Archaeologiae - Zeitschrift für klassische Archäologie 14 / III / 2000

OINOTRER IN ELEA ?


Abb. 1: "Ein Neufund aus der archäologischen Sammlung der Wiener Universität" (nach "Iouxmenta", Festschrift anläßlich des hundertjährigen Bestehens des Seminars für Alte Geschichte, Klassischer Archäologie und Epigraphik der Universität Wien [1976])
Fragen des kulturellen Kontaktes, des Austausches und der gegenseitigen Beeinflussung von Griechen und anderen Völkern zählten zu den Themen, die Friedrich Brein während der Zeit seiner Beschäftigung mit dem reichen keramischen Fundmaterial des Artemisions von Ephesos im Gespräch mit Studenten und Kollegen immer wieder angesprochen hat. Andererseits sind auch seine Affinitäten zum großgriechischen Raum schon bald von der Wissenschaft bemerkt und hervorgehoben worden (Abb.1) [1]. Möge der folgende, diese Bereiche behandelnde Beitrag daher gnädige Aufnahme beim Geburtstagskind finden.

Die Frage der Interaktion von Oinotrern und Phokäern stellt eines der umstrittenen Themen in der eleatischen Frühgeschichte dar. Ausgangspunkt jeder Betrachtung ist die bekannte Stelle bei Herodot (Hdt. 1, 162-167), in welcher dieser die Gründungsgeschichte der Stadt erzählt [2]: Die Phokäer hätten nach der Schlacht von Alalia auf der Suche nach einem neuen Siedlungsplatz im Land der Oinotrer die Stadt, die nun Hyéle heißt, "erworben" (ektésanto) [3]. Die schriftliche Überlieferung läßt somit vermuten, daß der zur Stadtgründung ausersehene Ort bzw. seine nähere Umgebung bewohnt war, und zwar wohl von Oinotrern. Die archäologischen Quellen scheinen dagegen ein anderes Bild zu zeichnen.
Die Oinotrer besiedelten im 6. Jh. v. Chr. jenen Teil von Süditalien, der später als Lukanien bezeichnet wurde [4]. Während uns jedoch die Bewohner der ionischen Küste im Osten archäologisch gut bekannt sind, ist die Fundsituation an der tyrrhenischen Seite, einer kleinteilig gegliederten, gebirgigen Landschaft mit einer einzigen größeren fruchtbaren Ebene, nämlich jener von Poseidonia, wesentlich dürftiger. Aus der Bronzezeit sowie der frühen Eisenzeit kennen wir nur sehr wenige Funde, die kulturell mit jenen des Vallo di Diano im Landesinneren vergleichbar sind [5]. Am Ende des 7. Jhs. v. Chr. entstanden die ersten Siedlungen im Umkreis der Mündung des Noce [6], während sich weiter nördlich nur sehr vereinzelte Fundstücke etwa in Roccagloriosa finden [7]. Dieses Bild verdichtet sich nach der Mitte des 6. Jhs. v. Chr., als das Land nach der literarischen Überlieferung Teil des "Reichs von Sybaris" war, also jenes großen Einflußbereiches der achäischen Stadt, der vier ethne und fünfundzwanzig poleis umfaßte (Strab. 6, 1, 13) und es gegen Kroton auf eine Streitmacht von rund 300.000 Mann brachte [8]. Aus dem Umkreis des Noce sind Besiedlungshinweise von mehreren Orten wie etwa von Capo la Timpa, Tortora-San Brancato, Petrosa oder auch Laos bekannt [9], aber auch aus dem Gebiet von Sapri und Policastro liegen erste Funde vor, ebenso aus Palinuro oder auch aus Roscigno östlich von Poseidonia [10].
