Friedrich Kries über
Vor- und Nachteile der Spiegelteleskope

(1816)

Alle Spiegelteleskope haben den Vorzug, daß sie keine Farben zeigen, und folglich der Verbesserung, die die Gläser bedürfen, nicht nöthig haben. Ueberdies ist es eher möglich, Spiegel als Gläser von beträchtlicher Größe und Brennweite zu verfertigen, und daher sind die stärksten Fernröhre, die man bis jetzt zu Stande gebracht hat, Spiegelteleskope. Von der andern Seite ist nicht zu läugnen, daß es schwer ist, eine gute Spiegelmasse zu bekommen, und den Spiegeln die vortheilhafteste Gestalt und Politur zu geben; oder zu verhindern, daß die Spiegel an der Luft nicht rosten. Durch die achromatischen Fernröhre haben daher die Spiegelteleskope von ihrem Credit verloren, indem jene bey gleicher Größe mehr leisten als diese.

Aus: Friedrich Kries, Lehrbuch der Physik. 2. Auflage, Jena 1816. §281, S. 235.

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