Gewalt gegen Frauen und das Problem um das Konstrukt ‚Mann‘ oder ‚Männlichkeit‘

Es sind patriarchale Ordnungs- und Denkmuster, die unsere Gesellschaften prägen (Österreich bildet hier leider gar keine Ausnahme) und auch in vermeintlich ‚aufgeklärten‘ sozialen Zusammenhängen (bei aller Problematik auch diesem Begriff der ‚Aufklärung‘ gegenüber, der die Frauen nie wirklich mitgemeint hat) — tendenziell innerfamiliär — zu Gewalttaten führen. Wenn Sigi Maurer (siehe Link) hier von einem ‚männlichen‘ Problem spricht, so ist das natürlich ein willkommener Angriffspunkt, weil medial verkürzt und damit auch nicht ausreichend differenziert argumentiert. Männlichkeit ist immer schon etwas ‚Gemachtes‘ und wird dem biologischen Wesen, das als Mann bezeichnet wird, zugeschrieben und anerzogen. Was als männlich gilt ist historisch variabel und kulturell ausdifferenziert. Insofern ist der männlich gemachte Mann natürlich auch ‚Opfer‘ dieser gewaltsamen Zuschreibungen, die ihrerseits Opfer fordern auf der Seite derjenigen, denen Frau oder Weiblichsein zugeschrieben werden. Die endlose Wiederholung stereotyper Anordnungen auf beiden Seiten führt zu vollkommenen Unsinnigkeiten im Hinblick auf Machtverteilung und vermeintlicher ‚Machthabe‘. Es liegt nicht in der ‚Natur‘ der Geschlechter und der ‚Dinge‘, sich so oder so zu verhalten, es sind gesellschaftliche Zwänge und Normierungen, die zu solchen Auswüchsen führen. An diesen gilt es zu arbeiten, dazu brauchen wir den Feminismus, die Gender- und Queerstudies, Wissensbestände, die über das Alltagswissen hinausgehen und dazu führen, einen differenzierten Blick auf die Geschlechterverhältnisse, auf Ungleichverhältnisse und hierarchische Normierungen auch im Zusammenhang mit weiteren Identitätskategorien, zu entwickeln.

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