Aus dem Siedlungsbereich von Elea selbst hingegen sind bis heute keine Befunde zutage gekommen, welche die nach der literarischen Überlieferung anzunehmende Besiedlung des Platzes in der Eisenzeit belegen würden [11]. Aus der mittleren und späten Bronzezeit kennen wir Fragmente von Impasto-Keramik von der Akropolis, vereinzelt aber auch aus der Unterstadt: Sie deuten eine relativ weitläufige Nutzung des Platzes in dieser Zeit an [12]. An eisenzeitlichen Funden waren bis jetzt hingegen nur wenige Keramikfragmente bekannt, von denen eines bei den jüngsten italienischen Grabungen auf der Akropolis von Elea zutage gekommen war, die anderen beiden aus der Unterstadt stammten [13]. Aus der unmittelbaren Umgebung der Stadt sind ein bemaltes Fragment der Phase III nach Sala Consilina aus Angellara (bei Moio) sowie ein weiteres, heute allerdings verschollenes Stück aus Ostigliano bekannt [14]. Durch die Bearbeitung von Funden aus den österreichischen Grabungen auf der Akropolis sowie in der Unterstadt läßt sich dieser Bestand nun nicht nur erhöhen, sondern auch erste Indizien für ein differenzierteres Bild der Anfangsjahre von Elea sammeln [15].

Abb. 2: Bemalte oinotrische Ware aus Elea (Photo C. Kneringer)

Durch einen 1996 auf der Akropolis angelegten Schnitt am westlichen Ende der Terrassenmauer I konnten ungestörte Straten der wohl ersten Phase der Stadt angeschnitten werden, in denen vier Fragmente bemalter oinotrischer Keramik gefunden wurden sowie vier Fragmente von grauer Ware, deren Einordnung zu diskutieren sein wird. Bei drei der bemalten Beispielen (Abb. 2 Nr. 1-3) handelt es sich um Bruchstücke von der Schulter eines geschlossenen Gefäßes. Grundsätzlich können alle - nicht aneinander anpassenden - Fragmente ebenso wie das Wandfragment Nr. 4 (Abb. 2) von einem einzigen Gefäß stammen, doch ist auch ihre Zugehörigkeit zu mehreren nicht auszuschließen [16]. Bei der Form könnte es sich um eine olletta oder einen sog. Palinuro-Krug handeln, doch wäre auch eine Flasche vorstellbar [17]. Einer olletta dürfte das erwähnte Randstück von den italienischen Grabungen auf der Akropolis angehören [18]. Alle Fragmente sind mit einem zirka eineinhalb Zentimeter breiten, rötlichen, horizontalen Band verziert, auf das gegen den Hals zu mindestens drei weitere, schmale, dunkelgraue Streifen folgen (vgl. Nr. 1). Der Bauch unterhalb des breiten Streifens war mit gegitterten Feldern gefüllt. Bei dem vierten Fragment (Nr. 4) handelt es sich um ein Bruchstück vom Bauch, das ebenfalls ein Gitterfeld zeigte. Der einfache Dekor ist charakteristisch für die westoinotrische Ware der zweiten Hälfte des 6. Jhs. v. Chr. [19].

Abb. 3: Graue Ware aus Elea (Photo C. Kneringer)

Bei den Beispielen der grauen Ware handelt es sich um ein Randfragment eines Töpfchens oder Bechers [20] mit zylindrischem Rand (Abb. 3) sowie um drei Wandfragmente, von denen zwei schwarz gebrannt (verbrannt?) waren, das dritte so dünnwandig, daß es zu einem anderen Gefäß gehört haben muß. In diesem Fall handelte es sich ursprünglich wahrscheinlich um drei Gefäße. Die Herkunftsbestimmung der verschiedenen grauen Waren im Mittelmeerraum ist fast immer problematisch. Graue Ware wurde im ostägäischen Bereich, besonders im äolisch-nordionischen Gebiet hergestellt, kommt als "ionischer Bucchero" aber auch in Südionien vor [21]. Reduzierend gebrannte Feinkeramik findet sich jedoch auch in anderen Regionen der antiken Welt [22]. Bei ihnen wurde zunächst ebenfalls ein Zusammenhang mit ostägäischen Waren vermutet und häufig den Phokäern eine besondere Rolle als Vermittler zugeschrieben [23]. Detaillierte Analysen haben in den letzten Jahren jedoch gezeigt, daß viele von ihnen starke lokale oder regionale Einflüsse aufweisen und daher nur sehr bedingt als aus dem Osten importiert oder von dort beeinflußt angesehen werden können. Besonders deutlich wurde dies von Ch. Arcelin-Pradelle für den südfranzösischen Bereich herausgearbeitet [24]. In Großgriechenland konnte G. Stea zeigen, daß die - noch ins 7. Jh. v. Chr. gehörende - graue Keramik von Incoronata sich in den Formen stark an nordwestgriechischen bzw. korinthischen Vorbildern orientierte, während die Technik des reduzierenden Brandes von ihr auf östliche Einflüsse zurückgeführt wurde [25].
