Adorno-Generator,
Script: Christoph Reuter, nach einer Idee von Markus Heuger





Erst vor diesem Hintergrund hebt sich die ganze Größe der existentialistischen Ethik ab. Hatte in den Entwurf des Philosophierenden auch etwas von der Freiheit des Gedankens wider bloße Posivität sich gerettet, zwischen Scheinwerfer und Mikrophone eingeklemmt, oder sittige Zustände, vor allem Inhalt zur Lüge. In Sprache, bloß Kommunikative; meine Herren Minister, nicht diese selbst. Der Tod als Ende des Daseins ist die eigenste, daß sie keine sei.

In der neu geprägten Bindung ist das nicht mehr mitzufühlen.

Darum wird Sinn in den Tod geworfen. Jenes Unverlierbare, das von ihm selbst her schon irgendwie und 'wo zubanden' ist. (1)

Gegen dessen Bewußtsein geht der ganze Haß des Jargons. (2) Denn im Glaubenden kann nur zerstört werden; Daraus, so begnügte Philosophie, Bundesgenosse seines Abscheulichen.

Es ist also ein Gefühl dankbarer Zustimmung zum Dasein. (3) Wider den Willen der Dunkelmänner triumphiert in ihrem Gut die Aufklärung, die ihren Begriff nicht an der Selbstbesinnung hat sondern an der Differenz von der unterdrückten Tierheit. (4) Nicht umsonst ist bei Kierkegaard, Je weniger das für sich seiende Subjekt vermag; Daraus fließt die Unterscheidung von Eigentlichkeit und Uneigentlichkeit, als eines sich Überlassens an die Welt: (5)(6) Solange Philosophie ihrem Begriff genügte, in Vernichtung sich erfüllt, so wenig, wie kaum irgendwo sonst. (7) Auch der materielle Unterbau der Gesellschaft, deren er die minores gentes des Man beschuldigt. Die Bezeugung solchen Menschseins, so regiert die falsche Würde auch die willkürlichen mit einem eisernen Zepter, willentlich oder unwillentlich, das macht ihn vor allem diskursiven Urteil zur Unwahrheit. Darum werden die Kategorien des Jargons gern vorgetragen, so käme sie über den Gegensatz von Mobilität und Festigkeit, indem jene Anonymität, in denen der Seele ihr göttlich Recht nicht wird.

Das Tabu über der subjektiven Reflexion frommt dem Subjektivismus:

Die Autorität des Absoluten wird gestürzt von verabsolutierter Autorität. (8) Die Ideologie von Zuhandenheit, Dialektik abgebrochen; die pure Tautologie, was der Jargon selbst stilisiert ins Sich ereignen.

Das bereitet Ärgernis: (9) Das Suffix -keit aber reizt zum Glauben, sondern an dem Punkt, dies Ausgehöhlte, wie hemmungslos auch dessen Verwalter ihre Hand nach dem unbewehrten Genius ausstrecken. Heidegger aber legt, dem der Jargon nachjagt. (10)

Jeder Vorrang wird geräuschlos niedergehalten. Fast unkenntlich steigt das bei Heidegger nochmals auf, nicht aber autoritär Schafe und Böcke des Sprachgeistes nach der linken und rechten Seite zu dirigieren.


Fussnoten:

(1)
(2) Heidegger, Über den Humanismus, Frankfurt 1949, S. 47.
(3) Gelegentlich erwähnt Heidegger abschätzend den Ganzheitsbegriff anderer, aber nur um der Prärogative des eigenen willen.
(4) Vgl. Theodor W. Adorno, Eingriffe. Neun kritische Modelle, Frankfurt 1963, S. 137
(5) Vgl. Theodor W. Adorno, Eingriffe. Neun kritische Modelle, Frankfurt 1963, S. 137
(6) Heidegger, Über den Humanismus, Frankfurt 1949, S. 29.
(7) Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 262.
(8) Heidegger, Aus der Erfahrung des Denkens, Pfullingen 1954, S. 13.
(9) Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 173.
(10) Heidegger, Sein und Zeit, a.a.O., S. 262.