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Tinten und Tuschen

TINTE, das deutsche Wort "Tinte" stammt vom lateinischen "tingere" = färben ab. Althochdeutsch "tingta". Mittelhochdeutsch "tincte" oder "tincken". Ab dem 17. Jahrhundert "Dinte", heute " Tinte".

Der Gebrauch von Tinten reicht weit zurück in die frühesten Zeiten des geschichtlichen Altertums. Verwendung fand hauptsächlich Ruß, der mehr zu einem Lack verarbeitet wurde, aufgetragen mittels Schreibrohr oder Pinsel. China und Ägypten waren damals die führenden Kulturstaaten. In Ägypten fand man Tintenschriften, die sich heute noch, nach Jahrtausenden ihren Glanz und ihre Schwärze erhalten haben.

Auch die alten Griechen und Römer verwendeten Ruß für Tintenflüssigkeiten. Zur Zeit Ciceros lässt sich auch der Saft der Sepia als Schreibflüssigkeit nachweisen.

Außer der schwarzen Tinte gab es im Altertum auch farbige, hauptsächlich rote (Zinnober, Mennige) sowie Goldtinten. Die Goldschreibekunst, die Chyrosographie, entwickelte sich besonders in Byzanz. Berühmt wurde die Bibelübersetzung des Ulfilas, der "codex argenteus". Der Text ist mit Silbertinte geschrieben, während die Anfangsbuchstaben aus Gold sind.

Im Mittelalter waren es hauptsächlich die Mönche, die sich mit der Herstellung von Tinten beschäftigten.

Entscheidend in der Tintenentwicklung war das Jahr 1856. Leonhardi ließ sich die sogenannte "Alizarintinte" patentieren. Vor ihm waren die Gallustinten mehr oder weniger Suspensionstinten, die auf der Oberfläche des Beschreibmaterials lagen. Alizarintinten dagegen dringen tief in Papier ein und haften nach erfolgter Oxidation weit besser. Der kritische Punkt bei Eisen - Gallustinten ist der Säuregrad. Je saurer die Tinte ist, um so leichtflüssiger und haltbarer ist sie, aber umso mehr wird die Stahlfeder angegriffen.

Um dieses Problem zu beseitigen brachte die I.G. eine Farbstofftinte, die der Eisengallustinte in Lichtechtheit und Wasserfestigkeit nicht nachstand. Aber - sie war alkalisch. Beim Mischen der beiden Tinten (durch nicht gründliches Reinigen der Tintenfässer oder Füllfederhalter) entstehen Ausscheidungen und damit Unbrauchbarkeit. So blieb die Eisengallustinte noch lange Sieger über die Farbstofftinte der Firma I.G.

Heute versteht man unter Tinten reine, wässrige Lösungen synthetischer Farbstoffe mit geringen Zusätzen von Säure, Netz- und Konservierungsmitteln. Tinten laufen bei Berührung mit Wasser aus, sie sind lavierbar.

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Tannin

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Farbe - Buntes - Licht

Gallussäure

Feder - Füller
Rezepte
amtl. Tintenprüfung

Schwarze Tusche (indianische Tinte, chinesische Tusche) wird seit ca. 4500 Jahren in China hergestellt. Feinstverteilter Ruß wird mit Bindemittel wie Hausenblase, Leim, Gelatine oder Gummi arabicum verpastet. Getrocknet und in Festform wird die Tusche dann mit Wasser für den Gebrauch angerieben. Der Ruß kann aber auch mit einer Schellack- Borax- Lösung verrührt werden, um so unmittelbar gebrauchsfertig zu sein.

Entscheidend für die Güte der Tusche ist Feinheit und Reinheit des verwendeten Rußes. Beste chinesische Tusche stammt vom Öl der Samen Dryandra cordata. Gasruß ergibt eine Tusche, die der chinesischen nicht nachsteht. Die meiste "chinesische Tusche" wird in Europa erzeugt.

Tinten und Tuschen

Eisen II sulfat

Um Ruß zu reinigen, wird er zusammen mit Salpetersäure zu einem dicken Brei verrührt, dann mit destilliertem Wasser bis zu Honigkonsistenz verdünnt. Dieses Gemisch erhitzt man vorsichtig bis sich Salpetersäuredämpfe zeigen. So werden die Teerbestandteile zerstört, die dem Ruß anhaften und die Tusche schmierig und bräunlich machen. Danach wird der Ruß mehrfach mit Wasser dekantiert und zusammen mit Natriumhydroxid (NaOH) gekocht. So entsteht die Tuschebasis.

Gute Tusche darf nicht hygroskopisch - klebrig werden. Bruchstellen sollten glatt, glänzend und tiefschwarz sein. Tusche reift mit den Jahren, weshalb man sie lange lagern sollte.

Flüssige Tusche stellt man durch Verrühren mir einer wachsfreien Lösung von Schellack in Borax her. Zugaben von Thymol oder Formaldehyd und dergleichen machen die Tuschen steril und haltbar. Tuschen binden nach dem Trocknen wasserunlöslich ab.

QUELLE: Ullmann, Enzyklopädie der technischen Chemie, Zweite Auflage (1932), Band 10

Tannin Gallussäure Eisen-II-sulfat