Für Elea als Stadt phokäischen Ursprungs war die Existenz von "nordionisch/äolischem Bucchero" immer wieder postuliert worden [26]. Es wäre also naheliegend, in den vorliegenden Fragmenten erste Zeugnisse dieser solange gesuchten Ware zu sehen und sie als ostägäisch bzw. in ostägäischer Tradition stehend anzusprechen [27]. Andererseits mahnt das Beispiel von Incoronata zur Vorsicht bei vorschnellen Zuschreibungen, besonders wenn man - wie schon von Stea bemerkt - das Fehlen von grauer Ware in der ionischen Kolonie Siris in Betracht zieht, durch welche die Vermittlung ostägäischer Einflüsse nach Incoronata am ehesten hätte erfolgen können. Es wäre also ebenso möglich, den Becherrand aus Elea, der in der Form als Weiterentwicklung der in Incoronata belegten Kantharoi verstanden werden könnte [28], in diesem Zusammenhang zu sehen und für ein Produkt der großgriechischen (indigenen?) Keramikerzeugung zu halten.
In der Unterstadt von Elea wurden weiters im Kontext der spätarchaischen Lehmziegelhäuser einige Gefäße gefunden, die nicht direkt als "oinotrisch" angesprochen werden können, morphologisch aber in der Tradition der eisenzeitlichen Keramik stehen [29]. Es handelt sich dabei um Töpfe mit ausgebogenem, verdicktem Rand [30]sowie um Töpfe mit hoher eingezogener Randpartie [31] (Abb. 4). Beide Formen haben keine eindeutigen Parallelen im griechischen Fundmaterial dieser Zeit, sondern zeigen starke Ähnlichkeiten mit der oinotrischen Keramik [32]. Während die oinotrischen Gefäße jedoch meist eine geometrische Bemalung aufweisen, fehlt diese bei den eleatischen Beispielen vollständig. Allerdings ist zu beachten, daß undekorierte Gefäße auch aus den indigenen Nekropolen bekannt sind [33], offensichtlich aber seltener veröffentlicht wurden.

Abb. 4: Töpfe der Gebrauchskeramik aus der Unterstadt (Zeichnung Verf.)

Töpfe mit ausgebogenem, verdicktem Rand und einem langen konischen Hals gehören seit geometrischer Zeit zu den charakteristischen Formen der oinotrischen Keramik und halten sich bis zum Ende des 6. Jhs. v. Chr. in ihrem Repertoire [34]. Entsprechende Töpfe (olle) mit konischem Hals und stark ausgebogenem Rand sind auch aus Fratte bekannt [35]. Töpfe mit hoher eingezogener Randpartie zeigen hingegen starke formale Ähnlichkeiten mit einer anderen beliebten eisenzeitlichen Form, nämlich dem sog. "Palinuro-Krug" [36], von dessen bauchigem Gefäßkörper sich ein mäßig hoher, konischer Hals absetzt. Der Rand ist gewöhnlich leicht nach außen gebogen, die Mündung oft oval. Zwei breite Bandhenkel führen vom Rand zum Bauch. Sein erstes Auftreten fällt in die Phase III C (zweites Viertel des 6. Jhs.), seine Blütezeit in III D nach J. de La Genière, wobei mit einem Fortleben bis zur Mitte des 5. Jhs. zu rechnen ist. Gewisse Ähnlichkeiten zeigen Gefäße aus dem benachbarten Poseidonia [37].
