Verschiedene Aspekte der Vita

von Markus Rheindorf finden Sie auf dieser Seite.

Nach einer anfänglichen Orientierungsphase, in der ich mich nicht so Recht zwischen dem Studium der Germanistik/Vergleichenden Literaturwissenschaft einerseits und der Anglistik/Sprachwissenschaft andererseits entscheiden konnte, war es letztendlich die Kombination der beiden letzteren Fächer, die mich am meisten fesseln konnte. Manche Interessen aus den anderen Bereichen haben sich allerdings bis heute erhalten. Aber auch mit der Entscheidung für die Anglistik als Hauptfach war das Gefühl, fachlich zwischen zwei Stühlen zu sitzen, nicht beseitigt - unmittelbar vor der Magisterarbeit wechselte ich zum Bereich Amerikanistik und konnte mich somit in dieser ausführlich einem meiner Lieblingsautoren widmen: Paul Auster. Während der Arbeit an diesem Thema hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, etwas "entdeckt" zu haben, und ich verstand schießlich die volle Bedeutung und den Reiz von "Wissenschaft" bzw. "Forschung" im Bereich der Geisteswissenschaften.

Aus einem Glücksfall ergab sich schon unmittelbar nach dem Magisterstudium die Gelegenheit für mich, in die Forschungstätigkeit im Rahmen eines Projekts und als Teil eines Teams einzusteigen. Allerdings war dies abermals mit einer Neuorientierung verbunden, denn der Projekt war ein sprachwissenschaftliches. Spätestens ab diesem Zeitpunkt begann ich jedenfalls schätzen zu lernen, was ich Anfangs als Schwierigkeit empfunden hatte: keine allzu feste Heimat in einer Disziplin zu haben bzw. das Empfinden, dass die eigenen wissenschaftlichen Interessen sich nicht innerhalb der Grenzen einer einzelnen Disziplin im traditionellen Sinne verfolgen lassen. Im Fachbereich der Angewandten Sprachwissenschaft war ich mit dieser Grundhaltung willkommen und auch die ersten Lehrveranstaltungen, die ich dort während des Dokoratsstudiums halten konnte und die sich unter diskurs- and medienanalytischen Gesichtspunkten mit U.S.-amerikanischer Populärkultur beschäftigten, bestärkten mich in dieser Überzeugung.

Grob gesprochen hielten sich die Interessen und Tätigkeiten in den Bereichen der Linguistik und Amerikanistik in der Folge die Waage, allerdings verlagerte sich mein Schwerpunkt mit dem Wechsel des Dissertationsthemas (nun doch keine vertiefende Studie der semiotischen und erzählerischen Möglichkeiten für einen Romanautor wie Paul Auster, im Medium Film den eigenen Weg weiterzugehen) zunehmend auf den Bereich Sprachwissenschaft. Dank eines Stipendiums am IFK und eines research fellowships an der Universität von Amsterdem konnte mein neues Dissertationsprojekt 2006 in vollem Umfang abgeschlossen werden: Eine mit den Mitteln der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse geschriebene Kulturgeschichte der frühen Filmtheorie. Ein etwas umständlicher Titel, aber schließlich sollte er auch jenes theoretische und methodische "Zwischen-den-Stühlen-Sitzen" vermitteln, das inzwischen vom Hindernis zum Vorteil geworden war.

In den letzten Jahren entwickelte sich aus der langjährigen Forschungstätigkeit im Rahmen einer Projektreihe ein weiterer Schwerpunkt in Form des "studentischen Schreibens" bzw. "academic writing" (mehr dazu auf der entsprechenden Seite "Forschung"). Neben Grundlagenforschung zu dem im deutschsprachigen Raum bisher wenig erschlossenen Gebiet des studentischen Schreibens bietet sich hier auch die Möglichkeit, didaktische Konzepte auf der Basis empirischer Erkenntnisse zu entwickeln, zu testen und zu optimieren. Zusätzlich war die eLearning Offensive der Universität Wien Anlass, alle Entwicklungen im Bereich der Schreibdidaktik von Anfang im Rahmen eines "blended learning" Ansatzes umzusetzen - also als bewusst gestaltete Mischform aus face-to-face Seminaren und internetgestützter Lehre (siehe auch die entsprechenden Seiten unter "Lehre".