Documentation Philosophy On Stage #4

Sublin/mes. Philosophieren von unten // Nietzsche –, wie? // 1

Early Readings by Sublin/mes. Philosophieren von unten [CV]

Abstract

„For round and round, you keep on turning […]“ so lässt Luce Irigaray ihre fließende Stimme in „Marine Lover“ den Texten Friedrich Nietzsches antworten. Und sie geht noch weiter: „For round and round, you keep on turning. Within yourself.“ (Irigaray 1991, 4)
Wie – also einen, der sich dreht und dreht – sogar in sich – lesen?! Wie sprechen, wie antworten, wie denken, widersprechen, wie hören und wie fortfahren – an, mit und zu Nietzsche? Wie … einem begegnen, der sich dreht und dreht. Wie könnte dieses Ringelspiel enden?! Wenn es denn endet …
Bataille sagt in „Nietzsche und der Wille zur Chance. Atheologische Summe III“, eine/r könne nur Nietzsche lesen, indem er/sie et cetera zu Nietzsche werden – solange müsse die Transformation dauern, bis man wirklich sagen könne: ich bin Nietzsche. In einem unerhörten Moment in der Geschichte – als Nietzsche noch der fatalen Deutungsherrschaft des Nazi-Diskurses unterlag – sah Bataille in Nietzsches Denken eine Chance, und sein Buch war für ihn: ein Werden wie … Müssen wir also werden wie Nietzsche?!
Langsam anfangen. Lieber stolpern – langsam gehen. Nietzsche ließ seine Texte auf eigenen Wunsch zu Lebzeiten in einer unüblichen Schrift setzen: Antiqua. Anstatt in der leichter lesbaren – weil gebräuchlicheren – Fraktur. Mit der Schrift ins Stolpern bringen wollen. Dass da nichts allzu leicht hält und fällt, was etwas verspricht. Das ist der andere Nietzsche. Wie könnte Batailles Nietzsche-Werden je gelingen, ist doch Nietzsche auch derjenige, der sich nicht so einfach lesen lassen will?
„Passisimplicité“ – „Nichtsoeinfachheit“, nennt das Hélène Cixous. Kein Passe-Partout. Mit-Drehen … Mit-Wenden … Mit-Tanzen … Wie, wie? WIE? Nietzsche kannte viele Ws. Die Wahrheit, das Weib, das Weh und das Wie. Und alle hängen irgend-wie zusammen. So eröffnet er seine Vorrede zu „Jenseits von Gut und Böse“, in dem er ein Seil in der Luft befestigt, einer Voraussetzung ein Fundament in den Wolken (die auch mit W beginnen) legt: „Vorausgesetzt, dass die Wahrheit ein Weib ist –, wie?“.

Das Aktionskollektiv AkPhu Philosophieren von unten gab anläßlich des Festivals PHILOSOPHY ON STAGE #4 die Nummer #5 der Zeitschrift Sublin/mes „Nietzsche, wie?“ heraus:

Download der Nummer #5 „Nietzsche, wie?“ hier








Aus den in der Zeitschrift versammelten Texten wurde in zwei Morgenlektüren eine collagierte Lesung performt mit anschliessendem gemeinsamen close-reading einzelner Passagen und Diskussion.

Mit: Eva-Maria Aigner, Manora Auersperg, Bernadette Anzengruber, Ferdinand Auhser, Julia Garstenauer, Esther Hutfless, Veronica Lion, Sandra Manhartseder, Gertrude Postl, Elisabeth Schäfer, David Rennert, Martin Schlögl, Tanja Traxler, Sophie Uitz, Rudolf Wakolbinger, Heidi Wilm.

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Nietzsche hat die engen Grenzen wissenschaftlicher Gepflogenheiten permanent überschritten und so die Frage des „wie?“ auch immer wieder zu einer philosophischen Frage gemacht. Mit der Frage des „wie?“ beschäftigen wir uns auch in unserem Zeitschriftenprojekt und >>>

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Wie Nietzsche?
So nicht, so Nietzsche.
Teilnehmen an Kunst, Publikum-Sein kommt mir heute sehr fragwürdig vor.
War das ein Zucken? >>>

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Led by Arno Böhler, the PEEK-Projekt „Artist Philosophers. Philosophy AS Arts-Based-Research“ [AR275-G21] is funded by the Austrian Science Fund (FWF) as part of the programme for artistic development and investigation (PEEK). Research location: University of Applied Arts Vienna. Brought about in national and international cooperation with: Jens Badura (HdK Zürich), Laura Cull (University of Surrey), Susanne Valerie Granzer (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/Max Reinhardt Seminar), Walter Heun (Tanzquartier Wien), Alice Lagaay (Zeppelin Universität Friedrichshafen). Postdoc: Elisabeth Schäfer (University of Applied Arts Vienna). The lecture series was produced in collaboration with: Institut für Philosophie Universität Wien, University of Applied Arts Vienna [Arno Böhler] and Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien [Krassimira Kruschkova].

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