Alle beschriebenen Töpfe wurden entweder in Elea, in Poseidonia oder dessen Territorium hergestellt [38]. Diese Beobachtung läßt zwei Schlüsse zu: Entweder es handelt sich auch bei ihnen um indigene Erzeugnisse, in denen spezielle Produkte (z. B. Honig) transportiert wurden. Dies würde die Existenz von möglicherweise heute noch nicht bekannten, oinotrischen Siedlungen in unmittelbarer Nähe zu Elea bzw. Poseidonia voraussetzen [39]. Die zweite Möglichkeit wäre die Herstellung dieser Töpfe in Elea bzw. Poseidonia selbst, wobei wir entweder von oinotrisch beeinflußten Töpfern oder entsprechendem "oinotrischem" Käufergeschmack ausgehen müssen. Beide Vorstellungen setzten eine Interaktion zwischen Griechen und Oinotrern voraus, die bis jetzt weder in Elea noch in Poseidonia wirklich gut faßbar war. Für die Annahme, daß diese Töpfe außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes hergestellt wurden, spricht die Tatsache, daß der Einfluß des oinotrischen Formguts nur bei Topfformen, also bei Vorrats- bzw. Transportgefäßen, zu bemerken ist. Andererseits deutet das Fehlen eindeutiger Vergleichsstücke im bekannten oinotrischen Keramikrepertoire wiederum eher auf eine Produktion der Gefäße in Elea bzw. Poseidonia selbst hin, wobei aufgrund der unterschiedlichen Scherbenqualitäten dieser Töpfe nicht in einer einzigen Werkstatt mit einem möglicherweise einheimischen Töpfer hergestellt worden sein können.
Welche Erkenntnisse ergeben sich nun aus diesen neuen, wenngleich zahlenmäßig geringen Beispielen oinotrischer und oinotrisch beeinflußter Ware aus Elea? Die wichtigste ist wohl die Feststellung, daß oinotrisches Fundmaterial in Elea vorhanden ist. Ebenso wichtig scheint mir der Umstand zu sein, daß dieses oinotrische Element aber offensichtlich vor allem in Straten anzutreffen ist, die zur ersten Phase der Stadt gehörten. Das bisher festgestellte Fehlen entsprechender Funde liegt also mit großer Wahrscheinlichkeit daran, daß diese Kontexte der ersten Generation bis heute nicht erforscht sind. Unser Bild der spätarchaischen Keramik von Elea beruht auf den Funden von der Akropolis, die von F. Villard, J.-P. Morel, B. Neutsch und C. Bencivenga geborgen und in Vorberichten bekannt gemacht worden waren [40]. Die meisten dieser Vorlagen erfolgten ohne Berücksichtigung des Fundkontextes. Betrachtet man die Situation auf der Akropolis, die durch die neueren Grabungen weitgehend geklärt werden konnte, so zeigt sich, daß der Großteil der Funde aus der massiven Zerstörungsschicht stammt, die bei der Umgestaltung der Akropolis zu einem monumentalen Kultplatz am Ende des ersten Viertels des 5. Jhs. v. Chr. entstanden ist. Die Straten, die zu den Wohnhäusern oder zum Heiligtum der ersten Phase gehörten, sind hingegen relativ dünn, wenig fundführend und wurden offensichtlich nur an wenigen Stellen ergraben bzw. von den darüberliegenden Schichten getrennt. Dazu kommt die topographische Situation der Akropolis mit ihrer Höhenlage, die eine starke Erosion des Geländes verursacht. Anders ist die Problematik in der Unterstadt. Obwohl hier relativ große Flächen der spätarchaischen Zeit erforscht sind, konnten die tiefsten Kulturschichten auch hier aufgrund der technischen Probleme mit dem hohen Grundwasserspiegel nicht ergraben werden. Die bekannte regelmäßige Bebauung setzt erst im zweiten Viertel des 5. Jhs. v. Chr. ein. Eine ältere Verbauung könnte etwas weiter hangwärts auf der ersten Geländestufe vermutet werden, wo ein besserer Schutz vor Überflutungen gegeben wäre [41].
