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Spinell MgAl2O4

Spinell ist ein Magnesium-Aluminium-Oxid mit kubischer Gitterstruktur. Er bildet oft oktaedrische Kristalle aus. Aus der terrestrischen Mineralogie ist Spinell als Edelstein bekannt. Er hat wie viele Edelsteine einen besonders hohen Schmelzpunkt (über 2000 Grad Celsius).
Durch seine Hitzebeständigkeit gehört Spinell neben Korund und Hibonit zu den Oxiden, die in den expandierenden Hochatmosphären pulsierender Roter Riesen noch vor anderen, häufigeren Mineralen - d.h. viel weiter innen als die Silikate - kondensieren kann.
Spinell konnte als wichtiger Bestandteil von sogenannten präsolaren Körnern in Meteoriten identifierziert werden. Präsolare Körner sind winzige Partikel, deren Isotopenverhältnisse sehr stark von den für unser Sonnensystem charakteristischen Werten abweichen. Sie müssen schon vor der Bildung unseres Sonnensystem vorhanden gewesen sein. Es handelt sich um Teilchen, die im Zuge von Supernova-Explosionen oder in den Winden von AGB-Sternen entstanden sind - vor Milliarden von Jahren.
Präsolare Spinelle sind also 'Erbstücke' längst erloschener Sterne, die im Zuge von Mikrosonden-Analysen ihre ferne Herkunft offenbaren.
Natürlicher Spinell
Natürlicher Spinell
MgAl2O4
Fundort: Mogok, Burma
Astrophysikalische Relevanz:
Möglicher Urheber der 13mikron-Bande
in den Spektren von AGB-Sternen
Synthetischer Spinell
Synthetischer Spinell
MgAl2O4
Hergestellt nach dem Verneuil-Verfahren
Eigentum des Instituts für Mineralogie
der Universität Wien
Zur Struktur von natürlichem und synthetischem Spinell und zu seinem mutmaßlichen Vorkommen in zirkumstellarem Hüllen siehe. D. Fabian et al., Astronomy and Astrophysics, vol. 373, p. 1125ff. s (2001) sowie S. Zeidler et al., Astronomy and Astrophysics 526, A68 (2011)