Platon über
Die Erschaffung der Zeit und der Planeten

(4. Jh. v. Chr. Geb.)

So entstand denn also die Zeit zugleich mit der Welt, damit beide, zugleich ins Leben gerufen, auch zugleich wieder aufgelöst würden, wenn ja einmal ihre Auflösung eintreten sollte, und nach dem Urbilde der schlechthin ewigen Natur, damit die Welt ihr so ähnlich als möglich werde. Denn das Urbild ist ein durch alle Ewigkeit Seiendes, sie aber immerfort durch alle Zeit geworden, seiend und sein werdend. Zufolge solcher Betrachtung und Überlegung Gottes in Bezug auf die Zeit entstanden, damit dieselbe hervorgebracht werde, Sonne, Mond und die fünf anderen Sterne, welche den Namen Wandelsterne tragen, zur Unterscheidung und Bewahrung der Zeitmaße.

Aus: Platon: Timaios. Nach der Übersetzung Friedrich Schleiermachers. In: Sämtliche Werke, hrsg. von Karlheinz Hülser. Frankfurt am Main und Leipzig 1991, Bd. 8, S. 259.

Der Text steht auch als PDF-Datei (<1 MB) zur Verfügung.

zurück zur Textübersicht