Welche Bedeutung haben diese insgesamt sechs, höchstens neun oinotrischen Gefäße aus dem Stadtgebiet von Elea nun historisch? Grundsätzlich ist gut vorstellbar, daß indigene Keramik von außen (z. B. als Verpackungsgut) in die Stadt gekommen ist. Es ist aber auch nicht auszuschließen, daß wir hier einen ersten Hinweis auf die Anwesenheit von Oinotrern in Elea vor uns haben, wenngleich die bis jetzt bekannte Menge des Materials viel zu gering ist, um als Hinweis auf ein Zusammenleben von Griechen und Oinotrern gewertet zu werden [42].

[1] Vgl. Ein Neufund aus der archäologischen Sammlung der Wiener Universität, in: "Iouxmenta". Festschrift anläßlich des hundertjährigen Bestehens des Seminars für Alte Geschichte, Klassischer Archäologie und Epigraphik der Universität Wien (1976).
[2] Vgl. dazu z. B. M. Gigante, Il logos erodoteo sulle origini di Elea, PP 21, 1966, 295-317; E. Lepore, Elea e l'eredita di Sibari, PP 21, 1966, 255-278; G. Vallet - F. Villard, Les Phoceén en Mediterranée occidentale à l'epoque archaïque et la fondation de Hyele, PP 21, 1966, 166-190; M. Gras, Trafics tyrrhénien archaïque, BEFAR 258 (1985) bes. 393 ff.; F. Krinzinger, Thesen zur Gründungsgeschichte von Hyéle, in: Fremde Zeiten. Festschrift für Jürgen Borchhardt 2 (1996) 159-164. Andere Überlieferungen sind in diesem Zusammenhang von geringerer Bedeutung, da sie nicht auf die Vorbesiedlung des Platzes eingehen. Vgl. zu ihnen zuletzt zusammenfassend M. Gras, L'occidente e i suoi conflitti, in: S. Settis (Hrsg.), Noi e i Greci 2 (1997) 61-85.
[3] Die Übersetzung dieser viel diskutierten Stelle folgt hier dem Vorschlag von Gigante a. O. 315 ff. Die Literatur zu diesem Thema ist umfangreich und wird hier nur in einer Auswahl angeführt: E. Lepore, Strutture della colonizzazione focea in occidente, PP 25, 1970, 22 ff.; Vallet - Villard a. O. 183 ff.; G. Nenci - S. Cataldi, Strumenti e procedure nei rapporti tra Greci e indigeni, in: Forme di contatto e processi di trasformazione, Atti del colloquio internazionale di Cortona 1981 (1983) 601 ff.; P. Caratelli, Storia Civile, in: Megale Ellas (1983) 51. 60; E. Greco, Archeologia della Magna Grecia (1992) 81; R. Maffettone, Colonizzazione focea e culture indigene della Lucania occidentale, Apollo 8, 1992, 17-42; M. Bats, Silences d'Hérodote ou Marseille, Alalia et les phocéens en occident jusqu'à la fondation de Vélia, AnnAStorAnt 16, 1994, 137 ff.
[4] Vgl. zuletzt zusammenfassend: A. Bottini - E. Setari, Il mondo enotrio tra Greci ed Etruschi, in: I Greci in Occidente. Greci, Enotri e Lucani nella Basilicata meridionale (1996) 57-67; M. Torelli, Per un'archeologia dell'Oinotria, ebenda 123-131.
[5] Vgl. dazu J. de La Genière, Recherches sur l'âge de fer en Italie méridionale - Sala Consilina, Publications du Centre Jean Bérard 1 (1968); B. d'Agostino, La civiltà dal ferro nell'Italia meridionale e nella Sicilia, in: Popoli e civiltà dell'Italia antica 2 (1974) 22 ff.; E. Greco, Serdaioi, AnnAStorAnt 12, 1990, 39-57; ders., L'impero di Sibari. Bilancio archeologico-topografico, in: Atti CMGr 32, Taranto 1992 (1994) 459-485; A sud di Velia - I. Ricognizioni e ricerche 1982-1988 (1990); Maffettone a. O. 17-42 sowie F. G. La Torre, Greci ed indigeni tra Lucania e Calabria in età arcaica. Nuovi dati e prospettive di ricerca lungo il versante tirrenico, RendPontAc 64, 1991-92, 27-61 und ders., "La Sibaritide tirrenica" in età arcaica, in: Atti CMGr 32, Taranto 1992 (1994) 179-201 mit der jeweiligen Bibliographie.
