Voriger Eintrag Jahresübersicht | IndexseiteNächster Eintrag

[Tagebuch, 14. Januar 1911; Samstag]

14 I 11

Roman "Eheleute" von Beradt. Viel schlechtes jüdisches. Ein plötzliches einförmiges neckisches Auftreten des Autors z. B. alle waren lustig, aber einer war da, der war nicht lustig oder da kommt ein Herr Stern (den wir bis in seine Romanknochen hinein schon kennen). Auch bei Hamsun gibt es ähnliches, aber dort ist es so natürlich wie die Knoten in Holz, hier aber tropft es in die Handlung wie eine Modemedizin auf Zucker. - An sonderbaren Wendungen wird grundlos festgehalten z. B. er war um ihre Haare bemüht, bemüht und wieder bemüht. - Einzelne Menschen sind, ohne in ein neues Licht gebracht zu werden, gut herausgebracht, so gut, dass selbst streckenweise Fehler nicht schaden. Nebenpersonen meist trostlos.

Letzte Änderung: 17.4.2009werner.haas@univie.ac.at