Documentation Philosophy On Stage #4

Lecture: Dieter Mersch „Nietzsches Dionysos“ / Nikolaus Gansterer „Nietzsche Diagrams“

Lecture by Dieter Mersch [CV] Drawings by Nikolaus Gansterer [CV]


Abstract

Nietzsches Dionysos stellt zwar eine direkte Provokation und einen Angriff auf die seit Winckelmann gültige Klassik-Deutung dar, die das Apollinische zu ihrem Zentrum erhoben hat, und gegen dessen Prinzip die Einführung eines anderen, entgegengesetzten Prinzips keine genuine Erfindung Nietzsches darstellt, vielmehr der schmalen Kluft zwischen Hegel und Hölderlin ersteigt. Weist nämlich die Hegelsche Ästhetik von Anfang an auf den Schein und die Erscheinung – als notwendige Bedingung der Wahrheit, denn die Wahrheit wäre nicht, wie Hegel schreibt, wenn sie nicht schiene und erscheine –, so bleiben Schein und Erscheinung doch überall an ans Kriterium des Absoluten gebunden, ja die Unwahrheit des Ästhetischen liege geradezu darin, dass es gar nicht anders könne, als sich der Sprache der Erscheinungen zu bedienen. Für Hölderlin avanciert hingegen das Dionysische zu einem metapoetischen Symbol, die ihn, den Schillernden und sich stets Verwandelnden, mit der Praxis der Kunst selbst verbindet. Nietzsche knüpft hieran an, auch wenn er der Metapher eine ganz andere Wendung erteilt.

Performance Text Online

In seinen Überlegungen zu einer ‚Ästhetik des Erscheinens‘, betitelt mit Dionysos, hat Karl Heinz Bohrer die These vertreten, dass Nietzsches Figuration des Dionysischen einer Ästhetik des In-Erscheinung-tretens zuspielt, ja dass Dionysos überhaupt der Gott des Erscheinens darstellt. Zwei weitere Thesen. >>>

PDF Download

download PDF here


BACK TO MEDIATHEK MAINPAGE



IMPRESSUM

Led by Arno Böhler, the PEEK-Projekt „Artist Philosophers. Philosophy AS Arts-Based-Research“ [AR275-G21] is funded by the Austrian Science Fund (FWF) as part of the programme for artistic development and investigation (PEEK). Research location: University of Applied Arts Vienna. Brought about in national and international cooperation with: Jens Badura (HdK Zürich), Laura Cull (University of Surrey), Susanne Valerie Granzer (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/Max Reinhardt Seminar), Walter Heun (Tanzquartier Wien), Alice Lagaay (Zeppelin Universität Friedrichshafen). Postdoc: Elisabeth Schäfer (University of Applied Arts Vienna). The lecture series was produced in collaboration with: Institut für Philosophie Universität Wien, University of Applied Arts Vienna [Arno Böhler] and Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien [Krassimira Kruschkova].

Our mailing address is:
FWF PEEK-Project „Artist-Philosophers. Philosophy AS Arts-Based-Research“ [AR 275-G21]
Universität für angewandte Kunst
Oskar-Kokoschka-Platz 2
A-1010 Wien

Subscribe to our mailing list

Comments are closed.