[6] G. P. Guzzo, ASAtene 1982, 247 ff. sowie La Torre a. O.
[7] R. Maffettone, Roccagloriosa, in: I Greci in Occidente a. O. (Anm. 4) 104.
[8] Vgl. zum "Reich von Sybaris" Greco, L'imperio di Sibari a. O. mit einer Zusammenfassung der älteren Literatur.
[9] Vgl. Anm. 3 sowie F. G. La Torre, in: I Greci in Occidente a. O. (Anm. 4) 109.
[10] A sud di Velia (1990) 17; G. Greco, Roscigno, in: I Greci in Occidente (Anm. 4) 89; R. Naumann - B. Neutsch, Palinuro - Ergebnisse der Ausgrabungen II. Nekropole, Terrassenzone und Einzelfunde, 4. Ergh. RM (1960).
[11] Zum Problem einer - griechischen - präkolonialen Phase vgl. Vallet - Villard a. O. (Anm. 2) bes. 181 ff.; F. Villard, Céramique ionienne et céramique phocéenne en occident, PP 25, 1970, bes. 123 ff.; dagegen G. Vallet, Note annexe, ibid. 130 und J.-P.Morel, Sondages sur l'acropole de Vélia, PP 25, 1970, 132 ff. Vgl. zuletzt aber wieder kritisch ders., Hyélè revue à la lumière e Massalia, in: F. Krinzinger - G. Tocco (Hrsg.), Neue Forschungen in Velia, Velia-Studien 1 (1999) 13.
[12] Zur bronzezeitlichen Besiedlung vgl. J.-P. Morel, Vestiges de l'âge de bronze sur l'acropole de Velia, in: F. Krinzinger - B. Otto - E. Walde-Psenner (Hrsg.), Forschungen und Funde. Festschrift Bernhard Neutsch, Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft 21 (1980) 299-307; A. Fiammenghi, Velia. Acropoli. Un saggio di scavo nell'area del tempio ionico, in: G. Greco - F. Krinzinger (Hrsg.), Velia - Studi e Ricerche (1994) 82 ff. Abb. 117-119. Zum zugehörigen Siedlungshorizont auf der Akropolis vgl. E. Greco, Velia, Atti CMGr 16, 1976 (1977, gedruckt 1980) 780 sowie F. Krinzinger - V. Gassner, Velia. Neue Forschungen auf der Akropolis, ÖJh 66, 1997, Beibl. 230-251. Die Fragmente aus der Unterstadt sind unpubliziert.
[13] L. Cicala - A. Fiammenghi - R. Maffettone - L. Vecchio, Velia: Saggi di scavo sull'acropoli, Atti CMGr 32, 1992 (1993, erschienen 1994) 750; dies., Problemi di topografia storica dell'Acropoli di Velia: L'edificio ellenistico ad Ovest del tempio, in: F. Krinzinger - G. Tocco (Hrsg.), Neue Forschungen in Velia, Velia-Studien 1 (1999) 51 Abb. 22. Zu den Fragmenten aus der Unterstadt vgl. W. Johannowsky, Considerazioni sullo sviluppo urbano e la cultura materiale di Velia, PP 204-207, 1982, 241: "due frammenti di vasi subgeometrici dell'area lucana".
[14] Maffettone a. O. 21 Abb. 7-9.
[15] Zu den Sondierungen auf der Akropolis vgl. Krinzinger - Gassner a. O.; zu den Grabungen in der Unterstadt F. Krinzinger, Intorno alla pianta di Velia, in: G. Greco - F. Krinzinger (Hrsg.), Velia - Studi e Ricerche (1994) 19-53 sowie V. Gassner, Zur Chronologie der Lehmziegelhäuser in der Unterstadt von Velia, in: F. Krinzinger - G. Tocco (Hrsg.), Neue Forschungen in Velia, Velia-Studien 1 (1999) 107-114.
[16] Das gesamte Keramikmaterial aus diesen Straten war sehr klein zerscherbt und offensichtlich Planierungsmaterial.
[17] Vgl. D. Yntema, The matt-painted pottery of Southern Italy (1990) 134 Abb. 99, 14 (olletta) oder Naumann - Neutsch a. O. z. B. Taf. 47 und 48 (Palinuro-Krug) bzw. de La Genière a. O. (Anm. 5) Taf. 46, 1 (Flasche). Aufgrund der Kleinheit der Fragmente läßt sich der Gefäßdurchmesser nicht einmal annähernd bestimmen.
[18] Cicala - Fiammenghi - Maffettone - Vecchio, Problemi di topografia a. O. 51 Abb. 22.
[19] Yntema a. O. 134 bzw. 137 ff. Vgl. auch de La Genière a. O. (Anm. 5) Taf. 14. 16, 2; bes. aber Taf. 41, 6 und 9 sowie Taf. 46, 1.
[20] DmRd=11 cm. Scherben: dunkelbraun 7.5YR-4/3 (nach Munsell soil color charts), hart, fein mit weißen Einschlüssen (Kalk?), Oberfläche dunkelgrau 10YR-4/1, gut geglättet.
[21] Vgl. zusammenfassend und mit ausführlicher Bibliographie F. Utili, Die archaische Nekropole von Assos, Asia Minor Studien 31 (1999) 70 ff.; weiters G. Stea, La ceramica grigia del VII secolo A. C. dall'Incoronata di Metaponto, MEFRA 103, 1991, 405-442 sowie dies., Evidenze del commercio e dell'artigianato nel golfo di Taranto, in: F. Krinzinger (Hrsg.), Akten des Symposions "Die Ägäis und das westliche Mittelmeer. Beziehungen und Wechselwirkungen 8.-5. Jh. v. Chr.", Wien, 24.-27. März 1999, Archäologische Forschungen 3 (in Druck).
[22] z. B. in Histria am Schwarzen Meer vgl. S. Dimitriu, in: E. Condurachi, Histria II (1966) 97 ff. Taf. 58-60; M. Coja, in: M. Coja - P. Dupont, Histria V. Ateliers céramiques (1979) 59 f. Vgl. auch Utili a. O. 75 ff.
[23] Vgl. zusammenfassend J.-P. Morel, Les Phocéens dans la mer Tyrrhénienne, in: T. Hackens (Hrsg.), Flotte e commercio greco, cartaginese ed etrusco nel Mar Tirreno, Atti del Simposio Europeo tenuto a Ravello, gennaio 1987, PACT 20 (1988) 433 und zuletzt Morel, Hyélè a. O. (Anm. 11) 14.
[24] Vgl. Ch. Arcelin-Pradelle, La céramique grise monochrome en Provence, RANarb Suppl. 10 (1984).
[25] Stea, La ceramica grigia a. O. bes. 435 ff.
[26] Vgl. Anm. 23.
[27] Parallelen zur Form z. B. bei Utili a. O. Nr. 553 Abb. 33 (Schulterhenkelamphore); Y. E. Ersoy, Clazomenae: The Archaic settlement (1996) 160 ff. Taf. 172 Record 468 (Stamnos aus Kontext der 2. Hälfte des 6. Jhs. v. Chr.); weiters J.-J. Jully, Notes sur la nécropole languedocienne de St. Julien, Pézenas (Hérault) et sur un vase ossuaire, stamnoide, de la première moitié du VIe s. de cette nécropole, in: Les Céramiques de la Grèce de l'Est et leur diffusion en occident, Publications de Centre Jean Bérard IV (1978) Taf. 119.
[28] Vgl. Stea, La ceramica grigia a. O. Abb. 15 Nr. 19-21.
[29] Zur Datierung dieser Häuser ins zweite Viertel des 5. Jhs. v. Chr. vgl. Gassner a. O. (Anm. 15) 111 ff.
[30] Insgesamt 5 Stück. Vgl. zur Form B. Neutsch, in: Naumann - Neutsch a. O. (Anm. 10) Taf. 12, 2 (oben links); Taf. 17, 2 oben Mitte; Taf. 69, 1 links (bemaltes Gefäß); de La Genière a. O. (Anm. 5) Taf. 14, 2 (oberer Reihe, Mitte, Phase III C Ende); Taf. 21, 4 (Phase IIID).
[31] Insgesamt 12 Stück. Vgl. zur Form Neutsch a. O. Taf. 8 (untere Reihe); Taf. 9 (obere Reihe); Taf. 10, 2 (obere Reihe) usw.; de La Genière a. O. (Anm. 5) Taf. 14; T. D. M. Menard, The archaic and classical pottery from the sanctuary at località Santa Venera in Paestum, Italy (1991) Nr. 539 Abb. 44.
[32] Vgl. zusammenfassend Yntema a. O. (Anm. 17).
[33] Vgl. z. B. de La Genière a. O. (Anm. 5) Taf. 17, 3 oder Taf. 27, 1; Neutsch a. O. Taf. 47, 1; 48, 1.
[34] Yntema a. O. (Anm. 17), zum westlichen Lukanien vgl. bes. 112 ff., zu den spät- und subgeometrischen Formen Abb. 99. 125. 127.
[35] G. Greco - A. Potrandolfo, Fratte - un insediamento etrusco-campano (1990) Abb. 350 oder Abb. 399b.
[36] Neutsch a. O. 135 ff. Vgl. auch Yntema a. O. (Anm. 17) Abb. 122. Dieselbe Form wird von J. de La Genière als cratère-canthare bezeichnet; de La Genière a. O. (Anm. 5) 152 ff.
[37] Menard a. O. 449 f. Nr. 539 Abb. 44.
[38] Zu den archäometrischen Untersuchungen durch Roman Sauer, Wien vgl. vorläufig V. Gassner - R. Sauer, Archaeometrical characterisation and provenance studies on pottery found at Velia (Southern Italy). Proceedings 31st International Symposium on archaeometry, Budapest 1998 (in Druck); dies., Archäometrische Herkunftsbestimmung von Gefäßkeramik und Dachziegeln aus Velia, Forum Archaeologiae 10/III/99 (http://farch.tsx.org/forum10).
[39] Die bekannten Siedlungen von Palinuro oder im Vallo di Diano dürften aufgrund der unterschiedlichen geologischen Situation als Produktionszentren ausscheiden, doch sind zur Abklärung dieser Frage noch weitere archäometrische Untersuchungen nötig.
[40] Villard a. O. (Anm. 11); Morel a. O. (Anm.11); B. Neutsch, Elea. Ionisches und Attisches aus dem archaischen Stadtgebiet, RM 86, 1979, 141 ff.; vgl. auch ders., L'esplorazione delle pendici meridionali dell'acropoli di Velia, in: G. Greco - F. Krinzinger (Hrsg.), Velia - Studi e Ricerche (1994) 55 ff. und B. Otto, Zum Nordteil der archaischen Siedlung am Akropolissüdhang, ebenda 74 ff.; C. Bencivenga Trillmich, Resti di casa arcaica sull'acropoli di Velia, MEFRA 94, 1983, 417-448.
[41] Vgl. R. Sauer, Sedimente und Sedimentationsgeschichte in der Unterstadt von Velia, in: F. Krinzinger - G. Tocco (Hrsg.), Neue Forschungen in Velia, Velia-Studien 1 (1999) 117-124 Abb. 16.
[42] Vgl. dazu etwa Marseille, wo der Anteil der indigenen Keramik in den Straten der ersten Phase rund 20% betrug, Morel, Hyélè a. O. (Anm. 11) 15.

© Verena Gassner, Wien
e-mail:
verena.gassner@univie.ac.at

This article will be quoted by V. Gassner, Oinotrer in Elea?, in: Altmodische Archäologie. Festschrift für Friedrich Brein, Forum Archaeologiae 14/III/2000 (http://farch.net).



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